WWW.HUBERT-BRUNE.DE
- Kulturenvergleich -
Antike und Abendland
0 Uhr2 Uhr4 Uhr6 Uhr8 Uhr10 Uhr12 Uhr14 Uhr16 Uhr18 Uhr20 Uhr22 Uhr
2 Uhr4 Uhr6 Uhr8 Uhr10 Uhr12 Uhr14 Uhr16 Uhr18 Uhr20 Uhr22 Uhr24 Uhr
Herbst / Abend
18 Uhr
24 Uhr
Spätkultur & Zivilisation
Neuschwanstein, 1868-1886Hermannsdenkmal, 1835-1875Eiffelturm, 1889Automobil (VW 'Käfer'), 1960
20-22 Uhr
Krise oder Kampf ums Ei

Der Nord-Süd-Gegensatz überlagerte den Ost-West-Gegensatz am Anfang, am Ende, ja sogar während der gesamten Phase. Den Anfang bildete der Dualismus zwischen Industrie- und Plantagenstaaten, demokratischen Yankees und aristokratischen Pflanzern, Schutzzoll und Freihandel, denn der Sezessionskrieg, dieser Nordamerikanische Bürgerkrieg (1861-1865) war auch ein Ausdruck der Angst um das Weltmonopol der Baumwolle sowie des eisernen Festhaltens an der Sklaverei, die die Abschlachtung der Indianer überdeckte. Außerdem war er, wie die deutschen Einigungskriege von 1864, 1866, und 1870-71, ein Krieg mit modernen Waffen, weil die Eisenbahnen die Soldaten zum ersten Mal an die Front bringen konnten und Eisenbahngeschütze, Repetiergewehre sowie Panzerschiffe eingesetzt wurden. Und die Eisenbahn fuhr jetzt zweigleisig. Das Entgegenkommen hatte sich also geändert. Man fuhr nicht nur technisch aneinander vorbei, sondern auch kommunikativ. Immer mehr Patente schützten (in der Regel!) vor immer feindlicheren „Kollegen“. Die Soldaten trafen sich nicht mehr im Gegenüber, sondern auf Distanz. Auch die Kriege wurden jetzt dem abendländischen Ursymbol immer ähnlicher: unendliche Schlachten mit körperlosen Soldaten. Ab jetzt schuf jeder Friede oder jede Friedenskonferenz nur noch Bedingungen zu neuen, noch gewaltigeren, distanzierteren und total endlosen Kriegen. Die politischen Kalküle eiferten dem hinterher, und die Leitungen der intermediären Kommunikationen wurden auch immer länger. In den beiden Weltkriegen, eigentlich ein Weltkrieg mit Pause, spitzte sich diese Lage ins Gigantische zu. Als mit den chemischen und physikalischen Waffen bis hin zur Atombombe die Kriegsmittel so weit angewachsen waren, konnte deren Schrecken nur noch durch ein Abschrecken abgelöst werden.

Zum Anfang des Skorpions Für Rom, das seit 282 bereits die Herrschaft über Mittelitalien erlangt hatte (vgl. 18-20), bedeutete der Ausgang des Krieges mit Tarent (282-272) die Herrschaft auch über Unteritalien. Aber auch dieser Krieg war noch die harmlosere Seite gegenüber den später folgenenden drei Punischen Kriegen und den drei Makedonischen Kriegen oder dem Krieg gegen Antiochos III. und den Ätolischen Bund. Das Ergebnis aus dem 1. Punischen Krieg (264-241) war die erste römische Provinz Sizilien (241) im Mare nostrum. Im 2. Punischen Krieg (218-201) erlitt Rom in der Schlacht von Cannae (02.08.216) zwar zunächst die schwerste Niederlage seiner Geschichte, dann begann 215, als Hannibal (247-183) sich mit Phillip V. (238-179) von Makedonien verbündet hatte, auch noch der 1. Makedonische Krieg (215-205), aber Rom siegte dennoch und erreichte am Ende des 2. Punischen Krieges, dieses Weltkrieges, den Gipfel seiner Erfolge in der Schlacht von Zama (202). Das Ergebnis waren weitere, größere Kolonien, die Herrschaft über das westliche Mittelmeer und damit der Status einer Weltmacht. Um 200 v. Chr. konnte Rom deshalb bereits ganz souverän über den anschließenden 2. Makedonischen Krieg (200-197) entscheiden, denn es stand ihm ab jetzt frei, den Bitten von Pergamon, Athen und Rhodos, sie vor Makedonien und dem hellenistisch-vorderasiatischen Seleukidenreich zu schützen, nachzukommen oder nicht. Und es kam der Bitte nach. Schon Diese Tatsache deutet an, welche Rolle Rom hier bereits spielte. Die Jahre von 218 bis 201 waren also so etwas wie der Zweite Weltkrieg der Antike und die Jahre 200 bis 168 der Ost-West-Konflikt der Antike, der dem Osten lediglich klarzumachen hatte, daß Rom schon vorher - seit der Schlacht von Zama (202) - die einzige Supermacht geworden war. Die Schlacht von Zama (202) brachte die Herrschaft über das westliche, die Schlacht von Magnesia (188) die über das östliche Mittelmeer. Der Krieg (192-188) gegen Antiochos III. und den mit ihm verbündeten Ätolischen Bund war also für Rom ein Zugewinn, ein Machtzuwachs. Zwar hatte 196 v. Chr. Titus Quinctius Flamininus die Autonomie aller griechischen Städte verkündet, doch zu der kam es tatsächlich nur vorübergehend. Statt dessen wiederholten sich die Bittgesuche durch Pergamon: der 3. Makedonische Krieg mußte von Rom gelöst werden (171-168). All die mit den Kriegen verbundenen Expansionen waren Rom zuvor nahezu aufgezwungen worden. Die Kriege an sich waren nur noch antikekalte Kriege“, weil sie aber antik waren, wurden sie auch so ausgeführt. Der 3. Punische Krieg wurde von Rom mehr oder weniger geschürt, um Karthago endgültig zu besiegen und zu zerstören. Nebenbei wurde da auch Korinth völlig zerstört, da es aufgemuckt hatte. Alle feindlichen Gebiete, aber auch befreundete, denen doch Freiheit versprochen war, wurden römische Provinzen. Was soll man dazu sagen? Soll man analog dazu feststellen, daß auch das alte Abendland, noch dazu auf seine faustische Art, in Zukunft und trotz (oder wegen?) der NATO nur noch als Nato-Provinz oder USA-Kolonie seine versprochene Freiheit, für die der flamininische Eisenhower doch gekämpft haben wollte, verlieren wird oder gar schon verloren hat? (Vgl. 22-24).

„Der Imperialismus ist ein so notwendiges Ergebnis, daß er ein Volk im Nacken packt und in die
Herrenrolle stößt, wenn es sie zu spielen sich weigert.“ (Oswald Spengler, 1917/22, S. 1089).

Cato (234-149)

Jedenfalls haben Athen, Rhodos und Pergamon zu Beginn des 2. Makedonischen Krieges um Hilfe gebeten, und Frankreich, England, Rußland und kleinere Verbündete haben es auch getan. Rom siegte über Makedonien und die USA mit seinen Verbündeten über Deutschland. Die USA und das Deutsche Reich befanden sich in Konkurrenz um die Weltmacht, und nur einer der Konkurrenten sollte die Weltmacht auch erhalten. Geschichte ist wie eine Münze: Das Römische Reich und die USA handelten einerseits in guten Absichten, andererseits unter bösen Voraussetzungen aus Angst vor dem Konkurrenten, der für sie im Außen saß. Das Römische Reich und die USA hatten einerseits gute Gründe, andererseits böse Angstmotive, die im Inneren saßen. Später sollte Cicero (106-43) noch erklären, daß die Römer nur aus Angst vor der Anarchie ihr Imperium ausgedehnt hätten. Cato (234-149) befürwortete die Zerstörung Karthagos, die sich 3 Jahre nach seinem Tod tatsächlich ereignete (146). Er gleicht einer Person, die seinen jüngeren US-Präsidenten G.W. Bush wohl erst in der Absicht bestärkt hat, sogenannte Schurkenstaaten tatsächlich bald zu zerstören. Und: Karthago wie Korinth, beide völlig zerstört (146), wurden erst unter Cäsar wieder aufgebaut - Karthago an anderer Stelle (!). Rund 100 Jahre waren bis dahin vergangen (!). Aber all das ist bereits Thema der nächsten Phase. (22-24).


Zum Anfang des Skorpions Karte

 

Zum Anfang des Skorpions Nach dem Sieg über Österreich im Deutschen Krieg (1866) ersetzte Otto von Bismarck (1815-1898) den Deutschen Bund (1815-1866) durch den Norddeutschen Bund (1866-1870), einen nördlich der Mainlinie gebildeten Bundestaat von 22 Mittel- und Kleinstaaten sowie freien Städten, der eine Zwischenstufe dessen bildete, was kleindeutsche Lösung oder 2. Deutsches Reich (1870-1918[1933]) heißt. (TabelleDeustchland in allem Weltmeister). Wirtschaftlich und militärisch stand der Norddeutsche Bund unter preußischer Vorherrschaft. Über Zollparlament und Zollbundesrat (Deutscher Zollverein) waren auch die süddeutschen Staaten mit dem Norddeutschen Bund verbunden. Er war als Provisorium gedacht, da französischer Widerstand 1866 den Weg zu einer formellen nationalstaatlichen Lösung der deutschen Frage versperrte. Die liberalen und föderalistischen Elemente des Norddeutschen Bundes waren ein Entgegenkommen an die süddeutschen Staaten, seine dahinter sichtbare Tendenz zur Absicherung der preußischen Vorherrschaft Ausdruck der Reichsgründung „von oben“. Zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges (1870-71) schlossen sich die süddeutschen Staaten dem Norddeutschen Bund an, der im Dezember 1870 den Namen Deutsches Reich annahm. Der Sieg über Frankreich vollendete die kleindeutsche Reichsbildung (weil ohne Österreich) als das 2. Deutsche Reich - mit der Kaiserproklamation am 18.01.1871 in Versailles.

Bismarcks ausgefeilte Bündnispolitik sicherte das neue Kräfteverhältnis in Europa.
Als epochemachend gilt jedoch nicht nur seine Bündnispolitik, sondern auch seine Sozialpolitik.
Seine in den 1870er und 1880er Jahren eingeführte Sozialversicherung wurde zum weltweiten Vorbild.


Zum Anfang des Skorpions Die Alexanderreich-Nachfolgestaaten, z.B. das Antigonidisch-Makedonische Reich (bis 148 v. Chr.), das Seleukidisch-Vorderasiatische Reich (bis 64 v. Chr.), das Ptolemaisch-Ägyptische Reich (bis 30 v. Chr.) u.a., hatten es nicht nur mit Kriegen untereinander zu tun, sondern auch mit den Einwohnern ihrer Gebiete, die einem anderen Kulturkreis angehörten als sie selbst. Insbesondere Seleukidien und Ägypten waren davon betroffen, wie ihre Namen bereits verraten: Die Einwohner waren magischer und ägyptischer Herkunft und bildeten die Mehrheit, die Herrscher waren griechisch-hellenistischer Herkunft und waren in der Minderheit. Sie mußten also die ersten großen Krisenproben seit der „Eheschließung“ Alexanders bestehen. Letzten Endes hat diese Vermählung der anderen Seite mehr genützt als Alexanders Diadochen. Dazu kam, daß diese sich über das Herz Griechenlands hermachten, obwohl sie zumeist selbst Griechen waren. Aus diesen Verstrickungen ging aber Rom als Nutznießer hervor, während Griechenland zum „Befreiungsopfer“ wurde. Wem hier nicht gleich die Ähnlichkeit der Relation zwischen Rom, den (östlichen) Hellenismusstaaten und Griechenland einerseits und der zwischen USA, Osteuropa und Westeuropa andererseits ins Auge springt, dem sei hier noch einmal die Analogie, aber keine Ideologie (schon gar nicht meine!) vor Augen geführt:

 

WAS IST WAS?
(Analogien im Abendland)
- 18. Jh. - 21. Jh. -
(18-20 bis 22-24)

Dualismuskriege

Napoleonische Kriege

Bürgerliche Kleinkriege

Einheitskriege

Kolonialkonflikte

1. Weltkrieg

Faschismus
(Bürgerkriege)

2. Weltkrieg

„Kalter Krieg“

„Amerikanisierung“

„Globalismus“
(22-24)

?

Hier stimmt die Reihenfolge (absichtlich!) nicht immer mit dem Text in der Mitte überein.

- 4. Jh. (18-20) bis 2. Jh. v. Chr. (22-24) -

In Griechenland wurden zwar nach den vielen erfahrenen Kleinkriegen, dem Bundesgenossenkrieg (357-355) und den Alexanderzügen (336-323) an Stelle der alten Stadtstaaten zwei Bünde (280/279) gegründet, der ätolische und der achaische, die sich aber in einem Krieg gegen Sparta und in Kriegen untereinander verzettelten, während Rom durch geschickte Diplomatie dem politischen Niedergang Griechenlands zusah und es dann im Rahmen der eben beschriebenen Prozesse (218 bis 146) zu römischen Provinzen machte. Zwei entscheidende Kämpfe waren dafür nötig: der 2. Punische Krieg (218-201) und der damit verbundene 1. Makedonische Krieg (215-205). Nach der alles entscheidenden Schlacht (202) von Zama war der Konkurrent Karthago ausgeschaltet, trotz seines Bündinsses mit Makedonien. Die daraus hervorgegangene Weltmacht Rom konnte es sich seither leisten, den Schiedsrichter (Nicht-Hilfeleister) zu spielen - konkret umgesetzt seit dem 2. Makedonischen Krieg (200-197). Makedonien mußte auf die Hegemonie über Griechenland verzichten. Rom versprach Griechenland die Freiheit und räumte es. Doch es folgte der Krieg gegen Antiochos III. und den Ätolischen Bund (192-188) und nach einigen inneren und äußeren Unruhen der 3. Makedonische Krieg (171-168). Makedonien wurde in 4 selbständige Gebiete eingeteilt und nach einem Aufstand römische Provinz (148). Der 3. Punische Krieg (149-146) wurde von Rom geschürt, um Karthago endgültig zu zerstören (146). Nach der Erhebung (146) des Achaischen Bundes (Sikyon, Korinth, Argos, Aigina) gegen die Römer, der Schlacht am Isthmos und der völligen Zerstörung Korinths (146), war auch die Zeit der griechischen Bundesgenossen vorbei. Ihre besiegten Städte fielen an die 148 eingerichtete römische Provinz Makedonien, während Sparta, Athen und Delphi zunächst (!) Autonomie erhielten (146/145). Alle hier erwähnten Kriege fanden außerhalb Roms statt - die meisten im bald darauf ausgebeuteten Osten.

(Vgl. Karten und Jahreszeiten)

 

WER IST WER?
(Analogien im Abendland)
- 18. Jh. - 21. Jh. -
(18-20 bis 22-24)

Deutschland

Frankreich

Italien

Spanien

England

Japan

USA

Sowjetunion

?

NATO

„Ostblock“

EU

?

?

Hier stimmt die Reihenfolge (absichtlich!) nicht immer mit dem Text in der Mitte überein.

Man muß nun die Seelenbilder der zwei verschiedenen Kulturen kennen, um herauszufinden, daß der Unterschied zwischen ihnen auch zwei unterschiedliche Arten einer Quintessenz mit sich bringt. Ergebnisse liegen uns jedoch bis heute nur aus der Antike und anderen ehemaligen oder greisenhaft existierenden Zivilisationen vor; und für diese bedeutete die Quintessenz aus der Zeit der kämpfenden Staaten (China) eindeutig eine Cäsarisierung. (22-24). Auch die großen politischen Probleme löste die Antike einzigartig auf statisch-körperliche Weise - dafür steht der Begriff Polis; das Abendland jedoch ging und geht mit Problemen nur um, und zwar auf unendlich dynamisch-räumliche Weise. Als sicher kann gelten, daß beide Kulturen seit Beginn dieser Phase eine Kriegsindustrie entwickelt hatten und deshalb diese Kriege keine Kreuzzüge mehr waren. (Vgl. 8-10). Diese Kriege waren eine Krise, und diese Krise hatte ihre primären Gründe in der Wirtschaft. Alle vom Imperialismus betroffenen Staaten verhalten sich (großzügig gesagt): mathematisch-ökonomisch. Sie sind Plutokratien und gezwungen, zu expandieren. Eine Macht, die so weit gekommen ist, muß, ob sie will oder nicht, ein einzigesImperium werden. Jede noch so ausgeklügelte Gegenmaßnahme wird bekämpft, indem sie integriert wird. Das geschieht über den vierdimensionalen technisch-medialen Weg. Geld gibt's über die Lobby, und Lobby gibt's nur über Geld. Die Spirale der Plutokratie spitzt sich immer mehr zu. (Vgl. 18-20 und 22-24). Demokratie ist nur der Schein, gemeint ist der Geldschein, Ökonomie ist die Basis für Politik die hat immer mehr den Weg der Plutokratie zu gehen, um das Ziel der Macht wirklich zu erreichen. Ob Revolutionen Erfolg haben oder nicht, hängt vom System selbst ab. Ist es stabil und funktioniert, dann expandiert es, ist es instabil oder funktionsunfähig, dann kollabiert es. Alle Möglichkeiten, die dazwischen liegen, sind keine oder durch höhere Gewalt herbeigeführt: Unfälle oder Zufälle. Andere haben keine Chance, weil sie integriert werden. In einer Kultur mit ausgereifter Integralrechnung und unendlichmonetärer Arithmetik gilt das erst recht. Faustische Persönlichkeiten wie Leibniz oder Gauß haben politisch immer auch ein innerkulturelles Analogon wie Hobbes oder Rhodes. Der Deutsche denkt, der Engländer lenkt. Das nenne ich innerkulturelle Arbeitsteilung germanischer Prägung.

 



(Vgl. 22-24).

Numismatik Geld und Geist
Krisen
Hierachie der Mächtigkeiten in frühen Zivilisationen (Vergleich zu frühen Kulturen)

(4) Kultur bzw. Politik- und Wissensmacht, z.B. durch Mathematik (Religion),
(3) Ökonomie (Adel),
(2) Technik (Priestertum),
(1) Medien (Bürgertum).

Bürger-Medien nennen sie Machthierarchie, wegen der Trugbilder (Ideenbilder)

(4) Medien (Bürgertum),
(3) Technik (Priestertum),
(2) Ökonomie (Adel),
(1) Kultur bzw. Politik- und Wissensmacht, z.B. durch Mathematik (Religion).


*) In allen Kulturen regiert immer eine Minderheit, fast immer eine aus Adel oder Priestertum (Klerus). Das Bürgertum muß also, nachdem es einen Anteil an der Macht bekommen hat, in die Rolle einer der ersten beiden Stände schlüpfen, wenn es dauerhaft Erfolg haben will. In bürgerlichen Zeiten, d.h. in den frühen Zivilisationen, wird deshalb suggeriert, daß vor allem das Bürgertum (der 3. Stand) und nach ihm das „neuformierte“ Priestertum (der Geistesadel, z.B. die Wissenschaftler, die Psychotherapeuten u.a.) mehr Macht hätten als sie wirklich haben - beide sollen überschätzt werden -, während der Adel (Geldadel) und vor allem die Religion weniger Macht hätten als sie wirklich haben - beide sollen unterschätzt werden. Wer wissen will, wer hinter welchen Rollen und Masken steckt, muß erst die Suggestion und die Trugbilder durchschauen. In Staaten regiert immer nur eine Minderheit des Herrschafts- oder Regierungsstandes. Spengler
 

 

„Die Aufgabe für die nunmehr folgenden Jahre war so streng als möglich vorgezeichnet.
Nachdem der jasagende Theil meiner Aufgabe gelöst war, kam die neinsagende,
neinthuende Hälfte derselben an die Reihe: die Umwerthung der bisherigen Werthe selbst,
der grosse Krieg, - die Heraufbeschwörung eines Tags der Entscheidung.“
(Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886)

„Die Zeit für kleine Politik ist vorbei: schon das nächste Jahrhundert bringt den
Kampf um die Endherrschaft - den Zwang zur grossen Politik.“
(Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886)


Zum Anfang des Skorpions Das von 303 bis 64 bestehende Reich der Seleukiden und das von 304 bis 30 in Ägypten bestehende Reich der Ptolemaier waren neben den neu gegründeten Reichen Pontos (28-64), Pergamon (263-133), Bithynien (279-74) und dem Reich der Parther (247-227 n. Chr.) die verbleibenden staatlichen Gegner Roms im Osten. Seleukos I. (358-281) hatte sein Reich so verfaßt, daß es aus einer Mischung von persischen und griechischen Kulturelementen bestand. Die Verwaltungssprache und statthalterisch eingesetzten Strategen waren griechisch, zum Teil aber auch aramäisch, das Volk persisch oder sonstwie vorderasiatisch, also der magischen Kultur zugehörig. Die Hauptstadt Babylon hatte den Namen Seleukeia erhalten, deren Einwohner sich aber wohl kaum als Griechen oder Makedonier gefühlt haben dürften. 223-187 herrschte der wohl bedeutendste Seleukidenherrscher Antiochos III d. Gr., der nach Anfangserfolgen in Syrien, Palästina und im Osten, durch Erwerbung einiger indischer Gebiete, in Auseinandersetzungen mit Rom geriet, weil er die ptolemäischen Ägypter aus Syrien und Palästina verdrängt hatte. Der Krieg gegen Antiochos III. und seinen Verbündeten, den Ätolischen Bund, dauerte von 192-188 und wurde 190 in der Schlacht von Magnesia zugunsten der scipionischen Römer entschieden, die nach dem Sieg über die Seleukiden nur noch den Ätolischen Bund besiegen mußten (189). Im Frieden von Apameia (188) verlor Antiochos III. seinen kleinasiatischen Besitz an Rhodos und Pergamon, die als Mittelstaaten zu Gegenspielern des Seleukidenreiches gemacht wurden. Rom war ab jetzt Herrin des östlichen Mittelmeeres, nachdem es durch die Folgen des 2. Punischen Krieges bereits Herrin des westlichen Mittemeeres geworden war (201).

In den folgenden Jahrzehnten gab es zwar im Westen noch einige spanische Aufstände (191-189) niederzumetzeln, aber eigentlich war die Weltmacht Rom, die mit den Namen der Scipionen verbunden ist, über das Mittelmeer verbreitet und mußte nur noch durch die Vernichtung Karthagos (146) abgerundet werden, denn Karthago hätte auch schon 56 Jahre vorher zerstört werden können. Durch die Strategie der Römer wurde der Osten sich selbst überlassen, was de facto bedeutete, daß das griechisch-neupersische Reich der Seleukiden durch Streitigkeiten mit den Parthern und eigenen Thronfolgefehden den langsamen Verfall entgegen ging, während die Alteingesessenen daraus ihren Nutzen zogen, um ihre magische Kulturseele (Morgenland) endlich zur Entfaltung bringen zu können. So oder ähnlich ist es allen hellenistischen Staaten ergangen. Ob sie nun auf dem Wege dorthin eher der römischen Formpolitik oder der werdenden magischen Religionspolitik zuneigten, ist nur insoweit von Interesse, als es den Römern ins politische Konzept paßte. Das war das Schicksal des politischen Hellenismus.


„Jeder Grieche hat einen Zug von Don Quijote, jeder Römer einen von Sancho Pansa
- was sie sonst noch waren, tritt dahinter zurück.“ (Oswald Spengler, a.a.O. 1917, S. 50).

Zum Anfang des Skorpions Vielleicht macht man es sich zu leicht, wenn man für das Wort Grieche Westeuropäer und für das Wort Römer Nordamerikaner einsetzt, aber dieser Vergleich (und nicht irgendeine politische Ideologie) drängt sich doch geradezu auf. Was die kontinentalen Westeuropäer mit ihren Imperialversuchen und vor allem mit ihren Rußlandfeldzügen unternommen haben, ähnelt doch in der Tat einer zwar nicht gewollten, aber dennoch vollzogenen „Vermählung“. Im Anschluß daran übernahm Rußland jedes Mal eine westliche Version der Politik, obwohl es sich dabei in eigener Verfassung wähnte. Es merkte nicht oder wollte nicht merken, daß es sich selbst täuschte. Bauerntum, Bürgertum, Zunftwesen und andere Gesellschaftsformen, die schon frühkulturell (6-8, 8-10, 10-12) entwickelt sein müssen, gab es in Rußland nicht, gibt es in Rußland nicht und wird es in Rußland wohl auch in Zukunft nicht geben. Die Sowjetunion war nichts anderes als eine mißlungene Kopie der westlichen Bürgerdemokratien auf niederster Ebene. Ohne Bürgertum keine Bürgerdemokratie und ohne Bauerntum keine Bauernherrschaft, also auch kein Arbeiter- und Bauernstaat. Die Idee, daß Arbeiter und Bauern, die es ja in Rußland nie gegeben hat, die Macht erlangen werden, stammte aus westlichen Federn und war anders gemeint, als Rußland sie zu verwirklichen suchte. Diese Verwirklichung war der krampfhafte Versuch, den Anschluß an den Westen zu erzwingen, und war keine Selbstverwirklichung, sondern eine Selbstentwirklichung (Selbstverwirklichung), weil ja gerade die Entwicklung zu einer russischen Frühkultur nicht gefördert, sondern verhindert wurde. Was schon das Zarentum mit grausamen Methoden erzwingen wollte, das wollte das Sowjetsystem - als rotes Zarentum - mit noch grausameren Methoden erzwingen. Beides konnte natürlich nicht funktionieren. Auch der 1867 erfolgte Verkauf Alaskas für 7,2 Mio. Dollar an die USA, die 1913 schon 81 Mio. Dollar Gewinn durch Pelzhandel und Goldfunde erwirtschafteten, steht symbolhaft für Rußlands Mißerfolg („Fehlgeburt“), ob direkt oder indirekt vom Abendland gesteuert. Mit westlichen Mitteln östlichen Geist ökonomisch nach vorn zu bringen, zeugt von Pseudomorphose. Es gibt so wenig einen halben Kapitalismus wie es eine halbe Vermählung oder eine halbe Schwangerschaft gibt.


„Wenn der feste Stoff aus den Umarmungen mit dem Nichtigen nur Scheinschwangerschaften davonträgt,
wer dürfte dann behaupten, es komme unerwartet?“ (Peter Sloterdijk, Sphären III - Schäume, 2004, S. 29).

 

Statt zu erkennen, welche Macht sich im Tarentischen Krieg (282-272) langsam aufbaute, zerrieben sich Epiros (mit seinen Pyrrhussiegen), die Griechenstädte (mit ihren Hin-und-Her-Einigungen zwischen Epiros und Karthago) sowie Karthago selbst, indem es zwar Sizilien noch für 50 Jahre halten konnte, dieses aber an die Römer verpfändete, weil es denen gelang, Pyrrhos zu besiegen (275), was den Karthagern zuvor nicht gelungen war (278-275). Die unteritalienischen Griechenstädte wurden nämlich jetzt Bundesgenossen Roms (272). Roms erreichte Herrschaft in Unteritalien war also bereits eine Hypothek auf die spätere erste Provinz Sizilien (241). (Rom). Der Ausgang der Sezessionskriege (1865): die bedingungslose (!) Kapitulation der Südstaaten, die damit erzwungene Erhaltung der Einheit und der 1867 erfolgte Ankauf Alaskas waren ebenfalls eine Hypothek auf die im 1898 ausgelösten Krieg gegen Spanien gewonnenen ersten Kolonien der USA. Den Streit zwischen Imperialisten und ihren Gegnern (z.B. Carl Schurz) um Hawai und die Phillipinen entschied McKinley in den Jahren 1897 bis 1901 nur zögernd zugunsten einer Annexion unter Verweis auf gleiche deutsche, japanische und russische Absichten. Th. Roosevelt, Traft und Wilson bekannten sich dagegen voll zur imperialen Politik. Die guten Beziehungen zu Deutschland, mit dem die USA in Handelskonkurrenz stand und den Streit um Samoa durch Teilung gelöst hatte, kühlten sich um 1910 ab, während das Verhältnis zum traditionellen britischen Gegner eine Wende erhielt. Der Verlauf und Ausgang des 1. Weltkrieges stellt nichts anderes dar als die erste Zuspitzung dieser Imperialkonkurrenz, vergleichbar mit dem 1. Punischen Krieg, dem auch ein Hilfsgesuch voranging und an dem sich auch hauptsächlich sieben mehr oder weniger erfolgreiche Mächte beteiligten, um eine der beiden Hauptmächte (Deutschland und USA) zu unterstützen. Diese sieben Mächte tauchen im abendländischen 2. Weltkrieg genauso wieder auf wie im antiken, also im 2. Punischen Krieg - inklusive 1. Makedonien-Krieg. (Roms Kriege). Die USA, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Japan und die Sowjetunion einerseits sowie Rom, Makedonien, Sparta, Ätolierbund, Achaierbund, Karthago und Numidien andererseits gingen sehr unterschiedlich aus ihm hervor: gestärkt oder geschwächt. Wer das genau war, wird der geschulte Leser leicht herauskriegen. Jedenfalls entschieden hier die jeweiligen Bündnisse und Geheimverträge mit den USA bzw. Rom mit darüber, wie dieser Konkurrenzkampf enden sollte. Man verbündete sich lieber mit dem Fremdkulturellen, dem eigentlichen Feind, um den größeren, gefährlicheren Konkurrenten besiegen zu können, denn es waren tatsächlich nur drei Mächte, die durch die möglichen Pakte (2:1, 1:2 oder 1:1:1) darüber entschieden, ob hinterher noch zwei oder eine dieser Mächte das Weltimperium repräsentieren würden. Die anderen, kleineren Mächte, so viel schien klar zu sein, würden leer ausgehen. Und, so viel dürfte auch heute klar sein, es war jeweils nur eine Weltmacht, die übrig bleiben sollte. Die Anhängsel und der trotzige Nachahmer zählten und zählen nicht. Das hat die Antike auf die ihr eigene Art ziemlich schnell mitgekriegt, und das Abendland ist gerade dabei, es zu registrieren. Medienpolitik ist für Abendländer endlose, weil relational-funktionaleRaumesoterik, während sie für Antike begrenzte, weil formal-punktuale Körperpopularität besitzt. Die Antike kam direkt auf den Punkt, den wir vor lauter Inhalt gar nicht sehen. Also kann auch nicht so schnell eingesehen werden, was es mit der reinen Form auf sich haben könnte. „Die Antike war populär, weil naiv-körperhaft; das Abendland ist esoterisch, weil unpopulär.“ (Oswald Spengler, a.a.O. 1917, S. 419ff.). Aus der Form einen Inhalt machen heißt im übertragenen Sinne, daß die antik-punktuelle Form im abendländisch-unendlichen Raum leicht übersehen wird, weil er immer nur Einsicht in die relationalen Zahlen als Funktionen zuläßt. Den Inhalt zur Form machen zu wollen heißt dem entsprechend, aus dem antiken Punkt, wenn man ihn überhaupt gefunden hat, sogleich ins Unendliche zu zerlegen, so daß auch er förmlich zum wie auch immer vorgestellten Raum eines faustischen Abendländers werden kann. In der Antike gab es Inhalt nur insofern, als daß er eine Summe von Körpern darstellte. Dafür war er mächtig in Form. Im Abendland hingegen gab und gibt es Form nur so lange, wie man sie sucht und, falls gefunden, direkt zu einer Beziehung und einem Verhältnis in Raum und Zeit umfunktioniert. Die abendländische Kultur ist die energischste Art einer Inhaltsdynamik, während die antike Kultur die Zurückhaltung (epoch) gegenüber genau dieser Art repräsentiert und semantisiert. epoch geisterte durch alle Schriften der Antike und deshalb wahrscheinlich auch durch die gesamte Lebensart dieser statischen Kultur.

Zum Anfang des Skorpions
‹– Der 1. Weltkrieg, das Versailler Diktat (der Befehl zum 2. Weltkrieg) und die „Schuld“ –›

„Einer der kultiviertesten, zudem einflußreichsten us-amerikanischen Diplomaten des 20. Jahrhunderts, George Kennan, hat den Ersten - nicht den Zweiten!- Weltkrieg als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts sowie als Ursache des Niedergangs der »westlichen Kultur« bezeichnet, manch ein Historiker ist ihm gefolgt. (Kennan). Der Krieg allein kann das nicht bewirkt haben. .... So gibt es manch einen Grund zu vermuten, daß die Ursachen der Urkatastrophe weniger im Krieg ... als noch mehr in seinem Ende und damit in den Friedensverträgen zu suchen ist.“ (Franz Uhle-Wettler, Vorwort zu: Das Versailler Diktat, 1999, S. 5). „Es war die »Große Tragödie« des 20. Jahrhunderts, »The great seminal catastrophe of this century« (George F. Kennan), Europas Selbstzerstörung und Selbstentmachtung“ (Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 23). Und zur Vorgeschichte des 1. Weltkrieges bzw. zur Schuld am 1. Weltkrieg verweist Ehrhardt Bödecker mit George F. Kennan „auf die Brisanz“, auf die Absicht der Zermalmung, „die gerade dem französisch-russischen und englisch-russischen Militärbündnis für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges zukommt. Auf die große Bedeutung dieser Abkommen für die Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges hat der amerikanische Historiker und Diplomat George F. Kennan in seinem von der deutschen Geschichtswissenschaft leider wenig beachteten Buch »The Decline of Bismarck's European Order« hingewiesen. Seine Studien beruhen auf einem intensiven und gründlichen Studium der russischen und französischen Akten zur Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs. Am 1. August 1914 schrieb die englische Zeitung »Daily News«, die nicht zum deutschfeindlichen Harmsworth-Konzern (=> Northcliffe; HB) gehörte, daß es in Englands Hand läge, ob Europa von Blut überfließen solle. »Wir können den Frieden erhalten, wenn wir den Zaren wissen lassen, daß er seine Schlachten allein schlagen und die Folgen selber tragen muß. Wenn die englische Regierung das nicht tut, wird sie den schwersten Fluch der Menschheit auf sich laden.« Doch Grey wollte es anders. Die »Intimität« seiner Beziehungen zu Frankreich führte dazu, daß Poincaré mit dem englischen Bündnisversprechen im Gepäck den Russen bei seinem Besuch in St. Petersburg vom 20. bis 23. Juli 1914, also nur knapp vier Wochen nach dem Attentat von Sarajewo, die Zusicherung der englisch-französischen Bündnistreue im Konfliktfalle geben konnte. Erst 7 Jahre nach Kriegsende hat Grey seine Doppelzüngigkeit gegenüber Deutschland bezüglich einer angeblich möglichen britischen Neutralität angesichts der Dokumente, die von der englischen Regierung unter James Ramsay MacDonald in den 1920er Jahren veröffentlicht wurden, nicht mehr länger abstreiten können.“ (Ehrhardt Bödecker, ebd., 1998, S. 74-77). - „Serbischer Terrorismus und die Kriegseröffnung: „Die Verschwörer der »Schwarzen Hand« beschlossen im Sommer die Beseitigung des Erzherzogs (Franz Ferdinand; HB). Das Attentat sollte scharfe österreichische Maßnahmen veranlassen, diese die russische Mobilmachung hervorrufen und diese dann wiederum die deutsche Mobilmachung provozieren. Frankreich müßte hierauf reagieren (und England und dann die USA; HB). Der erhoffte große Konflikt wäre da. Es ist gespenstisch, alles verlief nach diesem Plan .... Neutrale Historiker und Völkerrechtler stellten 1927 fest: »Was für Gründe und Anlässe es auch waren, es bleibt die Tatsache, daß die alliierten Mächte sich um den Staat geschart haben, der Ausgangspunkt eines internationalen Verbrechens geworden ist, und daß sie das Verbrechen gegen Aufklärung und Strafe deckten, und daß sie Front gegen den Staat (Österreich) gemacht haben, der Opfer dieses Verbrechens geworden war.«“ (Ehrhardt Bödecker, ebd., 1998, S. 72). Also: Schuld am 1. Weltkrieg haben Serbien, Rußland, Frankreich, England und die USA (wenn auch letztere anfangs mehr indirekt als direkt), weil sie ihn mit Absicht herbeigeführt haben (vor allem Rußland, Frankreich, England und USA, da sie als Großmächte mehr Verantwortung tragen als die nur kleine Macht Serbien, die jedoch extrem terroristisch provozierte - wie das eben für so viele Kleine charakteristisch ist [siehe auch z.B. das Verhalten der kleinen Mächte Polen und CSR vonn 1919 bis 1939]), Schuld am Scheitern eines Verhandlungsfriedens, der Europa gerettet hätte, und damit Schuld am Versailler Diktat, das Europa zerstört hat, tragen USA, England, Frankreich und Rußland (extrem dumm verhielten sich dabei Rußland, Frankreich und England, weil sie sich an ihrer eigenen Zerstörung beteiligten, da sie Teil Europas sind [oder haben sie das etwa gar nicht gewußt?], und Europa wurde durch das Versailler Diktat zerstört und ermöglichte den USA ihren weiteren Aufstieg)! Sie haben den 1. Weltkrieg vorbereitet und, was noch viel kriegverbrecherischer und völkerrechtswidriger war, einen Verhandlungsfrieden verhindert. Weil die Schuld am Versailler Diktat bedeutender ist als die Schuld am Ausbruch des 1. Weltkrieges - denn mehr als der Krieg selbst war sein Ergebnis die Tragödie, war sein Ergebnis die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ bzw. die „Große Tragödie des 20. Jahrhunderts“, wirkte sein Ergebnis so zerstörerisch -, sind die Schuldigen auch eindeutig bestimmbar! Und: Ohne Berücksichtigung der Schuld am 1. Weltkrieg und noch mehr am Versailler Diktat ist über die Schuld am 2. Weltkrieg nicht zu urteilen! MehrMehr

Zur Schlüsselrolle der USA im Kampf gegen Deutschland - hier am Beispiel 1. Weltkrieg (1914-1918):
Für Rußland, England, Frankreich und alle anderen Alliierten zusammen konnte es gegen Deutschland nur eine Niederlage geben (das gilt für den 1. Weltkrieg wie für den 2. Weltkrieg), und nur mit den USA war für sie ein Sieg in möglicher Reichweite, allerdings auch nur dann, wenn sie von Anfang von den USA massiv materiell und finanziell und möglichst bald auch aktiv an allen Fronten unterstützt würden, d.h.: für sie war nur mit den USA ein Sieg möglich, für sie war mit den USA auch eine Niederlage möglich, doch für sie war ein Unentschieden, ein Remis-Frieden, ein Verständigungsfrieden, eben nur ohne die USA und keinesfalls mit den USA möglich. Und deshalb war das sowieso schon hohe Risiko für Europas Niedergang sogar noch höher. Es war ein viel zu hohes Risiko, auf das sie sich da eingelassen hatten. Nur für die USA war das Risiko nicht so hoch. Da die USA Europa besiegen wollten, mußten sie Europas größte Macht, nämlich die Weltmacht Deutschland besiegen, denn die USA griffen nach der Weltmacht, wollten also Deutschland mit allen Mitteln bekämpfen und vom Thron, von der Weltspitze stoßen (Mehr). „Nur Deutschland hätte die Kraft und die Fähigkeit gehabt, die sich in den letzten beiden Vorkriegsjahrzehnten anbahnende, über die Grenzen der Nationalstaaten hinausreichende europäische Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Technik auszubauen und voranzutreiben, womit der alte Kontinent sich unter Bewahrung seiner dominierenden Stellung gegenüber den neu entstehenden Zentren in Amerika und Asien hätte erfolgreich behaupten können.“ (Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 23-24).

