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Textauszüge aus Briefen und E-Briefen

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- 2012 -

HB und MB
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 HB und JB
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HB und RB
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 Ausgewählte Texte aus Briefen und E-Briefen

 

NACH OBEN

HB und MB (Michael Boden)

04.01.2012, 11:48:00

Guten Morgen, Herr Boden!

Ihre Antworten sind sehr interessant! Vielen Dank dafür!

Es geht mir in Reaktion darauf um folgende vier Punkte:

1.) Die Bedeutung der Falsifikation für die wissenschaftliche Erkenntnis bzw. Erkenntnislehre (ein besonders wichtiger Punkt!).
2.) Die von Ihnen angesprochene „Phantomzeit“ und die Daten gemäß Spenglers bzw. gemäß meiner Theorie.
3.) Die Antipoden der Abendländer.
4.) Die Todesstrafe in der EU.

Zu 1.) Die Bedeutung der Falsifikation für die wissenschaftliche Erkenntnis bzw. Erkenntnislehre.

Wie gesagt: Besonders beziehen möchte ich mich auf die Bedeutung des Widerlegens bzw. Falsifizierens für die wissenschaftliche Erkenntnis bzw. die Erkenntnislehre.

Wie Sie sehe auch ich in Spenglers Theorie kein „hermetisches Konstrukt wie die Psychoanalyse oder den Marxismus, Rudolf Steiners Anthroposophie und manch anderes“ (**). Es gibt aber auch Theorien, die laut Meinung vieler Wissenschaftler ebenfalls nicht widerlegt werden können, weil sie fundiert zu sein scheinen oder auch sind - ich denke hierbei an naturwissenschaftiche Theorien wie z.B. die von Physikern wie Max Planck, Albert Einstein und Werner Heisenberg oder die von Biologen wie Charles Darwin oder Ernst Haeckel, obwohl es bei Biologen schon problematischer wird mit der Fundiertheitsbehauptung. Eine Theorie muß falsifizierbar sein. Aber wir können ja nicht abstreiten, daß die Theorien solcher Wissenschaftler schwer zu widerlegen oder, um es wissenschaftlicher bzw. erkenntnistheoretischer auszudrücken, schwer zu falsifizieren sind. Solange sie gelten, gelten sie auch als nicht widerlegt, nicht falsifiziert.

Poppers Aussagen betreffen ja die wissenschaftliche Erkenntnis, genauer: die Erkenntnistheorie als Teil der Erkenntnislehre. Die Erkenntnislehre ist auch eines meiner Lieblingsthemen. Wir müssen uns darüber natürlich im klaren sein, daß Popper mit seiner Falsifikationsthese die Naturwissenschaft einerseits nicht sicherer, sonderen unsicherer, aber andererseits nicht unsicherer, sondern sicherer gemacht hat. Für wen jeweils? Darauf kommt es an! Denn (nicht nur, aber) auch dank Popper können sich zwar alle diejenigen Naturwissenschaftler, deren Theorien als nicht falsifiziert gelten, sicher sein, daß sie es ziemlich lange bleiben werden, während alle anderen Naturwissenschaftler unsicher bleiben müssen darüber, ob ihre vielleicht bessere bzw. erkenntnistheoretisch wertvollere Theorie jemals akzeptiert werden wird (denken Sie nur daran, wie lange Alfred Wegener ausgelacht worden ist - gerade auch in dem englischsprachigen Teil der Erde -, obwohl auch damals schon die vorherrschenden Theorien in der Geologie falsifiziert werden konnten, aber eben nicht wurden [warum wohl?]). Die anderen Wissenschaftler sind gegenüber den etablierten Wissenschaftlern aber immer eine riesige Mehrheit und könnten sich unter anderen Bedingungen als den geltenden viel leichter durchsetzen. Es ist ähnlich wie in der Evolution bzw. Geschichte. Manchmal setzt sich die Minderheit aufgrund ihrer Qualität (Intelligenz, Leistung u.s.w.) durch und manchmal die Mehrheit aufgrund ihrer Quantität (Masse, Anzahl). Wenn es nur die Qualität wäre, dann gäbe es - übrigens - auch keinen Untergang des Abendlandes; denn leider ist es die Quantität, z.B. die Zahl der Migranten aus fremden Kulturen (weil sie schlicht mehr Nachkommen haben!), die zuletzt dem Abendland den Todesstoß versetzen wird. Wenn es in der (Natur-)Wissenschaft auch noch exakt so wäre - seit Poppers These Doktrin ist, ist das aber immer seltener so -, dann wären Theorien, dann wäre z.B. Einsteins Relativitätsheorie mehr Druck seitens der Konkurrenz ausgesetzt, als es tatsächlich der Fall ist. (Übrigens: Ich bin nicht gegen Einstein oder dessen Relativitätstheorie!).

Quadrialistisches Weltbild
Mein „4-Stufen-und-4-Seinsweisen-Modell“ („8-Welten-Modell).

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, denn: Ich will hier niemanden persönlich und keiner Sache das Wort (nicht) reden; aber ich will auf etwas Grundlegendes für uns Menschen, also auf etwas Anthropologisches hinaus: Wir Menschen sind nämlich nur einerseits Erkenntnis- oder Geisteswesen und andererseits Gefühls- oder Seelenwesen - genau genommen besteht unsere Existenz sogar aus mehr als nur diesen zwei (dualistischen) Ebenen, nämlich aus mindestens vier (quadrialistischen) Ebenen (**). Ich habe mich damit ausführlicher beschäftigt und dies z.T. auf meinen Internetseiten dokumentiert (**|**|**|**). Ich gehe - so gesehen - von einem Quadrialismus aus, den man auch „4-Stufen-und-4-Seinsweisen-Modell der Wirklichkeit“ oder auch schlicht „8-Welten-Modell“ nennen kann (**|**|**|**). Vgl. auch in der Abbildung.

Nun wird aber, wenn ich NUR die Falsifikation im Sinne Poppers gelten lasse, natürlich versucht, die Falsifikation zu verhindern. Das heißt: Das ganze Wissenschaftliche erhält eine POLITISCHE Komponente, und daß dies heute längst immer mehr der Fall ist, läßt sich schon seit dem Ende des 2. Weltkrieges sagen.

Das Politische des Menschen betrifft gemäß meinem Modell drei der vier Stufen und drei der vier Seinsweisen, aber hauptsächlich nur eine Stufe und eine Seinsweise, und diese eine der vier Stufen ist das eben schon angesprochene SEELISCHE, und diese eine der vier Seinsweisen ist das FUNKTIONALE (vgl. auch in der Abbildung [**|**]). Für das Politische läßt sich also festhalten, daß es sich hauptsächlich im Seelischen und Funktionalen bzw., um es auf eine noch kürzere Formel zu bringen, in der SEELISCHEN FUNKTION (oder auch: FUNKTIONALEN SEELE) abspielt. Sie werden jetzt vielleicht sagen: Er will also auf die Psychologie hinaus und dann alles kaputtpsychologisieren. Ein sehr guter Kritikpunkt. Aber das ist nicht meine Absicht. Ich komme diesbezüglich eben von der Anthropologie und der Erkenntnislehre (Wissenschaftslehre, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie) her, z.B. von dem, was Aristoteles und Nicolai Hartmann darüber geschrieben haben. (**). Und als ich das tat - nein: als ich damit fertig war, stellte ich fest: aha, schon wieder bei Spengler gelandet. Auch diesbezüglich hatte er recht. Für ihn war u.a. das Seelenbild entscheidend - für das Abendland ist das, wie Sie ja wissen, das Faustische. Und das Seelenbild ist wirklich entscheidend. Gerade eben auch für das Politische. Schon Goethe hatte das im 2. Teil seines „Faust“ plausibel gemacht.

Das Politische entscheidet dann, wenn es die Möglichkeit dazu (bekommen) hat, darüber, ob etwas falsifiziert wird oder nicht, und es hat nur noch den Anschein, als sei das alles von der Wissenschaft selbst bestimmt. Nein: ist es nicht, jedenfalls nicht mehr (und nebenbei gesagt: zu 100% war es das ja auch ohnehin nie). Die Entscheidung darüber, was in der Wissenschaft gilt und was nicht, hat die Politik der Wissenschaft längst abgenommen - seit 1945 ist dies bereits auch sichtbar, also zu beobachten, also der Wissenschaft selbst zugänglich. Interessant, nicht wahr?

Vor der Moderne (i.e.S.) hat die Kirche vorgeschrieben, in der Moderne (i.e.S.) schreibt der Staat vor. (**|**|**|**). Deshalb waren die größten Zeiten der Wissenschaft auch in den jeweiligen Übergangszeiten, z.B. in jenen, als der Staat mit immer mehr Erfolg versuchte, die Kirche abzulösen, oder später, als die Kirche dem Staat immer weniger trotzen konnte, und heute ist sie übrigens fast zur abhängigen Variabel verkommen und der Staat selbst sogar schon dabei, eine solche zu werden, denn: die Globalisten wollen letztendlich auch den Staat abschaffen.

Daß gerade wir Abendländer uns so glücklich schätzen konnten und zugegebenerweise zum Teil immer noch können, eine Kultur der Wissenschaft zu sein wie keine andere zuvor, hat eben mit unserem Seelenbild zu tun. Für Leute, die keine Spenglerianer sind oder sein möchten, sei hier gesagt, daß das auch ohne Spenglers Theorie gilt, denn: Es läßt sich einfach nicht bestreiten, daß es nur bei uns (!) Zeiten gegeben hat und immer noch gibt, die von der Wissenschaft geradezu gekennzeichnet waren, ja geprägt wurden. Die ganze sogenannte „Neuzeit“ - mit diesem Begriff war Spengler ja übrigens auch wegen des sinnlosen Schemas Altertum-Mittelalter-Neuzeit überhaupt nicht einverstanden (**), ich bin es auch nicht (**) - ist trotz kirchlicher und staatlicher Kontrolle voll damit, und es hat ja eigentlich sogar schon lange vor ihr begonnen, wenn auch in geringerem Ausmaß. Die abendländische Kultur ist eine faustische Kultur, und eine faustische Kultur ist - was immer sie sonst noch ist - eine wissenschaftliche Kultur (nebenbei gesagt: die „arabische“ Kultur, wie Spengler sie auch nannte [ich nenne sie lieber die morgenländische, auch um das Gegensätzliche kenntlich zu machen], ist eine magische Kultur, und eine magische Kultur ist - was immer sie sonst noch ist - eine religiöse Kultur [siehe auch unten unter 3. {**}]).

Zu 2.) Die von Ihnen angesprochene „Phantomzeit“ und die Daten gemäß Spenglers sowie gemäß meiner Theorie.

Sie haben u.a. geschrieben:

„Wenn ... ein Historiker ... nachweisen könnte, daß es mindestens eine Phantomzeit (614-911) gegeben hat, aber vielleicht auch noch frühere, dann würde zumindest ein Stein aus Spenglers Gedankengebäude herausgebrochen sein, nämlich die postulierten rund 1000 Jahre.“ (**).

Da kann ich Sie beruhigen oder muß ich Sie beunruhigen (je nach Ihrem Gefühl): denn Spengler ging ja eh davon aus, daß das Abendland eigentlich, also so richtig erst um 900 begann. Denn die von Spengler als „Vorzeit“ (**|**) bezeichnete Zeit umfaßt die Zeit von 500 bis 900 und damit zwar auch die von Ihnen angesprochene „Phantomzeit“, aber die daran anschließende „gotische Zeit“ umfaßt die Zeit von 900 bis 1500 und ist gemäß Spengler die erste echte abendländische Zeit (**), jedenfalls kommt man sonst nicht auf die veranschlagten rd. 1000 Jahre (Spengler sah ja auch ein noch nicht erstarrtes Abendland bis 2200 **), sondern sogar auf bis zu 1700 Jahre (!). Nach meiner Theorie begann die abendlänische Vorzeit - als Zeit im „kulturellen Uterus“ der magischen Kultur - jedoch bereits um Christi Geburt bzw. um die Zeit, als die apollinische Kultur in Verkörperung der Römer gegen die werdende abendländische Kultur in Verkörperung der Germanen verlor - vgl. die von Arminius (Hermann d. Cherusker) gewonnene Varus-Schlacht (9 n.C.), denn: wäre dieser Sieg der Germanen nicht geschehen, hätte sich das Abendland wahrscheinlich nicht entwicklen können - und begann, den Limes zu bauen (1. Jh. n.C.).

Das Leben beginnt gerade für Tiere mit einem Uterus ab dem Zeitpunkt der Befruchtung oder ab dem Zeitpunkt der Schlüpfung aus der befruchteten Eizelle. Für Kulturen gilt das ebenfalls. Jedenfalls ist das gemäß meiner Kulturtheorie so (**|**|**|**|**|**). Und das ist sinnvoll, weil man nicht - wie Spengler - davon ausgehen sollte, daß eine Kultur plötzlich da ist (**), sondern auch, ja gerade in ihrer „Vorzeit“ sehr allmählich geworden ist. Eine „geschlüpfte“ Kultur wäre demnach nur durch ein kulturgeschichtliches „Mikroskop“ zu beobachen, eine „embryonale“ Kultur (je nach Alter) ebenfalls bzw. mittels eines kulturgeschichtlichen „Ultraschalls“, aber eine „fötale“ Kultur kann man bereits erahnen, (der „Bauch“ der „Mutter“ ist dicker und runder und wird bewegt). So läßt sich die von Spengler veranschlagte „Vorzeit“ (500 bis 900) des Abendlandes z.B. auf die von mir veranschlagte „embryonale“ (375-568 [**|**]), „fötale“ (568-732 [**|**]) und „neugeborene“ (732-1024 [**|**]) Zeit des Abendlandes verteilen.

Es spielt also für Spenglers Kulturtheorie bezüglich des Abendlandes gar keine Rolle, ob es eine „Phantomzeit“ von 611 bis 900 gegeben haben könnte oder nicht. Bezüglich des Morgenlandes sähe das allerdings anders aus; der magischen Kultur würde im Falle einer „Phantomzeit“ von 611 bis 900 die Zeit fehlen, die für uns Abendländer ungefähr die von 1688 bis 1977 bedeutet. Dazu kommt, daß in dieser Zeit Mohammed (er starb wahrscheinlich 632) wirkte, das Wahlkalifentum (632-661) begründet wurde und das islamische Imperium unter den Omaijaden (661-750) seine größte Ausdehnung erreichte. In diese Zeit fallen auch die letzten großen Erfolge des Byzantinischen Reiches, das für diese Zeit auch Mittelbyzantinisches Reich genannt wird. Historiker nennen dieses morgenländische Reich auch das „abendländische Bollwerk“, weil es das Abendland vor den islamischen Eroberern schützte. Man könnte es auch das „chrisliche Bollwerk“ nennen, denn es schützte ja nicht nur das Abendland, sondern auch sich selbst. Das Reich der islamischen Abbasiden zerfiel schon seit dem 9. Jahrhundert allmählich, ab 940 waren die Abbasiden nur noch nominell an der Macht, also praktisch ohne politische Bedeutung, und ab 1025 verfiel Byzanz ebenfalls allmählich.

Ich erwähne die Ereignisse und Daten dieser von Heribert Illig postulierten „Phantomzeit“, die Ihnen so „chronologische Bauchschmerzen macht“ (**) deshalb, weil sie so bedeutsam für die magische Kultur sind und plötzlich die magische Kultur selbst ziemlich unbedeutsam machen würden, wenn die Zeit zwischen 611 und 900 als eine Phantomzeit entlarvt werden würde. Dann würde die Geschichte der morgenländischen Kultur in ziemlich großem Ausmaß umgeschrieben werden müssen, indirekt und in nur kleinem Ausmaß auch die Geschichte der abendländischen Kultur. Aber von Spenglers Kulturtheorie aus betrachtet würde sich durch diese Phantomzeit an der Geschichte der abendländischen Kultur nichts ändern, denn vergessen Sie nicht: Spenglers Kulturtheorie gemäß sind Kulturen ähnlich wie Monaden! Um an Spenglers Kulturtheorie bezüglich der Abendlandkultur rütteln zu können, müßte man schon Phantomzeiten nach (nach!) 900 heranziehen!

Zu 3.) Die Antipoden der Abendländer.

Die Antipoden der Abendländer hat Spengler ja gerade auch in der apollinischen (antiken) Kultur gefunden. Kein Wunder! Im Apollinischen war alles eng umgrenzt - vgl. dazu das Ursymbol: Einzelkörper -, ihre Vertreter trauten sich nicht aufs weite Meer hinaus, sondern fuhren immer nah an der Küste. Im Faustischen ist das alles dem genau entgegengesetzt: Unbegrenzte, unendliche Räume, gefährliche Überfahrten zu weit entlegenen Erdteilen und in der späten Zeit auch sogar ins Weltall. Der Antike war vorsichtig und hatte ein gesundes Kultur-Immunsystem. Der Abendländer ist als extrem risikoreicher Abenteurer unvorsichtig und deshalb leicht angreifbar, hat also ein ungesundes Kultur-Immunsystem. Wie unvorstellbar extrem sich das auswirken kann, erfahren wir erst heute am besten, wie ich finde.

Man könnte jetzt einwenden, daß Spengler das nur geschrieben habe, weil er Goetheaner und Nietzscheaner war. Das war er auch, aber er war es mit einer skeptischen Haltung - besonders im Hinblick auf den Nietzscheanismus. Spengler ist - meiner Meinung nach - durchaus in die Reihe derer einzugliedern, die etwas wirklich Eigenes zustandegebracht haben. Mit anderen Worten: daß ich manchmal auch von Spenglerianern rede, ist durchaus berechtigt. Ich finde bei Spengler etwas, was nur bei ihm zu finden ist. Und das macht ihn zu einem Genius.

Auch wenn Spengler geistesschöpferisch nicht an Goethe und auch noch nicht einmal an Nietzsche heranreicht, heißt das nicht, daß seine Werke nicht genauso wertvoll oder vielleicht sogar wertvoller sein können. Für mich ist er einer der Größten. Ich ordne ihn der Lebensphilosophie zu und innerhalb dieser der Mittleren Schule (Begründer dieser Mittleren Schule: Nietzsche), aber mit der Besonderheit, daß er selbst es geschafft hat, innerhalb der Lebensphilosophie einen selbständigen Zweig zu begründen. Spengler begründetete die morphologische Kulturphilosophie innerhalb der Lebensphilosophie (man könnte hier auch Goethe schon als Begründer nennen, aber den nenne ich darum gar nicht, weil er auf zu umfangreiche Weise gewirkt hat - in fast allen Bereichen). ** **

Auch eine andere Kultur ist ein Antipode zu unserer Kultur. Wie ich oben schon erwähnt habe, ist ja die abendländische Kultur als faustische Kultur immer auch eine wissenschaftliche Kultur und die morgenländische Kultur als magische Kultur immer auch eine religiöse Kultur. (**). Ich deute den Aspekt, daß die Abendländer u.a. mit dem Christentum groß geworden und dabei immer wissenschaftlicher geworden sind, so, daß die Abendländer sich an dem Christentum abarbeiten mußten, indem sie es bekämpften, ja bekämpfen mußten, weil es eigentlich (also: ursprünglich) nicht Teil der abendlänischen, sondern der morgenländischen Kultur ist und wir es deshalb nie richtig verinnerlichen konnten - mit dem großartigen Nebeneffekt, daß wir auf diese Weise immer wissenschaftlicher werden konnten. Großartig. Dafür kann man dankbar sein.

Spengler hat auch diese Tatsache als vom Seelenbild und vom Ursymbol her bestimmt angesehen. Und das ist wahrscheinlich richtig. Aber ein typischer Faust, ein typischer Wissenschaftler fragt selbstverständlich immer weiter. Ihm reicht das mit dem Seelenbild und dem Ursymbol nicht. Deshalb bin ich bezüglich der Wissenschaftskomponente im Faustischen auf die Abarbeitung als Bekämpfung des Christentums gekommen. Das Faustische besteht ja nicht nur aus dem Wissenschaftlichen, und es drängt danach, sich zu verwirklichen. Daß es das tut, hat mit dem Seelenbild zu tun. Wie es das tut, hat mit dem Ursymbol zu tun. Die Herausarbeitung dessen, was man unter beiden genauer zu verstehen hat, ist die wissenschaftliche und philosophische Aufgabe der Kulturmorphologen, also: der Spenglerianer. Ich habe mich damit beschäftigt - wie Spengler es erwartete (nämlich: daß andere ihn künftig vervollständigen, ggf. korrigieren sollen und auch würden) -, konnte ihn aber bisher in puncto Seelenbild und Ursymbol nicht vervollständigen oder gar korrigieren und meine auch, daß er gerade das mit Recht nicht zugelassen hätte.

Zu 4.) Die Todesstrafe in der EU.

Die EU hat die Todesstrafe seit es die EU-Charta gibt, obwohl sie sie zwar einerseits verurteilt, aber andererseits sich vorbehält, sie anzuwenden. Also: das ist alles juristisches Gelaber und bedeutet, daß die EU die Todesstrafe jederzeit vollziehen kann. Und nur darum geht es ja.

Hans-Peter Raddatz: „Einige werden vielleicht ... vergessen haben, daß in der EU-Charta die Todesstrafe verankert ist. .... Alle westeuropäischen Staaten einzeln haben die Todesstrafe nicht mehr; die EU hat sie! Warum hat die EU sie? Weil sie bereits längst, schon immer (!) nicht gewählt war - die EU-Kommission war noch nie gewählt (!) ....“ (**).

Karl Albrecht Schachtschneider: „Die Grundrechtecharta ermöglicht ausdrücklich in den aufgenommenen »Erläuterungen« und deren »Negativdefinitionen« zu den Grundrechten, entgegen der durch das Menschenwürdeprinzip gebotenen Abschaffung der Todesstrafe in Deutschland (Art. 102 Grundgesetz), Österreich und anderswo, die Wiedereinführung der Todesstrafe im Kriegsfall oder bei unmittelbar drohender Kriegsgefahr, aber auch die Tötung von Menschen, um einen Aufstand oder einen Aufruhr niederzuschlagen.

Maßgeblich ist nicht Art. 2 Abs. 2 der Charta, der die Verurteilung zur Todesstrafe und die Hinrichtung moralisch verurteilt, sondern die in das Vertragswerk aufgenommene Erklärung zu diesem Artikel, die aus der Menschenrechtskonvention von 1950 stammt. Nach Art. 6 Abs. 1 und Abs. 3 EU-Vertrag (EUV) in der Lissaboner Fassung werden die Rechte, Freiheiten und Grundsätze der Charta gemäß den allgemeinen Bestimmungen von Titel VII der Charta, in dem die Auslegung und Anwendung derselben geregelt ist, und unter gebührender Berücksichtigung der in der Charta angeführten »Erläuterungen«, in denen die Quellen dieser Bestimmungen angegeben sind, ausgelegt.

Wir dürfen ja nicht vergessen: Das Verbot oder das moralische Urteil ist kein Grundrecht.

Wenn der Vertrag in Kraft tritt, wird auch die Grundrechtecharta verbindlich.

Die entsprechende Erklärung können Sie in der Erläuterung im Amtsblatt der Europäischen Union nachlesen. Da gibt es keinen Interpretationsspielraum.

Ich will mich hier jetzt nicht in Gesetzestexte verstricken. Nur soviel: Den Abgeordneten wird der schwer verständliche und viel zu lange Vertragstext ja ohnehin nur vorgelegt. Die meisten lesen den noch nicht einmal. Noch schlimmer ist es übrigens, wenn es um wirtschaftliche und speziell finanzielle Themen geht.

Offensichtlich rechnen die Regierungen mit Aufruhr. Die Skepsis gegenüber den Regierungen und dem Apparat der EU wird immer größer. Die Finanz- und Wirtschaftskrise verschärft den Druck auf die Bevölkerung.

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

***

05.01.2012 20:20:59

Guten Abend, Herr Brune,

ich komme nur scheibchenweise weiter. Erst mal vielen Dank für die ausführliche Mail vom 4. Januar. Auf die gehe ich später mal ein.

Jetzt weiter mit dem Text vom 31.12.2011 .... ** ** **

Wobei ich noch meinen Schluß über die Griechen mit dem Augenmaß ergänze: genutzt hat es ihnen ja auch nichts.

Etwas weiter unten schreiben Sie zu Geldmenschen und Übermenschen der Zukunft. ** **

Dieser Undercraft löst diffuse Erinnerungen in mir aus. Ich habe mit 17-21 Jahren fast alle Stücke von Shaw gelesen, mit Begeisterung. Aus welchem Stück ist dieser Undercraft? (er heißt: Undershaft ! [**|**] ! HB).

Übrigens ist auch der kurze Roman „Der Kaiser von Amerika“ genial.

Später habe ich nichts mehr von Shaw gelesen, aus dem einzigen Grund, daß er ‘32 oder ‘33 die Sowjetunion bereiste, und in England die große Hungersnot abstritt, denn in seinen Hotels habe es immer genug zu essen gegeben. (7 Millionen Tote). „Scheißintellektueller“ habe ich da gedacht und „den Kontakt abgebrochen“.

Ja und Cecil Rhodes? (**). Den habe ich natürlich nur durch Spengler kennengelernt. Er hat mir gleich enorm imponiert. Er wird natürlich heute völlig verzeichnet dargestellt. Aber wenn er nicht so jämmerlich krank gewesen wäre und bis 1920 gelebt hätte, ob das eine kleinere USA geworden wäre, im Süden Afrikas? Ich weiß nicht recht. Er hätte Zehntausende von weißen Einwanderen anziehen können, aber nicht Millionen, wie es nötig gewesen wäre für die Vereinigten Staaten von (Süd)-Afrika). (1977 bin ich in einer Konservenbüchse durch Südafrika und Südwest gefahren (ROTEL-Tours) Dabei habe ich einen großen Fehler gemacht und mich für den Ausflug zum Krüger-Park entschieden, statt für 2 Tage Rhodesien. Das tut mir heute noch leid. Die Schwarzen dort konnten einem auch leid tun, aber nicht so wie die heutigen Bewohner. (Harare ist eine von zwei Hauptstädten der Welt, die eine BIP-Senke gegenüber dem übrigen Land darstellen. Die andere ist Berlin).

„Die Tendenz geht momentan dahin, daß es irgendwann keine Mittelschicht mehr geben wird ....“ (**). Da mußte ich gleich an Metropolis denken (habe ich auf DVD zu Weihnachten bekommen)

99 % Unterschicht? (**|**). Das hatte Fritz Lang 1926 prognostiziert, Marx 50 Jahre früher auch, ist aber bis heute nicht eingetreten.

Die Mittelschicht mag vielleicht umgepflügt werden, wie 1960-1980 in den USA wo die klassische „lower midddleclass“ tatsächlich verschwunden ist. Aber sie kann sich immer wieder ganz neu und verändert bilden. „Immer wieder“ - nun das ist zu euphemistisch, gebe ich zu. Kulturen ohne Mittelschicht hat es natürlich öfters gegeben. Die Mayas? Und natürlich alle Fellachenvölker. Haben Stammesgesellschaften eigenlich einen Mittelbau? Jäger und Sammler nicht, aber bäuerliche Stämme wohl schon.

Nächstes Mal gehe ich auf die Reduzierung der Weltbevölkerung (**) ein.

Ach, ja, einen Lesetipp. Kennen Sie vielleicht, wenn nicht, dann Lesebefehl. Christian Mähr: „Vergessene Erfindungen. Warum die Natronlok nicht mehr fährt“. Sensationell. (Vielleicht vergriffen?).

Bis bald.

MB

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NACH OBEN

HB und JB (Jens Boenigk)

17.01.2012, 08:49:50

Jens.Boenigk@Uni-DuE.de

Sehr geehrter Herr Brune,

wir bereiten gegenwärtig ein Buch vor, das unter dem Titel „Biodiversität und Erdgeschicht“ bei Springer Spektrum, Heidelberg, publiziert wird. Es wird voraussichtlich 2014 erscheinen und richtet sich an Studierende der Biologie und der Geowissenschaften. Zusätzlich wird das Buch in einer elektronischen Ausgabe als Teil eines „Springer E-book Package“ an wissenschaftliche Einrichtungen und Bibliotheken vertrieben.

In diesem Werk möchten wir gerne Abbildungen zur Plattentektonik erstellen auf Grundlage der folgenden Abbildungen auf ihrer Homepage:

http://www.hubert-brune.de/devon_karbon.html

http://www.hubert-brune.de/kambrium_ordovizium.html

http://www.hubert-brune.de/perm.html

http://www.hubert-brune.de/eozaen.html

http://www.hubert-brune.de/pleistozaen.html

http://www.hubert-brune.de/jura.html

http://www.hubert-brune.de/kreide.html

Bitte erteilen Sie uns die Abdruckrechte für die Printausgabe und die elektronische Ausgabe für diese und künftige Auflagen für den gesamten deutschsprachigen Raum. Falls die Genehmigung für das Bildmaterial auch von Dritten eingeholt werden muss, bitte ich Sie um die genaue Anschrift. Selbstverständlich wird die Herkunft der Abbildung korrekt zitiert.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen,

Jens Boenigk

PS: Bitte beachten Sie, dass Spektrum Akademischer Verlag Mitglied des STM-Abkommens ist.

Jens Boenigk

Prof. Dr. Jens Boenigk (politisch „korrekter“ Anglizist)

General Botany (politisch „korrekter“ Anglizist)

University (politisch „korrekter“ Anglizist) Duisburg-Essen

Universitätsstr. 5

45117 Essen

Germany (politisch „korrekter“ Anglizist)

Tel. (0)201 1834302

Fax. (0)201 183429

***

17.01.2012, 15:41:51

Guten Tag, Herr Bönigk!

Ich werde Ihnen die Abdruckrechte für die Printausgabe und die elektronische Ausgabe nur dann erteilen, wenn Sie an jeder Abbildung die Quelle angeben, d.h. mit meinem Namen (Hubert Brune) und meiner Internetadresse (www.Hubert-Brune.de) kenntlich machen.

Teilen Sie mir bitte mit, wie Sie sich entschieden haben.

Mit freundlichen Grüßen!

Hubert Brune

***

17.01.2012, 16:13:17

Sehr geehrter Herr Brune,

vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Wir werden Sie natürlich bei jeder Abbildung, in der wir auf ihre Abbildungen zurückgreifen, zitieren. Das Buch ist im Aufbau so geplant, dass die Quellenangaben zu jeder Abbildung in einem Quellenverzeichnis zusammengefasst werden, da die Abbildungen selber in der Regel keine eigenen Abbildungslegenden erhalten werden. Wären Sie mit dieser Art der Quellenangabe einverstanden?

Viele Grüße,

Jens Boenigk

Prof. Dr. Jens Boenigk (politisch „korrekter“ Anglizist)

General Botany (politisch „korrekter“ Anglizist)

University (politisch „korrekter“ Anglizist) Duisburg-Essen

Universitätsstr. 5

45117 Essen

Germany (politisch „korrekter“ Anglizist)

Tel. (0)201 1834302

Fax. (0)201 183429

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17.01.2012, 17:57:35

Sehr geehrter Herr Bönigk!

Ja, das ist in Ordnung. Allerdings würde ich mich davon gern selbst überzeugen. Wie heißt oder wie wird denn das Buch heißen?

Mit freundlichen Grüßen!

Hubert Brune

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17.01.2012, 21:38:17

Sehr geehrter Herr Brune,

vielen Dank! Das Buch wird 2014 in den Druck gehen und der vorläufige Arbeitstitel ist „Biodiversität und Stammesgeschichte“.

Viele Grüße,

Jens Boenigk

Prof. Dr. Jens Boenigk (politisch „korrekter“ Anglizist)

General Botany (politisch „korrekter“ Anglizist)

University (politisch „korrekter“ Anglizist) Duisburg-Essen

Universitätsstr. 5

45117 Essen

Germany (politisch „korrekter“ Anglizist)

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NACH OBEN

HB und MB (Michael Boden)

21.01.2012 18:02:49

Guten Abend, Herr Brune,

ich habe lange nichts von mir hören (hören? HB) lassen, einfach überlastet, auch abends. Aber wenigstens ein paar Zeilen will ich jetzt schreiben. Bis vorhin habe ich noch gearbeitet, gleich wird Metropolis gesehen, ein Film, den ich allerdings schon kenne. Da gab es übrigens 99% Unterschicht (**|**) in der Unterstadt, höchstens 1% märchenreiche Oberschicht, aber gigantische Wohnmaschinen in der Oberstadt mit tollen Hochbahnen zwischen den Wolkenkratzern. Wer sollte nun eigentlich mit denen fahren? Ein Regiefehler, denke ich. Bzw. ein grundsätzlicher Denkfehler beim Drehbuch, weil ja das absurde marxistische Schema übernommen wurde.

Ihre Aussage: „Ich glaube ohnehin, daß es das ist, was sie wollen, die Reduzierung der Weltbevölkerung.“ **

Das ist nun ein sehr komplexes Thema. Vielleicht wollen die sogenannten Eliten das ja wirklich, aber ich könnte mir keinen Reim darauf machen. Warum sollten sie? Die sind doch keine gläubigen, naiven Ökofundamentalisten, die am liebsten einen leeren Planeten hätten, bzw. einen mit 5 Millionen Pilz- u. Beerensammlern. Die wissen doch, daß der Planet mühelos 10 Milliarden ernähren kann, (natürlich nicht, wenn man das Getreide im Motor verbrennt), und daß viele Menschen sich gegenseitig viel Arbeit verschaffen, wo man was abschöpfen kann. Eine Menschheit von z.B. 5 Millionen wäre bettelarm, wenistens im Vergleich zu uns). Warum sollten die das wollen? Andererseits, diese Kreise sind ja auch vom Zeitgeist beherrscht, und der denkt statisch, rückwärtsgewandt, Involution statt Evolution, ist natursentimental usw.. Ich entsinne mich noch an Ronald Reagan, der von diesem um 1975 entstandenen Zeitgeist aus biographischen Gründen frei war, als er sagte, je mehr Menschen auf der Welt, desto mehr Wohlstand. (Mann, das war wieder ein Fettnäpfchen!). Und da hat er recht, allerdings nur, wenn die Vermehrung langsam erfolgt, nämlich so, wie wir Weißen uns um 1930 herum vermehrt haben (1930 haben wir uns nicht vermehrt, denn 1930 waren die Geburtenraten bereits zu niedrig! **).

Aber das ganze Thema Bevölkerungsdynamik ist so komplex und ausufernd, Quantenmechanik ist da einfacher.

Haben Sie eigentlich mal nach dem Buch Ausschau gehalten, das ich Ihnen empfohlen hatte?.

Schönen Abend noch, bis bald.

MB

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26.01.2012, 23:08

Guten Abend, Herr Boden!

Das ist ja wieder eine interessante Nachricht. Eine Menge Herausforderungen für mich, die Sie da mit Ihren sprachlichen Reaktionen bei mir ausgelöst haben. Gratulation!

„Metropolis“ ist mit Sicherheit ein interessanter Film. Nicht nur Marx hatte die Vorstellung, von der Sie da geschrieben haben, er war und ist eben nur der bekannteste. 99% Unterschicht ist keine Utopie irgendwelcher Spinner. Überlegen wir doch einmal, was ein (sozialistischer) Staat so alles mit ihnen machen kann - im Namen des angeblichen „Wohlfahrtsstaates“ versteht sich. Übel, übel!

Besonders interessant fand ich folgenden Text von Ihnen: „Das ist nun ein sehr komplexes Thema. Vielleicht wollen die sogenannten Eliten das ja wirklich, aber ich könnte mir keinen Reim darauf machen. Warum sollten sie?  Die sind doch keine gläubigen, naiven Ökofundamentalisten, die am liebsten einen leeren Planeten hätten, bzw. einen mit 5 Millionen Pilz- u. Beerensammlern.“ (**).

