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Textauszüge aus Briefen und E-Briefen

 2005 bis 2007  ...  2010  2011  2012  2013  2014  2015  2016  2017  2018 
Jahr  S.E. 
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 2005  3
2006 12
2007 9
2008 0  
2009 0  
2010 9
2011 42
2012 139
2013 105
2014 205
2015 65
2016 151
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- 2018 -

 Ausgewählte Texte aus Briefen und E-Briefen
A (HB) und O
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HB und JB
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A (HB) und AD
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HB und MB
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HB und RB
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NACH OBEN

A (Arminius [HB]) und O (Obe)

03.01.2018, 03:00

Arminius,

Leaving to the Phillippines tomorrow am, as I promised I will try to send You photos if not, then some verbal description possibly.

My friend You may not realize what You mean to me.

 

 

NACH OBEN

A (HB und JB)

09.01.2018, 20:36

Bei Robert Plant bzw. Led Zeppelin finde ich das Aufeinander-abgestimmt-sein - das „Arrangement“ - zwischen dem Sänger und dem Schlagzeuger sehr gut. Der Schlagzeuger von Led Zeppelin ist ja schon 1980 gestorben - an dem eigenen Erbrochenen erstickt -, weshalb sich die Gruppe sogleich aufgelöst und später nie wiedervereinigt hat. Die Bandmitglieder haben sich nicht gestritten, wie es sonst so üblich ist bei Musikern, die das 30. Lebensjahr überschritten haben, sondern sie haben sich einfach sinngemäß gesagt: „ohne unseren Schlagzeuger geht es nicht“. Das spricht für die gute Zusammenarbeit zwischen ihnen und insbesondere, so meine ich jedenfalls, zwischen Plant und Bonham. Plants Stimme ist fast wie eine Elektrogitarre einsetzbar, und er hat sie hauptsächlich in Übereinkunft mit Bonham eingesetzt, wie ich finde. Das ist ziemlich einzigartig und wahrscheinlich auch nur dann möglich, wenn man eine solche Stimme und einen damit regelrecht „abgestimmten“ Schlagzeuger hat. Diese gute „Abstimmung“ funktionierte auch mit den anderen Mitgliedern von Led Zeppelin, nur sehe ich das nicht als „Einzigartigkeit“, denn das haben andere Bands auch getan. Page ist sowieso ein guter Gitarrist, also ist es kein großes „Ding“, mit ihm musikalisch zu fuktionieren, und Jones kann mehrere Instrumente ziemlich gut spielen, ist also vielseitig einsetzbar.

Roger Waters von Pink Floyd ist für mich von seinem Charakter her der „Pink-Floyd-John-Lennon“, weil er über alles, was ihm auf der Seele brennt, schreibt und singt und derjenige war, der die Trennung von Pink Floyd provozierte. Das meine ich jetzt nicht wertend, sondern faktisch. Die Beatles und die Pink Floyd haben ja auch im selben Haus ihr Tonstudio gehabt, und Waters hat vielleicht auch etwas von Lennon abgeguckt und vor allem abgehört; aber das ist nicht das, was ich hauptsächlich meine, wenn ich sage, er sei der „Pink-Floyd-John-Lennon“. Ich meine damit einerseits den vergleichsweise „unbequemen Störenfried“, der seine Seele „befreien“ will und dabei auch vor politisch riskanten Themen nicht zurückschreckt, sowie andererseits den „rockigeren“ Gitarristen der Musikgruppe. Beides Charkterzüge, die auch oder sogar noch mehr auf John Lennon zutreffen. Die anderen Bandmitglieder sind ausgeglichenere Typen, haben mehr für den Zusammenhalt der jeweiligen Musikgruppe - ob Beatles oder Pink Floyd - getan, was harmonischer wirkt, aber auch die Gefahr in sich birgt, zu „berechenbar“, ja zu „monoton“ zu werden. Ein eher „eigenartiger“ („individueller“) daherkommender Musiker ist offenbar auch nötig in einer Musikgruppe. Er darf nur nicht zu „eigenartig“ sein. Das wäre dann schon eher „negativ“ zu bewerten. Zwischen „Eigenartigkeit“ und „Einzigartigkeit“ gibt es eben nur einen schmalen Grat.

 

 

NACH OBEN

A (Arminius [HB]) und AD (Arcturus Descending)

15.03.2018, 03:00

I hope that all is well with you and your family, Arminius.

I have noticed that you have not been in here for quite some time now although people do at times take breaks from ILP for different reasons. Hopefully that is all that is going on with you. I have just been a wee bit concerned about you.

So, take good care of yourself. Hope that you are o.k.

That's all.

Arc

***

15.03.2018, 22:02

Thank you very much for your private message, Arcturus Descending.

Everybody is doing well here, yes, thank you.

I have been taking a break from ILP since 27 December 2017.

Take good care of yourself.

Thank you very much.

***

16.03.2018, 02:24

Thank you for your response, Arminius.

I am glad that all is well with you and yours.

Enjoy your break from ILP. How often I have thought of taking one myself.

Stay well,

Arc

 

 

NACH OBEN

HB und MB (Michael Boden)

14.11.2018, 19:31

Guten Abend, Herr Brune,

Sie haben sicherlich Thomas Wangenheims Blog über Spengler verfolgt?

Ich habe Ihn erst vor 3-4 Tagen entdeckt!

Was halten Sie von ihm?

Hochintelligent und extrem gebildet ist er sicher.

Es gibt da ein Foto mit „Vatermörder“, wo er aussieht wie ein Wiedergänger des jungen Spengler. Lustig.

Seit ein paar Wochen wache ich langsam aus der 10 Jahre währenden geistigen Betäubung durch Arbeitsüberlastung auf.

Studiere jetzt ein bißchen Ozeanographie und autodidaktisch auch chinesische Geschichte.

Gruß aus Kiel

Michael Boden

***

16.11.2018, 00:29

Ich grüße Sie sehr herzlich, Herr Boden.

Besonders groß ist meine Freude darüber, daß Sie sich - nach fast 2 Jahren (!) - wieder gemeldet haben.

Thomas Wangenheim

Erst vor rund zweieinhalb Stunden, also am 15.11.2019 um etwa 22 Uhr, hatte ich das Glück, wieder einmal eine Nachricht von Ihnen zu lesen. Danke! Bis dahin hatte ich noch nie etwas von einem Menschen mit dem Namen Thomas Wangenheim gehört oder gesehen, wohl aber von einem Menschen mit dem Namen Andreas von Wangenheim, doch den meinen Sie ja nicht. Zwar kenne ich mittlerweile einen Film von Thomas Wangenheim, weiß aber nicht, welchen Blog Sie meinen, Herr Boden.

Es folgt ein Verweis zu dem gerade erwähnten Film von Thomas Wangenheim: https://www.youtube.com/watch?v=GISdLx_CARo .

Liebe Grüße.

Hubert Brune

***

16.11.2018, 17:38

Guten Abend, Herr Brune,

danke für den Film, damit hatte ich Wangenheim entdeckt.

Blog habe ich einfach so, geschrieben, meinte damit seine Videos und das Hörbuch.

Faszinierend.

Mathematiker, Physiker, Musiker, Historiker, das macht richtig neidisch.

Bei seiner Beschreibung der magischen Seele und der Pseudomorphose sind mir ein paar Punkte aufgefallen, die mich irritierten. z.B die Stellung von Byzanz.

Ich werde mir den ganzen Film lieber doch noch mal anschauen um da sicher zu gehen.

Gruß aus Kiel

Michael Boden

***

16.11.2018, 21:13

Guten Abend, Herr Boden.

Sie fragten mich, was ich von Thomas Wangenheim halte.

Als ich gestern, am 15.11.2018 um etwa 22 Uhr Ihren E-Brief vom 14.11.2018 um 19:31 Uhr (**) las, wußte ich noch gar nichts von einem Menschen mit dem Namen Thomas Wangenheim. Aber schon eine Stunde später, also am 15.11.2018 um etwa 23 Uhr wußte ich schon etwas mehr über ihn (**). Darum bedanke ich mich noch einmal für Ihre Information, Herr Boden.

Thomas Wangenheim
Thomas Wangenheim ist 1980 geboren, 100 Jahre nach Oswald Spengler, und man kann ihn sicherlich einen Spenglerianer nennen, sogar selbst dann, wenn er oder jemand anders damit nicht einverstanden wäre. Er geht davon aus, daß sich Architekturstile in ihrer Ausdrucksweise wie These und Antithese abwechseln, vor allem so, daß auf viel Ornamentik Glattheit, auf Glattheit wieder viel Ornamentik folgt. Diese Abwechslung sieht er auch in philosophischen/wissenschaftlichen und „gesellschaftlichen“/politischen Gebieten. Seine Vorgehensweise ist eine auf Goethes Morphologie zurückgehende Methode, die natürlich kein anderer als Spengler geschichtsphilosophisch begründet hat, die Kultur vorstellend als Leibnizsche Monade bzw. ein „System“ (durchaus im Sinne der erst nach Spenglers Tod entwickelten Systemtheorie, besonders im Sinne der ab den 1960er Jahren von Niklas Luhmann entwickelten Version [**]), das selbstbezogen ist und bleibt, so lange es existiert. Mit anderen Worten: Wangenheim ist Spenglerianer. Ja.

Bild

Wangenheim kritisiert zwar Spenglers Einschätzung der magischen Kultur im Zusammenhang mit der „Pseudomorphose“, versteht diesen Zusammenhang aber nicht richtig. (**). Denn Spengler hat nicht gemeint, daß die gesamte magische Kultur eine „Pseudomorphose“ - sprich: eine „Pseudokultur“ (wie Wangenheim dann auch falsch schlußfolgert [Vgl. Thomas Wangenheim im Film]) - sei, sondern daß sie mit ihren Formen, wie ich sage, nicht zur rechten Zeit „zur Welt kommen“ konnte, daß sie also ihre „Geburt“ aufschieben, aber eben nicht aufgeben mußte. Sie ist eben später zur Welt gekommen. Wangenheims Einschätzung, daß Spengler Gründe hatte, um das „Pseudomorphose“-Konzept im Zusammenhang mit der magischen Kultur einzuführen, ist zwar richtig; trotzdem ist sie noch kein Beweis dafür, daß dieses Konzept und vor allem der Zusammenhang, in dem es gebraucht wurde, falsch sind. Sie sind jedenfalls dann nicht falsch, wenn man Spenglers morphologische Kulturheorie richtig versteht. Wangenheim selbst hat ja auch Gründe dafür, daß er diesen Aspekt in Spenglers Geschichtsphilosophie nicht berücksichtigt.

Eine andere Sache ist die Problematik des Anfangs, die ich mit meiner Kulturtheorie ja dadurch löse, daß ich für den Anfang jeder Kultur eine Ur-/Vorkulturform annehme, die Ähnlichkeit mit dem Leben im Uterus oder im Ei oder (bei Pflanzen) unter der Erde hat und nicht direkt beobachtet werden kann - von menschlichen Fähigkeiten, dieses über technische Hilfsmittel dann doch zu tun, muß hier natürlich abgesehen werden, weil die ja selbst schon zur Kultur gehören. Ein Lebewesen im Uterus ist von außen nicht beobachtbar, und selbst in der letzten Phase der Schwangerschaft, wenn es sich bereits mit seinen Bewegungen am Körper der Mutter abzeichnet, ist es selbst in seiner ganzen Kontur nicht von außen beobachtbar.
Davon auszugehen, daß eine Kultur ziemlich plötzlich erscheint, ist vielen Menschen zwar eher suspekt, paßt aber im Falle Spenglers ganz genau zu dem, was er mit Hilfe der Mathematik - speziell: der Geometrie - (re)konstruiert hat: „die Zeit gebiert den Raum“ (**). Auch für Wangenheim sind die Mathematik und die Zeit diejenigen Phänomene, von denen man ausgehen muß. Wangenheims Buch mit dem Titel „Kultur und Ingenium“ hat nicht umsonst den Untertitel „Eine fraktale Geometrie der Weltgeschichte“. (="Thomas ="Thomas). Doch Wangenheim will - ob aus rein ästhetischen Gründen oder nicht - auf seinen Dreierschritt „Ägypten-Antike-Abendland“ kommen, bei dem die magische Kultur nur stört (**). Trotzdem überzeugt er mit vielen seiner Deutungen. Und, Herr Boden, Sie wissen ja bereits (**), daß auch meine Kulturtheorie von der Spenglers abweicht, teilweise sogar erheblich. Aber Wangenheim fragt sich, warum Spengler zwei Kulturen, nämlich die byzantinische und die germanische Kultur, übersehen habe. (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Spengler hätte ihm geantwortet, daß diese schlichtweg nie existiert hätten. Für Wangenheim ist die von ihm „Transfomationskultur“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film) und von mir bekanntlich „Vor-/Urkultur“ genannte germanische Kultur die „Vor-/Urform“ (nach meiner Terminologie) der faustisch-abendländischen Kultur. Das beurteile ich genauso, und zwar schon seit langem, nämlich seit einer Zeit, in der Wangenheim noch gar nicht geboren war. Meine Kulturtheorie ist also viel älter als seine.

Ich muß Wangenheims Buch nicht gelesen haben, um zu wissen, worum es ihm geht. Wenn er beispielsweise auf seinen Dreierschritt „Ägypten-Antike-Abendland“ kommen will, dann muß er eine irgendwie zu gewährleistende Kontinuität in diesem historischen Schritt berücksichtigen, und dabei stört die magische Kultur, wie schon gesagt (**).
Thomas Wangenheim, „Kultur und Igenium. Eine frktale Geometrie der Weltgeschichte“, 2013
Drei Kulturen gemäß dem Kultur-Ingenium-Modell. Vgl. Thomas Wangenheim, Kultur und Ingenium, 2013.
Er muß also so etwas wie eine „Übergangskultur“ oder wenigstens eine „Form des Übergangs“ annehmen, um die Kontinuität beim Dreierschritt „Ägypten-Antike-Abendland“ gewährleisten zu können. Dies zwingt ihn geradezu, aus Spenglers „Pseudomorphose“ eine „Pseudokultur“ zu machen, um sie als „überflüssig“ erscheinen lassen zu können. Er mißbraucht Spengler insofern, als daß er Spenglers Aussagen - wahrscheinlich absichtlich (!) - einer falschen Deutung unterzieht, sie also falsch darstellt oder zumindest verzerrt. Das ist nicht nur unseriös, sondern auch unwissenschaftlich. Ihnen, Herr Boden, kann es ja vielleicht ganz recht sein, wenn als gesichert gelten kann, daß die magische Kultur eine Pseudokultur oder Phantomkultur, also keine Kultur war und ist, denn Sie liebäugeln ja eh ein wenig mit Illigs „Phantomzeit“-Theorie, gemäß der es die Zeit von 611 bis 900 gar nicht gegeben haben soll. Da die Phantomzeit Ihnen ja, wie Sie damals sagten, „chronologische Bauchschmerzen macht“ (**) und im Falle ihrer Gültigkeit die „magische Kultur selbst ziemlich unbedeutsam machen“ (**) würde, würden Sie doch Ihre Bauchschmerzen und Herr Wangenheim eine Störung in seiner Kulturtheorie loswerden oder wenigstens abmildern können (). Für Thomas Wangenheim ist die germanische Kultur diejenige Kultur, die, von der antiken Kultur ausgehend, in die abendländische Kultur mündet, sie begründet. Das könnte er direkt von mir abgeschrieben haben. Aber nicht ich, sondern er muß deshalb die magische Kultur verleugnen. Gemäß meiner Kulturtheorie sind die antik-apollinische und die magische Kultur die „Eltern“ der abendländischen Kultur; denn das Abendland trägt Teile sowohl der antik-apollinischen als auch der magischen Kultur in sich. Also muß es einen Kontakt oder - mit Luhmann gesagt - eine gegenseitige „Interpenetration“ gegeben haben. Das, was da zwischen der antik-apollinischen und der magischen Kultur abgelaufen ist, nenne ich „Ehe“, die auch eine „Schwangerschaft“ bedeutet (je nachdem, von welchem Blickpunkt aus man es betrachtet), von der die abendländische Kultur als die „im Uterus existierende Kultur“ ebenfalls betroffen war. Über diese Zeit im kulturellen „Uterus“ wissen wir nicht sehr viel. Doch das ist überhaupt nicht tragisch. Wangenheim aber muß die für seine Kulturtheorie sich ergebende Lücke dadurch schließen, indem er die Existenz der magischen Kultur schlichtweg verleugnet. Diese Verleugnung ist jedoch argumentativ kaum aufrechtzuerhalten. Sie wäre nur unter zwei Bedingungen keine Verleugnung mehr: (1.) wenn jedes magische Kultur(ur)symbol (wozu bekanntlich auch die magische Architektur gehört) gar kein magisches Kultur(ur)symbol wäre, (2.) wenn Illigs Phantomzeit-Theorie richtig, die Zeit zwischen 611 und 900 zu streichen wäre. Aber: Glauben Sie sowohl an die die Nichtexistenz der magischen Kultur als auch an die Phantomzeit, Herr Boden?

Übrigens habe ich Wangenheims Blog mittlerweile gefunden. Werden Sie in dem Blog kommentieren, Herr Boden?

Gruß an Kiel.

***

17.11.2018, 16:49

Ja, danke für Ihre so treffenden Ausführungen, Herr Brune,

genau das mit der Pseudomorphose hatte mir auch Bauchschmerzen verursacht. Er weicht da eben von Spengler ab, oder hat ihn mißverstanden.

Und mit dieser sog. Germanischen Kultur (Franken, Goten, Burgunder, Langobarden, Dänen, Sachsen ..., weiß Gott was nicht alles noch) kann man eigentlich nichts anfangen (Urvölker nach Spengler).

Den Blog werde ich erst mal aufmerksam studieren, danke.

Einen schönen Abend wünschend

M. Boden

***

17.11.2018, 22:11

Guten späten Abend, Herr Brune,

ich habe jetzt mal im Blog von Wangenheim geschmökert.

Viele gute Sachen gefunden z.B. über den IQ von Weißen und Juden (sind das keine Weißen?) u.a..