„Vom ersten Tag der Kriegshandlungen an unterstützen die »neutralen« USA massiv die Ententemächte. In den ersten eineinhalb Jahren hatten die Lieferungen an Kriegsgütern der USA allein an England einen Wert von 2,3 Milliarden Dollar. Um welche Größenordnung es sich hierbei handelt, ergibt der Vergleich mit den jährlichen Rüstungsausgaben Englands vor dem Krieg: es waren im Durchschnitt der Jahre 1907 bis 1914 jährlich 340 Millionen Dollar. Die (us-)amerikanische Kriegshilfe betrug also am Anfang jährlich das Fünffache des englischen Rüstungsetats und steigerte sich auf das Zehnfache in den letzten Kriegsjahren. Insgesamt unterstützten die USA ihren Verbündeten England mit 11 Milliarden Dollar und wendeten selbst noch zusätzlich mehr als 20 Milliarden Dollar auf, eine ungeheure Summe im Vergleich mit den 750 Millionen Dollar des höchsten Vorkriegsbudgets der USA .... Der erste Präsident der berühmten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (heute Max-Planck-Gesellschaft) in Berlin Adolf von Harnack machte schon während des Krieges darauf aufmerksam, daß die (us-)amerikanischen »Weltverbesserer« alles im Überfluß lieferten und wahrscheinlich mehr (us-)amerikanische als englische, französische oder russische Kugeln die deutschen Soldaten durchbohrt hätten. England war von den USA bis zum Kriegsende total abhängig. Nach ihren anfänglichen Erfolgen an der Westfront wurden die deutschen Armeen von den Franzosen an der Marne aufgehalten. (Wäre dies nicht so gewesen, wäre schon jetzt [1914!] Deutschland Sieger des 1. Weltkrieges gewesen; HB). Es kam zu einem für beide Seiten verlustreichen Stellungskrieg. Von Februar bis Juli 1916 bestürmte die 5. deutsche Armee unter dem Oberbefehl des deutschen Kronprinzen in wechselvollen Kämpfen vergeblich die Festungsanlagen vor Verdun. Im Juni hielten die 2. und die 3. deutsche Armee unter General von Bülow und von Hausen dem Durchbruchsversuch der Briten in der Schlacht an der Somme stand. Bis auf ein geringes Eindrücken der deutschen Front gelang den Alliierten an der Somme kein Durchbruch.
Diese beiden Schlachten kosteten 1 695 000 Soldaten das Leben, eine schreckliche Bilanz des Todes:
Verdun:
360 000 Franzosen
335 000 Deutsche
Somme:
200 000 Franzosen
400 000 Briten
400 000 Deutsche
 960 000 Fr. & Br.  735 000 Deutsche
Warum haben die Politiker der Entente-Mächte nicht wenigstens jetzt, im Jahre 1916, im Interesse der Menschen und im Interesse Europas die Kraft zur Einsicht und Einkehr gehabt?  Ein länger dauernder Krieg war von keinem Lande erwartet worden, schon gar nicht von Rußland, das in blinder Überschätzung seiner Kräfte »den Tanz« eröffnet hatte. Während die Soldaten beider Seiten an der Somme und vor Verdun verbluteten, trafen sich die Politiker der Entente-Mächte im Sommer 1916 zu einer Wirtschaftskonferenz in Paris, um dort die Niederwerfung der deutschen Wirtschaft als verbindliches Kriegsziel zu beschließen. Sie einigten sich darauf, den Zugang der deutschen Wirtschaft zu den Weltrohstoffreserven zu kontrollieren und Deutschland auch nach dem Kriege militärisch und wirtschaftlich niederzuhalten. Es war ein Rückschritt in das Denken des 18. Jahrhunderts. In den von den Alliierten diktierten Friedensbedingungen in Versailles fand diese Vereinbarung ihren Niederschlag. Es fällt noch heute schwer, für den Fanatismus der englisch-französischen Politiker angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung Deutschlands für Europa auch nur ein Wort des Verständnisses zu finden. Von einem funktionierenden Weltwirtschaftssystem hatten sie keine Vorstellung (Mehr). Gerade England hatte große Wirtschaftsdenker wie Adam Smith oder David Hume hervorgebracht. Ein Blick in deren Werke hätte ihnen zeigen können, wie absurd ihre Politik zur Gestaltung der Nachkriegswirtschaft sowohl im nationalen wie im internationalen Rahmen war. So wünschte sich David Hume »als Mensch und als britischer Bürger« eine gesunde Wirtschaft in Deutschland und in Frankreich, mit dem sich England damals (1758) im Kriegszustand befand; denn Handel könne man nur mit blühenden Wirtschaften treiben, was den Wohlstand beider Handelspartner erhöhe. Auch Keynes war in England schon ein bekannter Nationalökonom. Er hat die Vereinbarungen auf der Pariser Wirtschaftskonferenz und die spätere Regelung des Versailler Vertrages aus wirtschaftlichen, moralischen und politischen Gründen auf das Schärfste verurteilt (Mehr).
USA verhinderten einen Verhandlungsfrieden:
Im Herbst 1916 hatte der (us-)amerikanische Präsiden Woodrow Wilson seinen Wahlkampf mit dem Versprechen, (US-)Amerika aus dem Krieg herauszuhalten, gewonnen. Jetzt erneuerte er seine schon seit 1915 bestehende Bereitschaft, von der indirekten zu einer direkten Kriegsbeteiligung der USA überzugehen. Die Engländer rechneten daher seit Dezember 1916 fest mit dem Kriegseintritt der USA. Der (us-)amerikanische Außenminister Robert Lansing hatte ihnen im Auftrag Wilsons, also knapp 6 Wochen nach Wilsons Wiederwahl zum Präsidenten am 21. Dezember 1916 einen »Wink« gegeben, daß (US-)Amerika nicht nur mit Subsidien, sondern auch aktiv in der Krieg eintreten werde. Der Präsident und seine engster Berater Lansing und Oberst House waren über die bedrohliche Lage Englands gut informiert, Charles Willian Eliot, der ehemalige Präsident der Harvard-Universität (1869-1909) und mit Wilson befreundet, benutzte seine Stellung und seine Eloquenz als Gelehrter, um Wilson von der Notwendigkeit des aktiven Kriegseintritts der USA zu überzeugen. Hinzu kam, daß auch die (us-)amerikanische Großwirtschaft nichts mehr fürchtete als eine Niederlage Englands, ihres Hauptschuldners. Der unter der Leitung des Senators Gerald P. Nye stehende Kongreßausschuß kam in den 1930er Jahren zu dem Ergebnis, die Beteiligung (US-)Amerikas am europäischen Krieg sei auf den Einfluß von Wirtschaftskreisen der Rüstungsindustrie, »den Kaufleuten des Todes«, zurückzuführen gewesen. Die drastische Wortwahl in dieser offiziellen Erklärung, 15 Jahre nach dem Ende des Mordens, entsprach durchaus der unbarmherzigen und aggressiven Mentalität der (us-)amerikanischen Führungsschicht, die von dem Briten Bertrand Russell (Freedom and Organization) in den 1930er Jahren gegeißelt wurde. Angesichts der bedrohlicher werdenden Lage des despotischen Bundesgenossen Rußland und der daraus folgenden Schwächung des Bündnisses wurde eine (us-)amerikanische Truppenentsendung nach Europa, um eine Niederlage Frankreichs und Englands zu vermeiden, unausweichlich. In der Gewißheit des (us-)amerikanischen Kriegseintritts lehnten Engländer und Franzosen Angebote oder Vermittlungsversuche zu Friedensverhandlungen ab, unbeschadet der Seite, von der sie unterbreitet wurden. Auch wenn Kausalität bei geschichtlichen Abläufen prinzipiell fragwürdig ist, hier kann sie nicht bestritten werden: Der Ruin Europas war eine unmittelbare Folge der Verweigerung von Friedensverhandlungen durch England und Frankreich, und diese Verweigerungshaltung wiederum war die unmittelbare Folge der (us-)amerikanischen Kriegsbeteiligung (Mehr). Am Ende des 20. Jahrhunderts kann man angesichts seines Verlaufs nur mit Verzweiflung und größter Traurigkeit an die nicht genutzten Möglichkeiten in den ersten Monaten des Jahres 1917 denken. Es gehört nicht viel Vorstellungskraft dazu, sich auszumalen, was geschehen wäre, wenn die europäischen Mächte unter dem Zwang der Kriegslage miteinander alle Fragen hätten behandeln müssen, die zu der unerträglichen Spannung im Vorkriegseuropa geführt hatten. Sie hätten die bisher aus Macht- und Prestigegründen verweigerten Gespräche nicht mehr ablehnen können, vermutlich auch nicht mehr ablehnen wollen. Eine große Chance wurde infolge der (us-)amerikanischen Kriegsbeteiligung nicht genutzt. Europa als gleichgewichtiges Machtzentrum neben den USA! Ein echtes globales Gleichgewicht - die Welt hätte heute ein anderes Gesicht. Statt dessen forderte der britische Premierminister, die USA im Rücken, in seinem berüchtigten Knock-out-Interview im September 1916, das »Germania esse delenda«: Deutschland muß zerstört werden. So neutral sich Wilson nach außen zu geben versuchte, er war nicht neutral, er wollte die Niederlage Deutschlands, das er nicht als gleichberechtigten Verhandlungspartner zu akzeptieren bereit war. Es ist daher nicht verwunderlich, daß Wilson in seiner Antwort an McCumber am 19.08.1919 im Weißen Haus zugegeben hat, daß er stets die Absicht gehabt habe, unter allen Umständen, also auch ohne den uneingeschränkten U-Boot-Einsatz, am Krieg gegen Deutschland teilzunehmen. Er habe, wie er Clemenceau 1919 eingestanden hat, Deutschland immer feindlich gegenübergestanden. Auf seinen ständigen Kriegswillen weisen auch Sigmund Freud (Freud) und W. C. Bullitt in ihrer psychologischen Studie über Wilson hin (Freud).
Kriegserklärung der USA an Deutschland war ein aggressiver Akt:
So wie die Explosion eines (us-)amerikanischen Kriegsschiffes in Havanna, die wahrscheinlich vom (us-)amerikanischen Geheimdienst inszeniert worden war, der Hearst- und Pulitzer-Presse zum Aufwiegeln der öffentlichen Meinung für den Krieg der USA gegen Spanien 1898 gedient hatte, so wurde jetzt der unbeschränkte deutsche U-Boot-Krieg von Wilson zum Vorwand genommen und zur Rechtfertigung gegenüber seinen Wählern für den Kriegseintritt der USA gegen Deutschland, obwohl die USA nirgendwo und nirgendwann von Deutschland bedroht worden waren. Die indirekte und mehr noch die direkte Beteiligung der USA am Krieg gegen Deutschland war ein aggressiver Akt von ungeheurer internationaler Brutalität. .... Bismarck hatte schon 1878 eine Vorahnung von der Gefährlichkeit der Regierungssysteme englischer oder (us-)amerikanischer Spielart: »Es werden die Redner sein, die durch ihre Beredsamkeit die große Masse für sich gewinnen, gegen sie wird kein Appell sein, das werden die erbarmungslosesten Tyrannen sein, die anderen aber ihre Knechte.« - Zwischen England und den USA bestanden auch keine Bündnisverträge, die den Kriegseintritt der USA etwa vertraglich erzwungen hätten. Im Herbst 1914 forderten (us-)amerikanische Bürger den Präsidenten Wilson auf, ein Waffenembargo zu verhängen und den Export von Kriegsartikeln nach Europa zu verbieten. Wilson lehnte am 14. Oktober 1914 ein solches Verbot ab, denn »Privatleute müßten ungehindert Sprengstoffe und Waffengerät versenden können, soviel und wohin sie wollen«. .... Sein Außenminister William Bryan forderte am 22. Februar 1915 einerseits die Engländer auf, die Hungerblockade gegen Deutschland aufzuheben und andererseits Deutschland, den U-Boot-Krieg einzustellen. Deutschland nahm den Vorschlag an, England lehnte ab. Als Bryan dem Präsidenten gegnüber Einspruch gegen die Einseitigkeit seiner Politik erhob und ihm vorhielt, seine Politik sei ein Bruch der von den USA allen kriegfühenden Staaten zugesagten Friedens- und Neutralitätspolitik, veranlaßte Wilson ihn zum Rücktritt, der am 9. Juni 1915 erfolgte. .... - Die allgemeine Kriegslage 1916/'17 und der innere Zustand der kriegführenden Mächte erlaubte als einzige Alternative zur Fortsetzung des Gemetzels nur einen Verständigungsfrieden. Bethmann Hollweg im Juni 1916: »Alle Regierungen sind ohne Bildung und Perspektive. Zum Verzweifeln. Nur eine klare Entscheidung kann die Macht der Lüge in allen Ländern durchbrechen. Auch bei uns Lüge, damit das Durchhalten des so weichen Volkes nicht erschwert wird. Bei den anderen aber noch mehr Lüge zu dem Zweck, die Regierungen zu halten. Da die Lage der anderen schlechter ist, muß dort noch mehr gelogen werden.« .... Ein Remis-Frieden lag in der Luft. Initiativen zu Friedensgeprächen gab es zahlreiche: Mit ihrem Friedensangebot vom Dezember 1916, das ernst gemeint war (Georges Henri Soutou), hatte die deutsche Reichsregierung offene Friedensgespräche erhofft. Es wurde abgelehnt. Hierfür war nach dem französischen Historiker Georges Henri Soutou die mangelnde Friedenbereitschaft der englischen und französischen Regierung verantwortlich. Man wird hinzufügen können, auch die Weigerung der (us-)amerikanischen Regierung. Das »Vermittlungsangebot« des (us-)amerikanischen Präsidenten, der sich praktisch schon im Krieg gegen Deutschland befand, in seiner Erklärung vom 20.12.1916 und die Wiederholung in seiner Rede vom 22. Januar 1917 waren nur eine Reaktion auf das deutsche Friedensangebot, es sollte nach Vermutungen einiger Historiker zur Vorbereitung und Rechtfertigung des am 6. April 1917 erklärten Kriegseintritts der Vereinigten Staaten dienen. Wie erwartet, wurde das (us-)amerikanische Angebot von den westlichen Verbündeten erneut abgelehnt, wie schon vorher die Friedensfühler Wilsons im Jahre 1915. Die österreichischen Friedensfühler, die keinen Separatfrieden zum Ziel hatten, sondern realistische Angebote im Sinne traditioneller Kabinettspolitik enthielten, die päpstlichen Friedensaktionen und letztlich das Friedensangebot des Deutschen Reichstags vom Juli 1917 sind neben vielen anderen indirekten Friedensbemühungen, die von deutschen Diplomaten ausgegangen sind, als ernsthafte Versuche zu bewerten, ein gleichberechtigtes Gespräch über Friedensbedingungen zustande zu bringen. Alle Menschen sehnten sich nach Frieden. Europa hatte seine letzte Chance. Ein Frieden ohne Gesichtsverlust, ohne Demütigung und ohne Behinderung der Lebensgrundlagen des Kontinents wäre zu diesem Zeitpunkt zu erzielen gewesen. Angesichts der Kriegslage gab es für die europäischen Mächte keinen anderen Ausweg, als sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Jedoch ein Verhandlungsfrieden ohne vorherige Niederwerfung des Deutschen Reiches lag nach Ansicht Wilsons und seiner Kamarilla weder im Interesse Englands noch im Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika, außerdem wäre Wilson mit einem Verhandlungsfrieden nicht in der Lage gewesen, den »Frieden« nach seinen Vorstellungen und den Interessen der USA zu diktieren - ein wichtiges Anliegen Wilsons.
Völkerhaßals Mittel der (us-)amerikanischen und englischen Kriegführung:
Die feindliche Stimmung der Mehrheit des Foreign Office, die von Nicolson, Crowe und auch Grey repräsentiert wurde und die sich in den Stellungnahmen, Memoranden und Briefen aus ihrer Feder feststellen läßt, wurde in der öffentlichen Meinungsbildung durch die englische Presse zustimmend begleitet. Erst nach dem Kriege gingen den Europäern die Augen auf: »Die Wissenschaft hat eine harte Aufgabe damit, die Völker von den fluchwürdigen Folgen ihrer Kriegspropaganda zu befreien, von allem ihrem Haß und allen ihren Lügen«, stellten Steinmetz (Amsterdam) und Högstedt (Stockholm) nach dem Ende des Krieges fest. England beherrschte mit dem Besitz der meisten Überseekabel (Überseekabel) und der größten Nachrichtenagentur Reuter auch die öffentliche Meinung der Weltpresse. .... England organisierte nicht nur die Bündnissysteme gegen Deutschland, sondern entfachte ein Propagandafeuer voller Haß und Lügen, wie es die Weltgeschichte bis dahin im Umgang unter Nationen, auch unter kriegführenden Nationen, noch nicht erlebt hatte.
USA retteten England vor einer Niederlage:
Nur durch das »Wunder« des (us-)amerikanischen Kriegseintritts konnte England, wie Churchill später bemerkte, nach der Eröffnung des unbeschränkten U-Boot-Krieges durch die deutsche Reichsregierung gerettet werden. .... Der Angriff deutscher Unterseeboote auf Schiffe in dem zur Sperrzone erklärten Seegebiet löste ähnliche Wirkungen in England aus wie umgekehrt die englische Blockade in Deutschland. Nach dem Bericht des (us-)amerikanischen Admirals William S. Sims, der sich im April 1917 im Auftrag Wilsons in England aufhielt, waren die Folgen katastrophal. Admiral Jellicoe sah sie als kriegsentscheidend an, wenn keine wirksamen Mittel gegen die Boote gefunden werden. Hieraus folgt, daß die Unterstützung Englands durch die »neutralen« Vereinigten Staaten kriegsentscheidende Bedeutung hatte. Wie weit England von der Hilfe der USA abhing, wurde deutlich, als nach Eröffnung des U-Boot-Krieges große Teile der gewohnten Lieferungen dramatisch ausblieben und damit für England eine äußerst prekäre Lage entstand. Die (us-)amerikanischen Lieferungen hatten inzwischen mehr als 60% der Einfuhren erreicht, der Anteil der Lieferung an Kriegsmaterial lag wesentlich darüber. Weiterhin wird deutlich, daß die Einschätzung der deutschen Admiralität hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung des U-Boot-Krieges zwar zutreffend war, aber die Rolle der USA bei der Bekämpfung der deutschen U-Boote unterschätzt wurde. Nur dank des gewaltigen Potentials der Vereinigten Staaten konnte das System der Geleitzüge installiert werden, das von den deutschen Booten nicht nachhaltig gestört werden konnte. Die Bemerkung des deutschen Generalstabschefs Paul von Hindenburg in der Besprechung vom 9. Januar 1917, mit der Hilfe der USA »werde man schon fertig«, zeigte eine erschreckende Unkenntnis von dem Umfang der (us-)amerikanischen Unterstützung und der Bedeutung der USA für das alliierte Bündnissystem. Viel hat sich hierin in der deutschen Kriegsliteratur seitdem nicht geändert. Sollte die deutsche Heeresleitung wirklich nicht gewußt haben, daß England schon seit Beginn des Krieges am (us-)amerikanischen Tropf hing?“ (Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 77-89, 91-94, 99-101).

Das Ziel der USA war, und zwar auch schon zu Beginn des 1. Weltkrieges, den Konkurrenten Deutschland, und mit Deutschland war ganz Europa - weil von Deutschland abhängig - gemeint, zu vernichten. Daß also letztendlich auch England, Frankreich, Rußland und alle anderen mit den USA Verbündeten in Europa zwar nicht kriegspolitisch, aber eben doch wirtschaftlich ebenfalls vernichtet werden sollten, haben die Engländer, Franzosen, Russen und alle anderen mit den USA verbündeten Europäer überhaupt nicht begriffen. Sie waren (und sind - das zeigt z.B. auch die heutige EU-Politik deutlich) dazu zu dumm ! Das weiß auch Ehrhardt Bödecker.
„Die Vernichtung des Deutschen Reiches als Kriegsziel Englands und der USA:
Auf der Gewißheit des (us-)amerikanischen Kriegseintritts beruhte die Weigerung Englands und Frankreichs, Friedengespräche mit dem Deutschen Reich aufzunehmen und auf die deutsche Friedensnote vom Dezember 1916 einzugehen .... Wenn das Ziel Wilsons wirklich der Frieden gewesen wäre, hätte er allein durch Reduzierung der (us-)amerikanischen Lieferungen die englische Bereitschaft zu Gesprächen mit dem Deutschen Reich fördern können. Diese Überlegung haben, worauf Freud und Bullitt in ihrer psychologischen Studie über Wilson hinweisen (Freud), House und Wilson im Sommer 1915 tatsächlich angestellt, aber verworfen, weil Wilson nicht wollte, daß England, das er liebte, Deutschland gegenüber Nachteile erleiden sollte. Hinzu kam, daß Wilson die an den Waffenlieferungen gut verdienende (us-)amerikanische Wirtschaft nicht erzürnen wollte. Tatsächlich hatten die USA nur an einer Schwächung Europas Interesse, und diese Schwächung setzte die Niederlage Deutschlands voraus. Der Krieg hatte als europäischer Krieg begonnen, man könnte, wenn man die massiven Kriegslieferungen der (US-)Amerikaner (und die Tatsache, daß auf allen Kontinenten der Welt gekämpft wurde! HB) außer Betracht läßt, sogar von einem europäischen Bürgerkrieg sprechen. Er wurde nur durch die Einmischung der USA zum Weltkrieg. Mit ihrer unter dem Mantel der Proklamationen von Demokratie und Selbstbestimmung verdeckten Machtpolitik dehnten die USA jetzt ihren Einfluß auf ganz Europa aus, nachdem sie den Norden und den Süden des amerikanischen Kontinents bereits direkt oder indirekt unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Schon wenige Jahre nach Kriegsende begannen die Engländer die (us-)amerikanische Wirtschaftsexpansion in den arabischen Ländern und in ihren anderen Einflußgebieten zu spüren. Es nützte ihnen nichts, ihr Imponiergehabe als Kolonialmacht weiterzuspielen, ihre Weltmachtrolle ging dem Ende entgegen. Als die Deutsche Bank nach dem Kriege mit größter Zurückhaltung und Vorsicht Ölrechte in Rumänien erwerben wollte, standen die (US-)Amerikaner bereits in der Tür. Hierin zeigten sich die außerordentliche Aggressivität der maßgebenden (us-)amerikanischen Wirtschaftskreise und ihr Einfluß auf die Regierung sehr deutlich. .... - »Der menschlichste Krieg ist der kürzeste Krieg« war ein bedeutrender Satz von Moltke. Wilson tat genau das Gegenteil. Mit seiner Politik verlängerte er den Krieg. Er war damit für viele weitere Millionen von Toten und letztendlich für den Niedergang Europas verantwortlich.“ (Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 101-105).

„Die Deutschen waren nicht Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Ihre einzige Schuld war es, erfolgreich zu sein.“
(Benjamin Freedman).

Interessant sind auch die Aussagen von Benjamin Freedman: „Hier in den Vereinigten Staaten kontrollieren Juden und Zionisten (genauer: Khasaren KhasarenKhasaren Khasaren) alle Bereiche unserer Regierung. Sie herrschen in den USA, als wären sie die absoluten Monarchen dieses Landes. Sie mögen einwenden, dies sei eine recht kühne Behauptung. Doch ich werde Ihnen erläutern, was so alles passiert ist, während Ihr, nein, während wir alle schliefen. Der Erste Weltkrieg brach im Sommer 1914 aus. Einige in meinem Alter werden sich daran noch erinnern. Dieser Krieg wurde auf der einen Seite von England, Frankreich und Rußland und auf der anderen Seite von Deutschland, Österreich-Ungarn und der Türkei geführt. Innerhalb von zwei Jahren gewann Deutschland diesen Krieg, nicht nur nominell, sondern tatsächlich. Die bis dahin unbekannten deutschen U-Boote vernichteten so gut wie alle alliierten Kriegsschiffe auf dem Atlantik. Großbritanniens Munition und Lebensmittel gingen zur Neige. Der Nachschub reichte gerade mal für eine Woche, danach drohte eine Hungersnot. Zur gleichen Zeit meuterte die französische Armee; sie hatten 600 000 blühende junge Leben bei der Verteidigung von Verdun verloren. Die russische Armee zog sich fluchtartig zurück. Sie sammelten ihr Spielzeug ein und gingen nach Hause; sie wollten nicht mehr Krieg spielen. Auch die italienische Armee kollabierte. In Deutschland fiel bis dahin kein einziger Schuß und kein einziger Kriegsgegner hatte deutschen Boden betreten. Dennoch bot Deutschland England den Frieden an. Einen Frieden, den Juristen »status quo ante« nennen, was so viel bedeutet wie: »Laßt uns den Krieg beenden, und alles soll so sein wie vor dem Krieg.« England zog dies im Sommer 1916 ernsthaft in Erwägung. Sie hatten keine andere Wahl. Sie konnten entweder das großzügige Friedensangebot Deutschlands annehmen oder den Krieg bis zur vollständigen Niederlage fortführen. Doch dann wandten sich deutsche Zionisten an das britische Kriegsministerium und sagten: »Seht her, ihr könnt diesen Krieg doch noch gewinnen, ihr dürft nicht aufgeben. Ihr braucht auf das deutsche Friedensangebot nicht einzugehen. Wenn die USA als eure Verbündeten in den Krieg eintreten, könnt ihr diesen Krieg gewinnen.«
Ich habe dies sehr verkürzt wiedergegeben, aber ich kann das eben Gesagte anhand von Dokumenten nachweisen, falls es jemanden genauer interessieren sollte. Außerdem sagten die Zionisten zu England: »Wir bringen die USA als euren Verbündeten in den Krieg, wenn ihr uns versprecht, daß wir nach dem Krieg Palästina bekommen.« England hatte das gleiche Recht, irgend jemandem Palästina zu versprechen wie Amerika das Recht hätte, den Iren - aus welchen Gründen auch immer - Japan zu versprechen.
Es war absolut absurd, daß Großbritannien, das keine Interessen und auch keine Verbindungen zu Palästina hatte, dieses Land als Gegenleistung für den Kriegseintritt der USA anbot. Dennoch gaben sie dieses Versprechen im Oktober 1916. Kurz darauf - ich weiß nicht, wie viele sich noch daran erinnern - traten die USA, die bis dahin fast vollständig pro-deutsch waren, als Verbündete Großbritanniens in den Krieg ein. Bis dahin waren die Vereinigten Staaten pro-deutsch. Auch die amerikanischen Juden waren pro-deutsch, weil viele von ihnen aus Deutschland stammten. Sie wollten, daß Deutschland den Zaren besiegt. Die Juden haßten den Zaren, sie wollten nicht, daß Rußland den Krieg gewinnt. Jüdische Bankiers wie Kuhn-Loeb und andere Großbanken weigerten sich, England und Frankreich auch nur mit einem Dollar zu unterstützen. Aber ... sie wollten, daß Deutschland den Krieg gewinnt und daß das zaristische Regime untergeht. Doch diese gleichen Juden ließen sich plötzlich auf einen Handel mit England ein, als sie die Möglichkeit sahen, Palästina zu bekommen. Auf einmal veränderte sich in den USA alles, wie eine Ampel, die von rot auf grün schaltet. Alle Zeitungen, die bis eben noch pro-deutsch waren, schwenkten um. Es wurde plötzlich behauptet, die Deutschen seien böse, sie seien Hunnen, Barbaren usw.. Die Deutschen würden Rot-Kreuz-Schwestern erschießen und kleinen Babies die Hände abhacken. Nun telegrafierten die Zionisten aus London an ihren Gewährsmann in den USA, Richter Brandeis: »Wir bekommen von England was wir wollen. Bearbeiten sie Präsident Wilson. Bringen sie Präsident Wilson dazu, in den Krieg einzutreten.« Kurz darauf erklärte Präsident Wilson Deutschland den Krieg. Auf diese Weise traten die USA in den Krieg ein. Doch es gab absolut keinen Grund, diesen Krieg zu unserem zu machen. Wir wurden hineingetrieben, nur damit die Zionisten ihr Palästina bekommen. Das ist etwas, was den Bürgern dieses Landes noch nicht erzählt wurde. Sie wissen bis heute nicht, warum wir in den Ersten Weltkrieg eingetreten sind. Nach dem Kriegseintritt der USA gingen die Zionisten nach London und sagten: »Wir haben unseren Teil der Abmachung erfüllt, jetzt seid ihr dran. Wir sollten schriftlich festhalten, daß uns Palästina zusteht, falls ihr den Krieg gewinnt.« Die Zionisten wußten ja nicht, ob der Krieg noch ein, zwei oder zehn Jahre dauern würde. Deshalb wollten sie ihre Abmachung mit der englischen Regierung schriftlich festhalten. Das Schriftstück wurde in Form eines Briefes verfaßt, der verschlüsselt formuliert wurde, so daß die Allgemeinheit nicht genau wissen konnte, was dahintersteckt. Dieses Schriftstück ist heute als die Balfour-Erklärung (Balfour-Erklärung Balfour-Erklärung Balfour-Erklärung Balfour-Erklärung) bekannt. Die Balfour-Erklärung war Englands Versprechen an die Zionisten, daß sie als Gegenleistung für den von ihnen herbeigeführten Kriegseintritt der USA Palästina erhalten würden. Damit begann der ganze Ärger. Die USA traten in den Krieg ein, was bekanntlich zur Niederlage Deutschlands führte. Was danach passierte, wissen Sie ja. Nach Kriegsende kam es 1919 zur Versailler Friedenskonferenz. Auf dieser Konferenz nahm auch eine Delegation von insgesamt 117 Juden teil, welche von Bernard Baruch angeführt wurde. Woher ich das weiß? Nun, ich sollte es wissen, denn ich war damals auch in Versailles. Als man auf dieser Konferenz gerade dabei war, Deutschland zu zerstückeln und Europa neu aufzuteilen, sagten die Juden: »Wir wollen Palästina für uns.« Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, zeigten sie den Teilnehmern die Balfour-Erklärung.
Die Deutschen erfuhren erst hier in Versailles von der Abmachung zwischen den Zionisten und den Engländern. Erst in Versailles erfuhren die Deutschen, warum Amerika in den Krieg eingetreten war. Die Deutschen erkannten, daß sie den Krieg nur deshalb verloren hatten, weil die Zionisten Palästina um jeden Preis für sich haben wollten. Zu allem Überfluß wurden die Deutschen auch noch mit irrsinnigen Reparationsforderungen konfrontiert. Als sie diese Zusammenhänge erkannten, nahmen sie es den Juden verständlicherweise sehr übel. Bis dahin ging es den Juden in keinem Land der Welt besser als in Deutschland. .... Keine Frage, den Juden ging es damals sehr gut in Deutschland. Doch die Deutschen empfanden es als einen schändlichen Verrat, daß die Juden hinter ihrem Rücken dafür sorgten, daß die USA gegen Deutschland in den Krieg eintraten. Die Deutschen waren bis dahin den Juden gegenüber sehr tolerant. Als 1905 die erste kommunistische Revolution in Rußland scheiterte und die Juden aus Rußland fliehen mußten, gingen sie alle nach Deutschland. Deutschland bot ihnen allen eine sichere Zuflucht. Sie wurden sehr gut behandelt. Doch sie haben Deutschland verraten und verkauft, und zwar aus einem einzigen Grund: Sie wollten Palästina als ihre Heimstätte haben. Kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges räumte der Zionistenfürher Nahum Sokolov ein, daß der Antisemitismus in Deutschland daher rührte, daß die Juden den Kriegseintritt der USA herbeiführten, was letztendlich zur Niederlage Deutschlands führte. Auch viele andere Zionisten gaben dies offen zu. Von 1919 bis 1923 schrieben sie es für jedermann nachlesbar immer wieder in ihren Zeitungen. Es war nicht so, daß die Deutschen 1919 plötzlich feststellten, daß jüdisches Blut besser schmeckt als Coca-Cola oder Münchner Bier. Es gab keine Anfeindungen nur weil die Juden einen anderen Glauben hatten. Damals interessierte sich in Deutschland niemand dafür, ob ein Jude abends nach Hause ging und »Shema Yisroel« oder das »Vaterunser« betete - nicht mehr und nicht weniger als hier in den USA. Der Antisemitismus, der später hochkam, war einzig und alleine darauf zurückzuführen, daß die Deutschen den Juden die Schuld für den verlorenen Krieg gaben. Die Deutschen waren nicht Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Ihre einzige Schuld war es, erfolgreich zu sein. Sie bauten ihre Marine aus. Sie bauten ihre Handelsbeziehungen mit der ganzen Welt aus. Sie müssen wissen, daß Deutschland noch zu Zeiten der französischen Revolution aus über 300 Stadtstaaten, Grafschaften, Fürstentümern usw. bestand. Von der Zeit Napoleons bis zu der Zeit, als Bismarck Kanzler war, also in nur 50 Jahren, wurde Deutschland zu einem einzigen Staat und zu einer der wichtigsten Weltmächte. Die deutsche Marine wurde fast so mächtig wie die britische. Die Deutschen unterhielten Handelsbeziehungen mit der ganzen Welt. Sie waren in der Lage, qualitativ hochwertige Produkte zu absolut konkurrenzlosen Preisen anzubieten. Aus diesem Grund verschworen sich England, Frankreich und Rußland gegen Deutschland. Sie wollten Deutschland zerschlagen. Es gibt heute keinen Historiker, der einen anderen nachvollziehbaren Grund benennen könnte, warum diese drei Länder sonst beschlossen hätten, Deutschland von der politischen Landkarte zu tilgen. Im Winter 1918/1919 versuchten die Kommunisten, die Macht in Deutschland an sich zu reißen. Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und eine Gruppe weiterer Juden übernahmen für kurze Zeit die Regierung. Der Kaiser floh nach Holland, weil er befürchtete, ihm würde das gleiche Schicksal widerfahren wie kurz zuvor dem russischen Zaren. Damals hatte Deutschland ca. 80 Millionen Einwohner, davon waren gerade mal 460 000 Juden. ....“ (Benjamin Freedman ). Freedman

Schuld am 1. Weltkrieg haben Serbien, Rußland, Frankreich, England sowie - im Sinne der Verhinderung eines Verständigungsfriedens - die USA (Schuld am 1. Weltkrieg) und insbesondere die „Zionisten“ (Zionisten), die England, Frankreich, Rußland, Italien u.a. das Ausharren bis zum Kriegseintritt der USA nahelegten, dadurch also eine Wende des schon verlorenen Weltkrieges in Aussicht stellten , im Gegenzug die Schaffung eines Judenstaates in Palästina garantiert haben wollten und, weil das auch geschah (siehe: Balfour-Erklärung Balfour-ErklärungBalfour-Erklärung Balfour-Erklärung Balfour-Erklärung Balfour-Erklärung), sie dadurch zum zweiten Mal und sich selbst zum ersten Mal schuldig machten. Außerdem: „»Der französische Revanchegedanke« sowie Haß und Neid (Neid), wie sie von Woodrow Wilson verkörpert wurden, haben zu Hitler geführt. Diese Ansicht vertrat Bertrand Russel schon im Jahre 1934 in seinem Buch »Freedom and Organization«. .... Der Teilnahme der USA am Krieg gegen Deutschland und der Uneinsichtigkeit und dem Haß von Franzosen und Engländern verdankt Europa seinen Niedergang.“ (Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 134-135, 139).

Die US-Amerikaner waren von Anfang am 1. Weltkrieg beteiligt, unterstützten massiv ihre Verbündeten, die ohne die USA diesen Krieg vielleicht besser gar nicht erst begonnen hätten, weil sie Deutschland viel zu sehr unterlegen waren, also gegen Deutschland keine Chance hatten und den Krieg sofort (noch 1914!) verloren hätten. Die US-Amerikaner „tragen daher an dem Unglück Europas im 20. Jahrhundert wissend oder unwissend kollektive Verantwortung, zu der sie nicht stehen. Wer sollte sie zur Rechenschaft ziehen?  Historiker, Journalisten und Schulbuchautoren in den USA verweigern eine Aufarbeitung dieser historischen Schuld. Wilson, seine Berater und Anhänger waren Anstifter und Produkte einer demagogischen Massenverführung, die nur oder auch in einem demokratisch-parlamentarischen System möglich ist. Diese Erkenntnis war für die durch Aufklärung und Humanismus zivilisierte Welt Europas im beginnenden 20. Jahrhundert die erste und entscheidende Desillusionierung der demokratischen Ideale .... Aus der anglo-amerikanischen Überheblichkeit, die im Puritanismus Oliver Cromwells ihre Wurzeln hat, »God’s own country« oder »God’s own people« zu sein, sowie in der Überschätzung der sogenannten »englischen Rasse« als der romanischen und slawischen Völkern überlegenen Vertreterin des Menschentums (George Eliot), erwuchs die Idee von der Überlegenheit der »germanischen Rasse«. Zu ihren Vätern gehörte unter anderem auch Houston Stewart Chamberlain (1855-1927), der in seiner Zeit vielgelesene englische Kulturphilosoph .... Er war Wagnerianer. Hitler veehrte ihn. In seinem Buch »Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts« betonte er den überragenden Anteil der »germanischen Rasse« an der europäischen Kultur.“ (Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 139-140).

„Die Verfolgung ihrer eigensüchtigen Ziele, die sie in Verkennung ihrer nationalen Interessen in der Zerstörung Deutschlands sahen, dieser »großen Kulturnation« im Herzen Europas, wurde von den USA selbstgefällig … gerechtfertigt. In ihrem zerstörerischen Haß auf das Deutsche Reich setzte die (us-)amerikanische Führungsschicht ihre Erfahrungen und ihr Urteilsvermögen außer Kraft, sie vergaß die guten Beziehungen zu Deutschland vor dem Krieg und ihre Hochachtung gegenüber seinen Einrichtungen. Wiederholt sich Geschichte ?  Immer gelang es in den vergangenen Jahrhunderten, Menschen unter Berufung auf eine höhere Moral, auf den »wahren« Glauben zu fanatisieren und zu unbegreiflichen Gewalttätigkeiten zu verleiten. Spätestens mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde diese Art der Auseinandersetzung unter Staaten völkerrechtlich geächtet. Aber mit der französischen Revolution und dann endgültig mit Wilson kehrte der »Religionskrieg« in die Auseinandersetzung unter Völkern zurück. Ideologische Glaubensbekenntnisse auf der einen Seite - es war die oktroyierte allgemeine Überzeugung, die Wahrheit zu besitzen - und die moralische Verunglimpfung des Gegners auf der anderen Seite fanatisierten die Menschen erneut zu abscheulicher Hartherzigkeit nicht nur gegenüber anderen, sondern auch sich selbst gegenüber bis zum eigenen Opfer: »make the people drunk with a spirit of self-sacrifice«. Bei dem Charakter des Nationalsozialismus verwundert es nicht, daß sich Hitler und seine Anhänger ebenfalls dieser Methode bedienten. Deutschland war nicht nur der gedemütigte Verlierer, sondern auch eingezwängt zwischen den Unfehlbarkeitsanmaßungen der Bolschewisten und Anglo-Amerikaner - ein bis zum Ende unseres Jahrhunderts fortdauernder Zustand. Mit ihrer Selbstgerechtigkeit und ihrem »selbstverbrieften Gottesgnadentum« haben die Anglo-Amerikaner die Welt blind gemacht für das Unrecht, das sie nicht nur dem 2. Deutschen Kaiserreich, sondern auch vielen anderen Völkern angetan haben. Der Umgang unter Nationen, Nationalitäten, rassischen und politischen Gruppierungen hat sich durch die »religiöse« und moralisierende Auseinandersetzung im Ersten Weltkrieg grundlegend verändert. Keiner hörte mehr auf die Erkenntnis des preußischen Philosophen Immanuel Kant, die er aus der Schreckensherrschaft der »französischen Revolution« gezogen hatte, daß der fanaitische Glaube immer ein Übel sei. Er postulierte daher die Pflicht, sich dem moralisierenden Fanatismus und Überlegenheitsdünkel stets zu widersetzen. Ethisch zu verurteilen sei der Versuch von Staaten oder Personen, ihren Glauben anderen aufzwingen zu wollen. - Als der französische Außenminister Jules Favre im französisch-deutschen Krieg 1870/’71 persönlich bei dem Kommandierenden des 6. preußischen Armeekorps, General von Tümpling, um ein Gespräch mit Bismarck nachsuchte, gab von Tümpling ein Essen für Favre, der auf die deutschen Teilnehmer einen ausgezeichneten und achtunggebietenden Eindruck gemacht hat. Favre wiederum anerkannte die feine und ungezwungene Weise, mit der er von seinen deutschen Gegnern empfangen worden war. Nach der Verabschiedung Favres sagte von Tümpling zu seinen Offizieren: »Meine Herren, man ehrt sich selbst am meisten dadurch, daß man seine Feinde mit Achtung behandelt.« Auf den Brief, mit dem Favre um das Gespräch mit Bismarck gebeten hatte, antwortete Bismarck:
»Ich habe das Schreiben erhalten, welches Ew. Exzellenz die Gefälligkeit gehabt hat, an mich zu richten, und es wird mir außerordentlich angenehm sein, wenn Sie mir die Ehre erzeigen wollten, mich morgen hier in Meaux zu besuchen. Der Überbringer dieses Schreibens, Prinz Biron, wird darüber wachen, daß Ew. Exzellenz durch unsere Truppen hindurchgeführt werden. Ich habe die Ehre, zu sein mit aller Hochachtung Ew. Exzellenz sehr gehorsamer Diener.«
v. Bismarck
Welch ein Unterschied zu der demütigenden Behandlung der deutschen Verhandlungsdelegation in Versailles durch (US-)Amerikaner, Engländer und Franzosen. Gemeinsam mit ihren zaristischen Verbündeten Rußland hatten sie eine Haßlawine losgetreten, die Europa unter sich begraben hat. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es englische Konzentrationslager. Es war ein Engländer, Lord Kitchener, der als Oberbefehlshaber der britischen Armee im Burenkrieg 1901 diesen Begriff in seiner ideologischen Bedeutung überhaupt erst in die Welt gesetzt hat, indem er mit dem Ziel systematischer Vernichtung seiner Gegner die rücksichtslose flächendeckende Internierung der gesamten gegnerischen Zivilbevölkerung in Konzentrationslagern befahl, in denen später Zehntausende von Frauen und Kindern umgekommen sind. Sklavenhaltung und Rassendiskriminierung im größten Umfange sind wiederum Teil der (us-)amerikanischen Geschichte. An Verbannung und Arbeitslager war die russische Bevölkerung gewöhnt, sie gehörten zum zaristischen Unterdrückungsapparat. Preußische Arbeitslager und Sklavenhaltung dagegen oder womöglich Konzentrationslager im kaiserlichen Deutschen Reich wären ein undenkbarer Widerspruch zur preußischen Staatsidee gewesen: eine »contradictio in adjecto«.“ (Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 140-143).

„Nachtrag: In A 1080 APPENDIX TO THE CONGRESSIONAL RECORD (1941) wird von US-Senator Rush D. Holt ein Brief zitiert, den Winston Churchill im Jahre 1936 an Mr. William Griffin, den Herausgeber und Verleger der Zeitung »New York Enquirer«, gerichtet habe. Darin habe Churchill ausgeführt: »America’s entrance into the war was disastrous not only for your country but for the Allies as well, because had you stayed at horne and minded your own business we would have made peace with the Central Powers in the spring of 1917, and then there would have been no collapse in Russia, followed by communism; no break-down in Italy, followed by fascism; and Nazism would not at present be enthroned in Germany.« (Amerikas Kriegseintritt war verheerend nicht nur für die USA, sondern auch für die Allierten, denn wären die USA zu Hause geblieben und hätten sich um ihre eigenen Angelegenheiten gekümmert, wir (die Alliierten) hätten im Frühjahr 1917 mit den Mittelmächten Frieden geschlossen. Es wäre nicht zum Kollaps in Rußland gekommen mit dem nachfolgenden Kommunismus, kein Zusammenbruch in Italien mit dem nachfolgenden Faschismus; und der Nazismus würde jetzt nicht in Deutschland an die Regierung gekommen sein.).“ (Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 144).

„Der Ausgangspunkt der nationalsozialistischen Bewegung ist nicht München, sondern Versailles.“
(Theodor Heuss).

Es ist heute weitgehend vergessen, daß sich nach dem 1. Weltkrieg eine internationale revisionistische Schule in der Geschichtswissenschaft bildete, welche die im Versailler Vertrag (Diktat! Versailler DiktatVersailler Diktat) postulierte Alleinschuld Deutschlands und Österreich-Ungarns widerlegte und stattdesen Serbien, Rußland und Frankreich die Hauptschuld am 1. Weltkrieg zuwies!