Man muß mit Paradoxien klarkommen.

Von wem erwartet man denn zuerst den „Wohlfahrtsstaat“: vom (a) Kapitalisten bzw. Liberalisten oder aber vom (b) Kommunisten bzw. Sozialisten? (Bitte nur eine Antwort ankreuzen!)  Der Kommunist bzw. Sozialist hat ja eigentlich nichts - deswegen gibt es ihn ja. Er behauptet, für andere, die auch nichts haben, zu sprechen, was natürlich gelogen ist und u.a. auch dadurch klar wird, daß er mit Hilfe dieser Lüge immer reicher wird. Der Kapitalist bzw. Liberalist hat etwas oder sogar viel, spricht aber nur selten für andere, sondern mehr für sich - nach dem Motto: „denkt jeder an sich, dann ist allen geholfen“. Aber derjenige, der entscheiden soll, von wem er eher erwartet, daß er gibt, entscheidet doch zunächst nach dem Kriterium des Habens, also wer was und wieviel hat, denn: nur der, der hat, kann auch geben. Also ist eigentlich der Kapitalist bzw. Liberalist derjenige, von dem der „Wohlfahrtsstaat“ erwartet wird - und auch wurde (das hat die Geschichte deutlich gezeigt). Nun machen aber viele Leute den unheilvollen Fehler und wählen Parteien, die kommunistisch bzw. sozialistisch sind, weil die ja angeblich die Nehmer vertreten. Der Fehler besteht darin, nicht zu sehen, daß die Kommunisten bzw. Sozialisten auch nur oder viel mehr sogar die größeren Kapitalisten bzw. Liberalisten sein wollen und die Masse ihnen eigentlich egal ist.

Heute regieren uns beide: (a) Kapitalisten bzw. Liberalisten und (b) Kommunisten bzw. Sozialisten - vereint als „brüderliche“ Globalisten bzw. Cäsaren (um mit Spengler zu sprechen). Das ist doppelt paradox, weil beide für sich schon paradox sind. Aber: was können sie anderes tun, als sich ein gemeinsames Thema zu suchen? „ÖKO“! Die neue Religion ist derzeit der Ökofaschismus! Man darf nun aber nicht den Fehler begehen und glauben ... - glauben nämlich u.a., daß sie etwas mit Ökologie am Hut hätten außer der Tatsache, daß sie mit dem Thema hyperreich werden. So wie vorher die einen (a) die LÜGE verbreiteten, der Kapitalismus sei für ALLE gut, und die anderen (b) die LÜGE verbreiteten, der Kommunismus sei für ALLE gut, so verbreiten die neuen (c) die LÜGE, der Ökofaschismus (so nennen sie ihn natürlich nicht) sei für ALLE gut, er sei obendrein sowohl kapitalistisch (so nennen sie das natürlich nicht) als auch kommunistisch (so nennen sie das natürlich nicht). Alle drei (siehe: a, b, c) tun immer genau das gleiche, denn sie sind alle gegen das Volk, gegen die Masse, gegen die Demokratie (so nennen sie das natürlich nicht). Sie wollen alle die Macht (vgl. Nietzsche) und erreichen sie nur über mehr Reichtum, mehr Geld u.s.w., müssen sich also der Expansion verschreiben (vgl. Spengler).

„Der kultivierte Mensch hat seine Energie nach innen, der zivilisierte nach außen. Deshalb sehe ich in Cecil Rhodes den ersten Mann einer neuen Zeit. Er repräsentiert den politischen Stil einer ferneren, abendländischen, germanischen, insbesondere deutschen Zukunft. Sein Wort »Ausdehnung ist alles« enthält in dieser napoleonischen Fassung die eigentlichste Tendenz einer jeden ausgereiften Zivilisation. Das galt von den Römern, den Arabern, den Chinesen. Hier gibt es keine Wahl. Hier entscheidet nicht einmal der bewußte Wille des einzelnen oder ganzer Klassen und Völker. Die expansive Tendenz ist ein Verhängnis, etwas Dämonisches und Ungeheures, das den späten Menschen des Weltstadiums packt, in seinen Dienst schwingt und verbraucht, ob er will oder nicht, ob er es weiß oder nicht. .... Rhodes erscheint als der erste Vorläufer eines abendländischen Cäsarentypus, für den die Zeit noch lange nicht gekommen ist. Er steht in der Mitte zwischen Napoleon und den Gewaltmenschen der nächsten Jahrhunderte, wie jener Flaminius, der seit 232 (v.C. - HB) die Römer zur Unterwerfung der cisalpinen Gallier und damit zum Beginn ihrer kolonialen Ausdehnungspolitik drängte, zwischen Alexander und Cäsar. .... Cäsar hat ... Milliarden (Sesterzen - HB) um der Macht willen erobert, wie Cecil Rhodes, und nicht aus Freude am Reichtum, wie Verres und im Grunde auch Crassus, ein großer Geldmann mit politischem Nebenberuf.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, S. 51 [**], S. 52 [**], S. 1135-1136 [**]).

Was müssen sie also tun, wenn es nicht auffallen soll? Lügen - ist sowieso klar, denn das tun sie immer! Sie verhalten sich so, wie ich oben schon angedeutet habe (siehe: a, b, c). Ein Unternehmer z.B. hat Angst vor der Konkurrenz; er will in Wirklichkeit gar keine Konkurrenz, gar keinen Wettbewerb (nur nebenbei bemerkt: deshalb geben sich gerade die Großunternehmer bei der EU auch ständig gegenseitig die Klinke in die Hand). Aber wer ist denn für unsere Globalisten der eigentlich größte Konkurrent (außer denjenigen Konkurrenten, die sie untereinander selbst sind, solange es noch viele und noch nicht nur einen „Cäsaren“ gibt; vgl. wiederum: Spengler, passim)? Es ist die Masse, das Volk, der Demos! Sie können aber gegen den Demos solange noch nicht richtig wirksam vorgehen, wie sie NUR Kapitalisten bzw. Liberalisten bleiben (siehe: Beispiel Unternehmer). Spätestens seit dem Mauerfall haben sie gelernt, daß es für sie vorteilhaft ist, den Kommunsimus bzw. Sozialismus für sich arbeiten zu lassen, und sind mit ihm ein Bündnis eingegangen - wie schon im 2. Weltkrieg, obwohl jeder weiß, daß das kein ehrliches oder freundschaftliches Bündnis war. Mit dem Kommunismus bzw. Sozialismus verfügen sie spätestens seitdem über eine Methode, vor der der Kapitalist bzw. Liberalist eigentlich zurückschreckt: die totalitäre Überwachung durch den Staat. Ihre eigene, d.h. die kapitalistische bzw. liberalistische Methode zwecks Unterdrückung des Demos läuft ja normalerweise nicht über den Staat, sondern privat - und siehe da: heute haben wir die NGO's u.ä. Organisationen. Alles doppelt. Die privaten Überwachungsgesellschaften des Kapitalismus bzw. Liberalismus und der Überwachungsstaat des Kommunismus bzw. Sozialismus - so habe ich mir den perfekten Orwellismus immer vorgestellt. Beide verbrüdert und insgeheim verfeindet und dennoch im Kampf einig - wie von 1941 bis 1945 - gegen den gemeinsamen Feind: das Volk, die Masse, den Demos.

Ja, was müssen die Globalisten bzw. Cäsar(ist)en dann noch tun?

Eines ist klar: Sie müssen eine negative Bevölkerungspolitik betreiben, um das Volk, die Masse, den Demos und damit die Demokratie endgültig abschaffen zu können (sie besteht bei uns schon jetzt nur noch zu rd. 30%).

Ich habe 'mal irgendwo auf meinen WWW-Seiten geschrieben, daß man NICHT KEINE Bevölkerungspolitik machen kann - unsere BRD(igungs)-Politiker wollen uns das aber immer wieder vorlügen, wenn sie immer davon sprechen, bei uns sei eine Bevölkerungspolitik „nicht MEHR (!?!) möglich“ (das Gegenteil ist richtig: es ist für Politiker NICHT möglich, eine Bevölkerungspolitik NICHT zu tun!).

Hier ein anderes Zitat: „Evolutionsbiologisch gesehen wird Erfolg mit Nachkommen belohnt, doch für Menschen in ihren jeweiligen »Modernen« scheint das nicht zu gelten, wie das demographisch-ökonomische Paradoxon (**) beweist, denn in menschlichen »Modernen« besteht nachweislich ein negativer Zusammenhang zwischen Kinderzahl und sozialer Position bzw. Bildungsniveau. Aber wenn es der Mensch sich offenbar sogar »leisten« kann, vorübergehend gegen die Spielregeln der Evolutionsbiologie zu existieren, so kann er das nur, wenn er sein Aussterben in Kauf nimmt, denn »Singles«, »Emanzen« und andere Kinderlose haben sich selbst, bewußt oder unbewußt, zum Aussterben verurteilt - auch, ja sogar besonders diejenigen, die sehr viel Geld verdienen (»negative Selektion« [**] = [beruflicher] Erfolg wird nicht mit Nachkommen belohnt bzw. [beruflicher] Mißerfolg wird mit Nachkommen belohnt, man könnte auch sagen: Survival of the Unfittest **). Und diese »negative Selektion«, die für Menschen während ihrer »Modernen« maßgeblich ist, wird von den Menschen selbst auf ihre »moderne« Politik, für die Produktion wichtiger als Reproduktion ist, übertragen und heißt dann nur noch »negative Bevölkerungspolitik«.“ **

Ein zweites ist klar: Sie müssen ein religiöses System etablieren, mit dem sie dies durchsetzen und obendrein noch schneller reich und reicher und noch schneller mächtiger und mächtiger werden können. Dieses religiöse System ist der Ökofaschismus (so nennen sie das natürlich nicht).

„Der neue Faschismus wird nicht sagen: »Ich bin der neue Faschismus.«
Er wird sagen: »Ich bin der Antifaschismus.«“
(Ignazio Silone).

Ein echter Unternehmer würde niemals die Abteilung „Forschung und Entwicklung“ vernächlässigen - unsere Herrschenden aus Politik, Lobby und Medien tun das am allerliebsten. Warum wohl? Es ist ja paradox. Ein Unternehmer würde, täte er das, ziemlich bald aus dem Wettbewerb herausfliegen. Die Globalisten fliegen aber nicht heraus, weil sie ein Monopol innehaben. Ihr wirklich einzig ernstzunehemnder Gegner - abgesehen von den Gegnern in ihren eigenen Reihen (der Kampf der Cäsaren; vgl. Spengler, passim) und einigen Feindesstaaten - ist das Volk, die Masse, der Demos. Man darf ja nicht vergessen, daß gemäß Spenglers Theorie die heutigen Cäsaren erst an ihrem Anfang stehen - und da ist der äußere Feind zunächst der wichtigste, oftmals einzige Feind (später werden sie sich untereinander bekämpfen - wie schon z.B. Crassus, Pompejus und Cäsar oder Lepidus, Antonious und Oktavian [Augustus]). Dieser äußere Feind wird zwar auch auf Schlachtfeldern, aber v.a. mit demograpischen (genauer: bevölkerungspolitischen), wirtschaftlichen und religiösen Methoden bekämpft.

Besuchen Sie einmal die Foren oder Blogs, die das Thema „Klima“ auf dem Index haben: die meisten tun so, als seien sie gegen den Schwindel - einige sind es auch, aber die fallen nicht oder immer weniger ins Gewicht - und sind in Wirklichkeit nicht so richtig dagegen, aber auch nicht so richtig dafür, lassen sich jedenfalls beeinflussen, und wenn nicht, dann werden auf sie bezahlte Schreiber gehetzt. Bezahlte Schreiber sind ja mittlerweile überall am Schreiben (der Steuerzahler bezahlt's ja!). Was diese bezahlten Schreiberlinge, IM's oder Stasi-Schreiber da von sich geben, fällt direkt auf, und wer sich ein wenig mit der Historie auskennt, dem fallen sofort die Ähnlichkeiten mit den kommunistischen Staaten und auch mit dem vormodernen Kirchenstaat, dem vormodernen Vatikan, ja der vormodernen Kirche überhaupt auf. Das Thema „Klima“ ist religiös. Hurra, wir haben wieder eine Religion - diesmal ohne Gott!

Später mehr, Herr Boden!

Tschüß.

Hubert Brune

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27.01.2012, 12:52

Um Mißverständnissen vorzubeugen, möchte ich noch einige Ausführungen zu den folgenden meiner Sätze von gestern machen: „Ein echter Unternehmer würde niemals die Abteilung »Forschung und Entwicklung« vernächlässigen - unsere Herrschenden aus Politik, Lobby und Medien tun das am allerliebsten. Warum wohl? Es ist ja paradox. Ein Unternehmer würde, täte er das, ziemlich bald aus dem Wettbewerb herausfliegen. Die Globalisten fliegen aber nicht heraus, weil sie ein Monopol innehaben. Ihr wirklich einzig ernstzunehemnder Gegner - abgesehen von den Gegnern in ihren eigenen Reihen (der Kampf der Cäsaren; vgl. Spengler, passim) - ist das Volk, die Masse, der Demos.“ **

Die westlichen Staaten haben kein Interesse am Nachwuchs ihrer Völker, sondern am Untergang ihrer Völker, denn sie kümmern sich nicht um den Nachwuchs. Der Nachwuchs ist ja das, was der Abteilung „Forschung und Entwicklung“ in einem Unternehmen entspricht (**). Hier ein dazu passendes Zitat:

„Ökonomisch denkenden und rechnenden Unternehmen ist es also geläufig, zum Teil erhebliche Summen in Forschung und Entwicklung - das heißt in die unternehmerische Reproduktion - zu stecken, die sich - wenn überhaupt - vielleicht in 25 Jahren auszahlen werden. Trotzdem gehen sie diesen Weg, weil sie andernfalls in 25 Jahren nicht mehr konkurrenzfähig sein würden. Unzureichende gesellschaftliche Investitionen in den eigenen Nachwuchs sind deshalb keine Folge des Primats der Ökonomie, sondern von fehlendem langfristigem ökonomischem Denken. Sie sind nicht das Werk von Ökonomen, sondern von Bürokraten. Während führende Konzerne ihre besten Köpfe in die Forschung und Entwicklung stecken, überläßt man in unserem Staat die Entwicklung des wichtigsten »Produktes« - des Menschen - zunehmend Schichten mit geringer Bildung und niedrigem Einkommen. Während in Unternehmen zum Teil erhebliche Summen in die Erneuerung fließen, hat man in unserem Staat offenkundig gemäß dem demographisch-ökonomischen Paradoxon (**) die Auffassung, daß nur unter ärmlichsten Bedingungen, wie sie zum Beispiel in der Dritten Welt oder vor Ort bei Sozialhilfeempfängern vorzufinden sind, eine ausreichende Zahl an Kindern in die Welt gesetzt werden können. Besonders motivierte und kompetente Menschen - Deutschlands Dichter und Denker - werden dagegen in erster Linie in der Erwerbsarbeit, das heißt in der Produktion, benötigt.“ (Peter Mersch, Die Familienmanagerin, 2006, S. 5 **).

Mersch hat es begriffen. Deshalb muß er seine Bücher auch bei Books on Demand GmbH drucken lassen - die anderen sind offenbar schon im Mainstreamsumpf der Globaldiktatoren untergegangen.

Ein interessantes Beispiel habe ich ebenfalls bei Mersch gefunden:

„Beispiel 3: Zehn fiktive Unternehmen teilen sich einen innovativen Markt. Sie alle haben ungefähr die gleichen Marktanteile und erzielen ähnliche Gewinne und Umsätze. Neun Unternehmen investieren mehr als 50 Prozent ihrer Gewinne in die Produkterneuerung, das heißt, in Forschung und Entwicklung. Ein Unternehmen schüttet dagegen mehr als 90 Prozent seiner Gewinne als Bonuszahlungen an seine Topmanager aus. Ein Unternehmen besitzt also im Vergleich zu den restlichen neun ein deutlich reduziertes Reproduktionsinteresse. Denn wenn es sicherstellen möchte, daß auch in Zukunft seine Produkte (Kompetenzen) »selektiert« werden, dann sollte ihm vor allem die zukünftige Konkurrenzfähigkeit seiner Produkte am Herzen liegen. Dies ist bei seinen Konkurrenten der Fall, bei ihm jedoch nicht. Das vermutliche Ergebnis: Das Unternehmen wird Marktanteile verlieren und eventuell sogar ganz vom Markt verschwinden. Man sagt dann: Es war nicht mehr ausreichend an die Marktverhältnisse (an sein Milieu) angepaßt. - Beispiel 4: Giraffen erlangen umso mehr Nahrung, je länger ihr Hals ist. Anders gesagt: Ihre Fitneß korreliert mit ihrer Halslänge. Nehmen wir nun an, eine Giraffenpopulation habe sich für eine »moderne« Reproduktionsstrategie entschieden: Die Giraffen mit den längsten Hälsen fressen das hohe Laub nur zum Teil selbst. Einen größeren Teil (»Laub-Steuer«) lassen sie für ihre kurzhalsigen Artgenossen einfach zu Boden fallen. Als Gegenleistung übernehmen diese dafür die Nachwuchsarbeit. Das Reproduktionsinteresse der kurzhalsigen Giraffen ist also hoch, das der langhalsigen dafür niedrig. Mit der Zeit wird die gesamte Giraffenpopulation auf diese Weise immer kurzhalsiger. Der lange Hals stellt zwar prinzipiell einen Vorteil dar, allerdings führt er aufgrund der Reproduktionsstrategie der Giraffenpopulation sehr bald zur evolutionären Elimination. Daraus ergeben sich für die Zukunft zwei Alternativen: (1.) Die Giraffenpopulation stirbt aus (Fehlanpassung aufgrund einer törichten Reproduktionsstrategie). (2.) Die Giraffenpopulation ändert ihr Verhalten gegenüber ihrem Lebensraum und konzentriert sich auf eine Nahrungssuche in Bodennähe. Irgendwann dürfte das Reproduktionsinteresse wieder mit der Lebensraum-Fitneß der Individuen im Einklang stehen und die Population könnte - nun allerdings körperlich sehr stark verändert - weiter fortbestehen. Das Beispiel zeigt: Temporäre evolutionäre Fehlsteuerungen müssen nicht notwendigerweise zum Aussterben einer Art führen. Solange das Reproduktionsinteresse in weiten Teilen einer Population ungebrochen ist, ist eine Rückkehr zu langfristig stabilen Adaptionsprozessen noch möglich. Bei dauerhaft beschädigten Reproduktionsinteressen kann Evolution dagegen nicht mehr stattfinden.“ (Peter Mersch, Evolution, Verschwendung und Zivilisation, 2008, S. 115-116 **).

Mersch weiß, daß das Reproduktionsinteresse für das Nachwuchsverhalten und die Evolution von Populationen von entscheidender Bedeutung ist“ und - das ist für unser Thema so wichtig (!) - daß in modernen Gesellschaften zwar noch ein ungebrochenes Paarungsinteresse, aber nur noch ein sehr stark vermindertes Reproduktionsinteresse besteht, und zwar um so ausgeprägter, je qualifizierter eine Person ist.“ (Ebd., S. 116 **).

Daß der Großteil des Volkes da mitmacht, verwundert überhaupt nicht. Irgendwann spiegelt er nur noch die Verhältnisse der Herrschenden aus Politik, Lobby und Medien wider. Aber die Hauptverantwortung liegt dennoch bei den Herrschenden - und sonst niemandem. Doch dafür haben sie ja auch schon alle Ausreden parat, z.B. folgende:

1.) „Demokratie“, das heißt: „Was wollt ihr denn? Ihr habt uns doch gewählt!“
2.) „Geschichte“, das heißt: „Wegen unserer Geschichte dürfen wir das nicht!“

Wie? Was? Demokratie? Die existiert doch sowieso nur noch zu höchstens 30%! Wie? Was? Geschichte? Und: Unsere Geschichte? Welche Geschichte ist denn da wirklich gemeint? Wahrscheinlich gar keine! Das ist alles Rhetorik! Das sind alles Schachbrettzüge! Das sind alles Inszenierungen! Sogar die Krisen sind Inszenierungen - zu dem Zweck nämlich, daß sie dann sagen können: „Seht ihr, jetzt, da der Euro zu scheitern droht, müssen wir doch die politische Union Europas umsetzen“ oder: „Seht ihr, jetzt, da der Euro gescheitert ist, müssen wir den Globo einführen, müssen wir die politische Union mit Nordamerika umsetzen“ u.s.w.. Das sind alles Inszenierungen - wie „Nine/Eleven“ u.v.a. vorher schon.

Einen atomaren Weltkrieg wagen sie noch nicht, obwohl sie Atomwaffen seit August 1945 schon mehrer Male eingesetzt haben, und für konventionelle Kriege haben sie ihre Hochtechnologie. Nur wollen sie nach Möglichkeit die teuren Kriege einsparen, wenn da nicht, ja wenn da nicht das Geschäft mit diesen Kriegen wäre. Das heißt: diejenigen Lobbyisten, die sogar noch mehr Macht haben als die, die sie beeinflussen, wollen diese Kriege. Die anderen wollen lieber NUR die demographischen, wirtschaftlichen und religiösen Kriege. Das war im Römischen Reich zur Zeit der Cäsar(ist)en - abgesehen von der historischen Tatsache, daß die keine atomaren Waffen hatten - auch so. Spengler hatte recht!

Hoffentlich war das nicht zuviel Text!

Lassen Sie sich ruhig Zeit mit der Lektüre und der Antwort!

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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23.02.2012, 15:13

Sehr geehrter Herr Brune,

ja, mich gibts noch. Ich hatte sehr viel zu tun, auch jetzt noch, weil ich in der nächsten Woche in Urlaub fahre. Der Gesprächsfaden ist abgerissen, ich muß da erst wieder reinkommen und ihre letzte Mail rauskramen. Da fällt mir was abseitiges zu Spengler ein. Wissen Sie, warum er keine Frau und Kinder hatte? Da hätte er ja was gegen den von ihm so gefürchteten Geburtenrückgang tun können. Denn Geldsorgen hatte er seit 1919 nicht mehr, und zu Frauen fühlte er sich hingezogen, das weiß ich. Aber wer lebt schon immer konsequent gemäß seinen eigenen Überzeugungen.

Es grüßt herzlich

MB

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23.02.2012, 20:08

Guten Abend, Herr Boden!

Ja, lesen Sie sich meine letzte Nachricht in aller Ruhe durch.

Ich könnte zu dem Thema Spengler und Frauen und Kinder einiges sagen, aber ich warte lieber ab, was Sie darüber sagen!

Ich selber habe übrigens zwei eigene Kinder und ein Stiefkind. Ich habe also mehr als mein Soll erfüllt. Sie auch?

Bis dann!

=>

 

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HB und RB

24.05.2012

Zu Deiner Aussage über Lehrer und Sozialpädagogen.

Was die Lehrer angeht, so sehe ich sie - gerade weil sie so wichtig sind (die Bildung ist Deutschlands [Europas] wichtigste, weil nahezu einzige Ressource!) - mittlerweile im tiefsten dekadenten Sumpf versinken, soweit sie beim Staat angestellt sind, denn im bürgerlichen Privatbereich ist das noch (noch!) anders! Die Sozialpädagogen halte ich für im Grunde überflüssig, weil sie das „soziale Feld“, wie es - ohne sie - geworden ist, nur noch bedienen und fortentwickeln können. Anders formuliert: Die Pädagogen werden unwichtig gemacht, obwohl sie wichtig sind; die Sozialpädagogen werden wichtig gemacht, obwohl sie unwichtig sind. Ausnahmen bestätigen diese - mittlerweile fest etablierte - Regel! Nimm es bitte nicht zu persönlich, lieber R.! Ich will die Berufsstände auch nicht „diskreditieren“, wie Du geschrieben hast, sondern ich stelle nur fest, was sich eines Tages auf sehr fatale Weise für uns Abendländer rächen wird. Die Intelligenz soll verschwinden, die Leistung soll verschwinden, das Bürgertum, ja überhaupt jeder Unterschied soll verschwinden - wenn heute einer sagt, er sei Leistungsträger, wird er doch bereits schief angeguckt, und bald wird er sich damit strafbar machen! Das ist doch Wahnsinn! Ich will hier niemanden „diskreditieren“. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Mein Vater war Zimmermann und Tischler. Ich habe ihm früher doch nicht zu häufig zugeschaut, oder? Spaß beiseite! Die Pädagogen sind zu wichtig, als daß man auf sie verzichten könnte - aber genau das geschieht: Vernichtung durch Verzicht, indem die Bildungsqualität permanent gesenkt wird bis zu dem (Zeit-)Punkt, an dem alle gleich dumm sind! Irgendwann sind dann alle auch gleich arm, denn wie gesagt: die Bildung ist unsere wichtigste Ressource! Die Lage der Sozialpädagogen ist genau umgekehrt zu der der Pädagogen. Die vor allem in England und Frankreich bereits abgeschlossenen Stadtviertel, sprich Slums, Gang(ster)viertel, die von Polizei, Feuerwehr u.s.w. aus Angst gemieden werden, können auch von Sozialpädagogen, Sozialarbeitern u.s.w. nicht gerettet werden - im Gegenteil: von denen gerade nicht!

Das sage ich NICHT, weil ich etwas gegen Sozialpädagogen hätte - ich habe selbst einmal in einer sozialpädagogischen Einrichtung gearbeitet, wenn auch „nur“ als Lehrer (**). Ich habe früher auch die Deutsche Bundesbahn, obwohl ich ein Teil von ihr war und von ihr verbeamtet wurde (**), kritisiert. Auch war in meinem letzten Brief Selbstkritik enthalten. Wo also ist Dein Problem dabei? Darf man - Deiner Meinung nach - nicht nur nicht kritisch, sondern auch nicht selbstkritisch sein? In vielen meiner Texte ist auch Ironie und Selbstironie. Übrigens war das auch ganz besonders bei den Romantikern so. Die meisten Menschen denken zu häufig, daß Kritiker nie selbstkritisch und Ironiker nie selbstironisch seien. Doch das stimmt oft gar nicht. Bei den Romantikern war das Ironie-Selbstironie-Paar sogar eines ihrer Erkennungsmerkmale. Ich habe auch Kommentare von Sozialwissenschaftlern, Sozialpädagogen und Sozialarbeitern in Foren und/oder Blogs gelesen, die eindeutig knallharte Kritik an ihrem Beruf erkennen lassen. Diese Kommentatoren beklagen sich nicht, sondern stellen - auch dank ihrer Kritik - fest, daß ihr Berufsfeld völlig versagt. Trotzdem machen sie weiter. Meiner Meinung nach ist aber mehr noch als jede dieser Institutionen das politisch-gesellschaftliche System falsch, weil es dafür verantwortlich (schuldig!) ist, daß solche Berufsfelder überhaupt erst entstehen konnten. Irgendwann werden sie zu Selbstläufern. Kennst Du Niklas Luhmann? Der hat sich damit sehr intensiv beschäftigt.

Je mehr Sozialpädagogik, desto weniger Pädagogik! Der Sozialpädagoge tritt stets dann auf, wenn der Pädagoge durch ihn ersetzt werden soll. Was soll man dazu sagen? Wenn man nichts daran ändern kann (wer will es ändern? Hände hoch!), dann soll man - selbstverständlich - auch den Sozialpädagogen unterstützen. Man kann aber auch verhindern, daß der Pädagoge zu schnell verschwindet, d.h. zu schnell zum Sozialpädagogen wird. Ironischerweise, aber eben nicht zufälligerweise, wird seit einiger Zeit im sogenannten Westen der Pädagoge möglichst schnell zum Verschwinden gebracht, d.h. möglichst schnell zum Sozialpädagogen und zuletzt zum Sozialarbeiter gemacht. Das Wort „Pädagoge“ wäre also zuletzt aus jeder Wortkomposition und in der Folge auch aus dem Denken verschwunden. Zuletzt ist folglich auch das Wort „Bildung“ ein Fremdwort, die Bildung ein Fremdgut und der gesamte Kulturkreis am Ende, tot!

Ich könnte sehr viele Beweise und/oder Indizien für die bewußt geplante und praktizierte Verdummung, Verarmung und Verkleinerung von Menschen anführen!

Beispielsweise ist die letzte „Rechtschreibreform“ auch ein Indiz oder sogar Beweis dafür, daß die Verdummung geplant ist. Frühere Rechtschreibreformen hatten immer den Sinn, daß sie das Lernen und folglich die Intelligenz förderten, die letzte aber hat wirklich den umgekehrten Sinn. Deshalb beachte ich sie nur dann, wenn ich sie als Unterrichtsstoff vermitteln muß.

Seit 1984 gebe ich Unterricht - vor allem in Schulfächern der Gymnasien, seltener auch in Schulfächern anderer Schulformen, zu meinen Großstadtzeiten hin und wieder auch in Studienfächern der Universität. Das nachgefragteste Schulfach ist Mathematik, gefolgt von Englisch und Physik, dann Wirtschaftsmathematik (Rechnungswesen, Buchführung u.s.w.), Deutsch und Französisch, seltener auch Chemie, Biologie, Betriebs-/Volkswirtschaftslehre (BWL/VWL) und Latein. Seit 1984 erteile ich in allen genannten Fächern Unterricht - vor allem Intensiv- bzw. Nachhilfeunterricht: nur jeweils eine Person wird von mir - intensiv (!) - unterrichtet, und die Eltern bezahlen, d.h. ich kann mich nicht herumdrücken vor der Masse der Schüler wie in einer Schulklasse, sondern muß echte Leistung bringen! Seit 1984 also kann ich auch feststellen, wie sehr sich die Leistungen der Schülerinnen und Schüler geändert haben. Und ich kann nur sagen: die Ergebnisse der PISA-Studien sind schon einigermaßen korrekt, eher unter- als übertrieben. Beispielsweise waren im Vergleich zu dem genannten Jahr 1984 nur 20 Jahre später die Leistungen in all den genannten Schulfächern schon drastisch abgesunken. Warum? Weil die biologischen, die demographischen und die politischen Voraussetzungen auf das Kulturelle, die Bildung (Pädagogik) immer negativer einwirkten und einwirken. Das Kinderkriegen wurde und wird durch die Einwanderung immer mehr verlagert in die Unterschicht, die größtenteils mit Intelligenz nichts am Hut hat (also größtenteils dumm ist - doch das darf man aus dazu passenden Gründen nicht sagen), und synchron dazu wurde durch die Politik das Leistungsniveau an allen Schulen ständig abgesenkt. Verdummung und - in der Folge - Verarmung sind also Programm! Ähnliches hat ja sogar auch Thilo Sarrazin von der SPD gesagt. Dieser Verlust von Intelligenz und folglich von Reichtum ist kein zufälliges Ereignis! Er ist gewollt!

Wenn ein kompetenter Sozialpädagoge eine gleich hohe Effizienz erzielen sollte wie ein kompetenter Pädagoge - vorausgesetzt natürlich, daß beide noch nicht zu sehr zu Opfern der Dekadenz geworden sind (deswegen habe ich das Wort „kompetent“ verwendet!) -, dann müßte er nicht alle, aber viele Großstädte von den mittlerweile bis zum Himmel stinkenden Slums (Problem-, nein: Herausforderungsviertel?) befreien können. Das kann er aber nicht! Warum nicht? Weil unter anderem der Pädagoge und die Bildung unwichtig gemacht worden sind (siehe oben), was zu immer mehr Dummheit und in der Folge zu immer mehr Armut führt! Ein kompetenter Pädagoge kann grundsätzlich zu immer mehr Intelligenz verhelfen - wenn er es darf. Intelligenz ist aber bei uns nicht mehr gewollt! Die Rockefeller-„Gang“ will das nicht! Sie will eine dumme, arme, kleine Masse. Bildung (z.B. intelligent vs. dumm), Ökonomie (z.B. reich vs. arm) und Demographie/Bevölkerung (z.B. groß vs. klein) werden der Politik der Herrschenden geopfert, so daß nur noch eine dumme, arme, kleine Masse übrigbleibt. Wer (a) dumm, (b) arm, (c) klein ist, leistet keinen Widerstand mehr! Das gilt ja schon bei nur einer dieser Kategorien (siehe: a, b, c). Freiwillig sollen und werden sie sich dann opfern - so wie es z.B. G. Orwell in seinem Romam 1984 und in seiner Fabel Farm der Tiere (Animal Farm) beschrieben hat, oder - fast noch besser - H. G. Wells in seinem Roman Zeitmaschine, in dem die „Eloi“ sich freiwillig den „Morlocks“ opfern. Das entspricht ziemlich exakt dem Willen der heutigen Globalisten. Sie umfassen derzeit höchstens 0,01-1% der globalen Bevölkerung, aber mindestens 80-99% der globalen Macht - je nach Definition (!). Gewiß, vielleicht wird ihnen ein Strich durch ihre Rechnung gemacht werden, wie es nicht selten in der Geschichte der Fall ist, aber von innen heraus wird wohl kaum jemand dagegen noch etwas unternehmen (können) - das zeigt sich immer mehr.

Das von der Citigroup kontrollierte Vermögen,
das von der Geldwäsche „erwirtschaftete“ Vermögen
und die BIPs der 10 größten Volkswirtschaften (2008)
VolkswirtschaftBIP in US-$UnternehmenVermögen in US-$
USA13,840 Bio.  
Japan  4,384 Bio.  
Deutschland  3,667 Bio.  
China  3,251 Bio.  
Großbritannien  2,474 Bio.  
Frankreich  2,395 Bio.  
  Citigroup  2,200 Bio.
Italien   2,105 Bio.  
  Geldwäsche  2,000 Bio.
Kanada  1,432 Bio.  
Brasilien  1,314 Bio.  

Allein schon die Citigroup kontrollierte 2008 ein Vermögen im Wert von 2,2 Billionen US-Dollar! Nur zum Vergleich: das ist ein Wert, der 2008 zwischen dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Italien (2,105 Billionen US-Dollar) und dem von Frankreich (2,395 Billionen US-Dollar) und damit weltweit auf Platz 7 stand - und übrigens auch heute noch steht. Die „Geldwäscherei“ „erwirtschaftete“ im selben Jahr ungefähr 2 Billionen US-Dollar und lag damit hinter dem BIP von Italien, aber weit vor dem BIP von Kanada (1,432  Billionen US-Dollar), das normalerweise hinter dem BIP von Italien lag. Die „Geldwäsche“ (durch Drogenhandel u.s.w.) ist so gewinnbringend, daß sie mittlerweile das BIP von Italien erreicht haben könnte. (**|**). Ist das nicht wahnsinnig? Und ich habe ja noch gar nicht die anderen Hyperreichen aufgezählt, die ja mit diesen beiden erwähnten zusammen ein geheimes Globalkartell bilden - noch!

Vergiß es! Da ist von innen heraus nichts mehr zu machen! Da hilft nur noch ein Unglück (umgangssprachlich gesprochen), ein Wunder (religiös gesprochen), ein Zufall (wissenschaftlich gesprochen), ein Unfall (versicherungstechnisch gesprochen), eine gigantische, alle bisherigen Maße übertreffende Weltwirtschaftskrise oder eine Naturkatastrophe!

Aber sogar alles das ist ja auch schon in ihrer Kalkulation enthalten, weil sie sogar daraus auch noch Gewinne machen wollen. Bleibt zu hoffen, daß sie bald einen riesigen Fehler begehen! Wenn der Zufall da ist, dann bildet er auch meistens mit anderen Zufällen so etwas wie eine Bande. Anders, nämlich aus dem Volksmund heraus gesagt: Ein Unglück kommt selten allein. Und was für das Unglück gilt, das gilt auf sehr ähnliche Weise auch für den Unfall bzw. Zufall.