Aber auch über Kassel. Niederschmetternd! Kassel kenne ich nur von 2-3 Straßenbahnfahrten. Kein Elyseum, keine Augenweide, aber halbwegs ok..

Ich glaube, mich zu erinnern, dass Sie in Kassel leben, stimmt das? Oder täusche ich mich?

Können Sie seine Meinung bestätigen?

Habe vor zwei Wochen meine alte Heimat, Leipzig, besucht. Ich war angenehm überrascht, selbst in diesem von Links-Nazis verseuchten Stadtteil Connewitz, war es erträglich und angenehm urban.

Gruß aus Kiel.

Michael Boden

***

17.11.2018, 22:18

Guten Abend, Herr Boden.

Ich hoffe, es geht Ihnen gut, so daß Sie noch einige Zeilen vom mir ertragen können.

Sie sprachen von einem „Foto mit »Vatermörder«, wo er aussieht wie ein Wiedergänger des jungen Spengler“ (**). Können sie darüber mehr erzählen, Herr Boden?

Wie gesagt: Ich habe erst am 15.11.2018 um etwa 22 Uhr zum ersten Mal den Namen Thomas Wangenheim gelesen (**). Seitdem - also seit etwas mehr als 47 Stunden - habe ich ihn nur auf Fotos und in einigen Filmen gesehen und dabei einige Aussagen von ihm gehört. Mir ist aber gleich aufgefallen, daß er dem Autor Spengler etwas ungerecht gegenübertritt. Wenn man das Werk eines Autors kritsiert, sollte man schon ein wenig Vorwissen und auch berücksichtigt haben, worum es dem Autor in seinem Werk geht und was er erklärend zu seinem Werk im Werk sagt. Ein Beispiel:
„Zum Schlusse drängt es mich, noch einmal die Namen zu nennen, denen ich so gut wie alles verdanke: Goethe und Nietzsche. Von Goethe habe ich die Methode, von Nietzsche die Fragestellungen, und wenn ich mein Verhältnis zu diesem in eine Formel bringen soll, so darf ich sagen: ich habe aus seinem Augenblick einen Überblick gemacht. Goethe aber war in seiner ganzen Denkweise, ohne es zu wissen, ein Schüler von Leibniz gewesen.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1918, S. IX **).
Daß Spenglers Kulturen Monaden sind, geht über Goethe auf Leibniz, nämlich auf Leibniz‘ Monadologie zurück; daß es in Spenglers Kulturtheorie Urformen wie z.B. Ursymbole gibt (**), geht auf Goethes Morphologie der Pflanzen zurück; daß Spengler aus Nietzsches „Augenblick einen Überblick“ machen konnte, geht auf Nietzsches Philosophie zurück.

Thomas Wangenheim, „Kultur und Igenium. Eine frktale Geometrie der Weltgeschichte“, 2013
Der Wechsel von Kultur und Ingenium. Vgl. Thomas Wangenheim, Kultur und Ingenium, 2013.
Zyklen im Zyklus der kulturellen „Jahreszeiten“
Zyklen im Zyklus. Modell der kulturellen „Jahreszeiten“. Vgl. Hubert Brune, Jahreszeiten, 2001.

Wenn Wangenheim seine und Spenglers Geschichts- und Kulturphilosophie vergleichen will, aber nicht bereit ist, Spenglers Geschichts- und Kulturphilosophie so zu respektieren, wie Spengler es als Autor verdient hat, dann vergleicht er Äpfel mit Birnen, dann läuft er jedenfalls Gefahr, Spenglers Philosophie zu verunstalten, zu mißbrauchen, um seine eigene Philosophie aufwerten zu können. Wenn er aber Spenglers Geschichts- und Kulturphilosophie nicht richtig verstanden hat, dann ist er von dem Vorwurf dieser Verunstaltung und dieses Mißbrauchs befreit - aber eben nur davon, denn der Vergleich von Äpfeln und Birnen ist dann immer noch gegeben, beruht dann aber auf einem Mißverständnis. Ich glaube, daß Wangenheim Spenglers Philosophie ein wenig mißversteht und auch ein wenig mißbraucht, um seine eigene Philosophie aufwerten zu können. Warum? Um die Frage zu beantworten, muß man ein wenig Vorarbeit leisten: Wangenheims Theorie geht von einem Wechsel von Kultur und Ingenium aus, der wie ein Wechsel von These und Antithese verläuft. Auch ich habe einen Wechsel von These und Antithese in meiner Theorie berücksichtigt, wie Sie wissen, Herr Boden. Darin enthalten ist natürlich auch die Synthese. Mit anderen Worten: Hegels Dreierschritt ist in meiner Theorie enthalten. Es ist nicht ganz einfach, Hegels Philosophie mit Spenglers Philosophie in Einklang zu bringen - aber ... es geht. Hegel kann man immer gebrauchen. Aber auch ihn sollte man nicht mißbrauchen. Doch das geschieht schon seit etwa 1800. Ich weiß nicht, ob es Wangenheim bewußt ist, daß zumindest ansatzweise Hegels Philosophie in seiner Philosophie steckt. Jedenfalls orientiert sich Wangenheim auch an den Architekturstilen, geht also von Formen aus. Das hat Spengler bekanntlich auch getan. Zu Spenglers Zeit war das nicht außergewöhnlich, denn es war auch die Zeit des Symbolismus. Die Ursymbolik, die Wangenheim zumindest teilweise kritisiert, ist aus ganz bestimmten Gründen in Spenglers Philosophie enthalten. Wenn Wangenheim das mit mehr Respekt berücksichtigt hätte, wäre er etwas vorsichtiger gewesen mit seiner Kritik (Vgl. Thomas Wangenheim im Film):
1.) Spenglers Kulturen sind Leibnizsche Monaden. Für Spengler war Goethe ein Gott, und philosophischerseits ein Leibnizianer.
2.) Spenglers Kulturen sind Formen, Gestalten, die einer Formanlyse bzw. Morphologie zu unterziehen sind, was wieder auf Goethe, nämlich auf Goethes Morphologie zurückverweist.
3.) Spenglers Konzept der Ursymbolik zufolge steckt das Ursymbol in allen Äußerungen einer Kultur, also kann man es auch an den Architekturstilen erkennen.
4.) Spenglers Konzept der Pseudomorphose (**) ist also ebenfalls im Zusammenhang mit eben der Form und also auch des Ursymols einer Kultur zu sehen.
Wangenheim hätte nur ins Museum oder nach Arabien, Kleinasien und Südeuropa fahren müssen, um zu sehen, daß bestimmte Gebäude in Altarabien bis zu einer bestimmten Zeit noch römischen, also antik-apollinischen Stils, zu einer bestimmten späteren Zeit aber schon arabischen, also magischen Stils, und bald darauf auch in Altgriechenland, etwas später sogar auch in Altitalien magischen Stils waren.
„Das Meisterwerk aber, die früheste aller Moscheen, ist der Neubau des Pantheon durch Hadrian, der hier sicherlich, weil es seinem Geschmack entsprach, Kultbauten nachahmen wollte, die er im Orient gesehen hatte (**).“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1918, S. IX **).
Im Zuge der nächsten Jahrhunderte wurde unter den genuin antik-apollinischen Gebieten zunächst Altgriechenland und dann, womöglich von dort ausgehend, auch Altitalien immer „magischer“. Und wer Bilder aus dem späteren Byzanz sieht, der erkennt darin gerade nicht antik-apollinische, sondern eindeutig magische Bilder. Daß Rom zuletzt doch nicht magisch wurde, hat dann allerdings wirklich mit den Germanen zu tun, was auch ich immer wieder betone. Es gab zwar magische Einflüsse auch noch zur Zeit Karls des Großen (architektonisches Stichwort: Karolingik [**]), aber das Abendland wurde bald danach kulturell selbstbewußt, während das Morgenland (Magienland) sich selbst immer mehr zerriß, also damals das tat, was heute das Abendland tut.

„Nachfolgekulturen“ und „Übergangskulturen“ kann es in Spenglers Kulturmorphologie nicht geben. Byzanz ist geradezu der beste Beweis dafür, daß es eben mit dem antik-apollinischen Griechenland nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun hatte. Wangenheim bezieht sich nur auf die Philosophie, nicht aber auf andere Phänomene, um seine Kritik mit Argumenten zu untermauern, die nicht ausreichen, um Spengler das zu unterstellen, was er ihm unterstellt (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Die magische „Welthöhle“ konnte sich als Form sehr wohl ausbilden, allerdings erst spät, und der Grund für diese Verspätung ist die Pseudomorphose. Und wenn Wangenheim für die magische Kultur sogar Fellachenvölker behauptet (Vgl. Thomas Wangenheim im Film), dann bestätigt er ja dadurch sogar - ungewollt natürlich - die Existenz der magischen Kultur. Wangenheims Unterstellung, daß Spengler den Begriff „Pseudomorphose“ nur benutzt habe, um seine „Ursymboltheorie zu retten“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film), ist falsch. Falsch ist auch die Behauptung Wangenheims, daß Spengler die magische Kultur „Pseudomorphose nennt“ (Thomas Wangenheim im Film), denn richtig ist, daß Spengler diese Kultur als eine beschrieb, die während ihrer Entstehungszeit - d.h.: nur während ihrer Entstehungszeit (!) - unter pseudomorphen Bedingungen stand, und mit dieser Beschreibung auch die Möglichkeit für ein weiteres Beispiel dieser Art gab: die russische Kultur. Von der russichen Seele behauptete Spengler, daß ihr dasselbe Schicksal widerfahren könnte, wie es einen Zyklus (rd. 2150 Jahre) zuvor der magischen Seele widerfahren ist. Das wissen Sie ja auch, Herr Boden. Gemäß Spenglers Kulturtheorie wartet die russische Kultur noch auf ihre Chance. Er war sich nicht sicher, ob es ihr gelingen würde, trotz ihrer Pseudomorphose, die mit Peter dem Großen begonnen hat, zur Welt zu kommen oder nicht. Die magische Kultur jedenfalls schaffte es in der Zeit vom 2. bis zum 4. Jahrhundert nach Christi Geburt, im Osten vielleicht schon zwei Jahrhunderte früher.
„Mit dem Hinschwinden der apollinischen und dem Aufblühen der magischen Seele seit dem zweiten Jahrhundert kehrt sich das Verhältnis um. Das Verhängnis der Pseudomorphose bleibt, aber es sind jetzt Kulte des Westens, die zu einer neuen Kirche des Ostens werden. Aus der Summe von Einzelkulten entwickelt sich eine Gemeinschaft derer, welche an diese Gottheiten und Übungen glauben, und nach dem Vorgange des Persertums und Judentums entsteht ein neues Griechentum als magische Nation.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1918-1922, S. 801 **).

Das, was Wangenheim über die Germanen sagt, unterstütze ich allerdings. Ich kenne seine Deutung natürlich nicht genau, weil ich erst seit etwas mehr als 47 Stunden von ihm und seinen Sprachproduktionen etwas weiß, so daß ich ich nur meine eigene Deutung wiedergeben werde.

Arminius (Hermann)
Arminius (Hermann)
Arminius (Hermann)
Arminius (Hermann)
Die Germanen waren die Gründer der abendländsichen Kultur. Ohne die Germanen hätte es die faustische Kultur nie gegeben. Und damit meine ich eben auch schon die Germanen aus der Zeit des Arminius. Warum? Hätte Arminius die Römer nicht besiegt, wäre auch der von ihm befreite Teil Germaniens römisch geworden. Ohne den freien Teil Germaniens hätte es aber eine kulturelle Alternative zur apollinischen gar nicht mehr geben können - jedenfalls nicht in Europa und nicht zu der Zeit, in der es notwendig war -, weil mit Germanien ja fast ganz Europa römisch geworden wäre, was auch bedeutet, daß die Anzahl der römischen Germanen mit der Zeit aufgrund der römischen Dekadenz stark gesunken wäre. (Demographie beachten!) Unter der tatsächlichen Bedingung aber konnten zwar nicht die römischen Germanen (also die in den römischen Provinzen Germania superior und Germania inferior), wohl aber die nichtrömischen Germanen aus dem freien Teil Germaniens später Rom erobern und gerade aus dem Motiv heraus, Römer werden zu wollen, etwas „Anderes“, nämlich die faustische Kultur, mehr und mehr zur Geltung bringen, obwohl sie schon Arminius - allerdings mehr aus Zufall als aus Absicht - begründet hatte. Das ist bei der geschlechtlichen Zeugung genauso: zuerst entscheidet der Zufall; dieser Zufall wird dann selektiert in dem Sinne, daß der Körper gemäß dem genetischen Programm aufgebaut wird. Dabei spielen Kontrollgene eine Rolle. Das faustische Abendland als die soeben befruchtete „Kultureizelle“ mit dem „kulturgenetischen Programm“, aus einem römischen Widersacher (Arminius, der als befruchtende „Kulturspermie“ erfolgreich war) einen faustischen Abendländer zu machen, wurde direkt nach seiner Befruchtung von den Germanen als den „Kulturkontrollgenen“ gesteuert. Wenn wir von diesem metaphorisch durchsetzten Text wieder zurückübersetzen in den mehr prosaischen Text, können wir sagen: Der Gründervater der faustischen Kultur war kein anderer als Arminius; die Germanen gründeten die faustische Kultur.

Cheruskergehöft
Cheruskerhaus
Daß die Motive des Germanen Arminius mit den Motiven der späteren Germanen nicht im Einklang, sondern sogar im Widerspruch standen, ist gerade einer der wichtigsten weiteren Bausteine für die faustische Kultur. Eine Kultur braucht den Zufall und die Auslese, auch und gerade durch Widerspruch. So wird aus „Entstehensunwahrscheinlichkeit Erhaltenswahrscheinlichkeit“ (Niklas Luhmann). Durch Zufall bzw. Kontingenz sowie Abweichung und Abweichungsverstärkung kommt es zur Auslese, bei der auch der Widerspruch eine große Rolle spielt. Arminius mußte also etwas tun, was teilweise schon zu seiner Zeit, aber ganz sicher später immer mehr von den meisten Germanen eher verneint als bejaht wurde: Widerstand gegen die Anpassung an Rom. Wäre aber der von Arminius befreite Teil Germaniens auch - und zwar zur Zeit des Arminius - römisch geworden, hätte die Zahl der Germanen aufgrund der römischen Dekadenz, also des Wohlstands und der daraus folgenden Tendenz zur Kinderlosigkeit in den nächsten Jahrhunderten stark abgenommen und dann die Eroberung des bereits größtenteils christlich gewordenen Roms seitens der bereits ebenfalls größtenteils christlich gewordenen Germanen sich nicht ereignen können. (Es gab zu den Germanen keine Alternative!) Diese Germanen wollten ihre Freiheit nicht mehr gegen Rom, sondern mit Rom und in Rom verteidigen. Im Römischen Reich lebten ja zu der Zeit ohnehin kaum noch echte Römer. Aber es gab in Rom eben noch die (Artefakte der) Zivilisation, was anziehend auf die Germanen wirkte.

Dies sage ich eigentlich schon seit sehr langer Zeit, wie gesagt, wahrscheinlich sogar schon seit Ende der 1960er Jahre, also lange bevor Wangenheim geboren wurde (1980).

Gruß an Kiel.

***

17.11.2018, 23:40

Guten Abend, Herr Boden.

Thomas Wangenheim
Gewiß, die germanischen Völker der Zeit um Christi Geburt spielen in Spenglers Kulturtheorie keine Rolle. Aber auch ich bin nicht so richtig damit einverstanden, daß Spengler die Kulturen so urplötzlich entstehen sehen wollte. Es muß einen länger andauernden Anfang gegeben haben als nur den eines Tiefenerlebnisses, das das Ursymbol bestimmt. Deshalb habe ich ja eine etwas andere Kulturtheorie entwickelt, wie Sie ja wissen, Herr Boden. Insofern hat auch Wangenheim schon recht mit seiner Kritik an Spengler. Aber eben nur insofern. Das, was Wangenheim z.B. über die „Pseudomorphose“ sagt (Vgl. Thomas Wangenheim im Film), ist nicht richtig. Die magische Kultur ist trotz ihrer Pseudomophose eine Kultur. Eigentlich sollte er das wissen. Er hat ein großes Spengler-Bild über seinem Schreibtisch hängen (**|**). Vielleicht verehrt Wangenheim Spengler wirklich. Doch dann muß man sich fragen, wieso Wangenheim sich so eine große Fehldeutung leistet. Er ist ja nicht doof. Also ist seine Fehldeutung wohl doch eher eine absichtliche Mißdeutung, die dem Mißbrauch dient (**).

Gruß an Kiel.

***

18.11.2018, 19:50

Guten Abend, Herr Boden.

Anteile an meiner Kulturtheorie:
Anteile an meiner Kulturtheorie
Hubert Brune
O. A. G. Spengler
J. W. v. Goethe
F. W. Nietzsche
G. W. F. Hegel
A. J. Toynbee
N. Luhmann
Ian Anderson
Leben in der Vergangenheit“?
Herr Wangenheim möchte vielleicht der „Spengler des 21. Jahrhunderts“ sein. Aber ein „Spengler des 21. Jahrhunderts“ ist natürlich nicht der echte Spengler, also der, der seine weltweite Berühmtheit im 20. Jahrhundert erreichte. Spengler war zwar nicht nur ein Mensch des 20. Jahrhunderts, sondern zuerst einmal ein Mensch des 19. Jahrhunderts und wahrscheinlich sogar auch im 20. Jahrhundert immer noch ein Mensch des 19. Jahrhunderts; aber er ist eben erst im 20. Jahrhundert weltweit berühmt geworden. So wie Spengler ein Mensch des 19. Jahrhunderts blieb, obwohl er ein Mensch nicht nur des 19., sondern auch des 20. Jahrhunderts war, so könnte Wangenheim meinen, er sei ein Mensch des 20. Jahrhunderts, obwohl er ein Mensch nicht nur des 20., sondern auch des 21. Jahrhunderts ist. Doch wie er sich auch versteht und dreht: er kann niemals ein Spengler sein. Ich bin ebenfalls ein Mensch des 20. und 21. Jahrhunderts und vielleicht auch ein Mensch des 20. Jahrhunderts geblieben - qualitativ sowieso, und quantitativ, d.h. von der zur Zeit für Deutschland statistisch ermittelten Lebenserwartung von 80 Jahren ausgehend, habe ich ohnehin die meiste Zeit im 20. Jahrhundert gelebt. Dies sage ich nicht, weil ich als „Spengler des SPÄTEN 20. Jahrhunderts“ gelten möchte. Ich war im 20. Jahrhundert weniger ein Spenglerianer als ein sehr stark an Wissenschaft interessierter Rationalist und ein großer Musikverehrer, der Spengler ja aber auch war. Trotzdem: ein echter Anhänger Spenglers wurde ich erst 2000, also im ersten Jahr des neuen Jahrtausends. Ist das als ein Omen zu bewerten, Herr Boden? (). Nein. Ich hatte auch schon vor 2000 meine eigene Kulturtheorie, allerdings wurde sie 2000 stark „spenglerisiert“ (siehe Abbildung). Vor 2000 war meine Geschichts- und Kulturtheorie noch etwas mehr an Wissenschaft als an Philosophie orientiert.