Zu dieser internationalen revisionsitischen Schule, die Anfang der 1920er Jahre die Hauptschuld am 1. Weltkrieg Serbien, Rußland und Frankreich zuwies und die im Versailler Vertrag (Diktat! Versailler DiktatVersailler Diktat) postulierte Alleinschuld Deutschlands und Österreich-Ungarns widerlegte, gehörten neben deutschen und französischen Historikern u.a. auch zwei us-amerikanische Historiker, nämlich Harry Elmer Barnes und Sidney Bradshaw Fay. Ihre Bücher wurden sofort ins Deutsche übersetzt und zählen bis heute zu den besten, die über den Beginn des 1. Weltkrieges geschrieben worden sind. Die revisionistische Geschichtschreibung erwies sich dabei der ihrer Gegner als weit überlegen - sie bezog die umfangreichen Dokument-Veröffentlichungen der 1920er Jahre mit ein und berücksichtigte konsequent die Politik aller damals beteilgten Mächte. – „Das Odium der Schuld hat Deutschland ... in einem ... diktierten Frieden auf sich nehmen müssen. Dafür hat Europa ein zweites Mal bitter bezahlt. Nur Deutschland hätte die Kraft und die Fähigkeit gehabt, die sich in den letzten beiden Vorkriegsjahrzehnten anbahnende, über die Grenzen der Nationalstaaten hinausreichende europäische Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Technik auszubauen und voranzutreiben, womit der alte Kontinent sich unter Bewahrung seiner dominierenden Stellung gegenüber den neu entstehenden Zentren in Amerika und Asien hätte erfolgreich behaupten können.“ (Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 23-24). Weil auch dies durch das von den USA erst ermöglichte Versailler Diktat verhindert wurde, konnten die USA sich mehr und mehr durchsetzen und ab 1945, spätestens aber ab den 1960er Jahren die Rolle Deutschlands übernehmen - mit dem Unterschied, daß sie im Gegensatz zu Deutschland Europa nicht einigten, sondern, und zwar mit Hilfe der Engländer und Russen (Sowjets), spalteten. Ohne das Eingreifen der USA hätte Deutschland beide Weltkriege gewonnen, denn Deutschlands Gegner waren ohne die USA zu schwach. „Die Hauptschuld an dem ganzen Elend, das Deutschland im 20. Jahrhundert widerfahren ist, tragen die Vereinigten Staaten. Warum ist Amerika 1917 in den Krieg gegen Deutschland eingetreten? (Kriegseintritt der USA). Die europäischen kriegführenden Großmächte (und unter ihnen vor allem die Kriegsgegner Deutschlands; HB) waren nahezu am Ende. In dieser Situation hätten die Vereinigten Staaten kraft ihres Gewichtes die Europäer zwingen können, einen vernünftigen Frieden zu schließen. Doch sie zogen es vor - jenseits aller politischen Weisheit - in den Krieg einzutreten. Damit zwangen sie Deutschland zur bedingungslosen Kapitulation. Sie gestatteten Frankreich den Versailler Vertrag, der Deutschland diskriminierte und wirtschaftlich ruinieren sollte (Reparationen waren bis 1988 vorgesehen) und trugen damit ausschlaggebend zu einer Nachkriegssituation in Deutschland bei, die Hitlers politisches Wirken begünstigte, ja, wahrscheinlich überhaupt erst ermöglichte. Das Samenkorn für den Zweiten Weltkrieg war gelegt. In und nach dem Zweiten Weltkrieg geschah durchaus Ähnliches - auch wenn die Umstände andere waren. Die Beweggründe Amerikas, in den Krieg gegen Deutschland einzutreten, waren mit denen von 1917 vergeichbar. Deutschlands Macht sollte gebrochen werden, völlig unabhängig davon, welches politische System bestand. Die nachgeschobenen Begründungen für die Kriegseintritte ... sind falsch. Die Vereinigten Staaten haben sich nie gescheut, mit grausamen Diktatoren zu paktieren (siehe: Stalin, Saddam Hussein und viele andere), solange es von Nutzen war. Hinzu kommt, daß man Funktionen der trotz ihres Sieges geschwächten europäischen Kolonialmächte in der Welt übernehmen konnte und seine eigene Position stärkte.“ (Ernst Fritzsch, in: F.A.Z, 24.05.2007, S. 8). Außerdem vergessen wir nicht: Die USA waren an beiden Weltkriegen von Anfang an beteiligt und haben ihre Verbündeten massiv materiell und finanziell unterstützt - allein schon zu Beginn des 1. Weltkriegs war die Kriegshilfe an Frankreich und England so enorm, daß die USA es sich finanziell und also auch wirtschaftlich gar nicht mehr erlauben konnten, auf die Rückzahlungen zu verzichten, die dann von niemand anders als Deutschland neben vielen anderen Zahlungen geleistet wurden und immer noch geleistet werden (!). Weil die USA, als sie am 06.04.1917 in den 1. Weltkrieg gegen Deutschland eintraten, noch frisch und England, Frankreich, Rußland und alle anderen Kriegsgegner Deutschlands militärisch und wirtschaftlich am Ende waren - nur Deutschland war noch fit -, hätten sie einen Verhandlungsfrieden herbeiführen müssen, und Deutschland war damit ja einverstanden. Weil Deutschlands Kriegsgegner in den USA die glückliche Wende zum Sieg sahen, waren sie (und die USA selbst, besonders aus den eben genannten Gründen) gegen einen Frieden. „Die allgemeine Kriegslage 1916/'17 und der innere Zustand der kriegführenden Mächte erlaubte als einzige Alternative zur Fortsetzung des Gemetzels nur einen Verständigungsfrieden. Bethmann Hollweg im Juni 1916: »Alle Regierungen sind ohne Bildung und Perspektive. Zum Verzweifeln. Nur eine klare Entscheidung kann die Macht der Lüge in allen Ländern durchbrechen. Auch bei uns Lüge, damit das Durchhalten des so weichen Volkes nicht erschwert wird. Bei den anderen aber noch mehr Lüge zu dem Zweck, die Regierungen zu halten. Da die Lage der anderen schlechter ist, muß dort noch mehr gelogen werden.« .... Ein Remis-Frieden lag in der Luft. Initiativen zu Friedensgeprächen gab es zahlreiche: Mit ihrem Friedensangebot vom Dezember 1916, das ernst gemeint war (Georges Henri Soutou), hatte die deutsche Reichsregierung offene Friedensgespräche erhofft. Es wurde abgelehnt. Hierfür war nach dem französischen Historiker Georges Henri Soutou die mangelnde Friedenbereitschaft der englischen und französischen Regierung verantwortlich. Man wird hinzufügen können, auch die Weigerung der (us-)amerikanischen Regierung. Das »Vermittlungsangebot« des amerikanischen Präsidenten, der sich praktisch schon im Krieg gegen Deutschland befand, in seiner Erklärung vom 20.12.1916 und die Wiederholung in seiner Rede vom 22. Januar 1917 waren nur eine Reaktion auf das deutsche Friedensangebot, es sollte nach Vermutungen einiger Historiker zur Vorbereitung und Rechtfertigung des am 6. April 1917 erklärten Kriegseintritts der Vereinigten Staaten dienen. Wie erwartet, wurde das amerikanische Angebot von den westlichen Verbündeten erneut abgelehnt, wie schon vorher die Friedensfühler Wilsons im Jahre 1915. Die österreichischen Friedensfühler, die keinen Separatfrieden zum Ziel hatten, sondern realistische Angebote im Sinne traditioneller Kabinettspolitik enthielten, die päpstlichen Friedensaktionen und letztlich das Friedensangebot des Deutschen Reichstags vom Juli 1917 sind neben vielen anderen indirekten Friedensbemühungen, die von deutschen Diplomaten ausgegangen sind, als ernsthafte Versuche zu bewerten, ein gleichberechtigtes Gespräch über Friedensbedingungen zustande zu bringen. Alle Menschen sehnten sich nach Frieden. Europa hatte seine letzte Chance. Ein Frieden ohne Gesichtsverlust, ohne Demütigung und ohne Behinderung der Lebensgrundlagen des Kontinents wäre zu diesem Zeitpunkt zu erzielen gewesen. Angesichts der Kriegslage gab es für die europäischen Mächte keinen anderen Ausweg, als sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Jedoch ein Verhandlungsfrieden ohne vorherige Niederwerfung des Deutschen Reiches lag nach Ansicht Wilsons und seiner Kamarilla weder im Interesse Englands noch im Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika, außerdem wäre Wilson mit einem Verhandlungsfrieden nicht in der Lage gewesen, den »Frieden« nach seinen Vorstellungen und den Interessen der USA zu diktieren - ein wichtiges Anliegen Wilsons. - Völkerhaß als Mittel der (us-)amerikanischen und englischen Kriegführung. - Die feindliche Stimmung der Mehrheit des Foreign Office, die von Nicolson, Crowe und auch Grey repräsentiert wurde und die sich in den Stellungnahmen, Memoranden und Briefen aus ihrer Feder feststellen läßt, wurde in der öffentlichen Meinungsbildung durch die englische Presse zustimmend begleitet. Erst nach dem Kriege gingen den Europäern die Augen auf: »Die Wissenschaft hat eine harte Aufgabe damit, die Völker von den fluchwürdigen Folgen ihrer Kriegspropaganda zu befreien, von allem ihrem Haß und allen ihren Lügen«, stellten Steinmetz (Amsterdam) und Högstedt (Stockholm) nach dem Ende des Krieges fest. England beherrschte mit dem Besitz der meisten Überseekabel (Überseekabel) und der größten Nachrichtenagentur Reuter auch die öffentliche Meinung der Weltpresse. .... England organisierte nicht nur die Bündnissysteme gegen Deutschland, sondern entfachte ein Propagandafeuer voller Haß und Lügen, wie es die Weltgeschichte bis dahin im Umgang unter Nationen, auch unter kriegführenden Nationen, noch nicht erlebt hatte.“ (Ehrhardt Bödecker, ebd., 1998, S. 91-94). „Der erste Reichskanzler der Weimarer Republik, der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann, also ein ganz unverdächtiger Zeuge, hat am 8. Mai 1919 vor dem Reichstag den Vertrag als »Dokument des Hasses und der Verblendung« bezeichnet. Am 12. Mai sprach er von einem »schauerlichen und mörderischen Hexenhammer« und urteilte, diejenige Hand müsse verdorren, die einen solchen Vertrag unterschreibe. 1935 äußerte sich Helmuth Plessner - Soziologe, Philosoph und als Jude Hitlerflüchtling -, ... dieser wahrlich unverdächtige Zeuge urteilte, ... die hetzerische Kriegspropaganda der Alliierten sowie Versailles hätten »die Begriffe von Freiheit, Demokratie, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Fortschritt und Weltfrieden, mit einem Wort das Wertesystem des politischen Humanismus westlicher Prägung, bodenlos entwertet.«  (Helmuth Plessner, Die verspätete Nation, 1974, S. 39f.). »Bodenlos« entwertet!“ (Franz Uhle-Wettler, Vorwort zu: Das Versailler Diktat, 1999, S. 8). Also: Schuld am 1. Weltkrieg tragen Serbien, Rußland, Frankreich, England und USA (vor allem Rußland, Frankreich, England und USA [einschließlich Zionisten!], da sie als Großmächte mehr Verantwortung tragen als die nur kleine Macht Serbien, die jedoch extrem terroristisch provozierte - wie das eben für so viele Kleine charakteristisch ist [siehe auch z.B. das Verhalten der kleinen Mächte Polen und CSR vonn 1919 bis 1939]), Schuld am Scheitern eines Verhandlungsfriedens, der Europa gerettet hätte, und damit Schuld am Versailler Diktat, das Europa zerstört hat, tragen USA (einschließlich Zionisten!), England, Frankreich und Rußland (extrem dumm verhielten sich dabei Rußland, Frankreich und England, weil sie sich an ihrer eigenen Zerstörung beteiligten, da sie Teil Europas sind [oder haben sie das etwa gar nicht gewußt?], und Europa wurde durch das Versailler Diktat zerstört und ermöglichte den USA ihren weiteren Aufstieg Mehr) ! Sie haben den 1. Weltkrieg vorbereitet und, was noch viel kriegverbrecherischer und völkerrechtswidriger war, einen Verhandlungsfrieden verhindert. Weil die Schuld am Versailler Diktat bedeutender ist als die Schuld am Ausbruch des 1. Weltkrieges - denn mehr als der Krieg selbst war sein Ergebnis die Tragödie, war sein Ergebnis wirklich die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ (Urkatatsrophe des 20. Jahrhunderts) bzw. die „Große Tragödie des 20. Jahrhunderts“ (Große Tragödie des 20. Jahrhunderts), wirkte sein Ergebnis so zerstörerisch -, sind die Schuldigen auch eindeutig bestimmbar! Und: Ohne Berücksichtigung der Schuld am 1. Weltkrieg und noch mehr am Versailler Diktat ist über die Schuld am 2. Weltkrieg nicht zu urteilen! MehrMehr

–  Jüdische Kriegserklärung an Deutschland  –
24.03.1933
Jüdische Kriegserklärung an Deutschland
Jüdische Kriegserklärung an Deutschland
27.03.1933
Jüdische Kriegserklärung an Deutschland
1933
Jüdische Kriegserklärung an Deutschland
1938
Jüdische Kriegserklärung an Deutschland

Interessant sind auch hier wieder die Aussagen von Benjamin Freedman: „Damals hatte Deutschland ca. 80 Millionen Einwohner, davon waren gerade mal 460 000 Juden. Als Antwort auf den Versuch der Deutschen, den ungeheueren Einfluß der Juden in Kultur, Wirtschaft, Finanzwesen und Presse einzudämmen, organisierte das Weltjudentum im Juli 1933 eine Konferenz in Amsterdam. Hier stellten sie Deutschland ein Ultimatum, in welchem sie verlangten, Hitler müsse als Reichskanzler abgesetzt werden. Die Antwort der Deutschen auf dieses Ultimatum können Sie sich vorstellen. Nach Beendigung der Konferenz hielt der Leiter der amerikanischen Delegation, Samuel Untermeyer, eine Rede, die in den gesamten USA über den Radiosender CBS ausgestrahlt wurde. Er sagte: »Die Juden der Welt erklären Deutschland den Krieg. Wir befinden uns in einem Heiligen Krieg gegen Deutschland. Wir rufen zu einem weltweiten Boykott gegen Deutschland auf. Dies wird sie vernichten, denn sie sind von ihrem Außenhandel abhängig.« (FreedmanFreedman). Dazu muß man wissen, daß Deutschland damals zwei Drittel seines Lebensmittelbedarfs importieren mußte. Und es konnte nur importiert werden, wenn im Gegenzug etwas anderes exportiert wurde. Wenn Deutschland nichts exportieren konnte, mußten zwei Drittel der deutschen Bevölkerung Hunger leiden. In dieser Erklärung, sie wurde in der New York Times vom 7. August 1933 veröffentlicht, gab Samuel Untermeyer bekannt, daß dieser Boykott ein Mittel der Selbstverteidigung sei. Präsident Roosevelt hat dem Boykott im Rahmen der National Recovery Administration offiziell zugestimmt. Obwohl der Oberste Gerichtshof diesen Boykott gegen Deutschland für verfassungswidrig erklärte, hielten die Juden daran fest. Der Handelsboykott gegen deutsche Produkte war so effektiv, daß Sie in Kaufhäusern keinen einzigen Artikel mit dem Aufdruck »Made in Germany« mehr finden konnten. Ein Mitarbeiter von Woolworth erzählte mir, daß Geschirr im Wert von mehreren Millionen Dollar weggeworfen werden mußte, weil sonst ihr Kaufhaus boykottiert worden wäre. Falls ein Kunde einen Artikel aus Deutschland fand, gab es umgehend Demonstrationen und Sit-Ins vor den Geschäften mit Transparenten, auf denen »Nazis« oder »Mörder« stand. In einem Laden der R.H. Macy-Kette, deren Eigentümer die jüdische Familie Strauss war, fand eine Kundin Damenstrümpfe aus Chemnitz, die dort seit gut 20 Jahren verkauft wurden. Ich selbst sah die Demonstration vor Macy. Es waren Hunderte von Leuten mit Schildern wie »Mörder« und »Nazis«. Bis dahin wurde keinem Juden in Deutschland auch nur ein Haar gekrümmt. Die Juden hatten nichts zu erleiden, mußten nicht hungern, wurden nicht angegriffen oder umgebracht. Doch natürlich fragten sich die Deutschen: »Wer sind diese Leute, die unser Land boykottieren, unsere Menschen in die Arbeitslosigkeit stürzen und unsere Wirtschaft zum Erliegen bringen?« Natürlich nahmen sie es den Juden übel. Als Reaktion auf den von den Juden organisierten internationalen Handelsboykott wurden nun in Deutschland jüdische Geschäfte boykottiert. Warum sollte ein Deutscher sein Geld in ein Geschäft bringen, dessen Besitzer einen Boykott gegen Deutschland unterstützt und mit dafür verantwortlich ist, daß das deutsche Volk hungern muß? Die Vorstellung, daß die Juden den Deutschen vorschreiben wollten, wen sie zu ihrem Kanzler zu wählen haben, war einfach lächerlich. Erst 1938, als ein junger polnischer Jude in Paris einen deutschen Konsularbeamten erschoß, wurde die Lage für die Juden in Deutschland ernst. In der »Reichskristallnacht« wurden Schaufensterscheiben eingeschlagen und es gab erste Tätlichkeiten gegen Juden. Die Ursache für den aufkeimenden Antisemitismus der Deutschen liegt darin begründet, daß sie die Juden verantwortlich machten für: Erstens, den Ersten Weltkrieg, zweitens, den weltweiten Boykott deutscher Waren und drittens, für den sich abzeichnenden Zweiten Weltkrieg. Denn so wie die Dinge standen, war es unvermeidlich, daß es zu einer ernsten Auseinandersetzung zwischen dem Weltjudentum und Deutschland kommen würde. Im November 1933 haben die USA die Sowjetunion anerkannt. Die Sowjetunion wurde sehr mächtig. Die Deutschen erkannten, daß sie von der Sowjetunion ernsthaft bedroht waren, falls sie nicht ebenfalls aufrüsten würden. Aus diesem Grund hat Deutschland damals wieder aufgerüstet.
Heute gibt die Regierung der USA 83 bis 84 Milliarden Dollar pro Jahr für Verteidigung aus. Verteidigung gegen wen? Es ist die Verteidigung gegen die etwa 40 000 Juden (Anmerkung), die erst in Rußland die Macht an sich gerissen hatten und nachher mit List und Tücke in vielen anderen Staaten der Welt ähnlich verfahren sind. Wir befinden uns an der Schwelle zum Dritten Weltkrieg. Diesen Krieg kann niemand gewinnen. Wenn wir heute einen Krieg vom Zaun brechen, könnte daraus sehr schnell ein Atomkrieg werden. Dieser Fall wird eintreten, wenn der dritte Akt dieses Schauspiels beginnt. Akt l war der Erste Weltkrieg, Akt 2 der Zweite Weltkrieg, Akt 3 wird der Dritte Weltkrieg sein. Die Juden dieser Welt sind fest entschlossen, die USA abermals dazu zu bringen, für Israel in den Krieg zu ziehen. Wie sollten wir uns verhalten? Sie könnten das Leben Ihres eigenen Sohnes retten. Ihre Jungs könnten noch heute Nacht in diesen Krieg geschickt werden. Über die Hintergründe wissen viele heute genauso wenig wie damals, 1916 als die Zionisten mit dem britischen Kriegsministerium eine geheime Abmachung trafen, die Söhne Amerikas nach Europa in den Krieg zu schicken. Kein Mensch wußte etwas über diese Abmachung. Wer wußte Bescheid? Präsident Wilson wußte es. Colonel House wußte es. Einige andere Eingeweihte wußten es. Habe ich es gewußt? Ich hatte eine ziemlich gute Ahnung davon, was da vor sich ging. Ich war Vertrauensmann von Henry Morgenthau, dem Vorsitzenden des Finanzausschusses. Außerdem war ich der Verbindungsmann zwischen ihm und dem Schatzmeister Rollo Wells. Ich war in all den Sitzungen anwesend, als sie Präsident Wilson mit den Ideen der zionistischen Bewegung indoktrinierten. Präsident Woodrow Wilson war so inkompetent wie ein neugeborenes Baby, er hatte keine Ahnung, was vor sich ging. Und so trieben die Zionisten die USA in den Ersten Weltkrieg, während wir alle schliefen. Sie schickten unsere Jungs als Kanonenfutter nach Europa. Warum? Nur damit die Juden Palästina als ihre Heimstätte bekommen konnten. Sie haben Euch so sehr zum Narren gehalten, daß Ihr nicht mehr wißt, ob Ihr gerade kommt oder gerade geht! Was wissen wir über die Juden? Ich nenne sie hier Juden, weil man sie allgemein so bezeichnet. Ich nenne sie nicht Juden, sondern »sogenannte Juden«, weil ich weiß, wer sie in Wahrheit sind. Über 90 % derjenigen, die sich »Juden« nennen, sind Abkömmlinge der Ostjuden, also der Khasaren (Anmerkung Khasaren).
Die Khasaren waren ein kriegerischer Stamm, der in Zentralasien lebte. Sie waren so kriegslüstern, daß sie letztendlich von Zentralasien in Richtung Osteuropa vertrieben wurden, wo sie ein Königreich von einer Größe von 800 000 Quadratmeilen gegründet hatten. Der König der Khasaren war von der verkommenen Lebensweise seines Volkes so angewidert, daß er entschied, sein Volk müsse einen monotheistischen Glauben annehmen. Durch ein Los wurde zwischen dem Christentum, dem Islam und dem Judentum entschieden. Das Los fiel auf das Judentum und so wurde der Judaismus die Staatsreligion der Khasaren. Der König der Khasaren holte Tausende von jüdischen Religionsgelehrten von den Talmudschulen aus Pumbedita und Sura in sein Reich. Synagogen und Schulen wurden gegründet und sein Volk wurde das, was wir heute Juden nennen. Doch kein einziger Khasare hatte auch nur mit einer Zehenspitze das heilige Land jemals betreten. Dennoch kommen diese Leute zu den Christen und bitten um Militärhilfe für Israel, indem sie sagen: »Ihr wollt doch sicherlich dem Auserwählten Volk helfen, ihr Gelobtes Land, ihre angestammte Heimat zurückzuerobern. Es ist eure Pflicht als Christen. Wir gaben euch einen unserer Söhne als euren Herrn und Erlöser. Ihr geht sontags in die Kirche, kniet nieder und betet zu einem Juden. Nun, wir sind Juden!« Aber sie sind nichts weiter als heidnische Khasaren, die zum Judentum konvertierten, wie die Iren, die zum Christentum konvertierten. Es ist genauso lächerlich, sie als das Volk Israels zu bezeichnen, wie es lächerlich wäre, die 54 Millionen Chinesen moslemischen Glaubens als Araber zu bezeichnen. Weil die Juden die Zeitungen, das Radio, das Fernsehen und die großen Buchverlage kontrollieren, und weil unsere Politiker und Pfarrer ihre Sprache sprechen, ist es nicht überraschend, daß ihre Lügen allgemein geglaubt werden. Viele würden auch glauben, schwarz sei weiß, wenn man es ihnen nur oft genug sagt.
Wissen Sie, was die Juden an ihrem heiligsten Feiertag, am Tag der Versöhnung (Jom Kippur), machen? Ich war einer von ihnen, ich sollte es wissen! Ich bin nicht hier, um Ihnen irgendeinen Schwachsinn zu erzählen. Ich gebe Ihnen die Fakten! Also: Am Tag der Versöhnung geht man in eine Synagoge. Das erste Gebet spricht man im Stehen. Es ist das einzige Gebet, für welches man sich erhebt. Das Gebet »Kol Nidre« wird dreimal hintereinander gesprochen. In diesem Gebet schließt man ein Abkommen mit Gott, daß jedes Versprechen, das man in den nächsten zwölf Monaten gegenüber einem Nichtjuden macht, null und nichtig ist (Anmerkung). Der Talmud lehrt auch, daß, wann immer man ein Versprechen abgibt, an dieses Gebet denken soll. Dann wird man seine Versprechen nicht einhalten müssen. Kann man sich auf die Loyalität solcher Leute verlassen? Wir können uns genauso auf die Loyalität der Juden verlassen wie die Deutschen 1916. Wir (die USA) werden das gleiche Schicksal erleiden wie Deutschland, und zwar aus denselben Gründen.“ (Benjamin Freedman ). Freedman

Zum Anfang des Skorpions

Bis 1918 funktionierte im Deutschen Reich, das zudem der weltweit fortschrittlichste Rechtsstaat war, die Gewaltenteilung perfekt, denn die Gewalten hielten ein Machtgleichgewicht. Vorzüglich! Bewundernswert! Und aus Sicht der Ausländer: Beneidenswert! „Der Sündenfall der deutschen Verfassungsgeschichte hat sich am 28. Oktober 1918 ereignet: An diesem Tage trat ein Reichsgesetz in Kraft, mit dem Reichskanzler und -regierung nicht mehr dem Souverän verantwortlich waren. Sie wurden aus ihrer Bezogenheit auf das Ganze, damals noch personifiziert im Kaiser, herausgelöst und der jeweiligen Mehrheit der im Reichstag versammelten Parteienvertreter unterworfen. Ohne deren Einverständnis konnte der spätere Reichspräsident keinen Kanzler ernennen. Damit hat die Machtergreifung der Gesellschaft über den Staat begonnen, die im 3. Reich und in der DDR als Parteiherrschaften traurige Höhepunkte erreichte und bis heute nicht wieder abgeschüttelt werden konnte. Seit 1918 saugen die partikularen Kräfte alles Gemeinschaftliche, Staatsbezogene in sich hinein, so daß Begriffe wie Staatsräson und Gemeinwohl zu von Jüngeren nicht mehr verstandenen Worthülsen wurden und jedes politische Handeln in den Augen der meisten Bürger nur noch mit innergesellschaftlichem Catch-as-catch-can assoziiert wurde, einem schmutzigen Geschäft, von dem man sich verdrossen, ja angeekelt abwendet. Mit dem Sündenfall vom 28.10.1918 haben die Parteienvertreter im Reichstag dem Kaiser nicht mehr schaden können, weil dieser am 9. November als Staatsoberhaupt im Zuge noch wesentlicherer historischer Vorgänge abdankte. Mit der faktischen Installierung einer Parlamentsregierung schlugen die im Reichstag versammelten Parteienvertreter vielmehr dem Volk als neuem Souverän ein Schnippchen, ohne daß dieses es bemerkte: Sie machten sich die Regierung botmäßig und begründeten, nicht dem Verfassungsbuchstaben, aber der Sache nach, eine Art eigener Souveränität, nämlich die der Gesellschaft über den Staat. Der Schlag vom 28.10.1918 war formal noch gegen den Kaiser als alten Souverän geführt worden und durfte seine Legitimität auf die Souveränität des Volkes stützen. Dieses aber handelte im Rahmen des neu installierten Parlamentarismus nicht selbst, sondern durch das Parlament. Während die Parteienvertreter das Volk nur nominell als souveränen Herrscher einsetzten, wußten sie sich in tatsächlichem Besitz der maßgeblichen Gewalten, der entscheidenden Hebel der Macht: der Bestimmung des Reichskanzlers und der Gesetzgebung. (Der Reichskanzler wurde zwar vom Reichspräsidenten ernannt, bedurfte aber des Vertrauens des Reichstags). Diese Machtergreifung wirkte über die Augenblickslage weit hinaus und trug nicht nur zur schließlichen Abdankung des faktisch schon entmachteten Kaisers bei; die Weimarer Parteien gaben die Macht auch danach nicht wieder her. Daß das Volk nach der Weimarer Verfassung mit dem Reichspräsidenten noch einen direkt gewählten Vertreter und damit einen Verfechter des Gemeinwohls hatte, half ihm nicht. Jeder Reichspräsident nahm die ihm obliegende Neutralität über die Parteien ausgesprochen ernst. Die wirkliche Macht lag aber nicht in seinen Händen. »Die parlamentarische Verantwortlichkeit der Reichsregierung, die jederzeit durch ein Mißtrauensvotum von der Mehrheit des Reichstags abberufen werden konnte (Artikel 54 der Weimarer Reichsverfassung), machte praktisch die gesamte Regierungstätigkeit zum Gegenstand parlamentarischer Kognition.« (Triumph des Willens). Diesen Zustand hat das Grundgesetz noch verschärft, indem es dem Bundespräsidenten gegenüber dem Parlament die Rechte vorenthält, die der Weimarer Reichspräsident noch gehabt hatte. (Zum Zustandekommen des Grundgesetz mit seiner noch weitergehenden Auflösung des Staates gegenüber der Gesellschaft vgl. Günter Maschke, Die Verschwörung der Flakhelfer, in: Criticón, 1985, S. 153: »Wie jedes Geschenk eines Siegers, so diente auch dieses der Schwächung des Besiegten.«).“ (Klaus Kunze, Der totale Parteienstaat, 1994, S. 179-180).

„Wie hatte es doch in einer Rede Hitlers auf dem Reichsparteitag Triumph des Willens geheißen?:  Nicht der Staat hat der Partei zu befehlen, nein, die Partei schafft sich ihren Staat. (»Nicht der Staat befiehlt uns, sondern wir befehlen dem Staate« [Adolf Hitler] Triumph des Willens). Und wie war es in den kommunistischen Diktaturen des Ostblocks?:  »Die Partei führt, der Staat verwaltet.« (Nolte). Nicht die Regierung war also Träger der Macht, sondern das hinter ihr stehende Politbüro, die Partei. Genau hier verläuft die Scheidelinie zwischen der heute so bezeichneten parlamentarischen Demokratie in Gestalt der bloßen Parteiendemokratie und einem Parteienstaat. Bei ihm ist die Macht des Volkes höchstens noch Fiktion und damit zur Fassade verkommen. Tatsächlich herrschen eine oder mehrere Blockparteien, die sich, wozu jede zur Macht gelangte Gruppe neigt, nach außen für das Allgemeine ausgeben (Nolte) und mit dem Staat identifizieren. Die Identifizierung von Staat bzw. Regierung und Parteien bedeutet aber schon begrifflich den reinen Parteienstaat. Wie drückte es Scheuch noch so schön aus: »Es organisiert sich ein parteiübergreifendes Kartell zur Postenverteilung auf Dauer.« (Scheuch [»Wie in der DDR! Wir haben noch mehrere Parallelen zur DDR.«]). »Die entscheidenden handelnden Personen«, ergänzt Schreckenberger »sind durchweg führende Politiker der Parteien. Sie nehmen gleichsam eine Intergrationsfunktion von Regierung, Parlament und Koalitionsparteien wahr. Wir können daher von einer Art Oligarchie der Spitzenpolitiker der Parteien ausgehen.« (Schreckenberger).“ (Klaus Kunze, Der totale Parteienstaat, 1994, S. 29-30). „Was uns heute von liberaler Seite mit warnend erhobenen Zeigefinger als abschreckendes Beispiel für einen »starken Staat« vorgehalten wird, nämlich die Herrschaft eines »starken Mannes« von 1933 bis 1945, war aus Sicht der Etatisten das genaue Gegenteil: ein schwacher, ohmächtiger Staat unter der Kuratel einer totalitären Partei.“ (Ebd., S. 142). „Wer sich erinnert, weiß, daß im Dritten Reich - wie auch in der strukturell ähnlichen DDR - alles das in Reinkultur vorhanden war, was wir auch am Parlamentarismus nicht mögen: eine Art Feudalsystem mit Cliquen und persönlicher Bereicherung der Mächtigen, ein in sich geschlossenes System ohne Chancen für fähige Köpfe mit abweichlerischen Ansichten, kurz: die Herrschaft eines Teils über das Ganze. Wir erinnern uns noch einmal an Hitlers Rede auf dem Reichsparteitag »Triumph des Willens«: Nicht der Staat befiehlt uns - nein, wir die Partei, schaffen uns unseren Staat. Wir befehlen dem Staat und nicht umgekehrt. (»Nicht der Staat befiehlt uns, sondern wir befehlen dem Staate« [Adolf Hitler] Triumph des Willens).“ (Ebd., S. 138). „Die Partei führt, der Staat verwaltet“, so die Kommunisten. Die Ähnlichkeit zwischen Kommunismus, Nationalsozialismus und Extremliberalismus ist kein Zufall. Wenn Systeme totalitär geworden sind, geht es ihnen nicht mehr um die ursprünglich durchaus gut gemeinten Ziele, sondern nur noch um sich selbst. Um weiterhin existieren zu können, müssen sie expandieren.

Zum Anfang des Skorpions Jetzt darf ich an den Krisenmanager einer gefährdeten Ehe erinnern: die erwähnten Ehepartner Makedonien und das noch nicht zur Welt gekommene magische Vorderasien (Magische Kultur) einerseits sowie Frankreich und das noch nicht zur Welt gekommene Rußland andererseits sind nur Stellvertreter ihres jeweiligen Kulturkreises. Ehepartner sind also zum einen die apollinisch-antike Kultur und die magisch-arabische Kultur, zum anderen die faustisch-abendländische Kultur und die russisch-asiatische Kultur; in der Ehekrise sind das stellvertretend Makedonien-Karthago und die Unterdrückten magischen Völker in den Hellenismusstaaten einerseits sowie Deutschland-Japan und die Unterdrückten russischen Völker in den Europäismusstaaten (Sowjetstaaten) andererseits. Als Krisenbewältiger kann man denjenigen Krisenmanager bezeichnen, der Ehepartner und Eheberater zugleich sein könnte: das Römische Imperium für die ersteren und das Angloamerikanische Imperium für die letzteren. Er muß der typische Vertreter der nächsten Phase (22-24) sein, denn er muß fähig sein, die Sprache der Doppelzeichen zu verstehen, d.h. die alltägliche Sprache der Politik beherrschen, Geld und Geist auf einen adeligen Nenner, „Numismatik“ unter einen medialen Zähler bringen können. Die Leute, die zählen, müssen ihm wohlbekannt sein, dagegen sein eigenes Wesen ihnen nicht, denn das muß ganz kentaurisch und geminin zugleich sein, wenn er Erfolg haben will. Kurzum: er muß ein Mediokrat - der „Zeusiokrat“ der nächsten Phase (22-24) - sein, der geschichtliches Wissen politisch umsetzen kann, also auch die historischen Gründe einer Kulturehe kennen muß. Einer Vermählung geht nämlich stets eine Eroberung, ein Feldzug, voraus. Das gilt sowohl für Diskobesucher und Suchende im Club der einsamen Herzen als auch für politische Eroberer und suchende „Feldherrn“ im Club der einsamen Ideologien. Es sind immer die politisch und diplomatisch Geschickten, die nach anfänglicher Zurückhaltung und klugem Abwarten kurz vor dem Höhepunkt eingreifen und den Alptraum der Partner auf sehr intelligente Weise in zwei mögliche divergente Richtungen lenken. Scheidung oder Befriedigung, Krieg oder Friede auf neue Art heißen die oppositionellen Paare, einen hohen Preis auf lange Zeit zahlen oder einen hohen Aufwand in kurzer Zeit erbringen heißen die oppositionellen Zwänge. In der historischen Wirklichkeit ist häufig genug dabei der Mittelweg herausgekommen, wie bereits erwähnt. Griechische und europäische Bundesgenossen sind immer nur in die Falle gelaufen. Die Ehebeziehungen des antiken und abendländischen Napoleonismus haben diese Krise nicht vorhergesehen, aber durch ihre erstmals so genannte Realpolitik eingeleitet und deshalb wahrscheinlich geahnt. (Metternich; vgl. 18-20). Jetzt sind plutokratische Verhältnisse angesagt, auch wenn sie immer noch unter dem Decknamen Demokratie laufen - die Bezeichnung Herbst gilt auch für drei Monate und nicht nur für einen. Die politisch-juristische Welt kann auch nicht anders, als diese Prozesse zu unterstützen. Zur beiderseitigen Befriedigung trägt sie jedenfalls schon deshalb nicht bei, weil sie mittlerweile nur noch vom Geld gelenkt ist. Geldadel und Geistadel heißen die Neo-Aristokraten und Neu-Priester im medio-demokratischen Imperium eines Plutus.

Die napoleonischen Feldzüge waren Eheanträge, die hitlerischen Feldzüge dagegen Pollutionen, und je blinder sie sich ergossen, desto stärker waren die ehelichen Auswirkungen. Diese Konflikte führten zu Entscheidungen seitens der USA, auch Verbündete auszuwählen, die eigentlich gar nicht erwünscht waren. Der nicht gewollte Partner Rußland übernahm dabei nicht gewollte westliche Absichten. Er wurde immer abendländischer, während seine Seele immer mehr dagegen opponierte und zur Selbstverwirklichung strebte. Aber jede Selbstverwirklichung ist auch eine Selbstentwirklichung. Ob es eine slawische Kultur gibt oder geben wird, können wir noch gar nicht wissen. (Fehlgeburt). Der Kampf um das Ei war vielleicht doch nur eine rein abendländische Krise und der Kalte Krieg nur eine rein abendländische Taktik, um mit der massenhaften Aufstellung von Raketen, die wie Samenfäden im Eileiter um die Eroberung der Eizelle kämpfen sollten, von etwas abzulenken. Denn der Kampf ums Ei als der Kampf um die Weltmacht war ohnehin schon zwischen Deutschland und den USA ausgetragen und entschieden worden. Rückblickend bleibt festzuhalten, daß dieser Kampf um die Weltmacht, der eigentlich ja schon mit den Einheitskriegen begann, zum Höhepunkt kam in den zwei Weltkriegen, dem einen Großen Krieg (Weltmachtskrieg). Doch im Kalten Krieg erst offenbarte er, wer hier auf wessen Kosten zur Weltmacht gelangt war, denn wenn das Deutsche Reich schon in dem großen Weltmachtskrieg ein Verbündeter der Westalliiertern gewesen wäre, was Hitler ja auch ursprünglich als Ziel anvisiert hatte, dann hätte der Konkurrenzkampf zwischen Deutschland und USA zugunsten Deutschlands ausfallen können, und daran konnten weder das Britische Reich, Frankreich und andere Verbündete noch die USA Interesse haben. Sie wollten die Weltmacht entweder ganz oder zumindest teilweise für sich; das ging aber nur gegen Deutschland und mit ihm nur, wenn sie es auf ihre, es aber nicht sie auf seine Seite würde ziehen können: Deutschland sollte die sogenannten Westmächte nicht für seine, sondern sie es für die eigene Weltmachtsucht gewinnen. Nur unter freiwilligem Verzicht auf die Weltmacht hätte sich Deutschland die Weltkriege ersparen können und vielleicht mit den Westalliierten zusammen einen Rußlandfeldzug oder Verteidigungskrieg gegen den Kommunismus geführt. Nur unter freiwilligem Verzicht auf die Weltmacht hätten sich die USA und ihre Hauptverbündeten England und Frankreich, die ja trotz ihrer geringen Chancen auch nicht verzichtet hätten, die Weltkriege ersparen können und vielleicht mit dem Deutschen Reich zusammen einen Rußlandfeldzug oder Verteidigungskrieg gegen den Kommunismus geführt. Später, aber zu spät, hat das auch Churchill so gesehen. Doch die USA wollten kurz vor dem Ziel der alleinigen Weltmacht - die Russen waren nie ihr Konkurrent, sondern immer nur statistischer Teil dieser Bühnenshow - natürlich nicht verzichten: keine Macht verzichtet auf die Chance, in die unerschütterlich, unbewegliche Position einer Weltmacht zu kommen. Aber Hitler und seine Armeen kämpften letztlich genauso schicksalhaft-tragisch wie Hannibal und seine Armeen. Erst durch das Bündnis mit dem Westen konnte Stalins Sowjetunion zur Großmacht werden, was Churchill, kurz vor Kriegsende in Europa, auch resignierend erkennen mußte. Er war auch - fast plötzlich (!) - zu der Überzeugung gekommen, daß der 2. Weltkrieg fortgesetzt, der Feind Deutschland zum Verbündeten gemacht und mit ihm die noch verbündete Sowjetunion besiegt werden solle. Aber es war zu spät für England oder sonstwen, die USA politisch beinflussen zu können, weil es schon zu dem Zeitpunkt nur noch eine Weltmacht gab, und die wollte die Russen für den Kampf im Pazifik gewinnen, sie also aus dem Grunde weiterhin als Verbündete betrachten. Ein schwerer Fehler, aber eine Weltmacht darf sich Fehler so lange erlauben, wie sie als Weltmacht existiert. Spätestens von 1948 an mußte sie sich auf einen unliebsamen kalten Krieger einstellen. Die US-Amerikaner hatten im Umgang mit dem Osten genau den gleichen Fehler gemacht wie einen Weltmonat vorher die Römer. Den Kampf um die Mondlandung verloren die Russen spätestens am 21. Juli 1969, als sie mit ansehen mußten, wie Neil Armstrong (*05.08.1930) mit seiner gesamten genetischen Information im Kopf die Zellmembran des Mondes durchbohrte und sich mit dem Mond vereinigte. Deshalb bedeuten ja auch die erste Atomkernspaltung (Otto Hahn), die ersten Raketen (Wernher von Braun), die ersten Raketenflugzeuge (Ernst Heinkel), die ersten Luftstrahl- / Düsenflugzeuge (Ernst Heinkel), der erste Computer (Konrad Zuse), die erste Atombombe, die Mauer und die erste Mondlandung das unmißverständliche Signal für den Start in die nächste Phase (22-24).

Deutschlands war in allen Bereichen, also auch in Wissenschaft und Technik, weltweit führend!
Seine Kriegsgegner waren rückständig, also unterlegen, und darum beraubten sie Deutschland!

Seit Deutschlands Kriegsgegner sich sicher wurden, daß sie den 2. Weltkrieg gewinnen würden, begann unter ihnen auch schon der Kampf um die ihnen haushoch überlegenen deutschen Techniker und Wissenschaftler. Daß die US-Amerikaner diesen Krieg um die deutschen Techniker und Wissenschaftler gewinnen konnten, erklärt sich dadurch, daß sie ihre Truppen nicht weiter in Richtung Berlin, sondern in Richtung Alpen maschieren ließen - denn dorthin hatte sich ein Großteil der deutschen Techniker und Wissenschaftler zurückgezogen -, aber weniger dadurch, daß ihre Verbündeten und unter ihnen besonders die Sowjetunion diesen USA-Triumph einfach hingenommen hätten, denn gerade ihr Verbündeter Sowjetunion wollte sich nicht länger von ihnen bevormunden lassen (tatsächlich war ja auch auf beiden Seiten nur das gemeinsame Ziel Sinn und Zweck ihres Bündnisses) und konnte sogar einen fast ebenso erheblichen Teil der deutschen Techniker und Wissenschaftler aus dem von ihnen besetzten Gebiet zu ihren Gefangenen machen. Allein schon wegen der Tatsache, daß Deutschland allen anderen Mächten technisch und wissenschaftlich haushoch überlegen war und Deutschlands Kriegsgegner den Krieg nur wegen ihrer zuletzt nachhaltigeren Tiefenrüstung gewinnen konnten, konnten sich deren Kriegshetzer eine gigantische Kriegsbeute versprechen. Deutschlands Kriegsgegner sparten durch ihre gesamte Kriegsbeute (Kriegsbeute), besonders durch ihren Raub von über 1 Mio. deutscher Patente und durch Gefangennahme und Deportation der deutschen Techniker und Wissenschaftler zwecks totaler Ausbeutung unendlich große Mengen an Geld, Zeit und Investitionen.