Der Zeitpunkt dafür, daß sich die Globalisten verkalkulieren, wird kommen. Aber wann genau? Werden wir, wirst Du oder keiner von uns beiden es erleben? Das ist die Frage, um die man sich - berechtigterweise - kümmern soll! Alles andere ist dagegen ziemlich unwichtig!

Um den „Wind aus den Segeln“ zu nehmen: Wenn man sich die Tatsachen anschaut und diese - leider - negativ zu interpretieren sind, dann ist nicht immer der Interpret als ein Pessimist zu verunglimpfen, sondern fast immer die Macht, die diese Tatsachen geschaffen hat!

Zu Deiner Aussage über die Gerichtsvollzieher.

Etymologisch gesehen steckt in dem Wort „Gericht“ zwar auch das Wort „Recht“, besonders im Sinne von „Rechtsprechung“, genauer aber mehr im Sinne von „Urteilsprechung“ und damit auch mehr im Sinne von „Richter“. Und wahrhaftig: Was der Richter gesprochen hat, das vollzieht der Gerichtsvollzieher mit seinem „Kukuck“: Urteile! Der Richter spricht seine Urteile am Gericht. Ein Gericht ist aber auch eine Behörde. Viel mehr als der Richter ist der Gerichtsvollzieher auf (das Gericht als) eine Behörde bezogen. Der Gerichtsvollzieher vollzieht also weniger Recht als viel mehr Gericht, wie das Wort schon sagt. Und das bedeutet, wie ebenfalls schon gesagt, daß der Gerichtsvollzieher lediglich vollzieht, was der Richter gesprochen hat: Urteile! Urteile sind aber an politisch vorgegebene Rahmenbedingungen angepaßt. Wenn das nicht so wäre, dann spräche bei uns noch heute z.B. ein Typ wie Roland Freisler seine Urteile (mittlerweile ist es ja auch fast wieder so). Urteile sind also nicht objektiv oder gar gerecht, sondern haben, wenn überhaupt, eine Tendenz dazu. Gerechtigkeit gibt es nur im Märchen! Das war übrigens auch der Titel eines Liedes in der Zeit der Neuen Deutschen Welle.

Die momentan gültige „Rechtslage“ ... ist nicht gerecht, ja noch nicht einmal rechtmäßg, denn: was Recht und Gerechtigkeit sind, bestimmen immer die jeweils Herrschenden - und sonst niemand. Deshalb sind auch Glaube, Religion und Theologie überall da stark vertreten, wo Menschen sind - Tiere kennen keine Transzendenz. Menschen ersetzen in ihren sogenannten „Zivilisationen“ diese Glaubenssysteme durch Ideologiesysteme, obwohl beide im Grunde fast identisch sind, aber eben nicht mehr die Machtverhältnisse. Darin liegt also ihr Sinn! Rechte, „Gesetze“, Rechtsprechungen (Urteile), Richter, Gerichte, Gerichtsvollzieher - all das verändert sich, wenn sich die Machtverhältnisse ändern. Und jetzt soll ich glauben, dieses oder jenes sei „Recht“, sei „Gesetz“ u.s.w.? Niemals!

Mein Großvater mütterlicherseits lebte von 1880 bis 1971; er hat in seinen 91 Jahren vier von Grund auf verschiedene Rechtssysteme erlebt, außerdem zwei Weltkriege, zwei Währungsreformen, eine Weltwirtschaftskrise (das auch noch!) u.s.w.; er hatte mit all dem direkt nichts zu tun, aber jedesmal ist von ihm erwartet worden, daß er mitmacht. Er hat sich so verhalten wie die meisten Menschen. Normal! Aber sein Rechtsdenken und sein Rechtsempfinden ist höchstwahrscheinlich seine ganz persönliche Denk- und Empfindungssache geblieben - wie ebenfalls bei den meisten Menschen (damals). Sollen wir jetzt also einfach nur so mitmachen und über Recht und „Gesetze“ immer nur so denken, wie es uns diktiert wird? Das selbständige Denken also aufgeben? Das wäre sehr fahrlässig und dumm!

***

27.05.2012, 00:03

Ich bin sehr für Fußball. Ich bin Fußballfan, aber ganz sicher kein großer Vereinsfanatiker und ohnehin kein Freund des Fanatismus, also auch kein Fan des FC Bayern München. Dennoch sympathisiere ich mit dem FCB, weil er der einzige deutsche Fußballverein ist, bei dem man - schon seit der Zeit, als er den effizientesten Spieler aller Zeiten unter Vertrag hatte (Gerd Müller) - sicher sein kann, daß er auch im internationalen Wettbewerb ganz oben Erfolge einspielt.

Gómez war eindeutig ein „Fehleinkauf“. Er hatte für eine sehr kurze Zeit - ungefähr eine Saison lang oder auch etwas länger - seinen „Erfolg“ und war sonst zu nichts zu gebrauchen. Doch ständig wurde auf ihn gesetzt. Der FCB hätte in dieser Saison - 2011/2012 - Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und CL-Sieger werden können, wenn ..., ja wenn er Tore geschossen hätte. Die Torausbeute war einfach zu gering. Die Mannschaft braucht wieder einen Gerd Müller - Thomas Müller ist auch gut, aber wegen seiner etwas anderen Position kein „Knipser“. Es hat fast ausschließlich an der Torausbeute gelegen, daß der FCB nicht so erfolgreich war wie z.B. die Borussia aus Dortmund, die - nun wieder - verdienterweise (!) - Deutscher Meister geworden ist. Robbens Leistungen ließen auch zu wünschen übrig. Aber auch auf ihn wurde immer wieder gesetzt. Van Gaal schon hatte diesen Fehler begangen, Robben auch dann einzusetzen, wenn er zuvor versagt hatte. Als Manager gefällt mir Nerlinger auch nicht. Er ist wahrscheinlich noch zu unerfahren.

Ich hatte nie einen Lieblingsverein. In den 1970er Jahren tendierte ich zwar ein wenig zu Borussia Mönchengladbach, aber auch nicht auf fanatische Weise, also nicht als Fan, nicht mit Fanatismus, denn, wie gesagt, so richtig Fan eines Vereins war ich nie, und das wollte ich auch nie sein. Auch als aktiver Fußballer war ich im Grunde nie ein sehr treuer Vereinsanhänger, denn ich habe fast immer nach einer Saison aufgehört, für eine Saison Pause gemacht, dann wieder für eine Saison gespielt u.s.w. - aber immerhin war dieser ständige Wechsel regelmäßig. Ich wurde dafür auch gar nicht kritisiert, weil ich - jedenfalls aus Sicht des Vereins - für den Verein zu wichtig war. Schon seit meiner Kindheit spüre ich einen Freiheitsdrang in mir, der mir immer wieder sagt: „Du, Freigeist, liebst die Freiheit viel zu sehr und verläßt den Vereinsgeist, obwohl du - selbstverständlich - nichts gegen ihn an sich hast, deswegen immer wieder, weil du den Vereinsgeist Vereinsgeist sein lassen möchtest.“ Vereine sind nichts für mich, aber deswegen lehne ich Vereine noch lange nicht ab. Eher im Gegenteil. Ich will nur selbst nicht so gern im Verein sein.

So wie ich schon während meiner Kindheit Sportler war, so auch Meßdiener (Ministrant). Das hört sich fast an wie „Rechte“ und „Pflichten“. Mir ging und geht es meistens darum, einen möglichst freien und großen Spielraum für meinen enormen Bewegungsdrang zu haben, und den hat man ja mit fast jeder Sportart. Ob beim Klettern - nicht nur bis in die höchsten Baumspitzen, sondern auch von Baum zu Baum u.s.w. - beim Fahradfahren, beim Schwimmen, bei relativ „großen“ Manschaftsportarten wie Fußball, Volleyball, Handball, bei relativ „kleinen“ Mannschaftssportarten wie Tischtennis, später auch Tennis und Squash: ich habe alle diese Sportarten immer auch deshalb gern ausgeübt, weil mein Bewegungsspielraum fast immer frei und groß war und ist. Aber Vereinsmitglieder, die sich die Freiheit nehmen, den Verein zu verlassen, wann immer sie wollen, sind nicht gerade das, was der Verein - als Verein(smaschinerie) - prinzipiell wollen kann.

Die Wärme ist unter anderem das, was ich an Ehe und Familie o.ä. so sehr schätze und am Verein hin und wieder vermisse, weil die Wärme im Verein - wegen seiner größeren Distanz zur Feuerstelle, zur Flamme - sehr viel weniger spürbar ist als in Ehe und Familie.

Eine noch präzisere Erklärung als Antwort auf die Frage, warum ich Vereine nicht ganz so ernst nehme wie die meisten anderen Deutschen, kann ich nicht geben. Trotz meiner Zurückhaltung gegenüber dem Vereinswesen baue ich zu ihm überhaupt keine Feindschaft auf. Eher im Gegenteil. Ich mag Leute, die sich für Vereine begeistern und opfern (können). Außerdem habe ich es ja immerhin teil- und zeitweise auch getan.

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HB und MB (Michael Boden)

02.06.2012, 21:18

Guten Abend, Herr Brune,

ich habe heute mal eine berufliche Verschnaufpause und konnte wieder mal auf Ihrer Seite herumstöbern (aber nicht so gründlich, wie eigentlich geboten).

In dem Abschnitt mit den Phasen der Menschwerdung stieß ich plötzlich auf den Begriff „12³ - Platoniker“ (**).

Ich errechnte 1728, davon den Kehrwert genommen, schon hatte ich diese merkwürdigen 0,05787%, z.B. Anteil der Hominiden an der Geschichte des Sonnensystems etc..

Ich habe einige der Beispiele mal nachgerechnet und muß zugeben: es kommt so in etwa hin.

Trotzdem glaube ich eigentlich nicht daran.

Ich bin allerdings durchaus empfänglich für „Zahlenmystik“, für geheimnisvolle Beziehungen solcher Art.

Aber man muß gewarnt sein, es gibt da ja das wunderbare Buch eines Holländers - „Mein paranormales Fahrrad“ -, in dem er mit den Abmessungen seines Fahrrades das ganze Universum erklären kann.

Da fällt mir ein andrerer Platoniker ein: Peter Plichta (Chemiker, 1939 geboren), Kennen Sie den eigentlich ?

Sein „Primzahlkreuz“ habe ich mal gelesen, aber nicht verstanden (ich war in Mathe nie gut), aber er ist ein strenger Platoniker, der den dekadischen Logarithmus für natürlich hält und nicht für menschengemacht. Ich finde das faszinierend, wird aber von der Fachwelt verworfen, was noch nicht so viel bedeutet.

Plichtas Propagierung der Silane (Silizium-Wasserstoff-Verbindungen) als Kraftstoff der Zukunft und Raumfahrttreibstoff hat mich da aber viel mehr überzeugt. Es gibt von ihm ein populärwissenmschaftliches Buch - „Benzin aus Sand“ -, lesenswert. Aber die Sache ist im Sand verlaufen, sic! Er lebt ja auch im falschen Land. Dieses Land hat fertig.

Erläutern Sie mir doch mal ganz kurz (wenn das geht), was es mit dieser rätselhaften Beziehung 1 : 1728 auf sich hat.

Mit freundlichem Gruß.

MB

***

03.06.2012, 00:21

Hallo, Herr Boden!

Schön, daß sie sich gemeldet haben! Und noch schöner, daß Sie wieder auf meinen Seiten herumgestöbert haben!

Den Text über die „12³-Platoniker“ (**) habe ich übrigens schon vor sehr langer Zeit geschrieben. Ich bin dabei vom „Platonischen Jahr“ ausgegangen. Es umfaßt rund 25800 Jahre. Wenn man die in 12 einzelne Phasen aufteilt, erhält man 2150 Jahre pro Phase. Unter anderem orientiert sich daran übrigens meine Kulturtheorie - nicht Spenglers, obwohl meine sich auch an seine anlehnt. Also: Nicht Spenglers Theorie, sondern meine! Man kann dieses Platonische Jahr und also auch diese 12 Phasen nach oben verlängern und nach unten verkürzen. Als ich meine Evolutionstheorie aufstellen wollte, habe ich genau das getan, weil ich zuvor feststellte, daß es stets das letzte Quartal (die letzten drei Phasen, also die 10., 11., 12. Phase) der dritten Runde ist, das die bedeutendsten Veränderungen bringt.

Es hat also mit den „Modernen“ (der dritten Art, wenn man so will) zu tun. Man könnte statt „Modernen“ auch „Zivilsationen“ sagen, obwohl beide nicht dasselbe meinen (**). Diese kann man nicht nur auf die Kultur, sondern auch auf die Natur (als die „Kultur der großen Art“?) beziehen.

Wichtig bei meinen Untersuchungen war auch eine meiner Abbildungen dazu. ** **

Diese Zahlen sind für meine Kulturtheorie lediglich ein Orientierungspunkt. So sind nach meiner Kulturtheorie die einzelnen Kulturphasen von durchaus unterschiedlicher Dauer. In der Natur aber spielen Zahlen, Zahlenkombinationen und sonstige mathematische Phänomene eine von keiner Naturwissenschaft und auch nicht von der Mathemaik zu erklärende Rolle. Meine Theorie ist daran teilweise angelehnt, aber mehr in dem Sinne, wie Spengler es schrieb: „Das Mittel, tote Formen zu erkennen, ist das mathematische Gesetz. Das Mittel, lebendige Formen zu verstehen, ist die Analogie.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, S. 4 **)

Es ist ähnlich wie mit der Zahl „Phi“, die „Goldene Zahl“, die auch mit dem „Goldenen Schnitt“ und vielem mehr zu tun hat (**), oder mit den Fibonacci-Zahlen. Es ist schon verblüffend, wie sehr bestimmte Zahlen in der Natur „bevorzugt“ vorkommen. Nicht wahr? Man fragt sich hier sogleich: von wem „bevorzugt“? Von Gott?

Goldener Schnitt (1,6180339887...):

Peter Plichta kenne ich. Ich kenne ihn zwar nicht persönlich, aber der Name sagt mir etwas. Er ist in meinem Literaturverzeichnis aufgelistet (**) - und das will was heißen, denn das habe ich ja nach Spengler-Art übertitelt mit: „Benutzte und empfohlene Literatur“. Außerdem habe ich einen Verweis zu seiner Seite (**) angebracht - in meinem Personenverzeichnis (**).

Sie haben geschrieben: „Er lebt ja auch im falschen Land.“ (**). Das sehe ich nicht so. Und Sie haben geschrieben: „Dieses Land hat fertig.“ (**). Das paßt nicht zusammen. Wenn dieses Land „fertig hat“, wie Sie geschrieben haben, dann ist davon ganz Europa betroffen. Also muß es dann schon heißen „Europa hat fertig“. Wenn aber Europa am Ende ist - wie überhaupt der ganze Westen -, dann kann Herr Plichta auch nicht „im falschen Land“ leben. Mit Deutschland steht und fällt das Ganze. Zwar ist in dieser „Bundesrepublik“ die Zensur stärker als in anderen „Republiken“ (ich benutze absichtlich nicht das Wort „Länder“, weil die Länder mehr geographische als politische Bezeichnungen sind und darum durchaus weiterbestehen können), aber das beweist ja sogar noch mehr, daß alles mit ihr steht und fällt. Auch - und ganz besonders - den „Euro“ könnte es ohne die Deutschen bzw. ohne Deutschland gar nicht geben. Das wissen alle mit dem Thema Beschäftigten. Deshalb müssen sie in diesem Land, in dieser „Republik“ auch so diktatorisch vorgehen. Denn die Deutschen selber wissen auch, wie sehr sie mit dem Euro hereingelegt worden sind. Nur kurze Zeit nach der Umstellung von D-Mark auf Euro war alles doppelt so teuer u.s.w.. Wir sind zu wichtig, und wenn es bergab geht, dann zeigt sich das eben auf sehr zwanghafte Weise. Das ist doch klar. Wer will schon gerne freiwillig auf Wohlstand verzichten?

Prinzipiell könnten Lebewesen ja auch auf der Basis von Silizium - statt auf der von Kohlenstoff - existieren; sie würden dann halt Sand ausatmen und sehr langsame Wesen sein. Das ist keine besonders günstige Ausgangslage, aber für Lebewesen die einzige Alternative zum Kohlenstoff. Kohlenstoff ist das eigentliche „Element des Lebens“ (Kohlenstoff-Verbindungen nenne ich übrigens das „Bio-Natur-Ursymbol“ **), Silizium eine Alternative, aber eine schlechte.

Konnte ich Ihnen mit meiner kurzen Erläuterung dienen? Sie wollten ja, daß ich Ihnen das „mal ganz kurz“ (**) erläutere! „Ganz kurz“ (**) - das geht manchmal nicht so einfach. Aber Sie haben ja meine E-Mail-Adresse und mein Gästebuch, um sich zu melden.

Vielen Dank für Ihren E-Brief und freundliche Grüße!

Hubert Brune

***

04.06.2012

Guten Abend, Herr Brune,

ich danke Ihnen sowohl für die ausführliche Mail samt aller Links als auch für den Anhang
„Evolutionsperiodik“ (**).

Eine Fundgrube.

Ich melde mich wieder.

Es grüßt

MB

***

04.06.2012

Hallo, Herr Brune,

außerordenlich interessant finde ich Ihren Link zu den Fibonacci-Zahlen und zum Goldenen Schnitt. Ich muß mich aber noch viel gründlicher damit beschäftigen.

Daß das Gehäuse eines z.B. Nautilus u.a. nach dem Goldenen Schnitt gewunden ist (Goldene Spirale natürlich), wußte ich gar nicht. Ich hatte im Hinterkopf gespeichert, daß der natürliche Logarithmus, dh. seine Basis e maßgeblich ist.

Das stimmt also gar nicht?

Für alle Schneeballprozesse, Lawinen, Waldbrände (nämlich deren Ausbreitung) Zinseszins, aber auch für die Beschleunigungszunahme von Raketen etc. ist der ln jedoch auf jeden Fall zuständig und in unzähligen anderen Fällen auch.

(Für Plichta ist ja der dekadische Log. auch natürlich).

Habe ich Sie nun recht verstanden, daß Sie das umfassende Wirken dieser Zahlen als eine Art Gottesbeweis nehmen?

Finde ich faszinierend, aber ich bleibe da skeptisch.

Euler hat doch e gefunden, indem er zu 1 die Kehrwerte der Fakultäten von 1 bis xxxxxx addierte. Und genau das kommt heraus, wenn man 100 € für ein Jahr gleitend mit 100% verzinst, nämlich nicht 200 € sondern 271,828......... € (so eine Bank hätte ich gern).

Hat denn da der liebe Gott seine Hand im Spiel? Und wenn nicht, warum sollte das dann für 1,618033...... gelten?

Und zum Schluß:

Wenn Peter Plichta unsere Energiewirtschaft auf höhere Silane umstellen möchte („Benzin aus Sand“), damit er die Mobilität auf unabsehbare (nicht auf ewige) Zeit verlängern kann, neue Raumfahrtantriebe postuliert, und das Endzeitszenario von Peak-Oil obsolet macht, dann ist er definitiv im falschen Land. Fast jedes andere Land wäre für solche Ideen aufnahmefähiger ....

Denn nur hier ist der ökologische Fundamentalismus derartig zur allgemeinen Religion geworden, die Feindseligkeit gegenüber neuen Technologien ist geradezu eine Massenerscheinung, die „kollektive Besoffenheit“ (Wortschöpfung von Zettel) nach Fukushima, die einen nationalen Autismus sondergleichen anzeigt, etc..

Diejenigen, die hier die Meinungs- und Deutungshoheit besitzen, lassen sich doch durch neue Technologien ihre süßen Endzeitvisionen nicht nehmen. „Energie für Jahrtausende?“ Pfui, Teufel. Schiefergas (eigentlich ein geologisch schlechter Name) ist in Deutschland auch des Teufels, damit geboomt wird anderswo.

Deshalb sehe ich für Plichtas Ideen hier keine Zukunft.

Bis bald.

Herzliche Grüße.

MB

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HB und RB

04.06.2012, 23:43

Ich bin mir ziemlich sicher, daß die meisten (nichtehelichen) Mütter gar nicht mit der Machtfülle, die ihnen mit den entsprechenden „Gesetzen“ gegeben worden ist, auch wirklich umgehen können. Sie übertreiben vieles - und das zuletzt auf Kosten ihrer Kinder, die oft wegen klitzekleiner Kleinigkeiten plötzlich ihren Vater nicht mehr sehen dürfen. Die Situation der nichtehelichen Väter und Kinder ist katastrophal. Wesentlich besser, aber trotzdem nicht ausreichend, also auch nicht sehr viel besser ist die Situation der geschiedenen Väter und Kinder. Früher war alles besser, sagt ein Sprichwort. Das Schuldprinzip im Scheidungsrecht war garantiert nicht „die beste Lösung“ - die gibt es ja sowieso nie -, aber es war tausendmal besser als das jetzige „Scheidungsrecht“. ....

Man kann ... nicht alles vom rechtlosen nichtehelichen Vater erwarten, z.B.: (a) daß er an die „Mutter“ seines Kindes Geld zahlt; (b) daß er Verständnis dafür hat, nichts zu sagen zu haben, keine Rechte zu haben, also kein echter Vater, sondern nur Bezahler zu sein; (c) daß er, wenn er dieses Verständnis (siehe b) sogar hat, auch noch Verständnis dafür hat, als dahergelaufener Onkel nur Besucher seines Kindes zu sein, so als wäre es im Zoo zuhause; (d) daß er sich zu melden hat und sonst niemand der anderen Betroffenen; (e) daß er willkürlich festgelgte Kontaktzeiten jederzeit akzeptiert; (f) daß er permanent anwesend ist (weil er sich ja nach der willkürlichen Festlegung der Kontaktzeiten zu richten hat [siehe e]) und zugleich - also ebenfalls permanent - genügend Geld anschafft (weil er ja pünktlich zahlen muß [siehe a]), wodurch also sowohl sein Wohnort als auch sein Gelderwerbsort (z.B. die Arbeitsstelle u.ä.) und unter Umständen noch mehr nicht mehr von ihm selbst bestimmt werden können. .... Etc. pp. ....

Würde ein nichtehelicher Vater wirklich allen diesen oder sogar weiteren (denn es gibt ja noch viel mehr) Erwartungen nachkommen, wäre er nicht mehr Herr seiner Entscheidungen, also auch nicht mehr Herr seiner Handlungen. Und vielleicht bald auch nicht mehr Herr seiner Sinne? Das alles und noch viel mehr wird von ihm erwartet, obwohl (oder eher: weil?) er diesbezüglich keine Rechte hat! Es gibt also noch mehr Beispiele. ....

Es ist ohnehin sehr interessant zu registrieren, daß nichteheliche Väter nur dann als Väter angesehen werden, wenn es um Forderungen geht, aber noch interessanter ist es zu registrieren, daß nicht nur die „Gesetzgeber“ und die anderen, ihnen untergeordneten Bürokraten und die betroffenen „Mütter“ die nichtehelichen Väter als Schuldner bzw. Schuldige ansehen, sondern auch ein stetig wachsender Teil des Volkes und - leider - auch die betroffenen Kinder, jedenfalls dann, wenn sie entsprechend „erzogen“, der Gehirnwäsche unterzogen worden sind, und das sind sie zum weitaus größten Teil (je jünger bei der Trennung, desto größer der angerichtete Schaden).

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HB und MB (Michael Boden)

05.06.2012, 20:11

Guten Abend, Herr Boden!

Danke für Ihre beiden Elektrobriefe!

Im letzten der beiden haben Sie u.a. geschrieben: „Daß das Gehäuse eines z.B. Nautilus u.a. nach dem Goldenen Schnitt gewunden ist (Goldene Spirale natürlich), wußte ich gar nicht. Ich hatte im Hinterkopf gespeichert, daß der natürliche Logarithmus, d.h. seine Basis e maßgeblich ist. Das stimmt also gar nicht?“ **

Doch, das stimmt trotzdem. Sie haben das schon richtig gespeichert! Es gibt ja auch mehrere solcher Zahlen, also nicht nur die Zahl Phi, die Eulersche Zahl und andere (z.B eben auch die Fibonacci-Zahlen).

Eine „Art Gottesbeweis“ (**), wie sie geschrieben haben, würde ich das nicht nennen (wollen), aber da es ja doch so etwas ähnliches ist - ... bitte schön. Eine „Art Gottesbeweis“ ist halt deswegen eine Problematik, weil sofort die Propagandisten, die Mißdeuter und Mißbraucher jeder Art auf den Plan gerufen werden. Aber es nützt ja alles nichts, weil man es ja schließlich irgendwie bezeichnen muß.

Ihre Argumente zum „falschen Land“ (**) akzeptiere ich, obwohl Sie es im letzten E-Brief anders formuliert haben als in dem davor, in der Form nicht - es tut mir leid (!) -, weil das Land nichts dafür kann, auch nicht das Volk, sondern ausschließlich die Machthaber und deren Funktionäre die Schuld daran haben, und die meisten der wichtigsten Machthaber wohnen ja gar nicht in Deutschland, sondern in den USA und in England. Ich habe Sie halt beim Wort (!) genommen, und das ist oftmals sehr lehrreich! Mit Deutschland steht und fällt Europa; Deutschland kommt dabei aber - leider - die Rolle zu (und zwar wegen der Siegerjustiz), sich den anderen Völkern aufzuopfern. Daß andere Länder für Plichtas Ideen „aufnahmefähiger“ (**) seien, wie Sie sagen, mag ja unter der Voraussetzung, daß Sie nicht „aufnahmefähiger“, sondern „aufnahmewilliger“ gemeint haben, vielleicht (vielleicht!) sein, aber man muß sich dabei doch auch fragen, warum das so sein könnte, und dies hat ausschließlich mit der Politik, die sich aus der Siegerjustiz ergab und ergibt, zu tun. Plichta wäre auch in einem anderen Land auf Unterstützung angewiesen; diese Unterstützung muß auch finanziert werden; und diese Finanzierung kommt letzten Endes primär vom deutschen Steuerzahler, also aus Deutschland. d.h.: nicht aus dem „falschen“, wie Sie sagen, sondern aus dem richtigen Land, wie ich sage.

Deutschland ist also sowohl aufnahmefähiger (nämlich immer noch mit weitem Abstand vor dem nächsten Land - wahrscheinlich: Schweiz oder Österreich, also jedenfalls wiederum ein deutsches Land!) wie auch aufnahmewilliger. Deutschland bezahlt alles Aufnehmbare (Technik, Technologie u..v.a - nicht zu vergessen: Menschen, Ideen, egal wie utopisch, dekadent, nihistisch u.s.w.), und ob das dann in fremde Länder geht, ist ja gerade im Sinne der Globalisten und ihrer Funktionäre, ja Umsetzung ihres Ideals. Deutschland bezahlt alles und jeden, weil es dazu weltweit am meisten fähig und willig ist!

Es kommt eben sehr darauf an, was man in diesem Zusammenhang unter „richtigen Ländern“ und „falschen Ländern“ richtigerweise (!) versteht. Aus Sicht der Völker nichtdeutscher Länder ist das von Ihnen als „falsch“ (**) bezeichnete Land doch genau „richtig“, und viele Einheimische sehen das doch genauso. Plichta sollte halt in ein anderes Land gehen, um dort weitermachen zu können - ich nehme an, daß es auch das ist, was Sie eigentlich sagen wollten, und das ist ja vielleicht auch richtig. Es kommt halt auf die Wortwahl an, und wenn man wie Sie sagt, dieses Land sei „fertig“ (**), dann ist auch der Rest des Kontinents „fertig“ - mit dem Unterschied, daß das für den Rest des Kontinents nicht geglaubt wird, und das ist der (Denk-)Fehler! Wenn aus Deutschland kein Geld mehr kommt, dann kann Herr Plichta sitzen, wo er will, weil es ihm dann noch viel schlechter geht als in Deutschland.

Man darf doch auch nicht vergessen, daß in diesem Land nur noch - höchstens (!) - 20% der politischen Entscheidungen (die unwichtigsten!) und der Rest (80%) in der EU getroffen werden und daß auch die EU nur eine Mittelinstanz bildet, also die Entscheidungen in Wirklichkeit von den Globalisten getroffen werden. Inwiefern kann man da noch von einem „richtigen“ oder „falschen“ Land sprechen? Offenbar doch gar nicht mehr. Einem „Land“, wie Sie es verstehen, kommen doch solche Attribute gar nicht mehr zu, weil das System - der Globalismus - will, daß die Nationen verschwinden (die sind ihr größter Feind wegen der Homogenität, weil die ihnen zur Gefahr werden kann, deswegen auch die Aufspaltung der Nationen durch Einwanderung: divide et impera, teile und herrsche!). Also ist der Globalismus falsch! Das ganze System ist falsch - in jeder Hinischt: logisch falsch, ethisch falsch und ästhetisch falsch. Vielleicht verstehen Sie jetzt, was ich mein(t)e. Man sollte einfach öfter bedenken, daß politische und gesellschaftliche Bezeichnungen nicht mit geographischen und wirtschaftlichen Bezeichnungen so vermengt werden, daß die Logik dabei versagt.

Was Sie da über den „ökologischen Fundamentalismus“ (**) u.ä. und die „die Feindseligkeit gegenüber neuen Technologien“ (**) als Neu-Religion geschrieben haben, ist ja richtig, d.h. also, daß ich Ihre Meinung teile. Aber deswegen lebt Herr Plichta trotzdem nicht im „falschen“ Land, weil dieses Land doch über die Umverteilung dafür sorgt, daß in ganz Europa möglichst bald gleiche Bedingungen herrschen, und diese Umverteilung fast ganz allein bezahlen muß. Natürlich wird das letztendlich nicht funktionieren. Aber Herr Genscher (seit 1988) und Herr Kohl (seit 1989/’90) haben allen anderen Europäern, den Israelis, den Juden, den Nordamerikanern, ja zuletzt sogar der gesamten Weltbevölkerung versprochen, daß die nichtdeutsche Weltbevölkerung in jeder Hinsicht von den Deutschen bezahlt und zu dem Zweck unter anderem die D-Mark verbrannt und der Euro eingeführt wird. Der Euro ist nichts anders als eine - hoffentlich die letzte (!) - Etappe beim Ausverkauf Deutschlands. Der Euro ist der Dritte Weltkrieg als die (logisch konsequente) Fortsetzung des Ersten und des Zweiten Weltkrieges! Und: „Das ganze europäische Wahn-Gebilde nach dem 2. Weltkrieg - ob »Montanunion«, »EWG«, »EG«, »EU«, »Euro« oder sonstwie - ist die Fortsetzung des Versailler Diktats.“ **

Wenn aber die Unterschiede „dank“ des Egalitarismus immer nur größer werden, so sollten wir uns dagegen wehren! Die Globalisten waren und sind nicht jene Kapitalisten, wie sie z.B. auch der Marxismus noch verstand, sondern eben genau jene Egalitaristen, wie sie heuchlerischer und geldgeiler nicht sein könnten, und haben daher viel mehr Ähnlichkeit mit Kommunisten als mit Kapitalisten (im klassischen Sinne), am meisten Ähnlichkeit haben sie mit Mafiosis und Geldwäschern, die ja größtenteils auch Mafiosis - und eben: Globalisten - sind.

Vielleicht wird den Globalisten ja auch - hoffentlich bald - ein Strich durch ihre Rechnung gemacht werden, wie es nicht selten in der Geschichte der Fall ist, aber von innen heraus wird wohl kaum jemand dagegen noch etwas unternehmen (können) - das zeigt sich immer mehr. Da hilft nur noch ein Unglück (umgangssprachlich gesprochen), ein Wunder (religiös gesprochen), ein Zufall (wissenschaftlich gesprochen), ein Unfall (versicherungstechnisch gesprochen), eine gigantische, alle bisherigen Maße übertreffende Weltwirtschaftskrise oder eine Naturkatastrophe! Aber sogar alles das ist ja auch schon in ihrer Kalkulation enthalten, weil sie sogar daraus auch noch Gewinne machen wollen. Bleibt zu hoffen, daß sie bald einen riesigen Fehler begehen! Wenn der Zufall da ist, dann bildet er auch meistens mit anderen Zufällen so etwas wie eine Bande. Anders, nämlich aus dem Volksmund heraus gesagt: Ein Unglück kommt selten allein. Und was für das Unglück gilt, das gilt auf sehr ähnliche Weise auch für den Unfall bzw. Zufall.

Nichts für ungut, Herr Boden, und bis bald!

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

***

06.06.2012

Guten Abend, Herr Boden!

Ich habe die - tarurige - Erfahrung gemacht, daß in Foren, Blogs und anderen medialen Institutionsformen immer wieder formale (Denk-)Fehler gemacht werden, z.B. solche, die dem eigenen Land, dem eigenen Volk, der eigenen Mentalität u.s.w. die „Schuld“ für etwas geben, das sich aus ganz anderen Quellen als Ursachen bzw. Verursachern speist. Aber diese „Verursacher“ z.B. wissen, daß diese formalen (Denk-)Fehler gemacht werden, und sie nutzen sie für sich und Ihre Macht propagandistisch aus! Das haben die englischsprachigen Herrscher seit den Weltkriegen mit großem Erfolg gemacht, aber - auch hier wieder -, nicht deswegen, weil ihre Mentalität so sehr viel anders wäre als die unsrige, sondern weil sie die Kontrolle über den weitaus größten Teil der Medien hatten und haben.

Bei den Blogs „Fakten-Fiktionen“ und „PI“ u.v.a oder, wenn auch seltener, dem „Reserveforum“ oder leider manchmal auch bei „Zettel“, den ich mittlerweile auch „kenne“, fiel und fällt mir immer wieder auf, daß die Betreiber (Anbieter; Administratoren u.s.w.) und die weitaus meisten Kommentatoren immer wieder diese eben angesprochenen (Denk-)Fehler begehen, von denen man zwar annehmen könnte, sie seien nicht so bedeutend, aber vor allem aufgrund der Geschichte des letzten Jahrhunderts wissen müßte, daß sie, obwohl oder gerade weil sie einem nicht so bedeutend erscheinen, von höchstem Wert für die Propaganda der Gegner sind und deswegen letztlich auch kriegsentscheidend sein können - und nicht selten auch sind.

Wenn also z.B. bei „Fakten-Fiktionen“ prodeutsche Kommentatoren dem „deutschen Michel“ die Schuld für so ziemlich viele Miseren in Deutschland geben, dann tun sie sprachlich genau das, was ihre Gegner gegen sie verwenden können - und auch garantiert verwenden werden. Wenn im „Reserveforum“ ein prodeutscher Administrator als Kommentator sich lustig macht über die Art und Weise, wie Deutsche Deutschland abschaffen, und wenn der prodeutsche Thilo Sarrazin eines seiner Bücher „Deutschland schafft sich ab“ (2010) nennt, obwohl es richtigerweise eher „Die Bundesrepublik schafft sich ab“ heißen müßte, dann geht für die antideutschen Propagandisten eine zweite Sonne auf, obwohl doch die Kommentatoren und Sarrazin (bei ihm bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, denn er könnte auch ein „Agent provocateur“ sein) eine prodeutsche Stimmung machen woll(t)en. Anders formuliert: Diese „deutschen Michels“, die sie so häufig erwähnen, sind sie selbst, weil sie nicht sich, nicht ihren Absichten und nicht ihren Zielen, sondern den Gegnern, deren Absichten und Zielen dienen!