Was aber bewegt Herrn Wangenheim?

Ist Herr Wangenheim jemand, der offen und ehrlich zeigen will, daß er zu seiner Kultur steht, oder jemand, der nur dazu steht, einer der „letzten Menschen“ zu sein? Ist beides vielleicht schon dasselbe Phänomen für einen heute noch relativ jungen Menschen, der - ich bemühe wieder die Statistik - noch bis in die 2. Hälfte des 21. Jahrhunderts hinein leben wird? Wie wird es hier aussehen, wenn er bereits 70 Jahre alt sein wird? Ist ihm das heute egal? Wohl kaum. Oder? Lebt er - so wie die meisten Abendländer heute - fast auschließlich für die Gegenwart? Man kann diese Frage kaum verneinen angesichts der riesigen Mehrheitsverhältnisse zugunsten des Konsums in der Gegenwart. Oder lebt er auch mit Bezug zur Vergangenheit und zur Zukunft? Ich hoffe es für ihn, und er gibt sich ja auch Mühe, diesen Bezug zumindest nach außen hin zu zeigen. Sieht es innen auch so bei ihm aus?

In seinem am 21.12.2017 veröffentlichten Film „Aufklärung, Konservatismus und Pseudointellektualität“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film) zitiert Herr Wangenheim aus der Zeitschrift „Tumult“ und behauptet, diese Zeitschrift sei „konservativ“ und das Zitat stamme von einem „Konservativen“, obwohl das Zitat und schon der Name der Zeitschrift eindeutig genau das Gegenteil beweisen. Vielleicht weiß Herr Wangenheim noch gar nicht, daß es kaum noch Konservative im Abendland gibt und daß die wenigen, die es noch gibt, garantiert nicht ihre Zeitschrift „Tumult“ nennen und garantiert nicht antikonservative Texte schreiben würden. Der Konservativismus ist im heutigen Abendland nicht nur verpönt, sondern sogar verboten, jedenfalls indirekt, und alles, was mit Genealogie, Tradition, Vergangenheit und also Geschichte zu tun hat, ist im heutigen Abendland des Teufels, ein Tabu, also auch verboten, jedenfalls indirekt. In der abendländischen Öffentlichkeit gibt es keinen Konservativismus mehr, Herr Wangenheim. Falls jemand im Ernst öffentlich sagt, er sei „konservativ“, gilt er schon als von jeder Öffentlichkeit ausgeschlossen (warum ich das Pronomen „er“ selbstverständlich absichtlich verwendet habe, können Sie sich vielleicht denken). Nur noch als Witz ist eine solche Aussage im Abendland erlaubt. Die „Menschen“, die bei der Zeitschrift „Tumult“ arbeiten (also: Hetzpropaganda produzieren), sind alles andere als „konservativ“, benutzen den Konservativismus jedoch für ihre antikonservative Hetzpropaganda. Und falls sie sich tatsächlich einmal als „Konservative“ bezeichnen sollten, dann tun sie das als Pseudokonservative zu Propagandazwecken. Es gibt zwar auch „Linkskonservative“ (**) - trotz der in dem Wort enthaltenen, aber auch auflösbaren Paradoxie -, doch zu denen zählen die „Menschen“ der Zeitschrift „Tumult“ ebenfalls nicht.

„Gemessen an der gesamten menschlichen Entwicklung war die Steinzeit eine riesige Zeitspanne. Was die Werte angeht, so war der Mensch in dieser Zeit konservativ. Die restliche Zeit, zu der die heutige zählt, ist fast nichts dagegen, und selbst in dieser klitzekleinen Zeitspanne ist der Mensch auch (auch!) konservativ gewesen - das Wort »auch« auch deswegen, weil er in dieser klitzekleinen Zeitspanne auch (auch!) antikonservativ gewesen ist. Es muß die Not gewesen sein, die zu dem geführt hat, was wir die »Neolithische Revolution« zu nennen pflegen. »Not macht erfinderisch«, sagt ein deutsches Sprichwort. Hätte es diese Not nicht gegeben, wären wir heute wahrscheinlich immer noch zu 100% konservativ wie die Steinzeitmenschen vor der »Neolithischen Revolution«. Wer aus einer Gruppe von Steinzeitmenschen aussteigen wollte, also »abweichendes Verhalten« (allein dieser Ausdruck schon!) zeigte, wurde mit dem Tode bestraft oder ausgesetzt, was ebenfalls bedeutete: zum Tode bestraft. Das Konservative ist also schon aus biologischen Gründen notwendig und hat sich durch die lange Evolution des Menschen auch erhalten (konserviert). Der einzige Grund dafür, daß die Menschen seit der »Neolithischen Revolution« mit den Nebenwirkungen Stadt und Schrift (diese wiederum mit der Nebenwirkung Historie [schiftlich fixierte Geschichte]) das Konservative zu überwinden versuchen, ist die in Zivilisation mündende Kultur von Stadt und Schrift (schriftliche Geschichte). Ohne diese Art von Kultur, die auf www.Hubert-Brune.de »Historienkultur« genannt wird, weil sie durch das Historische als die Konsequenz aus Landwirtschaft und Schriftlichkeit (statt vorher Jäger-und-Sammler-Wirtschaft [aneignende Wirtschaft] und Mündlichkeit) erst möglich geworden ist, gäbe es nur jene Werte, die durch ständige Weitergabe erhalten, also konserviert werden. Wenn es somit seit etwa 6000 Jahren (wenn wir Versuch und Irrtum mitberücksichtigen: vielleicht sogar seit rd. 10000 Jahren) auch solche Menschen gibt, die das Konservative zu 100% ablehnen, so sind diese Menschen dekadent, nihilistisch, und das bedeutet auch: antigenealogisch, antihistorisch, gegen jede Tradtion, gegen alle Werte ihrer Kultur.

Wer sagt und auch daran glaubt, daß das Konservative unnötig sei, will entweder (a) Werte zerstören oder (b) hat schon aufgegeben.

Das Konservative kann nicht restlos verschwinden. Somit verschwindet es auch dann nicht, wenn es Nihilisten gibt. Die Nihilisten verschwinden dann, während fremdes Konservatives an die Stelle des Ex-Konservativen tritt. Die ehemaligen Werte sind dann zwar auch verschwunden oder gehen im Fremden auf, aber eben nicht das Konservative. Das konservative Element bleibt immer. Es ist ein Bestandteil des Lebens. Man kann eine Meinung dazu und darüber haben, wie man will: es verschwindet nicht.

Selbst unter den Linken gibt es Konservative. Peter Sloterdijk sagte 2016: »Linkskonservatismus, der meine Farbe ist seit langem« (**). Er hat »eine Vokabel wie ›linkskonservativ‹ benutzt, um die Gegend zu kennzeichnen, aus der ich argumentiere« (**). Und unter den »Grünen« gibt es zwei Varianten: (1) Pseudo-Grüne, die in Wirklichkeit Rote sind, (2) Halb-Grüne, die wenigstens konservieren wollen, aber bei den mittlerweile mächtigeren Pseudo-Grünen mitmachen. Es wäre allerdings nicht richtig, sie ebenfalls (wie Sloterdijk) »linkskonservativ« zu nennen, weil auch die politische Unterscheidung von »rechts« und »links« nicht dieselbe Unterscheidung ist wie die von »konservativ« und »antikonservativ«. Faktisch sind alle heute gewählten Parlamentarier aus der Partei mit dem falschen Namen »Die Grünen« die Pseudo-Grünen, die in Wirklichkeit Rote sind (siehe: 1). Die Halb-Grünen sind ihnen ausgeliefert (siehe: 2). Also gibt es keine echten Grünen als Partei, die sich für das Grüne einsetzt. Grüne Politik kann man nur als Konservativer betreiben. Wer die Umwelt erhalten, bewahren, schützen, schonen will, will sie konservieren.“ (Teuro, 26.09.2018, 18:55 [**|**]).

Herr Wangenheim ist ja auch ein Romantiker. Folglich könnten seine Äußerungen in dem besagten Film (Vgl. Thomas Wangenheim im Film) auch ironisch oder gar selbstironisch gemeint gewesen sein. Vielleicht wird er ja Romantik und Ironie in einem seiner nächsten Filme sogar zum Thema machen können. Oder hat er etwa keine Zeit mehr, Filme zu machen (Vgl. Thomas Wangenheim im Film)?

Thomas Wangenheim, „Kultur und Igenium. Eine frktale Geometrie der Weltgeschichte“, 2013
Der Wechsel von Kultur und Ingenium. Vgl. Thomas Wangenheim, Kultur und Ingenium, 2013.
Die Vorliebe für den Romantik/Historismus-Stil ist bei Herrn Wangenheim natürlich kein Zufall, was man besonders an seinen Filmen „Klassizismus versus Historismus: Schultze-Naumburgs »Kulturarbeiten« im Kunstwart“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film), „Klassizismus versus Historismus: Schultze-Naumburgs »Kulturarbeiten« und ein Rundgang in Weimar“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film), und „Die Geburt der Jugendstil- und Metropolis-Architektur aus dem Geiste des Historismus“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film) sehr gut erkennen kann. Bei diesem Thema scheint Herr Wangenheim „in seinem Element“ zu sein. In den ersten beiden der drei Filme verteidigt er den Romantik/Historismus-Stil gegen alle Kritik, und im letzten der drei Filme geht er sogar von Verteidigung auf Angriff über. Ich bekomme langsam Angst, Herr Boden, denn Herr Wangenheim gefällt mir immer besser.

„Gotik und Barock als ingene Stile werden zum wiederum ingenen Metropolisstil zusammengeführt (auch der Historismus als stark ornamentierter Stil ist bereits ingen). Das Ingenium Abendland kann also mit dem kultischen Stile der Romanik, der Renaissance und des Klassizismus, die aus einer kultischen Epoche (der Antike) kopiert wurden, entwicklungstechnisch nichts anfangen. Aber die ingenen Stile, welche als in die Höhe drängende Gotik und in die Breite wirkender Barock Antipoden voneinander darstellen, werden als These und Antithese innerhalb des abendländischen Ingeniums zur Synthese des Metropolisstils zusammengeführt.“ (Thomas Wangenheim, Die Geburt der Jugendstil- und Metropolis-Architektur aus dem Geiste des Historismus (Text zum Film), 2018 Thomas Wangenheim).

Damit beantwortet sich auch die Frage, „ob es Wangenheim bewußt ist, daß zumindest ansatzweise Hegels Philosophie in seiner Philosophie steckt“ (**). Offenbar ist es ihm bewußt!

Thomas Wangenheim, „Kultur und Igenium. Eine frktale Geometrie der Weltgeschichte“, 2013
Drei Kulturen gemäß dem Kultur-Ingenium-Modell. Vgl. Thomas Wangenheim, Kultur und Ingenium, 2013.

Herr Wangenheim sagt, daß das „Ingenium Abendland ... also mit dem kultischen Stile der Romanik, der Renaissance und des Klassizismus, die aus einer kultischen Epoche (der Antike) kopiert wurden, entwicklungstechnisch nichts anfangen“ (** Thomas Wangenheim) kann. Er erwähnt nicht, daß das Abendland bereits im 8. und 9. Jahrhundert mit der Karolingik (**) die magische Kultur kopierte. Offenbar darf die magische Kultur in seiner Kulturtheorie nicht vorkommen (**|**|**|**|**|**). Sein Kultur-Ingenium-Modell geht von einem Ingenium-Kultur-Ingenium-Schritt aus, wie er in der Abbildung zu sehen ist: Ägypten(Ingenium)-Antike(Kultur)-Abendland(Ingenium). Er versteht in diesem Zusammenhang „Kultur“ mehr adjektivisch (kultisch) als substantivisch (Kultur), müßte also etwas umformulieren: Ägypten(ingeniös)-Antike(kultisch)-Abendland(ingeniös). Er benutzt als Adjektiv nicht „ingeniös“, wie es grammatisch richtig ist, sondern - ziemlich eigenwillig - „ingen“ (siehe oben in dem Zitat).  – 
These, Antithese, Synthese
Wenn die „in die Höhe drängende Gotik“ (** Thomas Wangenheim) eine ingeniöse These ist, „der in die Breite wirkende Barock“ (** Thomas Wangenheim) eine ingeniöse Antithese dazu ist und beide „zur Synthese des Metropolisstils“ (** Thomas Wangenheim), der übrigens der letzte Unterstil des Romantik/Historismus-Stils ist, zusammengeführt sind, dann ließe sich fragen, wie sehr das zutrifft. Auf die Gotik als ingeniöse These folgte schon die Renaissance als kultische Antithese, auf diese die ingeniöse Antithese Barock, so daß die ingeniöse These Gotik zwei Antithesen zur Folge hatte (erst kultisch [Renaisasance] und später ingeniös [Barock]) und auf ihre kultische Antithese Renaissance die ingeniöse Antithese Barock folgte, die zugleich auch die ingeniöse Antithese zur ingeniösen These Gotik bildete. So gesehen war die Renaissance zuerst eine Antithese (gegenüber der Gotik - das sage ich ja auch) und später eine These (zu der der Barock dann die Antithese bilden sollte - das sage ich ja auch), und der Barock auf zweifache Weise Antithese, also sowohl gegenüber der Renaissance (das sage ich ja auch) als auch gegenüber der Gotik (das sage ich nur unter bestimmten Bedingungen oder gar nicht). In Herrn Wangenheims Kultur-Ingenium-Modell scheint also die Gegensatzbildung nicht auf den Gegensatz zwischen dem Kultischen und dem Ingeniösen beschränkt zu sein, sondern sich auch in den beiden jeweils selbst, also sowohl im Kultischen selbst als auch im Ingeniösen selbst zu vollziehen. Wenn in seinem Kultur-Ingenium-Modell überall Hegels Dialektik anwesend ist, dann werde ich Herrn Wangenheims Buch wohl doch noch kaufen müssen.

Gruß an Kiel.

***

18.11.2018, 21:36

Guten Abend Herr Brune,

danke für die drei Mails (E-Briefe), deren Inhalt ich erst noch mal „sacken lassen muss“.

Ich meine auch, Wangenheim bewundert Spengler, versteht ihn aber nicht 100%ig.

....

Michael Boden

***

18.11.2018, 23:38

Ja, ich habe den Vatermörder gefunden.

Thomas Wangenheim (*1980), etwa zwischen 2010 und 2017.
Thomas Wangenheim
Oswald Spengler (1880-1936), um 1910 (Bild links), um 1917 (Bild rechts).
Oswald Spengler (1880-1936) Oswald Spengler (1880-1936)
Insofern Herrn Wangenheim ernst damit ist, ist das doch sehr gut. Auf jeden Fall ist es besser als das, was heutige junge Abendländer so anziehen - und vor allem: was sie auf der Haut tragen. Verstehen Sie? Ich meine natürlich die Tätowierungen. Das ist so ziemlich das Abscheulichste von allem, was man so „anziehen“ kann - für immer! Die Engänder haben das ja früher schon getan. Mich hat das immer nur angeekelt. Pfui! Aber es ist körperbetont, und alles Körperbetonte ist immer mehr zur Mode geworden. Es paßt zum Konsumieren, zum Falsch-Sein (Links-Sein), also eben zum Globalismus, der ja auch beides - Kapitalismus und Kommunismus - in sich trägt. Widerlich.

Mit anderen Worten: Herr Wangenheim ist mir sympathisch, jedenfalls in dieser Hinsicht und natürlich in der Hinsicht, daß er ein Spenglerianer ist. Aber er soll aufhören, Spenglers Werk zu mißbrauchen. Damit meine ich v.a., daß er aufhören soll, sein Buch auf Kosten Spenglers so zu vermarkten, daß er Spengler etwas unterstellen muß, was mit Spengler gar nichts zu tun hat. Er soll ihn so nehmen, wie er war, und nicht, wie er ihn gerne hätte: als jemand, der in sein Buch paßt. Die große Dreistigkeit und gleichzeitg große Naivität Wangenheims dabei ist, daß er glaubt, seinen potentiellen Lesern etwas Falsches von Spengler erzählen zu dürfen, weil er glaubt, daß die das sowieso nicht verstehen. Wangenheim muß doch, obwohl er Spengler nicht richtig verstanden hat, wenigstens bemerkt haben, daß das, was er über die Pseudomorphose gesagt hat, nicht richtig sein kann.

Ich werde Thomas Wangenheim noch ein wenig studieren.

Gruß an Kiel.

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18.11.2018, 23:39

Thomas Wangenheim, „Kultur und Igenium. Eine frktale Geometrie der Weltgeschichte“, 2013
Drei Kulturen gemäß dem Kultur-Ingenium-Modell. Vgl. Thomas Wangenheim, Kultur und Ingenium, 2013.
Zyklen im Zyklus der kulturellen „Jahreszeiten“
Drei Kulturen gemäß dem Modell der kulturellen „Uhrzeit“. Vgl. Hubert Brune, Jahreszeiten, 2001.

