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„Hubert Brune und Kultur als gebundene Gemeinschaftsform.“
Ein Kapitel in einem Buch von Karin Afshar.

Ein Kommentar bzw. eine Rezension der besonderen Art.

Zur Gesamttheorie
Der Titel des Buches von Karin Afshar ist eine Frage: „Hatten wir jemals Kultur?“. Der Untertitel ebenfalls: „Was ist Zivilisation und was bedeutet Kultur in Deutschland?“. Denn Karin Afshar fragt sich: „Müssen wir uns dazu Gedanken machen, ob »wir« jemals Kultur hatten? Haben wir etwa keine?“. (S. 5). Sie sagt, daß „die (mehr und mehr administrativ gewordene Wissenschaft [und das ist noch geschmeichelt; HB]) - in Ersetzung von Religion und dem Gottesglauben - ... zu keiner Zeit“ es vermochte „und vermag es erst recht nicht in der heutigen Zeit, die Frage von Menschen nach Zusammenhängen und Hintergründen ihres Ortes in der Welt und in der Zeit zu beantworten. Weder die Psychologen noch die Wissenschaftler können den Menschen Antworten auf ihre Frage zu Schicksal, Leid und Unglück geben.“ (S 10). Richtig, und genau das sollen und wollen sie auch gar nicht. **

„Geblieben und gewachsen“ sei, so Karin Afshar, „unter anderem folgende Einsicht: Wenn wir uns und die Dinge in der Welt erkennen wollen, müssen wir die Begriffe klären und uns mit anderen darüber verständigen, wie wir sie verstehen. Viele Bezeichnungen werden mißverstanden, mißbraucht und verfälscht.“ (S. 15). Und zwar bis ins Unendliche, ja! Dann läßt Karin Afshar den für seine Rhythmenlehre bekannten Astrologen Wolfgang Döbereiner (1928-2014) zu Wort kommen: „»Kultur ist der gemeinschaftliche Ausdruck eines Volksganzen einem Jenseits gegenüber. […] Zivilisation ist wiederum ganz was anderes. Das ist, wenn in einer Schule die Toiletten sauber sind.« (W. Döbereiner, Sem. 20, S. 295)“ (S. 16). Sie fragt sich im Zusammenhang mit Huntingtons Buch „Clash of Civilizations“, welches mit „Kampf der Kulturen“ übersetzt worden ist (**), „warum die Angloamerikaner (nicht nur sie, sondern alle Englischsprachigen! HB) von Zivilisationen sprechen und die deutsche Übersetzung von Kulturen“ (S. 17). Und die Übersetzung ist richtig!

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Brauchen wir einen neuen Kulturbegriff?“ (S. 17).

Nein. Diejenigen „Wissenschaftler“, die einen neuen Kulturbegriff fordern, wollen nur Forschungsgelder, kommen danach zu keinem überzeugenden Ergebnis, verschweigen diese Tatsache aber, damit sie bald wieder neue Impulse setzen können, die wieder zu Forderungen nach Forschungsgeldern führen. Außerdem gibt es genügend Kulturbegriffe. Unsere Geistesgeschichte ist voll damit. Auch die Bibliotheken und das Internet sind voll damit. Die „Wissenschaftler“ können entlassen werden. Dann hätten sie auch mehr Zeit für das Lesenlernen. Gleiches gilt für diejenigen „Politiker“, die einen neuen Kulturbegriff fordern. Die wollen nämlich keinen neuen Kulturbegriff, sondern eine andere Politik oder gleich Krieg. Kriegen wollen sie was, nämlich Geld, d.h. Macht. Es müssen die Forschungsgelder gestrichen, die sie Fordernden entlassen werden.

Ein neuer Kulturbegriff kann nur unter Vermeidung korrupter „Wissenschaft“, korrupter „Politik“, korrupter „Medien“ von Bedeutung sein. Doch ohne Geld und Öffentlichkeit kann er sich in moderen bzw. zivilisationistischen Zeiten nicht durchsetzen. Deshalb ist es ratsam, auf ihn zu verzichten, zumal wir, wie im letzten Absatz schon gesagt, genug Kulturbegriffe haben. Wir brauchen sowieso keine ständigen Veränderungen mehr, sondern eigentlich nur noch Schonungen. Ansonsten bleibt die auch im Buch von Karin Afshar zu findende „Einsicht: Wenn wir uns und die Dinge in der Welt erkennen wollen, müssen wir die Begriffe klären und uns mit anderen darüber verständigen, wie wir sie verstehen. Viele Bezeichnungen werden mißverstanden, mißbraucht und verfälscht.“ (S. 15). Wir sollen uns mit Erkenntnis und Verständigung begnügen und dabei unbedingt korrupte „Wissenschaft“, korrupte „Politik“, korrupte „Medien“ ausschließen.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„»Samuel P. Huntington stellt in seinem Buch die Frage nach den weltpolitischen Entwicklungen im 21. Jahrhundert. Statt eines harmonischen Zusammenwachsens in einer zunehmend vernetzten Welt sieht er neue Konflikte globalen Ausmaßes entstehen: Konflikte zwischen den Kulturen. Die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts wird nicht mehr von Auseinandersetzungen ideologischer oder wirtschaftlicher Natur bestimmt sein, so Huntingtons These, sondern vom Konflikt zwischen Völkern und Volksgruppen unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit. Der Faktor Kultur wird folglich in der internationalen Politik massiv an Bedeutung gewinnen. Mit ›Clash of Civilizations‹ hat Huntington eine neue Formel für die künftige Weltordnung formuliert.« Beschreibung gefunden bei Amazon.“ (S. 19).

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Huntingtons Graphiken und Tabelle
Ja, das kann man so grob sagen. Ich habe dieses Buch von Huntington gelesen und größtenteils auf einer meiner Webseiten in Zitatform veröffentlicht (**). Auf Seite 2 stellt der Verrlag das Buch und den Autor kurz vor. Zu dem Buch heißt es: „Samuel P. Huntingtons These vom »Kampf der Kulturen« ist längst zum festen Begriff in der Debatte um die neue Weltordnung geworden. Aus dem Ende der westlichen Vorherrschaft sieht Huntington neue Konflikte globalen Ausmaßes erwachsen. Die zukünftigen Fronten beruhen nicht mehr auf politischen, ideologischen und ökonomischen Gegensätzen, sondern verlaufen zwischen den großen Weltkulturen, zwischen chinesischer, japanischer*, hinduistischer, islamischer, westlicher, lateinamerikanischer* und afrikanischer* Kultur. (* Die mit dem roten Sternchen Markierten sind gemäß Spenglers und auch meiner Geschichts- und Kulturphilosophie keine Kulturen im Sinne von „Hochkulturen“ bzw. „Historienkulturen“. Außerdem hat der Verlag die Orthodoxie nicht berücksichtigt, obwohl Huntington sie als eine Kultur bewertet hat, während Spengler und ich sie zusammen mit dem Persertum, Arabertum, Judentum und Islam der magischen Kultur zugeordnet haben. HB.) In der neuen globalen Ordnung werden sich die Gewichte verschieben. Auch das westliche Ideal einer offenen und demokratischen Gesellschaft wird in die Defensive geraten. Der wachsende islamische Fundamentalismus ist nur ein Anzeichen dafür, daß Huntingtons Zukunftsprognose Wirklichkeit wird.“ Wenn Huntington „vom Konflikt zwischen Völkern und Volksgruppen unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit“ spricht, dann meint er den Kampf der Kulturen (**) und damit auch wohl jenes Phänomen, das bei Spengler die „farbige Weltrevolution“ (**) heißt, eine „farbige Gesamtrevolution der Erde“ (**), eine sehr böse Verbindung aus „Klassenkampf und Rassenkampf“ (**|**). Huntington hat ja eh von Spengler abgeschrieben. Ob man diese Kämpfe eher aus der Perspektive der Kulturen selbst oder aus der Perspektive von Klassen und Rassen sieht: es hat jedes Mal mit den Kulturen zu tun, besonders mit der abendländischen Kultur, denn gemäß Spengler kommt ja die Bedrohung sowohl aus der abendländischen Kultur selbst, nämlich von unten (Klassenkampf) und unterstützt von oben, als auch aus der außerabendländischen Welt, also von außen (Rassenkampf) und unterstützt von innen. Zu dieser Bedrohung gehören auch und besonders die sich mittlerweile schon seit längerem ereignenden Menschenmassenverschiebungen ins Abendland, wodurch beide - der Klasenkampf und besonders der Rassenkampf - enorm verstärkt werden. Huntington hat davon zwar nicht gesprochen - es war ja auch zur Zeit der Erscheinung seines Hauptwerkes (1993 bzw. 1996) noch kein sehr großes, sondern „nur“ ein großes Problem. Heute ist es tatsächlich ein sehr großes Problem. Es war den Verantwortlichen für dieses Problem von Anfang an, also auch schon zu der Zeit, als es noch gar nicht da war, bewußt, was passieren wird, denn es war geplant und getestet - so wie auch die ganzen weltweiten Kriege, Wetterbeeinflussungen, Terroranschläge, Seuchen, Zusammenbrüche (Crashs) und andere Chaosherbeiführungen. Deswegen ist dieses Problem ja auch ein Tabuthema. ** **

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„»Die ›Kultur des Todes‹ ist der Teil der Kultur, der sich ›Zivilisation‹ nennt. Es ist die ›Zivilisation‹, die den Tod einer Kultur heraufbeschwört. Sie ist der Teil der Kultur, der den Tod der Kultur will, der nihilistisch, aber auch verführerisch ›modern‹ ist.« (**).“ (S. 20).