Das dies so geschehen kann, liegt aber an den Formen, z.B. vor allem an der falschen Wortwahl, an den falschen Metaphern und an dem fehlenden Wissen über Medien und darüber, wie vor allem Propaganda funktioniert.

Anders formuliert: Man muß dem Gegner, der aufgrund der mittlerweile gigantischen Machtmittel ohnehin am längeren Hebel sitzt, nicht auch noch unterstützen! Genau das tun sie aber - und laufen dazu noch Gefahr, dafür bestraft zu werden!

Ich habe oft den Eindruck, daß diese Leute nicht wissen, was sie (sprachlich) tun, und nicht wissen, daß das, was sie (sprachlich) tun, öffentlichkeitswirksam ist!

Man muß doch wissen, daß bestimmte semiotisch-linguistische Formen vieler Themen nicht an die Öffentlichkeit gehören! Wohlgemerkt: die Formen!

Eine Propaganda vermittelt den Inhalt auch nur über Formen! Doch sie selektiert diese vorher! „Politisch Inkorrekte“ aber bekämpfen ironischerweise ihre Gegner, indem sie für sie Reklame machen, deren Propaganda weitergeben und -sprechen. Der Name „Politically Incorrect“, der ja für das Kürzel „PI“ steht, ist geauso ein Witz, eine Ironie bzw., wenn man ihn ernst nimmt (was man auf keinen Fall tun sollte!), eine Lüge wie der Name „Fakten-Fiktionen“. Beide müßten eigentlich „PVC“ heißen, denn dieses Kürzel steht für: „Politically Very Correct“!

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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HB und CJ

07.06.2012, 01:57

Sehr geehrter Herr J.!

Ihre Webpräsenz gefällt mir. Ich habe zwei Fragen:

1.) Wie stehen Sie zum Glauben?
2.) Akzeptieren Sie eine Sichtweise bzw. Philosophie der Evolution, also eine Evolutionstheorie, die man u.U. anders benennen könnte, weil sie sowohl den (gesetzten bzw. gesetzlichen) Schöpfungsgedanken als auch den (zufälligen) Entwicklungsgedanken, wie wir ihn vor allem von Darwin und Haeckel kennen, beinhaltet?

Mit freundlichen Grüßen!

Hubert Brune

***

08.06.2012, 16:12

Hallo Herr Brune,

danke für Ihre E-Mail und dem Interesse am Thema.

Mein Glaube orientiert sich ausschließlich am Zeugnis der Bibel. Ergänzende Schriften oder Philosophien lehne ich grundsätzlich ab, da diese mit dem biblischen Zeugnis nicht vereinbar sind. Ebenso ist ein, wie auch immer gearteter Evolutionsgedanke, mit der Bibel nicht vereinbar und daher verneine ich ganz deutlich diese nicht belegbaren, menschlichen Ideen.

Ich war früher übrigens selbst ein entschiedener Vertreter der wissenschaftlichen Evolutionstheorie. Aber der Geist Gottes hat mir eines Tages aufgezeigt, wie irrsinnig dieses menschliche Konstrukt ist. Sehr hilfreich waren mir damals die Hörvorträge von Prof. Dr. Werner Gitt, die ich immer auf der Fahrt zur Arbeit anhörte, und auch seine Bücher. Deswegen ist auch in meinem Downloadbereich viel Material von ihm zu beziehen.

Ich habe Ihnen ein Buch in PDF-Form angehängt. Vielleicht finden auch Sie gute Anregungen darin.

Herzliche Grüße,

CJ

***

08.06.2012,

Sehr geehrter Herr J.!

Vielen Dank für Ihre Antwort! Aus ihr ergab sich für mich eine dritte Frage:

Ist es nicht aber genauso einseitig verbohrt, wenn Sie die etablierte Evoltionstheorie allein mit der Begründung, sie sei mit der Bibel nicht vereinbar, ablehnen?

Daran schließt sich eine weitere Frage an:

Laufen Sie dann nicht Gefahr, als ein christlicher Fundamentalist abgestempelt zu werden?

Mich erinnert das an viele der RAF-Terroristen, die Atheisten wurden, weil die Eltern christliche Theologen waren. Sie, Herr J., wurden ja offenbar von einem Atheisten wissenschaftlicher Prägung zu einem christlichen Fundamentalisten. Das ist eine sehr ähnliche Entwicklung (nur spiegelverkehrt!) wie die, die die viele der RAF-Terroristen genommen haben.

Ich hoffe, Sie sind mir jetzt nicht böse. Ich habe Ihnen nur meinen logischen Gedankengang dargelegt.

Eine Antwort würde mich sehr freuen!

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

***

09.06.2012, 21:06

Hallo Herr Brune,

Ihre Gedanken kann ich nachvollziehen und bin Ihnen sicher nicht böse. Ich möchte es noch etwas mehr erklären.

Ja, ich bin ein Fundamentalist, ganz sicher sogar. Weil ich auf einem Fundament stehe – das ist Christus Jesus. Jeder, der eine feste Überzeugung hat und sich auf etwas stützt, ist ein Fundamentalist, Herr Brune. Im Grunde ist jeder Christ, der kein Fundamentalist ist, auch kein Christ. Oder anders ausgedrückt: Ein halber Christ, ist ein ganzer Unsinn.

Aber auch ein atheistischer Evolutionsbiologe, der sich auf seine Lehrbücher beruft, ist ebenso ein Fundamentalist. Von daher sind mir diese Betitelungen recht gleichgültig. Auch wenn sie in unserer aktuellen Zeit sehr plakativ sind.

Ich war früher kein echter Atheist, aber glaubte auch nicht so recht an Gott. Ich kannte alle Evolutionstheorien und Erdzeitaltertabellen auswendig und müßte über einen Schöpfungsglauben immer nur schmunzeln. Konnte es nicht mit einer Wimper nachvollziehen. Heute ist das anders. Auf meiner Seite habe ich die naturgesetzlichen Argumente ja deutlich herausgestellt. Als nächstes stellt sich natürlich die Frage, wer ist der Schöpfer (deswegen habe ich auch meine Seite so strukturiert). Und hier gibt es nur eine Antwort. Der Schöpfer ist der Gott der Bibel, der in Jesus Christus ein Mensch aus Fleisch und Blut wurde.

Warum dieser Gott? Lesen Sie doch einmal HIER nach. Kurz: Die Wahrheit und Zuverlässigkeit der Bibel ist mathematisch so was von eindeutig belegbar, wie es bei KEINEM anderen Buch der Weltgeschichte etwas Vergleichbares gibt. Ebenso bei KEINER Philosophie. Nennen Sie mir also einen guten Grund, warum ich dieser mathematischen Unwahrscheinlichkeit von 10 hoch -984 (daß die Bibel nicht wahr ist) nicht glauben soll.

Wieso glauben Sie ihren Philosophien und Ideen? Können Sie deren Fundament mathematisch beweisen? Ist das nicht auch verbohrt? Ist nicht der Evolutionsglaube der Atheisten nur deren Religion, die es mit allen Mitteln zu verteidigen gilt? Wo doch eine Makroevolution noch niemals mit noch nichts bewiesen werden konnte? ALLES ist reine graue Theorie!

Herzliche Grüße,

CJ

***

10.06.2012

Sehr geehrter Herr J.!

Vielen Dank für Ihre Antwort! Ihren Aussagen in den ersten beiden Absätzen (**|**) stimme ich uneinegeschränkt zu. Kleine bis große Probleme habe ich mit Ihren Aussagen in den letzten beiden Absätzen (**|**). In den ersten der beiden letzten Absätze unterstellen Sie mir indirekt und in dem zweiten der beiden letzten Absätze unterstellen Sie mir direkt, daß ich gegen Sie eingestellt sei bzw. an meine Philosophie und Ideen „glauben“ und „verbohrt“ sein könnte (**) - die Möglichkeitsform sollte ich eigentlich weglassen, weil Ihre Unterstellung - wie gesagt - ziemlich direkt ist. Sie unterstellen mir all das auf völlig unberechtigte Weise, weil ich diesebzüglich doch gar nichts über mich gesagt habe. Ich habe doch z.B. nie gesagt, daß ich gegen das Christentum eingestellt sei oder daß ich an eine bestimmte Philosophie und an bestimmte Ideen „glaubte“. Außerdem sind Sie - leider (!) - nicht auf meine Aussage bezüglich der RAF eingegangen. Das hätte ich viel interessanter gefunden, weil viele der RAF-Terroristen von dem einen ins andere Extrem gewechselt sind - wie Sie. Ich habe das aber überhaupt (noch) gar nicht wertend gemeint.

Ich meine nur, daß, wer von einem ins andere Extrem wechselt, die unendlich vielen Positionen dazwischen gar nicht kennt und auch, wie Sie ja zugegeben haben, gar nicht kennen will.

Da ich in unserem bisherigen E-Brief-Austausch noch gar nicht über mich gesprochen habe, werde ich das jetzt einmal nachholen. Vielleicht kann ich dabei Ihnen etwas Wind aus Ihren Segeln nehmen. Ich bin nie gegen die christliche Kirche gewesen - nicht weil ich Meßdiener (Ministrant) war, sondern einfach unvoreingenommen, und zwar sowohl gegenüber dem Althergebrachten als auch den Alternativen dazu. Die Schöpfungsgeschichte ist ja - so gesehen (!) - das Althergebrachte und die Wissenschaft und die Philosophie (meinetwegen auch der Atheismus, obwohl der immer z.T. schon auch im Christentum existent war, oder das Heidentum, in gewisser Hinsicht auch das Judentum u.v.a) die Alternativen dazu.

Sie können übrigens auf meiner Webpräsenz nachlesen, daß ich weder ausschließlich der einen noch ausschließlich der anderen Seite zuzuordnen bin. Gut, vielleicht hält sich das nicht genau die Waage. Das wäre ja auch wohl ein Wunder, oder?

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

P.S.: Wissen Sie eigentlich, was „noch niemals mit noch nichts“ (**), wie Sie gesagt haben, bedeutet? Es bedeutet: IMMER MIT ALLEM, also genau das Gegenteil dessen, was Sie gesagt haben wollten. In der deutschen Grammatik bedeutet die doppelte Verneinung eine Bejahung! Und diese Regel gilt sogar ausnahmlos! Ihr Satz lautet also in grammatisch - speziell: semantisch - korrektem Deutsch: Eine Makroevolution konnte bisher IMMER MIT ALLEM bewiesen werden.

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HB und LB

10.06.2012 15:42

Zum Vorfall mit dem Griechen und dem mit einem Deutschen „verwechselten“ (?) Holländer, den Du mir erzählt hast, wollte ich noch einmal kurz erläutern, was ich damit meinte, als ich gestern sagte, daß das für unsere eigenen Propagandisten ebenfalls ein willkommener Anlaß war und ist. Man kann in dem genannten Fall ja z.B. die Griechen oder/und die Holländer gegen Deutsche aufhetzen wollen. Das wird bei uns in Deutschland in zunehmendem Maße schon seit „1968“ mit Vorliebe getan. Um z.B. jetzt die Holländer gegen die Deutschen aufzuhetzen - erinnere Dich: der Holländer wurde ja mit einem Deutschen verwechselt (normalerweise müßte man sagen: na, und?) -, bietet sich so eine „Geschichte“ doch gerade dann besonders gut an, wenn eine EM stattfindet und das nächste Spiel Deutschland gegen Holland (Entschuldigung: Niederlande) heißt. Nicht wahr?

Kurz vor der EM war es ja auch so, daß die Regierung der Ukraine ständig angegriffen wurde, weil ... („blablabla“, so unsere Propagandisten) .... Warum wohl? Die EM ist - genauso wie andere Sportereignisse, ja überhaupt viele Ereignisse - ein willkommener Anlaß, um andere Menschen unter Druck zu setzen. Während und nach der EM wird man z.B. von der Regimekritikerin in der Ukraine nichts bzw. genauso wenig hören, wie zu der Zeit, als die EM in der Ukraine zeitlich noch zu weit entfernt war.

Jede Propaganda ist eigentlich einfach zu durchschauen. Auch ist jede Propaganda eindeutig zu bewerten, nachdem man sie und ihre Hintergründe einmal richtig studiert hat. Viele Menschen glauben, daß die Propaganda eher so etwas wie eine Nebensache sei, doch das stimmt überhaupt nicht.

In den USA z.B. glauben sogar heute noch ungefähr 70% des Volkes, daß Saddam Hussein etwas mit dem islamischen Terrorismus und mit „Massenvernichtungswaffen“ zu tun gehabt hätte. Wenn man sich mit dem Thema ein wenig auskennt, weiß man, daß das eine reine Lüge, reine Erfindung, eben Propaganda war. Saddam Hussein war gar nicht religiös im traditionellen Sinne, sondern religiös im (westlichen!) modernen Sinne, also Ideologe. Saddam Hussein hatte auch keine Massenvernichtungswaffen. Er wollte aber seine Ölgeschäfte nicht mehr in US-Dollar abwickeln (lassen) - und deshalb mußte er abgesetzt und getötet werden. Auch Hitler wollte damals bei dem, was US-Amerikaner und Engländer vorhatten, nicht mitmachen, und deshalb wurde ihm von Churchill & Co. der Krieg erklärt - und zwar das erste Mal lange vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges und das zweite Mal, als der Krieg dann wirklich losging. Warum sage ich das? Die wirtschaftlichen Gründe für einen Krieg werden gerne verschwiegen - besonders von dem, der den Krieg gewonnen hat. Sie werden von den Laien auch unterschätzt - oft deshalb, weil sie davon einfach zu wenig wissen!

 

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HB und CJ

11.06.2012, 14:22

Hallo Herr Brune,

es war nicht meine Absicht auszudrücken, daß Sie gegen mich sind bzw. verbohrt wären. Diesen Ausdruck griff ich nur rhetorisch auf, um auf Ihre Mail aufgerundet zu antworten. (**). Es sollte natürlich nicht heißen, daß Sie verbohrt wären. Das kann ich überhaupt nicht einschätzen, und es obliegt mir auch nicht, über Sie zu urteilen.

Dennoch kam es mir in Ihrer ersten Mail deutlich so vor, als akzeptieren Sie den biblischen Schöpfungsbericht nicht uneingeschränkt und in vollem Umfang. (**). Dagegen habe ich deutlich argumentiert.

Auf den Gedanken mit den RAF-Terroristen bin ich nicht eingegangen, weil ich mich mit ihnen überhaupt nicht auskenne. Wie Sie es aber darstellen, daß ich von dem einem Extrem zum anderen gewechselt bin, ohne die Zwischenstadien kennenzulernen - dem kann ich so nicht zustimmen. Denn aus meiner Sicht bin ich nicht von einem Extrem ins andere gewechselt, sondern vielmehr von der Lüge zur Wahrheit. Und ich habe dabei sehr wohl die Zwischenstadien und anderen Philosophien studiert. Stichwort: Theistische Evolutionstheorie. Mein Umdenken geschah natürlich nicht plötzlich, wie das Wiederkommen Jesu einmal sein wird, sondern es hat eine Zeit gedauert, bis ich dem biblischen Schöpfungsbericht vollstes Vertrauen schenken konnte. Ganz kurz und prägnant kam ich zu folgendem Schluß: Alle menschlichen Ideen (denn etwas anderes sind sie nicht) beruhen auf menschlichen Hypothesen und Philosophien, die völlig unbeweisbar sind. Sie müssen GEGLAUBT werden! Zudem gibt es tausende menschliche Ideen, Philosophien und Religionen, die alle wahr sein wollen. Aber die Bibel hat einen mathematischen Wahrheitsgehalt, deswegen ist sie für mich der Maßstab, an dem ich alles andere messen kann – und muß. Und es gibt neben den tausend Religionen nur EIN Evangelium.

Aber nun zu Ihnen: Mich interessiert ihr Weltbild und wie Sie dazu kamen. Sind Sie aus der katholischen Kirche ausgetreten? Glauben Sie an den auferstandenen HERRN Jesus Christus? Sie schreiben außerdem, daß Sie weder der einen Seite noch der anderen zugewandt sind. Das heißt für mich: Ihre Meinungsbildung ist noch nicht abgeschlossen und Sie wissen nicht so recht, was Sie glauben?

Freundliche Grüße,

CJ

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HB und MB (Michael Boden)

11.06.2012, 21:18

Guten Tag, Herr Brune,

Da haben Sie mir je wieder zwei lange Mails geschickt ....

Zumindest eines Ihrer Argumente hat mich recht gut überzeugt:

„Wenn aus Deutschland kein Geld mehr kommt, dann kann Herr Plichta sitzen, wo er will, weil es ihm dann noch viel schlechter geht als in Deutschland.“ **

Ja das stimmt natürlich.

Aber habe ich Sie so richtig verstanden?: Daß dieses Land technikfeindlich geworden ist, wissenschaftsfeindlich, etwas weniger leistungsorientiert als noch vor 25 Jahren, das sich Mehltau über die geistige Landschaft gelegt hat, dafür können die Deutschen gar nichts, die so gern von einem Extrem ins andere fallen?

Das ist so gewollt von unseren und anderen „Eliten“?

Ich weiß nicht, schließlich besteht da immer eine Wechselwirkung, und es gibt einen Nationalcharakter, der sich nur in großen Abständen mal verändert und der eine Kenngröße ist, die die Eliten respektieren müssen.

Unser Nationalcharakter liegt seit 1648 weitgehend fest, hat sich seitdem 2-3mal etwas modifiziert, keineswegs radikal verändert. Vom Extrem der Machtbesessenheit sind die Deutschen zur Machtvergessenheit umgeschwenkt, von der Technikbegeisterung zur Technikphobie, aber das Extreme ist eben geblieben. Und sie sind das theologische Volk schlechthin (meinte der kleine Johannes Gross - der uns seit 10 Jahren so sehr fehlt). Wenn das Christentum keine Glaubensinhalte mehr vermitteln kann, greift man gierig nach einer anderen Religion - dem Ökologismus.

(Die Engländer hatten eine gravierende Änderung in ihrem kollektiven Verhalten um 1820 erlebt, (nach Th. Dalrymple) und dann noch einmal ab 1990). ....

Gruß und bis bald.

MB

***

12.06.2012, 01:57

Hallo, Herr Boden!

Was Spengler über die Deutschen gesagt hat, das kann ich in etwa unterschreiben.

Die „Wechselwirkung“ (**) in dem Sinne, wie Sie davon sprechen, gibt es doch nur insofern, als daß sie zwischen den Globalisten als den Herrschern und der Weltbevölkerung als den Beherrschten existiert. Unsere Regierung ist doch nur noch eine Instanz auf mittlerer Ebene und hat mit dem Deutschen Volk fast gar nichts mehr zu tun. Die „Wechselwirkung“, wie Sie sie verstehen, ist doch längst mit in der Kalkulation der Globalisten enthalten. Oder glauben Sie, daß die sich so eine riesige Gelegenheit einfach entgehen lassen?

Außerdem gibt es eine Opposition, die aber im Keim erstickt wird, die Wahlen werden gefälscht, der Kanzler wird auf Bilderberg-Treffen bestimmt. Wie kann man da noch welche „Wechselwirkung“ als eine offensichtliche bezeichnen?

Kennen Sie Bücher und andere Schriften von Martin Heidegger? Das, was er über das „Man“ in seinem großartigen Werk „Sein und Zeit“ (1927 veröffentlicht) gesagt hat, das trifft es doch auch hier:

„In dieser Unauffälligkeit und Nichtfeststellbarkeit entfaltet das Man seine eigentliche Diktatur. Wir genießen und vergnügen uns, wie man genießt; wir lesen, sehen und urteilen über Literatur und Kunst, wie man sieht und urteilt; wir ziehen uns aber auch vom »großen Haufen« zurück, wie man sich zurückzieht; wir finden »empörend«, was man empörend findet. Das Man, das kein bestimmtes ist und das Alle, obzwar nicht als Summe, sind, schreibt die Seinsart des Alltäglichen vor.“ (Martin Heidegger, Sein und Zeit, 1927, S. 126-127 **).

„Jeder ist der Andere und Keiner er selbst. Das Man, mit dem sich die Frage nach dem Wer des alltäglichen Daseins beantwortet, ist das Niemand, dem alles Dasein im Untereinandersein sich je schon ausgeliefert hat.“ (Martin Heidegger, Sein und Zeit, 1927, S. 128 **).

Man urteilt heute so über Deutsche, wie man halt heute so über Deutsche urteilt! Mit anderen Worten: ich finde, daß ausgerechnet die, die immer sofort wissen, was heute einmal wieder falsch ist am Deutschen, genau die sind, die so richtig „typisch deutsch“ sind - was auch immer das heißen mag. Sie tun dies deshalb, weil sie dem „Man“ entsprechen, weil sie der Diktatur des „Man“ erlegen sind. Heidegger ist hier absolut zuzustimmen.

Wir sind doch nur deshalb noch eine Nation, weil wir damit ein Instrument in der Hand haben (sollen!), uns zu verachten. Die Nation als Negativ-Nation - das ist der Sinn dahinter. Und das klappt ausgezeichnet. Die Globalisten haben genügend Geld, das sie für Forschungen bereitstellen, um genau diejenige Propaganada in die Welt setzen zu können, mit der sie am reibungslosesten herrschen können: Teile und herrsche!

Sie sehen also: daß heute so ein Negativbild in Deutschland vorherrscht, hat primär nichts mit den Deutschen zu tun, auch primär nicht mit den in Deutschland herrschenden Deutschen, sondern primär mit den Globalisten und allen von ihnen Beherrschten (das ist ein großer Teil der Weltbevölkerung). Die Deutschen können daran gar nichts ändern, selbst wenn sie es wollten. Was würde denn geschehen, wenn hier eine „Revolution“ losbräche? NATO- und/oder UNO-Truppen, noch mehr Besatzer, neue, noch restriktivere Gesetze u.s.w. - ich sage Ihnen: Nein, das Deutsche Volk verhält sich schon richtig. Ich hoffe, Sie sind mir nicht böse, wenn ich sage, daß in Ihren Aussagen ein Denkfehler ist, den seit 1945 und noch mehr seit „1968“ und noch viel mehr seit 1990 immer mehr Abendländer machen, und dieser Denkfehler bezieht sich auf die Demokratie! Demokratie gab und gibt es in dem Umfang nicht, und seit 1990 noch nicht einmal mehr zu 30%. So sagen auch Sie, daß es eine „Wechselwirkung“ (**) gäbe, und die gibt es auch, aber es gibt sie nicht aufgrund der Demokratie. Das ist Suggestion, Delirium, Wunschdenken. Gewiß, die Beherrschten sollen das denken. Aber genau das ist das falsche Denken und Sprechen, aus denen bald auch das falsche Handeln folgt u.s.w.. Es ist wie in Orwells 1984: Man spricht von Frieden, obwohl Krieg ist! So ist es bei Orwell nachzulesen. Ich sage: Man spricht von Demokratie, obwohl es eine Diktatur ist! Und alle machen mit: „Man“ (**).

Das, was so ausieht, als hätte es das Deutsche Volk verschuldet, ist in Wirklichkeit das, was die jeweils Herrschenden verschuldet haben. Gerade wir Deutsche müßten das wissen. Und gerade weil es viele Deutsche wußten und immer weniger auch immer noch wissen, wird immer wieder versucht, ihnen das Gegenteil einzuhämmern.

Woher wollen Sie denn wissen, daß die Deutschen „technikfeindlich“ (**) und „wissenschaftsfeindlich“ (**) geworden seien, wie Sie sagen, Herr Boden? Das kann man doch nur aus Umfragen und/oder aus Wahlen wissen - die sind aber manipuliert (auch die Wahlen! Doch!). Sie haben keine Anhaltspunkte für Ihre Aussage, Herr Boden, und damit auch keine Beweise - und das soll auch so sein.

Zwar stimmt es, daß der Eindruck über bestimmte nationale Stimmungen entsteht, aber der ist gemacht - und also auch die Stimmungen. Anders formuliert: das Deutsche Volk muß mitmachen bei dem, was die Globalisten von ihm erwarten, und sie erwarten von ihm, „technikfeindlich“ und „wissenschaftsfeindlich“ zu sein - aus welchen Gründen auch immer (z.B. Konkurrenz u.s.w.). Wenn der Spuk der Globalisten vorbei ist, sind auch die entsprechenden Stimmungen vorbei. Auch das weiß eigentlich niemand besser als das Deutsche Volk. Zuletzt z.B. ist diese Vorbeisein auf ähnliche Weise in der DDR passiert (über Nacht - historisch gesagt: ganz plötzlich (!) - gab es keinen „Klassenfeind“ mehr, nicht deswegen, weil die Meinung sich geändert hätte, sondern weil die Situation eine andere geworden war, weil andere Rollen erwartet und auch eingenommen wurden, weil man sich anpaßte [und es klug ist, sich anzupassen, und nur linke Spinner glauben, es wäre umgekehrt!]). Eine Mentalität genau zu bestimmen, ist nicht so einfach, wie suggeriert, geglaubt, glauben genacht wird!

Die Globalisten wissen längst, daß das Stimmungmachen immer dazu führt, daß letztlich genau der Effekt eintritt, den sie haben wollen, und da das Deutsche Volk nun mal das Volk ist, das am meisten beeinflußbar ist - aber nicht wegen seiner Mentalität, sondern wegen der verlorenen Weltkriege und der daraus resultierenden Siegerjustiz (vgl. meinen E-Brief vom 06.06.2012 **) - und auch zu den Völkern gehört, die wegen ihrer gewaltigen Stärke am meisten beeinflußt werden müssen, wird es auch ständig der globalistischen Propaganda ausgesetzt.

Sie, Herr Boden, tun jetzt aber so, als sei das Deutsche Volk selbst das Subjekt, aber das ist es nicht, jedenfalls nicht primär. Es ist primär das Objekt, das Objekt der globalistischen Propaganda - aus den eben genannten Gründen. Wer hier Subjekt und Objekt vertauschen möchte zu Täter und Opfer - ... bitte schön!

Wenn das Volk kein Demos mehr ist, dann gibt es auch keine Demokratie, also keine Volksherrschaft mehr - wenn es die überhaupt jemals gegeben hat. Es kommt ihm dann aber auch weniger Verantwortung (Schuld!) zu. Wir sollen also deshalb an die Demokratie glauben, weil wir dann auch immer wieder und besonders nach dem Scheitern der wirklich Verantwortlichen für deren Verbrechen verantwortlich gemacht werden können! Wieder: Keiner weiß das eigentlich so gut wie die Deutschen!

Komisch: einem Kind, das in seinem Elternhaus nur negative Erfahrungen gemacht hat, stellt man nicht das Zeugnis aus, irgendwie „negativ“ zu sein, aber einem Volk, das ähnliche Erfahrungen gemacht hat, schon, und das - je nach den Bedingungen (bei uns: verlorene Weltkriege) dafür - beutet man auch noch so richtig aus. Das Kind wäre sogar eher als „negativ“ zu verurteilen, weil es die Wechselwirkung zwischen ihm und seinen Eltern gibt. Für ein Volk gilt diese Wechselwirkung nur dann, wenn die Beziehung zwischen Herrschern und Beherrschten demokratisch geregelt ist - ist sie aber nicht bzw. nur zu einem geringen Teil, bei uns seit 1990 nicht einmal mehr zu 30%.

Es lohnt sich, darüber intensiv nachzudenken. Aber Sie haben dafür wahrscheinlich zu wenig Zeit, Herr Boden.

Der Mensch wird im allgemeinen viel zu wenig von seinem Medium her gedacht. In der Weiterführung heißt das: von den Medien her. Die Konsequenzen daraus sind extrem fatal!

Kennen Sie einige Bücher von Peter Sloterdijk? Das, was er „Medienpolitik“ und „Psychopolitik“ nennt, das beschäftigt sich ebenfalls mit dem, was ich Ihnen hier geschildert habe.

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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HB und CJ

12.06.2012, 03:02

Sehr geehrter Herr J.!

Sie haben geschrieben: „Alle menschlichen Ideen ... müssen GEGLAUBT werden!“ (**). Dem stimme ich zu. Das geht auch aus vielen Texten meiner Webpräsenz hervor. Ob „die Bibel ... einen mathematischen Wahrheitsgehalt“ (**) hat, wie Sie glauben, weiß ich nicht, aber mir hat einmal ein Mensch im Urlaub an der Nordsee erzählt, daß „Gott die EINS“ sei. Er brachte Mathematik und Theologie gern zusammen. Das gefiel mir.

Aus der katholischen Kirche bin ich nicht ausgetreten. Jesus Christus war und ist für mich ein Rätsel. Das wird Ihnen vielleicht nicht gefallen, aber der wahre Gläubige zweifelt immer. Oder ist das eher der Wissende, der immer zweifelt? Wenn ja, dann bin ich der Wissende!

Ich bin weder der einen noch der anderen Seite zugewandt .... Ich bin ständig unterwegs - mal zwischen den Extremen, mal direkt bei ihnen, mal hier, mal da. Meine Meinungsbildung mag abgeschlossen sein oder auch nicht - das ist mir nicht wichtig, denn mir geht es primär um Erkenntnis, und ich weiß, daß dabei auch der Glaube eine wichtige Rolle spielt. Für den Glauben gilt das auf ähnliche Weise. Aber Ihre Frage, ob ich nicht so recht wisse, was ich glaube, kann ich nicht bejahen, aber auch nicht so richtig verneinen - aus den eben erwähnten Gründen. Ich weiß, daß, wenn ich weiß, der Glaube zu kurz kommt, und daß, wenn ich glaube, das Wissen zu kurz kommt. Auch deshalb spreche ich lieber von Erkenntnis.

Ich bin auch ganz gern ein Suchender bzw. Forscher. Das heißt: Ich muß nicht unbedingt irgendeiner Sekte oder Gemeinschaft angehören, um zu glauben. Vielleicht bin ich auch eher so etwas wie ein Freigeist, wie Nietzsche ihn verstand. Wahrscheinlich mögen Sie Nietzsche nicht. Oder?

Ich bin gegenüber Glaubensgemeinschaften offen eingestellt. Ich mag auch den Buddhismus z.B. - und den jetzigen Papst (Benedikt XVI.), den ich gern unterstützen würde, aber ich weiß nicht wie, weil diejenigen, die das angeblich tun, immer nur feiern. Der Papst heißt aber nicht „Party“.

Sie sagen, Sie seien nicht von einem Extrem ins andere, sondern von der „Lüge zur Wahrheit“ (**) gewechselt, aber bitte: sind Wahrheit und Lüge keine Extreme? Sie gehören doch wohl zu den größten Extremen, die man sich denken kann! Ich meine die Wahrheit an sich und die Lüge an sich, nicht als das, was sie in der Beziehung zwischen Gott und den Gläubigen jeweils sind.

Sind Sie noch jung? Und von woher kommen Sie?

Was Ihren Rechner angeht, so wüßte ich über ihn gern mehr. Versuchen Sie es doch einmal mit einem anderen (eventuell neueren) Rechner. Wahrscheinlich verfügt ihr Rechner nicht über Javascript-Applikationen. Das ließe sich dadurch feststellen.

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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12.06.2012

Hallo Herr Brune,

Mein Rechner ist aktuell, Java ist auch aktiviert (brauche ich ja für meine Seite selber auch) und auf einem zweiten Rechner geht es ebenso nicht.

Und nun zu mir: Ich bin 28 Jahre, verheiratet, habe 3 Kinder, wohne in Sachsen und bin seit 5 Jahren wiedergeborener Christ. Seit dem beschäftige ich mich fast täglich intensiv mit der Bibel und dem Thema Glauben/Wissen. Aus Ihren Zeilen lese ich heraus (ohne jetzt auf alles eingehen zu wollen), daß Sie ein ehrlich Suchender sind. Und ehrliche Charaktere mag Gott. Wer suchet, der findet, sagt Jesus! Sie sind vielen gegenüber aufgeschlossen, und das finde ich prinzipiell gut. So kann man zu einer Überzeugung gelangen. Jesus stellt sich uns als DIE Wahrheit vor, somit sind alle menschlichen Philosophien und Denkansätze, die an Jesus vorbeigehen, automatisch Sackgassen. Irgendwo bleibt man immer hängen. Wieso ist Jesus für Sie ein Rätsel? Das möchte ich gern genauer wissen. Und während meines intensiven Bibelstudiums merke ich immer und immer wieder, daß mir hier genau die Antworten auf Fragen gegeben werden, die ich immer suchte und nie fand. Man muß aber mitdenken! Und gerade unsere heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse (ich bin ein Wissenschafts-Typ), spiegeln sich alle in den biblischen Bezügen wieder.

Hören Sie sich doch mal einen Vortrag von Werner Gitt an, den ich zum Downloaden anbiete. Sehr interessant.

Als „Planet“ sind sie sicher auch seelisch in einer verbesserungswürdigen Situation. Und diesbezüglich ist in erster Linie der seelische Frieden mit sich und Gott wichtig. Den gibt es NUR bei Jesus Christus. Ich habe Ihnen dazu etwas angehängt ....

Herzliche Grüße,

CJ

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12.06.2012

Sehr geehrter Herr J.!

Zunächst einmal: Ich meinte nicht Java, sondern Javascript (Java-Script), das ist was ziemlich anderes. Ich gebe Ihnen folgend zwei Unterseiten (**|**) - viel Glück!

Sie sind ja noch sehr jung. Ich bin doppelt so alt wie Sie (werde im Dezember 56 Jahre alt), also müßte eigentlich ich Ihnen erzählen, wie Sie sich und/oder Ihre Situation verbessern können, weil Sie, wie Sie geschrieben haben, „seelisch in einer verbesserungswürdigen Situation“ (**) sind. Ich jedenfalls muß mich oder meine Situation garantiert nicht mehr verbessern. Die Reaktion darauf können Sie sich also sparen! In Ihrem Alter will man gern noch etwas an sich oder anderen (meisten sind die es) ändern! Das hatte ich schon zu jener Zeit, als ich nur halb so alt war wie Sie jetzt, nicht nötig, und das ist bis heute so geblieben.

Trotzdem stehe ich Ihnen für ein weiteres Gespräch zur Verfügung - selbstverständlich. Aber ich kann mir denken, daß ich jetzt für Sie nicht mehr so interessant bin. Nun gut, das macht dann auch nichts.

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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12.06.2012

Hallo Herr Brune,

persönlich finde ich Ihre Seite zu überladen und unübersichtlich, da kein einheitliches Design. Zudem sind für meinen Geschmack viele Texte einfach deutlich zu lang. Sicherlich gibt es aber Menschen, die gerne stundenlang vor dem Rechner sitzen und lesen, daß will ich nicht bestreiten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gesundheit und Gottes Führung auf Ihrem weiteren Lebensweg.

Herzliche Grüße,

CJ

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HB und MB (Michael Boden)

12.06.2012, 15:01

Guten Tag, Herr Boden!

Sie und ich sprachen ja in unseren letzten E-Briefen vom selben Phänomen, allerdings mit völlig verschiedenen Urteilen darüber. Auch ich bin manchmal „sauer“ auf das Volk, aber glauben Sie mir: das Volk, das ja so häufig als der Schuldige hingestellt wurde, wird und noch werden wird (ich mag gar nicht daran denken!), hat keine oder nur sehr geringe Schuld an den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen, weil es dafür viel zu ohnmächtig war, ist und sein wird.

In welchem Land gab bzw. gibt es denn - Ihrer Meinung nach - am ehesten oder am meisten eine Demokratie?

1.) Im antiken Athen?
2.) In Deutschland?
3.) In England?
4.) In USA?

Zu 1.) Im antiken Athen galt das, was wir heute Demokratie (Volksherrschaft) nennen, nur für die Reichen der Stadt. Athen war also alles andere als eine Demokratie. Es war eine Plutokratie!