Thomas Wangenheim: „Geschichtsphilosophie ... ist die Philosophie von allem. .... Geschichtsphilosophie ist die Philosophie schlechthin, die Metawissenschaft schlechthin, gewissermaßen eine Metaphilosophie.“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Auch hierin stimme ich mit Wangenheim überein, obwohl ich natürlich neben der Zeit auch den Raum berücksichtige, aber das tut Wangenheim ja auch. Thomas Wangenheim noch einmal: „Geschichte ist all das, was die Menschheit in den letzten paar tausend Jahren - je nachdem, wie weit Sie es fassen - erlebt hat. .... All das, was der Mensch in diesen Jahrtausenden getan hat, ist Geschichte. .... Das heißt: Die Philosophie der Geschichte ist die Philosophie von allem, was wir kennen, von allem, was wir wissen. Geschichtsphilosophie ist deshalb die Philosophie schlechthin, die Metawissenschaft schlechthin, gewissermaßen eine Metaphilosophie“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Das beurteile ich - wie gesagt, seit jener Zeit, als Wangenheim noch lange nicht geboren war - genauso, wie Sie wissen, Herr Boden.
Bild
Dauer jeder einzelnen Historienkultur der insgesamt acht Historienkulturen.
Daß Wangenheim auch die drei Kulturen Ägypten, Antike, Abendland im jeweils Ganzen in das Kultur-Ingenium-Schema preßt, wundert mich nicht, obwohl gemäß meiner Kulturtheorie nicht der ägyptische, sondern der sumerische Zyklus zu dem Zeitpunkt endet, an dem der antike beginnt (vgl. Abbildungen). Wangenheim hat sie aber nur deshalb in das Kultur-Ingenium-Schema gepreßt, weil dieses Schema als These-Antithese-Schema zu verstehen ist, wie schon gesagt (**|**). Auch dafür benutzt er gerne Spengler als „Kronzeugen“; denn Spengler sah in den beiden Kulturen Antike und Abendland zwei Gegensätze und in den beiden Kulturen Ägypten und Abendland zwei sich sehr ähnelnde Kulturen (besonders wegen ihrer Vorliebe für Dynastien, Geschichte, Zeit); und eben diese Sichtweise dient Wangenheim als Bestätigung für sein als These-Antithese-Schema zu verstehendes Kultur-Ingenium-Schema. Dieses ist aber selbst auch ein bißchen problematisch. So sind z.B. die Ottonik (gemäß Wangenheim mit viel Ornamentik) und die Romanik (gemäß Wangenheim mit viel Glattheit) auf genauso problematische Weise wie z.B. Klassizismus (gemäß Wangenheim mit viel Glattheit) und Romantik/Historismus (gemäß Wangenheim mit viel Ornamentik) als Gegensätze wie eben Kultur und Ingenium im Sinne von These und Antithese aufzufassen (**). Es folgt nicht notwenigerweise auf jeden Baustil ein dem entgegengesetzter Baustil. Außerdem gilt für die Phase, in der das Bauhaus sich Geltung verschaffte, daß nicht nur das Bauhaus, sondern auch andere Baustile vorherrschten, so daß man diese architektonische Phase vielleicht treffender als „Funktionalismus/Konstruktivismus“ bezeichnen sollte. (**|**). Trotzdem spielen Gegensätze eine große Rolle in der Kulturgeschichte. Die Architektur allein reicht aber nicht aus, um die Gegensätze deutlicher sehen zu können.

Ein Beispiel aus dem „Frühling“ des Abendlandes: Adel (1. Stand) und Klerus (2. Stand) wirkten als die beiden Urstände zuerst immer noch gemeinsam gegen den Rest, doch recht bald merkte der 2. Stand, daß es mehr Vorteile hatte, sich mit dem gerade aufgekommenen 3. Stand zu verbünden und mit ihm eine zumindest hin und wieder erfolgreiche Opposition oder gar Regie gegen den 1. Stand und später sogar auf diese Weise die Macht des 1. Standes so sehr einzuschränken, daß eine Synthese zustande kommen konnte. Dies ist ein Fall, wie ihn Hegels Dialektik beschreibt, nämlich als Dreierschritt: (1.) These; (2.) Antithese; (3.) Synthese. Hiervon waren in dem Beispiel die Architekturstile auch betroffen, jedoch beim Schritt von der These (politisch: siehe oben; architektonisch: Karolingik/Ottonik) zur Antithese (politisch: siehe oben; architektonisch: Romanik) in einem geringeren Ausmaß als später während der Synthese (politisch: siehe oben; architektonisch: Gotik). Der 1. Stand als These wurde also von dem 2. Stand als Antithese bekämpft und anschließend vom 2. und 3. Stand in die Synthese gebracht. Anders gesagt:
1. Phase: 1. Stand mit gesicherter Macht; 2. Stand mit relativ gesicherter Macht; 3. Stand existiert kaum;
2. Phase: 1. Stand mit weniger gesicherter Macht als vorher; 2. Stand mit relativ gesicherter Macht wie vorher und auf Bündnis mit dem 3. Stand aus; 3. Stand mit relativ schwach gesicherter Macht;
3. Phase: 1. Stand mit noch weniger gesicherter Macht als vorher; 2. Stand nur zusammen mit dem 3. Stand mit relativ gesicherter Macht wie vorher; 3. Stand mit mehr gesicherter Macht als vorher.
Am Ende dieser Entwicklung gab es also einen relativ geschwächten 1. Stand, einen relativ geschwächten 2. Stand und einen nach seiner „Geburt“ relativ gestärkten 3. Stand. Es waren primär die Machtverhältnisse, die der Trieb, das Motiv und der Grund für diese Entwicklung waren. Denn sowohl während der karolingischen und ottonischen als auch während der romanischen Phase konnten sich die beiden Urstände (1. und 2. Stand) noch einigen, weil der 3. Stand noch nicht stark genug war, um die beiden Urstände zum Kompromiß zu zwingen, obwohl deren Gegensatz zu dieser Zeit schon wahrnehmbar war (und für Historiker auch schon die nächste Phase), aber eben mehr politisch als architektonisch, und erst in der gotischen Phase waren die Machtverhältnisse so reif, daß sie sich sogar mehr architektonisch als politisch zeigen konnten, denn man brauchte für die bis dahin größte Architekturleistung der Geschichte auch den 3. Stand, das Bürgertum. Spätestens seit dem Beginn der Gotik also war im Abendland unwiderruflich klar, daß Machtfragen nicht mehr ohne das Bürgertum entschieden werden konnten. (Und nur nebenbei gesagt: Wir erleben seit dem Beginn der Globalik (**|**) - also seit etwa 1990 - genau das Gegenteil!)

Die politischen Machtverhältnisse müssen schon sehr eindeutig sein, damit sich Machtverhältnisse und Architekturstile immer ganz genau abdecken. Wohl am stärksten zeigte die Phase des Absolutismus/Barock diese Eindeutigkeit: politisch als Gegenreformation eine klare Antithese zur Reformation, architektonisch als Barock eine Antithese zur Renaissance. Daß sie trotzdem in der Architektur nicht ganz so stark zum Ausdruck kam wie in der Politik, hatte das Motiv und den Grund in der Vorgehensweise der politischen Gegenreformation, denn sie hat nicht nur gegen die Reformation gekämpft, sondern auch von ihr gelernt.

Stände
Solange nur zwei Stände, die Urstände Adel und Priestertum, herrschen, gibt es auch nur zwei bedeutende Konfliktparteien, nämlich die des Daseins und die des Wachseins, wie Spengler sich ausdrückte; sobald aber durch die Bürgerliche Revolution der 3. Stand seine Macht bekommen hat, gibt es drei und sogleich vier bedeutende Konfliktparteien, weil der 3. Stand einen ihm angemesseneren Gegenspieler braucht, den 4. Stand: dieser Nicht-Stand wird im wahrsten Sinne des Wortes „in den Stand gehoben“ (befördert). Schon allein rechnerisch läßt sich zeigen, daß hier aus Ordnung Chaos entstehen muß und es lange dauern wird, bis aus Chaos wieder Ordnung entsteht: aus dem ungünstigstenfalls einen möglichen bedeutsamen Konflikt bzw. dem günstigstenfalls einen möglichen bedeutsamen Bündnis zwischen den zwei Urständen sind seit der Bürgerlichen Revolution (**) 15 mögliche Konflikte bzw. Bündnisse geworden! Die beiden Urstände - Adel und Priestertum - werden nicht gestürzt, wie geglaubt wird, sondern ersetzt durch die Geldritter (**), die den Aufstieg in den medialen Geldadel und in das geldmediale Priestertum schaffen und sich von nun an mit dem so genannten Proletariat sowie mit den Resten des alten Adels und den Resten des alten Priestertums herumschlagen müssen, alle möglichen Bündnisse und Koalitionen ausnutzend. Wegen dieser Konstellationen ist die Bürgerliche Revolution sogleich auch eine „Weltrevolution“ (**|**|**), das heißt: dazu verurteilt, internationale Bündnisse mit Gleichgesinnten aus den unterschiedlichsten Ländern zu schließen oder mit ihnen Konflikte und Kriege auszutragen.

Thomas Wangenheim, „Kultur und Igenium. Eine frktale Geometrie der Weltgeschichte“, 2013
Drei „Zeiten“ gemäß dem Kultur-Ingenium-Modell. Vgl. Thomas Wangenheim, Kultur und Ingenium, 2013.
Noch problematischer wird es bei Wangenheims Einteilung in „Mittelalter“, „Frühe Neuzeit“ und „Moderne“ und ihre Einpassung in sein Kultur-Ingenium-Schema (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Spengler hat sich gegen derartige Einteilungen sehr, sehr heftig gewehrt (**|**|**|**|**|**)! Eine weitere Einteilung nimmt nun Wangenheim auch für die Antike vor: „Königszeit“, „Republik“ und „Kaiserzeit“ (** Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Weiß er eigentlich gar nicht, daß er mit diesen beiden Einteilungen Spengler „direkt vor den Bug schießt“? In Spenglers Hauptwerk heißt es außerdem ganz explizit: „Ich nenne dies dem heutigen Westeuropäer geläufige Schema (Altertum-Mittelalter-Neuzeit ist gemeint! [**]), in dem die hohen Kulturen ihre Bahnen um uns als den vermeintlichen Mittelpunkt alles Weltgeschehens ziehen, das ptolemäische System der Geschichte und ich betrachte es als die kopernikanische Entdeckung im Bereich der Historie, daß in diesem Buche ein System an seine Stelle tritt (**), in dem Antike und Abendland neben Indien, Babylon, China, Ägypten, der arabischen und mexikanischen Kultur - Einzelwelten des Werdens, die im Gesamtbilde der Geschichte ebenso schwer wiegen, die an Großzügigkeit der seelischen Konzeption, an Gewalt des Aufstiegs die Antike vielfach übertreffen - eine in keiner Weise bevorzugte Stellung einnehmen.“ (Ebd., S. 24 [**]). Weiß Wangenheim das gar nicht? Wenn man nun auch noch bedenkt, daß in Rom die „Königszeit“ (**) als das Böse schlechthin „bewertet“ und daß heutzutage im Abendland das „Mittelalter“ regelrecht „verdunkelt“, also ebenfalls als etwas Böses „bewertet“ wird - wenn auch auf völlig unberechtigte Weise -, dann erstaunt es schon, daß Wangenheim gerade diese Begriffe für sein Kultur-Ingenium-Modell benutzt. Ist Thomas Wangenheim der „Felix Krull des 21. Jahrhunderts“? Er respektiert Spengler nicht richtig, obgleich er doch angeblich so gern als ein Spenglerianer auftritt und ein Spengler-Bild über seinem Schreibtisch hängen hat (**|**). Das alles ist schon sehr merkwürdig.

König und Volk im frühen Ingenium; Aristokratie und Bürger in der Kultur;
Kaiser und Volk im späten Ingenium.Vgl. Thomas Wangenheim im Film. Vgl. Thomas Wangenheim im Film
Ein wiederum positives Beispiel liefert Wangenheim in seinem Film „Polarisierung der Gesellschaft, Untergang des Bürgertums ...“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film), in dem er zunächst das Drei-Klassen-Wahlrecht vorstellt (Vgl. Thomas Wangenheim im Film) und danach die Einführung des gleichen Wahlrechts erwähnt, was ganz wesentlich zum Auseinanderbrechen der alten Gesellschaftsstruktur beitrug, denn: (1.) die 1. Klasse hatte wahltechnisch zwar die größte Einbuße, doch das störte sie gar nicht, weil sie über Lobbyismus eine viel größere Möglichkeit besaß, die Politik zu bestimmen; (2.) die 2. Klasse hatte tatsächlich die größte Einbuße, weil sie weder über Lobbyismus noch über eine sehr große Zahl an Mitgliedern verfügte und darum mehr und mehr an politischen Einflußmöglichkeiten verlor; (3.) die 3. Klasse hatte wahltechnisch den größten Gewinn, weil sie über eine sehr große Zahl an Mitgliedern verfügte.
Milliardäre
„Exponentieller Anstieg der Milliardäre. Zum Beispiel: 1998 waren es 230, und 2004 waren es 587, und 2007 waren es 946. Allein in diesen neun Jahren stieg die Zahl um 311,3%!“ (Hubert Brune, Kapitalismuskritik, 2001).
Veränderungen im Einkommen
„Prozentuale Veränderungen (gegenüber 1992) des durchschnittlichen Nettoeinkommens pro Kopf
in Deutschland.“
(Hubert Brune, Kapitalismuskritik, 2001).
Diese Entwicklung hat sich bis heute weiter verschärft und wird sich noch weiter verschärfen, bis am Ende die politischen Verhältnisse wieder so sein werden, wie sie am Anfang waren: Oberschicht und Unterschicht und nichts dazwischen. Deswegen bringt Wangenheim den Vergleich mit der Antike, speziell mit der römischen Machtgeschichte, in der es bis auf die Bezeichnungen genauso war: zu Beginn König und Volk, am Ende Kaiser und Volk. Das könnte Wangenheim direkt von mir abgeguckt und abgeschrieben haben. Es ist nämlich genau das, was ich ständig predige und vor allem an den heutigen verwestlichten Weltzuständen kritisiere - und es ist übrigens auch das, was schon Nietzsche predigte und an den damaligen Zuständen im 2. Deutschen Reich kritisierte; denn Nietzsche war gegen die Demokratisierung - Sozialisierung - in diesem 2. Deutschen Reich; dies war der Grund für Nietzsches Kritik, eine „Sozialkritik“, aus der er dann alles Mögliche ableitete, auch nicht weniges, was mit dem Thema nichts zu tun hatte.
Steueraktive und Steuerpassive
1) 6,1% zahlen 70% der Steuern;
2) 24,4% zahlen 30% der Steuern;
3) 19,5% sind von Steuern befreit;
4) 50% sind zu 100% Sozialfälle.
1+ 2) 30,5% Steueraktive;
3 + 4) 69,5% Steuerneutrale, -passive.
Steueraktive und Steuerpassive
1) 70% der Steuern von 6,1% bezahlt;
2) 30% der Steuern von 24,4% bezahlt.
1+ 2) 100% der Steuern von 30,5% bezahlt.
Steueraktive = Leistungsträger = Kulturträger = Bürgertum.
** ** ** **
Jedenfalls erwähnt Wangenheim auch das Phänomen „Elefantenkurve“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film), womit eben gemeint ist, daß Arme und vor allem Reiche auf Kosten der Mitte - des Bürgertums - profitieren, so daß also das Bürgertum in relativ naher Zukunft verschwunden sein wird. Das ist genau das, was ich immer wieder sage, und zwar schon seit mehreren Jahrzehnten. „Und das ist genau das, was ich in »Kultur und Ingenium« meine mit »kultischer Mitte« in der Kultur und dann Aufspreizung im Ingenium“, behauptet nun auch Wangenheim (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). „Wer wirklich verloren hat, das ist diese mittlere bürgerliche Gesellschaft, und nicht umsonst sage ich also »kultische Mitte«: diese Mitte, diese bürgerliche Gesellschaft ... sind die Kräfte der Kultur, und wenn diese Mittelschicht wegbricht, dann bricht die Kultur weg. .... Und es bleiben nur noch übrig die kommunistische Masse und die kapitalistische Elite.“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Daß also dies keine lineare, sondern eine zyklische Entwicklung ist, daß also die Verhältnisse wieder da ankommen, wo sie hergekommen sind, predige ich ja schon so sehr lange, und nun sagt dies endlich auch ein anderer, sogar noch recht junger Mann - 24 Jahre jünger als ich -, nämlich Thomas Wangenheim (Vgl. Thomas Wangenheim im Film).  –  „Es ist das ewig ungerechte Spiel (**): Ausbeutung quantitativ oder qualitativ Schwacher durch quantitativ oder qualitativ Starke. Modern gesprochen sind die Angehörigen der Unterschicht quantitativ sehr stark und qualitativ sehr schwach, die der Mittelschicht quantitativ schwach bis stark (phasenweise zunehmend und abnehmend) und qualitativ schwach bis stark (phasenweise zunehmend und abnehmend), die der Oberschicht quantitativ sehr schwach und qualitativ sehr stark. Ziehen Sie daraus nun bitte die Konklusion!
—   Ober-, Mittel- und Unterschicht in den drei entsprechenden Phasen   —
Quantität Qualität
Oberschicht sehr schwach sehr stark
Mittelschicht schwach bis stark (Frühphase),
stark (Hochphase),
stark bis schwach (Spätphase)
schwach bis stark (Frühphase),
stark (Hochphase),
stark bis schwach (Spätphase)
Unterschicht sehr stark sehr schwach
Kapital Macht
Oberschicht sehr viel sehr viel
Mittelschicht wenig bis viel (Frühphase),
viel (Hochphase),
viel bis wenig (Spätphase)
wenig bis viel (Frühphase),
viel (Hochphase),
viel bis wenig (Spätphase)
Unterschicht sehr wenig sehr wenig
Je näher sich die Mittelschicht am Anfang oder am Ende der Entwicklung befindet, desto schwächer ist sie. In der Frühphase befindet sich die Mittelschicht noch im Aufbau, ist also noch nicht so effizient ausbeutbar, und existieren größtenteils immer noch die alten Herrschaftsformen. In der Spätphase befindet sie sich im Abbau, weil sie wegen ihres angesammelten Kapitals effizient ausbeutbar geworden ist und aufgrund der größtenteils neuen Herrschaftsformen zum Abbau gezwungen wird. Weil also aufgrund von ökonomischen und historischen Bedingungen ein explizit gegen die Mittelschicht gerichtetes Bündnis von Ober- und Unterschicht während der Frühphase sehr unwahrscheinlich und während der Spätphase sehr wahrscheinlich ist, ist die Mittelschicht am meisten während der Spätphase gefährdet. Und diese Spätphase ist die Phase der »Synthesis« (**|**), die ich eben beschrieben habe.“ (Hubert Brune, „Menschenrechte“ als Untergangsbeschleuniger, 2001 **).  –  Solche und ähnliche Sätze setze ich seit 2001 ins Internet, und die meisten von ihnen gehen zurück auf handschriftliche Texte aus der Zeit davor. Ich schreibe mir also seit vielen Jahrzehnten die Finger wund und bin nun froh, endlich einen Nachfolger gefunden zu haben. Das können sie sicher verstehen, Herr Boden, oder? Folgt daraus, daß ich jetzt meinen Kugelschreiber und meine Schreibtastatur in den Mülleimer werfen kann oder gar soll? Nein. Natürlich nicht. Es könnte ja sein, daß Thomas Wangenheim so sehr der Schicksalsliebe Nietzsches folgt, daß die aus seiner Kultur-und-Ingenium-Theorie gezogenen Konsequenzen eher in Richtung eines angeblich „überwundenen Nihilismus“ gehen, mit dem aller Wahrscheinlichkeit nach schon Nietzsche sich und andere getäuscht hat. Nach meinem Dafürhalten ist ein Mit-Würde-Untergehen immer noch besser als ein offen-verdecktes (absichtlich paradoxes) und darum auch spöttisches Mit-Ressentiment-Untergehen.

