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Donald Trump
(*1946)

Wie ist Donald Trump strategisch einzuordnen? Was bezweckt er mit dem, was er während des Wahlkampfes versprach? Will er wirklich die Vereinigten Staaten zurück zu ehemaliger Größe verhelfen, oder ist das nur ein populistischer Trick, der in Wirklichkeit ganz anderen als wählenden Menschen und vielleicht sogar ihm selbst dient? Hat er nicht recht mit der Behauptung, daß er als Präsident eines Volkes, einer Nation, die Aufgbae hat, seine Nation anzuführen und dabei das Beste für sein Volk und das Land, in dem es wohnt und sich sorgt, herauszuholen? Ist es nicht richtig, daß man nicht immer nur durch Überfälle auf andere Völker und deren Länder - Kriege gegen sie - zu Reichtum und darum Macht kommen will? Und wenn es sich nicht vermeiden läßt, andere um des eigenen Vorteils willen zu benachteilen, ist es dann nicht wenigstens ehrlich, das Ziel von Reichtum und damit Macht auf eine Weise erreichen zu wollen, die andere Völker und Länder etwas mehr schont, dafür aber auch das eigene Volk schont? Ist nicht eine gewisse Isolationspolitik für die USA seit spätestens 2001 (Anschlag auf die Zwillingstürme in New York und den Pentagon in Washington) angemessener als ein ewiges „Weiter-so“ mit Krieg, Zwang (Dollar als Druckmittel) und unangemessener Großmannssucht? Haben nicht gerade die Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer kurzen Geschichte (so kurz, daß man das Wort „Geschichte“ fast vermeiden möchte) von 1776 bzw. 1787/1789 bis 1898 (Überfall auf Spaniens Kolonie Kuba; spätestens infolge dieses von ihnen angefangenen Spanisch-Amerikanischen Krieges erbeuteten sie Kuba, Puerto Rico, Hawaii und Philippinen, also erstmals auch fremdkontinentale Gebiete) gezeigt, daß sie sich ganz gut nur auf sich konzentrieren können? Und wenn sie es zuvor aus Gründen von fehlender Reife und Uneinigkeit noch nicht tun konnten, haben sie dann nicht dennoch während dieses einen Jahrhunderts fehlender Reife und Uneinigkeit die Erfahrung machen können, wie eine Politik der Selbstbeschränkung funktioniert? Aber der Wille zur Macht ist bekanntlich stärker, nicht wahr?

Kathrina, a.a.O.
Is Donald Trump Dangerous? - Is Donald Trump really the leader of a new, hate-filled authoritarian movement? Is it true that nothing is more harmful to the idea of the West and world peace than Donald Trump as the president of the United States? Does Donald Trump really want »a ruthless America«? Is Donald Trump a neo-fascist? Is Donald Trump a narcist? Who is he?“ - Kathrina, 11.09.2017, 20:28. ** **

Ist Trump vielleicht sogar gefährlich, wie die Internetuserin Kathrina in einem englischsprachigen Webforum am 19.03.2017 fragte (übersetzt von mir): Ist Donald Trump wirklich der Anführer einer neuen, hasserfüllten autoritären Bewegung? Stimmt es, dass nichts schädlicher für die Idee des Westens und den Weltfrieden ist als Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten? Will Donald Trump wirklich »ein rücksichtsloses Amerika«? Ist Donald Trump ein Neo-Faschist? Ist Donald Trump ein Narzißt? Wer ist er?“ (**|**). Müssen wir vielleicht Vergleiche größerer historischer Dimension heranziehen, um der tieferen Bedeutung dieses zumindest angeblich umstrittenen US-Präsidenten näherzukommen?

Tiberius Sempronius Gracchus Donald John Trump
Tiberius Sempronius Gracchus Donaldus Trumpus

„Maybe we will get the European unification after a civil war as it has taken place in the Ancient Roman times. So we will get »Marius«, a »Sulla«, a »Ceasar« and at last an »Augustus«“ - Arminius, 10.09.2017, 21:26. ** **

„But are Donald Trump and Tiberius Sempronius Gracchus really comparable?“ - Arminius, 11.09.2017, 20:28. ** **