Deutschlands Friedens- und Verhandluungsangebote waren vergebens, weil seine Kriegsgegner
sich ihre einmalige Chance - diesen größten Raub aller Zeiten - nicht entgehen lassen wollten!

Der militärische Sieg der Alliierten über Deutschland 1945 und die Besetzung des Reichsgebietes hatten auch zur Folge, daß die Alliierten - vor allem die USA, aber auch die Sowjetunion und zum geringeren Teil auch die anderen Alliierten - anschließend über 1 Mio. deutscher Patente, Erfindungen und Gebrauchsmuster beschlagnahmten und entschädigungslos enteigneten (schon nach dem Ende des 1. Weltkrieges hatten sie das getan). Dieser Raubzug war schon Jahre vorher von den USA generalstabsmäßig geplant worden, weil ihnen der riesige Wissensvorsprung der Deutschen, der schon seit dem 19 Jahrhundert andauerte, ohne Raub unaufholbar erschien. Deutschland war in allen Bereichen Weltmeister, und für seine Kriegsgegner besonders bedeutsam war die Erkenntnis, daß Deutschland in der Grundlagenforschung und in der Entwicklung neuer Ideen auf allen Gebieten der Wissenschaften und Technikbereiche um Jahrzehnte voraus war. Nur durch den Raub deutschen Wissens und jahrelange Zwangsarbeit deutscher Wissenschaftler und Techniker in den USA war es möglich, daß die Vereinigten Staaten ihre Wirtschaft und Rüstung auf neue Grundlagen stellen und an die Spitze der Entwicklung kommen konnten. Das Buch von Friedrich Georg (Unternehmen Patentenraub 1945 - Die Geheimgeschichte des größten Technologieraubs aller Zeiten, 2007 Georg) z.B. beschreibt ausführlich Vorbereitung, Durchführung und Folgen des größten „Patentenklaus“ der Geschichte. Es zeigt sich, daß die Neuerungen wie Farbfernsehen und Transistortechnik, Raumfahrt und Raketen, Überschallflug und Computer, Atombombe und sonstige Atomtechnik auf deutsche Erfindungen und Entdeckungen zurückgehen, mit denen die us-amerikanische Wirtschaft anschließend Milliardengewinne machte. Kriegsbeute

Wernher von Braun und seine Mannschaft
104 der deutschen Raketen-Wissenschaftler (Luft-und Raumfahrt-Ingenieure): Wernher von Braun und seine Mannschaft in Fort Bliss, Texas, USA, 1945.

Als 1945 - gleich nach Kriegsende (!) - die US-Amerikaner z.B. den Freiherrn Wernher von Braun und sein Team aus Deutschland holten, war klar, daß sie sie, diese Genies, für ihre Interessen gewinnen wollten, denn sie kamen aus dem Land der Dichter und Denker, dem Land der Konkurrenz, und waren als Deutsche noch vor Tagen erbitterte Feinde gewesen, wurden aber jetzt gar nicht wie Feinde behandelt. Doch sie waren es. Als von Braun in Deutschland technischer Direktor des Raketenflugprojektes der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde war (1937 bis 1945), wo er die erste automatisch gesteuerte Flüssigkeitsrakete A4 (später V2) entwickelte, konnte er Hitler (1889-1945) nicht so recht vom Raumfahrtprogramm überzeugen: „Mein Führer, in wenigen Jahren können wir mit diesen Raketen auf dem Mond landen“, soll er gesagt haben, woraufhin Hitler entgegnet haben soll: „Was soll ich auf dem Mond?  Ich will nach London.“ Hitler gefiel, daß von Braun die weltweit ersten Raketen gebaut hatte, aber dem Programm für Atomwaffen schenkte er weniger Aufmerksamkeit, obwohl die seit Ende der 1930er Jahre betriebene Atomwaffenforschung in Deutschland (z.B. in Berlin und Göttingen) die weltweit erste war und bis 1943/'44 auch die weltweit einzige blieb. Erst die aus Deutschland vertriebenen Juden rieten den USA, auch eine Atombombe zu bauen, so daß es ab 1943/'44 zwei Nationen mit einem Programm für Atomwaffenforschung gab: Deutschland und USA. Wahrscheinlich haben Deutschlands Wissenschaftler und Militärforscher neben Atombomben auch schon Wasserstoffbomben und „Atom-und-Wasserstoff-Misch-Bomben“ (vgl. „Wunderwaffe“) getestet. Jedenfalls haben die USA ihre Atombombe nur deshalb gebaut, weil sie Angst vor Deutschlands Atombombe hatten. Deutschland hätte lange vor den USA eine Atombombe haben können. Aber auch wenn Deutschland die Atombombe erst 1945, also gleichzeitig mit den USA, gehabt hätte, wäre die Geschichte anders verlaufen: Hitler hätte mit Atomraketen die USA (und mit ihr den Rest der Welt) erpressen können. Und er hätte es auch getan. Aber die Ironie dieser Geschichte wollte, daß er der Atomforschung zu wenig Vertrauen schenkte. Hitler nannte das Atomwaffenprogramm eine „jüdische Wissenschaft“ (obwohl kein Jude daran beteiligt war), und so verhinderte Hitlers Ideologie, daß das nationalsozialistische Deutschland Atomwaffen einsetzte und den Weltkrieg gewann! Aber es gab noch einen, vielleicht noch wichtigeren Grund: die deutschen Atomwaffen-Wissenschaftler verhinderten ebenfalls, daß Hitler die erste Atombombe einsetzte und den Weltkrieg gewann (Atomwaffen)!

Deutschlands Armee war die größte Armee aller Zeiten und die stärkste Armee aller Zeiten!
Sie war quantitativ die größte, qualitativ die beste, insgesamt die stärkste Armee der Welt!

Die Technologie für die Raumfahrt, den unendlichen Kampf um die Eroberung des unendlichen Raums und am Ende die Mondlandung wurden also genauso in einem deutschen Kopf (Wernher von Braun) geboren wie die Atomforschung: 1938 hatte Otto Hahn (1879-1968) die Atomkernspaltung entdeckt, und die Entwicklung der Atombombe mußte den USA erst durch den aus Deutschland emigrierten Albert Einstein (1879-1955) überzeugend beigebracht werden. Er riet ihnen, die Atombombe deshalb schneller zu entwickeln als Deutschland, weil er, als Jude, wußte, was ihm geschehen könnte, wenn der Konkurrent schneller wäre. Heisenberg (1901-1976), Weizsäcker (1912-2007) und Co. waren zu der Zeit konkurrenzlos führend, denn bis 1943/44 gab es nur in Deutschland eine Forschung für Atomwaffen, d.h. also: ein „Atomwaffenprogramm“. Die geistige Maschinerie lief genauso auf Hochtouren wie die politische. Die Gehirne der Wissenschaftler, Techniker und Raumfahrer hätten von dem deutschen Ingenieur Konrad Zuse (1910-1995) programmiert sein können, denn er war der erste Mensch, der die Basis für eine programmgesteuerte Rechenmaschine (1936) schuf und mit seinem Z3 den ersten Computer der Welt baute (1941). Der Höhepunkt des größten Konkurrenzkampfes aller Zeiten war also der zwischen Deutschland und den Angloamerikanern (USA und England). Als der entschieden und eine einzige Weltmacht übrig geblieben war, war auch die Zeit der Krise, der Kampf ums Ei vorbei. Dieses Ei, um das gekämpft wurde, symbolisiert also auch die in jeder Kulturgeschichte unbewegliche Position, zu der ein Spermium als einzig übrig bleibende Weltmacht vordringt und in deren einzigartige Zellenstruktur sein Kopf zuerst eindringt. So wie Rom mit seinen Verbündeten den Kampf gegen den Konkurrenten Karthago gewann und sich außerdem die hellenistisch regierten Staaten im Osten vom Hals hielt, so gewannen die USA mit ihren Verbündeten den Kampf gegen den Konkurrenten Deutschland und schalteten außerdem die europäistisch regierten Staaten im Osten aus. Und natürlich waren die Verbündeten, obwohl sie - manche mehr, manche weniger - Anteil am Sieg hatten, ebenfalls Verlierer. Sie haben es nur erst viel später bemerkt. Mit dem Ende des 2. Punischen Krieges (201) und dem Ende des 2. Weltkrieges (1945) wurde auch allgemein das Ende dieser Phase eingeleitet: auf politisch-ökonomischer Seite stehen dafür die Namen Hannibal, Scipio, Philipp V. sowie Hitler, Roosevelt, Stalin, auf geistig-technischer Seite die Namen Archimedes (mehr Namen aus dieser Zeit zu erwähnen, hat die Antike wirklich nicht verdient) sowie Otto Hahn, Werner Heisenberg, Wernher von Braun und Konrad Zuse. So stehen die abendländischen Jahre 1938 bis 1945 für den Beginn der Übergangszeit, 1969 für die Mitte der Übergangszeit und 1989 für das Ende der Übergangszeit in die nächste Phase (22-24).

Wer hatte die Atombombe zuerst: Deutschland oder USA?   Deutschland (Deutschland hatte die Atombombe zuerst !)! Und danach sah es natürlich auch nur aus, wie bereits erwähnt. Doch Heisenberg, Weizsäcker und die anderen deutschen Forscher hatten bewußt die Entwicklung der Atombombe immer mehr verzögert, um zu verhindern, daß Hitler sie einsetzen konnte. Das sagten sie auch nach dem 2. Weltkrieg, als sie als Kriegsgefangene in einem Haus von den feindlichen Geheimdiensten heimlich abgehört wurden. Die an der Atombombe arbeitenden deutschen Wissenschaftler waren es also, die tatsächlich verhinderten, daß Hitler die erste Atombombe einsetzte. Sie waren kurz davor und hatten bis dahin genug Versuche gemacht, auch hatten sie genug Uran zur Verfügung, aber sie gaben im zunehmenden Maße der nationalsozialistischen Regierung immer wieder Ausreden und Gründe für den Aufschub eines Einsatzes, um zu verhindern, daß sie die erste Atombombe von Deutschland aus starteten.

Die Deutschen hatten die Atombombe vor den US-Amerikanern und setzten sie nur nicht ein - das sagen auch z.B. Edgar Mayer (Edgar Mayer) und Thomas Mehner (Thomas Mehner) . Nach dem 2. Weltkrieg wurde aber verboten, daüber zu sprechen. „Weshalb darf Hitler keine Atombomben besessen haben?“ Das fragte Michael Grandt am 17.11.2010 in seinem Interview mit Thomas Mehner, der antwortete: „Die Frage ist einfach zu beantworten: weil sich dann nämlich sofort eine weitere stellen würde, die nach dem Nichteinsatz der Waffen nämlich. Und die Antwort auf diese Frage würde viele verschiedene Facetten ans Tageslicht bringen, die zahlreiche Establishmenthistoriker in allergrößte Erklärungsnot bringen würde. Eine davon wäre beispielsweise die, weshalb eine Diktatur bei Strafe ihres Untergangs die »Bomben«, über die sie verfügt, nicht einsetzt, während die sich als Demokratie bezeichnenden Vereinigten Staaten von Amerika gleich zwei der Waffen gegen Japan richteten.“ (In: KOPP, 17.11.2010 1. Atombombe). 1. Atombombe

Laut Mehner nannte der Sonderberater des Botschafters der USA in London, Herbert Agar, „in Vorträgen, die er nach dem Krieg – im Juni 1945 – in Großbritannien hielt, den 6. August 1945 als Ersteinsatzdatum einer deutschen Atomwaffe. An diesem Tag explodierte dann tatsächlich eine Atombombe: eine angeblich us-amerikanische über der japanischen Stadt Hiroshima. Ich gehe allerdings davon aus, daß die deutschen Atomwaffen bereits früher Einsatzreife erlangt hatten. Das Problem, das sich damals wohl stellte, war der Transport der Bomben mittels eines nicht abfangbaren Trägersystems – einer Rakete also.“ (Ebd. 1. Atombombe). Mayer und Mehner zufolge entspricht „die etablierte Geschichtsschreibung“, wie sie sie nennen, nicht der Wahrheit. Die Journalisten der Massenmedien seien „nicht lernfähig, plappern sie doch immer noch jene Zeitgeschichtsschreibung nach, die ihnen von den Siegern des Zweiten Weltkrieges vorgegeben worden ist. Ein guter Journalist recherchiert selbst, doch davon merkt man bei den Qualitätsmedien in Bezug auf dieses Thema nichts.“ (Ebd. 1. Atombombe). 1. Atombombe

Die V1, die V2 und der „Rheinbote“ waren nur die technische Vorstufe für Entwicklungen wie Interkontinentalraketen, Weltraumflugzeuge und bemannte Orbitalstationen. Diese Projekte gelangten bis Kriegsende noch weit über das Reißbrettstadium hinaus. Hitler wollte mit diesen Waffen, die nukleare Sprengköpfe tragen sollten, nicht nur New York angreifen und die USA aus dem Zweiten Weltkrieg „herausschießen“, sondern mittels einer langfristigen Planung Deutschlands Vorherrschaft in der Zeit nach dem von ihm propagierten „Endsieg“ sichern. (Vgl. Friedrich Georg, Atomziel New York - Geheime Großraketen und Raumfahrtprojekte des Dritten Reiches, 2004 Georg).

Es ist doch zudem äußerst merkwürdig, daß es weder den US-Amerikanerrn noch den Sowjets nach der Zeit, in der sie von den von ihnen ins Land entführten deutschen Wissenschaftlern und den von Wernher von Braun geleiteten „Apollo“-Programmen profitierten und trotz der Tatsache, daß sie mindestens 700 000 deutschen Patente und mehr als 110 000 Tonnen wichtiger Dokumente raubten, einfach nicht gelang und gelingt, die Raumfahrttechnologie weiterzuentwickeln. Das »Space Shuttle«-Programm beispielsweise wird begleitet von laufenden, teilweise massiven oder sogar katastrophalen technischen Problemen. Die Probleme mit der »modernen« Raumfahrttechnik bestehen offensichtlich deshalb bis zum heutigen Tag, weil ihre Grundlagen auf deutschen Entwicklungen beruhen. Diese wurden nach dem Ende des 2. Weltkrieges von US-Amerikanern wie Sowjet-Russen gleichermaßen erbeutet, ohne jedoch bis ins letzte Detail verstanden worden zu sein. Ja, bei genauer Analyse der Situation drängt sich sogar der Schluß auf, daß alles, was wir heute aus der Luft- und Raumfahrt kennen, im Prinzip schon vor 1945 auf den deutschen Reißbrettern und in geheimen Entwicklungseinrichtungen vorhanden war. Daran ändert auch nichts, daß man nach Kriegsende erbeutete deutsche Reißbrettentwürfe, Patente und Prototypen als „neu erfundene“ us-amerikanische oder sowjetische „Technik ausgab. Das, was daran us-amerikanisch und sowjetisch (bzw. sowjetrussisch oder russisch) war, war Raub - juristisch gesprochen: Diebstahl -, Mord, Freiheitsberaubung, Entführung und Lüge.

Nachkriegsberichte der westlichen Alliierten sprechen davon, daß es zwei deutsche Weltraumprogramme gab. Selbstverständlich waren mit dem ersten Programm die Aktivitäten der Wernher-von-Braun-Gruppe zur Eroberung des Weltalls und zur Erringung der Weltherrschaft mithilfe von ballistischen oder halbballistischen Rückstoßraketen gemeint. Rätselhaft bleibt allerdings bis heute, was unter dem »Zweiten Programm« zu verstehen ist. Die ehemaligen Alliierten haben ihre Archive dazu bis heute nicht geöffnet. Eine Möglichkeit ist, daß die Aktivitäten von Professor Eugen Sänger, der Luftwaffe und der SS zur Schaffung eines »Antipoden-Gleiters« dieses zweite Programm darstellten. Es könnte aber auch sein, daß das »Zweite Programm« weit darüber hinausging und im Zusammenhang mit den Bereichen Quantentheorie, Schwerkraft, Magnetismus, Quecksilber und Plasmaantrieb steht. Forschungsgebiete, die u. a. von der SS kontrolliert und abgeschirmt wurden.

Die Behauptung von Edgar Mayer und Thomas Mehner, nach der Deutschland im Zweiten Weltkrieg an einer neuen Generation von Wunderwaffen arbeitete, die kurz vor ihrem Einsatz stand, erhält durch die in ihrem Buch (Die Lügen der Alliierten und die deutschen Wunderwaffen, 2010) vorgestellten Fakten weitere Nahrung. Ebenso unglaublich wie erstaunlich: Der 6. August 1945 war als Ersteinsatzdatum einer deutschen Atomwaffe festgesetzt worden. An diesem Tag zerstörte dann tatsächlich eine Atombombe eine Stadt – das japanische Hiroshima! 1. Atombombe

Mayer und Mehner zeigen, daß die deutsche Nuklearwaffe fertig war und das Trägersystem in Form einer Interkontinentalrakete kurz vor seiner Fertigstellung stand. Das Zentrum beider Geheimwaffenprogramme lag in Thüringen und wurde von SS, Reichspost und der Firma Skoda betrieben. Die Autoren dokumentieren nicht nur, daß am 4. März 1945 ein Kleinstatomtest auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf stattfand, bei dem mehrere hundert Menschen ums Leben kamen, sondern auch, daß am 16. März 1945 vom Boden Thüringens aus der erfolgreiche Start einer Trägerrakete stattfand. Hans Kammler, der im Januar 1945 zum Bevollmächtigten der „Strahlwaffe“ - damit war die Atombombe gemeint - ernannt worden ist, wurde im März 1945 auch zum Bevollmächtigten der „Strahljäger“ ernannt. Eine solche Ernennung wurde immer erst dann vorgenommen, wenn die Serienproduktion bevorstand. 1. Atombombe

Deutschlands Drittes Reich entwickelte Atomwaffen und die dazu notwendigen Trägersysteme in Form von mehrstufigen Raketen. Dokumente, die 60 Jahre lang der Geheimhaltung unterlagen und im Jahre 2005 freigegeben wurden, zeigen auf, daß es die Geheimwaffen der zweiten Generation tatsächlich gab. Die Angst der US-Amerikaner vor einem nuklearen Beschuß New Yorks und anderer Ostküstenstädte war real! Der us-amerikanische Major Alexander de Seversky, Ingenieur, Göring-Vernehmer und 1947 von US-Präsident Harry Truman für seine Verdienste ausgezeichneter Luftfahrtexperte, äußerte nach dem Krieg sogar, daß es nur den angloamerikanischen Flächenbombardements zu verdanken sei, dass die deutsche Atombombe nicht vor den amerikanischen eingesetzt werden konnte!

Bereits unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wollten die »Gerüchte« nicht verstummen, daß die auf Japan abgeworfenen Atombomben deutschen Ursprungs gewesen seien. In den letzten Jahren konnten zahlreiche Fakten, Indizien und Beweise zusammengetragen werden, die dokumentieren, daß die »Gerüchte« nicht zu unrecht kursieren, denn die deutschen Forschungen auf dem Gebiet der Atomtechnologie und auch der Atomwaffentechnologie waren wesentlich umfangreicher und weiter fortgeschritten als bisher vermutet. Erstmals meldet sich ein Zeitzeuge zu Wort, der sein Wissen in Form eines Erinnerungsberichtes enthüllt. Er stützt sich dabei nicht nur auf eigene Recherchen, sondern auch auf bereits bei Kriegsende zugänglich gemachte Informationen seines Vaters, über die dieser aufgrund seiner besonderen Funktion im Zusammenhang mit dem Bau der deutschen Uranbomben in Thüringen verfügte. Wichtigster Punkt: Spezialeinheiten der USA erbeuteten beim Vormarsch auf das im Zentrum des Reiches gelegene Gebiet drei einsatzbereite Atombomben, von denen eine im Juli 1945 auf amerikanischem Boden getestet wurde, während die beiden anderen mittels eines von deutschen Experten entwickelten Abwurfverfahrens über Hiroshima und Nagasaki eingesetzt wurden. Selbst Kenner der Materie verblüfft der Umstand, daß scheinbar altbekannte Tatsachen unter einem neuen Betrachtungswinkel einen völlig anderen Sinnzusammenhang ergeben, der letztlich zeigt, daß die ersten »US-Atomwaffen« in Wirklichkeit Beutebomben waren. Der von der US-Regierung betriebenen Geheimhaltung und Vertuschung ist es gelungen, die Wahrheit mehr als sechs Jahrzehnte zu unterdrücken – letztlich aber erfolglos.

Das Jonastal bei Arnstadt in Thüringen zählt zu den bestgehüteten Geheimnissen des Dritten Reiches. (Vgl. Gerulf von Schwarzenbeck,Verschwörung Jonastal: Sensationelle neue Erkenntnisse zu Ereignissen und zur Lage unterirdischer Objekte im AWO-Gebiet sowie zur Technologie der deutschen Atombombe, 2005 Gerulf von Schwarzenbeck). Mit seinem unterirdischen S-III-Projekt war es Ort geheimster militärischer und technologischer Experimente. Hier wurden die deutsche Atomwaffe, die Amerika-Rakete und andere Hochtechnologien entwickelt. Hat es einen Plan gegeben, die dramatischen Ereignisse bei Kriegsende im Jonastal, zu vertuschen? Warum hat die Geschichtswissenschaft die tatsächlichen Hintergründe des Sonderbauvorhabens III bis heute nicht aufgeklärt? Weshalb sind Aktenbestände der damaligen Alliierten zu diesem Thema heute noch gesperrt? Warum haben Personen, die über die wahren Sachverhalte Bescheid wußten, geschwiegen? Warum haben US-Amerikaner und Sowjet-Russen bestimmte Personen Schweigeerklärungen unterschreiben lassen, und weshalb haben Zeugen damaliger Vorgänge, die heute noch leben, Angst, sich zu dem Thema zu äußern? Dies geschah doch nicht aus Zufall!

 

Zum Anfang des Skorpions Dem sowjetischen Rußland wurde immer mehr westliche Technik geschenkt, je länger die USA sie im 2. Weltkrieg finanziell und ökonomisch fütterte, weil sie es als Verbündeten brauchten, um gegen den Konkurrenten Deutschland zu gewinnen und auch den Kampf im Pazifik (Japan) nicht allein führen zu müssen (was sie dann doch mußten, weil die Sowjets ihr Wort nicht hielten). Außerdem haben die Russen nach dem 2. Weltkrieg aus der besetzten Zone in Mittel- und Ostdeutschland die deutsche Technik demontiert, nach Rußland geholt und für sich nutzen können, und trotzdem haben sie jedes Mal übersehen, daß sie nicht den eigenen, sondern den gelenkt-fremden Weg eingeschlagen hatten. Wie früher schon! (Fehlgeburt). Wir werden später sehen, wie sich diese Verhältnisse mit denen im Osten der antiken Zeit, im Hellenismus, ähneln. (Pseudomorphose). Auf die erste Jugendliebe (vgl. 14-16 und 16-18), Schwedens Feldzug nach Rußland im Nordischen Krieg (1700-1721), durch die Schlacht von Poltawa entschieden (1709) und in die Geschichte eingegangen als die erste Rußlandkatastrophe, folgte der Eheantrag durch den napoleonischen Feldzug (1812-1813) und die Ehekrise durch den hitlerischen Feldzug (1941-1945). Alle drei Fälle bezeugen tiefenpsychologisch eine Zuneigung des Abendlandes zu Rußland, aber auch eine Hinwendung Rußlands zum Abendland. Alle regierenden Zaren seit Peter I. (der Große; regierte von 1689 bis 1725), und alle Kommunistenführer (rote Zaren) entwickelten jeweils ein Sendungsbewußtsein, das in seiner Tiefe nicht zur russischen Seele paßt und nur mit einer Abendländisierung erklärt werden kann. Auf jeden abendländischen Feldzug folgte in Rußland eine Zwangseuropäisierung mit repressivsten Maßnahmen im Inneren und expansiven Drang im Äußeren, wobei die letzte Verwestlichung alles überstieg und zum vom Abendland ausgehenden 2. Weltkrieg paßt, der auch alle bis dahin geführten Kriege in den Schatten stellte. Der Trugschluß des Weltkommunismus kommt der eben erwähnten Selbstentwirklichung sehr nahe. Aus dem eher ideellen Sozialismus abendländischer Prägung wurde ein real existierender Sozialismus sowjet-russischer Diktatur. Nicht die Arbeiter und Bauern (diese Form gab es in Rußland nicht Fehlen) übernahmen die Macht, sondern der rote Zar und seine von ihm bestimmten Funktionäre. Die Masse war eingesperrt und hatte jeden Tag mit dem Tod zu rechnen. Durch Sklaven-Arbeit, z.B. im Gulag, oder durch reine Willkür fanden allein in Stalins Ära mindestens 40 Mio. Menschen ihren Tod! Das Volk, das man Arbeiter und Bauern nannte und darum ein Phantom war, sollte durch Lenins „Revolution“ angeblich mächtig werden, war aber seitdem noch mehr als zuvor in Lagern eingesperrt oder sonstwie ohnmächtig, und zwar auf eine Tod bringende Art. Die Sklaverei, aus der sie durch die Ideologen angeblich befreit werden sollten, wäre für sie noch eine bessere Klassenstellung gewesen als diese Höllenstellung auf Knien. Ihnen wurde tatsächlich vorgeführt, daß die Klasse der Arbeiter und Bauern, die es ja in Rußland nie gab, ein anstrebbares Ziel sein kann. Welch ein Zynismus! Alle Zaren und Führer in Rußland bzw. in der Sowjetunion waren von Europa beeinflußte, also europäistisch denkende und handelnde Personen; sie waren „Revolutionäre“, die die Entwirklichung erzwangen.

Auf ähnliche Art und Weise muß man die Verhältnisse in Vorderasien zur Zeit der Hellenisierung sehen, wenn man verstehen will, wie eine magische Kultur auf eine apollinische reagierte. Der Begriff Hellenismus drückt die Beziehung zwischen ihnen aus, und weil sie auf griechisch-antiker Seite begann, jedoch später christlich-magisch endete, trägt sie auch den Namen der älteren Hälfte. Daß der Hellenismus im gesamten Gebiet der Antike Auswirkungen hatte, braucht nicht erörtert zu werden. Es ging hier um die Überlappung zweier Kulturen, von denen eine ausgehöhlt und mit fremder Form gefüllt wird, die während des Prozesses die vorgefundene Form übernehmen muß, weil sie diese nicht frei wählen kann und darum zu einer gefälschten Form wird. Spengler nannte den Prozeß Pseudomorphose, ich nenne ihn auch Schwangerschaft, und, falls sie glückt, den Anfang des Lebens. (Vgl. 22-24 und 0-2). Der Hellenismus war eindeutig auch eine Schwangerschaft. Auf zwei Jahreszeiten verteilt, die herbstliche, in der die Hellenen führend waren, und die winterliche, in der die patristischen Christen führend waren, wurde aus der antik gefälschten Form der magischen Kultur eine magisch gefälschte Form der Antike, die am Ende der Schwangerschaft wie eine Plazenta, entsorgt wurde, als das Abendland zur Welt kam (vgl. 6-8), nämlich als eine schon vor oder während der Wintersonnenwende (vgl. 22-24 und 0-2) mit der genetischen Information genau dieser beiden Formen ausgestatteten Kultur. Und die russisch-nordasiatische Kultur, die in der Zeit des Panslawismus (Panslawismus) und der Sowjetunion (Sowjetische Kurzgeschichte) eigentlich die Zeit ihrer Geburt - das Perinatale - hätte erleben müssen, erlebte statt dessen eine „von oben“ (im Sinne Europas !) diktierte Schwangerschaft einer Mutter, die selbst noch eine Mutter braucht, um zur Welt zu kommen. (). Und genau das war auch der magischen Kultur passiert. (Arabertum). Im Sinne des Hellenismus, damit der antiken Kultur, und deshalb auch von Rom gern gesehen - besonders natürlich in dieser Phase, als Rom sich „seine“ Weltmacht erkämpfte. Beim Kampf ums Ei wird jedes Mittel eingesetzt, um dieses noch fast unerreichbar erscheinende Ziel zu erreichen. Das Problem ist aber, und zwar für jede Kultur, daß man durch „seine“ Weltpolitik tatsächlich die möglichen Folgen nicht beachtet und erst nach dieser Phase, also frühestens in der Phase der Befruchtung (22-24), den Partner ganz zivilisiert zur „Abtreibung“ zwingt, indem man extrem imperialistisch wird und expandiert, oder die Folgen akzeptiert oder aber feststellt, daß die Folgen (Nachkommen) gar nicht eingetreten sind und man so den politischen „Geschäften“ ungestörter nachkommen kann. Doch von all dem will man in dieser Phase (20-22: Krise oder Kampf ums Ei) noch nichts wissen, obwohl man ja schon in der vergangenen Phase (18-20: Ehe oder Napoleonismus) die Basis dafür geschaffen hat. Natürlich war z.B. die Antike auch selbst an der Aktion beteiligt, die für sie, wenn auch erst viel später, unangenehme Folgen haben sollte. Ob dem Abendland das auch passiert ist und es mit ähnlichen Folgen zu rechnen hat, ist stark anzunehmen und trotzdem nicht sicher, denn nicht jeder Koitus (Kampf ums Ei) führt auch zur Befruchtung (22-24).

Der Versuch der kämpfenden Samenzellen, die Eizelle zu erreichen und zu treffen, kann scheitern und scheitert sogar häufig. Auch erreichen viele Samenzellen das Ei deshalb nicht, weil sie zu energisch und aggressiv sind und deshalb die Energiereserven zu schnell vergeuden. Diese für männliche Spermien typische Verhaltensweise gilt natürlich nicht nur für das Leben im Uterus. Viele männliche Spermien scheitern also allein deshalb, weil das Ei noch zu weit entfernt ist. Die weiblichen Spermien sind langsamer und haben dann mehr Glück - als wüßten sie, daß die weibliche Eizelle, obwohl sie sich selbst nicht bewegen kann, sondern bewegt wird -, weil das Ziel ja passiv wandert. Je weniger die weibliche Eizelle schon getrieben wurde, desto mehr Chancen haben die weiblichen Spermien, gegen die früher absterbenden männlichen Spermien zu gewinnen, um dann nur noch mit Geschlechtsgenossinen darum kämpfen zu müssen, die Eizelle zu erreichen und vor allem zu treffen. Dagegen haben die männlichen Spermien mit ihrer Schnelligkeit um so bessere Chancen, je mehr die weibliche Eizelle schon getrieben wurde - noch besser, wenn dann auch noch die Richtung stimmt. Männliche Energieprotze und weibliche Geduldsfäden haben gleiche Chancen, allerdings nur zu einer ganz bestimten Zeit, die auch die Eizelle nicht bestimmen kann. Hier kommt es auf den Menschen an, aber selbst der ist nur bedingt fähig, die Befruchtung zu bestimmen. Und auch hier symbolisiert der Mensch die Kultur als ein Wesen der Natur, die er besiegen will, aber doch nicht kann.

Wie eigentlich jede Kulturphase, so kann man auch die jetzige Kulturphase („Krise oder Kampf ums Ei“) in drei Unterphasen einteilen: I.) Vorstufe „Kalter Krieg“ (Beispiel Antike: ca. 282-264; Beispiel Abendland: ca. 1871-1914); II.) Hauptstufe „Weltkriege“ (Beispiel Antike: ca. 264-201; Beispiel Abendland: ca. 1914-1945); III.) Endstufe „Kalter Krieg“ (Beispiel Antike: ca. 201-160; Beispiel Abendland: ca. 1945-1990). Jedenfalls erhält man im Ergebnis das, was mit der Metapher „Krise oder Kampf ums Ei“ offensichtlich gemeint ist: „Weltmachtskriege“, wobei die Vorstufe teilweise noch der vorhergegangenen Phase (18-20) und die Endstufe teilweise schon der folgenden Phase (22-24) ähnelt, so daß für die Untersuchung zur Frage nach der exakteren Aussage über die jetzige Phase (20-22) die Hauptstufe die geeignete Antwort ist: „Weltkriege“.

Die Weltkriege müssen hier als auf die jeweilige Kultur bezogen verstanden werden; sie dürfen also nicht mit den globalen Kriegen verwechselt werden, die erst für die nächste Phase (22-24) charakteristisch sind und sich von den Weltkriegen dadurch unterscheiden, daß sie zwar weniger totalitär als die Weltkriege sind, dafür aber nahezu endlos dauern können, weil sie Bürgerkriegen ähneln und hauptsächlich „Privatkriege“ sind (22-24), zum Krieg der Kulturen ausarten können, aber nicht müssen. (Vgl. „Kampf der Kulturen“ Kampf der Kulturen).

Die jetzige Kulturphase („Krise oder Kampf ums Ei“; 20-22) bedeutet auch, daß in allen Kulturen erstmals die „Kriegsschuldfrage“ zur Begründung politischer Forderungen aufgeworfen und durchgesetzt wird, also auch „Kriegsverbrecher“ bestimmt, verhaftet, zum Tode verurteilt oder sonstwie bestraft werden. Außerdem vergessen wir nicht: in der jetzigen Kulturphase erreicht auch und gerade der Nihilismus seine Höchstform. Die Gelegenheiten, die der Nihilismus bietet, werden immer häufiger genutzt, und hierzu gehört eben auch die Chance, aus Moralisierungen und Hypermoralisierungen Kapital zu schlagen - mit der Folge, daß eine „scheinheilige Moral-Industrie“ = „Scheinmoral-Industrie“ entsteht, denn durch sie können die regierenden Politiker (vor allem die der Liberalismus-Staaten) entscheidungsunfähig und folglich auch handlungsunfähig gemacht werden. Es wird blockiert oder gar ein Chaos gestiftet, und auf diese Weise wächst die Nihilismus-Lobby immer mehr, bekommen die Moralisierer bzw. Hypermoralisierer immer mehr intellektuelle Macht, vielleicht sogar noch mehr, zumindest jedoch eine Teilbefriedigung ihres Antriebs (Willens) zur Macht.

 

Zum Anfang des Skorpions Was die Kunst betrifft, so konnten in der jetzigen Phase des Abendlandes die vielen Neo-Richtungen ihre Hochkonjunktur feiern. Ihre Präfixe (Neo... oder Neu...) in den Namen verraten, daß sie selbst das Künstlerische sein sollten, denn wirklich Neues brachten die Werke nicht mehr zustande. Hoch-Historismus oder Eklektizismus sind schon zutreffende Ausdrücke für das, was jetzt produziert wurde. (Philosophie). Und das gilt analog auch für die antike Kunst.

Kompositkapitell (Römische Ordnung)

Die römische Kunst wurde infolge der Siege durch die Römer im östlichen Mittelmeerraum griechischer, und erst in der nächsten Phase sollte sie sich emanzipieren, einen eigenen Beitrag zur gemeinsamen Kunst liefern und zum konkurrenzfähigen Impulsgeber Richtung Osten werden. (Vgl. 22-24). Jetzt erfolgte der Kulturtransfer immer noch in der gewohnten Ost-West-Richtung. Transferiert wurden jedoch keine förmlichen Neuartigkeiten, sondern allenfalls Neuwertigkeiten: Neoismen. Wenn man die Antike dieser Zeit rein griechisch oder gar hellenistisch verstanden wissen will, dann muß man feststellen, daß sie sich an die Peripherie der griechischen Welt verlagerte: nach Rhodos, Alexandria und Pergamon. Man entwarf große Stadtanlagen mit rechtwinklig sich schneidenden Straßen, wie schon Hippodamos zuvor (5. Jh. v. Chr.), allerdings mit Stadtbefestigungen gegen die neuartigen Belagerungsmaschinen. Diese Phase war für Antike und Abendland gekennzeichnet durch eine Art Ingenieurarchitektur und Eklektizismus oder Hoch-Historismus.

Historismus und Eklektizismus schöpften und schöpfen aus dem Alten, der Tradition. Natürlich haben alle ihre Vertreter etwas Eigenständiges oder Individuelles gegenüber dem Althergebrachten vollbracht. Impressionismus und Expressionismus seien hier ebenso genannt wie die Kunst der Gründerzeit und der Jugendstil. Dadaismus und Bauhaus des Walter Gropius (1883-1969) versuchten einen revolutionären Neubeginn der Kunst. Die Eisen- und Stahlkonstruktionen kann man subsumieren unter dem Begriff der Ingenieurarchitektur. In der Musik gehen ebenfalls viele Werke zurück auf Vorläufer von Klassizismus und Romantik. Spätromantiker oder Neoromantiker sind Franz Liszt (1811-1886), Richard Wagner (1813-1883), Giuseppe Verdi (1813-1901), Jacques Offenbach (1819-1880), Clara Schumann (1819-1896), César Franck (1822-1890), Friedrich Smetana (1824-1884), Anton Bruckner (1824-1896), Johann Strauß (1825-1899), Joseph Strauß (1827-1870), Johannes Brahms (1833-1897), Georges Bizet (1838-1875), Modeste P. Mussorgski (1839-1881), Peter Tschaikowski (1840-1893), Anton Dvorak (1841-1901), Edvard Grieg (1843-1907) und viele andere. Den Übergang zum reinen Impressionismus, dem darauf folgenden freitonalen Jugendstil und dem atonalen Expressionismus bilden Engelbert Humperdinck (1845-1921), Giacomo Puccini (1858-1924), Hugo Wolf (1860-1903), Gustav Mahler (1860-1911), Claude Debussy (1862-1918), Richard Strauss (1864-1949), Jean Sibelius (1865-1957), Siegfried Wagner (1869-1930), Hans Pfitzner (1869-1949), Max Reger (1873-1916), Arnold Schönberg (1874-1971), Maurice Ravel (1875-1937), Walter Niemann (1876-1953), Joseph Haas (1879-1960), Igor Strawinski (1882-1971), Anton Webern (1883-1945), Joseph Hauer (1883-1959), Alban Berg (1885-1935), Wilhelm Furtwängler (1886-1954), Darius Milhaud (1892-1974), Paul Dessau (1894-1979), Paul Hindemith (1895-1963), Carl Orff (1895-1982), Jaromir Weinberger (1896-1967), Ottmar Gerster (1897-1969), Hermann Reutter (1900-1985), Werner Egk (1901-1983), Boris Blacher (1903-1975), Rudolf Wagner-Régeny (1903-1969), Herbert von Karajan (1908-1989) und Heinrich Sutermeister (1910-1995). Den Übergang von der deutschen musikalischen Letztromantik zur sogenanntenModerne“ (= Höhepunkt oder auch: Tiefpunkt) bildete die Neue Wiener Schule. Im Umkreis von Arnold Schönberg stieß die Entwicklung bis 1914 über den freitonal schweifenden Jugendstil (Mahlers Lied von der Erde, verschiedene Werke Schönbergs u. a.) zum atonal geballten Expressionismus vor (Berg). Musikalischer Expressionismus kann als eine Übertragung fraglichen Wertes aus der bildenden Kunst verstanden werden: eine konstruktive Musik ohne jede außermusikalische Anregung oder Assoziation, mit bewußter Loslösung von jeder musikalischen Tradition und dem Vorzug der Atonalität. Der Subjektivismus des Expressionismus (um 1920) wurde später durch sein Gegenteil, die Sachlichkeit, für einige Zeit abgelöst. Mit der erstmals durch Hauer und Schönberg systematisierten Zwölftonmusik (Dodekaphonie) setzte nach dem 1. Weltkrieg eine kompositionstechnische Neuformierung des Tonmaterials ein (Werke u. a.: Schönberg, Berg, Webern). Konstruktivismus beherrschte auch die darauf folgende Wiener Neoklassik. Den parallel dazu verlaufenden Vitalismus (Egk, Wagner-Régeny, Blacher u. a.) kennzeichnen motorisch-energetische Züge. Jugend- und Volksmusikelemente und die Wiederentdeckung der alten Musik wirkten und wirken hier mit, z.B. in Hindemiths Mathis, in Haas' Singmessen, in Orffs Carmina Burana und in Reutters Großer Kalender. Dessau, Gerster u. a. ergänzten die Entwicklung mit einer Art funktionaler Gebrauchsmusik. Nach dem 2. Weltkrieg erfuhr die Schönberg-Schule eine Ausweitung zur seriellen und elektronischen Musik, z.B. durch Karlheinz Stockhausen (1928-2007), vorwiegend von Experiementierplätzen wie Darmstadt und Donaueschingen her sowie über das Mäzenat der Rundfunkanstalten. (Vgl. 22-24).

Die bekanntesten impressionistischen Maler sind Adolph von Menzel (1815-1905), Gustave Courbet (1819-1877), Camille Pissaro (1831-1903), Edouard Manet (1832-1883), Edgar Degas (1834-1917), Hans Thoma (1839-1924), Paul Cézanne (1839-1906), Claude Monet (1840-1926), Auguste Renoir (1841-1919), Wilhelm Leibl (1844-1900), Carl Schuch (1846-1903), Max Liebermann (1847-1935), Fritz von Uhde (1848-1911), Wilhelm Trübner (1851-1917), Vincent van Gogh (1853-1890), der auch schon ein wenig expressionistisch malte, Lovis Corinth (1858-1925), Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901), Max Slevogt (1868-1932). „Der Impressionismus ist der umfassende Ausdruck eines Weltgefühls, und es versteht sich, daß er die gesamte Physiognomie unser späten Kultur durchdringt.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes., 1917, S. 367).