Gruß an Kiel.

***

20.11.2018, 17:44

Guten Abend Herr Brune,

ich glaube, ich werde nicht auf Wangenheims Blog kommentieren.

Googeln Sie mal unter dem o.g. Betreff (er meint das „Bingen“ der Aussage: „Je wärmer, desto dümmer“ [„Je wärmer, desto dümmer“|„Je wärmer, desto dümmer“]; HB).

Wangenheim stellt da sehr lesenswert Untersuchungen zur Korrelation zwischen Wärme (indirekt Breitengrad) und IQ vor. Gut gemacht und mich (fast) überzeugend. Nun kritisiert dies der Leser Jay („Je wärmer, desto dümmer“) relativ scharf. äußert so seine Zweifel. Die Reaktion Wangenheims ist unschön, arrogant.

Dabei mag er recht haben mit seiner Argumentation, aber so geht man nicht mit Kommentatoren um.

Das geht auch in einem anderen Ton. Was meinen Sie?

Der Durchschnitts-IQ von 70 in Schwarz-Afrika ist wohl tatsächlich ermittelt worden.

Von Hans Eysenck habe ich gelernt, dass Personen unter IQ 60 gar nicht mehr testfähig sind. Also debil.

Merkwürdig. Muss mich intensiver damit beschäftigen.

Gruß aus Kiel

M. Boden

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20.11.2018, 21:02

Guten Abend, Herr Boden.

Zu demselben Thema habe ich viel Besseres zu bieten.

Versuchen Sie es mit den folgenden Verweisen: ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** **

Helmuth Nyborg heißt der Autor, der sich mit dem Thema „Intelligenz und Temperaturen“ sehr eindringlich beschäftigt hat. Das Stichwort: „Ecotypes“ („Ökotypen“ - bei dem Wort könnte man auch an etwas anderes denken ), und Nyborg ist unbedingt zuzustimmen. Der Slogan „Je kälter, desto intelligenter“ stimmt aber nur bedingt, was man an den Eskimos erkennen kann. Es kommt nämlich nicht nur auf den Grad der Herausforderungen („challenges“ [Toynbee {der übrigens auch ein starker Spengler-Verehrer war}]) an. Es gibt die „kalten Ökotypen“ („cold ecotypes“) und die „sehr kalten Ökotypen“ („very cold ecotypes“). Daß die „kalten Ökotypen“ - also wir, die Faustiker (!) - diejenigen waren und (noch) sind, denen die Menschheit so gut wie alles verdankt (positiv: Wohlstand und andere Annehmlichkeiten durch Kultur, sprich: Bildung, Technik, Wissenschaft, nicht zuletzt Medizin u.v.a.; negativ: Umweltschäden u.a.), kann niemand bestreiten. Das wird aber auch noch bestritten werden. Warten Sie es nur ab. Schon jetzt heißt es ja: „Europa ist immer schon von Schwarzen bewohnt gewesen“ - die Lüge ist stärker als die Wahrheit. Darum kämpfe ich den Kampf der immer weniger werdenden Einsamen, Herr Boden.

Nyborg ist wirklich unbedingt zuzustimmen. Als ich das erste Mal von ihm Kenntnis nahm, war ich sofort begeistert, weil er mir aus der Seele sprach. Er war 1960 Olympiasieger! Also ist er in Sachen „Intelligenz und Temperaturen“ ebenfalls ein Olimpionike.

Gruß an Kiel.

***

20.11.2018, 22:28

Verzeihung, Herr Boden, daß ich vergessen habe, auf ihre Frage nach Wangenheims „Reaktion“ (**) einzugehen. Recht haben Sie, Herr Boden, denn Wangenheim reagiert in der Tat - in der Schrift-Tat jedenfalls - „unschön, arrogant“ (**). Deshalb fragte ich Sie am 18.11.1018 um 19:50 Uhr: „Ist Herr Wangenheim jemand, der offen und ehrlich zeigen will, daß er zu seiner Kultur steht, oder jemand, der nur dazu steht, einer der »letzten Menschen« zu sein?“ (**). Und ebenfalls deshalb sagte ich Ihnen am 18.11.1018 um 23:38 Uhr: „Ich werde Thomas Wangenheim noch ein wenig studieren“ (**). Er ist nämlich „mit Vorsicht zu genießen“. In seinen Filmen gibt er sich immer so nett und adrett. „Stille Wasser sind tief“, sagt man. Er ist nicht besonders still, zeigt sich aber als netter und adretter Mensch und weiß auch, wie das auf die Mehrheit der „Weltgesellschaft“ wirkt. Das ist nicht nur „unschön, arrogant“ (**), sondern auf kaltblütige Weise berechnend und auch doppelmoralisch in dem Sinne, daß er ja einerseits Aufmerksamkeit haben will und andererseits eine Aufmerksamkeit gegenüber anderen kaum zeigt, und wenn doch, dann auf eher unschöne und arrogante Weise. Hinter seinem schönen Anzug steckt nicht er, sondern der unschöne, arrogante Schein eines Hochstaplers (Felix Krull läßt grüßen [**]), den man auch erst wieder beiseite räumen muß, um endlich einmal den wahren Thomas Wangenheim sehen zu können.

Ich erinnere mich aber auch an einen Kommentar von Wangenheim, in dem er einen anderen Kommentatoren auf eine zwar ebenfalls als „unschön, arrogant“ (**) bewertbare und dennoch völlig berechtigte Art und Weise „zusammenstauchte“. Trotzdem bin ich der Meinung, daß die anderen, besseren Möglichkeiten für eine schriftsprachliche Auseinandersetzung auch Herrn Wangenheim besser täten. Aber Herr Wangenheim ist eben in mancherlei Beziehung noch nicht erwachsen.

Aber trotz seiner manchmal unerwachsenen Art des Umgangs mit anderen kann ich nicht umhin, zu sagen, daß mir Thomas Wangenheim - summa summarum - gut gefällt. Das liegt in erster Linie daran, daß ich in ihm meinen geistigen Nachfolger, meinen zwecks Nachfolge gefundenen geistigen „Adoptivsohn“ sehe, wobei „Adoptivsohn“ durchaus im Sinne des altrömischen Rechts verstanden werden soll. Er liefert wie ich einen außergewöhnlichen „Webauftritt“ und sagt häufig genau das, was ich zumindest teilweise (je nach Thema) schon zu einer Zeit sagte, als seine Geburt noch in weiter Zukunft lag. Thomas Wangenheim muß zwar noch an seinem Text, insbesondere den Umgang mit anderen betreffend, ein bißchen „feilen“. Ansonsten aber gefällt mir sein offenbar erst 2017 begonnener „Webauftritt“ gut. Danke, „mein Sohn“.

Wahrscheinlich wissen Sie ja, daß „adoptierte Söhne“ auch „unbequem“ sein können, Herr Boden.

Wie Sie gesehen haben, bin auch ich nicht mit allem einverstanden, was Thomas Wangenheim sprachlich von sich gibt. Für mich ist er aber einer, der sich zu wirklich Wichtigem wenigstens äußern kann - diejenigen der heutigen Jungmenschen, die das ebenfalls können, sind erschreckend wenige und ihre Zahl nimmt exponentiell ab! Als ich Thomas Wangenheim zum ersten Mal sprechen hörte in einem seiner Filme, hatte ich nicht den gewohnten Eindruck, daß da wieder einmal mehr Schein als Sein „herüberweht“, sondern war gerührt, stellte zwar sehr bald auch einige grammatische und orthographische Fehler in seinem Text fest, doch die Anzahl dieser Fehler war bei weitem nicht so hoch wie die erschreckend hohe und erschreckend schnell zunehmende Anzahl an Fehlern, deren „Präsentation“ schon seit „gefühlten Ewigkeiten“ zu beklagen ist. Insgesamt ist also der Eindruck, den Thomas Wangenheim von Anfang an auf mich gemacht hat, mehr ein positiver als ein negativer.

Seit dem 16. November 2018, an dem ich feststellte, daß Sie, Herr Boden, mir am 14. November 2018 einen E-Brief mit dem Hinweis auf Thomas Wangenheim geschrieben hatten (**), sind erst vier Tage vergangen, aber in diesen vier Tagen ist die Textdatei, in der unsere Korrespondenz gespeichert ist, um 192 KB (48 KB pro Tag) größer geworden! Das spricht nicht nur für unsere Korrepondenz selbst, sondern auch für Thomas Wangenheim. Ich hatte ja vor dem 16. November 2018 nichts von einem Thomas Wangenheim gehört oder gesehen. Daher bedanke ich mich noch einmal bei Ihnen für den Hinweis, Herr Boden!

„Getwittertes“ von Thomas Wangenheim:
17.07.2018 : „Verlaßt die großen Städte! Dort wird euch kein Heil.“ Thomas Wangenheim
18.07.2018 : „Was wird Deine Generation hinterlassen?“ Thomas Wangenheim
18.07.2018 : „Auch daß Spezialisten ihres Faches oder Wirtschaftleute politisch letztlich primitiver Natur sind, war schon immer so. Doch die allgemein akzeptierten Anschauungen hatten weitaus mehr Vernunft. Auch dem Fachidioten ist damit das allgemeine Denken von höherer Stelle abgenommen worden.“ Thomas Wangenheim
21.07.2018 : „Geben ein Beispiel der grammatischen Vorteile des Deutschen und schließen daraus: Der »Wortschatz« führe zu Präzision. Ich fürchte, auch die höchste Präzision einer Sprache reicht nicht hin, ihren weniger gebildeten Nutzern auch etwas von derselben zu übereignen. .... Deutsch ist eine der präzisesten Sprachen weltweit, wenn nicht sogar die präziseste überhaupt.“ Thomas Wangenheim
23.07.2018 : „Als ausgesprochen verständnisvoller Deutscher weiß ich, wie wahr es ist, daß wir alle Nichtdeutschen ausgrenzen. Und wir werden sie immer ausgrenzen. Frage mich daher, wie lang es noch dauert, bis sich herumspricht, daß sich ihre unschöne Lage einfach durch Heimkehr beenden läßt.“ Thomas Wangenheim
23.07.2018 : „»Seht nicht weg, wenn Menschen Unrecht geschieht!« Ich liebe Freunde, sehe nie weg! Ich gebe dem Unrecht tatkräftig Unterstützung. Denn wie sagte schon der große Rechts-außen-Verteidiger Friedrich W. Nietzsche: »Was fällt, das soll man auch noch stoßen«!“ Thomas Wangenheim
25.07.2018 : „Einen Menschen, der das Wort Rassismus unironisch verwendet, kann ich nicht ernst nehmen.“ Thomas Wangenheim
27.07.2018 : „Rassismus, der, –. 1. Rechtfertigung der Erfolglosigkeit eines Minderbemittelten gegenüber einem Fähigen. 2. Benennung von Unterschieden zwischen Gruppen, die von einer Seite als unangenehm empfunden werden. 3. Alles übrige, wobei sich sonst irgend jemand beleidigt fühlen könnte.“ Thomas Wangenheim
10.08.2018 : „Die Masseneinwanderung muß so lang fortgehn, bis jeder einzelne bodenlos naive und feige »Alle-Menschen-sind-gleich«-Gläubige ausgeraubt, vergewaltigt, zum Krüppel oder tot-geschlagen ist. Das nennt man natürliche Auslese. Muß man nicht übermäßig schlecht finden.“ Thomas Wangenheim
11.08.2018 : „Seit Jahren schon suhlt sich ein Teil Konservativer in Begeisterung für die islamische Lebenskraft als Gegensatz zur europäischen Dekadenz. Diese Hochachtung vorm rein Parasitären, dessen Kinderschar ohne westliche Agrartechnik glattweg verhungern würde, mutet grotesk an.“ Thomas Wangenheim
12.08.2018 : „Das sogenannte Welthungerproblem ist unlösbar. Denn die naturnahen, unreflektierten Populationen Afrikas und Arabiens sorgen immer für mehr Nachkommen als Futter vorhanden ist. Die letzte Grenze ist die Zerstörung aller Natur und aller höheren Gesellschaften.“ Thomas Wangenheim
13.08.2018 : „Unsre Heimat, das sind nicht nur die Dichter und Denker, unsre Heimat sind auch all die Kaiser des Reichs. Unsre Heimat sind die Abermillionen, die über Jahrhunderte schufen, alles, was wir besitzen und ehren in der Sprache der Deutschen, ist Heimat. Und wir lieben ....“ Thomas Wangenheim
15.08.2018 : „Der amerikan. Film der 30er, bei aller Professionalität, aller technischer Raffinesse, all den großen Schauspielerinnen, er kommt doch nicht an die zunächst unsichtbare, dann immer vehementere und schließlich großartige Dramatik alter deutscher Filme heran: »Bomben auf Monte Carlo«.“ Thomas Wangenheim
17.08.2018 : „Kreischende Feministinnen erfüllen eine wichtige evolutorische Funktion! Nur zwei Arten Männer beißen da an: jene, die sie wie Dreck behandeln, und Pantoffelhelden. Das bestätigt nicht nur ihr Weltbild, sondern verhindert, daß Gene ordentlicher Männer an ihnen verschwendet werden.“ Thomas Wangenheim
23.08.2018 : „Ich will aus schadenfrohem Interesse nochmal bei meinen modernistischen Followern nachfragen: Man kann tatsächlich nach »neuer Rechtschreibung« »Masse« nicht von »Maße« unterscheiden? Und warum schreibt man nicht »Mass«, was dämlich genug aussieht, aber weniger vieldeutig wäre?“ Thomas Wangenheim
23.08.2018 : „Eine sehr gute Übersicht zur Herkunft von Kriminellen nach der polizeilichen Kriminalstatistik von 2017 (Kriminalität): Afrika ist praktisch immer dunkelrot und Osteuropa arg durchwachsen, außerdem kommt Rauschgift nunmehr auch aus dem bunten Frankreich herüber ....“ Thomas Wangenheim
24.08.2018 : „Wir können uns diese Etepetete-Distanzierung von sogenannten Grobheiten, die allesamt nichts weiter sind als Feigheit vor der Realität schon seit Jahrzehnten nicht mehr leisten.“ Thomas Wangenheim
25.08.2018 : „Die große Naivität des weißen Mannes: daß er seit Jahrzehnten glaubt, wenn er nur immer das Gute tue, brauche er sich bei der Abwehr des Schlechten die Hände nicht beschmutzen.  –  Je länger er sich aber der schmutzigen Hände verwehrt, desto blutiger wird er sie in Zukunft finden.“ Thomas Wangenheim
27.08.2018 : „Alles was Sie über gegenwärtige Geostrategie und Weltwirtschaft wissen müssen, manchmal in einem halben Nebensatz rausgehauen. Großartig! Steve Bannon im Interview (Steve Bannon) ....“ Thomas Wangenheim
01.09.2018 : „Heute wieder im Lesesaal zwei Schnatter-Bratzen zurechtgewiesen, wie sie sich in einer Bibliothek zu verhalten haben. Die anwesenden Studenten werden noch wochenlang darüber zu tratschen haben, so viel kann ich versichern.  —  Zucht und Ordnung muß jeden Tag neu erkämpft werden.“ Thomas Wangenheim
06.09.2018 : „Auch ein Großteil der Zersiedlung, die von der Landflucht bürgerlicher Kreise aus den Städten ins Grüne herrührt, ist eine Folge der Migration und führt zu mehr Verkehr, Versiegelung und Streß.“ Thomas Wangenheim
07.09.2018 : „Frauen, die das Narrativ der für Jahrhunderte unterdrückten Frau wie selbstverständlich vor sich hertragen, von mir dann historisch widerlegt werden, das als persönlichen Angriff verstehen und sich beschweren, daß sie als Dame nicht besser behandelt werden. Hat Sie »Dame« gesagt?“ Thomas Wangenheim
10.09.2018 : „»Doktor, Sie als Philolog mögen mitfühlen und erzürnt sein, wenn wieder ein Einheimischer von einem Afrikaner oder Levantiner ermordet wurde. Ich als Offizier hingegen muß sehr deutlich fragen, warum unsere Jungs derartige Gerangel immerzu verlieren!«“ Thomas Wangenheim
12.09.2018 : „Darf »Verfassungsfeind« wirklich als Schimpfwort gelten?“ Thomas Wangenheim
15.09.2018 : „Wer nicht gegen Barbaren kämpft, die in die Kultur eindringen, der ist kein Kulturmensch. Und wer die Verteidiger der Kultur nicht unterstützt, der kann nicht einmal mehr zivilisert genannt werden.“ Thomas Wangenheim
18.09.2018 : „Laufe kraft meiner Wassersuppe mit dem Kessler in der Hand aus der Bibliothek: Alarm! Werde heranzitiert. Bemerke erst an der Theke meinen Fehler. Hätte Dieb werden sollen: Die Dame läßt alle nötige Formalität fallen und will das Buch trotz meines Einspruchs selbst zurückstellen.“ Thomas Wangenheim
Den Eindruck, daß Wangenheim viel von Nietzsche hält und ihn in gewisser Hinsicht nachahmt (**), habe ich ja gleich gehabt und Ihnen gegenüber ja auch schon angesprochen (**), Herr Boden. Sein mitunter beißender Spott bringt ihn aber auch nicht wirklich weiter (**). Dahinter steckt natürlich auch Hilflosigkeit. Trotzdem sollte man für ihn Verständnis haben, solang er nicht übertreibt. Daß er das Konservative nicht richtig einschätzen kann (**), habe ich auch schon erwähnt (**). Außerdem ist Malthusianismus kein überzeugendes Argument (**). Und daß nach der „neuen Rechtschreibreform“ das Substantiv „Mass“ nicht unproblematischer von dem Substantiv „Maß“ unterscheidbar ist als das Substantiv „Masse“ von dem Substantiv „Maße“, scheint er nicht zu wissen, dafür aber wieder seinen Spott loswerden zu wollen (**). Trotzdem hat der Romantiker Thomas Wangenheim seinen Sinn für Ironie und auch Selbstironie selbstverständlich nicht vergessen.