Zu 2.) In Deutschland gab es - im Vergleich zu anderen Nationen - vielleicht sogar noch am ehesten so etwas wie Demokratie, und zwar aufgrund der eigentlich immer schon vorhandenen Gewaltenteilung durch Dezentralisation, des weiteren durch die religiöse Spaltung, wodurch sich zwei Parteien herausschälten - die „Neuen“ (Protestanten) und die „Alten“ (Katholiken) -, nur sollte man in diesem Zusammenhang nicht so sehr von Demokratie sprechen als viel mehr von Republik. Es ist juristisch egal, ob einer Republik ein König bzw. Kaiser oder ein Kanzler bzw. Präsident vorsteht. Im 2. Deutschen Kaiserrreich (1871-1918) war der Kaiser in etwa ein Präsident, vergleichbar mit dem im heutigen Frankreich oder in Deutschlands Weimarer Republik (1918-1933), die ja noch mit zum 2. Deutschen Reich gehörte.

Zu 3.) In England gab es nie eine Demokratie, und die seriösen Menschen dort würden das auch nie behaupten. In England gab und gibt es aber eine Plutokratie (heute ist es eher eine Zeusiokratie - eine Wortschöpfung von mir **). Das ist also auch heute noch so, aber nicht mehr in der Form, daß diese Plutokratie von England aus gesteuert würde. Anders formuliert: England ist heute nur noch „der Pudel der USA“ (Peter Scholl-Latour), während die „Nation“ USA der erste Pudel der Globalisten ist.

Zu 4.) In den USA gab es ebenfalls nie eine Demokratie, sondern allenfalls eine Republik. So steht es übrigens auch in deren Verfassung. Die ersten Präsidenten wehrten sich auch dagegen, weil sie wußten, daß eine Demokratie ihre gegen England erfochtene Unabhängigkeit wieder zerstören würde. Genauso ist es dann auch gekommen, allerdings erst später. Spätestens 1913, als die Fed gegründet wurde, gab es in den USA auch keine Republik mehr, weil die Entscheidungen, die seitdem der Präsident treffen sollte, von den Morgans, Rockefellers u.s.w. vorgegeben waren. Der Präsident der USA ist also seit 1913 ein gekaufter und hat mit dem Volk nichts mehr zu tun. Das Volk ist das Stimmvieh, und die Wahlen werden durch das Geld manipuliert und bestimmt. Jeder Präsident kann vorherbestimmt werden, und es gibt auch Beweise dafür, daß das so geschehen ist und weiterhin geschieht. Beispielsweise wurde Jimmy Carter von David Rockefeller auf dem 1975er Bilderbergtreffen als „der künftige Präsident der USA“ vorgestellt. In den USA gibt es also keine Demokratie, sondern nur eine Plutokratie (genau genommen: eine Zeusiokratie - eine Wortschöpfung von mir **). Das us-amerikanische Volk war auch das erste Opfer der Vorläufer der Globalisten (Spengler würde sagen: „Cäsarentypen“).

Wenn ich sage, daß es in Deutschland „vielleicht sogar noch am ehesten so etwas wie Demokratie“ gab (vgl. 2 .), dann meine ich das nicht als Nationalist oder Patriot(ist), sondern als Historiker - also ganz nüchtern feststellend. Auch Deutschland ist mittlerweile ein Opfer der Globalisten. Die Vorläufer der Globalisten (vgl. dazu auch Oswald Spengler, passim) haben versucht, Deutschland zu bezwingen, denn:

(a) Deutschland war damals die stärkste Macht der Welt, und die damals zweitstärkste Macht der Welt - USA - wollte Deutschland von diesem Thron stoßen, denn beide waren die einzig in Frage kommenden Nachfolger des damals sterbenden „British Empire“, also nur Deutschland und USA waren dazu fähig;
(b) Deutschland hatte seine eigen(sinnig)e Wirtschaftspolitik und (noch viel wichtiger!) seine eigen(sinnig)e Finanzpolitik und wollte demzufolge bei der englischsprachigen Plutokratie der Globalistenvorläufer nicht mitmachen (denn die strebten damals schon an, was wir heute haben).

Daher die beiden Weltkriege!

Die „Demokratie“ ist ein rhetorisches Mittel der Propagandisten, mit dem das Volk für Verbrechen seiner Herrscher (momentan sind das die Globalisten) zur Rechenschaft gezogen, d.h. verantwortlich und also schuldig gemacht werden soll.

Man kann es natürlich auch umgekehrt formulieren: Ein Volk ist dann von Schuld frei, wenn es nicht in einer Demokratie zuhause ist. Man könnte also mir unterstellen, ich wolle ja nur das Volk schützen, doch das ist natürlich nicht wahr - abgesehen von der Tatsache, daß es sowieso keine Kollektivschuld gibt und folglich das Volk immer schuldlos ist. Ich stelle - wie Spengler - lediglich historische Tatsachen fest und leite daraus Aussagen ab. Die Unschuld des Volkes hat eben auch damit zu tun, daß es eine Demokratie nicht im absoluten, sondern nur im relativen Sinne geben kann. Wenn man hier das Wort „Demokratie“ (Volksherrschaft) mit dem Wort „Volksschuld“ vergleicht, wird sofort klar, was gemeint ist: Die Schuld des Volkes kann nur relativ oder gar nicht sein, weil die Herrschaft des Volkes - die Demokratie also - auch nur relativ oder gar nicht sein kann.

Alle haben sie sich „Demokraten“ genannt, seit sie bemerkten, wie sehr sie damit punkten können: Liberalisten, Kommunisten, Nationalsozialisten, Globalisten (mit jeweils ihren „Unterarten“), also: seit der Moderne i.e.S. (**), speziell seit der Hochmoderne i.e.S. (**|**). Die „Demokratie“ ist auch deshalb ein so effizientes Mittel der Rhetorik, weil man damit sowohl Anerkennung vom Volk (siehe: Wahlen u.s.w.) und folglich Macht als auch ein Mittel bekommt, das Versagen, die Schuld der Mächtigen den Ohnmächtigen - also dem Volk - in die Schuhe zu schieben, wie man so schön sagt. Deshalb sollte man sehr vorsichtig sein mit (dem Begriff) der „Demokratie“!

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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12.06.2012, 19:26

Guten Tag, Herr Boden!

Zum Lesen haben Sie doch sicherlich Zeit, oder? Denn ich habe hier noch etwas:

Sie haben in Ihrem E-Brief vom 11.06.2012, 21:18, geschrieben: „Unser Nationalcharakter liegt seit 1648 weitgehend fest“ (**), aber auch das würde ich so nicht sagen, denn:

(a) unserer Nationalcharakter liegt ja schon seit viel längerer Zeit fest
(schon vor Gutenberg und Luther, aber insbesondere auch seit diesen beiden Größen);
(b) das, was 1648 versucht wurde festzulegen, war nicht unser Nationalcharakter,
sondern die Ausbeutung Deutschlands und des Deutschen Volkes durch die anderen Völker!

Die Leute, die behaupten, sie seien „Opposition“, aber trotzdem (oder deswegen?) so „argumentieren“, als seien sie die Opposition der Opposition, also Vertreter der Diktatur der Politkorrekten (ich nenne hier noch einmal die abschreckenden Beispiele „PI“, „Fakten-Fiktionen“ u.v.v.v.a. (**), „argumentieren“ doch - wohl mehr unbewußt als bewußt - genauso wie ihre „Gegner“. Ich will Ihnen garantiert nichts unterstellen, aber wenn Sie ausgerechnet das Jahr 1648 wählen, um den Nationalcharakter festzulegen, dann ähnelt das doch sehr den „Argumenten“ des eben erwähnten „Gegners“. Hoffentlich sind Sie jetzt nicht beleidigt, denn unsere E-Brief-Korrespondenz liegt mir ja sehr am Herzen, aber ich muß das ja auch sagen dürfen, weil wir sonst uns auch gleich nur „Guten Tag“ und „Gute Nacht“ sagen können. Das Jahr 1648 hat ja trotzdem auch mit dem Nationalcharakter zu tun - na, klar -, aber doch nicht in dem Maße, wie das u.a. eben auch von nicht wenigen Mainstreamlern behauptet wird.

Es ist wirklich merkwürdig (also: des Merkens würdig), daß immer dann, wenn negativ über das Nationale gesprochen werden soll, auch negativ über das Nationale gesprochen wird - so, als sei man noch mitten in der Phase des Nationalismus und hätte noch gar nicht mitgekriegt, daß für den Globalismus der Nationalismus einer der größten Feinde überhaupt ist. Die, die so sprechen, funktionieren genauso, wie die von Heidegger in seinem Werk „Sein und Zeit“ (1927) angesprochenene „Diktatur des Man“ (**) es diktiert, weil jeder von ihnen z.B. wie „das Niemand, dem alles Dasein im Untereinandersein sich je schon ausgeliefert hat“ (ebd., S. 128 **), denkt, spricht und handelt (**). Glauben Sie mir, ich mache das keinem Menschen zum Vorwurf - allein schon deshalb nicht, weil es eine anthropologische Konstante zu sein scheint (**) -, aber man kann und sollte doch immerhin versuchen, sich aus den Fängen des „Man“ zu befreien.

Das meiste von dem, was mit uns geschieht, ist gelenkt. Glauben Sie es mir ruhig. Ob wir so größenwahnsinnig sind und uns einbilden, souveräne Selbste zu sein, oder in China ein Sack Reis umfällt, kommt auf das Gleiche ’raus. Ich finde das auch nicht gut, aber ich schaue mir die Fakten an und erkenne, was auch impliziert, daß ich anerkenne. Das bedeutet zwar noch nicht ganz das Amor fati bei Nietzsche, aber fast. Trotzdem soll man ja bekanntlich die Hoffnung nie aufgeben, und so meine auch ich, daß im Rahmen dessen, was uns möglich ist, wir alles unternehmen sollten, um die Diktatur (heute also: die der Globalisten) zu beenden. Dafür schreibe ich mir hier die Finger wund (Hacker?). Dafür rede ich mir den Mund fusselig, den Kehlkopf klapprig, die Stimme heiser und den Hals wuschelig.

Wir Europäer - also wir Weiße - unterscheiden uns doch kaum. Das merkt man gerade jetzt - in den Zeiten des Globalismus - besonders deutlich, weil der Globalismus uns Menschen anderer Kulturen und Rassen ins Haus schickt. Daß wir Deutsche dabei momentan wieder einmal in einer mißlichen Lage sind, haben die Globalisten zu verantworten - und sonst niemand. Zu den globalistischen Verantwortlichen zähle ich übrigens auch die der mittleren Ebene, also die der EU und deren (noch „national“ genannten, weil negativ-national gemeinten) „Staaten“, aber sie haben weniger Schuld als die großen Haie, die großen Fische, wie man so schön sagt.

Ich bin auch total „sauer“ auf z.B. die Medioten (Presse-, Rundfunk- und Internetaffen) und viele andere, die allesamt nur noch „politisch korrekt“ denken, sprechen und handeln können! Was soll man dagegen unternehmen? Auswandern? Hier schließt sich der Kreis, denn denken Sie an Plichta und an den Satz von mir, der Sie laut Ihrer Aussage in Ihrem E-Brief vom 11.06.2012, 21:18 (**), überzeugt hat: „Wenn aus Deutschland kein Geld mehr kommt, dann kann Herr Plichta sitzen, wo er will, weil es ihm dann noch viel schlechter geht als in Deutschland.“ (**). Ich sage Ihnen: Wir sitzen in der Falle (das ist übrigens auch der Titel einer Seite meiner Webpräsenz **), jedenfalls noch, und ich weiß auch nicht, wie lange diese Diktatur noch andauern wird. Fragen Sie Helmut Schmidt, der vor einigen Jahren sagte: „Das kann auch noch einige Jahrhunderte so weitergehen.“

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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14.06.2012, 20:07

Guten Abend, Herr Boden!

Ich hoffe, ich habe Sie nicht irgendwie enttäuscht. Das Thema, über das ich in meinen letzten E-Briefen gesprochen habe, ist doch aber kaum von Meinungen abhängig, sondern hat einen eindeutigen anthropologischen und eine ebenso eindeutigen ökonomischen Hintergrund (das Wort „Basis“ vermeide ich hier lieber, weil das zu sehr von Marx gebraucht worden ist und darum zu Mißverständnissen führen kann).

Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie hätten Ihre tolle Arbeitsstelle als Geologe nicht, sondern müßten als Arbeitsloser zuhause auf dem Sofa sitzen und mit den Wänden sprechen. Jetzt kommt ein von den Globalisten abhängiger Bürokrat zu Ihnen und bietet Ihnen einen „Job“ (sic!) an, der (1.) darin besteht, das Deutsche Volk zu verhetzen, zu diskriminieren, zu zermürben, zu teilen, zu vernichten, und der (2.) sehr, sehr gut bezahlt wird.

Nähmen Sie einen solchen „Job“ an?

Es gibt unendlich viele Leute, die einen solchen „Job“ haben, also nur damit beschäftigt sind, Deutschland und die Deutschen zum Verschwinden zu bringen. Sie werden sehr, sehr gut bezahlt. Das Geld dafür ist in sehr, sehr hohem Maße vorhanden. Solche „Jobs“ sind für die Herrschenden außerordentlich wichtig, weil sie dem Teile-und-herrsche-Prinzip dienen. Dadurch, daß solche „Jobs“ vergeben und ausgeübt werden, wird das Ganze zum Selbstläufer, zu einem Subsystem des Systems der Globalisten. (Die Systemtheorie von Niklas Luhmann läßt grüßen!)  Das Phänomen, wie Sie und ich es wahrnehmen, aber offenbar völlig unterschiedlich beurteilen, hat mit dem jeweiligen Volk primär gar nichts zu tun. Das Volk ist Objekt, nicht Subjekt dieser Entscheidungen und Handlungen. Daß wir glauben sollen, es sei umgekehrt, gehört mit zu dem Projekt des Systems - in diesem Fall also: des Systems der Globalisten.

Sagen Sie jetzt - bitte - nicht wieder: „das ganze Thema ... ist so komplex und ausufernd, Quantenmechanik ist da einfacher.“ (**). Das Thema ist nämlich keineswegs „so komplex und ausufernd“, die „Quantenmechanik ist da“ eben nicht „einfacher“.

Die Analysen von Marx und Freud sind nicht grundweg falsch, aber ihre Schlußfolgerungen sind falsch, noch dazu verheerend in den Auswirkungen auf das Leben. Marx hatte seine Theorie von Hegel, er hatte von Hegel abgeschrieben; Freud hattte seine Theorie von Nietzsche, er hatte von Nietzsche abgeschrieben. Deswegen sind zwar ihre Theorien zu gebrauchen, nicht aber ihre Schlußfolgerungen und die daraus Auswirkungen auf das Leben. Katastrophal! Aber eines ist sicher: Es gibt anthropologische Konstanten, und wenn man eine davon mit der Wirtschaft verknüpft, so wird schnell deutlich, daß Menschen käuflich sind - nicht alle, aber die meisten. Diese, meine Behauptung steckt z.B. auch in Marx’ Begriff der „ökonomischen Basis“.

Mir fällt noch ein Beispiel aus der jetzt aktuellen EM ein:

Die deutsche Nationalmannschaft ist die einzige Mannschaft, die mit politisch korekten Emblemen auf dem Trikot herumläuft, auf dem die jeweiligen Flaggen der beiden Gegner zu sehen sind - alle andere Mannschaften haben nur Nationalflaggen oder etwas anderes Nationales an der Stelle auf dem Trikot.

Wer ist - Ihrer Meinung nach - für diesen deutschen „Sonderweg“ verantwortlich?

(1.) Die deutschen Fans;
(2.) der DFB;
(3.) die UEFA.

Folgender Vergleich ist legitim:

(1.) Fans und Volk (Demos);
(2.) DFB und Bundesrepublik Deutschland (Nation);
(3.) UEFA und EU (Bürokraten der Globalisten).

Die deutschen Fans haben damit nichts zu tun, sie wollen eigentlich nur in etwa so sein wie alle anderen Fans (auch der Fan verhält sich nach den Regeln des „Man“, wie Martin Heidegger es verstand (**|**|**). Bei den anderen beiden verhält es sich so, wie ich es in meinen letzten E-Briefen (**|**) bereits beschrieben habe. Sie sind die Mittelinstanz im System der FIFA bzw. im System der Globalisten, wobei UEFA und EU die obere Mittelinstanz und DFB und BRD die untere Mittelinstanz bilden.

Ist die Quantentheorie wirklich leichter?

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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NACH OBEN

HB und CJ

15.06.2012, 14:22

Sehr geehrter Herr J.!

Ihren Geschmack, den Sie mir mitgeteilt haben, teile ich nicht. Das können Sie sich sicherlich denken. Aber ich werde alles dafür tun, daß Sie Ihren Geschmack behalten dürfen.

Ihre Wünsche gebe ich mit bestem Dank an Sie zurück.

Hubert Brune

P.S.: Sie können mir ruhig weiterhin schreiben. Ich bin für alles offen! Schade, daß ich recht mit meiner Vermutung hatte, denn ich konnte mir ja „denken, daß ich jetzt für Sie nicht mehr so interessant bin. Nun gut, das macht dann auch nichts.“ (**).

***

15.06.2012, 17:22

Hallo Herr Brune,

ich habe den Quelltext Ihrer Startseite angeschaut und festgestellt, daß Sie viel mit Frames und Javascript arbeiten. Deswegen denke ich, hier liegt das Problem. .... Wie gesagt, nur ein Hinweis. Ebenso wie der Hinweis des Designs und den knalligen Farben, die das Lesen manchmal erschweren. Aber soviel Text lesen ohnehin die Wenigsten zu Ende. ....

Es liegt ... an Gott, ob er Sie an sein Herz zieht, oder ob Sie kein Auserwählter sind.

Herzliche Grüße,

CJ

***

15.06.2012, 21:37

Sehr geehrter Herr J.!

Meine Webpräsenz existiert seit 2001. Sie hat mehr als 20000 Seitenzugriffe im Monat. Diese Anzahl reicht mir völlig!

Vielleicht kennen Sie das „ökonmische Prinzip“ (**). Demnach kann ich zweierlei erstreben:

1.) Bei gegebenem Aufwand einen größtmöglichen Ertrag (Maximalprinzip);
2.) Bei gegebenem Ertrag einen geringstmöglichen Aufwand (Minimalprinzip).

Bezüglich der Besucherzahlen von Internetseiten kann man also ebenfalls zweierlei haben wollen:

1.) Bei gegebenem Aufwand eine größtmögliche Besucherzahl;
2.) Bei gegebener Besucherzahl einen geringstmöglichen Aufwand.

In einem von Ihnen und den meisten anderen Missionaren benutzten Soziolekt übersetzt heißt das:

1.) Mit nur einem bestimmten Glauben (bei Ihnen: der christliche) möglichst alle Menschen zu missionieren;
2.) Mit nur bestimmten Menschen (z.B. den „Geistesadeligen“) auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu kommen.

Ich bevorzuge bezüglich des Internetmarktes und der Glaubensmission das Minimalprinzip, denn ich erstrebe bei gegebenem Ertrag einen geringstmöglichen Aufwand (siehe 2.). Also möchte ich bezüglich meiner Internetseiten bei gegebener Besucherzahl einen geringstmöglichen Aufwand haben (siehe 2.). Mit Ihrem Soziolekt gesprochen: Ich möchte mit nur bestimmten Menschen - und das heißt und kann auch nur heißen: nicht mit allen Menschen - auf den kleinsten gemeinsamen Nenner kommen (siehe 2.), und dieser kleinste gemeinsame Nenner bedeutet in meinem Fall: geringstmöglicher Glaube als Basis für Wissen bzw. Erkenntnis.

Im Gegensatz zu mir bevorzugen Sie bezüglich des Internetmarktes und der Glaubensmission das Maximalprinzip, denn Sie erstreben bei gegebenem Aufwand einen größtmöglichen Ertrag (siehe 2.). Bezüglich Ihrer Internetseiten möchten Sie also - wie übrigens die meisten Anbieter von Internetseiten - bei gegebenem Aufwand eine größtmögliche Besucherzahl haben (siehe 2.). Mit Ihrem Soziolekt gesprochen: Sie möchten mit Ihrem christlichen Glauben möglichst alle Menschen missionieren (siehe 2.).

Der Glaube sei kein Aufwand, könnten Sie mir entgegnen, doch der Glaube ist sehr wohl ein Aufwand, er beinhaltet auch einen Auftrag - erst recht für Sie, nämlich: den Auftrag, Ihren Glauben auszudehnen, ihn anderen Menschen zu vermitteln, sie zu missionieren. Und Sie missionieren ja auch ständig - in jedem Ihrer mir zugesandten E-Briefe steckt Ihre Mission!

Es ist daher kein Wunder, daß Sie einen größeren - wenn auch nur bestimmten, also gegebenen - Aufwand betreiben müssen, als ich das tue, und daß Sie den extremsten, weil größtmöglichen Erfolg erzielen wollen, während ich wiederum bescheiden bleibe, weil ich mit einem kleineren - nämlich nur bestimmten, also gegebenen - Erfolg bereits zufrieden bin.

So wie ich mit dem Minimalprinzip immer bescheiden bleiben kann,
so müssen Sie mit dem Maximalprinzip stets megalomanischer werden.

Die einzige diesbezügliche Gemeinsamkeit, die wir haben, ist wahrscheinlich die Tatsache, daß wir unsere Internetseiten auch selbst lesen. Aber schon die Bewertung dieser Tatsache bedeutet wahrscheinlich wieder eine große Differenz zwischen uns beiden.

Bevor Sie zu einem extremen Christen wurden, waren Sie ein Evolutionist, wie Sie mir geschrieben haben (**), also wissen Sie ja wahrscheinlich, daß es so etwas wie das „ökonomische Prinzip“ auch in der Darwinschen Evolutionstheorie gibt, denn Darwin war Malthusianer und Malthus Ökonom. Die Evolutionstheorie so einfach aus der Ökonomie zu übernehmen, ist bedenklich, aber nicht unstattlich und deswegen auch nicht unbedingt falsch. Trotzdem sollte man dabei stets vorsichtig bleiben. Außerdem muß die Darwinsche Evolutionstheorie unbedingt ergänzt werden (**). Und es gibt die R-Strategen (**|**|**) und die K-Strategen (**|**|**).

Bei der Produktion von Nachkommen sind R-Strategen Maximalisten und K-Strategen Minimalisten:

1.) Bei gegebenem Aufwand für kleinen Körper, kleines Gehirn, früher Tod, frühe Fortpflanzung, wenig Qualität u.a. erstreben
R-Strategen einen größtmöglichen Ertrag (vgl. Maximalprinzip [**]) durch die Produktion vieler Nachkommen;
2.) Bei gegebenem Ertrag durch großen Körper, großes Gehirn, später Tod, späte Fortpflanzung, viel Qualität u.a. erstreben
K-Strategen einen geringstmöglichen Aufwand (vgl. Minimalprinzip [**]) für die Produktion weniger Nachkommen.

Bei der Aufzucht von Nachkommen sind K-Strategen Maximalisten und R-Strategen Minimalisten:

1.) Bei gegebenem Aufwand für großen Körper, großes Gehirn, später Tod, späte Fortpflanzung, viel Qualität u.a. erstreben
K-Strategen einen größtmöglichen Ertrag (vgl. Maximalprinzip [**]) durch die Aufzucht weniger Nachkommen;
2.) Bei gegebenem Ertrag durch kleinen Körper, kleines Gehirn, früher Tod, frühe Fortpflanzung, wenig Qualität u.a. erstreben
R-Strategen einen geringstmöglichen Aufwand (vgl. Minimalprinzip [**]) für die Aufzucht vieler Nachkommen.

Die Produktion von Nachkommen ist gemäß diesem Modell für R-Strategen ein Ertrag, für K-Strategen ein Aufwand.
Die Aufzucht von Nachkommen ist gemäß diesem Modell für K-Strategen ein Ertrag, für R-Strategen ein Aufwand.

Also: R-Strategen neigen dazu, wenig bis gar nichts in die Aufzucht ihrer Nachkommen zu investieren, dafür produzieren sie aber viele bis sehr viele Nachkommen, haben einen kleinen Körper und ein kleines Gehirn, beginnen früh mit der Fortpflanzung, sterben früh und führen kein qualitativ geprägtes Leben; K-Strategen neigen dazu, viel bis sehr viel in die Aufzucht ihrer Nachkommen zu investieren, dafür produzieren sie aber nur wenige bis sehr wenige Nachkommen, haben einen großen Körper und ein großes Gehirn, beginnen spät mit der Fortpflanzung, sterben spät und führen ein qualitativ geprägtes Leben. **

Sowohl in der Evolution als auch in der Kulturgeschichte (als der „speziellen Evolution“ sozusagen) bieten für die R-Strategen die überwiegend „quantitativen“ und für die K-Strategen die überwiegend „qualitativen“ Zeiten Vorteile (des Überlebens). **

Wenn Menschen bezüglich der Produktion ihrer Nachkommen als minimalistische K-Strategen beginnen, immer minimalistischer und bezüglich der Aufzucht ihrer Nachkommen sogar minimalistische R-Strategen werden, dann ist für sie die „Moderne“ angebrochen. Sie bietet ihnen einerseits zwar mehr Wohlstand, diktiert ihnen andererseits aber auch mehr Unselbständigkeit und also mehr Abhängigkeit. Das demographisch-ökonomische Paradoxon (**), das sich dabei zeigt, ist u.a. ein Indiz dafür.

Sie, Herr J., und ich sind, weil wir Menschen sind, eindeutig K-Strategen, aber in einem - wenn auch nur eng umgrenzten - Bereich innerhalb der K-Strategie können ja wiederum eine R-Strategie und eine K-Strategie kulturell bzw. politisch oder privat anvisiert und verwirklicht werden. Ich bevorzuge bezüglich des Internetmarktes das Minimalprinzip (**|**) und bin bezüglich der Produktion von Nachkommen eher ein Minimalist im Sinne der K-Strategie und bezüglich der Aufzucht von Nachkommen mit hundertprozentiger Sicherheit ein Maximalist im Sinne der K-Strategie; und Sie bevorzugen bezüglich des Internetmarktes das Maximalprinzip (**) und sind bezüglich der Produktion von Nachkommen wahrscheinlich ebenfalls eher ein Minimalist im Sinne der K-Strategie und bezüglich der Aufzucht von Nachkommen wahrscheinlich ebenfalls eher ein Maximalist im Sinne der K-Strategie. Bloß weil Sie bezüglich des Internetmarktes ein Maximalist sind, sind Sie mir eindeutig schon zu maximalistisch, und das ist nicht gut für Ihre seelische Gesundheit! Sie sind „seelisch in einer verbesserungswürdigen Situation“ (**), wie Sie selber gesagt haben.

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

***

16.06.2012, 08:52

Hallo Herr Brune,

Diese einfachen Webseitenzähler sind sehr fragwürdig in Ihrer Auswertung. Professionelle Webstatistikseiten zeigen andere Werte (sie sind NICHT professionell, ihre Anzeigen sind FALSCH - HB): **

Herzliche Grüße,

CJ

***

16.06.2012, 13:05

Sehr geehrter Herr J.!

Danke für Ihre Antwort. Noch fragwürdiger als die Webseitenzähler sind die von Ihnen so gepriesenen „Webstatistikenseiten“ (**). Beispielsweise gibt die „Webstatistikenseite“, deren Adresse Sie angegeben haben (**), die Anzahl meiner Webseiten ebenfalls völlig falsch an: die Anzahl meiner Webseiten ist nämlich dreimal höher! Dreimal höher! Daraus kann man durchaus schließen, daß auch die anderen „Statistikzahlen“ falsch sind. Und: Diese „Webstatistikenseiten“ scheinen miteinander vernetzt zu sein, das heißt: eine macht den riesengroßen Fehler, die anderen kopieren ihn!

Außerdem ist das auch nicht so wichtig, Herr J.! Trotzdem: Danke für Ihre „persönlichen Gedanken“. Warum wollen Sie, daß ich meine Webpräsenz ändere? Das ist bestimmt „gut“ gemeint. Klar. Aber es ist wirklich nicht nötig. **

Mir ist aufgefallen, daß viele „Webmenschen“ wie so „(Inter-)Netzspinnen“ über Webseitenanbieter regelrecht herfallen, um sie bloßzustellen - oft allein aus dem Grunde, weil einige Seiten nicht so aussehen, wie es die „Mode“ als der „Mainstream“ gerade verlangt. Dagegen zu sein - darin habe ich immer schon auch meine Nebenaufgabe gesehen, nicht deshalb, weil ich so gern ein Gegen-den-Strom-Schwimmer wäre, sondern deshalb, weil ich einfach nur darauf aufmerksam machen will, daß Moden kommen und gehen. Mein Webangebot ist - wie gesagt - seit Anfang 2001 online. Damals war ein solches Design, wie Sie es auf vielen meiner Seiten noch vorfinden können, noch nicht ganz so außergewöhnlich, wie es heute ist. Jedenfalls stehe ich mit ihm noch heute da wie ein Fels in der Brandung. Doch entscheidend ist bei diesen angeblichen „Kritikern“, daß sie sich stets nach der maximalistischen Variante des öknomischen Prinzips (**) richten, als wäre das der magnetische Nordpol. (Bald soll es ja eine magnetische Umpolung geben - wird dann auch die von mir bevorzugte minimalistische Variante des ökonomischen Prinzips zum magnetischen Nordpol?). Alle Mainstream-Internetler wollen ein gegebenes Ziel mit einer größtmöglichen Besucherzahl! Daß sie dabei immer nur höchstens durchschnittliche Dienste anbieten, bemerken sie gar nicht. Meistens sind ihre Dienste sogar miserabel. Die von Ihnen angebotenen Webseiten gehören übrigens nicht dazu - Gratulation (!) -, deswegen habe ich Sie auch angeschrieben. Aber - wie gesagt - die meisten Webseitenanbieter begehen den großen Fehler der Einseitigkeit, weil sie oft noch nicht einmal Durchschnittliches anbieten, aber unbedingt eine größtmöglche Besucherzahl haben wollen und deswegen auf Effekte setzen müssen. Mit anderen Worten: Das meiste im Internet ist Müll! Es ist zwar angepaßt, aber gerade auch darum ist es sogar um so mehr nur Müll! Es ist an den Mainstream angepaßt und verpaßt es so, wirklich etwas Eigenes zu sein, z.B. etwas, was wirklich von Selbständigkeit zeugt, selbständiges Denken zur Grundlage hat. Wenn ich jetzt auch so unverschämt anmaßend wäre und den Fans des Maximalprinzips (**) den Tipp geben würde, es doch einmal mit dem Minimalprinzip (**) zu versuchen, würden sie mich wahrscheinlich steinigen wollen, obwohl ihnen und auch dem Internet insgesamt das Minimalprinzip nicht schaden, sondern mehr Qualität verschaffen würde.

Das Maximalprinzip (**) zu bevorzugen und damit das rast- oder gar restlose Opfer der Megalomanie zu werden (**), ist also eine Mode bzw. ein „Mainstream“ nicht nur der jetzigen Zeit, sondern überhaupt der gesamten Moderne (**|**|**|**). Moderne geben sich nicht mit einem bereits gegebenen Ertrag zufrieden, sondern wollen möglichst immer und möglichst schnell den größtmöglichen Ertrag!

Als eine moderne Erscheinung wiederholt auch das Internet im Zeitraffer die Geschichte der Moderne, obwohl diese noch gar nicht abgeschlossen ist. Irgendwann wird die Moderne zu Ende sein und das Internet - falls dann noch existent - kein modernes Phänomen mehr sein. So waren z.B. die Industriegebäude der Moderne i.e.S. (**) während der ersten Phase nur teilweise von einem eigenen und sonst vom vorherrschenden, noch nicht industriebezogenen Baustil geprägt, während der zweiten Phase kehrte sich dieses Verhältnis um, um in der vor einigen Jahrzehnten begonnenen dritten Phase nur noch dem eigenen Baustil zu folgen. Beim auf die „Software“ bezogenen Internet sprechen wir nicht von einem bestimmten Baustil, sondern von einem betsimmten „Design“. So waren auch die Internetseiten in der ersten Phase nur teilweise von einem eigenen und sonst noch von einem vorherrschenden, noch nicht internetbezogenen Design geprägt, während der zweiten Phase kehrte sich dieses Verhältnis um, um in der dritten Phase nur noch dem eigenen Design zu folgen.

Das Design der Internetseiten befindet sich vielleicht in der zweiten oder auch schon in der dritten Phase seiner „Moderne“ - oder sogar schon in seiner „Postmoderne“ (?) -, das Design meiner Internetseiten ist in gewisser Hinsicht auch ein Ausdruck des Protestes gegen „moderne“ und „postmoderne“ Hauptströmungen („Mainstreams“) im Internet.

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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16.06.2012, 14:28

Hallo Herr Brune,

ich verstehe Ihre Argumentation und respektiere sie auch – Sie haben sich etwas dabei gedacht, und das ist gut. Ich möchte Sie deswegen keineswegs dazu bringen, Ihre Seiten umzugestalten. Dies ist nicht meine Absicht.

Noch eine kurze Ergänzung bezüglich Besucherstatistik: Ich persönlich analysiere meine Webpräsenz mit Google-Analytics (sehr nützliches Tool) und daher kann ich sagen, das meine persönlichen Daten mit denen von Urlspion.de übereinstimmen. Einen Grund, warum Ihre Daten nicht miteinander harmonisieren, kann ich Ihnen sagen. Zum einen ist es die Frametechnik, die Urlspion.de teilweise die Seitenanzahl falsch zählen läßt und zum anderen ist es der sehr einfache Besucherzähler Ihrer Seite. Denn jedes Mal, wenn ich F5 drücke oder die Seite anderweitig aktualisiere oder erneut anwähle, haben Sie einen „Besucher“ mehr gezählt. Daß man so auf 1000-2000 Besuche im Monat kommt, ist irgendwie klar. Somal dann Chrome ständig neu lädt und das auch der Zähler registrieren dürfte. Aber egal, das sind nur kleine Hinweise, Nebensächlichkeiten, auf die Sie keinen großen Wert legen – ist ok.

Ich kann mich erinnern, daß Sie vor einigen Emails mir in der Aussage zustimmten, ein halber Christ ist ein ganzer Unsinn. Sie sind doch auch Christ (wenigstens dem Namen nach) und finden, daß die Schöpfung einen Urheber benötigt. Ja? Kann ich mich da recht erinnern? Wieso unternehmen Sie jetzt nicht den zweiten Schritt und suchen nach diesem Urheber? Wieso gehen Sie in eine sich christlich nennende Institution und sympathisieren gleichzeitig mit anderen Weltanschauungen? Können Sie mir dies noch kurz, klar und prägnant beantworten?

Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag,

CJ

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NACH OBEN

HB und MB (Michael Boden)

17.06.2012


Guten Abend, Herr Brune.

Nein, ich bin nicht enttäuscht, aber ich komme nicht nach mit den Antworten. Arbeite auch abends und am Wochenende. Mal später.

Übrigens, natürlich sind die Deutschen vor 1618 uns ein bißchen vertraut, seit 1517 mindestens. Als Aliens empfinde ich die keineswegs, eher schon die vor 1348. Die Deutschen der Kreuzzüge müssen schon recht anders gewesen sein als wir.