Hier hat Frau Afshar nicht dazugesagt, daß sie mich bzw. aus meinem Webangebot zitiert hat. Denn hier wurde Herr Schütze zitiert (**|**|**|**|**), der in einem Webforum am 2. März 2011 zwei Aufsätze veröffentlichte: „Die »Kultur des Todes« ist der Teil der Kultur, der sich »Zivilisation« nennt“ und „Exkurs: Kulturtheorie von Oswald Spengler und Hubert Brune“, die ich danach auf einer meiner Webseiten zusammenfaßte unter dem Titel: „Kulturtheorie und zwei Kulturtheorien im Vergleich“, weil es ja dabei auch um meine eigene Kulturtheorie bzw. Kulturphilosophie ging, obwohl böse Zungen damals behaupteten, ich selbst wäre dieser Herr Schütze (). Jedenfalls decken sich die zitierten Aussagen über „Kultur“ und „Zivilisation“ hundertprozentig mit den meinigen.

Am 23. September 2010 schrieb ich z.B.:

„Kultur ist der Versuch des Ausbruchs aus der Natur. Sie endet, wenn sie als »Zivilisation« vereist, vergreist, erstarrt oder versteinert. Die Zivilisation einer Kultur ist nämlich der Versuch, wieder zurück in die Natur zu kommen. Mit anderen Worten: Kultur ist a- bzw. antirousseauistisch, Zivilisation ist rousseauistisch. Der erste abendländische Aufruf zur Zivilisation lautet ja auch bekanntlich: „Zurück zur Natur!“ (Jean-Jacques Rousseau). Kultur ist, wenn Menschen Götter werden wollen und in einem gewissen Ausmaß auch tatsächlich werden; Zivilisation ist, wenn Menschen wieder Tiere werden wollen und in einem gewissen Ausmaß auch tatsächlich wieder werden.“ (Hubert Brune, Kommentar im 2. Gästebuch, 23. September 2010 **).

Evolution/GeschichteEvolution/Geschichte
Evolution/GeschichteEvolution/Geschichte
Die Zivilisation ist die Vollendung einer Kultur, also noch Teil der Kultur, ihr Untergang. Der Untergang muß nicht mit einem Verschwinden enden, sondern kann in ein leichtes Auf und Ab mit einer sehr niedrigen Amplitude münden. Jedenfalls ist die Zivilisation diejenige Form einer Kultur, an der man den kulturellen Untergang erkennen kann. Mit der Zivilisation eng verwandt ist der Nihilismus. Der Untergang einer Kultur ist ihr „Herbst“. Die Zivilisation sorgt für das Herabfallen der Blätter einer Kultur und beschert ihr die Vorgefühle auf den kommenden Winter, in dem, falls die Kultur ihn überhaupt erreicht, fast - d.h.: bis auf einen kümmerlichen Rest - nur noch Zivilisation angesagt ist und darum fast gar nicht mehr gewußt wird, was Kultur ist.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„War nun jemand ein feiner Pinkel, dann war er vielleicht zivilisiert, aber eine Kultur hatte er noch lange nicht. Ein Versprechen (das Zitat von Lichtenberg kann man bei ELIAS nachlesen) wird gehalten, eine promesse mitnichten, und auch eine Erfindung ist anderes als eine decouverte – ersteres ist neu, letzteres etwas Altes mit neuem Namen.  –  Im Text Ein Sommer in London (1852) von Theodor Fontane wird der Unterschied noch sichtbarer: »England und Deutschland verhalten sich zueinander wie Form und Inhalt, wie Schein und Sein. Im Gegensatz zu den Dingen, die – von der Tuhularbrücke an bis nieder zur winzigsten Stecknadel – in keinem Lande der Welt eine ähnliche, auf den Kern gerichtete Gediegenheit aufweisen wie in England, entscheidet unter den Menschen die Form, die alleräußerlichste Verpackung. Du brauchst kein Gentleman zu sein, du mußt nur die Mittel haben, als solcher zu erscheinen, und du bist es. Du brauchst nicht recht zu haben; du mußt nur innerhalb der Formen des Rechtes dich befinden, und du hast recht. Du brauchst kein Gelehrter zu sein, du mußt nur Lust und Talent haben durch Mäzenatentum oder Mitgliedschaft wissenschaftlicher Vereine, durch Aufstöberung und Edierung alter, längstvergessener Schwarten, vielleicht auch durch Benutzung vertraulicher Mitteilungen die Rolle des Gelehrten zu spielen, und du bist ein Gelehrter. Überall Schein. Nirgends ist dem Scharlatan-Unwesen so Tür und Tor geöffnet, wie auf dieser Insel, nirgends verfährt man kritikloser, und nirgends ist man geneigter, dem bloßen Glanz und Schimmer eines Namens sich blindlings zu überliefern.«“ (S. 31-33)

Lichtenberg und Fontane haben es auf den Punkt gebracht.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Der deutsche Kulturbegriff stellt also die nationalen Unterschiede und Eigenarten von Gruppen heraus, und es waren die sozialen Gegensätze in Deutschland, die zu einer Konfrontation der beiden Begriffe Zivilisation und Kultur führte. Wie ich erlese, ist es dieser »deutsche« Kulturbegriff, der schließlich in die Ethnologie und die Anthropologie eingegangen ist, und in den Kulturwissenschaften verwendet wird (Helmut Hofbauer, 2004).
24. Baden-Badener Disput, 1993
„Was ist Deutsch?“ - 24. Baden-Badener Disput, 1993.
Die immer wieder gestellte Frage nach den typisch deutschen Eigenschaften zeigt, wie sehr hierzulande nach einer (kulturellen) Identität gesucht wird, denn diese - in geschichtshistorischer Dimension - ist nicht beantwortet. (Doch! Sie ist beantwortet, und zwar von Anfang an! HB). Auch deshalb ist die 2016 im Zuge der Flüchtlingszuzüge neu gestellte Frage »Was ist Deutsch?« aktueller denn je und bezeugt, wie fragil »deutsche Identität« ist (nein, denn sie ist überhaupt nicht fragil, weil sie von Anfang an beantwortet ist; HB), auch wenn tagespolitische Strömungen uns anderes - wie schon vor 100, 200 oder 300 Jahren – weismachen wollen (wollen sie ja gar nicht mehr, sondern sie wollen - ganz im Gegenteil - die deutsche Identität wie auch die abendländische Identität auf nihilistische Weise zerstören; HB). Daß nicht die Herkunft und die Abstammung darüber entscheiden, ob jemand zur deutschen Gesellschaft gehört, ist ein zentrales Ergebnis zweier Studien. ....  –  »Nicht der Geburtsort oder die Vorfahren entscheiden, ob sich Menschen zur deutschen Gesellschaft zugehörig fühlen, sondern die Sprache und ein fester Arbeitsplatz« (Aydan Özoguz [SPD], 28. Juni 2016). ....  –  Sprache, ja – einverstanden. Deutsch ist, wer Deutsch spricht? Die Sprache von Menschen zu sprechen, mit denen man in einer größeren Gemeinschaft lebt oder leben möchte, ist gewissermaßen eine Voraussetzung für die Zugehörigkeit; doch die Sache mit dem Arbeitsplatz spricht von einem mehr als wunderlichen Menschenbild. Was ist mit jenen Menschen, die keine Festanstellung haben, aber Deutsch als Muttersprache sprechen? Dieses Menschenbild macht aus Menschen kalkulierbare Ausübende einer Form des Gemeinschaftlichen und Mehrer bzw. Sicherer von Besitz, damit Sklaven. Weshalb ja nun auch nicht mehr von deutscher Kultur die Rede sein darf.  –  Halten wir fest: Kultur (im deutschen Sinn) ist ein Ausdruck von Identität. Den allgemeinen Ausdruck von Zivilisation sieht ELIAS nicht so sehr in einer Identität als vielmehr im Nationalbewußtsein. Sie drücke das Selbstbewußtsein aus, mit dem die abendländische Gesellschaft [...] versuche zu charakterisieren, was ihre Eigenart ausmache, worauf sie stolz sei: Stand ihrer Technik, Art ihrer Manieren, Entwicklung ihrer wissenschaftlcihen Erkenntnis oder ihrer Weltanschauung.“ (S. 33-39)

Es gibt in Afshars Buch somit mehrere Beispiele an Zitaten, die erkennen lassen, was Zivilisation vor allem im Zusammenhang mit Nihlismus bedeutet. Das ist typisch nihilistisch und also auch typisch zivilisationistisch (weniger zivilisatorisch, da es um Ismen, um Ideologien, um etwas Modernes, eben um Zivilisationistisches, Nihilistisches geht). In Kulturen entscheiden sehr wohl immer der Geburtsort und die Vorfahren, also Herkunft und Abstammung, ob jemand zu dieser Gemeinschaft (weniger Gesellschaft, denn die ist wieder „nur“ neuzeitlich, modern, besonders aber eben zivilisisationistisch, nihilistisch) gehört oder nicht. Daß mittlerweile Nichtdeutsche sogar auch schon über das Deutsche bzw. Deutschsein bestimmen, paßt genau zu dem, was ich oben schon über den Kampf der Kulturen (**), die „farbige Weltrevolution“ (**), die „farbige Gesamtrevolution der Erde“ (**), die sehr böse Verbindung aus „Klassenkampf und Rassenkampf“ (**|**) gesagt habe (**). Das, was das Özoguz-Zitat aussagt, ist an der Ausbeutung (Enteignung) der Deutschen Mittelschicht, also an Umverteilung zur Oberschicht und zur eingewanderten Unterschicht orientiert. Es kann auf Dauer keinen kulturellen Bestand haben, wohl aber einen nihilistischen und zivilisationistischen, also einen, der zwar zur Kultur noch gehört, sie aber bekämpft, verneint, umwertet, und zwar aus Gründen der Ausbeutung von unten und außen, unterstützt von oben und innen. Gegen das Deutsche bzw. gegen das Abendländische: das bedeutet meistens nur Krieg (vgl. dazu auch das „Kriegen“), nur Ausbeutung (Enteignung) der deutschen bzw. abendländischen Mittelschicht, wobei das bei weitem meiste an Geld, Vermögen, Besitz, Eigentum (übrigens auch an Patenten, wie wir seit dem Ende des 1. und besonders des 2. Weltkrieges wissen), Arbeitsplätzen, Chefpositionen, ... u.s.w. u.s.f. ... (die Liste ist bis ins Unendliche fortsetzbar) bekanntermaßen aus der deutschen Mittelschicht zu kriegen ist.