„Der undemokratische Geist des Grundgesetzes“ ist der Titel eines aus zwei Teilen - (I.) „Opium des Volks und verschleierte Obrigkeit“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film) und (II.) „Gewaltenteilung und letzte Entscheidung“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film) - bestehenden Films von Thomas Wangenheim, der das mit paradoxen Formulierungen und gegen das Deutsche Volk gerichteten Artikeln vollgestopfte „Grundgesetz“ für eine Ablenkung von der Realität - eben für das Opium des Volks - hält und ihm die Verfassungen der USA, des 2. Deutschen Reiches, und zwar sowohl die von 1871 als auch die von 1919, entgegenhält. Aber gerade die US-Verfassung ist keine Garantie für die Unabhängigkeit einer demokratischen Nation, und vor der Gefahr der Geldabhängigkeit hat schon ihr erster Präsident ausdrücklich gewarnt. Trotz dieser Warnung sind die Vereinigten Staaten spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts eine vom Geld abhängige Einrichtung. Also muß im Idealfall die Unabhängigkeit einer demokratischen Nation anders gewährleistet werden.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831)
Ein guter Idealist weiß das. „Denn man könnte mit Hegel fragen, ob nicht zu jeder guten Demokratie ein Monarch gehört“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Das Volk soll sich die Gesetze selbst geben, denn „das ist Kantisch: »die Gesetze, die wir uns selbst gegeben«“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Das „Grundgesetz“ ist dagegen etwas, das „einen Obrigkeitsstaat repräsentiert - einen Obrigkeitsstaat“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Die Verfassung des Deutschen Reiches von 1871 „war eine der fortschrittlichsten Verfassungen des 19. Jahrhunderts ..., und man kann eben, wie ich schon sagte, mit Hegel fragen, ob nicht jede gute Demokratie, jede gut funktionierende Gesellschaft einen solchen Monarchen als letzten Entscheider tatsächlich braucht, und zwar im Sinne der Gewaltenteilung“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Die Gewaltenteilung und die letzte Entscheidung sind im zweiten Teil des Films das Haupthema. Das muß auch so sein, weil sie mittlerweile kaum noch existieren, was ich ja auch schon seit „gefühlten Ewigkeiten“ kritisiere. Mit anderen Worten: Bei der bundesrepublikanischen Gewaltenteilung „sieht es noch düsterer aus“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film) als schon beim Geist des Grundgesetzes allein. Daß das früher in dieser Bundesrepublik noch nicht ganz so schlimm in der Praxis zu bemerken war, lag auch daran, daß zu der Zeit die Macht von denjenigen Deutschen ausging, die noch durch die beiden oder wenigstens eine der beiden dem Grundgesetz vorausgegangenen Verfassungen des Deutschen Reiches geprägt worden und darum noch demokratischer gesinnt waren als ihre Nachfolger, die schon unter dem Geist des von der Realität ablenkenden Grundgesetzes aufgewachsen waren und sind. Es müßte doch eigentlich als selbstverständich gelten, daß „Exekutive, Judikative und Legislative ... voneinander möglichst getrennt sein sollen - nicht wahr?“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). „Hegel hat nämlich ganz klar diese Unabhängigkeit gewisser Institutionen für sehr, sehr wichtig gehalten“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). In unserer Bundesrepublik gibt es keine Unabhängigkeit dieser Institutionen, keine Unabhängigkeit des Bundespräsidenten, keine Gewaltenteilung, also keine gegenseitige Kontrolle mehr, doch genau das ist für das Funktionieren von Demokratie notwendig, wie ich schon seit „gefühlten Ewigkeiten“ sage. Bundesrepublik bedeutet Scheindemokratie. Sie ist keine Demokratie, sondern eine von der Plutokratie abhängige Einrichtung, die im Rad der Plutokratie reibungslos zu funktionieren hat. „Und damit kommen wir zu Hegel. Denn Hegels Idee ist nun: Wir brauchen tatsächlich etwas völlig Unabhängiges, um die letzte Entscheidung zu treffen
Stammwappen der Hohenzollern
.... Und Hegel sagt nun: Das ist der Monarch. Warum ist das der Monarch? Schlicht deshalb, weil ihn keiner wählt. Gott entscheidet gewissermaßen - oder Hegel sagt auch: der Zufall -, der Zufall entscheidet darüber, wer der Monarch ist, nämlich durch Geburt. .... Dieser Mann ist von niemandem gewählt; er muß also niemandem dankbar sein; er ist von keinem abhängig in irgendeiner Weise, daß er abgesetzt werden könnte; und das zeugt natürlich schon von einer bereits inhärenten Unabhängigkeit. Zugleich ist selbstverständlich der Kaiser oder König, also der Monarch jemand, der finanziell unabhängig ist, der also eigene Ländereien hat; und er ist im Grunde auch bildungstechnisch unabhängig .... Und damit ist die entscheidende Voraussetzung gebracht: einen tendenziell vernünftigen Monarchen zu haben durch Bildung, auch durch Herkunft, der selbst von niemandem abhängig ist. .... Nun geht es nicht darum, ihm alle Macht zu übergeben - und auch bei Hegel nicht -, sondern ihm die letzte Entscheidung zu überlassen, das letzte Vernunftveto. Und das ist diese entscheidende Position des Bundespräsidenten, der aber leider alles andere als unabhängig ist, der genau das Gegenteil von unabhängig ist, nämlich vollkommen abhängig - geistig und auch der Wahl nach, geistig, weil er genau aus diesem Milieu kommt, und natürlich der Wahl nach, weil tatsächlich diejenigen, die kontrolliert werden sollen, ihn wählen.“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Ich nenne das auch „Parteienstaat“, „Pateiensystem“ „Parallelgesellschaft Politik“ oder, frei nach Luhmann, „Funktionssystem Politk“. „Noch ein wichtiger Gedanke der Partikularität bei Hegel. Er sagt: Wir müssen die partikulären Interessen möglichst verhindern, als einzige entscheidende Gewalt aufzutreten.“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Gemeint ist z.B. die Möglichkeit, daß per Mehrheitsbeschluß 51% 49% töten. „Und deswegen die Idee Hegels, die Partikularinteressen zu verhindern, also Majoritätsentscheidungen zwar zuzulassen, aber am Ende wenigstens einen letzten Entscheider - für ihn gibt es ja nicht den letzten Entscheider, sondern nur die letzte Entscheidung -, mit der letzten Entscheidung noch einmal Vernunft walten zu lassen. Platon hätte gesagt: ja, dann nehmt doch den Philosophen; bloß, der Philosoph muß auch erst gewählt werden. Das Entscheidende ist eben, daß der Monarch nicht gewählt werden muß, sondern er wird geboren, und das ist Zufall oder Gottes Werk .... Und der Sohn ist nun das entscheidende zweite Element, nicht nur der Sohn, sondern auch seine Ahnenreihe, denn es gibt natürlich ein zweites großes Problem der Demokratie und insbesondere ... seiner Institutionen: daß diese nämlich auf gewisse Zeit gewählt werden. Und nun kann man sagen: ja, das ist ja das Schlimme an der Monarchie, daß der Kerl ewig dranbleibt. Aber das ist eben auch der große Vorteil. Und deswegen ist es ein sinnvolles Element, ihn auch mit in die Entscheidungsfindung einzubringen. Denn er ist jemand, der mit Sicherheit die Dauerhaftigkeit des Staates vertritt. Er will, daß seine Befugnis der Letztentscheidung auch an seinen Sohn übergeht. Und er hat natürlich auch eine Ahnenreihe, die ihn zu etwas verpflichtet - zur Kontinuität. Und da können Sie sich fragen, ob revolutionäre Politik - nehmen Sie ganz konkrete Dinge aus der Jetztzeit, etwa Hilfspakete von riesigen Geldsummen innerhalb der EU oder Einwanderungsbestimmungen, die vollkommen radikal sind -, ob dagegen ein solcher letzter Entscheider nicht eingeschritten wäre, der gesagt hätte: Moment, das ist nicht für die Dauerhaftigkeit des Staates gedacht. So kann ich den Staat meinem Sohn nicht in der Weise übergeben, wie ich ihn selbst erhalten habe. Also, die Dauerhaftigkeit dieses Amtes ist ein weiteres wichtiges Element, diese familiäre Komponente. Und das ist für Hegel ja auch sehr wichtig; er hat ja ein großes Kapitel über die Familie in der Gesellschaft und in der Rechstphilosophie. Ein ganz wesentliches Element. Und er verkörpert es - als Amt. Eine kurzfristige Entscheidung, die also kurzfristige, kurzfristig lohnende Ziele ergibt, aber langfristig unsinig ist, würde er also nicht zulassen.“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Parteipolitikern und anderen kurzfristig gewählten Personen kann es egal sein, was nach der Wahlperiode sein wird. Dem letzten Entscheider jedoch kann es nicht egal sein. „Und deswegen ist das so eine entscheidende und wichtige Idee Hegels: zwei wichtige Elemente - Unabhängigkeit und Langfristigkeit - stecken im Monarchenamt. Und deswegen ist es so sinvoll, einem solchen unabhängigen und langfristig denkenden, verhältnismäßig vernünftigen Menschen einen wesentlichen Teil der Entscheidungsfindung zu überlassen, zumindestens das letze Veto zu geben.“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). „Die Reichsverfassung von 1871 ist etwas, was tatsächlich - man könnte sagen - nach dem Hegelschen Prinzip funktioniert. Und lassen Sie sich im übrigen ausdrücklich nicht erzählen, daß etwa die Hegelsche letzte Entscheidung beim Bundespräsidenten liegt. Das wird ja an den Universitäten noch heute gelehrt. Es ist völliger Unsinn. Das ist keine letzte Entscheidung. Das Entscheidende für Hegel an der letzten Entscheidung ist die Unabhängigkeit. Und der Bundespräsident ist nicht unabhängig. Es ist das reine Amt, das nur zum Schein dieser Unabhängigkeit vorhanden ist und im Grunde ein Betrug am Volk, dem dieses Grundgesetz aufgebürdet wird.“ (Vgl. Thomas Wangenheim im Film). Bleibt nur noch die Hinzufügung, daß derjenige Teil des Adels, der heute zwar noch de jure „im Amt“ ist (z.B. in England ), über keine Macht mehr verfügt, also nicht mehr de facto „im Amt“ ist, obwohl er reich ist.

In „Wangenheims Literaturliste zur Allgemeinbildung“ (Thomas Wangenheim) nennt Thomas Wangenheim die folgenden Autoren und Bücher:
Aischylos : Sieben gegen Theben.
Aristophanes : Die Ritter; Die Acharner; Die Wolken; Die Weibervollversammlung.
Aristoteles : Verfassung der Athener; Nikomachische Ethik.
Burckhardt, Jacob : Weltgeschichtliche Betrachtungen.
Carlyle, Thomas : Geschichte Friedrichs des Zweiten (zur Auswahl).
Chamberlain, Houston Stewart : Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts (2 Bände); Kriegsaufsätze; Neue Kriegsaufsätze.
Cicero, Marcus Tullius : De legibus (Vom Recht).
Descartes, René : Meditationen über die erste Philosophie.
Diels, Hermann / Kranz, Walther : Die Fragmente der Vorsokratiker.
Eckermann, Johann Peter : Gespräche mit Goethe.
Epikur : Briefe.
Euripides : Medea.
Fichte, Johann Gottlieb : Versuch einer neuen Darstellung der Wissenschaftslehre; Bestimmung des Gelehrten; Über Glückseligkeit.
Goethe, Johann Wolfgang von : Goethes Leben von Tag zu Tag (zur Auswahl).
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich : Enyzklopädie der Wissenschaften (darin: Wissenschaft der Logik; Lehre vom Sein); Grundlinien der Philosophie des Rechts; Wer denkt abstrakt?.
Herder, Johann Gottlieb : Abhandlung über den Ursprung der Sprache; Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft (1., 2. & 3. Teil).
Humboldt, F. Wilhelm C. C. F von : Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen (zur Auswahl); Über die Aufgabe des Geschichtsschreibers.
Hume, David : A Treatise of Human Nature (zur Auswahl).
Illig, Herribert /Löhner, Franz : Der Bau der Cheops-Pyramide.
Kaerst, Julius : Geschichte des hellenistischen Zeitalters (Band I und Band II 1).
Kant, Immanuel : Kritik der reinen Vernunft (Einleitung, 1. & 2. Teil); Grundlegung zur Metaphysik der Sitten; Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.
Kessler, Harry C. U. von : Tagebuch (1880-1937) (9 Bände, zur Auswahl).
Kirkegaard, Søren : Entweder – Oder (zur Auswahl).
Kleist, B. Heinrich W. von : Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden.
Kluge, Friedrich : Deutsche Sprachgeschichte.
Locke, John : Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand.
Lukian : Vom Tanz; Wie man Geschichte schreiben muß.
Mann, Thomas : Betrachtungen eines Unpolitischen; Von deutscher Republik; Deutschland und die Deutschen.
Marx, Karl : Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (siehe Hegel).
Meyer, Eduard : Geschichte des Altertums (Band 1, Band 2, Band 3).
Mommsen, Theodor : Römische Geschichte (zur Auswahl).
Nietzsche, Friedrich Wilhelm : Also sprach Zarathustra; Jenseits von Gut und Böse; Ecce Homo; Menschliches, Allzumenschliches.
Platon : Parmenides; Phaidros; Sophistes; Protagoras; Gorgias; Kritias; Theaitetos.
Plautus : Amphitryon; Captivi.
Ranke, Leopold von : Französische Geschichte; Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation.
Rousseau, Jean-Jaques : Spaziergänge eines einsamen Träumers.
Schelle, Karl Gottlob : Die Spatziergänge oder die Kunst spatzieren zu gehen.
Schiller, J. C. Friedrich von : Über die ästhetische Erziehung des Menschen; Über naive und sentimentalische Dichtung; Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte.
Schlegel, K. W. Friedrich von : Ästhetische und politische Schriften.
Schopenhauer, Arthur : Die Welt als Wille und Vorstellung (1. Buch); Parerga und Paralipomena; Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde.
Sophokles : Ödipus; Elektra.
Spengler, Oswald A. G. : Der Untergang des Abendlandes (2 Bände); Der Mensch und die Technik; Neubau des Deutschen Reiches; Pessimismus?; Preußentum und Sozialismus; Politische Pflichten der deutschen Jugend; Jahre der Entscheidung.
Tacitus : Germania.
Terenz : Adelphoe.
Treitschke, Heinrich G. von : Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert.
Vaihinger, Hans : Philosophie des Als Ob (zur Auswahl).
Weber, Max : Wissenschaft als Beruf; Objektivitätsaufsatz.
Ein Bild von Spengler über Wangenheims Schreibtisch
Thomas Wangenheims Bücherregal Die obersten Regale in meinem Hauptbücherschrank
Vergleichen Sie das mit den Namen derjenigen Autoren, denen ich eine Dankesseite gewidmet habe und von denen die meisten nicht zufällig auch im Ranking der Namensnennungen und Seitenverweise ganz oben stehen. Oswald Spengler führt Thomas Wangenheims Literaturliste mit 7 verschiedenen Werken in 8 Büchern an (**). Auch das also ist ähnlich wie in allen meinen Autoren-Ranglisten, die in der Gesamtwertung von Spengler angeführt werden (**). In meinem Literaturverzeichnis sind alle die von Thomas Wangenheim genannten Autoren mit ihrern Werken ebenfalls aufgelistet.
  A    B    C    D    E    F    G    H    I    J    K    L    M    N    O    P    Q    R    S    T    U    V    W    X    Y    Z 