Aber der Dreißigjährige Krieg hat unsere Nation unfaßbar tief geprägt. Die Hauptschuld an dem Desaster tragen die anderen Nationen, aber das desolate (meine ich geistig-politisch-religiös) Deutsche Reich hat es erst ermöglicht,

Am Rande noch was Amüsantes: Kohl zeigte um 1983 einem hohen chinesischen Gast einen spanischen Globus aus dem 16. Jahrhundert. Der war natürlich illustriert und beschriftet (hic sunt leones etc). In China stand spanisch geschrieben: „Die Chinesen sind ein Volk, welches den Deutschen sehr ähnlich ist.“

Es grüßt

MB

***

17.06.2012

Guten Abend, Herr Boden!

Ich bin wie Spengler der Meinung, daß unser Deutschsein uns immer schon ausgemacht hat und daß der Grund dafür, weshalb wir mit unserer Vergangenheit - je länger sie her ist, desto mehr - nicht mehr so gut klarkommen, der ist, daß es eben diese unterschiedlichen Phasen gibt. (**|**). Wer weiß denn heute, wie Arminius (Hermann der Cherusker) dachte oder wie Karl der Große dachte u.s.w.? Aber das ist auch nicht das Allerwichtigste dabei, denn: Wer weiß denn z.B. als Fünfzigjähriger, wie er im Uterus oder bei der Geburt gedacht hat, wenn er noch nicht einmal mehr genau weiß, wie er als Kind gedacht hat. Die Kindheit ist nach meiner Theorie ja das, was für unsere Kultur die Zeit von Kaiser Karl dem Großen bis zu Gutenberg oder Luther ist. Und das paßt doch genau zusammen.

Hoffentlich finden Sie bald wieder mehr Zeit zum Schreiben. Wenn nicht, wünsche ich Ihnen trotzdem viel Vergnügen bei Ihrer Arbeit!

Hubert Brune

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NACH OBEN

HB und RB

17.06.2012, 14:06

Stell’ Dir ’mal folgendes Ereignis vor:

Ein Mann und seine Frau wollen um 8 Uhr an ihrer gemeinsamen Arbeitsstelle sein. Sie benötigen eine halbe Stunde bis zur Arbeitsstelle. Der Mann steht um 7 Uhr 20 noch unter der Dusche, und seine Frau ruft ihm zu: „Es ist gleich halb acht!“ Eine der zwei folgenden Antworten gibt der Mann seiner Frau daraufhin:

(1) „Aha, es ist gleich halb acht!“
(2) „Ja, ich beeile mich ja schon!“

Welche Antwort wird der Mann Deiner Meinung nach wählen?

Ich bin der „Antwort-1-Typ“! Das mag daran liegen, daß ich nur Brüder - also keine Schwester - habe, denn die Antwort 1 ist eine, die typisch für Männer ist. Die Antwort 1 ist rational - ohne eine Emotion in der Äußerung (in der Äußerung - wohlgemerkt) - was nicht heißt, daß ihr überhaupt keine Emotion vorausging (vorausging - wohlgemerkt). Ich will nämlich garantiert nicht sagen, daß ich emotionslos wäre - eher im Gegenteil. Man weiß ja, daß bei Frauen Emotionales und Rationales ständig miteinander in Kontakt stehen - das ist neurologisch auch ganz leicht sichtbar zu machen. Man kann daraus den falschen Schluß ziehen, Frauen seien „emotionaler“. Dieser falsche Schluß basiert größtenteils darauf: (a) daß da, wo das Rationale nie so richtig vom Emotionalen getrennt operiert, oft der falsche Eindruck entsteht, das Emotionale operiere alleine; und (b) daß Frauen das auch oft so begründen, also auch nicht wenige Männer diesen falschen Eindruck bekommen und damit auch den falschen Schluß ziehen. Genauso kann man bei Männern neurologisch nachweisen, daß Emotionales und Rationales getrennt operieren können, das heißt: daß Männer rationaler sein können. Die Betonung liegt hier jeweils auf „können“. Denn: Natürlich sind Männer nicht grundsätzlich rationaler bzw. emotionsloser, aber sie haben die Möglichkeit, das Emotionale und das Rationale zu trennen. Also ist auch der Eindruck, Männer seien rationaler, nicht ganz richtig, denn es muß richtig heißen: Männer können rationaler sein, denn sie haben die Fähigkeit, das Rationale vom Emotionalen zu trennen. Ob das immer zum Vorteil ist oder vielleicht manchmal auch zum Nachteil, sei dahingestellt; aber eine Tatsache ist doch, daß so etwas wie Arbeitsteilung vorteilhaft ist, nämlich sowohl im Gehirn als auch in der Gruppe. Daß Frauen und Männer unterschiedlich sind, ist also eindeutig ein evolutiver Vorteil. Daß also die moderne Gleichmacherei im Grunde ein evolutiver Nachteil für den und die Menschen ist, sei hier nur am Rande erwähnt.

.... Ich bin nicht nur der „Antwort-1-Typ“, also ein Rationalist, sondern auch das Gegenteil - nur: Beides ist bei mir schön säuberlich getrennt.

.... Frauen und Männer „ticken“ in garantiert nicht geringem Maße unterschiedlich! Das ist nicht nur neurologisch nachweisbar, sondern auch evolutionstheoretisch und - selbstverständlich (!) - durch die eigenen Erfahrungen.

Wenn mich beispielweise jemand fragt, ob ich weiß, wo es zum Bahnhof geht, dann kann es passieren, daß ich erst einmal nur mit „Ja“ antworte, obwohl ich selbstverständlich weiß, daß eine andere Antwort erwartet wird. Ich werde dann die erwartete Antwort danach trotzdem geben, aber eben erst danach (!), was also insgesamt z.B. so zu verstehen ist: „Ja, das weiß ich. Die nächste Straße links.“ Das kann zwar auch als ein Witz gemeint sein, nämlich dann, wenn ich mit der zweiten Antwort ein bißchen warte, aber - und das ist hier der springende Punkt - es hat immer auch einen rationalen bzw. wissenschaftlichen oder philosophischen Hintergrund, in diesem Fall die (Logik der) Sprache. Damit experimentiere ich oft.

Es gibt keine in jeder Lebenslage bzw. Umwelt und für alle Zeiten einen Vorteil bedeutende Strategie; deshalb ist es oft am besten, man bleibt sich treu. Auf mich bezogen bedeutet das: Ich habe durch das, was ich oben über mich gesagt habe, auch Nachteile hinzunehmen. Aber diesen Preis bezahle ich deshalb gern, weil mir mein Sosein wertwoller ist als das „Fähnlein-im-Wind-Sein“.

.... Ich weiß nicht, ob ich meinen eben versuchten Teil einer Selbstbeschreibung wirklich so ganz stehen lassen kann, denn ich bin mit ihm nicht so ganz richtig zufrieden, weil es noch so viele andere Aspekte gibt und wiederum viele von diesen vielen anderen Aspekten meinen versuchten Teil einer Selbstbeschreibung zumindest ein bißchen korrigieren könnten.

.... Ich habe Dich ja bereits am 27.05.2012, 00:03, darüber informiert, daß ich kein großer Freund des Fanatismus bin und folglich kein Fan einer bestimmten Vereinsmannschaft (**), aber ich kann und darf mich schon als Fußballfan und Fan der deutschen Nationalmannschaft bezeichnen.

.... Selbstbeschreibungen zeugen von einer großen Aufgabe! In meinem E-Brief vom 27.05.2012, 00:03, ist zu lesen: „Ich bin Fußballfan, aber ganz sicher kein großer Vereinsfanatiker und ohnehin kein Freund des Fanatismus ....“ (**). Oben ist zu lesen: „aber ich kann und darf mich schon als Fußballfan und Fan der deutschen Nationalmannschaft bezeichnen.“ (**). Die Schnittmenge davon ist: Ich bin ein Fußballfan und Fan der deutschen Nationalmannschaft, aber ganz sicher kein großer Vereinsfanatiker und ohnehin kein großer Freund des Fanatismus. Der einzige bedeutende Unterschied ist die Hinzufügung des Wortes „großer“. Ich hätte also statt „kein Freund des Fanatismus“ „kein großer Freund des Fanatismus“ schreiben sollen, um mich diesbezüglich noch genauer zu beschreiben, denn ein bißchen Fan bin ich ja doch! Das spüre ich jetzt wieder ganz deutlich. Am 27.05.2012 war ja auch von der jetzigen EM noch nichts zu spüren - außer von politischen Revoluzzerspielen, die die Ukraine auf Westkurs bringen sollten, aber die haben ja nichts mit dem Sport zu tun. Doch die EM wird bald (01.07.2012) zu Ende sein. Jedenfalls ist meine Selbstbeschreibung bezüglich Fußballinteresse wahrscheinlich zwischen der Aussage „kein Freund des Fanatismus“ und der Aussage „kein großer Freund des Fanatismus“ zutreffend. Kurz gesagt: Ich bin sehr an Fußball interessiert.

.... „Mütter“ - also die, die ihre Anführungsstriche redlich verdient haben - sehen in ihrem Kind nur Besitz, rechtlich gesprochen: Eigentum. Denn sie (a) sehen in ihm keine Person, (b) rücken es nicht heraus, (c) schieben es hierhin und dorthin, (d) wollen immer nur Geld und sonstige Werte vom Vater des Kindes, (e) geben dem Vater des Kindes die Schuld für ihre eigene Schuld, (f) erwarten vom Vater des Kindes alles, was sie selbst entlastet, also auch z.B., daß er akzeptiert, keine Rechte zu haben u.s.w. (vgl. dazu auch meinen Text in meinem E-Brief vom 04.06.2012, 23:43 **). Den (Größen-)Wahn solcher „Mütter“ kann man zwar auch mit „Allmacht über Väter und Kinder“ umschreiben, aber das wäre noch zu harmlos ausgedrückt .... „Mütter“ und echte Mütter ... - die Unterschiede zwischen ihnen sind so groß, daß zur Verdeutlichung die Anführunsstriche eigentlich gar nicht ausreichen.

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HB und CJ

17.06.2012, 16:52

Guten Tag, Herr J.!

Wenn Ihnen diese „Webstatistik“-Thematik wirklich „egal“ (**) ist, wie Sie sagen, frage ich mich nur, warum Sie dieses Thema immer wieder ansprechen. „Google-Analytics“ kenne ich, und meine Daten harmonisieren auch nicht mit allen „nicht miteinander“(**), wie Sie glauben, sondern nur mit den meisten, und zwar aus den bereits erwähnten Gründen (**|**).

Sie haben also immer wieder die F5-Taste gedrückt! Ihr „F5-Argument“ ist ziemlich lächerlich. Entschuldigung für den Ausdruck, aber das läßt sich wirklich nicht anders bezeichnen. Ihr nächster „Trick“ ist dann, daß sie „1000-2000 Besuche“ (**) erwähnen, obwohl ich Ihnen doch gesagt habe, daß es nicht selten mehr als 20000 Besuche pro Monat (**) sind! Das ist für mich aber nur sekundär wichtig. Sicher: Wenn meine Besucherzahlen auf auch für meine Ansprüche zu wenige zurückgehen würden, dann würde ich auch etwas an meiner Webpräsenz ändern. Aber eben nur dann. Das ist noch nie passiert, und das wird aller Voraussicht nach auch nicht passieren.

Zu Ihrer letzten Frage verweise ich auf einige meiner früheren E-Briefe. Haben Sie die noch?

Der wahre Gläubige zweifelt immer. Oder ist das eher der Wissende, der immer zweifelt? Wenn ja, dann bin ich der Wissende!

Ich bin weder der einen noch der anderen Seite zugewandt .... Ich bin ständig unterwegs - mal zwischen den Extremen, mal direkt bei ihnen, mal hier, mal da. Meine Meinungsbildung mag abgeschlossen sein oder auch nicht - das ist mir nicht wichtig, denn mir geht es primär um Erkenntnis, und ich weiß, daß dabei auch der Glaube eine wichtige Rolle spielt. Für den Glauben gilt das auf ähnliche Weise. Aber Ihre Frage, ob ich nicht so recht wisse, was ich glaube, kann ich nicht bejahen, aber auch nicht so richtig verneinen - aus den eben erwähnten Gründen. Ich weiß, daß, wenn ich weiß, der Glaube zu kurz kommt, und daß, wenn ich glaube, das Wissen zu kurz kommt. Auch deshalb spreche ich lieber von Erkenntnis.

Ich bin auch ganz gern ein Suchender bzw. Forschender. Das heißt: Ich muß nicht unbedingt irgendeiner Sekte oder Gemeinschaft angehören, um zu glauben. Vielleicht bin ich auch eher so etwas wie ein Freigeist, wie Nietzsche ihn verstand. Wahrscheinlich mögen Sie Nietzsche nicht. Oder?

Ich bin gegenüber Glaubensgemeinschaften offen eingestellt. Ich mag auch den Buddhismus z.B. - und den jetzigen Papst, den ich gern unterstützen würde, aber ich weiß nicht wie, weil diejenigen, die das angeblich tun, immer nur feiern. Der Papst heißt aber nicht „Party“.

Werden nicht eigentlich Sie „den zweiten Schritt“ (**) machen müssen, nämlich dann, wenn Sie das dafür reife Alter erreicht haben werden? - Prediger, die „einen Urheber“ (**) anbieten, gab und gibt es wie Sand am Meer. Jedenfalls habe ich von vielen Urhebern gehört und gelesen. Sie auch? - Und in welche „sich christlich nennende Institution“ (**) soll ich denn Ihrer Meinung nach gehen? Darüber habe ich doch gar nichts gesagt. Also, Sie sind mir schon ein toller „Interpretationskünstler“. - Ihre Frage, ob ich Ihnen „dies noch kurz, klar und prägnant beantworten“ (**) könne, könnten Sie längst selbst beantworten, wenn Sie nur meine E-Briefe richtig gelesen hätten.

Mit freundlichen Grüßen!

Hubert Brune

 

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HB und MB (Michael Boden)

26.06.2012, 16:12

Hallo, Herr Brune,

wahrscheinlich haben sie das schon selbst gefunden, aber ich sende doch mal diesen Link (**).

Bis bald

Gruß

MB

***

06.07.2012, 13:12

Guten Tag, Herr Brune,

danke für den netten Kartengruß. Ich hoffe, Sie hatten einen angenehmen Urlaub in Bayern.

Melde mich bald mal wieder.

Mit freundlichem Gruß.

MB

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HB und RB

30.06.2012, 20:00

Ja, auch ich habe mich sehr über dieses Halbfinalspiel geärgert. Man konnte den Eindruck gewinnen, daß dieses Spiel von der Mafia gekauft wurde. Dann diese propagandistische Lüge unserer Medien über den angeblichen „Angstgegner“, bei der man meinen konnte, daß erst durch sie die Angst in die Mannschaft gelangte. Italien war nie ein „Angstgegner“. Das WM-Halbfinalpiel von 1970 war ein großartiges Spiel, in dem die Führung (nach Toren) mehrfach wechselte und zum Schluß die Italiener mehr Glück hatten. Im WM-Endspiel von 1982 war auch keine Angst mit im Spiel. Bei der EM 1996 kamen beide Gegner zu einem Unentschieden, was den Italienern nicht reichte, um weiterzukommen; in diesem Spiel hatten die Italiener Angst, und man sah es ihnen auch an: ständig glotzten sie angstvoll auf die Uhr und auf den Trainer Sacchi, der ihnen mitteilen sollte, wie es im anderen Gruppenspiel stand. Italien war nie ein „Angstgegner“, und wir sollten uns den auch nicht einreden lassen. Nicht nur Schiedsrichter können Spielergebnisse allein bestimmen - ich erinnere nur an das bekannteste Beispiel: Deutschland - England im Wembley-Stadion 1966, WM-Endpiel. Indirekt können die Medien ein Spielergebnis beeinflussen, und die Medien sind von der Politik abhängig - mittlerweile bei uns fast total.

Die Medien behaupten auch immer wieder, Joachim Löw sei „mutig“, weil er immer wieder auf bestimmte Spieler setze. Doch das ist kein Mut, sondern Ausdruck einer Hörigkeit. Im Gegensatz zu Löw war Klinsmann viel mutiger und vor allem: ein Motivator! Bestimmte Spieler hätte Löw nicht oder nicht wieder aufstellen dürfen - Du und ich haben die meisten von ihnen ja schon erwähnt. Aber ihnen hat er mehr Vertrauen gegeben als z.B. dem mit reichlich internationaler Erfahrung ausgestatteten Thomas Müller. Warum hat Löw so katastrophal entschieden? Löw zieht einen Zweitligaspieler einem CL-Finalspieler vor. Vieles von dem, was Löw entschieden hat, ist absolut nicht nachvollziehbar. Aber wenn man das dann „mutig“ nennt, so deswegen, weil man die Kritik daran verhindern will.

Daß die DFB-Mannschaft bisher sehr gute Ergebnisse vorzuweisen hat und für mich immer noch die beste Mannschaft der Welt ist, liegt primär an ihr selber und nicht an Löw. Wir haben - wie gesagt - die beste Mannschaft der Welt, und der gelingt es nicht oder soll es nicht gelingen, ein Turnier zu gewinnen. Unglaublich!

Unsere Jungs hätten die Italiener mit vier Toren nach Hause schicken können. Ich habe zwar nur 4:1 getippt - ein 4:0 wäre wohl angemessener gewesen -, aber wenn man von Politikern regiert wird, die den Sportlern einreden wollen, das „Dabeisein ... alles“ sei, dann wundert man sich über gar nichts mehr, also auch nicht mehr darüber, daß Sportler ihnen glauben und aus Rücksicht auf „Mitsportler“ auf das Siegen verzichten. Wem es im Sport um das „Dabeisein“ nur geht, hat keine Ahnung von Sport, denn im Sport ist der Sieg gewollt.

Ich habe mich genau wie Du ... geärgert. Warten wir es nun ab, ob unsere „Verantwortlichen“ es abwarten! Ich meine damit: ob sie das zu hohe Alter unserer Nationalspieler ängstlich abwarten, weil jene doch verhindern müssen, daß diese ein Turnier gewinnen. Jetzt sind die Spieler noch jung genug, 2014 werden sie es auch noch sein (aber in Brasilien!?!) und 2016 ebenfalls, doch 2018 vielleicht schon nicht mehr.

Meiner Meinung nach haben einige unserer eigenen Leute (aus Politik, Medien und Sport) den Erfolg unserer Mannschaft verhindert. Sie haben der Mannschaft Angst und Mikromanie eingeredet, die beide völlig unbegründet, aber von hoher Wirkkraft sind, sich also entscheidend auswirken können. Aus rein sportlichen Aspekten heraus ist das Verhalten unserer Spieler jedenfalls nicht erklärbar. Und die angeblichen „Begründungen“ seitens der Medien entfallen, weil es keine sind.

***

02.07.2012, 18:47

Die Spanier haben doch im Endspiel gezeigt, wie es geht. Ihr Sieg über die Italiener mit dem Ergebinis 4:0 ist genau der, den ich als angemessenen Sieg der Deutschen über die Italiener angesehen habe (vgl. den entsprechenden Text in meinem E-Brief vom 30.06.2012, 20:00 **), denn seit mehreren Jahren schon sind nur die deutsche und die spanische Nationalmannschaft in der Lage, so genial zu spielen. Deswegen war für mich schon vor dieser EM klar, daß die Endspielgegner nur Deutschland und Spanien heißen können. Dazu kam es nicht, weil der deutschen Mannschaft „Angst und Mikromanie eingeredet“ (mein E-Brief vom 30.06.2012, 20:00 **) und der Bundestrainer zur „Bundesträne“ gemacht worden war: Löw hat die Mannschaft umgestellt aus völlig unverständlichen Gründen, weil er beeinflußt war. Wenn Journalisten wie Töpperwien (der ist sogar nur eine eher harmlose Variante unter den wahnsinnig vielen gefährlichen Beispielen) davon sprechen, Deutsche „neigen zu Extremen“ (Töpperwien, der bekanntlich selbst zu Extremen neigt!), dann weiß ich doch gleich, wessen Lied hier gesungen wird und werden soll. Als Töpperwien dies gesagt hatte, entgegnete der Ex-Nationalspieler Hans-Peter Briegel, daß doch in den anderen Ländern viel extremer über deren Nationaltrainer geurteilt werde (vgl. die Sendung von bzw. mit Markus Lanz, 01.07.2012, nach dem Endpiel) - und genauso ist es doch. Wieso darf so ein drogensüchtiger Töpperwien immer wieder seinen Schwachsinn daherlabern, während den kompetenten Leuten der Mund verboten wird? Anders gefragt: Wieso läßt Löw sich von den Medien, also von der Politik so sehr beeinflussen?

Wenn Du hier für das Symbol Töpperwien die Medien und für diese die Politik und für das Symbol Löw den DFB und für diesen den DSB als den Repräsentanten für den gesamten deutschen Sport einsetzt, dann weißt Du ungefähr, was ich meine.

Die Medien sagen nur das, was ihnen die Politik diktiert - und mittlerweile gibt es kein Feld mehr, in das sich die Politik nicht einmischt, also ist auch der Sport politikverseucht.

Niemand ist in seinen Entscheidungen völlig (also: zu 100%) frei. Jeder ist in seinen Entscheidungen beeinflußt. Die Frage ist nur: Wie sehr? Es ist also eine Frage nach der Relativität, in diesem Fall: nach der relativen Größe der Freiheit, weil es eine absolute Freiheit nicht gibt. Daß Joachim Löw bei seinen Entscheidungen zur Mannschaftsaufstellung beeinflußt ist, steht außer Frage. Die Frage nach dem Grad der Beeinflussung ist die interessante Frage. Und ich sage: Löw ist sehr stark beeinflußt!

Italien hatte sich auch während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit äußerst merkwürdigen, an Mafiamethoden erinnernden Forderungen durchgesetzt, z.B. mit der, Torsten Frings für das Halbfinalspiel sperren zu lassen. Wenn sechs Jahre später - während der Fußball-Europameisterschaft 2012 - unsere Medioten mit ihrem Wort „Angstgegner“ die Mafia meinten, dann ... gute Nacht!

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08.07.2012, 18:47

Die Familie wird geteilt, damit besser geherrscht werden kann. Die Kinder gehorchen irgendwann immer mehr den Mächtigen, was diesen sehr entgegenkommt. In den Slums vieler Städte ist das doch auch schon lange zu beobachten (in Amerika z.B. am längsten): lieber zur Gang gehören als zu einer Familie, die, wenn man den Gangmitgliedern glaubt, keinen Halt (mehr) gibt.

.... Im Grunde (im Grunde!) ist die Familie das beste und eigentlich auch solideste der kleinsten Kollektive - sie ist eigentlich unersetzbar (nicht nur, aber doch ganz besonders auch wegen der Fürsorge, Rente u.s.w.), weshalb Globalisten und andere „Weltverbesserer“ (= Weltverschlechterer) sie bekämpfen müssen. Freunde wenden sich nämlich auch hin und wieder ohne Grund von einem ab, Verwandte nicht - jedenfalls dann nicht, wenn die Gesellschaft noch in Ordnung ist, aber unsere ist leider nicht mehr so ganz in Ordnung, was man unter anderem auch an vielen Verwandtschaften erkennen kann. Deshalb hast Du immerhin teil- bzw. zeitweise recht. Denn jeder muß halt mit dem Raum- und Zeitgeist klarkommen, in bzw. mit dem er aufgewachsen ist. Die Jeansgesellschaft - ich meine die westliche (abendländische) Kultur seit „1968“ - will, weil sie eine Wohlstandsgesellschaft nur noch ist, scheinbar oder anscheinend keine Familie mehr, sondern nur noch Freunde. Ob sie das wirklich will, ist zu bezweifeln, weil sie so leicht beeinflußbar und deshalb auch beeinflußt ist (so wie z.B. auch Joachim Löw; vgl. E-Brief vom 02.07.2012, 18:47 **).

Es ist und bleibt ein „Tanz auf dem Vulkan“, wenn man z.B. die Familie durch „die Freunde“ ersetzt!

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HB und MB (Michael Boden)

14.07.2012, 20:40

Guten Abend, Herr Boden!

Ich möchte noch einmal auf einige Ihrer letzten E-Briefe eingehen.

Was die „Macher der Geschichte“ angeht, so waren sich z.B. Goethe, Hegel, Nietzsche, Spengler - um hier „nur“ die diesbezüglich bedeutendsten Geistesgrößen zu nennen - immer einig, daß dies stets bloß sehr wenige Menschen sein können. Hierzu gehören zu allererst und auch insgesamt an erster Stelle (1.) Germanen - und nicht umsonst haben die Romantiker das sogenannte „Mittelalter“ und besonders die Zeit der Germanischen Völkerwanderung verehrt -, an zweiter Stelle (2.) Romanen (Mischung aus Germanen und Ex-Römern), an schon sehr unbedeutender dritter Stelle (3.) andere Europäer, an unbedeutendster Stelle (4.) Nichteuropäer. Interessant an jeder Kulturgeschichte - und also auch an der abendländischen - ist, daß umso mehr die Tendenz zur Rangfolgenänderung besteht und zuletzt sogar Unbedeutende (vgl. 3.) und Unbedeutendste (vgl. 4.) die Macht mitgestalten dürfen und sogar sollen, je mehr die Kultur ihre Zivilisation oder Moderne anbietet. Trotzdem:

Stets „machen“ nur die großen historischen Perönlichkeiten Geschichte.

Wenn Sie davon sprechen, daß der Dreißigjährige Krieg uns Deutsche „tief geprägt“ (**) habe, so ist dem zuzustimmen, denn dieser Krieg war der schlimmste der gesamten abendländischen Geschichte. Und wenn er schon der schlimmste Krieg der abendländischen Geschichte war, dann ja wohl erst recht der schlimmste Krieg der deutschen Geschichte.

Aber man darf nicht Ursache und Wirkung verwechseln, wenn man überhaupt naturwissenschaftliche Prinzipien auf die Geschichte anwenden kann. Am besten kann man es verdeutlichen, wenn man Beispiele aus der Medizin - genauer: aus der Immunologie - zur Analogiebildung heranzieht:

War der Dreißigjährige Krieg - so gesehen - „nur“ ein Symptom?

Der Dreißigjährige Krieg war auf deutschem Boden in dem Ausmaß, in dem er sich tatsächlich ereignete, deshalb möglich, weil (a) Deutschland schon damals das machtpolitisch und geostrategisch wichtigste Land war und (b) Gutenbergs Buchdruck und demzufolge Luthers Reformation Deutschland zwar kulturell enorm bereichert, aber politisch genauso enorm geschwächt hatten, was sich für die anderen Nationen (vor allem: Frankreich und Schweden) als sehr „günstig“ erwies, obwohl diese alle kleiner und eben nur aufgrund ihrer Koalition(en) und der Gespaltenheit in Deutschland dazu übergehen konnten, Deutschland anzugreifen und auszuplündern. Wer das nicht gleich mit den beiden Weltkriegen - dem Einunddreißigjährigen Krieg (1914-1945) assoziiert, hat von Geschichte keine Ahnung.

Kriege sind aber immer nur Ausdruck für etwas, was die Motive ausmacht: der „Wille zur Macht“ (Nietzsche) oder wie man ihn auch immer sonst nennen mag.

Der Dreißigjährige Krieg war die Folge einer Konstellation, die ihrerseits Folge einer anderen Konstellation war. Zunächst meint man, bei Luther die „Ursache(n)“ für den späteren Dreißigjährigen Krieg gefunden zu haben (Nietzsche meinte das übrigens auch), und dafür spricht auch sehr viel, obwohl auch das nicht so ganz richtig ist. Man landet bei dieser „Ursachenforschung“ letztendlich bei Arminius (Hermann), weil er es war, der verhinderte, daß der größte Teil des späteren Deutschlands römisch wurde (**|**|**|**), denn: hätte er das nicht getan (Geschichte gemacht), dann wäre alles anders gekommen, hätte es später höchstwahrscheinlich gar kein Abendland in der uns bekannten Form geben können. Aber auch die Bedeutung des Arminius für diese „Ursachenforschung“ muß relativiert werden. Trotzdem ist es wichtig, diese Zusammenhänge jeweils zu sehen und nicht bei nur einem stehenzubleiben, den man dann im Sinne des Ursache-Wirkung-Prinzips fälschlich als „richtig“ erkannt zu haben glaubt.

Allein schon aufgrund der Erfahrungen mit den „68ern“ (ich meine die, die sich als „Lokomotive“ vor die Bewegung setzten, um diese in die gewünschte Bahn zu lenken) und ihren Nachfolgern, neige ich überhaupt nicht dazu, unserer Nation irgendetwas anzukreiden, um selbst gut dazustehen (nach dem Motto: „Die Anderen haben es getan, und ich bin der »Gutmensch«“ ... u.s.w.), denn eine solche „Kritik“ ist keine Kritik, sondern Ausdruck von Dekadenz, Nihilismus, Zynismus und entsprechender böswilliger Zerstörungswut (nach dem Motto: Teile und herrsche - eines der am besten funktionierenden und darum auch am meisten bevorzugten Prinzipien der Mächtigen und allen, die es werden wollen [wer will es nicht? Hände hoch!]).

„Ursachenforschung“ ist also ein schweres Unterfangen. Das gilt aber nicht nur für die Geschichtswissenschaft, sondern sogar auch für die Naturwissenschaft, sofern man unter „Ursachenforschung“ wirklich das versteht, was das Wort meint. Wir Menschen kommen immer nur mit Begriffen und also Wörtern und anderen Sprachformen weiter - also ist letzlich alles eine Angelegenheit der Sprache! Deshalb können wir Menschen eigentlich auch immer nur die mittlere Ebene eines wissenschaftlichen Problems wirklich befriedigend lösen, wodurch wir uns das Leben erleichtern können, und das ist auch gut so. Aber die ersten und letzten Dinge verstehen wir Menschen nicht.

Eine Frage:

Meinten Sie eigentlich mit den „Deutschen der Kreuzzüge“ (**) die Deutschen während der Zeit der Kreuzzüge oder wirklich die Deutschen der Kreuzzüge? Ich meine: das eine Mal wären damit alle Deutschen der genannten Zeit gemeint und das andere Mal nur sehr wenige Deutsche, die an den Kreuzzügen teilnahmen.

Zum Abschluß eine Bemerkung zu Ihrer Aussage vom 11.06.2012, 21:18:

„Und sie sind das theologische Volk schlechthin .... Wenn das Christentum keine Glaubensinhalte mehr vermitteln kann, greift man gierig nach einer anderen Religion - dem Ökologismus.“ **

Das beurteile ich anders, weil ich dabei - wie Nietzsche - vom Willen zur Macht, von der Macht und also auch der Machtstruktur ausgehe. Wenn sich jemand um „Theo“, also um Gott bemüht, so immer auch deswegen, weil es um Macht geht. Jemand könnte sich z.B. fragen: wie stelle ich mich zur Macht, zu Gott? So Aussagen wie „sie sind das theologische Volk schlechthin ....“ (**) sind leicht gesagt. Ich könnte auch z.B. einfach sagen, daß Sie, weil Sie Ihrem Chef gehorchen, der „theologische Mensch schlechthin“ seien. Das würde ich nie sagen, aber ich könnte es mit Recht deswegen, weil der Chef mächtig ist und es in der Theologie immer auch um Macht, ja sogar um die absolute Macht, nämlich um die Macht Gottes und die logische Rechtfertigung derselben geht.

Bei jeder Aussage über Nationen muß man heute sofort hellhörig werden und sich fragen: wer will was mit der Aussage bewirken? Wenn solche Aussagen öffentlich sind, dann müssen sofort die Alarmglocken schrillen, weil heute die Globalisten regieren, und deren größter Feind sind die Nationen!

Ein weiterer großer Feind der Globalisten ist das Christentum. Das Christentum könnte auch heute noch - genauso gut wie früher - Glaubensinhalte vermitteln, wenn man es ließe. Statt dessen propagieren die Globalisten gegen das Christentum (was das Zeug hält), weniger zwar, als sie gegen die Nationen, gegen den Nationalismus, den sie gerne mit dem Nationalsozialismus verwechseln (ein rhetorischer Trick, denn der war schon anders), propagieren, aber dennoch: die Propaganda gegen das Christentum zeigt immer mehr Wirkung. Der Nationalismus ist stärker als das Christentum - das wissen die Globalisten ganz genau. Das Mehr an Propaganda geht also nicht auf das jeweilige Thema selbst zurück, sondern stets auf das, was die Globalisten behalten und ausdehnen wollen: Macht! Herrschaft! Also: Teile und herrsche! Sie müssen also vor allem den Nationalismus zerstören, denn je mehr sie ihn zerstören (das ist nämlich auch mit „teilen“ gemeint), desto länger und ungestörter können sie herrschen!

Die Globalisten bekämpfen das Christentum, und das Volk soll denken, das Christentum könne „keine Glaubensinhalte mehr vermitteln“ (**), so wie Sie es auch sagen, Herr Boden. Erst durch das, was das Volk glauben (glauben [sic!]) soll, bekämpfen sie das Christentum wirklich, denn das Volk glaubt (glaubt [sic!]) irgendwann wirklich, das Christentum könne „keine Glaubensinhalte mehr vermitteln“ (**). Neue Religionsinhalte und -formen liefern ihm die Globalisten, u.a. eben den Ökologismus. Mit dieser abendländischen Neu-Religion habe ich mich auf meinen Internetseiten sehr intensiv auseinandergesetzt. **

Aber was ich eigentlich sagen wollte, ist dies: Ich lese Ihre Aussage so, als schwinge da wieder ein Vorwurf gegen das Volk mit. Doch das Volk wäre nur dann schuldig, wenn es wirklich auch ein Demos wäre - ist es aber nicht. Wie ich schon mehrfach dargelegt habe (**|**|**), ist die Frage nach dem Vorwurf von „Kollektivschuld“ u.s.w. abhängig vom Prozentsatz der Demokratie, doch bei uns gibt es Demokratie nur noch zu einem sehr kleinen Prozentsatz, also kann man dem Volk auch nur zu einem sehr kleinen Prozentsatz Schuld o.ä. vorwerfen. Abgesehen davon gibt es eine „Kollektivschuld“ sowieso nicht. Es gibt ja auch nie eine Demokratie zu 100%.

Ich weiß, daß das Volk nicht weiß, bei wem es seinen Zorn loswerden kann, deshalb bieten ihnen die Globalisten denjenigen Bösewicht an, den sie loswerden wollen (sollen): das Volk! Das Volk als die Nation loswerden! Mit viel Rhetorik ist das ein Kinderspiel. Jedes Volk läßt sich so beeinflussen. Die Herrschenden müssen es nur wollen. Manche Völker muß man in besonders starkem Ausmaß (z.B. das Deutsche Volk), andere dagegen in nur geringem Ausmaß beeinflussen, weil die sowieso keine große Rolle spielen (z.B. die meisten anderen Völker) oder sowieso leichter zu beeinflussen sind (z.B. die ostasiatischen Völker). Ist klar, oder?

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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HB und HW (Heinrich Wagner)

18.07.2012

Sehr geehrter Herr Brune!

Ja ich habe mir etwas Freiheiten herausgenommen, Sie zu duzen ....