Wer die EU ablehnt, aber Europa und vor allem das Abendland sowie sein Heimatland nicht ablehnt, ist für die abendländische Kultur und für die Heimat. Wer für das Gegenteil eintritt, ist für die Vernichtung bzw. Umwertung aller abendländischen Werte und möchte das Abendland vielleicht noch als Wohlstandssphäre und Aktiengesellschaft, also als Ausbeutungssobjekt, ansonsten aber in der Hölle brennen sehen. Wer das nicht versteht, es aber verstehen möchte, ist bei meinem Webangebot an der richtigen Adresse.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Hubert BRUNE führe ich an, weil er einen Bezug zur Astrologie herstellt. BRUNEs vollständige Gedanken werde ich hier nicht darstellen können. Er sieht »Kultur als eine zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Raum gebundene Gemeinschaftsform – alltagssprachlich auch Kulturkreis genannt« (**).“ (S. 45-46).

Hier wurde wieder Herr Schütze zitiert (**|**|**|**|**), der meine Kulturtheorie - noch tiefer in sie eindringend als zuvor schon - in einem Webforum am 7. März 2011 vorstellte. **

Ich sage, daß Kulturen gebunden sind an einen Raum bzw. Ort, der durch die „Urgeburt“ („Schlüpfung aus dem befruchteten Ei“) in der „Gebärmutter“ und die „Geburt“ als den Wechsel von der „Gebärmutter“ in den neuen „Lebensraum“ bindend auf die Kultur wirkt. Das läßt sich fast überall beobachten, selbst da, wo die „Zivilisation“ diese Gebundenheit noch nicht vernichtet hat, z.B. (1.) in den menschlichen Primitivkulturen, die an sich sowieso zivilisationsfrei sind, (2.) in den Historienkulturen vor der der Zeit ihrer Zivilisationen, (3.) in den Historienkulturen während der Zeit ihrer Zivilisationen, sofern sie durch ihre Zivilisationen noch nicht völlig „umgepolt“ worden sind, und (4.) in bereits sehr alten Historienkulturen, die schon fast gar keine mehr sind und darum kaum noch so, sondern eher schon „zivilisationäre Primitivkulturen“ genannt werden können, weil deren Zivilisationen ihre Historienkulturen vormals so sehr abgebaut und umgewertet haben, daß zwar jeweils ein größtenteils zivilisationärer Rest der Historienkulturen übriggeblieben ist, dieser Rest aber eben fast ausschließlich den Abbau und die Umwertung ausgemacht und ansonsten das „Zurück-zur-Natur“ vollzogen hat, also jeweils fast zu einer „zivilisationären Primitivkultur“ geworden ist. Mit anderen Worten: Zivilisationen können ihre Historienkulturen zwar nicht ganz zerstören - ein Rest ihrer Historienkulturen bleibt bis zum Ende -, aber sie können sie immerhin bis zu einem sehr hohen Grade zerstören.

Niedergang
Jahreszeiten und Uhrzeiten einer Kultur.
Man kann dieses zivilisationistische und damit nihilistische Geschehnis am besten mit dem, was im Herbst und Winter geschieht, vergleichen. In ihrem „Herbst“ baut die Kultur ihr „Laub“, d.h. ihre „alt“ gewordenen Werte, Normen u.ä. ab, in ihrem „Winter“ ist aber davon nicht immer alles noch zu sehen, weil es entweder schon „vermodert“ ist oder vom „Schnee“ verdeckt, hin und wieder „verweht“ und zusätzlich vom „Eis“ „eingefroren“ wird, was bedeutet, daß der „Winter“ fast nur das konserviert, was zuletzt im „Herbst“ noch zu sehen war, und das waren ja die übriggebliebenen „Abbauprodukte“, die vom „Abbau“ übriggebliebenen Werte, Normen u.ä.. Auch der zivilisationskulturelle „Winter“ kann nicht die „Blüten“ des „Frühlings“ und kaum auch die des „Sommers“ konservieren. Die Gebundenheit ist ein kultureller Wert, der auf den vergangenen „Winter“, den vergangenen „Frühling“, den vergangenen „Sommer“ und nur noch zum Teil - je nach „Witterung“ - auf den vergangenen „Herbst“ (und das heißt im Umkehrschluß: hauptsächlich auf den vergangenen „Frühling“) einer Kultur zurückgeht und in ihrem zweiten „Winter“ nur noch teilweise konserviert werden kann. Wenn nun aber die vom „Abbau“ übriggebliebenen Werte, Normen u.ä., die übriggebliebenen „Abbauprodukte“ des kulturellen „Herbstes“ sind, dann werden hauptsächlich sie (und das heißt im Umkehrschluß: nicht hauptsächlich die übriggebliebenen „Aufbauprodukte“ des kulturellen „Frühlings“) vom kulturellen „Winter“ konserviert, falls dieser „Winter“ es „schafft“. Außerdem befindet sich im „Boden“ vielleicht auch schon neues „Leben“.

Die abendländische Historienkultur bewegt sich auf ihren zweiten „Winter“ zu (der erste war ihre Zeit im „Uterus“). Je mehr der „Herbst“ des Abendlandes bis dahin abgebaut haben wird (und er hat ja bis jetzt schon sehr viel abgebaut), desto weniger wird von ihm übrigbleiben und während des folgenden „Winters“ konserviert werden können, falls der es überhaupt schafft. Wenn diese Zeit gekommen und noch keine neue Historienkultur „das Licht der Welt erblickt“ haben wird, wird ohnehin keine Historienkultur mehr in ihrem rein kulturellen Zustand, sondern werden nur noch „zivilisationäre Primitivkulturen“ (Rest-Historienkulturen) und reine „Primitivkulturen“ existieren. Das „Zurück-zur-Natur“ würde dann insofern global vollzogen sein, als daß Primitivkulturen mehr an Natur gebunden sind, als es Historienkulturen sind. Dies bedeutet aber nicht unbedingt, daß die „zivilisationären Primitivkulturen“ (Rest-Historienkulturen) nicht in der Lage wären, den Erdglobus so sehr auszubeuten, daß immer noch eine damit verbundene Naturkatastrophe droht. Das Beispiel China zeigt, daß in einem solchen Falle eine Naturkatastrophe sogar noch viel mehr drohen kann. Nicht die rein kulturellen, sondern die zivilisationistisch und zivilisationär kulturellen „Verhaltensweisen“ (sie sind semiotisch-linguistische, also sprachliche Zeichen) schädigen die Umwelt mittlerweile am meisten. Also ist nicht nur bei zivilisationistischen Historienkulturen, sondern auch und besonders bei zivilisationären Primitivkulturen (Rest-Historienkulturen) eine Rücksichtslosigkeit und Gier sondergleichen zu beobachten.

Was müßte man tun, um die alten Werte durch den kulturen „Winter“ zu bringen? Man müßte sie - wie auch alles andere - kultivieren.
Was aber geschieht mit den alten Werten im kulturellen „Herbst“ zumeist? Sie werden zivilisationiert.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Auf BRUNEs Startseite - zuletzt aktualisiert 2014 - der Vermerk: »Vergleichende Kulturgeschichte als eine kosmologisch-biologische Geschichtsphilosophie vor dem Hintergrund sphärologischer Räume« (** WWW.HUBERT-BRUNE.DE (INDEX.HTML)). In seinen Augen ist auch die Natur gewissermaßen eine Kultur – nämlich die »1. Kultur« (**). Ich füge an dieser Stelle nicht weiter kommentiert hinzu: Auch Tiere können Kultur haben“. (S. 46).

Das ist größtenteils richtig. Es hat zu tun mit meiner Definition von „Kultur“ (**), die einerseits auf Menschen, aber andererseits auch auf andere Lebewesen und also auf die Natur, wenn auch nicht ganz, bezogen ist.
Kulturmodell
Die Natur beginnt und „setzt“ mit dem Leben sozusagen eine Moderne, die zur Kultur wird, und später auch „1. Kultur“ genannt werden kann, weil in der Zwischenzeit mehr als eine Moderne, nämlich mindestens fünf Modernen „gesetzt“ worden sind (**). Wenn aus der „5. Moderne“ auch eine Kultur hervorgegangen sein wird, dann wird sie die „6. Kultur“ sein, wobei man dazusagen muß, daß diese aus Modernen enstandenen Kulturen als Metakulturen zu verstehen sind, in denen jeweils die verschiedenen Kulturen zu finden sind. Ein Beispiel ist die Historiographik-Metakultur mit ihren acht Historienkulturen (auch „Hochkulturen“ genannt). Übrigens könnte die eben erwähnte „6. Kultur“ (Metakultur) schon existent sein, aber wir werden sie erst dann bemerken, wenn sie deutlichere Formen zeigen wird. Ich gehe ja davon aus, daß Kulturen, jedenfalls die „höheren“ unter ihnen, während einer „kulturellen Schwangeschaft“, also im „kulturellen Uterus“ bzw. „kulturellen Winter“ entstehen, was bedeutet, daß sie erst mit der „Geburt“ mit bloßem Auge zu sehen sind und vorher allenfalls durch Bewegungen sich bemerkbar machen, folglich nur indirekt - und je früher, desto schlechter - beobachtet werden können, vorausgesetzt, daß es Wesen gibt, die beobachten können.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

Kulturelle Einschachtelungen müsse man ebenso »berücksichtigen, um zu verstehen, daß Kulturen in diesem Sinne nichts anderes sind als abgeleitete ›Modernen‹ aus einer ursprünglichen Kultur« (**) seien. »BRUNE geht davon aus, daß »die Kultur als Hyperonym bzw. Superordination die Zivilisation als deren Hyponym bzw. Subordination in sich birgt« (**). Schwer verständlich.“ (S. 46-47).