Ich habe mir soeben den ersten Teil des Hörbuches, der die Einleitung zu Wangensteins „Kultur und Ingenium beinhaltet, angehört und das Gesprochene verschriftlicht:
„In diesem Buch offenbart sich zum ersten Mal der Entschluß der Zeit, ihre Richtung umzukehren. Es stellt dem ewigen Altern die Verjüngung entgegen, dem Verfallsgedanken das Erwachen. Es ist der Wille zur Beherrschung der Zeit, der sich in dieser neuen Schau seine Form verschafft. Die Zeit ist als Ausdruck des Werdens der Urstoff alles Geschichtlichen, alles Zukünftigen, des Lebens selbst. Das unmittelbare Erlebnis des Lebendigen lehrt uns ihren Wesenszug. Und doch sind wir darin einer großartigen Enttäuschung erlegen. Der absonderliche Charakter der Zeit, entgegen dem Körper im Raume immerzu in ein und derselben Richtung dahinzuströmen, hat über Jahrtausende die Auffassung dieses merkwürdigen Fluidums bestimmt und uns damit seine eigenartige Natur des Unumkehrbaren aufgezwungen. Diese Philosophie hat zum letzten Ziele, die Zeit nun unter die Herrschaft des Denkens zu zwingen. So wie die mechanische Kraft den Körper im Raum der Bewegungslosigkeit befreit und ihm den Willen einer Richtung verleiht, so wird nun erstmals eine geistige Kraft erhoben, die Zeit umzukehren, die Richtung ihres Laufes in einem willentlichen Akt zu brechen. Ich diktiere mit dieser Schrift der Zeit, nach rückwärts zu gehen. Sie wird es widerstandslos hinnehmen, denn sie ist eine Schöpfung des Geistes erst. Es ist dieses freche Unterfangen bloß noch nie in Erwägung gezogen worden. In jenem Akte der Überwindung der Zeit wird es zugleich das Wesen des Jetzt sein, welches aus dem Strome des Daseins gerissen plötzlich nackt und in Scham, uns ewiglich getäuscht zu haben, daniederblickt. Wir sind es selbst, die sich darin entkleiden, uns eherlich gegenüberstehen, aus dem Flug durch Zeit und Raum endlich ruhig und reuevoll in die Beichte vor uns selbst treten. Denn Geschichte begreifen, verstehen, was die Abfolge der Ereignisse, der Willensbekundungen jedes Zeitalters bedeutet, das wird erst möglich, wenn wir aus dem Jetzt, dem sich verdunkelnden Gewordenen und dem geahnten Werden heraustreten und damit Zeit an sich schauen. Weil die Möglichkeit hierzu nie überhaupt nur in Betracht kam, ist auch noch keine von der Zeit losgelöste Anschauung des Historischen ausgesprochen worden. Man hat so niemals eine unpolitische, ohne Absichten und parteiische Gesinnungen durchtränkte Geschichtsphilosophie zu schreiben vermocht, sondern ohne Ausnahme die Anweisung, den Rat einer Zeit, ja eines gesellschaftlichen Willens geäußert. Die Vorstellung von einem Hohen und einem Niederen, von gut und böse mußte es bis in die letzten großen Entwürfe unseres Denkens tragen. In allen Äußerungen der Vergangenheit haben wir deshalb nichts als Vergangenes gesehen, manchmal im Schicksal der Kulturen etwas Zukünftiges für uns, sofern es die Zukunft der Alten war. Daß aber uns selbst die Zukunft Vergangenheit ist, daß es ein inhärentes Gebaren der Zeit ist, nicht fortzuschreiten, sondern immer und immer wieder umzukehren: das haben wir in unserem stetigen Eindruck vom Jetzt und der rein äußerlichen Täuschung des Alterns immer übersehen. Jenen Wechsel des Zeitlaufs in den Epochen, den Ständen, den Geschlechtern, den politischen Herrschaftsverhältnissen und ästhetischen Formensprachen, den philosophischen Ideen, den literarischen und religiösen Formen, den technischen und mathematischen, den wirtschaftlichen und militärischen Verhältnissen als Ausdrücke eines Prinzips zu verstehen und damit uns selbst ist diese Geometrie der Geschichte geschrieben. Wir werden auf ihr die sicheren Pinselstriche eines von jeder Geringschätzung befreiten Bildes der Vergangenheit, des Jetzt und der Zukunft zu zeichnen verstehen. Es eröffnet sich darin eine völlig neue Form der Toleranz des Blicks, welche, vom Gang der Zeit lösgelöst, eine Geschichte des Menschengeschlechts ermöglicht, die bisher noch kaum geahnt werden konnte. Es ist ein Bild, das im Ganzen erst jetzt die großen Kämpfe des Geistes und der Waffen der abendländischen Geschichte hinter uns in reichlicher Beklemmung und doch zugleich entspannter Entschlossenheit zu Papier gebracht werden konnte, da wir jene Kämpfe bereits wieder herannahen sehen.“ (Thomas Wangenheim Thomas Wangenheim).
Im Anhang ist auch das Inhaltsverzeichnis für das Buch zu finden:
Inhaltsverzeichnis:
1.   Einleitung
2.   Graphiken zur fraktalen Geometrie der Weltgeschichte
3.   Form und Zahl
4.   Römische Morphologie
5.   Malerei der Bewegung
6.   Die abendländische Königszeit
7.   Die kultische Philosophie des Abendlandes
8.   Der Sieg der geozentrischen Weltanschauung
9.   Das Verhältnis von Portrait und Plastik
10.   Willensphilosophie und Bewegungsgedanke
11.   Das spätabendländische Ingenium
12.   Kredit und Arbeit
13.   Griechischer Kultus
14.   Musik, Geschlecht, Generation
15.   Der Zerfall der Fraktalität

Es folgen zwei öffentliche Reaktionen auf Thomas Wangenheim und sein 2013 veröffentlichtes Buch „Kultur und Ingenium“, daß ich, wie gesagt, noch nicht gelesen habe:
„Es dürfte wohl schwierig sein, in der historiographischen Literatur der letzten Jahrzehnte auf ein in jeder Beziehung so unzeitgemäßes Buch zu stoßen wie Wangenheims »Kultur und Ingenium«   –  unzeitgemäß, wohlgemerkt, im besten Nietzsche’schen Sinne.“ (Prof. Dr. David Engels, 2014). Schmidtsche Verlagsbuchhandlung
„Was wie ein Erweckungsruf daherkommt, braucht tatsächlich den Vergleich mit dem Untergang des Abendlandes nicht zu scheuen! .... Kühn bis zum Hochmut – aber voll verwegener Gedanken.“ (Dr. Frank Lisson, 2014). Schmidtsche Verlagsbuchhandlung
Wie aber will - und soll (!) - Thomas Wangenheim das Adjektiv „kühn“, das Substantiv „Hochmut“ und das Verb „verwegen“ verstehen?

Gruß an Kiel.

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HB und RB

28.11.2018, 21:05

„Den folgenden Text erhielt ich per Post am 15.05.2012 von Dir:

»Die vielen anderen Werte habe ich mir, hin und her gerissen von familiären Ereignissen, natürlich bei der 'Familie vorort' angeeignet. Größtenteils aber bei Freunden verändert/verfeinert. Dies wiederum führt teils dazu, dass mein Fokus auf Freundschaften und weniger bei Familie liegt. Soll nicht heißen, das es familiär vernachlässigt wurde sondern meine Prioritäten anders lagen.« **

Dein »Fokus« liegt also »auf Freundschaften und weniger bei Familie«. Das erklärt selbstredend viel von dem, was Du Dir da in Deinem letzten E-Brief zurechtgeschrieben hast. Es ändert aber trotzdem nichts daran, daß es Unsinn ist. Denn es gibt keine echte Alternative zur Familie, und das habe ich Dir damals auch immer wieder geschrieben. Doch Du hast immer nur auf »Freundschaften« gepocht.

Den folgenden Text erhielt ich per E-Post am 07.07.2012 um 13.45 Uhr von Dir:

»Meine Freunde sind mir sehr wichtig, wichtiger als meine Familie es je zu sein scheint.« **

Deine Freunde sind Dir also »wichtiger als Deine Familie es je zu sein scheint«. Noch einmal: Ich habe Dir immer wieder geantwortet, daß die Familie wichtiger ist als jede (! - also auch jede noch so gut funktionierende! -) Freundschaft. Es folgt eines von vielen Beispielen (ich habe sie alle gespeichert ):

»Doris und alle anderen Menschen, die nie erlebt haben, was ich erlebt habe, können (und wollen) das garantiert nicht verstehen, denn sie wissen nicht, was es heißt, wenn ein Vater Vater sein will und es nicht darf. Und es deshalb nicht darf, weil eine unmündige ›Mutter‹ es ihm verbietet. Und es deshalb verbieten darf, weil ein unverantwortlicher ›Staat‹ es ihr erlaubt. Und es deshalb erlauben darf, weil die globalistischen Herrscher es so wollen. Divide et impera (teile und herrsche)!

Vielleicht magst Du ›die Freunde‹ auch deshalb lieber als die Familie. Die Familie wird geteilt, damit besser geherrscht werden kann. Die Kinder gehorchen irgendwann immer mehr den Mächtigen, was diesen sehr entgegenkommt. In den Slums vieler Städte ist das doch auch schon lange zu beobachten (in Amerika z.B. am längsten): lieber zur Gang gehören als zu einer Familie, die, wenn man den Gangmitgliedern glaubt, keinen Halt (mehr) gibt.

Ich will nur hoffen, daß Du das mit ›den Freunden‹ bald anders siehst, denn im Grunde (im Grunde!) ist die Familie das beste und eigentlich auch solideste der kleinsten Kollektive - sie ist eigentlich unersetzbar .... Freunde wenden sich nämlich auch hin und wieder ohne Grund von einem ab, Verwandte nicht .... Es ist und bleibt ein »Tanz auf dem Vulkan«, wenn man z.B. die Familie durch ›die Freunde‹ ersetzt!« **

Wenn Du also so sehr viel von Freundschaft und so sehr wenig von Familie hälst, so muß man sich doch sofort fragen, warum ausgerechnet Du dann eine Familie gegründet, zumindest mitbegründet hast. Wäre es dann nicht besser gewesen, ohne Kinder, also ohne Familie zu bleiben? So jedenfalls hast Du es ja in Deinem Brief und Deinen E-Briefen immer wieder deutlich gesagt.

Liebe Grüße und alles Gute für Dich und Deine »Familie«, die Dir offenbar so viel Streß bereitet.“ **

 

 

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HB und MB (Michael Boden)

01.12.2018, 20:35

Guten Abend, Herr Brune,

ich habe Ihre beiden letzten Mails erhalten und einmal gelesen.

Ich bitte um etwas Geduld.

Herr Wangenheim scheint sich ja wohl als eine Reinkarnation von Spengler zu fühlen. Begabtheit und hohe Intelligenz und Wissenshunger und ein phänomenal gutes Deutsch, will ich Ihm nicht absprechen.

Haben Sie Gottfried Curios Rede im Bundestag gehört?? Mir wurde schlecht vor Angst, fast Panik.

Ich habe eine Möglichkeit, mich nach Thailand abzusetzen, was ich gar nicht will, denn ich hasse die Tropen. Aber in Grönland habe ich keine Freundin.

Wehren statt davonlaufen? Ja, schon, aber wir haben eine neue SA. Und ich bin 66, nicht 26.

Bis bald.

Michael Boden, zutiefst verstört.

***

02.12.2018, 00:51

Fotomontage („Osmas Spengenheim“ oder „Thowald Wangler“)
„Osmas Spengenheim“
oder
„Thowald Wangler“.

Daß Herr Wangenheim „ein phänomenal gutes Deutsch“ (**) benutzt, ist nicht ganz richtig, denn ich habe Ihnen ja schon erzählt, mehrere „grammatische und orthographische Fehler“ (**) in seinen Texten gefunden zu haben - als Sprachwissenschaftler entgeht einem das einfach nicht. Ich meine nicht Tippfehler, sondern grammatische und orthographische Fehler.

Auf Ihre Vermutung, Wangenheim scheine „sich ja wohl als eine Reinkarnation von Spengler zu fühlen“ (**), regaiere ich erst einmal nur mit einer Fotomontage: „Osmas Spengenheim“ oder „Thowald Wangler“. Ob Herr Wangenheim sich wirklich als eine solche Reinkarnation fühlt, weiß ich nicht, halte es aber für durchaus möglich (**|**). Herr Spengenheim oder Herr Wangler sollte einige Aufsätze schreiben, dazu einige Reden halten, die zusammen aber erst nach seinem Tode als Buch unter dem Titel „Reden und Aufsätze“ von seiner Nichte veröffentlicht werden sollen.

Interessant ist auch, was David Engels als Rezension zu Wangenheims „Kultur und Ingenium“ geschrieben hat:

„Nachdem Wangenheim auf mehr als 500 Seiten in meisterhafter Darstellung und überlegener Diktion eine ganz eigene Morphologie der Weltgeschichte vorgestellt hat ..., stellt er nun die gesamte Theorie grundlegend in Frage - oder vielleicht auch nicht, muß sich doch jeder Leser aufgrund der Komplexität der hier erhaltenen Aussagen letztlich sein persönliches Bild machen. So erklärt Wangenheim zum einen, daß im Laufe der Untersuchung der Verdacht immer größer geworden sein dürfte, die Zuweisung einzelner Gesellschaftsströmungen zu »Kultur« und »Ingenium« könne oft durchaus auch gänzlich umgekehrt werden, ohne doch die Überzeugungskraft der Darstellung grundsätzlich in Frage zu stellen, ganz ähnlich, wie ja auch gegen Ende von Thomas Manns »Zauberberg« Naphta und Settembrini austauschbar zu werden scheinen, ohne doch ihren grundlegenden Antagonismus aufzulösen ....

Die Erkenntnis von der Beliebigkeit der Zuweisung vieler historischer Einzelerscheinungen zu Kultur oder Ingenium bedeutet nun aber keineswegs eine vollkommene Relativierung und Aufgabe der Annahme der beiden Grundprinzipien, sondern vielmehr die Notwendigkeit für den Leser (oder auch autobiographisch für den Verfasser; das verwendete »wir« läßt hier einen Zweifel offen), sich nunmehr dem Einfluß der vorgestellten Thesen zu entziehen und sie zu überwinden. Und so heißt es gegen Ende der Darstellung, (wobei sich der Spengler’sche Duktus gewissermaßen gewollt selbst widerlegt): »Ich erkläre hiermit den Untergang der vorliegenden Denkungsart. Sie ist in ihrer eigenen Selbstbestimmung zerfallen. Ihre Zersetzung durch sich selbst ist kultisch, begrifflich, dem Gesetz nach ein Niedergang. Ingen ist es ein Gewinn, ein Gewinn von Freiheit – eine Freiheit, wie sie mit jedem untergehenden Gedanken geschaffen wird. Jede Konstruktion schränkt das Denken notwendig ein. Der Zweifel befreit von ihrer Konsequenz. Um die Freiheit zurückzugewinnen, muß diese Theorie nun scheiden. Sie ging an sich selbst zugrunde. Sie war der Versuch, eine historische Logik zu schmieden – die tolldreiste Frechheit der Superbia.« (S. 521).

Bedeutet das nun aber, daß das Buch umsonst war? Daß der Verfasser seine These als ungültig erkannt habe und daher nunmehr grundsätzlich ablehnt? Daß alles nur Ironie und Parodie war, gewollte Irreführung des gutgläubigen Lesers? Daß 500 Seiten Geschichtsphilosophie nur zum Aufbau einer literarischen Spannung verfaßt wurden, welche einzig im Dienste einer Art Nietzsche’scher Götzendämmerung stehen sollte? Auch hier kann letztlich nur der einzelne Leser die Entscheidung treffen, sollte dabei aber nicht vergessen, daß der Verfasser (dessen historische Selbstverortung am Endpunkt der abendländischen Geschichte übrigens in seinen eigenen Grafiken auch morphologisch recht genau bezeichnet ist) selbst noch im scheinbaren Verwerfen des eigenen Denkens wesentlich innerhalb der eigenen Argumentation verbleibt und damit keineswegs vom Ingenium in die Freiheit ausbricht - sondern vielmehr wiederum in die Kultur ... und vielleicht gar in eine neue Genese, ganz im Sinne der ersten Worte des Werkes, wo, vom Leser noch unverstanden, der »Entschluß der Zeit, ihre Richtung umzukehren« (**), erwähnt wird ....“ David Engels, a.a.O.

„Verwegene Gedanken“ (**) des wunderlichen Herrn Wangenheim?

Herr Boden, Sie fragten, ob ich „Gottfried Curios Rede im Bundestag gehört“ (**) hätte. Nein. Was hat er denn gesagt?

Sie haben also eine Möglichkeit, sich „nach Thailand abzusetzen“ (**), hassen aber „die Tropen“ (**), was ich gut verstehen kann, obwohl ich meine Abneigung gegen die Tropen nicht so kraß beschreiben würde. Sie würden gern nach Grönland auswandern, haben dort aber „keine Freundin“ (**). Haben Sie denn in Thailand eine Freundin?

Meinen Sie mit der neuen „SA in Deutschland“ (**) die „Antifa“?

Ich bin sehr beunruhigt über Sie, weil Sie geschrieben haben, Sie seien „zutiefst verstört“ (**). Warum?

Vielleicht sollte ich im Winter nach Kiel kommen. Wie ist Kiel im Winter?

Gruß an Kiel.

***

02.12.2018, 16:33

Die grammatikalischen (grammatischen! HB) Fehler Wangenheims, sind mir tatsächlich nicht aufgefallen, muss ich mal genauer hinschauen.

Ja, mit SA meine ich die Antifa.

Mit dem Global Migration Pakt beschäftige ich mich erst seit ganz wenigen Wochen. So ist mir erst bei Curios furioser Rede wirklich klar geworden, was für ein Elend auf Deutschland (aber auch dessen Nachbarn) zukäme, wenn man dies nicht verhindert oder zu einem Moratorium zwingt (**). Gott, ist der lang, dieser Link. Hoffentlich funktioniert er.

Ja, nach Thailand habe ich eine persönliche, beglückende Beziehung. Aber die Hitze schafft mich, und seit einiger Zeit werde ich kulinarisch wieder etwas konservativer. Monatelang Thai-Essen, das mag ich nicht mehr.

Kiel im Winter ist scheußlich, gar nicht so kalt, aber dunkel.