Nun, wie Sie, war ich am Dactylographieren am 13.07. Einen etwas ausführlicheren Text zu meiner ehemals gestellten Frage ..., ob Sie diesen Satz geschrieben haben. Vielleicht erinnern Sie sich (**) . Es war der Satz:

„Auch wenn es unter Umständen noch lange dauern wird, bis die Menschheit ein neues Zuhause gefunden haben wird, so wird aber doch der Weg über die zwei grundsätzlichen Möglichkeiten beschritten werden müssen, wenn die Menschheit nicht (zu) früh aussterben will. (**). Wenn doch, dann wäre es nicht nur definitiv zu früh, sondern eine Dummheit, der selbst die frühesten Menschen nicht erlegen gewesen wären, wenn sie bereits die geistigen und vor allem die technischen Möglichkeiten dazu gehabt hätten, auch im Universum nomadisierend nach Seßhaftigkeit zu suchen.“ (**). **

„Ob wir Menschen unserse Sprache mehr auf das Seelische oder mehr auf das Geistige lenken und z.B. wir Abendländer unsere Kultursprache mehr auf das Seelenbild (das Faustische) oder mehr auf das Ursymbol (den Unendlichen Raum) lenken: (be-)greifbar werden beide natürlich immer nur am Körperlichen.“ **

Ich forsche seit zwei „Dezennien“ und habe in meiner Ahnentafel an die 8000 Personen, wenn man sich einmal in diese „Wissenschaft hineinläßt“, kommt man nicht mehr „hinaus“. Es wird quasi eine Sucht, sogenannte tote Punkte wieder zur „Auferstehung“ zu bringen. Nun gut, ich weiß nicht, wie das mit andern „Süchten“ ist (es sei denn: Nikotin), aber Genealogiesucht ist ungemein bereichernd. Alle Wissensgebiete werden gestreift, mehr oder weniger notgedrungen. Mathematik (große Zahlen), ausgehend von der Funktion X = 2 hoch n, wobei: X = Anzahl der Vorfahren 2 = Vater und Mutter n = Anzahl der Generationen (im Mittel 25-30 Jahre); 500 Jahre zurück, und wir haben schon „gerundet“ 20 Generationen! Über eine Million Ahnen!

Nehmen wir an, vor zirka 7 Millionen Jahren sei ein aufrechtgehendes zweibeiniges Wesen über Evolution aus dem Tierreich entstanden - ich überlasse es Ihnen, die Zahl auszurechnen. Sie müßten um das Erdenrund, um sie aufzuschreiben. Daher auch die Frage (meine Frage!) :

„Welche Bewandtnis hat es mit dem Zeichen Unendlich?

Liegt in diesem nicht eine eigenartige Symbolik für etwas Unverständliches, quasi Mystisches, das nicht erklärt werden kann, oder eben doch sogar eine wahrscheinlich schon sehr früh erkannte Realität?

Nämlich, angenommen ein Höhlenbewohner habe bereits Ahnenforschung betrieben. Er zeichnet sich als Punkt auf eine etwas ausgedehnte Wand, Vater und Mutter darüber, dann die vier Großeltern. usw.. Verdopplung der Punkte bei jeder Generation. Symmetrisch in einem +/--Koordinatensystem, ausgehend vom Nullpunkt. Er wird bald einmal feststellen müssen, daß er so etwas wie zwei symmetrische Kurven erhält, die gegen eine Horizontale tendieren, ohne sie je zu erreichen. Es wird ihm zu bunt und zu mühsam. Dabei kommt ihm aber der „Gedanke“ (er ist etwas frühreif - schon fast Homo sapiens sapiens geworden): „Wenn ich so weiterfahre, muß ich kilometerweit zuerst nach rechts weiterfahren zu zeichnen, malen, gravieren (wie immer Sie wollen [er siezt mich wieder! HB]), dann wieder zurück zum Nullpunkt (das will heißen: er im Zentrum) und dann nach links, kilometerweit. Wenn er jetzt schon fast griechische Kenntnisse hatte und wußte, daß die „Erde“ nicht eine Scheibe, sondern ein abgeplattetes Geoid ist, hat er sich vielleicht intelligenterweise gedacht: „Ich brauche doch nicht kilometerweit endlos nach rechts und links zu zeichnen, ich komme sowieso nicht weiter als zum Nullpunkt zurück, weil die Erde rund ist. Noch etwas weiter nachdenkend, fragte er sich aber: „Wie kann ich das meinen Kindern so wie andern Homo sapiens sapiens (fast! HB] klarmachen?“ Endlich erfand er das Symbol für „Unendlich“!

Plausibel, oder? Denn es ist nichts anderes als ein Kreis - etwas verdreht und aus der Ferne betrachtet eben eine liegende 8. Was meinen Sie zu solch einer Auslegung der Generationenforschung?

Hat nicht EINSTEIN mit seiner Relativitätstheorie, sie sei spezieller oder allgemeiner Art, so etwas wie eine vierte Dimension in einem „gekurvten“ Kontinuum entdeckt, wo ein Lichtstrahl sich nicht linear propagiert, sondern mit minimaler Abweichung von der Geraden sich im All nicht verliert, sondern so abgelenkt wird, daß er wieder zur Urquelle zurückkehrt, zurückkehren muß?

So gesehen ist bereits das Erfinden des Symbols für Unendlich bereits eine Leistung, die ans Wunderbare grenzt. Ja, ohne viel physikalische Experimente und mathematische Auswertung, eine Grundlagenerkenntnis im Gegensatz zu Grundlagenforschung, wie sie zur Zeit im LHC des CERN im ATLAS (**) getätigt wird, um endlich Gewißheit zu bekommen, ob Gravitation auch negativ sein könnte! Schon sind wir bei dem wahrscheinlich ewig ein Mysterium bleibenden HIGGS-Boson und den Schwarzen Löchern, die Sie als „riesige Monster“ (**) bezeichnen, was sie in Tat sind. Da nach neuesten „Schätzungen“ sie mehrere Billionen Sonnenmassen an verschluckter, eingesogener, absorbierter, angezogener „Materie“ in nicht zu erklärender Dichte, die alle Gravitationstheorien sowohl makro- wie mikrokosmische „über den Haufen werfen“.

Nun, ich will hier nicht eine Dissertation „vom Stapel lassen“, vom eigentlichen Thema abweichend. Aber ohne eingehende Kenntnisse der Physik, Quantentheorie usw. sollte es doch auch einem Laien ohne Universitätsstudium, ersten, zweiten, dritten Grades, ohne Doktortitel, Nobelpreis, Direktionsmitglied des Milliarden an Energie und Geld verschlingenden CERN oder auch Hubble-Teleskops, erlaubt sein, zu „Grundlagenkenntnissen“ Stellung zu nehmen, und zwar so wie ihm der Schnabel gewachsen ist, es sei denn poetischer Art. Wenn man das Glück hat, wie ich es dieses Jahr an meinem Geburtstag, nämlich Frühlingsanfang, das heißt Tag-und-Nacht-Gleiche (21. März, also wie J.S. BACH), Dank der Fürsprache eines Herrn BÄTZNER - seine Zeichens, pensionierter Physiker, der wohl etwas von der Sache versteht und wahrscheinlich einen größeren Überblick hat als viele der heute in der Kommandozentrale des Atlas Sitzenden, eifrig nach dem HIGGS-Boson forschend behaupten, es endlich „entdeckt“ zu haben, dies mit Hilfe der Presse und Medien, in die Welt posaunen, vielleicht auch nur, um weitere Kredite zu erhalten oder um sich selbst Mut zu machen, sich trotz nicht zugegebenem Mißerfolg, noch immer kein künstliches kleines schwarzes Loch erzeugen zu können, weigern aufzugeben -, der, wenn er sich die Zeit und Muße nimmt, das ganze Areal, wo die ersten Geräte zum Erforschen des Mikrokosmos in einem Park unter freiem Himmel auf- und ausgestellt sind, zu besuchen, muß staunen, weniger an der „Technizität“ als an der Schönheit des auf Hochglanz polierten Materials, das auch den schlimmsten Wettereinflüssen über die Jahre standgehalten hat, und darf feststellen, daß Fabrikation hochentwickelter technischer Geräte an sich Kunst sein kann.

Dies ist offensichtlich auch einigen Mitgliedern der Direktion bewußt, denn sie versuchen, mehr und mehr Künstler - welcher Art auch immer, sie seien Schriftsteller, Bildhauer, Maler usw. - zu animieren, sich mit ihren Grundlagenforschungen der „Teilchen der Teilchen“ zu befassen und in Kunst umzusetzen. Sicher ist dies eine zu begrüßende Initiative, und so hatte ich auch die Gelegenheit am Abend meines Besuchs der Präsentation eines dieser zu einem Vortag eingeladenen „Künstlers“, in diesem Fall ein von Bismarck (den Vornamen habe ich leider vergessen) beizuwohnen. allerdings war ich etwas enttäuscht von diesem „Künstler“. Es würde hier zu weit führen, zu erklären, warum.

Ein GOETHE oder BEETHOVEN hat auch ohne CERN und der dort getriebenen Teilchenforschung, des unendlich Kleinen (nicht mehr teilbaren?), sich schon mit der Frage beschäftigt. So z.B., und damit will ich hier das Thema Kunst in Bezug auf Teilchenforschung und der vielleicht sich daraus ergebenden endgültigen, aber - wie Sie das so treffend (irgendwo in den Kulturen ...) ausdrücken - für die Menschheit als Ganzes vielleicht auch selbstmörderischen „(Selbst-)Erkenntnis“, SOKRATES, KANT und nach ihm „SCHOPENHAUER“ so wichtig zu definierenden „Dings an sich“ .... Zitat also, frei nach Gedächtnis (obwohl ich nie ein Auswendiglerner war, ja, mich dagegen sträubte !!! Aus was für Gründen werde ich später vielleicht einmal erklären, aber doch folgendes Gedicht hat mich so beindruckt ..., es ist fast trotz seiner Kürze wie eine 9te von Beethoven:

„Wenn im Unendlichen dasselbe
sich wiederholend ewig fließt,
das tausendfältige Gewölbe
sich kräftig ineinander schließt,
strömt Lebenslust aus allen Dingen,
dem kleinsten wie dem größten Stern,
und alles Drängen alles Ringen
ist ewige Ruh' in Gott dem Herrn.“
(J. W. GOETHE).

Wenn Poesie Kunst ist, so ist sie es hier mit diesem Gedicht. Denn wie der Volksmund auch richtig sagt: „In der Kürze liegt die Würze (was sich übrigens auch gut kurz reimt). Schopi hat sich ein Leben lang mit diesem Thema beschäftigt und ist offenbar etwas weniger optimistisch zum Schluß gekommen, wie Sie es ganz richtig feststellen: Jedes Menschenleben ist ein Leidenleben.

So, nun aber zurück zu meinem Hobby. und um endlich auch zu einem Schluß zu kommen .... Mathematik und Poesie und Atomwissenschaft, geschlossen ... gehen wir über zu Toponymik und Linguistik, Geographie, auch dies sind Sparten, die gestreift werden müssen. Selbstverständlich sollte man sich auch einige Kenntnisse der Geschichte, wenn nicht über sieben Millionen Jahre, so doch über mindestens die letzten 500 aneignen. Je nach dem wie weit man zurückforschen will - bis zum ersten Ur-Zeller ganz sicher nicht. Dann sollte man sich auch etwas mit Graphologie befassen, nicht nur, um alte Schriften entziffern zu können, sondern auch, um zum Teil mit Gänsefedern gekleckste Pfarrmatrikel - allein dadurch kann man sich der Psychologie gewisser Pfarrer ein Bild machen ... usw. ... usw..

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HB und MB (Michael Boden)

18.07.2012, 13:12

Guten Abend, Herr Brune,

na, da haben Sie mir ja wieder einen Komplex von Fragepunkten geschickt, da brauche ich 1-2 Wochen, um mich da durchzuarbeiten.

Heute nur mal ein Zitat:

„Das Abendland wird gestorben sein, wenn es nicht mehr die Gegenwart Griechenlands in einer christlichen Seele ist“, sagte ein sehr gescheiter Andenbewohner (den Sie vermutlich kennen). Nach dieser Definition ist das Abendland seit hundert Jahren mausetot.

Was hätte nun Spengler dazu gesagt?

Hätte ihm das gefallen? Ich glaube nicht, aber vielleicht sehen Sie das anders. Die Antipoden unsrer Kultur konnten ja nie in unsrer Kulturseele gegenwärtig sein, höchstens als großartiges Mißverständnis. Aber vielleicht meinte unser Andenbewohner dies auch so. Ein sich an einem Phantasiebild von Hellas orientierendes Europa.

Und unsere christliche Seele war ja nicht die unverfälschte abendländische Seele, sondern eben Pseudomorphose, also für Spengler eher betrüblich. Auch wenn wir uns seit dem Jahre 1000 ein ganz eigenes Christentum geschaffen haben, ein großes Ärgernis für die Orthodoxen, die Armenier und die Kopten u.a..

P.S. bezogen auf Ihre letzte Mail: mit den „Deutschen der Kreuzzüge“ (**|**) meinte ich natürlich die Deutschen der Kreuzzugszeit, also jene des „Hochmittelalters“ (ein Begriff, den Spengler sicher nicht mochte).

Es grüßt

MB

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HB und RB

18.07.2012, 18:55

Ich habe auch L. schon sehr früh damit vertraut gemacht, daß sie zwar durchaus ihre eigenen Ziele verfolgen dürfe, aber dabei immer bedenken müsse, wie dies andere Menschen zu deuten pflegen. Es kommt also auf Selbstbewußtsein und Empathie oder - anders gesagt - darauf an, einen extremen Egoismus und einen extremem Altruismus zu vermeiden bzw. dazwischen zu manövrieren, um je nach Situation das richtige Maß finden zu können. Mit einer solchen Komponente der Erziehung kann man bei Kindern gar nicht früh genug anfangen. Die meisten Menschen machen den Fehler, daß sie, wenn überhaupt, erst dann damit anfangen, wenn das Kind die ersten diesbezüglichen Äußerungen bereits auf unerzogene Weise zeigt, doch das ist eben zu spät, weil ein Kind schon vorher, nämlich über das Verstehen (also von außen gesehen: passiv), die Reife dafür hat und - sozusagen - auf die Aufgabe regelrecht wartet (!). Es ist dann, wenn man es früh genug macht, wirklich ein Kinderspiel, also dem Kind auf spielerische Art ganz leicht beizubringen. Wenn man es zu spät oder gar nicht macht, dann hat man, aber besonders das Kind hinterher Probleme damit.

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HB und HW (Heinrich Wagner)

19.07.2012

Guten Abend, H.!

Ich versuch’s ’mal mit dem Duzen.

Deine Gedanken über die Unendlichkeitsziffer (**) sind ja sehr interessant. Für deren Überlieferung braucht man jedoch so etwas wie Institutionen - ungefähr das, was in den verschiedenen Kulturen gepflegt wurde und wird und sich am besten bei uns - in der abendländischen Kultur - durchgesetzt und etabliert hat. Wenn ein Vor- oder Urmensch auch diese „Idee“ vielleicht gehabt haben könnte (**), so wird erst aus ihrer Umsetzung in die wissenschaftliche Praxis und der Tradierung (über Schulen, Universitäten u.s.w.) erst etwas, was auch der Kulturgemeinschaft dient.

Auch für die Überlieferung der Nullziffer braucht man zwar nicht unbedingt eine institutionalisierte Wissenschaft, also z.B. Univeritäten, sondern es reicht eine institutionalisierte Philosophie, also z.B. Akademien. Tatsächlich entstand die Nullziffer ja in Indien - in einer Kultur also, die über keine institutionalisierte Wissenschaft, wohl aber über eine institutionalisierte Philosophie verfügte. Die Nullziffer wurde dann über Arabien - eine Kultur also, die ebenfalls über keine institutionalisierte Wissenschaft, wohl aber über eine institutionalisierte Philosophie verfügte - weitergegeben an uns, die abendländische Kultur, die zu dem Zeitpunkt dabei war, neben der institutionalisierten Philosophie auch eine institutionalisierte Wissenschaft zu etablieren, und nachdem diese Etablierung bereits teilweise vollzogen war, wurde auch die Unendlichkeitsziffer bei uns eingeführt. Das war klar - eine logische Konsquenz, wie ich meine.

Was CERN und die angebliche Entdeckung des Higgs-Teilchens angeht, so bin ich voll und ganz Deiner Meinung. Die brauchen Geld für die weitere Forschung und machen auf sich aufmerksam, um interessant zu bleiben (oder erst zu werden), denn wenn man erst interessant ist, kommt man auch schneller an das Forschungsgeld heran. Die Physiker sind außerdem sehr verlegen darüber, der „Welt“ nichts anbieten zu können, wie es derzeit die sogenannten „Globalisten“ können, weil sie die „Eine Welt“ versprechen (mit möglicherweise bald einer Welwährung - „Globo“ - und einer Religion, also einer Diktatur). Die Physiker können kein einheitliches Weltbild liefern wie die Ideologen, zu denen die Globalisten zweifellos gehören, und Religionsstifter (die sind eigentlich, wenn man es modern ausspricht, auch Ideologen!). Schon lange nicht mehr haben die Herrschenden der Wissenschaft, insbesondere der Naturwissenschaft, so viel diktieren können wie heute.

Herzliche Grüße!

Hubert

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HB und MB (Michael Boden)

20.07.2012, 15:25

Guten Tag, Herr Boden!

„»Das Abendland wird gestorben sein, wenn es nicht mehr die Gegenwart Griechenlands in einer christlichen Seele ist.«“ (**). Der, der das sagte, sei, „ein sehr gescheiter Andenbewohner (den Sie vermutlich kennen)“ (**) gewesen, wie sie in Ihrem letzten E-Brief geschrieben haben, Herr Boden. Wer könnte das gewesen sein? ....

Haben Sie mich da erwischt? Und wenn, dann macht das gar nichts! Ich lerne gerne!

Mit dem Anfang ist das so wie mit dem Ende. Wann hat Ihr Leben „angefangen“? Welche Erinnerungen haben Sie daran? Keine? Doch? Welche? Wenn doch, dann jedoch nicht an ihren Anfang, denn an Ihren Anfang können sie sich nicht erinnern. Sie müssen irgendwie angefangen haben. Genauso ist es mit dem Ende. Kennen Sie Ihr Ende? Welche Prophezeiungen können sie dazu machen? Keine? Doch? Welche? Warum werden Menschen dement? Warum wird eine Kultur dement?

Es mag für viele Leute (noch) lächerlich klingen, wenn ich Kulturen konsequent mit Lebewesen vergleiche. Spengler hat das zwar auch getan, aber nicht ganz so konsequent, wie ich es tue. Da, wo Spengler von einer „Pseudomorphose“ sprach, spreche ich von einer „Schwangerschaft“ bzw. von einem „Uterus“. Spengler entlehnte das Wort „Pseudomorphose“ aus der Chemie bzw. Geologie. Da Sie, Herr Boden, ja Geologe sind, werden Sie ja auch wissen, was „Pseudomorphose“ geologisch bedeutet. Ich betrachte die Übertragung von anorganischen Naturphänomenen auf Kulturphänomene als etwas unglücklich, zumal dann, wenn Genies wie Spengler es tun, denn Spengler war einer der bedeutendsten Lebensphilosophen und unter ihnen - meiner Meinung nach - der bedeutendste Kulturhilosoph. Gerade deswegen übertrug er ja auch Leben (Organisches) und Kultur aufeinander - und nicht Anorganisches und Kultur -, wenn man von wenigen Ausnahmen absieht, und eine dieser Ausnahmen ist eben die „Pseudomorphose“.

„»Das Abendland wird gestorben sein, wenn es nicht mehr die Gegenwart Griechenlands in einer christlichen Seele ist.«“ (**) - gemäß diesem Zitat sei „das Abendland seit hundert Jahren mausetot“ (**), haben Sie geschrieben, und: „Was hätte nun Spengler dazu gesagt?“ **

Spengler hätte vielleicht dazu gesagt, daß u.a. auch Goethe und Nietzsche diese Gefahr gesehen hätten und er, Spengler, sein Buch geschrieben habe, um zu verdeutlichen, daß diese Gefahr, diese Gefahrensituation irgendwie „gemanagt“ werden müsse. Mausetot ist das Abendland seit hundert Jahren garantiert nicht, aber es begibt sich seit sogar noch längerer Zeit in die Gefahr, in nicht allzuferner Zukunft mausetot zu sein. Bezüglich der „»Gegenwart Griechenlands in einer christlichen Seele«“ (**) des Abendlandes hätte Spengler aufgrund seiner Monadologie, die ja in seiner Kulturtheorie eine wesentliche Rolle spielt (in meiner weniger, wie ich schon mehrfach gesagt habe), wahrscheinlich gesagt, daß die Abendländer sich täuschten, wenn sie glaubten, von fremden Kulturen derart, wie es in dem von Ihnen zitierten Satz zum Ausdruck kommt, seelisch beherrscht zu sein (darüber urteile ich nicht ganz genauso wie Spengler, wie Sie ja bereits wissen), denn das sei entweder gar nicht oder nur „pseudomorph“ möglich.

Ihr Zitat - „»Das Abendland wird gestorben sein, wenn es nicht mehr die Gegenwart Griechenlands in einer christlichen Seele ist.«“ (**) - zeugt davon, daß der Zitierte ein Kenner war, aber wie sehr, das ist die zweitinteresanteste Frage, die interessanteste Frage ist, ob die Aussage richtig ist.

Nach meiner Theorie heißen die „Eltern“ der abendländisch-faustischen Kultur: antik-apollinische Kultur und arabisch-magische Kultur. In der antik-apollinischen Kultur ist u.a. das Griechische, in der arabisch-magischen Kultur u.a. das Christliche enthalten. Die griechische Mythologie entstammt einer doch ziemlich typischen europäischen Landschaft, die christliche Religion dagegen einer Wüste, also keiner typischen europäischen Landschaft. Meiner Meinung nach hat das Abendland das Christentum eigentlich nie so richtig verinnerlicht, sondern sich an ihm abgearbeitet, bis es irgendwann nur noch eine untergeordnete Rolle spielte. (**). Man darf die Geschichte des Papsttums (und auch die der Kirchen) nicht, jedenfalls nicht nur mit der Geschichte des Christentums identifizieren. Meiner Meinung nach ist die abendländisch (faustische!) Kultur auf „kulturgenetische“ Weise ein „Kind“ mehr der antik-apollinischen Kultur als der arabisch-magischen Kultur, weil die abendländisch-faustischen Menschen auch auf echt genetische Weise mit den antik-apollinischen Menschen viel enger verwandt sind als mit den arabisch-magischen. Auf dem Gebiet der religiösen Dinge (Religionsstiftungen u.ä.) - so, wie wir es gewohnt sind, sie zu verstehen - waren die Abendländisch-Faustischen nicht die großen „Erfinder“. Die griechische Mythologie und auch der indische Buddhismus - beide sind Erfindungen der Indogermanen (Arier) - sind uns Abendländern eigentlich viel lieber als das Christentum oder als der Islam oder als das Judentum, und das liegt durchaus auch an der näheren genetischen Verwandtschaft zu den Griechen und Indern, die ja wie wir Indogermanen (Arier) sind.

Unsere „Seele“ ist durchaus auch vom Christentum, also von unserer „Mutterkultur“ geprägt, aber nicht so sehr wie vom Griechischen - und noch mehr vom Römischen (!) -, also von unserer „Vaterkultur“. Ich glaube, der von Ihnen Zitierte überschätzt einerseits das Christentum, was seine Auswirkungen auf uns Abendländer betrifft, und andererseits das Griechische, wenn man es mit dem Römischen vergleicht. Was taten und tun die Abendländer denn bezüglich des Erbes ihrer „Kultureltern“? Sie wollten und wollen Römer sein; sie wollten und wollen „das Reich“ (nachspielen); sie wollten und wollen vielleicht auch einige griechische Dinge, aber die meisten waren und sind römische, und „das Reich“ war nicht nur politisch gewollt, sondern wurde auch vermengt mit dem von der „Mutterkultur“ ihnen abverlangten Bekenntnis zum Christentum (vgl. Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation).

Der Alltag im sogenannten „Mittelalter“ (auch ich lehne das Wort als Begriff total ab - wie Spengler) und auch später sah und sieht nicht so aus, wie die Herrschenden immer wieder predigten und predigen - z.B. die Kirchen und Fürsten, dann die Staaten der Nationalen, später der Nationalisten, Internationalisten, Globalisten.

Weil man also die von Ihnen zitierte Aussage - „»Das Abendland wird gestorben sein, wenn es nicht mehr die Gegenwart Griechenlands in einer christlichen Seele ist.«“ (**) - ein wenig korrigieren muß, könnte sie z.B. lauten: Das Abendland wird gestorben sein, wenn die Gegenwart Roms und das Christliche nicht mehr die beiden Brennpunkte seiner seelischen Ellipse sind. Die Gegenwart Roms und das Christiche bilden die zwei Brennpunkte in einer seelischen Ellipse des Abendlandes. Es müssen erst beide (beide!) Brennpunkte - „Mutter-“ und „Vaterkultur“- in der Seele des Abendlandes erloschen sein, bevor das Abendland erlischt. Die Gegenwart Roms zeigt sich auch heute in den ähnlichen Wahnsinnsgebilden wie dem EU-Imperium, dem Dollar-Imperium (und was in Zukunft noch so alles an Imperien auf uns zukommen wird). Das Christliche, das der von Ihnen Zitierte offenbar einzig als Seele der Abendlandes akzeptiert, ist nur ein Teil der echten Seele des Abendlandes: einer Ellipse mit den beiden Brennpunkten aus „Vater-“ und „Mutterkultur“: Rom und Christentum. Die seelische Ellipse ist das Germanentum. Dazu folgendes Zitat:

„Die Kulturgeschichte des Abendlandes ist eine Geschichte der Globalisierung. Nachdem die drei für das Abendland unenbehrlichen Faktoren aufeinander getroffen waren - Germanentum, Römerreich, Christenheit -, wurde sie mittels einer zunächst noch wenig konkrete Formen annehmenden „Mythomotorik“ des jungen Abendlandes möglich. Der Gedanke an ein Reich spielte also von Beginn an eine ganz besonders wichtige, weil „kulturgenetisch“ bedingte Rolle, nämlich reichshistorisch (römisch), reichsreligiös (christlich) und reichskybernetisch (germanisch), denn eine „Kultur“ kann nur dann Kultur werden, wenn sie auch sich selbst steuern kann. Ohne die Germanen gäbe es keine Abendland-Kultur, kein Europa. Ohne die Germanen hätte sich das Abendland nicht zu einer selbständigen Kultur entwickeln können. Die Germanen sind die Gründer Europas.“ **

Und noch ein Zitat:

„Theodor Heuss soll einmal gesagt haben, daß Europa von 3 Hügeln ausgegangen sei: von der Akropolis, von Golgatha und vom Kapitol. Diese Sichtweise würde eher, wenn vielleicht auch nicht beabsichtigt, auf eine Dominanz der Antike verweisen. Wenn man jedoch berücksichtigt, daß aus einem antik-apollinischen Einzelkörper und einer magisch-seelengeistigen Welthöhle ein abendländisch-faustischer Unendlichkeitsraum entstehen kann, dann muß unbedingt ein dritter Faktor hinzukommen, den ich die Kulturpersönlichkeit nenne: das Germanentum. Ohne das Germanentum versteht man die Willensdynamik eines Faust nicht, und ohne das germanische Element ist die Raumtiefe, aber auch die in jeder Hinsicht sowohl ins Mikrokosmische als auch ins Makrokosmische gehende Unendlichkeit nicht als distinktives Merkmal der abendländischen Kultur zu identifizieren. Diese Merkmale treffen auf keinen antiken Menschen zu, aber insbesondere auf die Abendländer, die germanischen Ursprungs sind.“ **

Die für das Abendland wichtigsten drei Komponenten sind also: (1) Germanentum, (2) Römerreich, (3) Christentum. Das mit der für das Abendland unerläßlichen „kybernetischen Rolle“ ausgestattete Germanentum bildet die seelische Ellipse, und die beiden anderen bilden deren Brennpunkte.

Zum Verständnis der „kybernetischen Rolle“ folgendes Zitat:

„So wie sich biologisch der wandernde Keim von Kontrollgenen steuern läßt, während er sich weiter teilt, so wird auch eine Kultur von einem kontrollierenden Teilungs- und Richtungs-Erzeuger gesteuert. Diese kybernetische Rolle nahmen für das werdende Indien und für die werdende apollinische Antike wandernde Indogermanen, für das werdende Abendland wandernde Germanen ein.“ ** ** ** ** ** **

Wenn der abendländische „Zweitakter“ auch vielleicht größtenteils nur auf einem „Pott“, wie der Autoschlosser sagt, noch läuft, so ist der andere „Pott“ noch nicht völlig kaputt, sondern vielleicht zu 20% noch intakt, so daß das Römerreich (der eine „Pott“) 80% der „Arbeit“ hat: 30% von dem Christentum (dem anderen „Pott“) übernommen, das Christentum also 60% seiner „Arbeit“ eingestellt hat. Das Germanentum als die seelische Ellipse läuft demnach immer noch auf zwei „Pötten“, hat also immer noch seine zwei Brennpunkte, aber sie „arbeiten“ längst nicht mehr zu gleichen Anteilen, sondern: der eine ist überlastet, weil der andere zu schwach geworden ist.

Das Abendland wird gestorben sein, wenn die Gegenwart Roms und das Christliche nicht mehr die beiden Brennpunkte seines Germanentums sind.

Freundliche Grüße und vielen Dank noch einmal für das interessante Zitat, Herr Boden!

Hubert Brune

***

20.07.2012, 17:39

Guten Tag Herr Brune,

ich wollte nicht in Rätseln sprechen, ich dachte wirklich, Sie würden den Kolumbianer Nicolas Davila kennen.

Dessen kleine Aphorismensammlung (herausgegeben von Michael Klonovsky) kann ich nur empfehlen.

Ihre Mail habe ich ansonsten eben erst kurz überflogen. Antworte später.

Mit freundlichen Grüßen.

MB

***

20.07.2012, 20:57

Guten Abend, Herr Boden!

Da haben Sie schon richtig gedacht, denn ich kenne Nicolás Gómez Dávila auch, nur konnte ich - weil ich nicht wußte, daß er in den Anden wohnte - ja nicht wissen, daß sie ihn meinten. Danke für den Hinweis! Ich habe auch zwei Zitate von ihm parat:

„DEM 19. JAHRHUNDERT GELANG NUR EINE ETHISCHE KONSTRUKTION GROSSEN STILS:
DAS PREUSSISCHE OFFZIERSKORPS.“ **

„DIE MODERNE WELT IST SO KAPUTT,
DASS MAN KEINE ANGST ZU HABEN BRAUCHT,
DASS SIE NICHT UNTERGEHT.“ **

Mit freundlichen Grüßen!

Hubert Brune

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HB und RB

23.07.2012, 08:57

Ich kann nicht genau sagen, ob ich ein richtiges Maß zwischen Egoismus und Altruismus gefunden habe, jedoch weiß ich, daß ich je nach Themenpunkt mal mehr egoistisch, bei einem anderen Schwerpunkt mehr altruistisch agiere. Da ich nach meinem Empfinden recht gut in der Gesellschaft zurechtkomme, denke ich, das Maß ist in Ordnung. De facto ist der Mittelweg, wie du ihn beschreibst, für die Erziehung eines Kindes in der Tat sehr wichtig.

Ich freue mich, wenn ich deiner Einladung nachkommen kann und wir ausgiebiger über Themen dieser Art sprechen können.

Auf bald.

R.

***

23.07.2012, 23:35

Lieber R. ....

Zum Egoismus und Altruismus:

Jeder Mensch hat solche Schwankungen, wie Du sie beschrieben hast. Bei ihnen kommt es eben „nur“ auf deren Amplituden und Wellenlängen an, um es einmal physikalisch auszudrücken. Wenn die Amplitude einer solchen Schwankung nicht so groß ist wie bei einem auffällig manisch-depressiven Menschen, ist alles im grünen Bereich. Bei der Wellenlänge ist es schon etwas komplizierter, weil niemand genau beurteilen kann, ob ein für kurze Zeit oder ein für lange Zeit andauernder „Tripp“ besser (gesünder) ist.

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HB und MB (Michael Boden)

29.07.2012, 13:34

Guten Tag, Herr Boden!

Daß wir auf Dávila zu sprechen gekommen sind, freut mich auch sehr. Ich sehe in ihm die Verkörperung des Spanischen, wie Spengler es formulierte:

5 Völker des Abendlandes
„Drei Völker des Abendlandes haben den Sozialismus in einem großen Sinne verkörpert: Spanier, Engländer, Preußen (nicht zufällig die »östlichsten« [»jüngsten«, »frischesten«] der Deutschen! HB). Von Florenz und Paris aus formte sich der anarchische Gegensinn in zwei andern: Italienern und Franzosen. Der Kampf beider Weltgefühle ist das Grundgerüst dessen, was wir als neuere Weltgeschichte bezeichnen.“  (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 26 **).

„Der Spanier fühlt eine große Mission in sich, kein »Ich«, sondern ein »Es«. Er ist Soldat oder Priester. Er dient Gott oder dem König. Erst der preußische Stil hat ein Ideal von solcher Strenge und Entsagung wieder ins Dasein gerufen. Im Herzog Alba, dem Mann der großen Pflichterfüllung, hätten wir verwandte Züge finden sollen. Das spanische und preußische Volk allein sind gegen Napoleon aufgestanden. Und hier, im Escorial, ist der moderne Staat geschaffen worden. Die große Interessenpolitik der Dynastien und Nationen, die Kabinettsdiplomatie, der Krieg als planmäßig herbeigeführter und berechneter Schachzug inmitten weitreichender politischer Kombinationen – das alles stammt von Madrid. Bismarck war der letzte Staatsmann spanischen Stils.“  (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 27 **).

Wenn ich Dávilas Aphorismen lese (z.B. solche, die eine Kritik an der Moderne beinhalten **), habe ich den wohltuenden Eindruck, daß durch ihn das Spanische, dessen größte Zeit leider lange vorbei ist, noch einmal spricht, um in Erinnerung zu bleiben. Dávila war ja Spanier - der Herkunft, dem Empfinden, der Seele und dem Geiste nach. Ich sehe in ihm aber manchmal auch einen „Christ-gebliebenen-Nietzsche“, jedenfalls einen Deutschen, höchstwahrscheinlich sogar einen preußischen Deutschen. Deswegen sind mir auch Spenglers Formulierungen über die drei Völker des Abendlandes (**|**) eingefallen, die den Sozialismus, wie Spengler ihn verstand (wohlgemerkt!), „in einem großen Sinne“ (**|**) verkörpern. Heute hat man den Eindruck, es habe sich leider der englische Sozialismus, wie Spengler ihn verstand (wohlgemerkt!), durchgesetzt.

Das englische Wirtschaftsprinzip ist bekannt: es beruht auf dem Wikingertum, das sich scheinheilig „Freihandel“ nennt und Ausbeutung - ganz im Sinne der Räuberei und des Piratentums - bedeutet. Das deutsche Wirtschaftsprinzip ist ebenfalls bekannt: es beruht auf dem Rittertum, das zur weltweit effizientesten Verwaltung und Organisation geführt und den Rest der Welt neidisch und kriegslüstern gemacht hat. Diese beiden Wirtschaftsprinzipien standen sich bis 1945 feindlich gegenüber - sie stehen sich in geringerem Umfang sogar heute noch feindlich gegenüber (der Feind [und welcher?] ist eben immer noch nicht total besiegt!). Für den englischen Geist, dem bekanntlich auch die Herrschenden in den USA folgten und folgen, obwohl die Deutschen das mit weitem Abstand größte Volk in den USA sind, war seit der Niederlage Napoleons (der seinen Erfolg ja auch größtenteils Deutschen verdankte), also seit 1815, nur noch Deutschland ein ernstzunehmender Gegner, und der war im Laufe des 19. Jahrhunderts so mächtig geworden, daß es nur noch eine Frage der Zeit war, bis sich England mit der ganzen Welt gegen Deutschland verbünden mußte, um überhaupt auch nur den Hauch einer Chance zu haben, es auch besiegen zu können.