So wie die Römer allmählich begannen, eigene Kunstformen innerhalb des antiken Kulturkreises zu entwickeln, so begannen in der abendländischen Kultur die (U.S.) Amerikaner allmählich mit ihren eigenen Kunststilen einen Beitrag zur gemeinsamen Kultur zu leisten. Beide, Römer und Amerikaner, taten dies nach ihren militärischen Erfolgen im älteren, östlichen Teil, aus dem sie einst die Kultur erhielten oder mitbrachten. Das eben erwähnte römische Kapitell und der amerikanische Jazz sind Beispiele für diese Entwicklung. Die Herkunft des Wortes Jazz ist unbekannt, stammt aber vermutlich von chase (Jagd, Hetze) oder von jassy (verschroben, überschäumend). Entstanden ist der Jazz im Süden der USA aus dem Zusammentreffen der musikalischen Tradition der Euroamerikaner mit dem Musikgefühl der Afroamerikaner. Vorwiegend europäischer Herkunft sind die Instrumente, die Harmonie und die Melodik, vorwiegend nichteuropäisch sind die Besonderheiten des Rhythmus, der Phrasierung und der Tonbildung. Um 1880 bildeten sich die ersten Blaskapellen, und 1897 kam der Name Ragtime auf. Der Swing wurde 1924 bekannt. Beeinflußt von Teilelementen des Jazz wurden z.B. Hindemith (1922: Suite für Klavier, 1947: Klarinettenkonzert), Liebermann (1954: Konzert für Jazzband und Sinfonieorchester), Honegger (Rugby, Concertino für Klavier), Brubeck (Dialoge für Combo und Orchester), Gershwin (Rhapsody in blue; Porgy and Bess), Strawinski (Ragtime für 11 Instrumente; Ebony-Concerto), Ravel (Violinsonate; L'enfant et les sortilèges), Milhaud (Ballett La creation du monde), Berg (Lulu), Schostakowitsch (Suite für Jazzorchester, Tahiti-Trott), Gruenberg (The Daniel-Jazz), Bernstein (1957: West Side Story), Weinberger (Cowboys Christmas), Britten (A charm of lullabies) und andere Musiker. Um 1950 begann die Zeit des Progressiven Jazz. Seine Klänge sind mächtig und erinnern im Aufwand an die Nachromantik. Die Harmonik ist angereichert durch Rückgriffe auf Hindemith, Milhaud, überhaupt auf die Frühzeit der modernen Musik. In dieser Musik hört man die typisch abendländische, weil kontrapunktische Arbeit, deutlich heraus. Förmliche Suiten. (Vgl. 22-24).

Zum Anfang des Skorpions In der Antike und im Abendland entstehen in dieser Phase keine wirklich neuen philosophischen Richtungen mehr. Die wichtigsten alten Schulen, insbesondere die der „Klassik“, wirken weiter: Platonische Akademie, Aristotelischer Peripatos, Skeptizisten, Stoizisten, Epikuräer sowie Reste der noch älteren Richtungen wie die der Sokratiker, Kyniker und Kyrenäiker (Hedoniker), wobei die mittlere platonische Akademie eine mehr skeptische Richtung unter Arkesilaos (315-241) bekam. Er war von 270 bis 241 deren erster Vorsteher. (Vgl. 18-20). Der Stoizist Chrysippos (281/278-208/205) schuf eine Lehre von der periodischen Weltverbrennung und Welterneuerung durch die Gottheit. Wie bereits erwähnt, war im 3. Jahrhundert v. Chr. das Museion in Alexandria mit einer Bibliothek von mehreren hunderttausend Papyrusrollen, später auch die Bibliothek von Pergamon, kultureller Mittelpunkt der hellenistischen Wissenschaft. (Vgl. 18-20). Kennzeichen dieser hellenistischen Wissenschaft war jetzt die zunehmende Spezialisierung. Athen blieb aber weiterhin die antike Weltuniversität, wobei das Wort Universität weder im Gebrauch war noch wiedergibt, was Athen eigentlich wirklich war: Mittelpunkt der antiken Liebe zur Weisheit (Philosophie). Ein Schüler des Straton war der einzig uns überlieferte Astronom, der bereits das heliozentrische Weltbild, die Achsendrehung der Erde und die Drehung der Erde um die Sonne erkannte (272): Aristarchos von Samos (320-250). Archimedes von Syrakus (285-212) machte mathematische und physikalische Entdeckungen, z.B. die antike Form der Integralrechnung, die Bestimmung des spezifischen Gewichts der Körper, ein erstes Himmelsmodell mit beweglichen Sternen und Wurfmaschinen für die Verteidigung von Syrakus gegen die Römer. Eratosthenes von Kyrene (280-200) entdeckte durch Erdmessung die Kugelgestalt der Erde (Berechnung des Erdumfangs), zeichnete eine Weltkarte und betrieb auch sonstige Geographie und Chronographie (Trojazug: 1184 v. Chr., vgl. 8-10; Lykurg: 844 v. Chr., erste Aufzeichnungen der Olympischen Spiele: 776 v. Chr.; vgl. 10-12). Der Entdecker der Nerven und des Gehirns als Zentralorgan des Nervensystems war Herophilos (335-250), während Erasistratos (300-240) der Ergründer der Pneuma-Lehre war und sich mit dem Blutkreislauf beschäftigte. Beide führten auch Sektionen am menschlichem Körper durch.

In der Philologie wirkten Aristophanes von Byzantion (257-180), der Begründer der wissenschaftlichen Grammatik und Klassikerausgaben mit Einleitung, Aristarchos von Samothrake (217-145) mit explizitenn Kommentaren. Krates von Milet (um 170) in Pergamon glänzte mit seinen allegorischen Erklärungen zu Homer. In Alexandria brillierten dichterisch: Kallimachos von Kyrene (310-240) mit Elegien, Epihrammen und Hofgedichten, Theokrit von Syrakus (um 270) durch seine Hirtengedichte und Idyllen sowie Apollinios von Rhodos (295-215), der das Argonauten-Epos schrieb. Das griechische Bildungsideal wurde im Römischen Reich übernommen und gefördert, vor allem durch den Kreis der Scipionen. Dieser anfängliche Enthusiasmus für den gesamten griechischen Kulturbereich im lateinischen Sprachraum (Sprachkörper) wich mehr und mehr einem eigenen Kulturbeitrag, welcher gefordert und gefördert wurde von Livius Andronicus (285-204), der eine Literatur in lateinischer Sprache begründete, die Odyssee (Odusia) Homers und die griechischen Tragödien übersetzte. Damit kann er als der Erfinder der Übersetzungskunst gelten. Gnaeus Naevius (3. Jh. v. Chr.) schrieb lateinische Komödien (Zeitkritik), die nationalrömischen historischen Dramen namens Praetexta und ein Epos über den 1. Punischen Krieg. Titus Maccius Plautus (254-184) verfaßte Komödien mit volkstümlichen, obszönen und burlesken Bildern. Ennius (239-169) dichtete ein Epos über die römische Geschichte in Hexametern (Annales). Begründer der römischen Geschichtsschreibung ist Fabius Pictor (3.Jh./2.Jh.) mit seinem Werk Annales, eine Annalistik, d.h. eine nach Jahresabschnitten geordnete Darstellung, die jedoch in griechischer Sprache erschien (197). Ein Geschichtswerk über Rom und Italien mit dem Titel Origenes (Usprünge) und das älteste landwirtschaftliche Fachbuch gab Cato (234-149) heraus. Als hätten die Römer es geahnt: im 2. Jahrhundert v. Chr. kam es zu einer geistigen Reaktion in den hellenistischen Gebieten des Ostens; die einheimische Bevölkerung wehrte sich immer mehr gegen die Hellenisierung durch ihr Festhalten an der eigenen (magischen) Kultur und Sprache. Diese orientalische Gegenwirkung, die zunehmende Macht der Randstaaten, z.B. der Parther und Inder, und eine allgemeine Wirtschaftskrise förderten den langsamen Niedergang der hellenistischen Kultur. Das herbstliche Fallen der Blätter setzte jetzt vermehrt ein. Die nackten Tatsachen kamen immer mehr zum Vorschein. Herbst

Zum Anfang des Skorpions Eine zunehmende wissenschaftliche Spezialisierung ist ein Kennzeichen für Antike und Abendland in der jetzigen Phase. Auch in der Wissenschaft fielen die Blätter zugunsten des reinen Tatsachenwissens immer mehr. Weil die Grundlagen hierfür bereits in der vorherigen Phase zur größten Reife ausgebildet und somit vollendet worden waren, bedurften sie ab jetzt einer Verfeinerung. In der Antike (rot gefärbt) waren in der Zeit von 300/280 bis 200/150, im Abendland von 1850/1870 bis 1945/2000 folgende Theorien oder Schulen aktuell:

1848) Kommunismus/Marxismus (Marx, Engels)
1850) 2. Hauptsatz der Wärmelehre (Thermodynamik), Entropie (Rudolf Clausius)
1851/54) Soziologie (Comte)                                                                               um -300) Stoiker (Zenon der Stoiker)
1852) Zellteilung (Remak)
1853/55) Rassen-Ideologie (Gobineau)
1854) 1. elektrische Glühlampe - mit Batterie-Stromzufuhr (Heinrich Goebel)
1854) Vierdimensionales Kontinuum von Raum und Zeit (Riemann)
1855) Bunsenbrenner (Robert Wilhelm Bunsen)
1855) Sinnespsychologie (Helmholtz)
1855) Materialismus (Materialismus-Bibel „Kraft und Stoff“: Büchner).
1855/64) Vereinigung Mechanik-Theorie mit Idealismus (Lotze)
1856) Erdöl-Bohrungen in der Lüneburger Heide: Beginn der sytematische Erschließung von Erdöl
1856) Regenerativ-Flammofen (Friedrich Siemens)
1857) 4. Januar („Schwarzer Sonntag“): Beginn der 1. „Weltwirtschaftskrise
1857) Erstes Tiefseekabel (Werner Siemens)
1859) Historischer Materialismus (Marx)
1859) Spektral-Analyse (Kirchhoff / Bunsen) / Kirchhoff'sches Gesetz, - Strahlungsgesetz (Kirchhoff)
1859) Darwinismus (Entstehung der Arten: Darwin)
1860) Vereinigung Mechanik-Theorie mit Idealismus (Lotze)
1860) Psychophysik (Fechner)                                                                                       um -300) Epikuräer (Epikur)
1860) Kindbettfieber (Semmelweis)
1861) 1. Telefon bzw. Fernsprecher (Reis)                            -287) Gründung der Bibliothek in Alexandria
1861-64) Vollendete Theorie des Elektromagnetismus (Maxwell und Boltzmann)
1861-96) Evolutionismus (Spencer)                          -287) Neu-Peripatos (Jüngere Aristoteliker: Straton)
1862) Viertakt-Motor, auch „Ottomotor“ genannt (N. Otto) / Tuberkelbazillus (Robert Koch)
1863) Ferdinand Lassalle gründet in Leipzig den ADAV (1869: SDAP, 1875: SAP, 1890: SPD)
1864) 1. Internationale (internationale Arbeiterassozisation) aus 13 europäischen Ländern und USA
1864 bis 1873) Moderne Zukunftsromane. Beginn der Science-fiction (Reise zum Mittelpunkt der Erde,
                        Von der Erde zum Mond, Reise zum Mond, In 80 Tagen um die Welt: Jules Verne)
1865) Milieutheorie (Taine) / Mendelsche Gesetze (Vererbungslehre: Mendel)
1865/66) Keimplasmatheorie (Erbsubstanz in Form von Determinanten im Keimplasma; Weismann)
1866/67) Torpedo / Dynamit, Eisenbeton (Whitehead / Nobel, Monier)
1866) Dynamo-Maschine (Werner Siemens)
1868) „Schliemannsche“ Archäologie-Methode: Troja wird entdeckt (Heinrich Schliemann)
1869) Periodensystem der Elemente (J. L. Meyer, D. Mendelejew) / Lichtdruck (Albert)
1869) DNS (DNA): Desoxyribonukleinsäure (Miescher, Hoppe-Seyler)
1869) A. Bebel und W. Liebknecht günden in Eisenach die SDAP (1863-69: ADAV, 1875: SAP, 1890: SPD)
1869-1870) (08.12.1869-20.10.1870) Konzil (20) von Rom (Vatikan I) :
                  Definition des Primats und der Unfehlbarkeit des Papstes
                  (!) Vor 306 Jahren endete das letzte Ökumenische Konzil (!)
1870) (Neu-Realismus =) Unkritischer Realismus (Mach u.a.)
1870) Neu-Idealismus (Eucken u.a.)
seit -270 ) Neu-Akademie: 2. oder Mittlere Akademie (akademische Skepsis); Arkesilaos
1870) Neu-Kantianismus (Mach, Riehl, Helmholtz; Marburger Schule: Cohen, Nartorp; Rickert, u.a.)
1870/71) Deutsch-Französischer Krieg (Frankreich kapituliert im Januar 1871): 2. Deutsches Reich
1871) Versailler (Vor-) Friede (26.02.) und Frankfurter Friede (10.05.)
1873) Ammoniak-Kältemaschine (Carl von Linde)
1875) Befruchtung durch Verschmelzung von Ei- und Samenzelle (Hertwig)
1875) Die SDAP, die aus dem ADAV (1863-69) hervorging, heißt jetzt SAP (1890: SPD)
1876) 1. Nachweis eines lebenden Mikroorganismus als Erreger einer Infektionskrankheit (Robert Koch)
1876/77) 2. Version des Telefons / Sprech-Maschine (Bell, Gray / Edison)
1877) 1. Kontaktlinse (Adolf Fick)
1878) Elektrischer Schmelzofen, Elektrometallurgie (Werner Siemens)
1878) Berliner Kongreß (Bismarck schlichtet den „Balkan-Konflikt“)
1879) 1. brauchbare elektrische Glühlampe (Edison)
1879) 1. Elektrolokomotive (Werner Siemens)
1879) Logistik (Gottlob Frege)
1879) Panpsychismus (Fechner)
1879/80) Kulturkritik der Zeit und Charakterologie deutschen Wesens (Bötticher)
1880) Elektrischer Aufzug (Werner Siemens)
1883-86) Neue Variante der Lebensphilosophie (Nietzsche)
1883) Mengentheorie (Georg Cantor) / Gruppentheorie (Dedekind, Klein)
1884) Dem Deutschen Volke: Berliner Reichstagsgebäude (Paul Wallot)
1884) Nahtlose Rohre per Mannesmann-Verfahren: Schrägwalzung, Pilgerschrittwalzung (Mannesmann)
1884/85) Benzin-Motor / Motor-Kraftwagen (Daimler, Maybach / Daimler, Benz)
1885) Goethe-Gesellschaft (Weimar): Jahrbücher und internationale Tagungen
1886) Elektromagnetische Wellen (Beweis des Elektromagnetismus: Hertz)
1889) 2. Internationale: 1. Mai '90 als Kampftag der Arbeit; Ausschluß der anarchistischen Arbeiterbewegung
1889) Französische Lebensphilosophie (Bergson)
1890) Antikörper gegen Infektionserreger, Begr. der Serumheilkunde / Immunitätslehre (E. A. Behring)
1890) Die SAP, die aus dem ADAV (1863-69) und der SDAP (1869-75) hervorging, heißt jetzt SPD
1890) Neu-Hegelianismus (Dilthey, Fischer, Croce, Wigersma, Glockner, Hearing, Bosanquet, Litt u.a.)
1890) Anfänge der Gestaltpsychologie (von Ehrenfels) / Reduktionsteilung (Samenzellen: Hertwig)
1891) 1. erfolgreicher Gleitflug (Otto Lilienthal)
1892) Gründung der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands (Dachverband)
1893) Photozelle (J. Elster, H. Geitel)
1893) 1. intensive Erforschung der Arktis (Nansen)
1894) Geisteswissenschaft und Verstehensmethodik (Dilthey)
1895) Kinematograph (Lumière)
1895) Herstellung von flüssiger Luft, Linde-Verfahren (Carl von Linde)
1895) Röntgen-Strahlen (Wilhelm Conrad Röntgen)
1896) Elektronen-Theorie / Uran-Strahlen (Lorentz / Becquerel)
1897) Diesel-Motor (Diesel)
1897) Vorläufer der Kant-Gesellschaft: Kant-Studien (- Kreis)
1898) Überfall der USA auf Kuba: Beginn des USA-Spanien-Krieges
1899) Monismus (Biologische Philosophie: Haeckel)
1900) Lenkbares Starr-Luftschiff (Zeppelin)
1900) Plancksches Strahlungsgesez Quantentheorie (Planck)
-272) Heliozentrisches Weltbild (Aristarch)
1900) Psychonalytische Traumdeutung (Freud)
1900) Neu-Phänomenologismus (Phänomenologie: Husserl) - zur Überwindung des Psychologismus
um 1900) Braunsche Röhre (Karl Ferdinand Braun) / Atommodell, Dynamidentheorie (P. Lenard)
1901) Herstellung von flüssigem Sauerstoff und Stickstoff (Carl von Linde)
1901) Bild-Telegraphie (A. Korn)
1901) 14. August: 1. Motor-Flug (Gustav Weißkopf)
1901-1903) 1. deutsche Expedition mit dem Polarschiff Gauß in die Antarktis (Erich Drygalski)
1902) Bosch-Zünder (Hochspannung-Magnetzündung) für Kraftfahrzeuge (R. Bosch)
1902) Konventionalismus (Poincaré, Dingler)
1903) Radioaktivität (Zerfallsgesetz: Rutherford)     -260) Archimedisches Prinzip: Hydrostatik (Archimedes)
1903) Seismometrie, Seismograph (Wiechert)
1903) Neu-Realismus (Moore u.a.)
1903) Motor-Flug (Karl Jatho am 18. August; Gebr. Wright am 17. Dezember)
1904) Chromosomen (Theodor Boveri)
1904) In Deutschland wird das weltweit erste Radargerät gebaut (Christian Hülsmeyer)
1904) Kant-Gesellschaft (Vaihinger) anläßlich Kants 100. Todestages (Zeitschrift: Kant-Studien)
1905) Spezielle Relativitätstheorie (Einstein)                      -260) Spezifisches Gewicht der Körper (Archimedes)
1905-1910/13) Haber-Bosch-Verfahren zur Herstellung von Ammoniak (Theorie: F. Haber, Praxis: C. Bosch)
1907) Pragmatismus (James / Dewey)
1908) Ehrlich-Seitenkettentheorie (Ehrlich)
1909) Neu-Vitalismus (Driesch)
-3. Jh.) Nerven, Gehirn, Nervensystem, Blutkreislauf (Herophilos, Erasistratos)
1900/20) Völkerpsychologie (Wundt) / Charakterkunde (Klages)
1910) Blutgruppen (Moß) / Salvarsan zur Syphilisbehandlung, moderne Chemotherapie (Ehrlich)
1911) Schopenhauer-Gesellschaft (international): Begr. Deussen, Gwinner, Kohler; Jahrbücher
1911) Atom-Modell (Rutherford, Bohr)
1911) Mathematische Logik (Frege, Russel, Whitehead)      -260/240) Antike Integralrechnung (Archimedes)
1911) Fiktionalismus (Vaihinger) / Vitamin B1-Wirkstoff gegen Beri-Beri (Funk)
1912) Theorie der Plattentektonik bzw. Kontinentalverschiebung (A. Wegener)
1912) Humangenetik (Lenz)
1912/23) Denkpsychologie (Würzburger Schule, Külpe)
1913) Goetheanum (Gesellschaft für Anthroposohie): Freie Hochschule für Geisteswissenschaft (Steiner)
1913) Röhrensender (A. Meißner) / Echolot (A. Behm) / Stark-Effekt (J. Stark)
1913) Ausdruckswissenschaft (Klages)
1913) Geisteswissenschaftliche Psychologie (Spranger)
1914) Graphologie (Klages) / Begründung der Verhaltensforschung (Watson)
264-241) Erster Punischer Krieg
1914-18) Erster Weltkrieg
              Den 1. Weltkrieg verursachen jene, die Schuld an ihm haben: Serbien, Rußland, Frankreich, England und
              die USA. Dieser Hinweis erfolgt gegen die historisch falschen Behauptungen der nach dem 1. Weltkrieg
              mittels ihres erzwungenen Versailler Diktats und ihrer entsprechenden Propaganda sich durchsetzenden
              Sieger und der später (vor allem nach dem 2. Weltkrieg) der Siegerjustiz sich immer mehr beugenden, die
              Siegerpropaganda, also auch die historisch falschen Behauptungen immer mehr kritiklos übernehmenden
              Verlierer. - Zeigt Zivilcourage! Bekämpft die Lüge! Verhindert, daß Geschichte zur Religion wird! **
1915) Erste Gaswaffe (Fritz Haber) - Einsatz ab 22. April
1915) Allgemeine Relativitätstheorie (Einstein)
-237) 1. Himmelsmodell mit beweglichen Sternen (Archimedes)
1915/16) Ganzmetallflugzeug (Junkers) / Gerichtete Kurzwelle (Marconi)
1916) Sprachwissenschaftlicher Strukturalismus (de Saussure)
1917) Neu-Morphologie (Spengler)
1918) Mobiltelefon (Deutsche Reichsbahn)
1918) Philosophie als Impressionismus (Keyserling)
1919) Gründung der Deutschen Arbeiterpartei; sie heißt ab 1920 NSDAP
1919) Versailler Vertrag (= Diktat bzw. Pause zwischen 1. und 2. Weltkrieg)
          Mit diesem Diktat beginnt der „Mord am Deutschen Volk“ (Otto Landsberg, SPD, Reichsjustizminister)
1919/20) Begründung der Wertethik (Scheler) / Protonen (Rutherford)
1919/22) Historismuskritik (Religionssoziologie: Max Weber, E. Troeltsch)
1919/25) Tonfilm / Fernsehversuche (Vogt, Engl) in Deutschland, USA, England
1921) Atomkern-Isomerie (Hahn)
1921) Menschliche Erblehre, Rassenhygiene, Intelligenzversuche mit Menschenaffen (Baur, Fischer, Lenz)
1921) Moderne Konstitutionsforschung (Kretschmer) / Insulin (Mackad, Banting, Best)
1922) Neu-Universalismus (Neu-Hegelianismus: Spann)
1923) Institut für Sozialforschung, Frankfurter Schule (Horkheimer, Wiesengrund [Adorno]; Mäzen: Weil)
1924) Neu-Sensualismus als Behaviorismus (Watson)
1924) Quantenmechanik (Heisenberg)
1924) Wellenmechanik (Schrödinger, Heisenberg)
-222) Weltkarte, Geo- und Chronographie (Eratosthenes)
1927) Heisenbergsche Unbestimmtheitsrelation (Heisenberg)
-222) Kugelgestalt der Erde (Eratosthenes)
1927) Neue Variante der Lebensphilosophie: Existenzphilosophie (Heidegger, Jaspers)
1927) Drahtlose überseeische Telefonverbindung (von Witzleben) / Strahlengenetik (Friedrich von Müller)
1927) Weltbevölkerung (**|**|**): 2 000 000 000
1928) Neu-Positivismus als Logischer Positivismus (Wiener Kreis, Schlick, Carnap, Reichenbach)
1928) Philosophische Anthropologie (Scheler) / Penicillin (Fleming) / Magnetophon (Pfleumer)
1929) Erste Weltumfahrt (Luftschiff „Graf Zeppelin“; 49000 km; vgl. Äquatorumfang: 40075 km)
1929) Elektroenzephalographie (EEG; Hans Berger)
1929) 24. Oktober („Schwarzer Donnerstag“): Beginn der 2. „Weltwirtschaftskrise
1929/33) Biozentrismus (Klages) / Herz-Katheter (Forßmann) / Fernsehen und Fernfilm (Telefunken)
1930) Hegel-Bund (international), ab 1956: Hegel-Gesellschaft (international)
1930) Verpuffungs-Strahltriebwerk (P. Schmidt); später in der Fernwaffe V1 verwendet
1930) Entdeckung des Pluto (Tombaugh)
1930) Wernher von Braun beginnt mit dem Bau der ersten Flüssigkeitsrakete (später: V2, Saturn-Rakete)
1931) Erstmaliger Start einer Flüssigkeitsrakete (Johannes Winkler)
1931) Perspektivismus (Ortega y Gasset)
1932) Goethe-Institut (international): Kultur-Institut im In- und Ausland (seit 1885: Goethe-Gesellschaft)
1932) Positronen, Neutron, Zyklotron (Anderson, Chadwick, Lawrence)
1932) Atomkern besteht aus positiv geladenen Protonen und neutralen Neutronen (Heisenberg)
1932) Neu-Thomismus (Maritain) / Schwerer Wasserstoff (Brickwedde) / Fernsehen (Witzleben)
1933) Adolf Hitler wird am 30. Januar Reichskanzler (Beginn des 3. Reiches); der Nationalsozialismus
          verdankt seinen Aufstieg und die Erlangung der Macht zuerst den Feinden Deutschlands im 1. Weltkrieg,
          denn das Versailler Diktat und die damit verbundene Weltwirtschaftskrise brachten Hitler an die Macht!
-233/205) Gottheit verbrennt und erneuert die Welt (Chrysippos)
1933) Dialektische Theologie (Barth)
1934) Synthese Vitamin C (Reichstein) / Künstliche Radioaktivität (Joliot, Curie)
1935) Strahltriebwerk (Ohain) / Ultrakurzwellen-Sender (von Witzleben)
1935) Kultursoziologie (Alfred Weber)
1935) Neu-Ontologie als Kritische Ontologie (N. Hartmann) / Buna-Kautschuk (Konrad)
1935) Kritischer Rationalismus (Karl Popper: Logik der Forschung)
1937) Neu-Hermeneutik (Gadamer)
1937) Erstes Schnellverkehrsflugzeug (Heinkel), Erstflug: 1937
1937) Erstes Raketenflugzeug (Heinkel), Erstflug: 1938
1937) Erstes Düsenflugzeug / Strahlflugzeug (Heinkel), Erstflug: 1939
1938) Erste Atomkern-Spaltung (Hahn, Straßmann)
1938) Überfall Polens auf die Tschechoslowakei (Annektierung Teschens, wo eine deutsche Mehrheit lebt):
           Bedeutung: Auftkat zum 2. Weltkrieg durch den Aggressor Polen,
           das sich seine Überfälle durch ein Bündnuis mit England absichert
1939/40) Künstliches Herz (Friedrich von Müller) / Rhesus-Faktor (Landsteiner, Wiegner)
218-201) Zweiter Punischer Krieg
1939-45) Zweiter Weltkrieg
              Für den 2. Weltkrieg tragen die Mächte des Versailler Diktats und Polen die Hauptschuld. In Reaktion
              darauf wird der 2. Weltkrieg nicht von Hitler, sondern von allen Beteiligten begonnen. Stalin und Hitler
              haben die Grenze ihrer Interessensgebiete in Osteuropa festgelegt und teilen Polen unter sich auf; Stalin
              läßt die Polen aus seinem Interessensgebiet vertreiben, danach das Baltikum und Finnland, Hitler den Rest
              Europas (Ausnahme: England) und den größten Teil Nordafrikas besetzen. Daß Hitler danach auch Stalins
              Interessensgebiet und die wichigsten Gebiete der Sowjetunion besetzen läßt, ist auch als die Verhinderung
              des umgekehrten Falls, des möglichen Angriffs der Sowjetunion auch auf die Mittel- und Westeuropa, zu
              deuten.**  Dieser Hinweis erfolgt gegen die historisch falschen Behauptungen der nach dem 2. Weltkrieg
              sich immer mehr durchsetzenden Siegerpropagandisten und der später der Siegerjustiz sich immer mehr
              beugenden, die Siegerpropaganda und also auch die historisch falschen Behauptungen immer mehr
              kritiklos übernehmenden Verlierer. Mein Appell: Zivilcourage zeigen! Die Lüge bekämpfen!
              Verhindern, daß Geschichte zur Religion wird! **
1940) Große Flüssigkeitsrakete (von Braun, Dornberger): 1. Rakete im Weltall;
          mit ihr beginnt die Eroberung des Weltalls
1941) Erster Computer (Konrad Zuse)
          Deutschland setzt die „Enigma“ sowie erste ferngesteuerte Panzer und Raketen ein
1943/44) Neu-Lebensphilosophie (Existentialismus: Sartre)
1945) Atombombe (Hiroshima [06.08.1945; Uran] und Nagasaki [09.08.1945; Plutonium] von den USA zerstört).
         
Die ersten Atombomben bauen die Deutschen, doch nicht sie, sondern die US-Amerikaner setzen sie ein! **
1945/48) Kybernetik (N. Wiener)
   -200) Götterangleichung in Rom: Zeus=Jupiter, Minerva=Athene u.s.w.
1945/49) Neu-Strukturalismus / Linguistische Wende (Lévi-Strauss, Lacan, Foucault)
1945/50) Neu-Marxismus: Frankf. Schule, Kritische Theorie (Horkheimer, Adorno [Wiesengrund], Marcuse)
um -200) Wissenschaftliche Grammatik (Aristophanes)
1951) Vertrag (18.04.) zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS bzw. Montan-Union):
          Deutschland (West), Frankreich, Italien, Holland, Belgien, Luxemburg (EGKS –› EWG –› EG –› EU)
1952) H-Bombe (Wasserstoffbombe) von den USA im Pazifik (Bikini-Atoll) gezündet
1956) Hegel-Gesellschaft (international): Hegel-Jahrbücher und alle 2 Jahre: Hegel-Kongreß (vgl. Hegel)
1957) Analytische Philosophie / Linguistische Wende (Logistik der Sprachphilosophie: Chomsky)
1957) Vertrag (25.03.) zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Euratom (EAG):
          Deutschland (West), Frankreich, Italien, Holland, Belgien, Luxemburg (EGKS ‹– EWG –› EG –› EU)
1957) 1. nicht-bemannter Weltraumflug (04.10.1957; Sputnik I)
 seit -200) 1. Lautverschiebung: Germanisch löst sich vom Rest-Indogermanischen
(auch erste Zeugnisse germanischer Schriftsprache)
um 1960) Spätneuhochdeutsch setzt sich allmählich durch. Der Höhepunkt der
                Deutschen Sprache als Hochklassik des Neuhochdeutschen geht allmählich zu Ende,
                auch Deutsch als Wissenschaftssprache der Welt, die Weltsprache der Wissenden.
                Die Weltsprache Englisch wird von nun an auch als Wissenschaftssprache führend.

                (Vgl. AHD, Früh-MHD, Klassisches MHD, Spät-MHD,
                        Früh-NHD, Klassisches NHD und Hochklassik des NHD)
1960) Empfängnisverhütung durch die „Antibabypille“ (seit Mai 1960)
1960) Erste Fernmeldesatelliten
1960) Weltbevölkerung (**|**|**): 3 000 000 000
1960) Überfall der USA auf Laos: Beginn des (geheimen) USA-Laos-Krieges
1960/1965) Automobilisierung der Gesellschaft, Zunahme der Massenmedien (Fernsehen)
1960/1965) Synthese von DNS und RNS (Kornberg, Ochoa)
1960-80) Neu-Neu-Phänomenologismus (Neue Phänomenologie: Hermann Schmitz)
1960/70) Beginn der Planetensystem-Erforschung mit Randen, z.B. Pioneer 6 (Start zur Sonne: 1965)
1961) 1. bemannter Weltraumflug (12.04.1961; Gagarin)
          mit den Forschungssateliten beginnen die geophysikalischen, astronomischen, biologischen u.a.
          Messungen, mit den Nutzungs-Sateliten verschiedenster Art Verbesserungen von
          Kommunikation, Wettervorhersagen, Navigation u.v.m.
seit 1961) „Positivismus-Streit“: Poppers Freund und Schüler Hans Albert
                    verteidigt die objektwissenschaftliche Methode und die politische Neutralität der Soziologie
                    gegen Adornos Freund und Schüler Jürgen Habermas (Kritische Theorie, Frankfurter Schule)
1962-65) (11.10.1962-08.12.1965) Konzil (21)  von Rom (Vatikan II) : Liturgische Erneuerung; Offenbarung;
              Kirche in der Welt von heute; Kollegialität der Bischöfe; Religionsfreiheit; Ökumenismus;
              Kommunikationsmittel; Verurteilung der „Antibabypille“ (seit Mai 1960 auf dem Markt);
              Schisma zwischen Ost- und Westkirche bleibt bestehen (gegenseitiger Bann wird aufgehoben)
1964) Überfall der USA auf (Nord-)Vietnam: Beginn des USA-Vietnam-Krieges
1964-68) 1. Industrie-Roboter (1964), seit 1968 auch mit Sensoren und Objekt-Erkennungssystemen
1965) Vertrag (08.04.) zur Europäischen Gemeinschaft (EG):
          Deutschland (West), Frankreich, Italien, Holland, Belgien, Luxemburg (EGKS ‹– EWG ‹– EG –› EU)
1967-73) Erste Weltraumstationen und -labore (Sojus / Skylab)
1969) 1. Landung auf dem Mond (21.07.1969)
1969) Entdeckung der Fortpflanzung bei Bakteriophagen und Viren (Delbrück, Hershey, Luria)
1969) Internet (Arpanet): Regionale Computer-Vernetzung verschiedener Universitäten in den USA
1970) Überfall der USA auf Kambodscha: Beginn des USA-Kambodscha-Krieges
1970/89) Künstliche Intelligenz, Computerlinguistik (Eisenberg)
1972) Industrie-Roboter mit „Lernfähigkeiten“ (Beginn der „Künstlichen Intelligenz“)
1972) Die Sonde Pioneer 10 startet mit dem Ziel, das Planetensystem zu verlassen (vgl. 1998 und 2001)
1974) Weltbevölkerung (**|**|**): 4 000 000 000
1975) Vietnam besiegt die USA: Ende des USA-Vietnam-Krieges
1975) Laos besiegt die USA: Ende des (geheimen) USA-Laos-Krieges
1975) Kambodscha besiegt die USA: Ende des USA-Kambodscha-Krieges
1977) Die Sonden Voyager 1 und Voyager 2 starten, um die äußeren Planeten zu erforschen (vgl. 1998)
1978) Künstliche Samenübertragung: Erster Mensch aus der Retorte (geboren am 25.07.1978)
1979) Nach eineinhalb Jahren Flug erreicht die Sonde Voyager 1 den Jupiter (vgl. 1998)
1979) Überfall der UdSSR (Sowjetunion) auf Afghanistan: Beginn des UdSSR-Afghanistan-Krieges
1980) Nach etwas mehr als 3 Jahren Flug erreicht die Sonde Voyager 1 den Saturn
          und soll nach der Saturnbegegnung das Planetensystem verlassen (vgl. 1998)
1980/86) „Historiker-Streit“, ausgelöst durch zwei FAZ-Artikel (24.07.1980 und 06.06.1986) von Ernst Nolte
1985) Martin-Heidegger-Gesellschaft (Vorsitzender: Hermann Heidegger; ab 2003 Günter Figal), Meßkirch
1987) Weltbevölkerung (**|**|**): 5 000 000 000
1989) Afghanistan besiegt die UdSSR (Sowjetunion): Ende des UdSSR-Afghanistan-Krieges
1989) 9. November: „Fall der Mauer“ (Ende des „Kalten Krieges“): Befreiung durch friedl. Demonstranten
1989) Internet: Globale Computer-Vernetzung durch HTML (Berners-Lee)
 -160) Neu-Akademie: 3. oder Neuere Akademie (stärkste akademische Skepsis); Karneades
um 1990) Neu-Neu-Kantianer: 3. oder Neuerer Idealismus (stärkste kantianische Skepsis)
1991) Überfall der USA auf Irak: Beginn des 1. USA-Irak-Krieges
1991/93) Internet: Entwicklung des Internet-Dienstes World Wide Web (www) in Genf (C.E.R.N.)
1991-1999) Jugoslawien-Kriege (Slowenien 1991; Kroatien 1991-1995; Bosnien 1992-1995; Kosovo 1999)
1992) Vertrag (07.02.) zur Europäischen Union (EU): Deutschland, Frankreich, Italien, Holland, Belgien,
          Luxemburg, Dänemark, England, Irland, Gr.-land, Portugal, Spanien (EGKS ‹– EWG ‹– EG ‹– EU)
1995/97) Entschlüsselung des genetischen Codes und Klonen als Humangenetik (Klonschaf Dolly: Wilmut)
 -153) Beginn des Kalenderjahres in Rom mit dem 1. Januar
1998) Die Sonde Pioneer 10 (Start: 1972) wird von der Sonde Voyager 1 (Start: 1977) überholt
1999) Überfall der USA auf Jugoslawien: Beginn des USA-Jugoslawien-Krieges
1999) Weltbevölkerung (**|**|**): 6 000 000 000
um 2000) Alles ist durchleuchtet. Die Technik ermöglicht den Einblick
                    in jede Mikro- und Makrosphäre der Welt.
2000) Ab Dezember wieder Kontakt zur Sonde Pioneer 6, die die Sonne umkreist (Start: 1965)
um -150) Neu-Stoa (2. oder Mittlerer Stoizismus (römischer Stoizismus): Panaitios, später: Poseidonios)
-150)
Griechisches Schauspiel erhält eine römischeVariante (keine Masken und mehr Personen)
2001) Ab April wieder Kontakt zur Sonde Pioneer 10. Sie hat bereits 12 Mrd. km zurückgelegt (Start: 1972)
2001) Die us-amerikanische Sonde Mars Odyssey startet zum Mars, wo sie u.a. nach Wassereis suchen soll.
2001) Überfall der USA auf Afghanistan: Beginn des USA-Afghanistan-Krieges
2001) 25. November: Erste menschliche Klone
2003) Überfall der USA auf Irak: Beginn des 2. USA-Irak-Krieges
2003) Die europäische Sonde Mars-Expreß startet zum Mars, wo sie u.a. seine Atmosphäre untersuchen soll.
2003) Die Sonden Pathfinder und Opportunity starten zum Mars, wo sie u.a. nach Wasser suchen sollen.
2005) Die Sonde Mars Reconnaissance Orbiter startet zum Mars, wo sie u.a. kartographieren soll.
2007) Die Sonde Phoenix startet zum Mars, wo sie u.a. nach Lebensspuren suchen soll.
2007) Weltbevölkerung (**): 50 % Stadtbevölkerung **
2008) 15. September („Schwarzer Montag“): Beginn der „Weltfinanzkrise“, der 3. „Weltwirtschaftskrise
2011) Überfall der USA bzw. NATO auf Libyen: Beginn des USA-Lybien-Krieges
2011/’12) Weltbevölkerung (**|**|**): 7 000 000 000
um -150/120) Sternkatalog, Verzeichnis der Finsternisse (Hipparch von Nikaia)
um -150/120) Entdeckung und Beschreibung der Präzession (Hipparch von Nikaia)
um -150/120) Stoizistisch geprägte Geschichtsmetaphysik (40 Bücher der Weltgeschichte: Polybios)
149-146) Dritter Punischer Krieg (endet mit der völligen Zerstörung Karthagos [und auch Korinths])
130/120) Beginn der 1. Germanischen Wanderung
              Germanen (Kimbern, Teutonen, Ambronen u.a.) dringen ins Römische Reich ein
-113 Schlacht von Noreia (Germanen besiegen Römer)
um -140/90) Griechische Elementargrammatik (Dionysios Thrax)

Letzte Tabelle <==> Nächste Tabelle


Zum Anfang des Skorpions Weil während dieser Phase sowohl in der Antike als auch im Abendland keine wirklich neuen philosophischen Schulrichtungen entstanden, gab man den angedachten Theorien die Präfixe Neo- oder Neu-, sollten sie doch die Hoffnung ausdrücken, daß neue Denkrichtungen Einzug halten mögen.

Philosophie Analoge Philosophien
(20-22): 300-200 und 1850-1950
(12-14, 14-16, 16-18, 18-20, 20-22, 22-24)
11) Platoniker Platon, Alte Akademiker seit -385
12) Aristoteliker Aristoteles, Peripatetiker seit -335
13) 2. Kyniker Älterer Diogenes seit -330
14) Skeptizisten Pyrrhon, Zweifler/Pyrrhonisten seit -315
15) Stoizisten Stoizismus (Stoa poikile) Zenon seit -300
16) Epikuräer Epikur seit -300
17) 3. Kyniker seit -300
18) 2. Aristoteliker Jüngere Peripatetiker seit -287
19) 2. Platoniker Mittlere Akademie seit -270

20) 4. Kyniker seit -270
21) Aristarchos (Neu-Aristoteliker) seit -270
11) Kantianer Transzendental-Idealismus, Kant seit 1770
12) Hegelianer Idealismus, Hegel, Alt-Hegelianer seit 1800
13) Hoch-Romantik „Klassische“ Romantik seit 1800
14) Lebensphilosophen Existentialisten seit 1820
15) Soziologisten seit 1820
16) Psychologisten seit 1820
17) Spät-Romantik seit 1840
18) Jung-Hegelianer Jüngerer Idealismus seit 1850
19) Neu-Kantianer Neu-Idealismus seit 1860/1870
20) Neu-Romantik seit 1870/1890
21) Neu-Hegelianer Neu-Idealismus seit 1890/1900

Theologie Analoge Theologien Philosophie
26) Dionysos-Kult zu: Rationalismus; seit Pythagoräer
27) Theogonie zu:
Idealismus/Real.; seit Platon - Aristoteles
28) Gegenreformation (6) Zeus-Götterwelt seit - 7. / - 6. Jh.
26) Neuscholastik (5) zu: Rationalismus; seit Leibniz - Wolff
27) Neumystik zu: Idealismus/Romantik; seit Kant - Hegel
28) Neuscholastik (6) Gegenreformation seit 16. Jh.
Nur die Zeus-Welt (Rom: Jupiter-Welt) bleibt: Gegenreformation und deren Neuscholastik.