Lesern meiner Webseiten dürfte bekannt sein, daß ich den Verlauf von Entwicklungen nicht einfach linear, sondern auch und insbesondere zyklisch betrachte. Entwicklungen sind nicht grundsätzlich nach oben hin offen, wie uns unsere eigene Kultur mitsamt ihrer immer schon auf diese Glaubens- und Denkrichtung abzielenden Idee wahrmachen will, sondern durch bestimmte Rahmenbedingungen einegschränkt, innerhalb derer es aber Entfaltunsgmöglichkeiten gibt. Diese relativ freien Entwicklunsgmöglichkeiten zeigen, da sie in einem Rahmen eingebettet sind, unterschiedliche Formen (man mag sie „Phänotypen“ nennen), doch diesen Formen liegen in der Tiefe dieselben Formen (man mag sie „Genotypen“ nennen) zu Grunde. Das bedeutet, daß diese unterschiedlichen Oberflächenformen immer wieder denselben Tiefenformen folgen, diese nach außen - an der Oberfläche eben - nur jeweils anders zeigen. Diese Ähnlichkeiten, die sich aus den Abhängigkeiten der Oberflächenphänomene von den ihnen zugrundeliegenden Tiefenphänomenen ergeben, habe ich eingehend untersucht. Bezüglich der Rolle, die die Vereinigten Staaten von Amerika seit dem Ende des 2. Weltkrieges spielen, haben beispielsweise eine ihrer Analogien in der Rolle der Römischen (Noch-)Republik seit dem Ende des 2. Punischen Krieges. Welche Rolle spielt Trump unter diesen Gesichtspunkten?
Donald Trump
Lucius Cornelius Sulla Donaldus Trumpus
Es wäre nicht nur die Rolle eines Tiberius Sempronius Gracchus oder die seines Bruders möglich, sondern auch die eines Marius, Sulla oder Pompejus, weniger wahrscheinlich auch die eines Cäsar oder Augustus, weil die Geschichte bei den letztgenannten Analogien noch nicht angekommen ist, obwohl auch in der antiken Entsprechung schon Sulla oder wenig später Pompejus die Rollen der später erst aufgetretenen Cäsar und Augustus so erfolgreich hätten vorweggenommen können, daß sie schlichtweg nicht mehr nötig gewesen wären. Es gibt aber noch keine Analogie zu den antiken Verhältnissen zwischen 60 bis 30 v. Chr.. Andeutungsweise mögen „parallele“ Personen vielleicht auch sogar schon zu Crassus, zu Catilina, zu Pompejus, zu Cäsar, zu Clodius, zu Lepidus, zu Antonius gefunden werden können, aber ganz sicher keine zu Augustus. Es braucht immer die Tendenz hin zu einer Person, die den „Endzustand“ herbeiführen wird, aber die gerade genannten Personen, zu denen „Parallelen“ gefunden werden können, zogen im Grunde am selben Strang, so daß sie ohne Opposition Rom im Endeffekt „getötet“ hätten. Die Analogie zu der heutigen Zeit des Abendlandes kann auch demnach nur die der Zeit vor und nicht nach Sullas Macht sein - es sei denn, daß man annimmt, daß (1.) ein „abendländischer Sulla“ erst später kommen werde oder (2.) gleich eine den Endzustand herbeiführende Person wie Augustus kommen werde oder (3.) es keine Opposition mehr geben und das Abendland eben durch „Selbstkastration“ mit daran anschließendem „Selbstmord“ sich aus der Geschichte verabschieden werde.

Donald Trump
Otto Wests Meinung zu Trump und seiner Bewegung
Als Trump gleich nach seinem Amtsantritt Jerusalem als „Hauptstsadt Israels“ anerkannte, tauschte ein Internetuser in einem englischsprachigen Webforum sein Avatar in ein anderes um: dieses neue Avatar zeigte Trump mit einer Kappe, auf deren Vorderseite zu lesen war: „MAKE ISRAEL GREATER“. Was Trump mit seiner Aktion bewirken wollte, ist nicht ganz klar, denn er hat einerseits gute Beziehungen zu Juden in Israel, macht sich aber andererseits bei denjenigen, die Israel als Feind betrachten, unbeliebt. Ob er deswegen, wie der oben erwähnte Internetuser meinte, ein Verräter wie Benedict Arnold sei (**), war wohl eine voreilige Schlußfolgerung. Trotzdem muß man sich fragen, warum (und nicht etwa: ob!) und wie sehr hier Trump sich von einer bestimmten Lobbygruppe abhängig gemacht, wie sehr er es vielleicht sogar um seines politischen „Überlebens“ willen getan hat. Die nächsten Jahre werden es deutlicher zeigen. Einen Alleingang hätte er als US-Präsident wahrscheinlich nicht einmal für einen Tag überstanden. Er mußte also, um sich Rückendeckung für seine Politik zu verschaffen, sich in eine bestimmte Richtung bewegen, am besten in eine ihm wenigstens teilweise Zugeneigung entgegenbringende Richtung. Daß er die US-Nation retten will, aber nicht immer die richtigen Mittel dafür wählt, kann man ihm angesichts der Tatsache, daß es auf diesem Planeten keinen einzigen souveränen Staatschef gibt, nicht vorwerfen. Die Wirtschaft der USA ist in einem kaputten Zustand, der (Noch-)Staat als der „Oberstaat“ der fünfzig ihm untergeordneten (Noch-)Staaten ist so sehr verschuldet (2015 z.B. mit 21,516 Billionen US-Dollar), daß niemand weiß, wie schlimm sich das auf das US-Volk auswirken wird, falls die Schulden nicht gestrichen werden würden, und selbst dann, wenn sie gestrichen werden würden, würde bis dahin sich wirtschaftlich nicht viel zum Positiven ändern, dafür aber um so mehr zum Negativen. Die Mittelschicht schrumpft überall im Abendland, besonders in den USA. Doch die Mittelschicht ist die einzige Schicht, auf die sich die Wirtschaft stützen kann und selbstverständlich auch tatsächlich stützt. Der Krieg gegen Vietnam, der mit der Niederlage der USA endete, scheint nicht nur das US-Volk geteilt, sondern im Grunde die gesamte Struktur der USA zerstört zu haben. Die Abkoppelung des US-Dollars vom Gold (15.08.1971), der Ausverkauf der Industrie an das Ausland, besonders an China, zuletzt sogar die Abkoppelung aller das Geld betreffenden Regeln und die nie aufhörenden und immer mehr zunehmenden Kriege in aller Welt, die von den Vereinigten Staaten von Amerika begonnen worden sind, haben dieser Nation, die vom 9. Mai 1945 bis zum 2. August 1964 oder - wegen der Wernher von Braun (**|**), Hitlers Raketenbauer, zu verdankenden Mondlandung (20.07.1969) - sogar noch bis zum Ende der 1960er Jahre strahlte, das Genick gebrochen.

 

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© Hubert Brune, 2017 ff. (zunächst nur auf Papier, später auch auf Bildschirm; zuletzt aktualisiert: 2020).