***

02.12.2018, 17:54

Danke für den Verweis zu Curios Rede im Bundestag (**). Haben Sie die Verteilung der Geschlechter und Hautfarben hinter Curio bei der Bundestagspräsidentin gesehen? In einem weißen Land. Von sieben Menschen vier Frauen (57,14%), drei Männer (42,86%), und von diesen drei Männern ein Neger (33%). Daß es eine solche Verteilung überhaupt gibt, ist schon sexistisch und rassistisch genug. Aber daß es genau so und nicht anders verteilt ist, ist kein Zufall, sondern zeigt genau den Sexismus und Rassismus, der auf uns projiziert wird und in Wirklichkeit nur in Lobby und Obrigkeit existiert. Daß die beiden weißen Männer (28,57%) überhaupt noch geduldet werden im Bundestagspräsidium, im Bundestag, im Bundesgebiet .... Muß ich noch mehr sagen?

Nur nebenbei: Es sind keinegrammatikalischen“ (**), wie Sie sagen, sondern grammatische Fehler, keine orthographikalischen, sondern orthographische Fehler, keine semantikalischen, sonder semantische Fehler, keine mathematikalischen, sondern mathematische Fehler. Nicht wenige Mathematiker sagen gerne „grammatikalisch“. Warum? Weil sie auch mit mathematischen Grammatiken zu tun haben, die vom Adjektiv her gesehen eben „grammatisch“ sind. Um diese mathematischen Grammatiken von den linguistischen Grammatiken zu unterscheiden, benutzen sie gerne das Adjektiv „grammatikalisch“. Grammatisch falsch ist es aber trotzdem (). Man muß ja nur im Duden nachsehen. Das Adjektiv „grammatisch“ ist grammatisch richtig.

Um ein Beispiel zu geben: In Ihrer letzten Nachricht ist Ihnen mit dem Wort „konservativer“ (**) ein semantischer Fehler unterlaufen. Das Thai-Essen ist ja schon ein konservatives Essen, d.h. ein Essen mit Tradtion.

Daß wir in einem „Zeitalter der Beliebigkeit“ leben, zeigt eben auch die Unbestimmtheit der richtigen Schreibweise, dabei war es früher eindeutig, d.h. es gab keine verschiedenen Möglichkeiten der Schreibweise. Es will nur niemand Verantwortung haben, niemand Festlegungen machen müssen, niemand für überhaupt irgendetwas geradestehen müssen. Das ist Beliebigkeit bzw. Unbestimmtheit. Dieses „Zeitalter der Beliebigkeit“ wurde (und wird leider immer noch) fälschlicherweise „Postmoderne“, also „Nachmoderne“ genannt, doch, wie wir hundertprozentig wissen, ist die Moderne nicht vorbei. Die Unbestimmtheit, von der ich eben sprach, geht zurück auf Werner Heisenbergs Unschärferelation bzw. Unbestimmtheitsrelation und bezieht sich natürlich in erster Linie auf die Wissenschaften, namentlich die Naturwissenschaften, aber auch die „Sozial“- und Geisteswissenschaften sind davon betroffen, wollen es aber nicht wahrhaben. Sie wissen ja sicherlich, was die Heisenbergsche Unbestimmtheitsrelation besagt. Was ich aber nur sagen wollte, ist: es gibt immer noch die Regel, daß es „grammatisch“ und eben NICHT „grammatikalisch“ heißt. Die grammatische Regel und auch die orthographische Regel (die nicht dasselbe wie die grammatische Regel ist!) für das Adjektiv „grammatisch“ gilt also immer noch, nur wollen das viele nicht akzeptieren, weil es da die Unsicherheit gibt, die zur eben genannten Unbestimmtheit führt, die sich wiederum als Beliebigkeit äußert (kulturphilosophisch also: als Nihilismus, Dekadenz usw.). Ja, so ist das eben ....

Wer „Neger“ sagt, ist nicht böse! In Afrika sind immer noch Flüsse und Staaten nach den Negern benannt, z.B. Niger und Nigeria. Wo ist das Problem? Es gibt da keines. Diejenigen, die das Wort „Neger“ als „Problem“ verinnerlicht haben, haben also selbst ein Problem. Sie haben es und machen sich dadurch selbst zum Problem.

Die Buren werden ausgerottet! Ganz genau! Und niemand steht auf und ist - wie angeblich sonst - empört! Gibt Ihnen das nicht zu denken, Herr Boden? Es ist genau das, was ich schon seit Jahrzehnten sage. Die Weißen sollen ausgerottet werden, und sie werden längst ausgerottet. Hitlers Verbrechen sind Niedlichkleiten im Vergleich zu denen der heutigen Machthaber; Hitlers Verbrechen waren schon Niedlichkeiten im Vergleich zu denen der Kommunisten wie v.a. Lenin, Stalin, Mao und Pol Pot, die alle zusammen 200 Millionen Menschen getötet haben, jeder also durchschnittlich 50 Millionen. Die Zahl der Weißen beläuft sich derzeit auf rd. 1 Milliarde, vielleicht auch mehr. Mindestens 300 Millionen Moslems wollen nach Europa und meinen damit natürlich primär Deutschland oder Schweden. Mit den Negern zusammen sind diese „Ausreisewilligen“, auf die die Menschenhändler („Schleuser“ - wie nett umschrieben!) immer schon warten, derzeit auf eine Anzahl von 700 bis 900 Millionen zu bemessen. Die Menschenhändler gehören zu einer Mafia; diese Mafia ist längst ein Lobbyist bei der UNO, der EU, der Bundesregierung usw.. Sie und natürlich hauptsächlich der superreiche Jude George Soros (eigentlich: Georg Schwarz), der schon damals seine Mitjuden an die Nazis verraten und ausgeliefert hat, stecken hinter diesem rassistischen „Migrationspakt“. Die sogenannte „Antifa“ ist übrigens auch eine von Soros massiv unterstützte militante „Gruppierung“. Das hat Trump schon richtig erkannt. Da der Jude Soros mit den Nazis zusammenarbeitete, ist es ja auch kein Wunder, daß er jetzt schon wieder eine SA (= „Antifa“) unterstützt.

So wie es den Buren ergangen ist und immer noch ergeht, so wird es bald auch den anderen Weißen ergehen, schon jetzt geht es ja bestimmten Europäern so. Es ist diese widerliche Mischung aus Kapitalismus und Kommunismus, die dazu führt, daß beide - Kapitalismus und Kommunismus - sich von ihrer jeweiligen absolut ausufernden, abscheulichsten und menschenfeindlichsten Seite zeigen, so daß jeder Kapitalist von früher und jeder Kommunist von früher vor Neid erblassen könnte, wenn er noch lebte. Also zeigt sich diese widerliche Mischung auch in der Hautfarbe und im Geschlecht, also als Rassismus und Sexismus extremster Art. Die spenglerschen Cäsar(ist)en nahen, Herr Boden! Die römischen waren nichts dagegen! Und wie gesagt: die schlimmsten kommen ja erst noch. Die Opfer sind derzeit die Weißen - statistischer Hauptnenner: die männlichen Weißen. Dafür können sie jede Begründung hernehmen. Wem gegenüber sind sie Rechenschaft schuldig? Sie sind die Reichsten, also die Mächtigsten. Keiner von ihnen ist Politiker! Denn ihre Politik ist privat! Meiner Meinung nach sind sie keine Menschen mehr, sondern Monster, cäsarische Monster.

Mir kommt es manchmal so vor, als würden wir schon in der Hölle leben. Jetzt sollen sogar die Gesetze gelockert werden, damit die Statistik „übereinstimmen“ kann mit der Ideologie und die kriminellen Einwanderer unbestraft bleiben können, sich pudelwohl fühlen, während die Einheimischen vergewaltigt, enteignet, also entrechtet, nicht wenige von ihnen getötet werden, jedenfalls aber der völligen Vernichtung ausgesetzt werden.

Wie schnell eine Jahrtausende alte Gesellschaft - und ich meine hier die gesamte westeuropäische - abgebaut werden kann, sieht man seit 1989/’90, seit dem Mauerfall also, besonders seit 2015, als die Eroberung durch fremde Massen in einem zuvor noch nie dagewesenen Ausmaß zugelassen wurde, obwohl die wiederum nur offen zeigte, was schon längst faul war an der ganzen Angelegenheit, die schon seit dem Ende des 2. Weltkrieges, wenn nicht schon seit dem Ende des 1.Weltkrieges hier ihr Unwesen treibt. Es ist ja auch schon merkwürdig, daß der 1. Weltkrieg überhaupt stattfinden konnte. Der ist nämlich auch von außen angestimmt und inszeniert worden. Das Attentat von Sarajevo an den österreichischen Thronfolger war nur einer der vielen Versuche, den 1. Weltkrieg zu provozieren. Hinter diesem Attentat steckte Serbien, steckte aber eben auch Rußland, das eine panslawistische Politik betrieb. Aber die wahren Drahtzieher waren andere, nämlich bereits solche Privatmänner im Abendland, wie Spengler sie für die apollinische Antike und eben auch schon für das faustische Abendland beschrieben hat. Und so sehen wir, daß die abendländischen Privatmänner nicht - wie z.B. im antiken Rom - das Geld protzend vor sich her tragen, sondern gar nicht in Erscheinung treten und trotzdem alles bestimmen. Denken Sie z.B. an die Warburgs, die aus Warburg sind; denken Sie vor allem an die Rothschilds, die aus Frankfurt sind, eigentlich Bauer heißen und in der Judengasse mit dem roten (damals: „rothen“) Schild wohnten. Sie haben die meiste Macht, aber nur wenige kennen sie. Das war im antiken Rom genau andersherum, wo die Reichsten und also die Mächtigsten ihr Geld prahlend und protzend vor sich her trugen, damit jeder es sehen konnte. Bei uns heute sind die Namen der Reichsten und also die Mächtigsten gar nicht erwähnt, auch nicht bei Forbes (Thomas Wangenheim). Man könnte schlußfolgern, daß die heutigen Mächtigtsen von den damaligen Mächtigsten gelernt haben, weil sie verhindern wollen, daß sie entmachtet werden“; sie haben aber auch andere Wege, um sich abzusichern, um weiterhin relativ unbekannt und unbehelligt zu bleiben. Es kommt hier der Gegensatz zwischen dem antiken Seelenbild und Ursymbol einerseits und dem abendländischen Seelenbild und Ursymbol andererseits zum Ausdruck.

Ich spreche dieses Thema schon seit Jahrzehnten an. 2001 begann ich mit der Veröffentlichung meiner Webseiten (**), einige davon waren schon lange vorher fertig, andere nicht, aber das Thema „antideutscher, also antieuropäischer, also antiweißer Rassismus“ und das Thema „antimännlicher Sexismus“ beschäftigten mich schon lange, lange vorher, und sie beschäftigen mich natürlich noch heute. In unserem Land hätten wir 200 Millionen Deutsche mehr, wenn nicht seit den 1960er Jahren eine permanente Hetze gegen Kinder, gegen Familien, vor allem gegen Väter betrieben worden wäre, und diese Hetze richtete und richtet sich auch und besonders gegen Frauen, echte Frauen (Weiber), also Mütter! Damals hieß es im Porpagandablatt „Der Stern“: „Ich habe abgetrieben!“ Da ging es nie um Freiheit, sondern darum, uns zu vernichten. Wir sind denen da oben und denen da unten zu intelligent, zu erfolgreich, zu reich (d.h. zu sehr ein Objekt der räuberischen Begierde, der Ausbeutung [die Hetze wird erst dann aufhötrn, wenn es nichts mehr auszubeuten geben wird]), also zu gefährlich. Darum müssen wir weg! Die da oben sind auch weiß, doch das ist egal, weil sie niemand attackieren kann, und die da unten sind nicht weiß, und das ist denen da oben und denen da unten aber nicht egal.

Alle westlichen Politiker sind nichts anderes als Marionetten der Globalisten. Wie ich schon seit gefühlten Ewigkeiten sage: Der Globalismus will alles - und alles Westliche, alles Nationale, ja alles Weiße abschaffen.
Tim
Tim Kellner   Tim Kellner
Er ist die politökonomische Version des abendländischen Nihilismus in seiner letzten Phase. Darum, so folgert Tim Kellner richtig, „sehen wir die Rothschild-Marionette Macron und die die Soros-Vasallin Merkel, die mit einer peinlichen Geste da glänzt“ (Tim Kellner Tim Kellner), wo ihr Volk, mit dem sie nichts zu tun haben will, nur noch Verrat wittert. Wir werden, und zwar schon seit 1918, besonders seit 1945 und ganz besonders seit 1989/’90, verraten und verkauft. Wir leben unter dem Diktat eines Waffenstillstandes (1918), unter dem Diktat alliierter Besatzungsmächte (1918 und 1945), dem Diktat der bedingungslosen Kapitulation (1945), und alle bundesrepublikanische Kanzler haben es bis heute nicht vermocht, auch nur eine dieser Formen von Diktat abzumildern, sondern im Gegenteil: sie haben, insbesondere nach dem Mauerfall (1989) diese Diktatur sogar noch verstärkt, dem Volk das Kuschen in einem Ausmaß diktiert, wie es noch nie zuvor geschehen war. Noch deutlicher wurde diese Tatsache durch den mit Recht „Teuro“ genannten „Euro“ (1999/2002), durch die EU-Osterweiterung (2004 und 2007), durch die Globale Finanzkrise (2008) und natürlich durch die zahlenmäßig mit der vor rd. 2150 Jahren (!) begonnenen und vor rd. 1500 Jahren endenden Germanischen Völkerwanderung vergleichbaren Afroasiatischen Masseneinwanderung (2015), die nun nicht etwa von unseren Politikern (Marionetten) bekämpft wird, wie es schon rein rechtlich ihre Pflicht gegenüber Volk, Verfassung bzw. Grundgesetz ist, sondern - ganz im Gegenteil - nun erst richtig und sogar „legalerweise“ vonstatten gehen soll.

Zu Wangenheim: Ich habe jetzt endlich wenigstens die vier Hörbücher zu „Kultur und Ingenium“ gehört. Im 4. Hörbuch z.B. geht es auch ganz gezielt um die Fraktale innerhalb der Geschichtsphilosophie Wangenheims.

„Das Fraktal ist logisch-kausal erzeugt, doch in der Masse seiner selbst gibt es sich dem Zufall hin. Das Denkmoment des Fraktalen, welches uns in seiner vielleicht ausschließlichsten Form, der Geschichte, noch gegenübertreten wird, reift so zum Mittler zweier bisher unvereinbarer Gegensätze heran, deren Opposition nicht weniger als alles in der Welt bestimmt. .... Fraktalität, Selbstähnlichkeit, heißt sich selbst bespiegeln, heißt das Bild des Bildes schauen, heißt nach der Bedingung der Möglichkeit fragen, heißt reflektieren. Dies ein Vorgang, der beliebig oft auf sich anwendbar ist, ohne aus der gegebenen Menge - denn sie bespiegelt sich selbst - herauszuführen. Der Begriff des Fraktalen ersetzt so die Spaltung in Determinismus und Zufall, in Ordnung und Wille, in Gesetz und Urteil, in System und Emergenz, in Wahrheit und Unbestimmtheit. Das ist es, was das Fraktale zu einer Denkgröße erhebt, welche das Ganze zu beherrschen in der Lage ist. Wir wollen diese Herschaft nun antreten.“ Thomas Wangenheim

Ich lag also schon anfangs mit meinen Vermutungen richtig.

Trotzdem überlege ich, ob ich mir das Buch nicht von meiner Frau zum Geburtstag schenken lassen soll.

Zum „Elend (**): Später will es keiner mehr gewußt haben, weshalb ich noch einmal wiederhole: Auf meinen Internetseiten ist doch schon seit 2001 zu lesen, welches Elend auf Europa zukommt. Vor 2001 habe ich das auch schon gesagt, nur hatte ich da noch keine eigene Internetseite.

Zur Freundin aus „Thailand (**): Haben Sie mir nicht einmal erzählt, daß Sie verheiratet sind?

Zu „Kiel im Winter (**): Aber, Herr Boden, so sehr dunkel ist es ja auch in Kiel nicht wirklich den ganzen Winter über, sondern nur eben in der dunkelsten Zeit des Winters.

Ich mag die Jahreszeiten. Tropen sind nichts für mich, Subtropen auch nicht. Der mitteleuropäische (breitengradmäßig!) Winter könnte zwar etwas kürzer sein, aber ansonsten mag ich auch ihn sehr. Ich bin mit den Jahreszeiten aufgewachsen und möchte sie niemals missen. Vielleicht sind sie auch deshalb eine der Grundlagen für meine Kulturtheorie. Ich wollte ja unbedingt eine naturwissenschaftlich begründbare Kulturtheorie. Deshalb sollte diese mit den Erkenntnissen über das Universum und das Sonnensystem (Kosmologie, also Physik) sowie über die Erde selbst (Geologie, also Physik und Chemie) und über das Leben (Biologie) unbedingt vereinbar sein. Ich komme ja eigentlich von den Wissenschaften her. Deshalb habe ich versucht, die Kultur aus naturwissenschaftlichen Phänomen heraus zu erklären. Der spiralförmige Verlauf der Körper im Universum hat ja in der Tat mehr mit Zyklizität als mit Linearität zu tun. Die Linearität spielt in der Physik auch nur wegen der Zeit(-Definition) eine Rolle - Stichwort: „Zeitpfeil“. Aber es gibt auch für die Zeit noch ein anderes Kriterium: ein seelisch-geistiges. Und dies führt auch zu einer großzügigeren Definition. Was die Geologie und ihre heute wohl wichtigsten Grundlagen angeht, so spielen sowohl für meine Entwicklungstheorie als auch für meine Kulturtheorie der Aktualismus, der Exzeptionalismus, die Kataklysmentheorie (Katastrophentheorie) und - nicht zuletzt - die Zyklentheorie eine wichtige Rolle. Und warum das Leben ebenfalls eine große Rolle für meine Kulturtheorie spielt, wissen Sie ja schon. Jedenfalls ist das Klima, das ja ein physikalisch-chemisches Phänomen ist und wegen der Tatsache, daß ich mich auf unseren Planeten beziehe, eben vor allem als geologisches Phänomen anzugehen, woraus u.a. folgt, daß auch die Jahreszeiten zum Thema gemacht werden müssen. Unser Globus hat eben eine geneigte Achse und bewegt sich darum wie ein Kreisel. Das hat mich immer schon fasziniert. Stellen Sie sich vor, unsere Erde hätte keine geneigte Achse.

 

 

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