Frau Afshar hat hier schon zum dritten Mal vergessen zu erwähnen, daß und wen sie zitiert; denn hier wurde nicht nur ich (**), sondern auch wieder Herr Schütze zitiert (**|**|**|**|**), 7. März 2011 (**). Die zitierten Personen und Textstellen nicht zu erwähnen, ist eine unwissenschaftliche Vorgehensweise. Und es ist schon sehr merkwürdig, daß Frau Afshar, wenn sie wirklich Sprachwissenschaft studiert hat - gemäß ihrer eigenen Aussage hat sie es (vgl. S. 12) -, nicht weiß, was Hyperonyme, Superordinationen, Hyponyme, Subordinationen sind. So ist z.B. das Wort (Lexem, Logem) „Obst“ das Hyperonym bzw. die Superordination für z.B. das Wort (Lexem, Logem) „Äpfel“, das das Hyponym bzw. die Subordination von „Obst“ ist. In der folgenden Tafel sind die beiden Vergleichsfelder „Deutsch“ und „Englisch“ kontrastiv zu verstehen, d.h. wenn „Kultur“ und „Zivilisation“ im Deutschen zusammen immer noch 100% und jeweils 50% ausmachen, so im Englischen „Culture“ und „Civilization“ zusammen 90%, „Culture“ allein 15% und „Civilization“ allein 75%.

DEUTSCH ENGLISCH
Kultur
Zivilisation
(Zivilisation ist einerseits das Hyponym zum Hyperonym Kultur, andererseits aber auch deckungsgleich mit Kultur, d.h. beide können je nach Text und Kontext auch Synonyme sein)
 
Culture
Civilization
(Civilization ist stark abgegrenzt von Culture, d.h. beide sind fast nie wie Synomyme verwendbar.Civilization ist einerseits deckungsgleich mit dem deutschen Wort Zivilisation, andererseits zum Teil auch deckungsgleich mit dem deutschen Wort Kultur)
In meinem Text wird diese Definition vorzugsweise verwendet, weil sie neutral, wissenschaftlich, ist. Trotz (und wegen) der Tatsache, daß heute viele Deutsche die englische Definition bevorzugen (**), ist die deutsche Definition der englischen Definition überlegen und - auch darum - vorzuziehen. ** Diese Defintion ist eine zivilisationistische Definition, d.h. sie ist nicht neutral, nicht wissenschaftlich, sondern von vornherein bewertend. Sie wertet die Kultur ab und die Zivilisation auf. Diese Definition ist pro-zivilisationistisch, weil sie selbst ein Ausdruck der Zivilisation ist. **

Das Englische ist unter den im Abendland benutzten Sprachen die zivilisationistisch und also auch nihilistisch am meisten verunstaltete Sprache. If Shakespeare still lived, he would not be amused about that fact.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„1989/90 – das ist die Zeit der Wiedervereinigung von Deutschland West und Ost – sei für die Deutschsprechenden nicht nur die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Zivilisation, sondern auch die des Wortes Kultur fast vollständig verlorengegangen. Daß sich die Bedeutung von Zivilisation im Deutschen zugunsten der Bedeutung des Wortes »civilization« im Englischen verändert hat, deutet BRUNE nicht nur als einen großen Verlust für die deutsche Sprache, sondern vor allem für die Kultur insgesamt: »Deutsch (Kultur/Zivilisation): Zivilisation ist einerseits das Hyponym zum Hyperonym Kultur, andererseits aber auch deckungsgleich mit Kultur, d.h. beide können je nach Text und Kontext auch Synonyme sein. Englisch (Culture/Civilization): Civilization ist stark abgegrenzt von Culture, d.h. beide sind fast nie wie Synomyme verwendbar.Civilization ist einerseits deckungsgleich mit dem deutschen Wort Zivilisation, andererseits zum Teil auch deckungsgleich mit dem deutschen Wort Kultur« (**). Wenn Zivilisation als angenommen »Höheres« der Kultur vorstehe und nur noch in dieser Bedeutung verstanden werde, dann werde dadurch nicht nur das Wort Kultur und die Kultur an sich degradiert, sondern auch der wissenschaftliche Wert, der mit diesem Wort ursprünglich gegeben war, und damit das Wissen – die Information – über einen großen Teil des semantischen Wortfeldes Kultur. Dieser Verlust in der Begrifflichkeit bedeutet für ihn ein Verlust an Erkenntnis.“ (S. 47-50).

Zunächst einmal: Nicht Deutschland West und Deutschland Ost, sondern Deutschland West und DDR-Deutschland sind 1989/’90 vereinigt (nicht wiedervereinigt) worden, denn Deutschland Ost ist von den Allierten des 2. Weltkrieges von Deutschland getrennt, die 16 Millionen Deutschen aus diesen deutschen Gebieten vertrieben oder/und ermordet worden. Soviel zu dieser historischen Tatsache.  –  Der Siegeszug der Anglizismen begann tatsächlich zu der Zeit, als die großartigste und friedlichste Revolution aller Zeiten stattfand und die Mauer beseitigte (Beginn: 9. November 1989) und am 3. Oktober 1990 DDR-Deutschland der Bundesrepublik Deutschland staatsrechtlich einverleibt wurde; denn 1989 begann auch die globale Computer-Vernetzung durch HTML, eine Vorbedingung für die Entwicklung des Internet-Dienstes World Wide Web (1991-1993). Das alles war nicht einfach ein Zufall. Jedenfalls begann seitdem auch ein enormer Sprachzerfall, der im Grunde alle Sprachen betraf, sogar das Englische selbst, wenn auch weniger als alle anderen Sprachen (zuvor war es ja stets umgekehrt gewesen **). Wenn man bei Gesprächen nicht mehr anwesend sein muß, sind auch viele Hemmungen verschwunden, und die Bildungssysteme aller abendländischen Länder sind seit dieser Zeit mit immer stärker beschleunigtem Tempo schlechter geworden. Auch das ist eine historische Tatsache. Die Abendländer, die seit etwa 1800 sich sowieso schon bei ihrem kulturellen Untergang zuschauen können, können diesen Untergang spätestens seit 1990 nicht mehr leugnen, weil seine Untergangsetappen seitdem nicht mehr durchschnittlich ein halbes Jahrhundert, wie in der Zeit von 1800 bis 1914, und auch nicht mehr durchschnittlich zwei Jahrzehnte, wie in der Zeit von 1914 bis 1990, sondern durchschnittlich weniger als ein Jahrzehnt ausmachen (). Der Verlust an Sprachformen und damit an Sprache insgesamt, an Kulturformen und damit an Kultur überhaupt bedeutet eben auch den Verlust an Kenntnis und Erkenntnis. Das kann man nicht anders deuten, wenn man ehrlich ist. Aber die Kenntnis von Ehrlichkeit und damit auch die Ehrlichkeit selbst nehmen ja ebenfalls auf exponentielle Weise ab.

Afshar vermutet, daß auch für mich Zivilisation „Höheres“ sei, doch das ist falsch, denn es ist genau umgekehrt: Zivilisation ist Tieferes. Nicht vergessen: Zivilisation ist das Hyponym bzw. die Subordination des Hyperonyms bzw. des Superordination Kultur. Obst (ein Hyperonym) kann es auch dann geben, wenn es keine Äpfel (ein Hyponym) mehr gibt; aber Äpfel kann es nicht geben, wenn es kein Obst mehr gibt. Eine Kultur kann es auch ohne Zivilisation geben, aber ohne Kultur kann es keine Zivilisation geben. Die Zivilisation ist ein später Teil der Kultur; sie ist der Kultur untergeordnet (subordiniert); sie ist der Untergang (auch als Vollendung verstanden) einer Kultur. Und gerade weil jede Zivilisation einer Kultur auf dem Weg „zurück zur Natur“ ist und im kulturellen „Herbst“ beginnt, ist sie kulturfeindlich, trotz der Tatsache, daß sie ein Teil, nämlich ein später Teil der Kultur ist. Das ist ein Widerspruch, ja, und dieser Widerspruch ist notwendig für die Zivilisation. Ohne ihn hätte sie gar keine Chance.