Wie auch in der Antike geschehen, wirkten im Abendland die alten Schulen weiter: Neu-Kantianismus, Neu-Idealismus, Neu-Hegelianismus, Neu-Positivismus, Neu-Realismus, Neu-Morphologie, Neu-Universalismus, Neu-Sensualismus, Neu-Ontologie, Neu-Marxismus, Neu-Strukturalismus, (Neu-)Lebensphilosophie (weil zweite Art), (Neu-)Psychologismus (weil zweite Art) sowie Neu-Aufklärer und Neu-Aussteiger, die antiken Neu-Kyniker, Neu-Kyrenäiker (Neu-Hedoniker), Neu-Sokratiker, Neu-Sophisten, Neu-Akademiker (weil jetzt mittlere), Neu-Peripatetiker (weil jetzt aristarchisch-heliozentrisch), Neu-Stoiker (weil jetzt mittlere oder römische), Neu-Skeptiker (weil auch die mittleren Akademiker skeptizistischer wurden). In der Antike bewegten sich viele Denker auf den Skeptizismus zu, im Abendland auf eine von Schopenhauer ins Leben gerufene Lebensphilosophie, z.B. Kierkegaard, Dilthey (neu-hegelianisch), Nietzsche, Freud, Bergson, Simmel, Klages, Spengler, der Fundamentalontologe Heidegger (1889-1976) oder der Neu-Ontologe N. Hartmann (1882-1950). Zumeist blieben diese daher (neu-)lebensphilosophisch (Nachfolger), (neu-)idealistisch bzw. (neu-)hegelianisch oder auch (neu-)kantianisch orientiert und verfaßt. Auch bezogen auf die anderen „Altschulen“ gilt also, daß sie auf eine wie auch immer geartete Neo-Weise romantisch-klassizistisch verhaftet blieben. (18-20). Auch sind die charakteristischen Ähnlichkeiten mit den Richtungen der historisierenden, eklektizierenden Kunst evident. Das gilt für die Antike und für das Abendland gleichermaßen. Die eben erwähnten Leistungen stellten hier wie dort zwar enorme Bereicherungen dar, vor allem in wissenschaftlich-technischer Hinsicht, aber philosophisch-metaphysisch setzten sie nur fort, was vorher bereits gedacht worden war.


Lebensphilosophie Nachfolger und Gesellschaft des Lebensphilosophen Arthur Schopenhauer (1788-1860) Lebensphilosophie

Die Lebensphilosophie - Schopenhauers Willensmetaphysik - wurde nicht nur zur Modephilosophie des 19. Jahrhunderts, sondern auch ein ernster Wegbereiter für Nachfolgerund Nachahmer. (18-20, 20-22, 22-24). Bereits Kierkegaard mit seinem Existenz-Subjektivismus, dann Nietzsche und Spengler, später die Existenzphilosophen Heidegger, Jaspers und Sartre, um nur einige Beispiele zu nennen, blieben dieser ersten abendländischen Lebensphilosophie, diesem Skeptizismus treu. Ob auch Sloterdijk dieser Richtung folgten oder doch eher in Zukunft eine abendländische neu-akademische Skepsis begründen wird, ist noch nicht abzusehen, denn er gehört unserer Gegenwart an und ist noch jung. Jedenfalls wird die internationale „Schopenhauer-Gesellschaft“ wohl auch in Zukunft eine Schule von Dauer bleiben, denn ebenso verhielt es sich in der Antike mit der Weiterentwicklung des Pyrrhonismus (Pyrrhons Skeptizismus). Einer der Schopenhauer-Anhänger, der Nietzsche-Freund Paul Deussen, (1845-1919) und die beiden Schüler Gwinner und Kohler, gründeten am 30.11.1911 jene internationale Gesellschaft mit dem Ziel, „das Studium und das Verständnis der Schopenhauerschen Philosophie zu fördern“. Diesem Ziel dienen natürlich noch heute das Schopenhauer-Archiv, als Zentralstelle der Schopenhauer-Forschung, die seit 1912 erscheinenden Jahrbücher der Gesellschaft und ihre internationalen „wissenschaftlichen“ Tagungen. Paul Deussen war auch Übersetzer und Darsteller der indischen Philosophie, deren Gedanken er mit der Philosophie Schopenhauers zu einer Metaphysik vereinigte. Tabelle

Zum Anfang des Skorpions Friedrich Nietzsche (1844-1900) war von Schopenhauers Willensmetaphysik und von dem Kampf-ums-Dasein-Prinzip des Darwinismus seiner Zeit stark beeinflußt. Trotzdem kommt man nie auf Nietzsches Resultat. Sein „Zarathustra“ (1883) ist vielleicht der romantisch verkleidete „Wille zur Macht“. Nietzsche nannte sein bekanntestes Werk nach Zarathustra (7. / 6. Jh. v. Chr.), weil dieser „im Kampf des Guten und des Bösen das eigentliche Rad im Getriebe der Dinge“ gesehen habe. Da Nietzsche für sein eigentliches Hauptwerk mit dem Titel „Der Wille zur Macht - Versuch einer Umwertung aller Werte“ nur Notizen und Aphorismen hinterließ, gab seine Schwester Elisabeth dieses Material als Buch unter dem Titel „Der Wille zur Macht“ heraus. Nietzsches Wort „Nihilismus“ bedeutet die Erscheinung, daß die obersten Werte sich entwerten, jene Werte, die allem Tun und Leiden der Menschen erst Sinn geben, daß es nichts mehr gibt, wofür es sich zu leben oder zu sterben lohnte, daß das Bewußtsein aufkommt, es sei alles umsonst. Von Schopenhauer und Darwin ausgehend, wollte Nietzsche den neuen Menschen, den Übermenschen schaffen, dessen Aufgabe es sein sollte, alles Verlogene, Krankhafte, Lebensfeindliche zu vernichten. (Nietzsche). Seine Philosophie sollte an die Stelle eines philosophischen Nihilismus treten, den er herannahen sah. Nietzsches metaphysische These läuft auf den Willen zur Macht und auf eine Schicksalhaftigkeit hinaus. Alles, was ist, auch das menschliche Erkennen, ist Erscheinungsform des Willens zur Macht; es gibt kein absolutes Sein, sondern Sein ist Werden, aber kein endloses Neuwerden, sondern „ewige Wiederkehr“ dessen, was schon unendlich oft dagewesen ist. „Die ewige Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht“. Nietzsches Bedeutung liegt aber nicht in der Metaphysik, sondern in dem Beitrag, den er für die Bekämpfung des spekulativen Denkens und vor allem für die Einbeziehung des Denkens in das Leben geleistet hat. „Der Denker auf der Bühne“ heißt er bei Sloterdijk (*1947). Nietzsche lehrt einen Amor fati: „Schicksal, ich folge dir freiwillig, denn täte ich es nicht, so müßte ich es ja doch unter Tränen tun“. (Vgl. Macht & Schicksal). Die Botschaft an die nächsten Erben der Lebensphilosophie:

„Der Mensch, welcher nicht zur Masse gehören will, braucht nur aufzuhören,
gegen sich bequem zu sein; er folge seinem Gewissen, welches ihm zuruft:
»sei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt tust, meinst, begehrst«.
(Friedrich Nietzsche, Schopenhauer als Erzieher, 1874, S. 6).

Dieser öffentlich meinende Scheinmensch läßt sich als Vorwegnahme des „Man“ bei Heidegger (1889-1976) deuten - laut Heidegger wird das Dasein in der Öffentlickeit in der Regel vom „Man“ beherrscht: „Jeder ist der Andere und keiner er selbst“; und „die Öffentlichkeit verdunkelt alles und gibt das so Verdeckte als das Bekannte und jedem Zugängliche aus“. Die Öffentlichkeit ist also etwas ganz anderes als die Offenheit oder das Offene („Lichtung“). Die Öffentlichkeit ist das Gegenteil zur „Eigentlichkeit“. (Heidegger). Es besteht also eine Linie von Schopenhauer (1788-1860), dem Begründer der abendländischen Lebensphilosophie (Safranski (Nietzsche)) und „Analogon“ zum Skeptiker Pyrrhon (360-270), über Nietzsche und Heidegger zu Sloterdijk und noch weiter in die Zukunft. Und es besteht Einigkeit darüber, daß Nietzsche, dieser freie Hyperbel-Kritiker (= Skeptiker), ein sprachschöperischer Schriftsteller hohen Ranges, daß er einer der bedeutendsten Aphoristiker und Essayisten und daß er ein Dichter war. Das Verständnis seiner Philosophie ist allerdings erschwert durch die sophistische Form, in der er sie vorträgt. Er war jedenfalls ein hervorragender Bühnendenker. - Also sprach Friedrich:

- „Zarathustra’s Vorrede“ (S. 3-22, hier: S. 6) -
„»Ich muss, gleich dir,   u n t e r g e h e n  ,   wie es die Menschen nennen, zu denen ich hinab will.
.…
Siehe ! Dieser Becher will wieder leer werden, und Zarathustra will wieder Mensch werden.«
 –   Also begann Zarathustra’s Untergang.“

- „Zarathustra’s Vorrede“ (S. 3-22, hier: S. 8) -
„»Sollte es denn möglich sein! Dieser alte Heilige hat in seinem
Walde noch Nichts davon gebört, dass   G o t t   t o d t   ist!«“

- „Zarathustra’s Vorrede“ (S. 3-22, hier: S. 8) -
„I c h   l e h r e   e u c h   d e n   Ü b e r m e n s c h e n .    Der Mensch ist
Etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr gethan, ihn zu überwinden?
Alle Wesen bisher schufen Etwas über sich hinaus: und ihr wollt die Ebbe dieser
grossen Fluth sein und lieber noch zum Thiere zurückgehn, als den Menschen überwinden?
Was ist der Affe für den Menschen?  Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas
soll der Mensch für den Übermenschen sein: ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham:
Ihr habt den Weg vom Wurme zum Menschen gemacht, und Vieles ist in euch noch Wurm.
Einst wart ihr Affen, und auch jetzt noch ist der Mensch mehr Affe, als irgendein Affe.
Wer aber der Weiseste von euch ist, der ist auch nur ein Zwiespalt und Zwitter von Pflanze
und von Gespenst. Aber heisse ich euch zu Gespenstern oder Pflanzen werden?
Seht, ich lehre euch den Übermenschen!
Der Übermensch ist der Sinn der Erde. Euer Wille sage: der Übermensch sei der Sinn der Erde!“

- „Zarathustra’s Vorrede“ (S. 3-22, hier: S. 13-14) -
„Seht! Ich zeige euch den  l e t z t e n   M e n s c h e n .
Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht?
Was ist Stern? – so fragt der letzte Mensch und blinzelt.
Die Erde ist dann klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte
Mensch, der Alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar,
wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am längsten.
»Wir haben das Glück erfunden« –
sagen die letzten Menschen und blinzeln.
Sie haben die Gegenden verlassen, wo es hart war zu leben;
denn man braucht Wärme. Man liebt noch den Nachbar
und reibt sich an ihm: denn man braucht Wärme.
Krankwerden und Misstrauen-haben gilt ihnen sündhaft: man geht
achtsam einher. Ein Thor, der noch über Steine und Menschen stolpert!
Ein wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Träume.
Und viel Gift zuletzt, zu einem angenehmen Sterben.
Man arbeitet noch, denn Arbeit ist eine Unterhaltung.
Aber man sorgt, dass die Unterhaltung nicht angreife.
Man wird nicht mehr arm und reich: Beides ist zu beschwerlich.
Wer will noch regieren ?  Wer noch gehorchen?  Beides ist zu beschwerlich.
Kein Hirt und Eine Heerde! Jeder will das Gleiche.
Jeder ist gleich: wer anders fühlt, geht freiwillig in’s Irrenhaus.
»Ehemals war alle Welt irre« –
sagen die Feinsten und blinzeln.
Man ist klug und weiß Alles, was geschehn ist:
so hat man kein Ende zu spotten. Man zankt sich noch;
aber man versöhnt sich bald - sonst verdirbt es den Magen.
Man hat sein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen
für die Nacht, aber man ehrt die Gesundheit.
»Wir haben das Glück erfunden« –
sagen die letzten Menschen und blinzeln.“

- „Zarathustra’s Vorrede“ (S. 3-22, hier: S. 16) -
„»Nicht doch«, sprach Zarathustra, »du hast aus der Gefahr deinen Beruf gemacht,
daran ist nichts zu verachten. Nun gehst du an deinem Beruf zugrunde:
dafür will ich dich mit meinen Händen begraben.«“

- „Von den drei Verwandlungen“ (S. 25-27) -
„Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum
Kameele wird, und zum Löwen das Kameel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.
Vieles Schwere giebt es dem Geiste, dem starken, tragsamen Geiste, dem
Ehrfurcht innewohnt: nach dem Schweren und Schwersten verlangt seine Stärke.
Was ist schwer?  so fragt der tragsame Geist, so kniet er nieder,
dem Kameele gleich, und will gut beladen sein.
….
Neue Werthe schaffen - das vermag auch der Löwe noch nicht: aber Freiheit
sich schaffen zu neuem Schaffen - das vermag die Macht des Löwen.
Freiheit sich schaffen zu neuen Werthen und ein heiliges Nein auch
vor der Pflicht: dazu, meine Brüder, bedarf es des Löwen.
….
Unschuld ist das Kind und Vergessen, ein Neubeginnen, ein Spiel,
ein aus sich rollendes Rad, eine erste Bewegung, ein heiliges Ja-sagen.
Ja, zum Spiele des Schaffens, meine Brüder, bedarf es eines heiligen Ja-sagens:
s e i n e n   Willen will nun der Geist,  s e i n e   Welt gewinnt sich der Weltverlorene.“

- „Von der Nächstenliebe“ (S. 73-75, hier: S. 75) -
„Meine Brüder, zur Nächstenliebe rathe ich euch nicht:
ich rathe euch zur Fernsten-Liebe.“

- „Vom Wege des Schaffenden“ (S. 76-79, hier: S. 78) -
„Einsamer, du gehst den Weg zu dir selber!
Und an dir selber führt dein Weg vorbei,
und an deinen sieben Teufeln!“

- „Von alten und jungen Weiblein“ (S. 80-82, hier: S. 82) -
„Du gehst zu Frauen?  Vergiss die Peitsche nicht!“

- „Von Kind und Ehe“ (S. 86-88, hier: S. 86) -
„Ich habe eine Frage für dich allein, mein Bruder:
wie ein Senkblei werfe ich diese Frage in deine Seele,
dass ich wisse, wie tief sie sei.
Du bist jung und wünschest dir Kind und Ehe.
Aber ich frage dich: bist du ein Mensch,
der ein Kind sich wünschen  d a r f ?
Bist du der Siegreiche, der Selbstbezwinger,
der Gebieter der Sinne, der Herr deiner Tugenden?
Also frage ich dich.
Oder redet aus deinem Wunsche das Thier und die Nothdurft?
Oder Vereinsamung? Oder Unfriede mit dir?
Ich will, dass dein Sieg und deine Freiheit sich nach einem Kinde sehne.
Lebendige Denkmale sollst du bauen deinem Siege und deiner Befreiung.
Über dich sollst du hinausbauen.
Aber erst mußt du mir selber gebaut sein,
rechtwinklig an Leib und Seele.
Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf!
Dazu helfe dir der Garten der Ehe.
Einen höheren Leib sollst du schaffen, eine erste Bewegung,
ein aus sich rollendes Rad, - einen Schaffenden sollst du schaffen.
Ehe: so heisse ich den Willen zu Zweien,
das Eine zu schaffen,
das mehr ist, als die es schufen.“

- „Von der schenkenden Tugend“ (S. 93-98, hier: S. 98) -
„»Todt sind alle Götter: nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.«
- diess sei einst am grossen Mittage unser letzter Wille! -“

- „Von den Priestern“ (S. 113-115, hier: S. 115) -
„Und noch von Grösseren, als alle Erlöser waren, müsst ihr, meine Brüder, erlöst werden,
wollt ihr zur Freiheit den Weg finden! Niemals noch gab es einen Übermenschen.
Nackt sah ich Beide, den grössten und den kleinsten Menschen: -
Allzuähnlich sind sie noch einander. Wahrlich, auch den Grössten fand ich - allzumenschlich!“

- „Von der Selbst-Ueberwindung“ (S. 145-148, hier: S. 145) -
„Nur, wo Leben ist, da ist auch Wille: aber nicht Wille zum Leben, sondern … Wille zur Macht!“

- „Von der unbefleckten Erkenntnis (S. 152-155, hier: S. 153) -
„Wo ist Unschuld?  Wo der Wille zur Zeugung ist.
Und wer über sich hinaus schaffen will, der hat mir den reinsten Willen.
Wo ist die Schönheit ?  Wo ich mit allem Willen wollen muss;
wo ich lieben und untergehn will, dass ein Bild nicht nur Bild bleibe.
Lieben und Untergehn: das reimt sich seit Ewigkeiten.
Wille zur Liebe: das ist, willig auch sein zum Tode.
Also rede ich zu euch Feiglingen!“

- „Vor Sonnen-Aufgang“ (S. 203-206, hier: S. 205) -
„Wahrlich, ein Segnen ist es und kein Lästern, wenn ich lehre:
ȟber allen Dingen steht der Himmel Zufall, der Himmel Unschuld,
der Himmel Ohngefähr, der Himmel Übermuth.«
....
Diesen Übermuth und diese Narrheit stellte ich an die Stelle jenes Willens, als ich lehrte:
»bei Allem ist Eins unmöglich - Vernünftigkeit!«
Ein wenig Vernunft zwar, ein Same der Weisheit zerstreut von Stern zu Stern, - dieser Sauerteig
ist allen Dingen eingemischt: um der Narrheit willen ist Weisheit allen Dingen eingemischt!
Ein wenig Weisheit ist schon möglich, aber diese selige Sicherheit fand ich an allen Dingen:
dass sie lieber noch auf den Füssen des Zufalls - tanzen.“

- „Der Genesende“ (S. 266-273, hier: S. 268-269) -
„Alles geht, Alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des Seins.
Alles stirbt, Alles blüht wieder auf, ewig läuft das Jahr des Seins.
Alles bricht, Alles wird neu gefügt; ewig baut sich das gleiche Haus des Seins.
Alles scheidet, Alles grüsst sich wieder; ewig bleibt sich treu der Ring des Seins.
In jedem Nu beginnt das Sein; um jedes Hier rollt sich die Kugel Dort.
Die Mitte ist überall. Krumm ist der Pfad der Ewigkeit.“

- Der Genesende (S. 266-273, hier: S. 273) -
„Ich sprach mein Wort, ich zerbreche an meinem Wort:
so will es mein Loos -, als Verkünder gehe ich zu Grunde!
Die Stunde kam nun, dass der Untergehende sich selber segnet.
Also - e n d e t   Zarathustra’s Untergang.“

- „Die sieben Siegel“ („oder: Das Ja-und Amen-Lied“; S. 283-287) -
„Oh wie sollte ich nicht nach der Ewigkeit brünstig sein und
nach dem hochzeitlichen Ring der Ringe, - dem Ring der Wiederkunft!
Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte,
es sei denn dieses Weib, das ich liebe: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
D e n n   i c h   l i e b e   d i c h ,   o h   E w i g k e i t ! “

(Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, 1883-1885)

 

„Sehen wir uns ins Gesicht. Wir sind Hyperboreer, – wir wissen gut genug, wie abseits wir leben. »Weder zu Lande noch zu Wasser wirst du den Weg zu den Hyperboreern finden«: das hat schon Pindar von uns gewusst. Jenseits des Nordens, des Eises, des Todes -  u n s e r  Leben,  u n s e r  Glück.« .... Wir haben das Glück entdeckt, wir wissen den Weg, wir fanden den Ausgang aus ganzen Jahrtausenden des Labyrinths. Wer fand ihn  s o n s t? – Der moderne Mensch etwa? »Ich weiss nicht aus, noch ein; ich bin Alles, was nicht aus noch ein weiss« – seufzt der moderne Mensch .... An  d i e s e r  Modernität waren wir krank, – am faulen Frieden, am feigen Comppromiss, an der ganzen tugendhaften Unsauberkeit des modernen Ja und Nein. Diese Toleranz ... des Herzens, die Alles »verzeiht«, weil sie Alles »begreift«.“
(Friedrich Nietzsche, Der Antichrist, 1889, S. 5).
„Ich kenne mein Loos, es wird sich einmal an meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures
anknüpfen, an eine Krisis, wie es keine auf Erden gab, an die tiefste Gewissens-Collision, an eine
Entscheidung, heraufbeschworen  g e g e n  Alles, was bis dahin geglaubt und geheiligt war.
Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit. - Und in alledem ist Nichts in mir von einem
Religionsstifter - .... Ich  w i l l  keine »Gläubigen«, ich denke, ich bin zu boshaft dazu,
um an mich selbst zu glauben, ich rede niemals zu Massen. .... Ich habe eine schreckliche
Angst davor, dass man mich eines Tages  h e i l i g  spricht: man wird errathen, weshalb
ich dies Buch  v o r h e r  herausgebe, es soll verhüten, dass man Unfug mit mir treibt. ....
Ich will kein Heiliger sein, lieber noch ein Hanswurst. .... Vielleicht bin ich ein Hanswurst. .... Und trotzdem oder vielmehr  n i c h t  trotzdem - denn es gab nichts Verlogeneres als Heilige -
redet aus mir die Wahrheit. - Aber meine Wahrheit ist  f u r c h t b a r :  denn man hiess bisher
die Lüge Wahrheit.  -  U m w e r t h u n g  a l l e r  W e r t h e :  das ist meine Formel für einen
Akt höchster Selbstbesinnung der Menschheit, der in mir Fleisch und Genie geworden ist.“

(Friedrich Nietzsche, Warum ich ein Schicksal bin, in: Ecce homo, 1889, S. 110).

 

„Der antike Skeptizismus ist ahistorisch: er zweifelt, indem er einfach nein sagt.
Der des Abendlandes muß, wenn er innere Notwendigkeit besitzen ... soll, durch und durch historisch sein.“
(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 63f.).

„Es besteht die Möglichkeit einer dritten und letzten Stufe
westeuropäischer Philosophie: die eines physiognomischen Skeptizismus.“
(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 481f.).

 

„Skepsis ist der Habitus, das Überzogene am Gewöhnlichen auflaufen zu lassen und endgültige Ergebnisse stets als vorläufige hinzustellen. .... Die emanzipierte Hyperbelkritik wird nicht mehr berabsetzend oder dekonstruktiv gegen die Gebilde vorgehen; sie nimmt sich, ohne sie abzuleiten, die Freiheit, Steigerungen des Lebens zu applaudieren, grundlos. Es genügt, daß der »Himmel Übermuth« (Nietzsche) über einer Übertreibung steht, um ihr Recht zu geben. Dies entzieht der Skepsis nichts von ihrer zivilisierenden Kraft. Aber anders als der Kritizismus, der an Herabsetzungen interessiert bleibt, hegt die Skepsis Sympathien für Übertreibungen aller Art, im Bewußtsein, ihnen nicht erliegen zu müssen. Die Vorausetzung hierfür schafft der freie Geist, der zur Verführung Abstand hält. .... Nietzsche ersetzt die Logoshyperbel durch die Kunsthyperbel, ja durch die freie Hyperbel, kraft welcher Leben und Übertreiben gleichgesetzt werden.“
(Peter Sloterdijk, Nicht gerettet - Versuche nach Heidegger, 2001, S. 263, 273, 274).

 

Typische Züge des Skeptizismus sind das Mißtrauen gegen die Sinneswahrnehmnug, die überlieferten Denkgewohnheiten sowie gegen ethische und politische Wertvorstellungen und Vorurteile. Die völlige „Enthaltung“ (epoch) des Urteils, für die Pyrrhon sich so stark gemacht hatte, ließ natürlich nur noch aporetische Argumente zu, aber genauso ausweglos oder ratlos (aporetisch) stand man mit dem Begriff der Wahrscheinlichkeit da, den die mittlere, vor allem aber die neuere Akademie favorisierte. Da die Unerschütterlichkeit und Unverwirrtheit (ataraxia), die Pyrrhon als das praktisch-sittliche Ideal ansah, für die praktische Orientierung des Handelns gelten sollten, resultierte daraus, zusammen mit der theoretischen Orientierung des Denkens - der epoch - eine nur noch von den Indern zu übertreffende Gelassenheit. Während die abendländische Kultur die energischste Art einer Inhaltsdynamik ist, forderte die antike Kultur genau gegenüber dieser Art die Zurückhaltung. epoch geisterte durch alle Schriften der Antike und deshalb wahrscheinlich auch durch die gesamte Lebensart dieser statischen Kultur. Aber gerade diese Gegensätze erlauben es uns, unsere eigenen Fehler im Spiegel der Antike zu erkennen und von dieser verstorbenen Kultur zu lernen, denn ihre Geschichte ist uns ziemlich gut bekannt. Die Möglichkeit, von uns auf diese Weise zu lernen, hatte die Antike nicht. Die Analogien von Akademie und Idealismus einerseits sowie Skeptizismus und Lebensphilosophie andererseits lehren uns z.B. die in jeder zivilisierten Kultur notwendig werdende Skepsis, deren Höhepunkt (eher: Tiefpunkt) wir Abendländer noch vor uns haben. (Vgl. Beispiel).

 

„In der Beängstigung und Verwirrung die plötzliche Ruhe im Gedanken an den Fötus, der man war.“
(Emile Cioran, De l'inconvénient d'être né, „Vom Nachteil geboren zu sein“, 1973, S. 20).

„In der Nachbarschaft dieser Sätze, die ausreichen würden, um Ciorans Stellung als
zweiter Patriarch des Eurobuddhismus zu festigen - der erste war Schopenhauer -,
schreibt der Autor eine Bemerkung nieder, von der es mir undenkbar erscheint,
daß sie nicht eines Tages als Axiom einer philosophischen Psychologie anerkannt würde.“
(Peter Sloterdijk, Zur Welt kommen - Zur Sprache kommen, 1988, S. 107).

„Die 'empirische' Psychologie hat das Unglück, nicht einmal ein Objekt im Sinne irgend einer
wissenschaftlichen Technik zu besitzen. Ihr Suchen und Lösen von Problemen ist ein Kampf
mit Schatten und Gespenstern. Was ist das - Seele ?  Könnte der bloße Verstand
darauf eine Antwort geben, so wäre die Wissenschaft bereits überflüssig.“
(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 381f.).

Zum Anfang des Skorpions Seit in Europa der Geburtenrückgang eingesetzt hat, also spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts (in Frankreich schon seit Ende des 18. Jahrhunderts!), ist „die Befürchtung, man habe es hier mit einem echten Anzeichen des ›Untergang des Abendlandes‹ zu tun, nicht mehr verstummt. Vor allem in Frankreich, wo in den Jahren 1890, 1891, 1892, 1895 und 1900 ein Geburtendefizit registriert wurde, hat man die ›décadence de la natalité‹ schon früh mit dem Dekadenz-Paradigma in Verbindung gebracht. Arsène Dumont leitet 1890 das erste Kapitel seiner demographischen Studie ›Dépopulation et Civilisation‹ mit der Frage ein: ›La France est-elle une nation en décadence?‹  ›Die Geschichte‹, schreibt er, ›bietet mehr als ein Beispiel sozialer Auszehrung. Mitten im Frieden, im Überfluß, in der Sekurität, umgeben von allem, was an Spannkraft und Vitalität anstacheln sollte, schmilzt ein Volk dahin und erlöscht; es war fruchtbar und wird steril, tapfer und wird feig, eroberungslustig und wird schließlich selbst erobert. Daß ein allzu schwacher Staat von einem stärkeren zerstört wird, ist leicht zu verstehen. Aber diese Hinfälligkeit ohne äußere Einwirkung, diese Art Anämie, die ein Volk stillschweigend hinwegrafft und es geräuschlos unterminiert, ist ein schreckliches und mysteriöses Phänomen.‹ (Ebd., S. 3). .... Im Jahre 1905 hält Pontus Fahlbeck, seines Zeichens Professor für Geschichte, Staatslehre und Statistik an der Universität Lund, bekannt geworden durch seine demographisch-genealogischen Untersuchungen über das Aussterben der schwedischen Aristokratie, einen Vortrag ... und ... gibt ... zu bedenken, daß die Statistik neben Fragen des unmittelbaren Nutzens die großen Probleme der Zukunft nicht vergessen dürfe, die wissenschaftlich auch von größerem Interesse seien als die kleinen Problemchen der Tagespolitik. Und zu diesen großen Problemen rechnet er den Untergang der Völker. Der Untergang von Völkern sei zwar kein alltägliches Ereignis, aber die Geschichte sei insgesamt doch eine einzige Nekropole von Staaten und Völkern, die einmal zugrunde gegangen seien. Sofern diese Staaten und Völker nicht einfach einem übermächtigen Angriff von außen erlegen seien, hätten die Historiker schon immer Symptome einer ›inneren Krankheit‹ registriert, deren typischer Verlauf von Demographen näher untersucht werden sollte, da eine ›soziale Krankheit‹ sich stets auch in ›demographischen Tatsachen‹ manifestiere. Fahlbeck untersucht dann am klassischen Paradigma des ›Untergangs der antiken Welt‹ mögliche demographische Indikatoren der ›Dekadenz‹. Er findet das Symptom der Symptome im Geburtenrückgang aufgrund der abnehmenden Heiratsneigung und des 2-Kinder-Systems. In unserem Zusammenhang ist vor allem der zweite Teil des Vortrags von Interesse, in dem er seine Fragestellung auf die ›zivilisierten Völker‹ Europas überträgt, und der in der Prognose eines langfristig anhaltenden Geburtenrückgangs kulminiert. Man kann diese Prognose im Rückblick nicht anders als ›schlagend‹ nennen. Fahlbeck hat ... den ... Geburtenrückgang in großen Zügen fast genau so vorhergesagt, wie er im Endeffekt dann auch tatsächlich abgelaufen ist. Ich will das am Beispiel Großbritanniens demonstrieren. Nach Fahlbecks Extrapolation schneiden sich die Kurven der Geburten- und Sterbeziffern etwa im Jahr 1957 auf dem Niveau von 16‰. Tatsächlich ist es in England erst 20 Jahre später auf einem Niveau von 12‰ zu einem Gleichstand von Geburten- und Sterbeziffern gekommen. Wie aus der Grafik zu ersehen ist (vgl. Robert Hepp, a.a.O., S. 193), hat sich der schwedische Statistiker nur in zwei Hinsichten verschätzt, wobei der erste Punkt ziemlich belanglos ist: Der Geburtenrückgang verlief zeitweise rasanter, als er annahm, und die Mortalität sank weiter ab, als er offenbar glaubte. Wenn man seine Projektion von diesem Irrtum bereinigt, stimmt der Trend mit dem tatsächlichen Verlauf ziemlich genau überein. Die ausgezogenen hypothetische Geburtenkurve schneidet die reale Kurve der Sterbeziffer um 1977, was auch tatsächlich der Fall gewesen ist. Ich führe das Beispiel nicht als Meisterstück einer guten statistischen Prognose an. Wenn es um die Treffsicherheit ginge, gäbe es in der älteren Literatur viele andere mehr oder weniger schlagende Beispiele. .... Dazu gehörte meist nur ein Schuß Pessimismus und die Einsicht in die Tatsache, daß die Grenzen, die der Tod dem menschlichen Leben setzt, nicht unendlich verschoben werden können, während die menschliche Fruchtbarkeit im Prinzip bis auf Null heruntergefahren werden kann. Heute weiß man, wie recht Fahlbeck hatte, als er sich über Kollegen wie den berühmten Statistiker Jacques Bertillon mokierte, die aus unerfindlichen Gründen daran glaubten, daß die Geburten- und Sterberaten immer gleichsinnig miteinander steigen und fallen würden, oder wenn er sich über die Ideologen des Null-Wachstums lustig machte, die damalas John Sturat Mill oder Rauchberg hießen.“  (Robert Hepp, Der Aufstieg in die Dekadenz, in: Armin Mohler, Wirklichkeit als Tabu, 1986, S. 191-194). Demographie

Anfangs hielt man den Geburtenrückgang für eine typisch französisches Phänomen (), doch die Tatsachen widerlegten diese Ansicht, denn spätestens um die 1870er Jahre herum griff der Geburtenrückgang auch auf die anderen Staaten des Abendlandes über. Zum Vergleich sind hier auch nichteuropäische Länder erwähnt:
Geburtenraten
seit 1871
1871 / 18801881 / 18901891 / 19001901 / 19101911 / 1913 1921  1924  1925 Prozentualer
Geburtenrückgang
1871/1880 - 1925
  2003 *Prozentualer
Geburtenrückgang
1871/1880 - 2003
*
Deutschland39,136,836,133,429,025,320,520,647%10,074%
England35,532,530,027,224,022,418,918,348%12,066%
Schottland34,932,330,728,025,725,221,921,339%12,066%
   Frankreich *25,423,922,120,718,820,719,219,623%13,049%
Schweden30,529,027,125,823,721,418,117,543%11,061%
Schweiz30,828,128,727,423,820,818,718,440%10,068%
Belgien32,730,228.926,723,121,919,919,740%11,066%
Norwegen30,930,830,327,625,623,921,720,035%12,061%
Dänemark31,531,930,228,726,724,021,921,133%12,062%
Niederlande36,434,232,530,728,027,425,124,234%12,067%
Italien36,937,834,932,531,930,328,227,525%  9,076%
Ungarn43,444,240,536,835,431,826,827,736%10,077%
Spanien37,936,234,834,531,230,029,929,323%10,074%
Rumänien35,041,440,640,042,637,436,236,2+ 3% 10,071%
Rußland49,347,247,143,943,737,242,7Die Zahlen von 1921 an sind unbrauchbar!
Massachusetts27,227,026,026,525,623,722,3Keine Angaben
Australien36,834,829,426,627,425,023,222,938%13,065%
* Frankreich mit Geburtendefizit ! Quellen: Richard Korherr, Geburtenrückgang, a.a.O., 1927, S. 164; * Fischer Weltalmanach, 2006, S. 504

Die Fruchtbarkeit scheint die Schlüsselvariable des gesamten Bevölkerungsprozesses zu sein. Nur spekulieren die einen auf das „Hoch“ und die anderen auf das „Tief“. Anders gesagt: „Die einen befürchten eine Bevölkerungsexplosion, die anderen eine Bevölkerungsimplosion. .... Da anfangs in Europa, dann nach und nach weltweit, die Sterberate schneller zurückging als die Geburtenrate und also die Bevölkerung trotz des Geburtenrückgangs ständig zunahm, sprach prima vista alles für die malthusianische Position. Sie ist eigentlich erst heute - und speziell in Deutschland - von der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung dementiert worden. Und damit werden auch die Dekadenztheoretiker wieder aktuell und interessant. Sie haben mit ihrem demographischen Pesseimismus ... recht behalten. .... Dabei hat sich ... eine ganze Schule herausgebildet, die den ... Geburtenrückgang ständig mit kritischen Kommentaren und düsteren Untergangsprognosen begleitet hat. (Demographie). All diesen Untersuchungen ist gemeinsam, daß sie den Geburtenrückgang als demographischen Prozeß irgendwie mit ›Dekadenz‹ oder ›Niedergang‹ in Zusammenhang bringen, sei es als Ursache oder als Folge, als Symptom, Symbol oder Indikator eines allegemeinen kulturellen und politischen Verfalls. Bei den meisten Autoren bezeichnet ›Dekadenz‹ einen Gesamtprozeß sozialen und kulturellen Wandels, in dem der Geburtenrückgang nur eines von vielen parallel oder gleichlaufenden Symptomen ist. In Spenglers Interpretation wird der Geburtenrückgang zum ›körperlichen‹ Ausdruck einer allgemeinen ›Unfruchtbarkeit‹ des ›zivilisierten Menschen‹ und seiner ›durchaus metaphysischen Wendung zum Tode‹, die sich auch im ›Erlöschen der großen Kunst, der gesellschaftlichen Formen, der großen Denksysteme, des großen Stils überhaupt‹ manifestiert; die Fruchtbarkeit des ›letzten Menschen‹ ist in jeder Hinsicht ›erschöpft‹. (Vgl. Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 678ff. Spengler). Die Demographen unter den Dekadenztheoretikern ... interpretieren den Geburtenrückgang zwar auch als ›Symbol‹ eines allgemeinen soziokulturellen Niedergangs, wobei sie aber immer mit Nachdruck betonen, daß der Geburtenrückgang die wichtigste aller Dekadenzerscheinungen sei, weil es da sozusagen ... ums Leben geht und weil - um Landry ... zu zitieren - ›das Leben das Substrat aller Ziele‹ ist. Außerdem ist nach ihrer Ansicht der Geburtenrückgang das ›sicherste‹ aller Dekadenzsymptome, weil man ihn - im Unterschied zu den meisten anderen - präzise messen kann. Wenn einmal der kontinuierlich anhaltende Bevölkerungsrückgang eingesetzt hat, kann man das Ende eines Volkes mit mathematischer Sicherheit vorausberechnen. Sobald die Zahl der Sterbefälle über einem längeren Zeitraum hinweg die der Geburten übersteigt und die Kurve der Geburtenziffern unter die der Sterbeziffern absinkt, sind die Tage eines Volkes gezählt. Rein demographisch betrachtet, steht das Ende des Zerfallsprozesses also fest, unter gewissen Bedingungen ist es sogar in seinem weiteren Ablauf ziemlich genau prognostizierbar. Da mit der Bevölkerungsabnahme gewisse Struktureffekte einhergehen, kann man auch die Formen des weiteren Verlaufs im wesentlichen vorhersehen. Was man als ›Überalterung‹ bezeichnet, der wachsende Anteil der älteren Bevölkerung und die Verminderung des Anteils der jüngeren, ist als latenter Vorgang ja schon lange vor dem Stadium des Bevölkerungsrückgangs zu registrieren. Auch diese Strukturmerkmale haben eindeutig angebbare ›Ursachen‹ und Konsequenzen. .... Wenn es um die Ursachen des Geburtenrückgangs geht, müssen auch die Bevölekruingswissenschaftler soziale und kulturelle ›Einflußfaktoren‹ in Betracht ziehen. Auch die Dekadenztheoretiker unter den Bevölkerungswissenschaftlern suchen sie unter den ›Faktoren‹, die heute noch von empirischen Demographen für ›Ursachen‹ des Geburtenrückgangs gehalten werden. (Geburtenrückgang). Schon die älteren Vertreter dieser Schule unterscheiden sich aber von den meisten ihrer Zeitgenossen, vor allem von den orthodoxen Malthusianern, darin, daß sie den monokausalen Erklärungen ›multifaktorielle Modelle‹ vorziehen. Das Ensemble aller Faktoren bezeichnen sie dann oft mit dem Sammelnamen ›Dekadenz der Kultur‹. Dieser ›Sammelbegriff‹ ist oft mißverstanden worden.“ (Robert Hepp, Der Aufstieg in die Dekadenz, in: Armin Mohler, Wirklichkeit als Tabu, 1986, S. 194-196).

Nicht selten stört am Fortschrittsglauben seine „Megalomanie“ oder die typisch abendländische „Tendenz ins Unendliche, der faustische Ausgriff, die imperialistische Geste, der ›Wikinger-Geist‹ des ›Eroberers‹. Die Wachstumskritiker verkörpern ... vielleicht das Bindeglied der ›demographischen‹ und der allgemeinen ›kulturellen‹ Dekadenz. Der Engländer, der sich - in Sauvys Parabel - beim Wirt darüber beklagt, daß zu viele Gäste am Tisch sitzen, statt noch ein Hähnchen zu bestellen, ist zugleich der Prototyp des Neomalthusianers und des Wachstumskritikers. Angesichts der Diskrepanz zweier Größen, die einander angeglichen werden müssen, entscheidet er sich ›instinktiv‹ für eine ›Anpassung nach unten‹; er fürchtet den ›Exzeß‹ und das Risiko. Wo dieser ›Kleinbürger‹ und ›Kleinhäusler‹ den Ton angibt, verbreiten sich Kleinmut und Megalophobie. Wie eine Litanei zieht sich jenes ›siao-sin‹ (›Mache mein Herz klein!‹), der Drang zur ›Selbstverkleinerung‹, der nach Nietzsche für ›Zivilisationen‹ typisch ist, durch Bußpredigten der modernen Wachstumskritiker. (Vgl. Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886, § 267 ). In politicis entspricht dieser Einstellung die ›kleine Politik‹ (Georges Sorel), deren kühnster Ausdruck die ›Hochschornsteinpolitik‹ (Inneminister Zimmermann) ist. An die Stelle der ›Großmachtambitionen‹ - ›Supermächte‹ sind an sich böse! - tritt die Fellachensehnsucht nach dem ›ewigen Frieden‹. (Vgl. Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 678ff. Spengler). Um wenigstens zu ›überleben‹, duckt und unterwirft man sich. ›Wenn man keine Eroberungen mehr macht‹, sagt Cioran, ›willigt man ein, erobert zu werden‹.“ (Robert Hepp, Der Aufstieg in die Dekadenz, in: Armin Mohler, Wirklichkeit als Tabu, 1986, S. 231-232). Spengler

Zum Anfang des Skorpions Wenn ein in der Mitte seines Lebens stehender Mensch sein bis dahin geschaffenes Lebenswerk kritisch überprüft oder auch großmütig überhöht, dann verhält er sich wie eine Kultur, die sich über ihre Vergangenheit eine im erwachsenen Sinne verstandene Rechenschaft abzulegen versucht. Die herabfallenden herbstlichen Blätter der eigenen Kultur erzwingen eine Assoziation an frühere Zeiten. Es tritt die Erinnerung an den Frühling auf, als diese Blätter sich herausbildeten, oder an den Sommer, als sie mit jener oft als Normalfall angesehen grünen Blattfarbe die ersten Hitze-Proben zu bestehen hatten. Warum nur mußte dieses oder jenes gerade auf diese oder jene Art passieren? könnte die historische Generalfrage nicht nur der einzelnen Erwachsenen, sondern auch der erwachsenen Kulturen lauten. Aus diesem Grunde gab es bereits in der letzten Phase eine sehr intensive Auseinandersetzung der Nationen mit der eigenen Geschichte. (Vgl. 18-20). Der abendländische Nationalismus war wie der antike Hellenismus auch ein Versuch, sich und der gesamten dazugehörigen Kultur mittels einer Rückbesinnung eine zivilisierte Identität zu geben und eine Eigenbilanz zu erstellen, die nicht von der eigenen Kultur wegführen sollte, wie es die Renaissance versucht hatte, sondern zu ihr hin. Deshalb mußten solche Entwicklungsvertreter stark historisierend vorgehen. Sie leiteten geistig die jetzige Historismus-Hochphase ein. Leopold von Ranke (1795-1886) war der Begründer der mit hohen Ansprüchen auf Objektivität zu Werke gehenden modernen Geschichtswissenschaft, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts dem von ihm geprägten Historismus stark verpflichtet blieb. Ranke brachte die methodischen Grundsätze der Quellenforschung und -kritik im akademsichen Lehrbetrieb zu allgemeiner Geltung über Deutschland hinaus, besonders groß war der Einfluß auf Großbritannien und die USA. Das Wesen des Historismus drückte Ranke in dem Satz aus, daß jede Epoche unmittelbar zu Gott sei, daß jedes geschichtliche Ereignis aus sich selbst heraus verstanden und geschildert werden müsse. Neben dem Individulitätsprinzip, das Ranke auf die politische Welt (Staaten, Völker) anwandte, gilt der Objektivitätsanspruch als der eigenste Zug seines Geschichtsdenkens. Der Historiker soll nicht über die Vergangenheit richten oder die Gegenwart belehren; er soll „blos zeigen, wie es eigentlich gewesen“. In den Geisteswissenschaften gilt der Historismus als eine Betrachtung der kuklturellen Erscheinungen unter dem leitenden Gesichtspunkt ihrer historischen Gewordenheit, d.h. Geschichtlichkeit und der damit verbundenen Betonung der Einmaligkeit und der Besonderheit. In der Individualität sah der Historismus die schlechthin bestimmende Kategorie historischer Erkenntnis. Die Geschichtswissenschaft hat daraus starke Antriebe für Forschung und Deutung der Gegenwart gezogen, zugleich aber durch Absolutsetzung dieses methodischen Prinzips, das die Unvergleichbarkeit historischer Prozesse und Strukturen voraussetzt, sich der Gefahr des Wertrelativismus ausgesetzt und von der Entwicklung der anderen Sozialwissenschaften abgesondert. Der Begriff Historismus entstammt eigentlich erst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, obwohl der Historismus schon Ende des 18. Jahrhunderts aufkam (Früh-Historismus; vgl. 18-20), weshalb die jetzige Phase (20-22) Hoch-Historismus heißt! Für Geschichts- und Gegenwartsbewußtsein erreichte der Historismus seine größte praktische Bedeutung in der Zeit der 2. Deutschen Reichsgründung als grundlegende quellenbezogene geisteswissenschaftliche Position mit Auswirkung auf Sprachwissenschaft, historische Rechtsschule und historische Schule der Nationalökonomie. Eine andere Folge war die immer mehr zunehmende Politisierung der Historiker. 1851 wurde z.B. Theodor Mommsen (1817-1903) amtsenthoben wegen seines Engagements für die Märzrevolution (1848). Er machte dennoch eine grandiose Karriere und saß von 1863 bis 1866 im Preußischen Abgeordnetenhaus für die liberale Deutsche Fortschrittspartei, von 1873 bis 1879 für die rechtsliberale Nationalliberalen und im Deutschen Reichstag als liberaler Sezessionist. Mommsen war mit seinem demokratisch-nationalen Ideal von Freiheit und Einheit Gegner des politischen und sozialen Systems Bismarcks (1815-1898). Seine politische Überzeugung prägte auch sein wissenschaftliches Werk, besonders seine Römische Geschichte, für die er 1902 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Mommsens wissenschaftliche Leistungen waren grundlegend für Epigraphik, Numismatik und Rechtsgeschichte.