Wenn Sie das nicht verstanden haben, dann haben Sie auch meine Geschichts- und Kulturphilosophie nicht verstanden.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„BRUNE bezieht sich häufig auf SPENGLER, und laut SPENGLER sind Kulturen »Einzelwelten des Werdens, die im Gesamtbilde der Geschichte ebenso schwer wiegen, die an Großzügigkeit der seelischen Konzeption, an Gewalt des Aufstiegs die Antike vielfach übertreffen«. Er spricht von acht Kulturen, die »eine in keiner Weise bevorzugte Stellung einnehmen.« (SPENGLER, 1917, S. 24). »SPENGLERs zentrale Denkerfahrung liegt in der Beobachtung, daß Formen ein Eigenleben haben. Die Form, die Spengler vor allem interessiert, ist das, was er eine Kultur nennt.« (Sloterdijk, S. 177). »[Er] redet in solchen Zusammenhängen ganz nietzscheanisch, wobei man wissen muß, daß Nietzsche in seinen besten Augenblicken als Immunologe spricht, wie ein Kulturarzt, der weiß, daß Kulturen und ihre Träger, die Menschen, Wesen sind, die mit dem Ungeheuren geimpft werden und eigensinnige Immunreaktionen entwickeln, aus denen verschiedene kulturelle Temperamente hervorgehen. In diesem Sinne muß man Spenglers These auffassen, daß es nur acht Hochkulturen im eigentlichen Wortsinn gegeben habe. Nur in dieser kleinen Zahl von Fällen haben sich die hochkulturschöpferischen Immunreaktionen vollzogen, von denen jede einzelne einen unverwechselbaren Charakter besaß. Die 8 hohen Kulturen wären demnach die Abwicklung lokaler Immunreaktionen.« (Sloterdijk, S. 225-226).“ (S. 50-51).

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J. W. v. Goethe
F. W. Nietzsche
G. W. F. Hegel
A. J. Toynbee
N. Luhmann

Ja, Kulturen sind „Einzelwelten des Werdens“, „Formen mit Eigenleben“, Gemeinschaften von Geimpften, die „eigensinnige Immunreaktionen entwickeln“, also auch als „Abwicklungen lokaler Immunreaktionen“ verstanden werden können. Das Einzelne, Eigenleben, Eigensinnige ist im Zusammenhang mit Immunreaktionen zu deuten, womit wir wieder bei der Gebundenheit (**) wären. Man kann dieses Einzelne, Eigenleben, Eigensinnige auch im Sinne der Luhmannschen Systemtheorie verstehen, denn seine Systeme sind auch als Einzelne und Eigensinnige verstehbar, nämlich insofern, als daß diese Systeme während ihrer eigenen (!) Operationen geschlossen und ansonsten offen sind. Meine Geschichts- und Kulturphilosophie ist zwar größtenteils mein eigenes Werk, doch Anteil daran haben auch Spengler, Goethe, Nietzsche, Hegel, Toynbee und eben Luhmann.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„»Die Sonnen der Identitäten« – so in Analysen noch anderer Autoren, Kultur und Bewußtsein einer nationalen Identität zu fassen – werden zum Zentrum der Erfahrbarkeit von kultureller Besonderheit. Ausdruck dieser sind neben Wissenschaft, Religion und Technik ganz bestimmt eben die Künste. Die Summe aller Künste ist dann Teil einer Kultur und beschreibt sie mit.“ (S. 51-52).

Ausdruck einer Kultur ist alles, was die Gemeinschaft einer Kultur erbringt, produziert, leistet, aus sich hevorbringt. Alles. Es ist alles Zeichen, also Sprache im weitesten Sinne.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Kunst (und nehmen wir konkret nun einmal Literatur und das geschriebene Wort als Beispiel) kann als Ausdruck der Identität – der je einzelnen eines Menschen oder eines Gruppenganzen – gesehen werden und ist, wie beim Zivilisationsbegriff, nichts ein für allemal Fertiges.“ (S. 52).

Kultur ist selbst auch nichts Fertiges, es sei denn, daß ihre Angehörigen nicht mehr da sind. Sind sie weg, dann ist auch die Kultur weg. Selbst in einer völlig vereisten, vergreisten und erstarrten Zivilisation einer Kultur ist das Kulturelle nicht verschwunden, wie der Ausdruck „Zivilisationen einer Kultur“ und ihr Hyperonym-Hyponym-Verhältnis - eine semantische Relation - ja auch verrät (Zivilisation ist der Kultur untergeordnet). Ein Rest an Kulturellem bleibt unter der Bedingung, daß ihre Träger - die Kulturangehörigen - noch existieren, im Grunde ewig. Das gilt auch für die Zivilisation einer Kultur, denn gerade die Zivilisation ist es ja, die die Vollendung, den Abschluß der Kultur bewerkstelligt - je mehr, desto besser, und zwar für beide, weil die Zivilisation ein später Teil der Kultur ist und deswegen auch ihr Anteil entsprechend gering ausfällt: sie liefert ja nur den Vollendungsteil (Erstarrungsteil), eben den Zivilisationsteil einer Kultur. Sind aber die Träger einer Kultur weg, ist auch die Kultur weg, ansonsten existiert sie bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie von der Natur zu ihrem „Tod“ gezwungen wird.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

Kultur ist geschichtliches Zeugen von fortwährender Identitätsausbildung“ (S. 52-53).

Richtig. Das läßt sich auch beobachten und vollzieht sich im Einzelmenschen einer Kultur genauso wie in der Kultur selbst als Gemeinschaft, als System, das wie ein Einzelwesen ebenfalls fortwährend Identität finden will und in der Regel auch findet.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Halten wir die Hauptgedanken BRUNEs fest:
»  •  Kulturen sind keine Monaden (wie bei Spengler), sondern grundsätzlich offen gegenüber anderen Kulturen (fast wie bei Toynbee).
   •  Vorgeburtliche Phasen der Kulturen sind von großer Bedeutung (bei Spengler spielen sie eine nur untergeordnete Rolle).
   •  Zivilisatorische Phasen der Kulturen sind auch als bereits »vergreiste« Phasen noch nicht völlig starr (wie bei Spengler), sondern können im Zyklus verbleiben - wenn auch nur schwach.
   •  Die Geschichte der Menschen verläuft auf mindestens zwei Bahnen, d.h. als eine Geschichte i.w.S. (Menschenkultur) und als eine Geschichte i.e.S. (Historienkulturen, die bei Spengler „Hochkulturen“ heißen und als die einzigen geschichtlich relevanten Kulturformen gelten).« (**).“ (S. 56-57).

Zum vierten Mal hat Frau Afshar nicht gesagt, daß und wen sie hier zitiert hat. Ich weiß nicht, ob sie denkt, daß ich selbst Herr Schütze sei, jedenfalls wurde hier wieder Herr Schütze zitiert (**|**|**|**|**), 7. März 2011 (**). Es ist unredlich und unwissenschaftlich, die zitierten Personen und Textstellen nicht mit Namen, Ort, Datum und Textquelle zu belegen.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

Zivilisation neige (gemäß Geoffrey Hartmann; HB) überall dazu, einen mechanischen Zustand anzunehmen, während Kultur eine unverzichtbare Hilfe beim Streben nach Perfektion sei, kein Eigentum, keine Ruhestätte, sondern Wachsen und Werden. Kultur ist Liebe zur Vollkommenheit, sie ist eine Studie der Vollkommenheit, und mit ihrer humanisierenden Funktion kann sie Chaos und Anrachie vermeiden helfen. Kultur muß deshalb allen Menschen den Zugang zum »Besten« ermöglichen - das Beste sind die Literatur, Musik, Malerei und die Philosophie.  –  Diesem Begriff von Kultur kommt die Bedeutung einer Heilerin und Wiederherstellerin der verlorenen Ganzheit zu, eines Heilmittels für (gegen! HB) die Zivilisation (dem entspricht auch der Gedanke Spenglers).“ (S. 65-66).

Wobei man hinzufügen muß, daß Spengler die Zivilisation nicht wirklich ablehnte, sondern ein gespaltenes Verhältnis zu ihr hatte: einerseits war er gegen die Zivilisation und hätte sie am liebsten tatsächlich mit der Kultur als „einer Heilerin und Wiederherstellerin“ weggeräumt; andererseits wußte er, daß die Zivilisation zum Schicksal gehört, also unvermeidlich ist, und akzeptierte sie deshalb nicht nur, sondern übte sich auch in einer Liebe zu ihr (Stichwort: „Amor fati“). Spengler wollte die Zivilisation aber so, daß von der Kultur trotzdem möglichst viel übrigbleiben kann. Und in diesem Aspekt - der Gefahr, daß gerade die abendländische Kultur von ihrer Zivilisation am meisten vernichtet werden könnte, nämlich sehr viel mehr, als es in allen anderen Kulturen geschehen ist - steckt auch viel von seinem persönlichen Motiv für seine Beschäftigung mit dem Thema: Angst. Spengler hatte Angst vor der Vernichtung der abendländischen Kultur, vor dem Verlust von Herkunft, Tradition und also Identität. Trotzdem hat Spengler sich der Zivilisation gestellt. Dieser Widerspruch wird aufgehoben durch Spenglers Wissen, daß man sich so oder so der Zivilisation zu stellen hat und dadurch zuletzt auch mehr der auf Herkunft, Tradition und Identität bezogenen Werte zu retten sind, als wenn man die Zivilisation mit allen Mitteln, mit letzter Konsequenz, mit völliger Sinnlosigkeit - als wäre man Don Quijote - bekämpft. Chaos und Anarchie werden durch Kultur allein langfristig ausgeschlossen, durch Zivilisation allein langfristig eingeschlossen. Ein Kampf gegen die Zivilisation ist zwar nicht völlig zwecklos, sondern sogar ratsam, aber dieser Kampf muß so durchgeführt werden, daß er zu der jeweiligen Situation paßt. Wie schwierig das ist, zeigt sich heute ganz besonders, und ich fürchte, daß es sogar noch sehr viel schwieriger werden wird.
Augustus
Die Zivilisation wird erst von einem „Erhabenen“ („Augustus“) gezähmt, indem er die Zivilisation um Chaos und Anarchie beschneidet und ihren Widerspruch zur Kultur in eine Synthese zwingt, weshalb wieder die kulturelle These, nämlich die Ausrichtung nach Herkunft, Tradition und also Identität wieder an die oberste Stelle gesetzt wird. Dadurch sind zwar immer noch nicht alle Probleme bereinigt und können auch gar nicht alle bereinigt sein - denn die Zivilisation ist ja noch da -, aber sie ist nun wenigstens „gezähmt“, passiver als zuvor, und das wird dann auch bald die nächsten Probleme bringen: Eroberung durch Fremde. Immerhin schaffte es die antike Kultur in Gestalt der Römer, die Eroberung durch Fremde zeitlich aufzuschieben. Ob uns das auch gelingen wird? Wir sind ja noch rd. 100 Jahre von unserem „Augustus“ entfernt.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„»Was wir Massenkultur nennen, ist nichts anders als die Vergesellschaftung der Kultur und damit der Verfall der Kultur.« (Hannah ARENDT, in: Kultur und Politik, 1958).“ (S. 67).