Die Krise des Historismus fiel mit dem Ende des 1. Weltkriegs zusammen.
Sie führte zur methodologischen Neuorientierung der modernen Geschichtswissenschaft.
Krisen, auch eine 1. Weltwirtschaftskrise (ab 25.10.1929), mußten in dieser Phase alle durchmachen.


„Geschichte wissenschaftlich behandeln wollen ist im letzten Grunde immer etwas Widerspruchsvolles. Die echte Wissenschaft reicht so weit, als die Begriffe richtig und falsch Geltung haben. Das gilt von der Mathematik, das gilt also auch von der historischen Vorwissenschaft der Sammlung, Ordnung und Sichtung des Stoffes. Der eigentlich geschichtliche Blick aber, der von hier erst ausgeht, gehört ins Reich der Bedeutungen, wo nicht richtig und falsch, sondern flach und tief die maßgebenden Worte sind. Der echte Physiker ist nicht tief, sondern »scharfsinnig«. Erst wenn er das Gebiet der Arbeitshypothesen verläßt und an die letzten Dinge streift, kann er tief sein - dann aber ist er auch schon Metaphysiker geworden. Natur soll man wissenschaftlich behandeln, über Geschichte soll man dichten. Der alte Leopold von Ranke soll einmal gesagt haben, daß der »Quentin Durward« von Scott doch eigentlich die wahre Geschichtsschreibung darstelle. So ist es auch; ein gutes Geschichtswerk hat seinen Vorzug darin, daß der Leser sein eigner Walter Scott zu sein vermag.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 129 Bände und Kapitel).

Und auch die Frage, „was nun in der Geschichte das eigentlich Geschichtliche in seiner Erfüllung aus dem Ewigen sei, treibt uns zwar an, seiner ansichtig zu werden, aber es bleibt doch unmöglich, daß wir über eine geschichtliche Erscheinung im Ganzen und endgültig urteilen. Denn wir sind nicht die Gottheit, die richtet, sondern Menschen, die ihren Sinn öffnen, um Anteil zu gewinnen am Geschichtlichen, das wir daher, je mehr wir es begreifen, um so betroffener immer noch suchen.“ (Karl Jaspers, Vom Ursprung und Ziel der Geschichte, 1949). Wenn laut Jaspers Geschichtlichkeit die Einheit der bloßen Vorhandenheit des Menschen und der in seinem Dasein enthaltenen Entwicklungsmöglichkeiten zu eigener Existenz (d.h. zum Seienden, das sich zu sich selbst und seiner Transzendenz verhält) sein sollte, dann kann man die Geschichtlichkeit der Existenz als Einheit von Zeit und Ewigkeit auffassen und sie (gleichzeitig) auch Augenblick nennen. Dann würde die Geschichtlichkeit verwirklicht in der Treue des Selbst zu seinem Grunde. Man würde die Geschichtlichkeit (z.B. einer Sache u.s.w.) betonen, wenn daran erinnert werden soll, daß sie eine Geschichte hat, die man kennen muß, um das Wesen der Sache zu erfassen. Das Unvollendetsein des Menschen und das Geschichtliche wären demnach dasselbe!

Während die Wissenschaft auch jetzt in vielen Bereichen großartige technische Erfolge erzielte, erfuhr die für Weltanschauungen so wichtige Physik zum ersten Mal Grenzgefühle. Was Aristarch und Archimedes während ihrer großen Zeit (272/260, 237) für die antike Kultur erreichten, das erfuhr die abendländische Kultur mit folgenden Grenzgefühlen: 1900 wurde der Physik von Planck durch „Wahrscheinlichkeit“, d.h. durch seine Quantentheorie als fundamentale Innovation, die Absolutheit des Wissens genommen, was Plancks Nachfolger nur noch in Weiterführung bestätigen konnten, so 1905-1916 Einstein und 1924-1927 Heisenberg mit seiner Feststellung, daß die Kausalität an ihr Ende kommen kann und sich mit „Wahrscheinlichkeiten der Wahrscheinlichkeit“ begnügen muß, wenn sie noch Erfolge verzeichnen will. Der technischen Anwendung tat das keinen Abbruch, wie allgemein bekannt. Heureka! soll Archimedes gerufen haben, nachdem er das hydrostatische Grundgesetz entdeckt hatte, und auch die Abendländer versuchten sich in vielen Bereichen, heuristisch zu betätigen. Die Moderne ging munter weiter. Im Abendland sollte sie bald auch Postmoderne genannt werden, um zu deklarieren, daß die linear-progressive Entwicklung unter umgekehrten Vorzeichen weitergehen werde - wie eine Rolltreppe. Kommunikationstheoretische Ansätze gehören ebenso hierher wie die Erkenntnis, daß gegenwärtige Zustände durch ihre Historizität zu erklären seien. Ein Beobachter sei selbst ein zu Beobachtender samt seiner Geschichtlichkeit. Die Beobachtung wurde also zu einem Prozeß, der mit seiner Umkehrung zu rechnen hatte; was physikalisch ermittelt worden war, ging auch immer mehr in die Alltäglichkeit der Kultur ein. Überhaupt schien es für nicht wenige Menschen so zu sein, daß Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und ihre Nachbardisziplinen projektiv vorgaben, was aus ökonomischen, technischen und medialen Motiven gefiel. (Macht). Abendländisch-mathematische Gebilde waren kaum von der Anschauung abhängig; jetzt wurden sie von ihnen immer mehr unabhängig. In der Antike verlief dieser Prozeß genau umgekehrt. Aus einer heiligen Zahl wie der 3 wurde im Abendland eine viel heiligere - n. Man denke nur an die Übersteigung des dreidimensionalen Raumes durch Exponenten, die größer gleich 4 oder gar unendlich groß sind. Ob wir die antike Mathematik, euklidisch oder archimedisch, die abendländische nach Gauß oder Cantor benennen; in beiden Fällen geht es darum, dem kulturellen Ursymbol auf die Schliche zu kommen, ob den Forschern dies bewußt ist oder nicht. Dort das Begrenzte, hier das Unendliche; dort der Körper, hier der Raum. Im Abendland gingen die moderne Zahlentheorie und die Mengenlehre in eine Algebra der Logik ein, und damit wurde die moderne Axiomatik vollkommen zum Kapitel der Erkenntnistheorie.

Zum Anfang des Skorpions Erwachsene Krisen zwischen Adel (des Geldes) und Priestertum (des Geisteswissens) sehen anders aus als die zwischen Mutter (Christentum) und Kind (Katholiken-Abendland) oder Lehrern (Jesuiten bzw. Lutherische Evangelien-Puritaner) und Jugend (Katholiken- bzw. Protestanten-Abendland). Erwachsene Krisen gehen bis ins Mikrokosmische, um die eine, makrokosmische Befriedigung (Macht mittels Geld) zu bekommen. Eine Spätkultur ist immer schon Zivilisation; sie unterscheidet sich von ihr nur durch das Wissen darüber. Ein Krisenmanager oder Therapeut kann hier nur insofern helfen, als daß er davon leben kann. Postmoderne Helfer sind selbst Hilfsbedürftige, denn während sie helfen, wird ihnen schon geholfen. Sie sind gezwungen, Selbstläufer mit Selbstzweck zu verknüpfen. So funktioniert das System - auch ohne sie. Mit Kausalitäten kommt man hier einfach nicht weiter. Heisenbergs Wahrscheinlichkeien der Wahrscheinlichkeit lassen den Patienten im unendlichen Raum wie ein Mikrokosmos zappeln. Durch Mengenlehre und Gruppentheorie als Gruppentherapie kann ihm auch nicht geholfen werden. Als Funktion innerhalb eines unendlichen Strukturalismus wird sein Unbehagen eher noch größer, weil sein Selbst verletzt wird. (Wo denn?). Er kann sich nicht selbst verwirklichen, weil er sich nicht selbst entfremden kann. Das konnte er noch nie und wird es auch nie können: entweder man lebt oder man ist tot. Demzufolge wäre ein bißchen Selbst ein bißchen Sterben und ein bißchen Lebensanfang. (Wem es nützt?). Dazwischen steht das uterine, familiäre, institutionalisierte und erwachsene Leben. Die Berufung oder der kategorische Imperativ für den spätkulturellen Erwachsenen könnte lauten: Erleichtere links weiter oder erschwere rechts weiter oder mache einfach mittig mit! Eine Art vierte Dimension dieser Berufung wäre nur noch die mögliche Ab-Berufung durch einen Engel, der in der Astronomie schwache Wechselwirkung heißt, radioaktiv strahlt und den Zerfall regelt, der in der Theologie jüngstes Gericht genannt wird. Je nachdem, ob es sich um leichte oder schwere Elemente handelt, werden dem Sünder dort kurzfristige oder langfristige Übel als Halbwertszeiten vergeben.

In dieser Phase sind rechte Gravitation, linke Kernbindung, vermittelnder Elektromagnetismus und radioaktiver Zerfallsprozeß weder naturwissenschaftlich noch politisch zu kontrollieren. Die Große Vereinheitlichende Theorie läßt noch auf sich warten. Sie wartet auf die Befruchtung. (22-24).

Zum Anfang des Skorpions Von den unzähligen Samenzellen erreicht bekanntlich nur eine das zu befruchtende Ei. Den Weg dorthin kann man durchaus als eine Art olympische Disziplin, als den Kampf um das Ei bezeichnen. Bevor eine werdende Kultur überhaupt werden kann, müssen sich 2 Zellen vereinigt haben. Das sehen wir in der nächsten Phase. (22-24). Es muß also eine Koinzidenz stattfinden. Diese Zufälligkeit ergibt sich erstens aus der Partnerwahl zweier Kulturen (18-20), zweitens aus dem Kampf um das Ei (20-22), durch die Tatsache nämlich, daß wandernde Zellen um die eine Zelle kämpfen, die bereits abwartet, und drittens durch die spätere Rekombination. (Befruchtung: 22-24). In der Kulturgeschichte stellt der Beginn der Expansionen Kulturwanderungen dar; im ersten, großelterlichen Fall waren es die mesopotamisch-sumerischen Mächte, im zweiten, elterlichen Fall waren es die antik-apollinischen Mächte und im dritten, eigenen Fall waren wir es, die faustisch-abendländischen Mächte, die mit einer Kulturbotschaft im Kopf der Samenzelle auf die Eizelle einen Eindruck machten. Das abwartende Ei waren somit die Einwohner des von einer minoistischen Minderheit regierten Ostmittelmeerraums im ersten, die Einwohner des von einer hellenistischen Minderheit regierten Vorderasien im zweiten und die Einwohner der von einer europäistischen Minderheit regierten Länder (vielleicht in Asien oder/und Afrika) im dritten Fall. Dieses Ei erwartet seine Befruchtung, es erwartet einen „Boten“, um mit ihm zusammen den Wechsel von der 3. zur 4. Generation herbeiführen zu können. Doch in der jetzigen Phase wird um den Kulturtransfer noch mit aggressiven Mitteln gekämpft: Tod bringende Medien, grausamste Kriege müssen durchlebt werden, so traurig es klingen mag. Erst mit Beginn der Befruchtung kann der Bote die Information überbringen; im großelterlichen Fall war es der Ostmittelmeerraum, im elterlichen Fall war es Griechenland und im eigenen Fall wird es Europa sein, so traurig es klingen mag. Die Information hieß im großelterlichen Fall Minoik versus Indogermanik, im elterlichen Fall Hellenistik versus Keltogermanik und wird im eigenen Fall wahrscheinlich Eurozentrik versus Afroasiatik heißen. (22-24). Dabei kann es schon mal passieren, sich selbst zu verlieren, sich selbst zu vergessen. Genau das war dem minoistischen Kreta und dem hellenistischen Griechenland passiert, und genau das wird wohl auch dem europäistischen (das heißt: egozentrischen bzw. sozialistischen) Europa passieren. So bemerkt man erst später, nämlich zu spät, daß ein Versus auch einseitig Partei ergreifen kann:

„Auch die Antike starb, aber sie wußte nichts davon.“
(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 547).


Was Frankreich in der letzten Phase nicht geglückt war, das glückte Deutschland in dieser Phase nicht. Sie haben beide nicht wirklich für das gekämpft, für das sie eigentlich kämpfen wollten. Sie haben das Gegenteil dessen erreicht, was sie erreichen wollten. Beide haben Rußland stärker gemacht, obwohl auch ihm das letztlich gar nichts genützt hat. Denn alle haben sie die kommende Weltmacht unterschätzt und Deutschland den Kampf um die Weltmacht gegen den Konkurrenten USA verloren. Der Krisenmanager aus dem fernen Amerika hat sie alle ausgetrickst. Frankreichs Krieg gegen die halbe und Deutschlands Krieg gegen die ganze Welt liefen am Ende in eine Sackgasse. Das Deutsche Reich hatte das Alter erreicht, das es erreichen sollte. Jetzt mußte dieses Über-Tausendjährige Reich die Katastrophe als Wiederanfang und die Geburt als Wiedergeburt erleben - eigentlich der Lernprozeß überhaupt, gäbe es in Deutschland nicht immer so viele inkonsequente Politiker! (Michel). Die US-Amerikaner, die nur eine „bedingungslose“ Kapitulation kennen, feierten den „Endsieg“, den Deutschland bedingungslos erkämpfen wollte. Besonders die jeweils letzte Lösung, auch Endlösung genannt, offenbarte bald, wen sie tatsächlich betreffen und wer davon wirklich profitieren sollte. Im Abendland werden auch Endlösungen an der Medienbörse vermarktet.

Und wenn unter Historismus verstanden werden darf, daß er die kulturellen Erscheinungen unter dem leitenden Gesichtspunkt ihrer Gewordenheit (Geschichtlichkeit) betrachtet und die Einmaligkeit und Besonderheit betont, dann gilt für ihn wie für seine Opposition, den Antihistorismus (2. Seite dieser Münze) die Formel:

5. Moderne Die Geschichtlichkeit ist sicherlich aus sich selbst heraus nicht abschließbar. Ende
Sie kann nur zu Ende gehen durch inneres Versagen oder kosmische Katastrophen.

 

0 Uhr2 Uhr4 Uhr6 Uhr8 Uhr10 Uhr12 Uhr14 Uhr16 Uhr18 Uhr20 Uhr22 Uhr
2 Uhr4 Uhr6 Uhr8 Uhr10 Uhr12 Uhr14 Uhr16 Uhr18 Uhr20 Uhr22 Uhr24 Uhr
WWW.HUBERT-BRUNE.DE

 

Zum Anfang des Skorpions Anmerkungen:

 

Hoch-Historismus heißt diese Phase - Krise oder Kampf ums Ei (20-22 Uhr) - deshalb, weil der Historimus in dieser Phase zur Höchstform aufläuft, um tief zu fallen - in eine Krise nämlich - und sich wieder nach oben zu kämpfen. Ob oben oder unten, ob für oder gegen den Hsitorismus - diese Phase beinhaltet so oder so den wohl größten Historismus-Kampf aller Zeiten. Statt Hoch-Historismus könnte man also auch Tief-Historimus sagen. Das ist faktisch egal. Weil man sich aber für nur einen der beiden entscheiden kann, habe ich mich für das Merkmalhaltige entscheiden.

Oswald Spengler (28.05.1880 - 08.05.1936), Der Untergang des Abendlandes, 1917 (Band I), 1922 (Band II). Zum Buch

Seelenbild der Antike und Seelenbild des Abendlandes sind gegensätzlich: apollinisch und faustisch; ihre Ursymbole ebenfalls: Einzelkörper und Unendlicher Raum. Wie ein Dogma gegenüber aller Erfahrung, gelten auch Seelenbild und Ursymbol allgemein als unbeweisbar, deshalb sei hier darauf hingewiesen, daß der Unterschied zwischen Antike und Abendland sogar am Beispiel „Parallelenaxiom“ deutlich werden kann: Euklid hat in seinen „Elementen“ (um 312 v. Chr.) die mathematische Entsprechung für das antike Beispiel gegeben und Gauß ca. 2112 Jahre später (um 1800) die für das abendländische. Sie stehen - wie unzählige andere Beispiele auch - für einen metaphysischen Mittelpunkt, um den eine Kultur kreist, während sie von Seelenbild und Ursymbol angetrieben und angezogen wird. (Vgl. Oswald Spengler, 1917, S. 155, 227ff., 234, 390). Vgl. dazu auch das Germanentum und die Beispiele faustischer Persönlichkeiten.

Das Seelenbild der magischen Kultur ist ein dualistisches: Geist und Seele, ihr Ursymbol die Welthöhle. (Vgl. Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 155, S. 227ff., S. 234, S. 390, S. 847f.).

Die (Neger-) Sklaverei ist „eine Vorstufe der Maschinenindustrie: eine Organisation von 'lebendiger' Energie, bei welcher man vom Menschen endlich zur Kohle überging, und das erste erst dann als unmoralisch empfand, als das zweite eingebürgert war. Von dieser Seite betrachtet, bedeutet der Sieg des Nordens im amerikanischen Bürgerkrieg (1865) den wirtschaftlichen Sieg der konzentrierten Energie der Kohle über die einfache Energie der Muskeln“. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 1172). „Man ging von der Muskelkarft des Negers, die in organisierten Betrieben angesetzt wurde, zu den organischen Reservern der Erdrinde über, wo die Lebenskraft von Jahrtausenden als Kohle aufgespeichert liegt, und richtet heute den Blick auf die anorganische Natur ....“ (Ebd., S. 1188 Spengler).

Die Sklaverei, deren Abschaffung erst 1865 als 13. Zusatz Eingang in die us-amerikanische Verfassung fand, war nach dem Sezessionskrieg (1851-1865) noch längst nicht abgeschafft. Aber nicht die Demokratie, sondern die Kohle besiegte allmählich die Sklaverei, weil die neue Energiegewinnung die alte überfüssig machte. Man ging also von der Energie der Muskeln zu der Energie der Kohle über und empfand die Sklaverei erst dann als unmoralisch, als die Kohle eingebürgert war. Und diese Einbürgerung betraf nur einige Nord-Staaten der USA (Vgl. Spengler). Es sollte noch über 100 Jahre dauern, bis 1968 durch Martin Luther King (15.01.1929 - 04.04.1968) und seine „Bürgerrechtsbewegung“ einigermaßen „normalbürgerliche“, d.h. relativ „demokratische“ Zustände auch in den USA etabliert wurden. Neger und Indianer hatten bis 1968 keinen Zutritt zu Freiheit und Demokratie (der Weißen). Und heute behaupten die USA und ihre „Freunde“, die alles (nur keine KZ-Anschlußgleise) bombardierenden Angloamerikaner hätten 1945 Befreiung und Demokratie gebracht, obwohl die Demokratie in den USA selbst bis mindestens 1968 nur für „Auserwählte“ galt? Schlug ihre sogenannte Demokratie nicht ein wie eine Bombe?

Von den 10 Mio. Indianern der USA blieben im Laufe von wenigen Jahrzehnten nur noch 1 Mio. Indianer übrig. Und diese 1 Mio. Indianer wurden auch nicht verschont. Übrig blieben am Ende der Ausrottung knapp 100000.

Demokratie in den USA?  Die deutsche Hanse zur Zeit der Gotik war schon demokratischer als die erst über ein halbes Jahrtausend später, nämlich 1776 entstandene USA, die nie demokratisch sein konnte und auch niemals sein wird, weil die Zeit, in der sich Demokratie wirklich entfalten kann, schon zu Ende war, als es die USA noch gar nicht gab. Das, was wir seit Ende des 18. Jahrhunderts Demokratie nennen, ist die Kehrseite einer „Münze“, die seit dieser Zeit die Tendenz hat, auf die andere Seite, auf die Seite der Plutokratie zu fallen. Sie wird quasi von den seitdem geschaffenen Tatsachen magnetisch angezogen. Seitdem ist die Sucht nach Geld die Sucht nach Herrschaft (Macht). Sie ist das ausgeprägteste Herrschaftssymbol der Moderne. Auch im Welt(machts)krieg ging es letztendlich um nichts anderes als darum, wer von den zwei Konkurrenten Deutschland und USA seine Macht nach dem Krieg würde weiter ausbauen können. Nachdem die Intellektuellen des Kriegsgegners blitzschnell zu Alliierten gemacht worden waren, waren die USA auch bald in der Lage, weitere deutsche Intellektuelle zu „kaufen“ und die Staatsgrenzen für sonstige Einwanderer hermetisch abzuschließen. 1945 hat der nordamerikanische „Taler“ gewonnen. (Vgl. $).

Plutokratie (griech.; plutos „Reichtum“ und kratein „herrschen“) bezeichnet ein politisch-soziales System, in dem die wesentlichen Entscheidungsprozesse von oligarchen Gruppen bestimmt werden, deren Einfluß vorwiegend auf ihrem Besitz, speziell auf mobilem Kapital beruht. Sie kann institutionalisiert sein (z.B. in einem Klassenwahlsystem) oder indirekt durch die Abhängigkeit politischer Entscheidungsträger von Pressure-Groups ausgeübt werden. (Vgl. „Die Macht der Plutokratie“ und „Geld und Geist“).

Peter Scholl-Latour (1924-2014): Die Macht der Plutokratie, in: Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?, 2002, S. 41ff. bzw. S. 43f.. (PlutokratiePlutokratiePlutokratie). Scholl-Latour meint, daß Spengler mit seiner These vom Untergang „wohl nicht so unrecht hatte“. (Ebd., S. 48).

Frankreich mit Geburtendefizit !

Geburtendefizit = die Geburtenrate ist niedriger als die Sterberate! Geburtenrate (Geburtenziffer) bedeutet die Zahl der Lebendgeborenen auf 1000 Einwohner im Jahr; sie wird also in Promille (‰) angegeben; gleiches gilt für die Sterberate (Sterbeziffer). Abgesehen von Ausgleichsmöglichkeiten (Wanderungen), gilt grundsätzlich: Geburtenrate > Sterberate = Positive Wachstumsrate (= Bevölkerungsmehrung wegen Geburtenüberschuß bzw. Sterbedefizit); Geburtenrate = Sterberate = Neutrale Wachstumsrate (Gleichstand [also: kein Wachstum]); Geburtenrate < Sterberate = Negative Wachstumsrate (= Bevölkerungsminderung wegen Geburtendefizit bzw. Sterbeüberschuß). Weil die „rohe“ Geburtenrate nicht ausreicht, um die „Gründe“ für den Geburtenrückgang zu „erklären“, gibt es auch noch die Fruchtbarkeitsrate (Fertilitätsrate, - ziffer). Vgl. Demographie, „Übergangstheorie“, „ökonomisch-demographisches Paradoxon“.

Fruchtbarkeitsrate: das „Fortpflanzungsverhalten“ bzw. die gesamten Bedingungen und Motive des „generativen Verhaltens“ als die (insgesamte) „durchschnittliche Zahl von Kindern, die eine Frau im Laufe ihres Lebens gebären würde, wenn sie in jeder Altersstufe in Übereinstimmung mit der altersspezifischen Fruchtbarkeitsrate Kinder zur Welt bringen würde.“ (Fischer Weltalmanach, 2006, S. 781). Denn bei einer gegebenen Zahl von Frauen zwischen 15 und 45 Jahren hängt die Zahl der Geborenen z.B. „auch davon ab, wie sich die Frauen auf die 31 Altersjahre innerhalb des Intervalls von 15 bis 45 aufteilen. Je mehr von ihnen zu der Altersgruppe gehören, in der die meisten Kinder zur Welt kommen - in Deutschland liegt das Gebäralter mit der höchsten Geburtenrate bei 30 -, desto höher ist bei gleicher Zahl und gleichem Fortpflanzungsverhalten der Frauen die jährliche Geburtenzahl. Die Verteilung der Frauen auf die Altersjahre von 15 bis 45 ist in jedem der miteinander verglichenen Kalenderjahre oder Länder meist unterschiedlich. Deshalb wird bei zeitlichen oder internationalen Vergleichen künstlich eine gleiche Altersverteilung zugrunde gelegt, indem pro Altersjahr genau 1000 Frauen angenommen werden. Mit diesem Kunstgriff läßt sich die zur Erklärung von Verhaltensänderungen wesentlich besser geeignete, von den Einflüssen der Altersstruktur bereinigte »Zahl der Lebendgeborenen pro Frau« berechnen, die auch als »zusammengefaßte Geburtenziffer«  (englisch: Total Fertility Rate, TFR) bezeichnet wird. Der Begriff »zusammengefaßt« drückt dabei aus, daß die Kinder, die in einem Kalenderjahr von dem im Altersintervall von 15 bis 45 gleichzeitig lebenden 30 Frauenjahrgängen geboren wurden, zusammen berücksichtigt werden. Man tut dabei so, als ob die in einem Kalenderjahr geborenen Kinder von einer künstlich zusammengesetzten Generation zur Welt gebracht worden seien, die aus den 30 verschiedenen Jahrgängen besteht, die im Jahr der Betrachtung gemeinsam leben und in einem unterschiedlichen Alter stehen. Die simpel erscheinende statistische Größe - »Zahl der Geburten pro Frau« - läßt sich also nicht durch Umfragen ermitteln, sie ist das Ergebnis von Berechnungen, die auch Annahmen über die Zahl der Geburten enthalten, die die heute erst 15, 16, 20 oder 30 Jahre alten Frauen in der Zukunft noch haben werden. Eine dieser Annahmen ist beispielsweise, daß die im Jahr der Betrachtung 25jährigen zehn Jahre später als 35jährige so viele Kinder (pro 1000) zur Welt bringen werden wie die heute 35jährigen. Das klingt nicht nur ziemlich konstruiert, sondern ist es auch. Es gibt jedoch keine einfachere Methode um die Geburtenrate eines Landes in einem bestimmten Kalenderjahr - gemessen durch die simpel erscheinde Zahl der Lebendgeborenen pro Frau - anzugeben. Die Unterschiede der Altersstruktur machen sich auch dann störend bemerkbar, wenn nicht verschiedene Kalenderjahre oder Länder, sondern verschiedene Geburtsjahrgänge miteinander verglichen werden. In der Fachliteratur wird ein Geburtsjahrgang auch mit dem Begriff »Kohorte« und die Kinderzahl pro Frau eines Geburtsjahrgangs entspechend als »jahrgangs- bzw. kohortenspezifische Geburtenzahl pro Frau« bezeichnet (englisch: Completed [oder: Cohort] Fertility Rate, CFR). Auch bei der Berechnung der Geburtenzahl pro Frau für die verschiedenen Geburtsjahrgänge wird der im Zeitablauf variierende Einfluß der Altersstruktur künstlich ausgeschaltet, um den reinen Effekt des Fortpflanzungsverhaltens zu messen.“ (Herwig Birg, Die ausgefallene Generation, 2005, S. 35-36). Vgl. Demographie, „Übergangstheorie“, „ökonomisch-demographisches Paradoxon“.

Standesstaaten, Diese Tatsache wollte Spengler „unzweideutig ausgesprochen“ wissen: „es gibt nur Standesstaaten, Staaten, in denen ein einzelner Stand regiert. Man verwechsle das nicht mit Ständestaat, dem der einzelen nur vermöge seiner Zugehörigkeit zu einem Stande angehört. Das letzte ist der Fall in der älteren Polis, in den Normannenstaaten von England und Sizilien, aber auch in dem Frankreich der Verfassung von 1791 und in Sowjetrußland. Das erste bringt dagegen die allgemeine geschichtliche Erfahrung zum Ausdruck, daß es stets eine einzelne Schicht ist, von welcher, gleichviel ob verfassungsmäßig oder nicht, die politische Führung ausgeht. Es ist immer eine entschiedene Minderheit, welche die welthistorische Tendenz eines Staates vertritt, und innerhalb dieser wieder eine mehr oder weniger geschlossene Minderheit, welche die Leitung kraft ihrer Fähigkeiten tatsächlich, und oft genug im Widerspruch mit dem Geist der Verfassung in Händen hat. Und wenn man von revolutionären Zwischenzeiten und von cäsarischen Zuständen absieht, die als Ausnahme die Regel bestätigen, ... - so ist es die Minderheit innerhalb eines Standes, welche durch Tradititon regiert, weitaus am meisten innerhalb des Adels ....“ (Oswald Spengler, Stand und Staat, in: Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 1016-1017).

Spengler, der auch auf die Entsprechungen in der ägyptischen, chinesischen, indischen und arabischen (magischen) Kultur einging, nannte das „Zeitalter der kämpfenden Staaten“ (20-22) auch das „Zeitalter zwischen Napoleonismus (18-20) und Cäsarismus (22-24), das „Zeitalter der großen Kriege“ (S. 1085ff.), den Kulturkampf zwischen dem „unphilosophischen“ Kulturgebiet (Nordwesten) und dem „philosophischen“ Kulturgebiet (Südosten). Hier drei Beispiele: Tsin (Ch'in) vs. Tsu (Chu), Römertum vs. Hellenismus, Angelsachsen vs. Europäismus). Dabei siegte jeweils der unphilosophische Norwesten über den philosophischen Südosten. Nach Spengler haben hier die „Weltverbesserer“ gegen die „Tatsachenmenschen“ verloren. Das Zeitalter der großen Kriege ist nicht nur ein Zeitalter der Weltmachtskriege, der ihm bereits vorausgehende und ihn begleitende Nihilismus der Kulturen führte häufig auch zu Bücherverbrennungen, z.B. 213 v. Chr. in China, 1933 in Deutschland. Letztere war aber Spengler, als er sein Buch schrieb (von 1911 an) und veröffenlichte (1917 bis 1922), noch nicht bekannt.

Nihilismius (lat. nihil, „nichts“), Standpunkt der absoluten Negation, ist ein von Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819) in seinem „Sendschreiben an Fichte“ (1799) eingeführter Terminus. Der theoretische Nihilismus verneint die Möglichkeit einer Erkenntnis der Wahrheit (wie der Agnostizismus die Erkennbarkeit des wahren Seins), der ethische die Werte und Normen des Handelns, der politische jede irgendwie geartete Gesellschaftsordnung. Vielfach ist der Nihilismus nur ein radikaler Skeptizismus. Vgl. z.B. Schopenhauer (1788-1860), Nietzsche (1844-1900) u.a.. Man muß sich nur bestimmte Namen (z.B. Platon, Aristoteles, Kant, Hegel, Goethe u.s.w.) in Erinnerung rufen, um festzustellen, daß es natürlich kein Zufall ist, wenn der Nihilismus in allen Kulturen in der Phase des Idealismus entsteht. Er stellt eine Reaktion auf die klassische (auch „klassizistisch“ genannte), auf die („napoleonisch“) unumschränkt herrschende idealistische Allmacht dar. Er entwickelt sich also als unmittelbare Folge auf den Idealismus und erreicht seinen Höhepunkt - eher sollte man von „Tiefpunkt“ sprechen -, wenn die „Klassiker“ endgültig von der Bühne abgetreten sind und sich das Gefühl durchsetzt, daß die obersten Werte sich entwerten, jene Werte, die allem Tun und Leiden der Menschen erst Sinn geben, daß es nichts mehr gibt, wofür es sich zu leben oder zu sterben lohnt, daß das Bewußtsein aufkommt, es sei alles umsonst. Alles, was ist, auch das menschliche Erkennen, ist ab jetzt Erscheinungsform des Willens zur Macht; hier gibt es kein absolutes Sein mehr, denn Sein ist ab jetzt Werden, aber kein endloses Neuwerden, sondern „ewige Wiederkehr“ dessen, was schon unendlich oft dagewesen ist. „Die ewige Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht“. (Nietzsche). So sehr Wahres in Nietzsches Aussagen steckt, so sehr sind bestimmte spätere Folgen, die sich daraus für Menschen ergeben können (nicht müssen!), als ein wohl kaum noch zu therapierendes Symptom zu bezeichnen, das sich in einer „180°-Drehung“ (Negation der Negation, Hegel) und schließlich in einer absoluten Selbst-Negation ausdrücken kann. Überwinden sollte Nietzsches „Sei du selbst“ (NietzscheNietzscheNietzsche) den „Scheinmenschen“, den Heidegger (1889-1976) später als „Man“ bezeichnete, aber nach dem alles entscheidenden Weltmachtskrieg gab es besonders auf der Seite der Kriegsverlierer einen Seitenwechsel, der das „Sei du selbst“ zwar nicht aufhob, aber neo-nihilistisch uminterpretierte in ein „Sei du selbst der alliierte Sieger“ (auch als Verlierer!?). Später, im „Postnihilismus“ gelang die „180°-Drehung“ mit dem Slogan „Sei du selbst der Fremde“ („Sei du selbst der Ausländer“). Also war man spätestens seit etwa 1968 Sieger statt Verlierer und später auch Ausländer(In) statt Inländer(In). Man war immer nur der gute Mensch, zwar ein selbstbewußtloser, aber gut. „Und das ist auch gut so“, wurde zu einer ernst gemeinten Rechtfertigung der völlig Verunsicherten. Die Tatsachen wurden verdreht, man machte die ältere Generation einfach zum Buhmann, die entweder abzutreibende oder abzuschreibende jüngste Generation zum Scheidungsproblem und wähnte sich dennoch als der ewig gute, stets moralisch die Grundstellung einnehmende Missionar. Ohne Geschichte wirklich (!) zu bedenken, bestand die nach dem 2. Weltkrieg erfolgte „Geschichtsverarbeitung“ also darin, sich selbst zu verleugnen. Heute ist es nicht mehr nur die elterliche Herkunft, sondern sogar die eigene Sprache, die verleugnet wird: „Wir können alles, außer Hochdeutsch“ (!). Hochdeutsch entwickelte sich primär aus dem Oberdeutschen (Alemannisch, Bairisch). (Vgl. DEUTSCH: AHD, Früh-MHD, Klassisches MHD, Spät-MHD,  Früh-NHD, Klassisches NHD, Hochklassik des NHD und Spät-NHD).

Jacob Burckhardt (1818-1897), Weltgeschichtliche Betrachtungen, postum, S. 37.

Ernst Forsthoff (1902-1974), Verfassungsgeschichte der Neuzeit, 1940, S.172.

Zum Reichsparteitag Triumph des Willens von 1933 vgl. auch den Film von Leni Riefenstahl (1902-2003), Triumph des Willens, 1933.

Ernst Nolte (*1923), Streitpunkte - Heutige und künftige Kontroversen um den Nationalsozialismus, 1993, S. 382.

Erwin Scheuch (1928-2003), Cliquen, Klüngel und Karrieren, 1992, S. 158.

Waldemar Schreckenberger (*1929), Sind wir auf dem Weg zu einem Parteienstaat?., in: FAZ, 05.05.1992.

Vgl. Werner Maser (1922-2007). Der Hitler-Stalin-Pakt (23.08.1939) war primär Stalins Idee. Er bot für Stalin mehr Vorteile als für Hitler. So boten z.B. das Baltikum und Finnland für die Sowjetunion einen enormen strategischen Vorteil, nicht aber für das Deutsche Reich; und nicht Hitler, sondern Stalin war es, der die Interessensphären vorschlug - mit der Hoffnung, daß Hitler sie akzeptieren würde, was er dann auch tat. Gleiches gilt für Polen: „Falsch ist, daß Hitler Stalin vorgeschlagen habe, Polen restlos aufzuteilen. Stalin war es, der Hitler vorschlug, Polen untereinander restlos aufzuteilen und den polnischen Staat auszulöschen.“ (Werner Maser, Hitler, Stalin und die Legende vom „Überfall“, 2004). Auch die These vom „Überfall“ auf die Sowjetunion ist falsch. Stalin war keineswegs unvorbereitet, als am 22.06.1941 der Rußlandfeldzug begann; Stalin hatte seit 1938 - vor allem z.B. während des Münchener Abkommens im September 1938 und der Errichtung des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren im März 1939 - und bis zum 20. August 1939, als England und Frankreich ihm endgültig zu verstehen gaben, daß sie nicht mitmachen wollten, geplant und versucht, mit Hilfe von möglichst vielen Verbündeten Deutschland anzugreifen. Er konnte und wollte es nur nicht alleine! Doch auch in der Zeit zwischen dem 23.08.1939 und dem 22.06.1941 - das heißt also: trotz des Nichtangriffspaktes (!) - blieb Stalin bei seinem Plan eines Angriffskrieges mit möglichst vielen Verbündeten gegen Deutschland. „Vor Mitte Mai 1941 - wahrscheinlich unmittelbar nach dem Heß-Flug nach England - und nach mehreren Stalin-Äußerungen, daß die Sowjetunion einen Krieg gegen Deutschland beginnen werde, wenn Hitler nicht komme, legten Schukov und Timoschenko dem Sowjetführer einen vom späteren Marschall Wassilewski ausgearbeiteten und in Kanzleischrift eigenhändig niedergeschriebenen Operationsplan mit der Bitte vor, ihn zu genehmigen, was Stalin auch tat. Das an »den Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR, den Genossen Stalin« gerichtete Dokument begann mit dem Satz: »Ich trage Ihnen zur Begutachtung die Erwägungen für den strategischen Aufmarschplan der Streitkräfte der Sowjetunion für den Fall eines Krieges mit Deutschland … vor ....«“ (Werner Maser, Hitler, Stalin und die Legende vom „Überfall“, 2004). - Fazit: Stalins Armeen waren - den Möglichkeiten der Sowjetunion entsprechend (!) - spätestens seit 1938 an den Grenzen postiert, also längst auf den Angriffskrieg vorbereitet, denn er war ja, wie gesagt, seit spätestens 1938 ein Plan von Stalin. Mehr

„Wie sehr die sowjetische Geschichtsschreibung und die deutschen sowjethörigen Historiker die Geschichte fälschten, manipulierten und im Sinne der marxistisch-leninistischen Geschichtsdarstellung instrumentalisierten, exemplifiziert dieser Aufmarschplan auf ganz besondere Weise. Valentin Falin beispielsweise, der einstige Leiter der Internationalen Abteilung beim ZK der KPdSU, behauptete noch im Mai 1993, daß es sich bei dem Wassilewski-Schukov-Timoschenko-Dokument von Mai 1941 um eine Fälschung handele, obwohl er spätestens seit 1990 wußte, daß dies nicht der Fall ist. Und nicht nur er log. Andere, wie z. B. Forschungsamtsmitarbeiter und Altstallnisten, versuchten Stalins maßgebliche Rolle mit der Behauptung abzuschwächen, daß er das Dokument möglicherweise gar nicht gelesen oder bekommen habe. Nachdem nun die russischen Militärhistoriker General Juri Solnyschkov und Oberst Iwan Kusmin von der Moskauer Militärakademie im November 1994 in ihrer Stellungnahme zu meinem Buch »Der Wortbruch - Hitler, Stalin und der Zweite Weltkrieg« (Vgl. unten) - einer erstmaligen offiziellen russischen Stellungnahme zu einem Buch über den deutsch-sowjetischen Krieg überhaupt - in ihrer Bedrängnis und durchsichtigen Hilflosigkeit plötzlich zugegeben haben, daß Stalin den Aufmarschplan der Roten Armee gegen Deutschland nicht nur gelesen, sondern paraphiert und damit bestätigt und genehmigt hat, ist russischerseits auch diese gezielte sowjetische Fehlinformation ad absurdum geführt worden. Adalbert Weinstein, der einstige Generalstäbler und international renommierte Militärexperte der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, schrieb am 14. Januar 1995 in der »Deutschen Tagespost« in seiner Besprechung des Buches »Der Wortbruch - Hitler, Stalin und der Zweite Weltkrieg« unter anderem: »Die sowjetischen Historiker haben niemals Geschichte sachlich gedeutet und historische Ereignisse objektiv bewerten dürfen. Ihre Geschichtsschreibung ist von der Partei manipuliert und der jeweiligen inneren Lage angepaßt worden. Ihre Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges ist ein Gewebe von Lüge, Anmaßung, Personenkult und Lob auf den Sowjetpatriotismus. Daß sie ausgerechnet in einer dunklen Zeit ihrer Geschichte die Wahrheit bekennen sollen, empfinden sie als Demütigung.«“ (Werner Maser, Hitler, Stalin und die Legende vom „Überfall“, 2004). Mehr

„Adalbert Weinstein, der einstige Generalstäbler und international renommierte Militärexperte der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, schrieb am 14. Januar 1995 in der »Deutschen Tagespost« in seiner Besprechung des Buches »Der Wortbruch - Hitler, Stalin und der Zweite Weltkrieg« unter anderem: »Die sowjetischen Historiker haben niemals Geschichte sachlich gedeutet und historische Ereignisse objektiv bewerten dürfen. Ihre Geschichtsschreibung ist von der Partei manipuliert und der jeweiligen inneren Lage angepaßt worden. Ihre Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges ist ein Gewebe von Lüge, Anmaßung, Personenkult und Lob auf den Sowjetpatriotismus. Daß sie ausgerechnet in einer dunklen Zeit ihrer Geschichte die Wahrheit bekennen sollen, empfinden sie als Demütigung.« Wer jetzt noch davon redet, daß die deutschen Streitkräfte 1941 einen friedliebenden und auf einen Krieg nicht vorbereiteten Gegner verbrecherisch überfallen hatten, muß sich gefallen lassen, als Ignorant oder als politisch korrumpierter Zeitgenosse bezeichnet zu werden. .... Als Bilanz bleibt: Solange Rußland die einschlägigen Archive nicht dauerhaft öffnet und deren Bestände ausländischen - und eigenen - Fachhistorikern zugänglich macht, kann es den nachweisbaren Vorwurf nicht entkräften oder gar widerlegen, die Geschichte, die doch selbstverständliche Grundlage unserer gemeinsamen Annäherungsbemühungen und Freundschaft sein muß, nach wie vor ideologisch zu manipulieren, zu instrumentalisieren und ihren tatsachengerechten Nachvollzug zu boykottieren.“ (Werner Maser, Hitler, Stalin und die Legende vom „Überfall“, 2004).