„Massenkultur“ ist ein rhetorisches Wort, mit dem die Tatsache der „Zivilisation“ vertuscht oder geschmackvoll gemacht werden soll - je nach Perspektive und vorherrschender Ideologie. Wenn es als „Vergesellschaftung der Kultur“ verstanden werden soll, dann ist es tatsächlich gleichbedeutend mit „Verfall der Kultur“. Das Wort „Massenkultur“ gehört jedenfalls eindeutig in die Zeit der Zivilisation einer Kultur, also einer zivilisationistischen Kultur. Ich muß das deswegen immer wieder sagen, weil gemäß meiner Kulturphilosophie die Zivilisation kein selbständiges Phänomen, sondern ein später Teil der Kultur ist, der der Kultur widerspricht, deren Antithese ist. Die Kultur selbst wiederum ist von meiner Naturphilosophie her gesehen eine Antithese zur Natur und ebenfalls kein selbständiges Phänomen, sondern ein später Teil der Natur, der der Natur widerspricht, deren Antithese ist. Wäre es anders, dann sähe die Welt ganz anders oder gar nicht aus. Es gibt keine Zivilisation ohne Grundlage: Kultur; es gibt keine Kultur ohne Grundlage: Natur. Natur kann es auch ohne Kultur geben; Kultur kann es auch ohne Zivilisation, aber nicht ohne Natur geben; Zivilisation kann es weder ohne Natur noch ohne Kultur geben. In ihren Eigenbereichen - als System - können sie tun, was sie wollen; in den Bereichen, zu denen sie gehören, können sie nicht tun, was sie wollen; deshalb streben sie die Unabhängigkeit an und bekämpfen die, von denen sie abhängig sind, und zwar zuerst und zumeist die, von denen sie unmittelbar abhängen, und das ist im Falle der Zivilisation die Kultur, im Falle der Kultur die Natur. Da die Kultur die Anithese zur sie unmittelbar beherrschenden Natur und die Zivilisation die Antithese zur sie unimttelbar beherrschenden Kultur ist, haben die Natur und die Zivilisation denselben Gegner. So wird ein zweites Mal meine Aussage, die Zivilisation wolle „zurück zur Natur“, unterstrichen. Natur und Zivilisation sind - so gesehen - „Verbündete“, wenn es um die Gegnerschaft zur Kultur geht. Die Kultur steht - so gesehen - „auf verlorenem Posten“ da - wie die heutige Mittelschicht im Abendland.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„»Wir befinden uns in einem Gesellschaftszustand, in dem die Kultur zum Zwecke der Unterhaltung der Massen, in dem die Kultur zum Zwecke der Unterhaltung der Massen, denen man leere Zeit vertreiben muß, benutzt, mißbraucht und aufgebraucht wird.« (ARENDT, 1958). Es ist vom Werk und vom Wirken die Rede – der Ausdruck eines Subjekts (und die Gesellschaft ist kollektives Subjekt) – im öffentlichen Raum gewesen. Die Summe aller dieser Wirkungen und Werke in ihrer vielfältig-unterschiedlichen Gewichtung könnte als Kultur begriffen werden. Ein einheitliches Weltbürgertum, eine über die wirtschaftliche Globalisierung hinausgehende Einheitlichkeit und eine Integration bis hin zur Inklusion ist Verlust von Kultur wie auch Herkunft. Es ist die Entfernung von den Wurzeln.“ (S. 85-86).

Genau. In einer Zivilisation, weil sie ihrer Kultur widerspricht, sie vernichten will, vorgibt, „zurück zur Natur“ zu wollen, wird alles dafür getan, um die Kultur zu beseitigen, obwohl das nie in Gänze funktionieren kann. Dazu gehört auch, daß die „Kultur zum Zwecke der Unterhaltung der Massen ... benutzt, mißbraucht und aufgebraucht wird“, wie Arendt 1958 sagte. Und ein „einheitliches Weltbürgertumt“ ist in der Tat gleichbedeutend mit „Verlust von Kultur wie auch Herkunft“, also „Entfernung von den Wurzeln“, wie Afshar 2018 sagte. Deshalb sage ich im Rahmen meiner Kulturphilosophie immer wieder, daß die Geschichte der Menschen auf zwei Bahnen verläuft und eine davon bisher sehr abstrakt geblieben ist: die Menschenkultur, die ich gelegentlich auch „Menschwerdung“ nenne, um anzuzeigen, daß sie noch lange nicht beim Menschsein angekommen ist, während die menschlichen Historienkulturen sich immerhin schon vollendet haben bzw. die bislang letzte - das Abendland - dabei ist, sich zu vollenden. Das Ziel einer jeden Kultur ist - man mag es kaum glauben - ihr Zivilisationshöhepunkt, d.h. jede Kultur muß, sofern sie das dafür nötige Alter erreicht, durch die Zeit ihrer eigenen Verneinung, die die Zivilisation bewerkstelligt bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Synthese bewirkt, daß die Zivilsation verneint und durch diese Verneinung „gezähmt“ wird , während die Kultur wieder zu ihren Ehren kommt, wenn auch auf zivilisationärer Ebene (**). Glaubt man den Globalisen, dann soll die Menschenkultur eine Universalkultur sein und auf Individuen aufbauen, doch dieser Widerspruch läßt sich nicht auflösen, zeigt aber eindeutig, daß er zivilisationistisch ist, weil hinter den Wörtern „Menschenkultur“, „Universalkultur“ und „Individuen“ der zivilisationistische Nihilismus steckt, wie wir schon beim Beispiel „Massenkultur ... als die Vergesellschaftung der Kultur und damit der Verfall der Kultur“ (**) gesehen haben (**). Universalform und Individualform sind gegen alle Kollektivformen gerichtet, und die Kultur ist als Gemeinschaftsform sogar die größte aller Kollektivformen (**). „Zurück zur Kultur“ heißt die Formel, die man den Predigern von Universalform und Individualform entgegegschmettern muß.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Allerdings - wenn in den Kontakten zwischen den Sprechern des einen Kulturkreises mit denen des anderen Irritationen in der Kommunikation (Sprache! HB) entstehen, landen wir sehr schnell doch wieder bei der gruppenidentitätsstiftenden Rolle der Sprache - die wiederum eine Funktion (nein, weil ein System! HB) der Gemeinschaft ist, der man sich zugehörig meint oder zu derm man gehören möchte.“ (S. 98).

Wieso darf man der Gemeinschaft denn nicht einfach zugehören? Warum muß das mittlerweile immer von Meinungen und vom Willen abhängen? Das wäre doch, wenn es wirklich hauptsächlich von solchen Individualitäten abhinge, völlig gegen alle historischen Tatsachen gerichtet. Nicht einmal in den USA zur Zeit der Besiedlung des Landes - und erst recht später - war es möglich, seine individuellen Meinungen und Wünsche in der Gemeinschaft durchzusetzen, sondern die Gemeinschaft war es, die bestimmte, welche Sprache gesprochen wurde. Ob man dieser Gemeinschaft zugehören wollte oder sich ihr zugehörig meinte, spielte dabei eine nur untergeordnete Rolle.

Kommunikation ist Sprache, weil es auch in der Kommunikation um Zeichen geht. Die Sprache ist aber nicht einfach nur eine „Funktion“, sondern ein „System“, ob einer Gemeinschaft, das ist ebenfalls die Frage, denn ich sage, daß die Sprache das System der Gemeinschaft ist, jedenfalls ist die Sprache weniger eine Funktion der Gemeinschaft, als die Gemeinschaft eine Funktion der Sprache ist. Denken Sie einmal darüber nach! Sprache hat nicht nur eine linguistische, sondern auch eine semiotische, künstlerische, wissenschaftliche, philosophische, logische, mathematische u.s.w. Dimension. Ich meine das nicht einfach nur im Sinne eines Ismus, z.B. des Symbolismus, sondern rein von dem her, was Sprache ist. Sprache ist das mediale System. Es gibt kein anderes.

Es ist doch schon schlimm genug, daß es immer mehr Sprachvergessenheit, Sprachwissenslosigkeit, Sprachinkompetenz bis hin zur Sprachfeindlichkeit gibt. Daß die Sprachwissenschaft sich nicht mehr dagegen wehrt, als sie wirklich tut, spricht Bände!

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Verstöße gegen Normen im Bereich der Kultureme betreffen die persönliche Qualifikation des Sprechers. Er wird bewertet, meistens abgewertet. (Nach Els OKSAAR).“ (S. 100).

Ja, aber hier spricht dennoch wieder die Zivilisation. Warum? In Kulturen, die noch zivilisationsfrei sind oder wenigsten noch nicht oder nicht mehr so sehr von ihrer Zivilisation zerstört worden sind, ist es aufgrund der gebundenen Gemeinschafsform gar nicht möglich, den Einzelnen so sehr abzuwerten, weil er ja entweder schon zur Kultur gehört oder zu ihr gehörig sein wird. Die Abwertung geschieht nur deshalb, weil es typisch für Zivilisationen ist, daß es die Regel gibt, der Schein bestimme das Sein, und es deswegen zu Diskriminierungen kommt, auch nur kommen kann, weil der Schein in der Wirklichkeit eben nicht das Sein bestimmen kann.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Kinder, die in die Sprachen ihrer Eltern aus verschiedenen Ländern hineingefallen sind, sind nicht selten nicht bilingual, sondern semilingual. Sie sprechen weder die eine noch die andere ihrer Sprachen richtig. Es entstehen Mischsprachen.“ (S. 100-101).

Ich kenne Els Oksaar von meinem Studium her, habe selbst Erst - und Zweitpracherwerb schwerpunktmäßig studiert (kenne auch die in der Linguistik damals noch vorherrschende nativistische Spracherwerbstheorie sehr gut, aber auch die anderen, angefangen bei der „Babytalk“-Theorie bis hin zu den Theorien über Zweitspracherwerb) und war schon damals ziemlich sicher, daß die Bilingualität für die meisten Kinder dann nachteilhaft ist, wenn sie nicht intelligent und leistungsorientiert bzw. motiviert genug sind, zuhause und in der Schule nicht gefördert und gefordert werden. Hier geht es tatsächlich bei den Voraussetzungen hauptsächlich um dreierlei: das Herkommen, das Können und das Wollen. Wenn aber die drei oder auch nur zwei der drei bei und zwischen Eltern und Kindern nicht den Voraussetzungen für Bilingualität entsprechen, dann bringt die Bilingualität mehr Nachteile als Vorteile. Heute kommen noch andere Probleme hinzu: nämlich die aus dem öffentlichen Bildungsbereich, der mittlerweile eher ein Hindernis für das Lernen darstellt. Ich gebe auch Nachhilfe- bzw. Intensivunterricht, schon seit 1984 (**), und weiß sowohl aus meiner Erfahrung mit Schülern als auch aus den Beobachtungen sowie dem Wissen um den ganzen Themenkomplex, daß die Leistung an den Schulen rapide abgenommen hat, besonders in den letzten rd. zwanzig Jahren, daß in nahezu allen Schulen Leistung nur noch verspottet wird, intelligente und leistungsorientierte Schüler vernachlässigt werden, mittelmäßige Schüler sich mit ihrer Situation abfinden und die anderen krampfhaft und dennoch nur zum Schein (sic!) bis in die Mittelmäßigkeit zwar gezogen werden sollen, dies auch z.T. versucht wird, aber immer öfter einfach nicht klappt. Die künstliche Änderung der Benotungen verschleiert das natürlich, ändert an den Tatsachen aber nichts, macht sogar alles noch schlimmer, senkt auf beschleunigte Weise das Bildungsniveau und die Intelligenz.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Wie alle Theorien, die in ihren jeweiligen Zeitzusammenhängen entstanden sind und die sich dem angewandten aufgetretenen Wandel der Zeiten anpassen, wird die Kulturemtheorie der Durchmischung unserer Tage in der Praxis Rechnung tragen müssen. Nur ist keiner mehr da, den das interssiert.“ (S. 102).

Es stimmt nicht, daß alle Theorien „sich dem angewandten aufgetretenen Wandel der Zeiten anpassen“, sondern es gab, gibt und wird hoffentlich auch in Zukunft solche geben, die „zeitlos“ waren, sind und hoffentlich auch in Zukunft sein werden.

Sloterdijk entfernt Merkel
Zur „Durchmischung“: Wir haben ein Recht auf Herkunft, Gegenwart und Zukunft. Unsere Politiker, vor allem die Bundeskanzlerin Merkel und ihre Minister, haben Hochverrat begangen und einen Meineid geleistet. Auf Hochverrat stand früher die Todesstrafe. Man stelle sich vor, zwei Millionen Abendländer würden nach Afrika oder Westasien gehen und dort sagen: „Wir wohnen jetzt hier für immer! Ihr könnt nichts dagegen tun! Selbst Euer Diktator schützt uns vor euch!“ Ich bin mir sicher, daß innerhalb der nächsten Stunde schon ein militärisches Rollkommando dafür sorgen wird, daß diese Invasoren ihr „neues Land“ verlassen und zurück über das Mittelmeer nach Hause schwimmen werden, weil diese Eroberung ein Unrecht, ein kriegerischer Überfall, also eine Verursachung von Krieg ist, folglich rechtlich, polizeilich und militärisch verfolgt wird. Es gibt Rassismus, ja, und der ist ausschließlich gegen uns gerichtet. Er hat sich mit dem Klassismus verbündet. Beide starten von außen und unten, werden von innen und oben unterstützt und kennen nur ein Ziel: das Abendland und in ihm vor allem Deutschland mit der größten ausbeutbaren Mittelschicht (**|**). Das ist Raub und Krieg!

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Nachdem wir - ich als Schreiberin und Sie als Leser - uns mit den Betrachtungen von ELIAS, BRUNE, HARTMANN, ARENDT, OKSAAR und einigen anderen auseinandergesetzt haben, stellt sich Resignation ein. Was haben nun all diese Stimmen geklärt? Ist das nicht alles viel Wind um sehr wenig? Vielleicht haben Sie bemerkt, daß es von Kapitel zu Kapitel - den Höhepunkt im OKSAAR-Ansatz - mehr um die Ausführung von Gruppeneigenschaften (als Verhalten [Zeichen! HB] und Vorgefertigtes [Zeichen! HB]) ging. Sie ahnen vermutlich, daß das kein Zufall, sondern von mir absichtlich dahingebracht ist. Im folgenden Kapitel können Sie sich vier der fünf zuvor aufgeführten Protagonisten astrologisch nähern und sich in den Formulierungen der Münchner Rhythmenlehre warmlesen.“ (S. 102-103).

Ich bin derjenige, den Frau Afshar nicht analysiert hat, weil sie meine Geburtsdaten nicht kennt.

Spiralisches
Auch das
scheinbar
linear
Verlaufende
verläuft hier
spiralig. **
In meiner Geschichts- und Kulturphilosophie haben die astrologischen „Tierkreiszeichen“ nicht denselben Sinn, den sie in der Astrologie haben. Ich kenne mich durchaus aus mit den Bedeutungen der einzelnen „Tierkreiszeichen“, „Aspekte“, „Häuser“ und „Quadranten“. Doch in meiner Geschichts- und Kulturphilosophie haben die „Tierkreiszeichen“ lediglich den Sinn, das, was ich die „Spiralzyklizität“ nenne, als Kulturphasen zu markieren wie in dem linearen Modell beispielsweise die Jahrhunderte oder die Etappen auf dem Weg zu Gott bzw. dem „Fortschritt“ als dem „unendlichen Ziel“. Es kommt bei meinem spiralzyklischen Modell darauf an, die Ergänzung zum linearen Modell zu verdeutlichen. Das, was die Kulturphasen mit den „Tierkreiszeichen“ gemeinsam haben, ist das Wiederkehrende, das Zyklische, wobei ich von einer Spiralform ausgehe, während die Astrologen in der Regel lediglich von einer Kreisform ausgehen. Aber mit Horoskopie hat mein Modell nichts zu tun. Es geht mir nicht darum, „in“ welchem „Tierkreiszeichen“ z.B. die abendländische Kultur „geboren“ wurde, wie die Planeten und der Mond zu dem Zeitpunkt standen, welchen „Aszendenten“, welches „IC“, welchen „Deszendenten“, welches „MC“ sie hat, wie ihre „Häuser“ verteilt sind, auf welche „Quadranten“ vornehmlich, auf welche „Elemente“ vornehmlich, auf mehr „männliche“ oder „weibliche“ u.s.w..
Theorie - Deduktion - Empirie - Induktion
Ich deute Kosmogenese, Evolution und Geschichte sowohl als eine allgemeine Entwicklung als auch als Einzelentwicklungen, stelle dazwischen ihre Unterschiede genauer fest und leite aus diesem Ergebnis allgemeine Gesetze oder - zutreffender - allgemeine Regeln ab, die entweder die alten bestätigen oder neue erfordern. Somit gehe ich sowohl deduktiv als auch induktiv vor. Deswegen sind auch die Vergleiche wichtig. Ich habe festgestellt, daß die Spiralzyklizität als Entwicklungsform wahrscheinlicher ist als die Linearität, beide sich aber deswegen nicht unbedingt ausschließen. Allgemeine Entwicklungstheorie“ nenne ich meine daraus gewonnene Theorie, und diese Theorie hat selbst eine interessante Geschichte, Geistegeschichte (**). Jedenfalls ging und geht es mir um Erkenntnis und die Weitergabe dieser Erkenntnis an die, die daran interessiert sind.

Die mehr an Wissenschaft heranragenden Aussagen der Astrologie sind aber auch in meinem Modell zu finden, z.B. die über die Analogie von Winter, Nacht, Ungeborensein (), von Frühling, Morgen, früher Kindheit (), von Sommer, Nachmittag, mittlerer bis später Kindheit bzw. Jugend (), von Herbst Abend, Erwachsensein () und von Winter, Nacht, Ruheständlersein (), wobei die Jahres- und Tageszeiten sowie „Quartale“ der Entwicklung den „Quadranten“ in der Astrologie entsprechen, sich aber inhaltlich mit ihnen vielleicht nicht ganz genau decken. (Daß der Winter bzw. die Nacht zweimal erwähnt ist, ist in dem erwähnten Zusammenhang aber nicht relevant, denn die abendländische Kultur befindet sich erst in ihrer letzten Herbstphase, dem „Schützen“.) In Karin Afshars Buch heißt es u.a.: „Haus 6 ... erschließt sich uns bewußt zwischen dem 35. und 42. Lebensjahr“ (S. 110), und Haus 6 entpricht dem „Tierkreiszeichen“ „Jungfrau“, was gemäß meinem Modell zur „Jugend“, vielleicht auch schon zum „frühen Erwachsensein“ gehört. Beide Aussagen passen inhaltlich nicht genau zueinander. Dazu müßte Frau Afshar einmal Stellung, sich aber zuvor für das Studium meines Entwicklungsmodells Zeit nehmen.