Werner Maser (1922-2007), Der Wortbruch - Hitler, Stalin und der Zweite Weltkrieg, 1984. In diesem Buch finden sich exakte Quellenbelege - auch für die im Aufsatz Hitler, Stalin und die Legende vom „Überfall“ (der auf eine Vorlesung an der Universität Halle zurückgeht) zitierten Dokumente sowie zahlreiche weitere, einschlägige Quellen- und Sachhinweise. Werner Maser lehrte als Professor für Geschichte und Völkerrecht in München, Helsinki und Tokio und von 1991 bis 1993 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg über Hitler, das Dritte Reich, das NS-Regime, den Nürnberger Prozeß und die Weimarer Republik. Vom „Spiegel“ als „Institution“ für Hitler und das NS-Regime gerühmt, brachten ihm seine Bücher über Hitler, das NS-Regime, den Nürnberger Prozeß, die Weimarer Republik, über Friedrich Ebert, Paul von Hindenburg und Helmut Kohl, die in mehr als 100 Ausgaben und Übersetzungen erschienen sind, in West und Ost internationales Ansehen als Historiker und Bestsellerautor. Maser war übrigens auch der erste Historiker, der die 1983 vom „Stern“ veröffentlichten „Hitler-Tagebücher“ als Fälschung beurteilte. Maser enthüllte auch, wie an historischen Tatsachen manipuliert wird; so verfahre beispielsweise auch Guido Knopp nach dem ironischen Rat von Oscar Wilde: „Laßt nie Fakten einer guten Story in die Quere kommen!“

Kriegsbeute der Alliierten des 2. Weltkriegs: Nachdem bis zu 80% unserer historischen Städte in Schutt und Asche gebombt waren, unwiederbringliche Kulturschätze vernichtet worden waren und die Vertreibung von 20 Mio. Deutschen auf bestialische Weise begonnen hatte, begann der eigentlich große Raubzug. Er war so umfangreich, daß man nur Beispiele aufzählen kann: Güterzüge voll mit Hausrat, Kunstschätzen (unendlich viel mehr als zuvor Hermann Göring geraubt hatte!), Plänen, über 1 Mio. Patente und Produkt-Lizenzen, das gesamte Reichsgold, ganze Fabriken wurden demontiert, Wälder wurden gerodet und verschifft, Wissenschaftler und Techniker wurden reihenweise entführt, um sie für die Sieger arbeiten zu lassen, um Deutschlands technisch-wissenschaftlichen Vorsprung verkleinern zu können. Die Propaganda der Sieger hat dies natürlich verschwiegen. Was sie behauptete, war Lüge und Schwindel. Auch später. Ein Beispiel ist der Marshallplan. Er wurde von der Propaganda der USA als uneigennützige Wirtschaftshilfe dargestellt und war in Wirklichkeit ein eigennütziger Kreditplan. „Wiederaufbaukredite haben England und Frankreich in (viel !) größerem Umfang erhalten als Deutschland: Großbritannien 3,6 Mrd. Dollar (!!!), Frankreich 3,1 Mrd. Dollar (!!!) und Deutschland 1,4 Mrd. Dollar (!!!). Obwohl England und Frankreich zu den Siegermächten gehörten, nicht so zerstört waren wie Deutschland, nicht gedemütigt worden sind, keine Gebietsverluste erlitten hatten, war ihr wirtschaftlicher Aufbau im Vergleich zu Deutschland wenig erfolgreich. Nur Deutschland hat die Marshallplan-Kredite zurückgezahlt (!!!), England und Frankreich bis heute nicht (!!!). Mit den rund 1,4 Mrd. Dollar an ERP-Krediten haben die (US-)Amerikaner noch nicht einmal die Raketentechnik, das Wissen um den Düsenantrieb von Flugzeugen und die vielen anderen deutschen Patente und Forschungsergebnisse, die sie aus Deutschland mitgenommen (geklaut!) und für sich genutzt haben, angemessen bezahlt.“ (Ehrhardt Bödecker, Preußen und die Marktwirtschaft, 2006, S. 84). Von den Russen ganz zu schweigen, denn sie haben für das von ihnen in Deutschland Geraubte bis heute gar nichts bezahlt oder zurückgegeben - im Gegenteil: sie haben bis zum Mauerfall von 1989 den von ihnen besetzten Teil Deutschlands weiterhin ausgeraubt, während der westliche (bundesrepublikanische) Teil Deutschlands sich von seinen Besatzern im Namen der „Freiheit“ weiterhin ausrauben ließ und seit der „Einheit“ von 1990 im Namen der „Menschheit“ dazu noch von allen anderen Ausländern ausrauben läßt!!!(Mehr). Was schon nach dem 1. Weltkrieg das Versailler Diktat (Versailler Diktat) gezeigt hatte, zeigte sich nach dem 2. Weltkrieg erneut: Deutschlands Kriegsgegner wollten von Anfang an auf die riesige Kriegsbeute, die sich ihnen im Falle eines Sieges bot, nicht verzichten und konnten der Versuchung nicht widerstehen, sich immer mehr und immer grausamerer Kriegsverbrechen schuldig zu machen. Und um zu verhindern, daß sie mit nachträglichen Forderungen belastet oder sogar vor ein Kriegsgericht gestellt werden, müssen sie immer wieder ihre Lügen wiederholen, verschärfen und erneuern. Das, was sie Deutschland gestohlen haben, ist eigentlich unbezahlbar - bzw. mindestens so wertvoll, daß sie fünf bis sieben Jahrhunderte bräuchten, um es zurückzubezahlen.

Welt(machts)krieg meint Eierkrieg oder Spermienkrieg, weil diese um jene kämpfen, weil Großmächte um die Weltmacht kämpfen. Der Erste und der Zweite Weltkrieg, die de facto ein Weltkrieg darstellen, waren ein solcher Weltmachtskrieg. Natürlich war es kein Wunder, daß Deutschland, das seit dem 19. Jahrhundert die größte Industrienation der Welt war - technisch und wissenschaftlich absolut führend -, seine Weltmacht noch weiter ausbaute, und nach den Einigungskriegen (z.B. USA: 1861-1865, Zweites Deutsches Reiches: 1864-1871, Italien: 1859-1871) war auch klar, daß Deutschland zunächst Großbritannien, dann die zum Konkurrenten angewachsene USA auschalten würde, wenn nicht bestimmte Koalitionen und Allianzen dies verhinderten. Diese Großbündnisse haben nach 1945 aber die USA und nicht Deutschland zur alleinigen Weltmacht werden lassen. Daß dies insbesondere Churchill, dessen Land somit ebenfalls zum Verlierer wurde, nicht unberührt ließ, kann man sich denken. Auch aus dem Grunde wollte er den russischen Bündnispartner, den Alliierten Sowjetunion als „Drittalliierten“ (Stalin), in einem nächsten, anschließenden Krieg besiegen. (Vgl. unten). Aber die USA brauchten die Russen noch für den Krieg gegen Japan, obwohl sie bereits hier hintergangen wurden. „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ - das war schon damals eine für sie wertvolle US-Devise, die sich später noch öfter bewähren, aber immer wieder auch zu einem gefährlichen Pokerspiel werden sollte. Jedenfalls erlebte jede Kultur ihren Weltmachtskrieg, ihr „Zeitalter der kämpfenden Staaten“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 1081ff.). In der Antike war dies die Zeit der Punischen Kriege mit dem Höhepunkt im 2. Punischen Krieg (Hannibal) und im Abendland die Zeit der Weltkriege mit dem Höhepunkt im 2. Weltkrieg (Hitler). Vgl. "Zeitalter der kämpfenden Staaten" (Spengler)

Punische Kriege: 1.) 264-241, 2.) 218-201, 3.) 149-146

Die Makedonischen Kriege: 1.) 215-205, 2.) 200-197 und 3.) 171-168

Der 2. Punische Krieg (218-201) und der 1. Makedonische Krieg (215-205) bildeten einen „antiken Weltkrieg“ von 17 Jahren (218-201). An ihn schlossen der 2. Makedonische Krieg (200-197) und der Krieg gegen den Seleukidenherrscher Antiochos III. (192-188) zwar noch an, aber sie entsprechen, zusammen mit dem 3. Makedonischen Krieg (171-168), eher einen über 30 Jahre währenden Eiskalt-Heiß-Kalten Krieg, vergleichbar mit dem Kalten Krieg (Ost-Westkonflikt) zwischen der Sowjetunion und dem Abendland. (kalter Krieg). Dagegen war der 3. Punische Krieg (149-146) nur noch die Sache einer einzigen Supermacht Rom, vergleichbar mit den heutigen Alleingängen der USA gegen die sogenannten „Schurkenstaaten“, gegen das „Böse“.

„Bei Zama (202) und nicht erst bei Magnesia (190) und Pydna (168)
sind auch die hellenistischen Ostmächte besiegt worden.“
(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-22, S. 1089).

Kalte Kriege fielen in der Antike anders aus als im Abendland. Das versteht sich von selbst. Kalte Kriege waren in der Antike natürlich nicht kalt, sondern eiskalt - in den Ausführungen, z.B. der 2. Makedonische Krieg (200-197), der Krieg gegen Antiochos III. (192-188) und der 3. Makedonische Krieg (171-168). Diese Zeit, auf 40 bis 50 Jahre gerundet, kann man ohne weiteres mit derjenigen des Kalten Krieges von 1945/49 bis 1989 gleichsetzen. De facto gab es seit 202/201 bzw. 1945 nur noch eine Weltmacht, und der ferne hellenistische (kommunistische) Ostensollte zusehen, wie er selbst klar kam. Nur Roms zuvor erkämpfter Sieg im Westen (gegen Hannibal, 202) war das alles Entscheidende, den der spätere Sieg im Osten (Magnesia, 190) nur noch bestätigte, obwohl (und weil) Roms Macht mit der zusätzlichen Herrschaft über das östliche Mittelmeer noch weiter anwuchs. Wesentlichen Anteil an dem römischen Erfolg hatten Gajus C. Flaminius und vor allem die Scipionen, an dem angloamerikanischen Churchill und vor allem die Rooseveltionen. In der Antike waren Politiker fast immer auch Feldherrn an der Front, also nah am Körper, im Abendland waren und sind Politiker selten auch Feldherrn, also fern der Körper. Der Fehler des Westens (Rom, USA) war nur, daß er die älteren Kulturverwandten im näheren Osten im Stich ließ, nämlich Griechenland einerseits und Europa andererseits. Daß Rom dort und die USA hier aus rhetorisch-kalkulatorischen Gründen versprachen, es mit dem Schutz und der Freiheit ihrer kleinen Verbündeten (in Griechenland, in Europa) auch politisch ernst zu meinen, war zwar einerseits glaubhaft, andererseits steckten dahinter aber ureigenste Interessen und Ängste. Gegen Hannibal, also bei Zama (202) und nicht erst gegen Antiochos III., also bei Magnesia (190) wurden auch die hellenistischen Ostmächte besiegt. Das meint auch Spengler (a.a.O., 1917/22, S. 1089). Ich füge hinzu: Gegen Hitler, also im 2. Weltkrieg, und nicht erst gegen Stalin und seine Nachfolger, also im Kalten Krieg, wurden auch die sowjetischen Ostmächte (der Kommunismus) besiegt. Stalin war ja im 2. Weltkrieg Verbündeter des Westens gewesen, und durch die bewußte Hinnahme des Ostblocks wurde, im antiken wie im abendländischen Fall, der Osten durch Isolation und einigen mehr oder weniger unvermeidlichen Kriegen sich selbst überlassen, so daß er am Ende den westlichen Imperativ mehr (1989/91) oder weniger (168/146) freiwillig übernahm. Jedenfalls waren beide Ostfälle vom Zerfall begleitet. In der Antike sollte dieser Prozeß später unter neuen Bedingungen umgedreht werden. Ob das in einigen Jahrhunderten auch im Abendland der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. (22-24).

Ideologien wären hier auch gar nicht am Platze. Mir wäre ein Westeuropa (Abendland) in der Form eines Sancho Pansa zwar lieber gewesen als zuzusehen, wie die Edelknappen ihre us-amerikanische Politik treu und pfiffig vertreten. Das Schicksal mit seinen schaffenden und geschaffenen Tatsachen ist stärker als die durch Wunschgedanken hervorgerufene Tatkraft. Das Schicksal ist der einzige Zufall, den man mit kosmologischen Wahrscheinlichkeiten der Auftretungen analogisch berechnen kann: das genetische Programmfür historizierende Informatiker. Es gibt generative Grammatiken in der Geschichte ebenso wie in der Linguistik. Eine genetische Information liegt auch im Bereich der Historie, nicht nur in jedem Menschen und jeder Generation. Gen bedeutet (Er)Zeugung, auch Abstammung, Herkunft, Geschlecht, Geburt, Familie, Stamm, Volk, Rasse u.s.w., also alles, was mit Generation (Erzeugung) und dem Forschen darüber (istoria = Forschung) zu tun hat. Eine generative Historie ist die Information, welche die Vorfahren uns als Repräsenteme hinterlassen haben. (Vgl. Rep.).

Diese Konkurrenz zwischen den USA und Deutschland spielte sich auf allen Ebenen ab, ob auf der wissenschaftlich-technischen oder der ökonomisch-politischen Seite, denn eine wirkliche Konkurrenz kann nur total sein oder gar nicht. Deshalb war auch Rußland später nie ein Konkurrent im eigentlichen Sinne, weil ihm die Konkurrenzfähigkeit bis 1945 absolut fehlte und ab 1945/49 die Chance gegeben wurde, auf wissenschaftlich-technischer Ebene, insbesondere natürlich in der Kriegstechnik, aufzuholen. Auch deshalb hat Hitler durch Zerstörungen die russische Sowjetunion eigentlich gefördert. Heute kann man sehr gut erkennen, daß diese These richtig ist. In der ehemaligen Sowjetunion, dem heute sich wieder Rußland nennenden Staat, klappt gar nichts mehr. Man hat wahrscheinlich auf alliierter Seite schon 1941 gewußt, daß man ohne Bedenken mit Rußland eine Koalition bilden kann, ohne hinterher befürchten zu müssen, daß es konkurrenzfähig werden würde. Daß diese Sowjetunion es teilweise wurde, ändert de facto nichts an der folgerichtigen Vermutung der US-Amerikaner. Politisch-ökonomisch war die Sowjetunion das, was sie als Rußland vorher auch schon immer gewesen war: ein Feudalstaat magisch-nordasiatischer Prägung.

Kriegen und bekommen stehen in einem engen geschichtlichen Verhältnis. Aus dem Mittelhochdeutschen ist kriegen überliefert als sich anstrengen, sich um etwas bemühen, dann wird es zu streiten, kämpfen, d.h. zu Krieg, und erreicht mit der Bedeutung bekommen, gekürzt aus erkriegen, strebend erlangen und erringen, spätestens im Neuhochdeutschen (in der Jugend) die kommunikativ-kompetenten Sprecher (Jürgen Habermas, als „Staatsphilosoph“ auch Leiter des angeblich „herrschaftsfreien“, also in Wahrheit nicht-herrschaftsfreien Diskurses [vgl. „Diskurs-Diktatur“]). Seitdem die Politik der Heiraten, z.B. die Zeit der Habsburger Heiratspolitik vorbei war, kann man paradoxerweise von Kriegen als Ehen sprechen. In der Geschichte gibt es vieles, was nur inversiv gedeutet werden kann.

Makedonien wurde nach dem 3. Makedonischen Krieg (171-168) zunächst in 4 selbständige Gebiete aufgeteilt und nach einem Aufstand 148 v. Chr. römische Provinz.

Zivilisationen sind erwachsene Kulturen. Verstorbene Zivilisationen sind Mesopotamien (Sumerer u.a.), Ägypten (mit Kreta!), die Antike (mit Kreta!), Inka-Maya (Mittel- und Südamerika). Heute noch existierende Zivilisationen sind China, Indien, das Morgenland (die magische Kultur Vorderasiens, Osteuropas u.s.w. Morgenland) und das Abendland (Westeuropa, Amerika und Australien). Die jüngste Kultur und damit auch jüngste Zivilisation ist das Abendland. Es hat bekanntlich seine Kultur über den ganzen Globus gebracht, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. Deshalb könnte man es auch die globale Kultur nennen. Ich denke aber, daß mit dem Begriff der faustischen Kultur, den Spengler (1917) gewählt hat, das Seelenbild expliziter zum Ausdruck kommt.

Revolutionen können anarchistischer, sozialistischer, kommunistischer, marxistischer, leninistischer, studentischer, ökologischer oder sonst einer Art sein; sie haben nur Erfolg, wenn das bestehende System es zuläßt, auf welche Art auch immer. Entweder ist es heil oder kaputt. Zufälle heißen Unfälle, wenn höhere Gewalt im Spiel war, sie heißen Wunder, wenn die Religion im Spiel war. In manchen Ländern ist die Übersetzung aus der religiösen in die juristische Sprache ausgeblieben. Noch heute heißt es nämlich im Englischen act of God .

Faustische Persönlichkeiten wie Leibniz (1646-1716), Gauß (1777-1855), Hobbes (1588-1679) und Rhodes (1853-1902) sind nur Beispiele einer unendlichen Vielzahl anderer Persönlichkeiten aus dem Abendland, die Enormes geleistet haben. Diese Personen habe ich deshalb angeführt, weil sie die Infinitesimalrechnung, die nicht-euklidische Geometrie, die materialistisch-politische Trennung vom Glauben und deren praktische Umsetzung in die Welt brachten. Sie stehen wie viele andere für das abendländische Seelenbild: eine enorme Willensdynamik eines Faust, der auch imunendlichen Raum sich zu verlieren bereit ist. (Vgl. hierzu auch unter Ursymbol).

„In Deutschland ist das Problem besonders in der Spenglerschen Version vom ›Untergang des Abendlandes‹ ventiliert und leider auch diskreditiert worden. Spenglers Schüler Richard Korherr hat die von seinem Meister en passant hingeworfenen Bemerkungen in einer Dissertation ins System gebracht. (Vgl. Richard Korherr, Das Problem des Geburtenrückgangs in Vergangenheit und Gegenwart - Ein kulturgeographisch-statistischer Versuch, phil. Dissertation, 1926). Ein Konzentrat dieser Arbeit erschein 1927 mit einem Vorwort Spenglers in den Süddeutschen Monatsheften (Dezember 1927, S. 153-190) und - mit einem Vorwort Mussolinis, der die Arbeit sogar eigenhändig übersetzen wollte - auch in italienischer Sprache. (Vgl. Richard Korherr, Regresso delle nascite: Morte dei popoli, 1928; dazu A. M. Koktanek, Oswald Spengler in seiner Zeit, 1968, S. 376ff.). Es gibt daneben eine reiche historische Spezialliteratur ....“ (Robert Hepp, Der Aufstieg in die Dekadenz, in: Armin Mohler, Wirklichkeit als Tabu, 1986, S. 216). 

Der „Zeusiokrat“ ist deswegen der typische Vertreter der nächsten Phase (22-24: Cäsarismus oder Befruchtung), weil nur er in der Lage ist oder zumindest früh genug kommt, diese Phase siegreich zu gestalten. Die „Zeusiokratie“ (Jupiterherrschaft) - jovial, wie sie ist - räumt den Menschen die großzügigste Freiheit aller Freiheiten ein, nur: gerade dadurch verlieren viele Menschen sie wieder, weil auch die wenigen Reichen mit Recht die Freiheit genießen. Nur die „Zeusiokratie“ ist mächtiger als die „Plutokratie“. Weil aber die Zeusiokratie mit oder ohne Plutokratie funktioniert, ist man ihrer Doppeldeutigkeit vollends ausgeliefert. QUOS JUPITER VULT PERDERE DEMENTAT (Wen Jupiter verderben will, dem raubt er den Verstand)!

Arthur Koestler, Der dreizehnte Stamm. Das Reich der Khasaren und sein Erbe, 1977.

Der Hinweis auf die Balfour-Erklärung (Balfour-Erklärung Balfour-Erklärung Balfour-Erklärung) wird nicht selten als Teil einer »rechten Verschwörungstheorie« abgetan. Es sei deshalb an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß in der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel vom 14. Mai. 1948 auf die Balfour-Erklärung explizit Bezug genommen wird. Nahum Goldmann, der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses von seiner Gründung 1938 bis 1977, äußerte sich in diesem Zusammenhang wie folgt: »Zwei Kriege waren nötig, um Israel zu gründen. Der erste, um England zur Proklamation der Balfour-Deklaration zu veranlassen, der zweite, um die Vereinten Nationen zu dem Beschluß der Schaffung eines jüdischen Staates in einem Teil von Palästina zu bringen.« Siehe: Nahum Goldmann, Israel muß umdenken, 1976, S 15.

Daß der Bolschewismus in seinen Anfängen eine fast ausschließlich jüdische Bewegung war, ist heute bestens belegt. Vgl. Johannes Rogalla von Bieberstein, Jüdischer Bolschewismus, 2002; vgl. Alexander Solschenizyn, Die Juden in der Sowjetunion, in: ders., Zweihundert Jahre zusammen, 2007.

Mehr Informationen zur weniger bekannten Seite des Judaismus finden Sie u.a. hier: www.abbc.net/talmud/ger/talmud.htm.

Sigmund Freud & William C. Bullit, Thomas Woodrow Wilson, postum.

Vgl. George Kennan, The Decline of Bismarck's European Order, 1979, S. 3; ähnlich ders.; Arround the Cragged Hill, 1993, S. 80; ebenso Andreas Hillgruber, Der historische Ort des Ersten Weltkriegs, in: Manfred Funke (Hrsg.), Demokratie und Diktatur - Festschrift für Karl Dietrich Bracher, 1987, passim; E. Schulim, Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, in: W. Michalka (Hrsg.), Der Erste Weltkrieg, 1994, S. 3ff..

Scipio der Ältere (Publius Cornelius Scipio Africanus, 236/235-184/183), Scipio der Jüngere (Publius Cornelius Scipio Aemilianus Africanus, 185/184-129), und Scipio (Publius Cornelius Scipio Nasica Serapio, ..?..-132), der Führer der Optimaten und Gegner des Tiberius Sempronius Gracchus, den er 133 ermorden ließ. Diese drei Scipionen seien hier stellvertretend für viele weitere bedeutende genannt. Scipionen

Theodore Roosevelt (27.10.1858 - 06.01.1916), Republikaner und 26. Präsident der USA (1901-1909), verfocht als einer der Hauptvertreter der us-amerikanischen Expansionspolitik, als Unterstaatssekretär für die Marine den Krieg gegen Spanien (1898) und war Vizepräsident unter McKinley, nach dessen Ermordung (1901) Präsident. Th. Rossevelt trat als Imperialist für die „Polizeifunktionen“ der USA in Lateinamerika ein, und die wurden ja auch mehrmals in Interventionen wahrgenommen. Franklin Delano Roosevelt (30.01.1882 - 07.11.1945), Demokrat und 32. Präsident der USA (1933-1945; entgegen der Regel ein 3. Mal wiedergewählt), leitete er mit dem Reformprogramm des New Deal die Wende vom Laissez--faire-Liberalismus zum interventionistischen Sozialstaat ein. 1933 anerkannte er die UdSSR (Russische Sowjetunion). Von der Notwendigkeit eines kriegerischen Engagements der USA überzeugt, dehnte er nach 1939 die Unterstützung Großbritaniens über die Grenzen der formell proklamierten Neutralität hinaus und verkündete im August 1941 gemeinsam mit Churchill die Atlantik-Charta . Nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor (07.12.1941) und der deutschen Kriegserklärung (11.12.1941) wurden die USA zum entscheidenden Faktor für den Ausgang des 2. Weltkriegs. Roosevelt hatte Anteil an der Gründung der „U.N.“ („United Nations“), den „Vereinten Nationen“ also.

Es gibt für eine solche Dreierkonstellation an sich nur die beiden Lösungen 2:1 und 1:2, denn z.B. 1:1:1 oder andere Möglichkeiten, die dazwischen liegen, sind keine oder durch höhere Gewalt herbeigeführt: Unfälle oder Zufälle. Sie haben keine Chance, weil sie integriert werden. In einer Kultur mit ausgereifter Integralrechnung und unendlichmonetärer Arithmetik gilt das erst recht.

Carl Friedrich Gauß (1777-1855) hat dreißig Jahre lang seine Entdeckungen der nichteuklidischen Geometrien verschwiegen, weil er das »Geschrei der Böoter« fürchtete. Der Zufall hat es gewollt, daß wenige Jahre nach Vollendung seines Hauptwerkes (1801) Gauß die erste der nichteuklidischen Geometrien entdeckte, durch deren in sich widerspruchslose Existenz bewiesen wurde, daß es mehrerestreng mathematische Arten einer dreidimensionalen Ausgedehntheit gibt, die sämtlich a priori gewiß sind, ohne daß es möglich wäre, eine von ihnen als die eigentliche Form der Anschauung herauszuheben. Gauß hatte also seine nichteuklidische Geometrie ganz abendländisch-esoterisch für sich selbst entwickelt. Das denkfaule, schwerfällige Volk hätte damit offenbar nichts anfangen können, weshalb er es Böoter nannte, ein Volk in Boiotien (Hauptstadt: Theben), das den anderen antiken Griechen eben als sehr schwerfällig galt. (Vgl. 18-20). - Nach Gauß benannt sind u.a.:
- G (Gauß) = Einheitszeichen der magnetischen Flußdichte (magnetische Induktion).
- Gauß-Krüger-Abbildung (Projektion): eine konforme Abbildung eines auf dem Erdellipsoid liegenden geographischen Koordiantensystems in ein ebenes kartesisches Koordinatensystem. Wurde in Deutschland, später auch in zahlreichen anderen Ländern eingeführt.
- Gaußsche Abbildung (Projektion): die idealisierte optische Abbildung, bei der durch die Abbildungsgleichungen alle Geraden und Ebenen des Dingraumes in Geraden bzw. Ebenen des Bildraumes abgebildet werden.
- Gaußsche Gleichung: die bei einer optischen Abbildung durch eine einzelne brechende Kugelfläche (Radius r) zwischen den Schnittweiten (s, s') und Brennweiten (f, f') geltende Beziehung: n' / s' + n / s = (n' - n) / r = n' / f' = n / f, wobei n und n' die Brechungsindizes im Dingraum bzw. Bildraum sind.
- Gaußsche Glockenkurve: Graph der Wahrscheinlichkeitsdichte (siehe: Gaußsche Normalverteilung bzw. Gauß-Verteilung).
- Gaußsche Koordinaten: Koordinaten auf gekrümmten Flächen (krummlinige Flächen), z.B. geographische Länge und Breite auf einer Kugel.
- Gaußsche Krümmung: Krümmungsmaß; in der Theorie der Flächen im dreidimensionalen Raum der wichtigste Krümmungsbegriff neben der mittleren Krümmung.
- Gaußsche Normalverteilung: siehe: Gauß-Verteilung.
- Gaußsche Zahlenebene: eine Ebene mit einem kartesischen Koordinatensystem zur Darstellung der komplexen Zahlen; die Abzisse (x-Achse) liefert den Realteil, die Ordinate (y-Achse) den Imaginärteil. Jedem Punkt der Gaußschen Zahlenebene ist genau eine komplexe Zahl zugeordnet und umgekehrt. Gauß
- Gauß-Typ: photographische Objektive vom Gauß-Typ, d.h. durch symmetrische Verdoppelung des von Gauß angegebenen Fernrohrobjektivs geschaffene Doppelanastigmate (Doppel-Gauß-Varianten), z.B. Gauß-Typ 1. Art (innere Linsenglieder zerstreuend, äußere sammelnd), Gauß-Typ 2. Art (innere Glieder sammelnd, äußere zersteuend).
- Gauß-Verteilung: Wahrscheinlichkeitsverteilung (bzw. Normalverteilung), die die Fehlerverteilung bei unendlich vielen Einzelmessungen einer Größe (Zufallsvariable) angibt, wenn bei diesen (abgesehen von einem stets gleichen systematischen Fehler) nur zufällige Fehler auftreten.

Georg Cantor (1845-1918) erstellte die Mengenlehre (1883), eine analytische Methode zur Überwindung der Paradoxien unendlicher Bereiche und zur widerspruchsfreien Klärung des Mengenbegriffes. Erst in der weiteren Entwicklung durch D. Hilbert (1862-1943) und H. Weyl (1885-1955) wurde die Axiomatisierung und eindeutige Abgrenzung der verschiedenen Kategorien von Mengen mathematischer Gegenstände möglich, wobei in der Hauptsache kalkulatorisch konstruierbare von nur beschreibbaren (definiten) Mengen unterschieden werden.

Winston Churchill (30.11.1874 - 24.01.1965) soll 1945 zum Präsidenten der USA gesagt haben, nachdem er die Greueltaten der Sowjetarmee von 1939 in Katyn (Polen) gesehen hatte: „Wir haben wohl das falsche Schwein geschlachtet“. - Nur durch den Kriegseintritt der USA konnten ihre Verbündeten vor einer Niederlage gegen Deutschland bewahrt werden! Und das gilt für beide Weltkriege ! Sie konnten nur, wie auch Churchill bemerkte, durch das „Wunder“ des Kriegseintritts der USA gerettet werden. - 1941 beschuldigte Churchill die USA, den Verhandlungsfrieden von 1916/’17 verhindert und alle durch das Versailler Diktat erzwungenen Übel verursacht zu haben: „Amerikas Kriegseintritt war verheerend nicht nur für die USA, sondern auch für die Allierten, denn wären die USA zu Hause geblieben und hätten sich um ihre eigenen Angelegenheiten gekümmert, wir (die Alliierten) hätten im Frühjahr 1917 mit den Mittelmächten Frieden geschlossen. Es wäre nicht zum Kollaps in Rußland gekommen mit dem nachfolgenden Kommunismus, kein Zusammenbruch in Italien mit dem nachfolgenden Faschismus; und der Nazismus würde jetzt nicht in Deutschland an die Regierung gekommen sein.“ (Winston Churchill, 1941, zitiert in: Ehrhardt Bödecker, Die europäische Tragödie, 1998, S. 144). In beiden Weltkriegen retteten die USA ihre Verbündeten vor einer Niederlage gegen Deutschland, und beide Weltkriege ermöglichten den Auftsieg der USA.

„Die Öffentlichkeit verdunkelt alles und gibt das so Verdeckte als das Bekannte und jedem Zugängliche aus. .... Jeder ist der Andere und keiner er selbst“ (Martin Heidegger, Sein und Zeit, 1927, S. 127-128). In der Öffentlichkeit wird das Dasein in der Regel vom „Man“ beherrscht. Dieser Öffentlichkeit stellt Heidegger bekanntlich die „Eigentlichkeit“ entgegen. Von der Öffentlichkeit deutlich zu unterscheiden ist also bei Heidegger die Offenheit, das Offene, die „Lichtung“ !

Werner Heisenberg (05.12.1901 - 01.02.1976) stellte 1924-1927 fest, daß sich die Elementarteilchen durch weitere Teilungen nicht mehr in weitere (z.B. kleinere) Teilchen, also Körperformen zerlegen lassen, sondern lediglich und für kurze Zeit in mathematisch-geometrische Formen, die nicht lokalisierbar sind und dann wieder in ihre ursprüngliche Teilchenform übergehen. Fazit: Man kann keine exakten Vorhersagen mehr machen und ist statt dessen auf Wahrscheinlichkeiten der Wahrscheinlichkeit angewiesen. Heisenberg beeinflußte mit seinen fundamentalen Beiträgen zur Atom,- und Kernphysik die Entwicklung der modernen Physik nachhaltig. Platonische Urkörper

Otto Hahn (08.03.1879 - 18.07.1968) entdeckte 1938 in Zusammenarbeit mit Friedrich Wilhelm Straßmann (1902-1980) die Spaltung von Urankernen bei Neutronenbestrahlung (vgl. Kernspaltung). Für diese Entdeckung wurde ihm der Nobelpreis für Chemie verliehen. Hahn war von 1928 bis 1945 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Berlin und von 1948 bis 1950 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Vgl. auch: "Planck-Ära"

Neben Otto Hahn, Werner Heisenberg und Carl Friedrich von Weizsäcker waren u.a. Walther Gerlach, Paul Harteck und Kurt Diebner wesentliche Mitarbeiter des Projektes, das „Uranprojekt“ genannt wurde (und der Verein „Uranverein“), also: am Bau der Atombombe beteiligt waren, und dieses Projekt begann schon vor dem Beginn des 2. Weltkriegs. Hahn, Heisenberg und von Weizsäcker erkannten bereits vor Beginn des 2. Weltkriegs die Möglichkeit, Atombomben herzustellen. Gerade von Weizsäcker erkannte sofort die Tragweite von Hahns Entdeckung (1938, Kernspaltung): Da die Kernspaltung große Mengen an Energie freizusetzen vermag, läßt sie sich zum Bau einer Waffe mit unvortsellbare Vernichtungskraft nutzen. Zu Beginn des 2. Weltkriegs erhoffte sich von Weizsäcker politische Einflußmöglichkeiten durch den „Uranverein“ und entwickelte die Theorie der Plutoniumbombe. Zu einer entsprechenden Eingabe an das Heereswaffenamt äußerte er rechtfertigend die Hoffnung auf politischen Einfluß, die ihn bewegt habe. Neue Quellen belegen, daß diese Phase zumindest bis Herbst 1942 andauerte. „Nur durch göttliche Gnade“ sei er vor der Versuchung, die deutsche Atombombe tatsächlich zu bauen, bewahrt worden. Diese Gnade bestand darin, daß sich die Machthaber schließlich nur deshalb von der Atombombe abbringen ließen, weil Heisenberg ihnen die Unwahrheit sagte oder zumindest übertrieb, wenn er ihnen immer wieder den weiteren zeitlichen und technischen Aufwand als zu hoch vorgaukelte, was dann zur Folge hatte, daß die deutsche Kriegswirtschaft die erforderlichen Ressourcen nicht mehr bereitstellte. Die Arbeiten waren bereits so fortgeschritten, daß im Sommer 1942 von von Weizsäcker ein Patent angemeldet wurde. Dessen Punkt 5 lautete: „Verfahren zur explosiven Erzeugung von Energie und Neutronen, ... das ... in solcher Menge an einen Ort gebracht wird, z.B. in einer Bombe, ....“ Nach dem 2. Weltkrieg wurden von Weizsäcker, Heisenberg, Hahn, Gerlach und Max von Laue bis 1946 auf Farm Hall bei Cambridge interniert, um sie dem Zugriff der Sowjets zu entziehen. Die dort heimlich gemachten Gesprächsprotokolle beinhalten u.a. auch von Weizsäckers Kommentar zum Atombombenabwurf der US-Amerikaner über Hiroshima: „Wenn die im Sommer '45 fertig werden konnten, hätten wir mit ein wenig Glück im Winter '44/'45 fertig sein können.“

Vgl. Karl Jaspers (23.02.1883 - 26.02.1969), Vom Ursprung und Ziel der Geschichte, 1949.

Patienten heißen ab jetzt natürlich Klienten, weil die Psychotherapeuten auch nicht anders können, als dem Zeitgeist zu entsprechen. Sie müssen sie so nennen, weil sie von den Juristen auf mediative Weise gelernt haben, daß in einer Zivilisation Adel und Priester Geld und Geist heißen. Nur die medizinischen Therapeuten dürfen ihre Klienten weiterhin Patienten nennen, weil Mediziner aus den guten alten Zeiten kommen und die neuen guten Besserungen besser versprechen und verschreiben können.

Sozialismus im abendländischen Sinne meint in etwa das, was allgemein unter einer grenzenlosen Fürsorge durch Vater Staat verstanden wird, der unendlichen Raum schafft für wiederum unbegrenzten Liberalismus: den immerzu bis ins Unendliche strapazierbaren Rechtsstaat, den bis ins Mikroskopisch-Unendliche ausbeutbaren Sozialstaat, die Auf-alles-einen-Anspruch-haben-Sozialdemokratie, die ewiggestrigen Gewerkschaften u.a. politisch-ökonomisch motivierte Gruppierungen, die, wenn sie zu weit gehen (und das tun Abendländer!) im Unendlich-Engen landen. Wenn sie nicht selber die Räume eng machen, wie Fußballspieler sich auszudrücken pflegen, dann ist das nur gut für den Gegner. Der nutzt den Raum, vorausgesetzt, er ist nicht genauso dämlich. Man muß die Räume so offen und so eng halten, wie es die politisch-ökonomische Taktik erlaubt. Das hört sich trivial an, ist aber für viele Staaten das Problem überhaupt. Der Abendländer macht sie zu weit auf und läßt die Abseitsfalle zuschnappen, wenn es klappt. Der Antike machte sie zu eng und ließ kontern, wenn die Defensive klappte. Darin liegt auch das in der Tiefe gleichbedeutende Argument beider begründet, imperial-offensive Politik aufgrund der Verteidigung, als eine Art Notwehr zu betreiben. Ein ganz klarer Fall: Abwehrmechanismus!

Friedrich Nietzsche (1844-1900), der von sich sagte, er sei Dynamit, wollte zum Dichter seines Lebens werden - durch sein Denken. Er wählte Rollen und Masken als Freigeist, Psychologe, Moralist, Prophet und Narr. Sein Denken war existentiell, denn es ging Nietzsche, wenn auch nicht nur, um die Gestaltung des eigenen Lebens. Sein Denken war experimentell, weil darin die ganze Erkenntnis- und Moraltradition auf den Prüfstand gestellt wurde. Sein Denken war exemplarisch in seinen Antworten auf das Problem des Nihilismus. Nietzsches Denken war in der Tat ein Laboratorium der Moderne. Hier wurde mit hochgefährlichen Stoffen umgegangen. „Alles kann ungeheuer werden - das eigene Leben, das Erkennen, die Welt -, aber es ist die Musik, die so aufs Ungeheure einstimmt, daß man es trotz allem darin aushält. .... Das Ungeheure, das sich (schon) dem jungen Nietzsche zuerst aufdrängt, ist das eigene Leben. .... Nietzsches selbstbezogenes Schreiben setzt die Fähigkeit voraus, sich nicht als Individuum, als das Unteilbare, sondern als Dividuum (Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, 1878, 2,76), als etwas Teilbares, zu erleben. Eine mächtige Tradition spricht vom 'Individuum' wie von einem unteibaren Kern des Menschen, Nietzsche aber hat schon sehr früh mit der Kernspaltung des Individuums experimentiert. Über 'sich' schreibt, wem die Unterscheidung zwischen 'Ich' und 'sich' überhaupt etwas zu denken gibt.“ (Rüdiger Safranski, Nietzsche, 2000; S. 14-15). Auch Spengler (1880-1936) dachte in bestimmten „Zusammenhängen ganz nietzscheanisch, wobei man wissen muß, daß Nietzsche in seinen besten Augenblicken als Immunologe spricht, wie ein Kulturarzt, der weiß, daß Kulturen und ihre Träger, die Menschen, Wesen sind, die mit dem Ungeheuren geimpft werden und eigensinnige Immunreaktionen entwickeln, aus denen verschiedene kulturelle Temperamente hervorgehen. In diesem Sinne muß man Spenglers These auffassen, daß es nur 8 Hochkulturen im eigentlichen Wortsinn gegeben habe. (8 Kulturen). Nur in dieser kleinen Zahl von Fällen haben sich die hochkulturschöpferischen Immunreaktionen vollzogen, von denen jede einzelne einen unverwechselbaren Charakter besaß. Die 8 hohen Kulturen wären demnach die Abwicklung lokaler Immunreaktionen.“ (Peter Sloterdijk, Die Sonne und der Tod, 2001, S. 225-226).

Peter Sloterdijk (*26.06.1947), „Der Denker auf der Bühne - Nietzsches Materialismus„ (1986)

 

Ente will nach oben
0 Uhr2 Uhr4 Uhr6 Uhr8 Uhr10 Uhr12 Uhr14 Uhr16 Uhr18 Uhr20 Uhr22 Uhr
2 Uhr4 Uhr6 Uhr8 Uhr10 Uhr12 Uhr14 Uhr16 Uhr18 Uhr20 Uhr22 Uhr24 Uhr
WWW.HUBERT-BRUNE.DE

© Hubert Brune, 2001