Auf den zwölf Seiten für die einen Zyklus umfassenden zwölf Kulturphasen im Rahmen der Apollon-Faust-Analogien (**) ging ich stets zuerst auf diese auch in der Astrologie bekannten Deutungen ein, stellte dann eine Beziehung zur Genetik, zur Biologie und zur menschlichen Entwicklung (zumeist der ontogenetischen) her, bevor ich auf die Geschichte der Kultur - das „Zielthema“ - einging. Das war meine spezielle Vorgehensweise bei diesen zwölf Seiten. Ihre Namen bzw. Titel verraten das auch: „Nacht - Nidation“ bzw. „Nidation oder Einnistung“ (Nacht - Nidation), „Nacht - Embryo“ bzw. „Embryonik oder Organbildung“ (Nacht - Embryo), „Nacht - Fötus“ bzw. „Fötik oder Organfunktion“ (Nacht - Fötus), „Morgen - Neugeborenes“ bzw. „Neugeborenes oder Stehvermögen“ (Morgen - Neugeborenes), „Morgen - Selbst“ bzw. „Trotz oder Kampf ums Selbst“ (Morgen - Selbst), „Morgen - Spracherwerb“ bzw. „Kultursymbol oder Kulturspracherwerb“ (Morgen - Spracherwerb), „Nachmittag - Schrifterwerb“ bzw. „Reformation oder Kulturschrifterwerb“ (Nachmittag - Schrifterwerb), „Nachmittag - Wissensschulung“ bzw. „Wissensschulung oder absoluter Rationalismus“ (Nachmittag - Wissensschulung), „Nachmittag - Adoleszens“ bzw. „Adoleszenz oder Konvenienz“ (Nachmittag - Adoleszens), „Abend - Ehe“ bzw. „Ehe oder Napoleonismus“ (Abend - Ehe), „Abend - Krise“ bzw. „Krise oder Kampf ums Ei“ (Abend - Krise), „Abend - Befruchtung“ bzw. „Befruchtung oder Cäsarismus“ (Abend - Befruchtung). Ich habe hier auf jeder der zwölf Seiten Genetik, Biologie, Evolution, Phylogenese, Ontogenese, Anthropologie, Geschichte und Kultur „unter einen Hut“ gebracht. Das kann auch als ein Kunstwerk verstanden werden, ist aber eigentlich mehr wissenschaftlich/philosophisch gemeint. Diese Seiten gehören zu den ältesten Seiten meines Webangebots, sind schon seit April 2001 online.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

Menschliche Kultur geht einher mit Geistesentwicklung; sie entsteht, indem von Menschen Hervogebrachtes an eine größere Wahrheit (größer als was? „Wahr“ ist nicht steigerbar! HB) angebunden ist. Wenn es keinen einigermaßen harmonischen Einklang zwischen dem äußeren und physischen Dasein des Menschen (der Zivilisation) und seiner rein geistigen Orientierung (Innerlichkeit/Wirklichkeit) gibt, und insbesondere die Zivilisation dominant ist, zerstört diese das Geistige und damit die Kultur.“ (S. 170).

Das kann man so sagen unter der Voraussetzung der Akzeptanz, daß die Zivilisation die Kultur nur dann völlig zerstören (also „töten“) kann, wenn auch sie mit ihr verschwindet (also sich „mittötet“), weil sie zu ihr gehört, ein später Teil von ihr ist, was inkludiert, daß eigentlich die Zivilisation die Kultur nicht völlig zerstören kann, weil sie zu ihr gehört, ein später Teil von ihr ist.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Die Kultur, die sich an einem Ort manifestiert, auskristallisiert, ergibt sich immer aus den an diesem Ort gespeicherten Erfahrungen an diesen Orten, d.h. wird daraus geschöpft. - Mehr noch: den Orten ist nicht nur physisch eine Form gegeben, sondern auch metaphysisch die Form eines Lebens.“ (S. 176).

Wir müssen immer den Raum bzw. den Ort berücksichtigen. Deswegen ist auch die Geostrategie (**) im Grunde immer noch die höchste Strategiekunst des Menschen überhaupt.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Die Noosphäre ist die letzte Etappe der Kosmogenese.“ (S. 177).

Der „genetische“ Weg im „Ur“zeigersinn:
Natur => Naturkulutr => Kultur => Kulturnatur
Der „metagenetische“ Weg im „Uhrzeigersinn:
Kulturnatur => Kultur => Naturkultur => Natur
(4.) (Geistesgeschichte?)
(3.) Geschichte
(2.) Evolution
(1.) Kosmogenese
VON UNTEN NACH OBEN     VON UNTEN NACH OBEN     VON UNTEN NACH OBEN     VON UNTEN NACH OBEN

Das habe ich in meiner allgemeinen Entwicklungstheorie ebenfalls berücksichtigt, allerdings auch wieder unter einer Voraussetzung: daß die Geistesgeschichte bzw. die „Noosphäre“ sich als eine solche „Etappe“ so zeigt, daß sie als „relativ frei von den anderen drei Entwicklungsarten“ bzw. „Sphären“ gelten kann. „Allgemeine Entwicklungstheorie (**|**) heißt eine der vier Einzeltheorien, die meine Gesamttheorie (Philosophie) beherbergt. Diese Allgemeine Entwicklungstheorie soll eben den natürlichen Aspekt der Veränderung, den ich Kosmogenese nenne (**), den naturkulturellen Aspekt der Veränderung, den ich Evolution nenne (**), den kulturellen Aspekt der Veränderung, den ich Geschichte nenne (**) und möglichst auch den kulturnatürlichen Aspekt der Veränderungen abdecken. Doch für den vierten Aspekt scheint es so etwas (noch) nicht zu geben, es sei denn, daß die Geistesgeschichte von der sonstigen Geschichte vorübergehend abtrennbar und folglich relativ autonom ist.“ (**). Gemäß meiner Theorie sorgt die von der Kultur kommende und in die Natur einmündende Geistesgeschichte erst für die komplette Abrundung des allgemeinen Entwicklungszyklus. Deshalb fordert meine Theorie sie, und die Geschichte zeigt ja auch schon seit langem, daß die Geistesgeschichte in ihr durchaus etwas „Autonomes“ an sich hat.

Zur Gesamttheorie Karin Afshar:

„Die Frage lautete: Hatten wir jemals Kultur?.“ (S. 182).

•   H i s t o r i e n k u l t u r e l l e   K a p a z i t ä t e n   •
Bild
„Hatten wir jemals Kultur?“ - diese Frage, die ja der Titel des Buches von Karin Afshar ist, wäre z.B. in jener Zeit, in der die rein historienkulturelle „Dichte“ am höchsten war, in den zu der Zeit noch nicht zivilisationistisch gewordenen Historienkulturen nicht denkbar gewesen. Zu der Zeit war deswegen die historienkulturelle „Dichte“ am höchsten, weil das historienkulturlle Distributionsmaximum die weder vorher noch nachher erreichten rd. 25% ausmachte (siehe Tabelle **). Das war jene Zeit, die Karl Jaspers (**) die „Achsenzeit“ (**) genannt hat: die Zeit von etwa –720 bis –360, als die Historienkulturen Indien, China, Antike in hochkultureller Blüte dastanden, d.h. in ihrer Hochform waren. Heute sind, wie ich schon sagte (**|**), von den noch existierenden vier Historienkulturen drei schon längst in ihrem zivilisationären Endzustand und eine - die abendländische Historienkultur - in ihrem zivilisationistischen Unruhezustand, und da der Rest auf unserem Planeten Erde von der abendländischen Historienkultur „infiziert“ bzw. „geimpft“ wurde, gibt es fast nur noch Zivilisationszustände, nämlich eine zivilisationistische Historienkultur, drei zivilisationäre Primitivkulturen (Rest-Historienkulturen) und einen Rest an angesteckten Primitivkulturen (Rest-Reinprimitivkulturen).
Niedergang
Der Grund, weshalb das Raummaximum in der dritten Teilperiode trotz der „nur“ rd. 20% ausmachenden Distribution rd. 90% beträgt (siehe Tabelle **), hat genau damit zu tun: nur noch 10% Raum für Primitivkulturen, die allerdings durch die zivilisationistisch gewordene abendländische Historienkultur angesteckt sind. Ich vermute, daß dann, wenn auch das Abendland von den zivilisationistischen Unruhezustand in den zivilisationären Ruhestand als Endzustand gewechselt haben wird, ein so winziger Rest an Historienkulturellem übriggeblieben sein wird, daß das Primitivkulturelle auf zivilisationärer Basis das „Ruder übernommen“ haben wird und deswegen endlich die ja sowieso auf primitive Weise vor sich hin dümpelnde und ansonsten nur als „Universalkultur auf Individuenbasis“ rhetorisch angepriesene Menschenkultur einen kleinen Schub bekommen haben wird (**). Vielleicht ist das ja auch mit dem Ausdruck „Neue Weltordnung“ gemeint: Zivilisationäre Ruhezustände oben (0,0001% bis 0,01%), primitive Zustände unten (99,99% bis 99,9999%). Das ergibt schießlich - trotz der fast vernachläsigbaren Prozentzahlen der oben „daran Beteiligten“ - insgesamt eine zivilisationäre Primitivkultur.

 

 

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