„So stehen sich heute zwei große Wirtschaftsprinzipien gegenüber. Aus dem Wikinger ist der Freihändler, aus dem Ritter der Verwaltungsbeamte geworden. Eine Versöhnung zwischen beiden gibt es nicht, und da sie beide, als Germanen und faustische Menschen höchsten Ranges, für ihr Wollen keine Grenze anerkennen und sich erst dann am Ziele glauben werden, wenn die ganze Welt ihrer Idee unterworfen ist, so wird es Krieg geben, bis eine von ihnen endgültig gesiegt hat.“ (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 53 **).

Die wirtschaftlichen Gründe und Bedingungen für Krieg werden in modernen Zeiten wegen der Propaganda unterschätzt. Das gilt übrigens auch für demographische Gründe und Bedingungen für Krieg. Neben dieser Nebenbemerkung noch eine weitere Nebenbemerkung: Gunnar Heinsohn ist der einzig mir bekannte Wissenschaftler, bei dem es umgekehrt ist: er überschätzt sowohl die wirtschaftlichen als auch die demographischen Gründe und Bedingungen für Krieg! ** **

„Soll die Weltwirtschaft eine Weltausbeutung oder eine Weltorganisation sein? Sollen die Cäsaren dieses künftigen Imperiums Milliardäre oder Weltbeamte, soll die Bevölkerung der Erde, solange dieses Imperium der faustischen Zivilisation zusammenhält, Objekt der Politik von Trusts oder von Menschen sein, wie sie am Ende des zweiten Faust angedeutet werden?“ (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 53 **).

Eine Politik, die von der Wirtschaft abhängig ist, die wiederum von der Finanzmafia abhängig ist, kann uns aus der Misere nicht herausholen, die u.a. darin besteht, daß die Leistungsträger und also auch Wissenschaftler, Techniker bzw. Ingenieure - ich erinnere an Ihre Aussage: „Raumfahrt ist mein großes Hobby“ (**) - weniger werden (**), die Mittelschicht ausgebeutet und die Bildung abgebaut wird, so daß die Abnahme sich immer mehr beschleunigt (bis zuletzt gar keine Qualität und also auch keine Kultur mehr existiert), zumal gleichzeitig der den Untergang noch mehr beschleuigende Prozeß auf Hochtouren läuft: Förderung der Leistungsverweigerer und deren Zunahme, Förderung der Dummen und deren Zunahme, Förderung der Unterschicht und deren Zunahme, Förderung der Armut und deren Zunahme. Auf eine Kurzformel gebracht: Ein Überleben der Unfittesten („Survival of the Unfittest“ [**|**|**|**]) kann uns garantiert nicht retten. Ist die Enteignung der hauptsächlich über das englische Wirtschaftsprinzip an die Macht gekommenen Finanzmafia unsere einzige Rettung? ** **

Das englische Wirtschaftsprinzip bzw. der englische Sozialismus ist unter den drei von Spengler genannten abendländischen Wirtschaftsprinzipien und Sozialismen (**|**|**|**) das bzw. der schädlichste, nämlich für - sage und schreibe - 99% des Volkes!

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

***

31.07.2012, 20:59

Guten Abend, Herr Brune,

danke für Ihre interessante Mail. Ich werde sie heute abend nur zum kleinen Teil beantworten.

Ja, früher habe ich praktisch alles von Spengler gelesen, sogar den „Heraklit“, seine Dissertation.

Heute habe ich wieder viele Schriften von ihm, nur „Preußentum und Sozialismus“ (**|**), das nicht. Habe ich seit 30 Jahren nicht mehr reingeschaut. Aber die Zitate, die Sie bringen, waren sofort präsent (passiv natürlich). Großartig, die alten Kastilier als Synthese von Priester und Soldat.

Spengler war ein großer Spanienverehrer (wäre er das heute noch?). Er hatte ja auch den Spitznamen Señor. Aber wem sage ich das?

Ich habe diese Neigung auch immer ein bißchen geteilt, aber nicht so stark. Als Jugendlicher war ich da ganz gespalten, weil ich unter dem Einfluß der „Schwarzen Galeere“ (Autor entfallen) ein richtiger Geusenfan war und den Sieg der Holländer unbedingt bejahte, als Glücksfall für Europa. Ja, es waren nur Pfeffersäcke, keine Hidalgos, stimmt schon. Aber ein totales spanisches Imperium um 1600, anstelle der europäischen Vielfalt, stelle ich mir auch heute noch gruselig und bleiern vor (obwohl ich dazu neige, die spanische Inquisition für nicht ganz so schrecklich zu halten, wie alle Welt es tut).

Übrigens haben viele Völker eine literarische Identifikationsfigur, welche ein Konzentrat ihrer Wesenheit bildet. Die Engländer Robinson Crusoe, die Franzosen den Cyrano de Bergerac, die Russen den Oblomov und die Spanier haben zwei: den Don Quijote und den Sancho Pansa. Und wer ist von beiden übrig geblieben, in Spanien?

Wir Deutsche haben allerdings auch zwei: Faust und den Michel (einen tollpatschigen General aus dem 30 Jährigen Krieg [gemeint ist der General Hans Michael Elias von Obentraut, auf den die Figur des „Deutschen Michel“ jedoch nicht ursprünglich zurückgeht, denn der „Deutsche Michel“ geht z.B. literarisch zurück auf die 1541 veröffentlichte „Sprichwörtersammlung“ von Sebastian Franck [1499-1542 {**|**|**|**}]; HB]) und dann noch den Michael Kohlhaas, dann haben wir also drei.

Das war jetzt eher ein Parforceritt durch den Themenkomplex, als eine Analyse. Zu Wikingern und Ordensrittern äußere ich mich noch mal.

Und: Davila ist natürlich ein echter Spanier, gehörte ja auch der alten kolumbianischen Oberschicht an. Welchen seiner tausend Aphorismen halten Sie für den konzentriertesten? Auch die asketische Nachtwache vor dem Kreuzzug, wie ich?

Es grüßt

MB

***

01.08.2012, 13:21

Guten Tag, Herr Boden!

Was den „Deutschen Michel“ angeht, so muß ich Sie ein wenig korrigieren (**), denn die Figur geht auf frühere Zeiten zurück, ist wahrscheinlich so alt wie die Figur und der echte Faust (um 1480 – um 1540 [**]) oder sogar noch älter und geht literarisch zurück auf die 1541 veröffentlichte „Sprichwörtersammlung“ von Sebastian Franck (1499-1542 [**|**]). Interessant ist, daß unter den bedeutendsten abendländischen Völkern (**|**|**|**) ausschließlich die Spanier, die Engländer und die Deutschen mehr als eine literarische bzw. wirklich gelebt habende, also historische Identifikationsfigur haben; die Spanier zwei (Don Quijote und Sancho Pansa), die Deutschen (Deutschland [einschließlich Österreich, Schweiz und alle Niederlande {also auch Belgien}- versteht sich von selbst!]) sogar vier ([1] Arminius [Hermann] d. Cherusker, [2] Siegfried, [3] Faust, [4] Michel), die Engländer zwei (Robin Hood und Robinson Crusoe). Aber noch interessanter ist, daß ausschließlich Spanier und Deutsche dabei auch ihre Selbstkritik in hohem Maße berücksichtigt haben.

Zu dem von Ihnen erwähnten General Hans Michael Elias von Obentraut (1574-1625) ist bei Wikipedia zu lesen:

„Von den spanischen Söldnertruppen seines Kriegsgegners Tilly soll er ehrfurchtsvoll Miguel Aleman (Deutscher Michel) genannt worden sein - wofür sich allerdings bisher weder in spanischen noch in deutschen Quellen aus dem Dreißigjährigen Krieg ein Beleg gefunden hat. Der erste, der dies behauptete, war Philipp Andreas Oldenburger im Jahr 1668 (**). Oldenburgers wissenschaftlicher Ruf war allerdings bereits zu seinen Lebzeiten umstritten. Die erwähnte Schrift zum Michel erschien unter dem Pseudonym »Philipp Andreas Burgoldensis«.“ **

Bei Metapedia heißt es:

„Die erste bekannte Notiz (zum „Deutschen Michel“! HB) stammt von 1541, sie tauchte in dem in Frankfurt am Main von Sebastian Franck herausgegebenen Werk „Sprichwörter“ zweimal auf. Natürlich mußte diese Redewendung schon vorher in Gebrauch gewesen sein, man weiß jedoch nicht, seit wann.“ **

„Im Sinne der gegenwärtigen politischen Korrektheit findet der Deutsche Michel fast nur noch in der Karikatur Verwendung, wo er meist als schwerfällig-gutmütig und sehr einfältig erscheint und eine Schlafmütze auf dem Kopf trägt. Der Ausdruck im heutigen Sinne entstand ungefähr zur Zeit der Befreiungskriege und diente zur Benennung der deutschen Nation, die deren politische Unreife und Indolenz andeuten sollte. Er wurde allerdings auch durchaus positiv besetzt, so zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges als Symbol einer unverfälschten deutschen Sprache, wie z.B. bei Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen. Später versuchten Ernst Moritz Arndt und einige andere, das Bild des Deutschen Michel wieder positiv zu besetzen, etwa bei Arndt als Synonym für einen wehrhaften Bauern.“ **

„Nicht zu verwechseln ist dieser, in der Regel spöttisch gebrauchte Beiname mit dem geschichtlichen »Deutschen Michel«, dem gefürchteten deutschen Reitergeneral im Dreißigjährigem Krieg, Hans Michael Elias von Obentraut (1574-1625), der wegen seiner Tapferkeit und Zuverlässigkeit den Ehrennamen »Deutscher Michel« erhielt, und der 1625 nach der Schlacht bei Seelze (nahe Hannover) auf seinem Sterbelager seherisch den Deutschen zurief: »Die innere Feindschaft richtet uns zugrunde!« und aus dem Leben schied mit dem Warnruf: »Das Reich, Till, das Reich!«.“ **

Ihre Frage zu Dávilas Aphorismen: „Welchen seiner tausend Aphorismen halten Sie für den konzentriertesten?“ (**). Genau kann ich Ihnen das deswegen nicht sagen, weil ich Dávilas Aphorismen nicht komplett gelesen habe und die Zeit, in der ich mich mit ihm und seinen Aphorismen beschäftigt habe, schon ziemlich lange her ist. Auf einer meiner vielen Netzseiten ist zu lesen: „Die Moderne, weniger die Neuzeit als die Moderne im weitesten Sinne (**), sondern mehr die Moderne im engeren Sinne (**) ist mit sehr skeptischen Augen zu betrachten, weil sie unser Werk, ein abendländisches Werk, und unsere Gefahr ist. Dazu einige prägnant und möglichst knapp formulierte Gedanken.“ (**). Nicht alle, aber doch viele dieser Gedanken sind Zitate, einige dieser Zitate sind Dávila-Zitate (**), und wenn ich erst einmal nur die berücksichtige, dann fällt mir ein Dávila-Zitat sofort ein, das ich mit einem anderen Dávila-Zitat zusammen Ihnen bereits am 20.07.2012, 20:57, schrieb (**) und auch für ziemlich konzentriert halte:

„DIE MODERNE WELT IST SO KAPUTT,
DASS MAN KEINE ANGST ZU HABEN BRAUCHT,
DASS SIE NICHT UNTERGEHT.“ **

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

***

04.08.2012, 23:59

Guten Tag, Herr Boden!

So wie sie ja offenbar keine große Gefahr darin sehen, wenn die Mittelschicht verändert oder abgebaut wird, ja sogar, wenn sie „verschwunden ist“ (**), so sehe ich es umgekehrt: eine der größten Gefahren für eine Nation oder Kultur ist der Verlust ihrer Mittelschicht; schon allein deren Veränderung, die ja immer auch eine Umstrukturierung (Umgliederung) bedeutet, hat desaströse Nebenwirkungen.

Ich glaube nicht daran, daß eine gesellschaftliche Mittelschicht sich genauso schnell wieder aufbaut wie - unter anderen Masse-Bedingungen (versteht sich) - die Magnetosphäre der Erde nach dem Zusammenbruch des magnetischen Nordpols. Eine abendländische Mittelschicht kann nicht plötzlich z.B. zu einer morgenländischen Mittelschicht werden - das geht wirklich nur auf „pseudomorphe“ Weise, aber auch dann nur insofern, als daß die abendländische Mittelschicht verschwindet und z.B. die an die Herrschaft gelangte morgenländische Oberschicht die abendländische Unterschicht unterdrückt, wodurch das eventuelle Entstehen einer neuen abendländischen Mittelschicht verhindert wird. Eine Ober- und eine Unterschicht gibt es immer, aber eine Mittelschicht kann, aber muß es nicht geben. Eine Mittelschicht kann sich nicht einfach so „immer wieder ganz neu und verändert bilden“ (**), denn eine Mittelschicht kann immer nur eine bestimmte Mittelschicht sein, weil sie sich während ihrer Bildung über die Gemeinschaft bzw. Gesellschaft definiert, sich mit ihr identifiziert - das können die Ober- und die Unterschicht zwar auch, müssen es aber nicht, denn deren jeweilige Entstehung, Entwicklung, Existenz ist nicht so sehr wie bei der Mittelschicht von dieser gemeinschaftlichen bzw. gesellschaftlichen Definition und Identität abhängig.

In einem gemeinschaftlichen bzw. gesellschaftlichen System können Oberschichtler (Herrscher) Fremde sein, können Unterschichtler (Sklaven oder andere Unterdrückte) Fremde sein, können aber Mittelschichtler nicht oder nur „pseudomorph(olog)ische“ Fremde sein, denn das Pseudomorph(olog)ische und das Fremde stehen zumindest teilweise in einer tautologischen Relation zueinander: wer oder was pseudomorph(olog)isch ist, ist auch fremd, gilt nämlich für den jeweils Anderen und (eben!) Nicht-Anderen als fremd!

Gemäß Spenglers Kulturmorphologie kann in einem gemeinschaftlichen bzw. gesellschaftlichen System namens Kultur prinzipiell sogar keine der Schichten fremder Herkunft sein, weil ihr gemäß Kulturen prinzipiell Monaden sind.

Sie fragten mich am 05.01.2012: „Haben Stammesgesellschaften ... einen Mittelbau?“ (**). Per definitionem haben sie keinen. Jäger und Sammler haben selbstverständlich auch keine Mittelschicht - sie dürften sogar die einzigen sein, die tatsächlich keine echten Schichten, wie wir sie verstehen, haben. Aber alle anderen Gemeinschafts- bzw. Gesellschaftsformen haben selbstverständich eine Mittelschicht - mehr oder weniger.

Kult-Uhr
Niedergang
Die „Menschenkultur“ steht bereits am Ende ihrer
12. Phase, ihre Historisierung ebenfalls, deren
12. Phase als Abendlandkultur am Anfang ihrer
12. Phase steht. Im 21., 22. oder 23. Jahrhundert
werden sie sich wahrscheinlich „treffen“!
Wir - die Abendländer - haben ja gemäß meiner Kulturtheorie mit unserer 12. Phase gerade erst begonnen und werden am Ende der Phase „in Rente gehen“. Die Geschichte nach dem 21. oder spätestens 22. Jahrhundert wird zeigen, ob die Abendländer dann im Rahmen dessen, was Spengler „Pseudomorphose“ nannte, so sehr in Kontakt mit Stammesgesellschaften gewesen sein werden, daß sie Gefahr laufen werden, in einer solchen zu verschwinden. Dann erst wird man das - nach meiner Einschätzung - besser beurteilen können. Das Ende dieser 12. Phase der abendländischen „Historienkultur“ wird sich übrigens mit dem Ende der 12. Phase der „Historisierung“ (**) zeitlich decken, weil die 12. Phase der „Historisierung“ und die abendländische „Historienkultur“ sich ebenfalls zeitlich decken. Die „Historisierung“ dauert zwölfmal länger als die abendländische „Historienkultur“, so daß sie sich erst dann wirklich zeitlich treffen können, also eine „Konjunktion“, um es einmal astronomisch oder astrologisch zu sagen, erst dann haben werden, wenn die 12 Phasen (von jeweils 2150 Jahren Dauer) umfassende „Historisierung“ 25800 Jahre alt geworden sein wird, was impliziert, daß dann die abendländische „Historienkultur“ 2150 Jahre alt geworden sein wird, weil diese ja die 12. Phase der „Historisierung“ ist. Diese „Konjunktion“ wird sich in ungefähr 100 bis 200 Jahren „ereignen“. Mit anderen Worten: Im 21., 22. oder 23. Jahrhundert wird es vielleicht schon gar keine Historie (Geschichtsschreibung) und vielleicht sogar keine Geschichte mehr geben (**|**|**), und im schlimmsten Fall wird es dann vielleicht sogar gar keine Menschen mehr geben (**|**|**). Denn so wie die 12. Phase der Abendlandkultur den Zyklus der Abendlandkultur (vorübergehend) beendet, so beendet (vorübergehend) die Abendlandkultur als 12. Phase der Historisierung die Historisierung und außerdem sogar dann auch (vorübergehend) die Menschwerdung („Menschheit“, „Menschenkultur“), falls es nicht (vorübergehend) gelingt, aus der den Historienkulturen gewissermaßen metakulturell übergeordneten Historiographie (Moderne der Historisierung) etwas Sinnvolles insofern zu gestalten, als es mit der Historisierung (Moderne der Menschwerdung) und der Menschwerdung (Moderne des Höheren Lebens) und sogar auch dem Höheren Leben (Moderne der 1. Kultur [Natur, Kosmos, Universum]) in Einklang gebracht werden muß. Denn die Historiographie ist die 4.  Moderne (5. [Meta-]Kultur) der 3. Moderne (4. [Meta-]Kultur namens Historisierung) der 2. Moderne (3. [Meta-]Kultur namens Menschwerdung) der 1. Moderne (2. [Meta-]Kultur namens Höheres Leben) der 1. [Meta-]Kultur namens Natur oder Kosmos oder Universum (**). Die Verprechungen in Richtung auf eine Umweltpolitik, die unseren gesamten Globus, ja unser gesamtes Sonennsystem, ja sogar unsere gesamte Milchstraße umfaßt, deuten in diese Richtung; doch das, was außersprachlich praktiziert wird, deutet genau in die entgegengesetzte Richtung. ** **

Quadrialistisches Weltbild
Mein „4-Stufen-und-4-Seinsweisen-Modell“ („8-Welten-Modell).
Jetzt mag Ihnen das sehr metaphysisch vorkommen, doch das soll auch so sein, weil wir rein naturwissenschaftlich, aber auch rein mathematisch beim Thema Kultur nicht weiterkommen - das wußte auch schon Spengler, und in der Zeit vor dem 19. Jahrhundert war Kultur sowieso ein rein metaphysisches Thema - nur im 19. Jahrhundert war es so, daß versucht wurde, jedes wissenschaftliche Phänomen rein naturwisssenschaftlich und rein mathematisch zu erforschen (in der heutigen Zeit scheint dies auch wieder versucht zu werden, allerdings auf sehr wahnsinnige und also gefährliche, weil pseudonaturwissenschaftliche und pseudomathematische Weise!). Man kann geistige und auch seelische Phänomene nicht rein naturwissenschaftlich erklären und auch nicht rein mathematisch verstehen - genauso kann man nämlich umgekehrt die anorganischen und organischen Phänomene nicht rein philosophisch verstehen. Die nichtabendländischen Kulturen sind mit ihren Philosophien deshalb auch gescheitert: sie hatten keine empirische Naturwissenschaft, keine echte, keine abendländische Wissenschaft! Das zeigt die Wissenschaftsgeschichte ganz deutlich (**). Ich errinnere Sie an meinen E-Brief vom 04.01.2012, 11:48:00, dessen Text unter anderem von der Erkenntnislehre und dem Quadrialismus handelt (**|**|**|**|**|**). Ich schrieb damals: „Wir Menschen sind nämlich nur einerseits Erkenntnis- oder Geisteswesen und andererseits Gefühls- oder Seelenwesen - genau genommen besteht unsere Existenz sogar aus mehr als nur diesen zwei (dualistischen) Ebenen, nämlich aus mindestens vier (quadrialistischen) Ebenen.“ (**). Die Kultur hat Anteil an mindestens drei Ebenen. Sie hat Anteil an mindestens drei Seinsstufen und an allen vier Seinsweisen (vgl. Abbildung).

Freundliche Grüße!

Hubert Brune

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HB und RB

07.08.2012, 15:09

Sichere Arbeitstelle bei der Deutschen Bundesbahn mit hohem Gehalt, sicherer Rente und trotzdem kündigen - und das auch noch, ohne von ihr eine Auszahlung dafür in angemesser Form zu fordern ... -, in die „weite Welt“ reisen, viele Abenteuer und riskante Unternehmungen überstehen ... u.s.w., dann studieren, wieder einigermaßen gute und sicherer Arbeitstellen nicht weiterhin sichern (lassen), sondern lediglich als eine weitere Erfahrung (mit mehr Geld) betrachten, kurz gesagt: aus der „Sicherheits-und-Wohlstandswelt“ irgendwie zumindest zeit-/teilweise aussteigen und sich den Lebensunterhalt auf selbständige Weise mit dem verdienen, was man am besten kann und auch als eine weitere Erfahrung (mit weniger Geld) betrachten. Zwar ist das alles nicht genau identisch, aber immerhin erkennt man doch Ähnlichkeiten. Ich habe in der Zeit zwar auch meine Rolle als Vater ausgeübt und bin ja auch schon mit 15 Jahren mit dem beruflichen Arbeiten angefangen, habe vielleicht in mancher Hinsicht eine etwas andere Auffassung ... u.s.w., aber was ich eigentlich sagen wollte, ist dies:

Ich sehe das Leben als eine Erfahrung, die ich machen darf (weshalb ich mich bei dem respektvoll bedanke, der mir das erlaubt hat: Gott [falls es ihn gibt], die Natur, die Evolution, die Genetik [also: der Zufall], meine Eltern, die Erziehung oder wer oder was auch immer), also als ein dankbares Ereignis.

Das kann man aber nicht, so glaube ich, wenn man stets im Streß ist, auf nichts oder nur wenig verzichten kann, sich dem „Mainstream“, dem „Man“, wie Martin Heidegger (1889-1976) das nannte, ständig ausliefert und nur noch eine Absicherung im Kopf hat, die es letztendlich sowieso nicht geben kann. Ich bin quasi von einer absolut abgesicherten Arbeitsstelle (ich meine die bei der Deutschen Bundesbahn) in eine absolut nicht-abgesicherte, aber selbständige Arbeitswelt eines Lehrers „abgerutscht“ (das würden die Angepaßten sagen) oder „aufgestiegen“ (das würden die Nicht-Angepaßten sagen). Wichtig ist, ob man dabei glücklich ist ....

Ich bin glücklich ....

***

08.08.2012, 21:57

Zur Päderastie-Anklage gegenüber der Kirche:

Hierbei ist sehr viel Propaganda am Werk, denn die momentan Herrschenden sind Globalisten, und einer ihrer größten Gegner (z.B. die Nationen - daher die permanente „Nazi-Keule“) ist die Kirche. Fast alles, was wir in den Medien mitbekommen, ist Propaganda. Man darf ja nicht vergessen: Menschen sind selbst ja auch Medien. Wer die Medien beherrscht, beherrscht die Menschen im Denken und Sprechen und folglich auch im Handeln, so die Machtlogik bezüglich der Medien. Bezüglich der Wirtschaft heißt sie entsprechend: Wer über das Geld und über die Versorgung (Energie - einschließlich Nahrung u.s.w.) herrscht, beherrscht die Menschen .... Das Ganze wird dann auch noch militärisch abgesichert.

Ich hoffe, daß Du mich nicht falsch verstehst. Ich bin der Kirche gegenüber immer skeptisch gewesen - schon als Kind, denn Meßdiener war ich auch deswegen gerne, weil der ... Kaplan mit uns Kindern und Jugendlichen Fußball spielte und Zeltlager veranstaltete - das war großartig!

Die Globalisten - also die über uns Herrschenden (verbrecherisch natürlich) - beherbergen mehr Päderasten als die Kirche, aber die Globalisten propagieren natürlich nicht gegen sich selbst! Allein in einer nicht unbedeutenden Filiale der Globalisten, nämlich in der Europäischen Union wimmelt es nur so von Päderasten. Die meisten von ihnen sind - prozentual gesehen - in der Partei der sogenannten „Grünen“. Das bedeutet also nicht, daß es sie in den anderen Parteien nicht gäbe. Nein! Im Gegenteil! Es sind halt nur prozentual weniger! Schade, daß man nicht aus der Politik austreten kann. Das würde ich sofort tun. Sofort! Die Globalisten schleusen überall ihre Spione ein, z.B. in die NSU, aber eben auch in die Kirche - seit langem schon. So verbrecherisch Päderastie auch ist: wenn die Globalisten, unter denen selbst die meisten Päderasten sind, immer nur auf die Kirche mit der Päderastie-Keule einschlagen, die zwar auch, aber doch bei weitem weniger als die Globalisten-„Gang“ Päderasten beherbergt, dann wird man das Problem mit der Päderastie nicht los, sondern das, was man loswird, ist die Kirche (und genau das ist das beabsichtigte Ziel der Globalisten; siehe oben), während die Päderastie sogar noch beschleunigt zunimmt.

Ich verabscheue Päderastie genauso wie Du ..., vielleicht sogar noch mehr als Du. Dieser Päderastenhaß war bei mir übrigens am unübertrefflich stärksten, als L. noch ein Kind war.

Das Päderastenproblem lösen aber nicht die Globalisten, die die Kirche beseitigen und die Päderastie legalisieren wollen. Denn die meisten Päderasten finden sich bei den Globalisten. Ich kann Dir Namen von einflußreichen Politikern nennen, die nachweislich Päderasten sind, aber nicht einer von ihnen wird deswegen angegriffen („diskriminiert“, hieße es dann sofort)! Nicht einer! Also: Keiner!

Deine Entscheidung, lieber R., zeugt davon, daß Du Dir das nicht gefallen lassen willst. Und das ist gut. Leider nützt das nur denen, die die Päderastie sogar noch verstärken und legalisieren. Leider!

Ich verabscheue übrigens auch jede politische Partei, denn ich liebe meine Freiheit viel zu sehr (vgl. E-Brief vom 27.05.2012, 00:03 **), als daß ich mich diesen Parteidiktatoren auch nur einen Nanometer und auch nur für eine Sekunde unterordne. Einem Verein habe ich ja angehört - das bereue ich auch nicht -, aber einer Partei würde ich niemals angehören können, schon gar nicht denen, die diesen mafiotischen Globalismus unterstützen, der nichts anderes ist als eine Ausbeutung in einem noch nie zuvor dagewesenen globalen Maßstab. Hierzu erinnere ich auch an einen bestimmten Text in meinem Brief vom 24.05.2012, (1) Zu Deiner Aussage über Lehrer und Sozialpädagogen. **

Zur Musik, einem der angenehmsten Themen überhaupt:

Frank Zappa
Frank Zappa
Jim Morrison
Jim Morrisson
Ian Anderson
Ian Anderson

Ich habe auf einer meiner Internetseiten - um Deine Frage auf der Feier noch einmal zu beantworten: ich habe alles selbst gemacht, auch die Programmierung (!), noch nicht einmal eine Briefmarke hat mir dabei jemand gelangt - eine Liste meiner „Top 20“ erstellt, die ich mit “Jazz/Blues/Rock/Beat“ betitelt habe - als Oberbegriff dafür könnte man auch „Rock“ wählen. Nicht alle, aber doch die weitaus meisten von mir bevorzugten Musikstücke der dort genannten Interpreten stammen aus der Zeit von 1967 bis 1974. **

Diese Liste existiert noch nicht so lange, weil ich bis vor einigen Jahren mich mit derartig direkten Informationen über mich persönlich eher zurückgehalten habe. Vor einigen Wochen wollte ich die Liste erweitern, aber ich habe es aufgegeben, weil sie unendlich lang geworden wäre. Deshalb habe ich es dann bei den Top 20 belassen. Manche könnte ich auch durch andere austauschen (z.B. Wishbone Ash durch Deep Purple o.ä.), aber eigentlich ist die Liste so ganz korrekt. In Deinem letzten E-Brief sagtest Du, daß Du Musik sehr magst, insbesondere die, „die in Richtung Rock geht“. Offenbar haben wir auch in diesem Bereich wieder eine Gemeinsamkeit. Und die ist sehr wichtig. „Music is the best“ - so heißt es ja auch bei vielen meiner liebsten Musikinterpreten, beispielsweise bei ... Frank Zappa (21.12.1940 - 04.12.1993).

Ich liebe Musik - das kann ich mit Bestimmtheit sagen.

***

12.08.2012, 16:07

Alleiniges Sorgerecht bedeutet offenbar: Sorgelosigkeitsrecht.

„Ich bin mir ziemlich sicher, daß die meisten (nichtehelichen) Mütter gar nicht mit der Machtfülle, die ihnen mit den entsprechenden „Gesetzen“ gegeben worden ist, auch wirklich umgehen können. Sie übertreiben vieles - und das zuletzt auf Kosten ihrer Kinder, die oft wegen klitzekleiner Kleinigkeiten plötzlich ihren Vater nicht mehr sehen dürfen. Die Situation der nichtehelichen Väter und Kinder ist katastrophal. ....“ (Mein E-Brief vom 04.06.2012, 23:43 **).

.... Wer jetzt meint, hier habe es sich aber jemand sehr einfach gemacht, dem sei gesagt, daß es tatsächlich stets die Menschen mit der durch „Rechte“ legalisierten Machtfülle sind, die dazu neigen, es sich einfach zu machen. In unseren Beispielen ist es das alleinige Sorgerecht (!), mit dem ein verantwortungsloser „Staat“ im Namen verantwortungsloser Unbekannter (wer ist „die Menschheit“ denn? .... Gott ja wohl nicht!) den Müttern zu einer Machtfülle verhilft, die damit nicht ungehen können und dann verantwortungslos werden, wenn sie es nicht schon vorher waren.

Um es sich einfach machen zu können, muß man erst einmal Rechte dazu haben. Sie können nur auf mündlicher Tradition (v.a. Afrika und Teile Asiens), auf einer Mischung aus mündlicher und schriftlicher Tradtion (der größte Teil Asiens sowie Süd- und Mittelamerika) oder auf nur auf schriftlicher Tradition (Europa, Nordamerika, Australien) beruhen. Nicht zufällig gibt es hauptsächlich in Europa, Nordamerika und Australien diese familienfeindlichen - genauer: väterfeindlichen und deswegen kinderfeindlichen - Gesetze, die Müttern im Falle der Nichtehelichkeit das alleinige Sorgerecht und damit eine viel zu große Machtfülle geben. Haben die Mütter aber erst einmal dieses Recht, so werden sie es so schnell nicht zurückgeben und - vor allem - es mißbrauchen, weil sie damit nicht wirklich umgehen können.

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HS (Herr Schütze [HB]) und TL (Thomas R. E. L. Lentze)

30.08.2012 00:33

Ich grüße Sie, Herr Lentze!

Ich kenne jemanden, der einen ähnlichen Blick - so etwas wie einen „stechenden“ Blick - hat und von dem ich Ihnen schon des öfteren, besonders im Zusammenhang mit seiner Kulturtheorie, berichtet habe: Hubert Brune. Wenn sie sich einige der Fotos von ihm, die er im Internet veröffentlicht hat, anschauen, finden Sie ebenfalls „diese“ Augen mit „diesem“ Blick, wie ich finde.

http://www.Hubert-Brune.de/bilder/h_1978 (**),
http://www.Hubert-Brune.de/bilder/h_1978_12_21 (**),
http://www.Hubert-Brune.de/bilder/hintergrund_h_2.jpg (**),
http://www.Hubert-Brune.de/bilder/hintergrund_h_3.jpg (**),
http://www.Hubert-Brune.de/bilder/hintergrund_h_4.jpg (**),
http://www.Hubert-Brune.de/bilder/h_frueher_heute_2.jpg (**).

Was meinen Sie dazu?

Freundliche Grüße!

Herr Schütze

***

30.08.2012 16:57

Guten Abend Herr Schütze!

Nochmal zu den Porträtfotos des Herrn Brune: ich finde sein Gesicht ... interessant .... - Man kann sich gut vorstellen, daß dahinter ein aufgeweckter Geist wohnt. In diesem Falle ist es ja auch so, aber wenn man das nicht weiß, muß man sich hüten, diesen Schluß zu ziehen.

Beste Grüße

Thomas Lentze

 

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HB und MB (Michael Boden)

30.08.2012, 17:14

Guten Tag, Herr Brune,

ich war erst im Urlaub, dann gingen beide Computer gleichzeitig kaputt. Erst jetzt bin ich wieder an der Strippe („online“ - lehnen Sie sicher ab, oder?)

Bis demnächst,

MB

***

30.08.2012, 20:34

Guten Tag, Herr Boden!

Schön, daß Sie sich wieder gemeldet haben! Ich hoffe, Sie hatten einen angenehmen Urlaub.

Was lehne ich ihrer Meinung nach „sicher ab“ (**) ?

In Ihrem E-Brief vom 31.07.2012, 20:59, heißt es u.a.:

„Spengler war ein großer Spanienverehrer (wäre er das heute noch?). Er hatte ja auch den Spitznamen Señor. Aber wem sage ich das?“ (**).

Oswald Spengler war ein Señor. Er war ein deutscher Señor bzw. ein spanischer Herr! Ja, das kann ich wohl unterschreiben. Ob ich auch ein solcher bin, wie Sie zu suggerieren scheinen, sollen andere beurteilen (Sie z.B.?). Ich habe jedenfalls für alles Spanische sehr viel Sympathie - auch darin bin ich Spengler also seelsich und geistig sehr ähnlich.

In Ihrem E-Brief vom 31.07.2012, 20:59, heißt es außerdem u.a.:

„Aber ein totales spanisches Imperium um 1600, anstelle der europäischen Vielfalt, stelle ich mir auch heute noch gruselig und bleiern vor (obwohl ich dazu neige, die spanische Inquisition für nicht ganz so schrecklich zu halten, wie alle Welt es tut).“ (**).

Das sehe ich wiederum anders. Klar, werden Sie wahrscheinlich denken: er ist ja auch ein Spanienverehrer - wie Spengler. Aber ich meine das durchaus neutral, objektiv, wissenschaftlich. Denken wir nur an die drei großen Völker des Abendlandes (**|**|**|**): Warum wohl wird heute immer wieder versucht, gerade die Spanier und die Deutschen von denjenigen, die das englische Prinzip - das Wikingertum - bevorzugen, weil es mittlerweile dominant geworden zu sein scheint, in ein erlogenes „schlechtes Licht“ zu rücken?

Was das deutsche und das englische System angeht, so gibt die Antwort schon u.a. eine Aussage von Spengler:

„So stehen sich heute zwei große Wirtschaftsprinzipien gegenüber. Aus dem Wikinger ist der Freihändler, aus dem Ritter der Verwaltungsbeamte geworden. Eine Versöhnung zwischen beiden gibt es nicht, und da sie beide, als Germanen und faustische Menschen höchsten Ranges, für ihr Wollen keine Grenze anerkennen und sich erst dann am Ziele glauben werden, wenn die ganze Welt ihrer Idee unterworfen ist, so wird es Krieg geben, bis eine von ihnen endgültig gesiegt hat.“ (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 53 **).

Was aber das spanische System angeht, so könnte man geneigt sein zu sagen, daß es keine Rolle mehr spiele. Aber das ist nicht ganz, sondern nur teilweise richtig.

Die Portugiesen haben zu der Zeit, als sie und die Spanier die bedeutendsten Kolonialherren waren, Sklavenhandel betrieben, die Spanier aber nicht. Jetzt werden wieder einige Spanienhasser einwenden können, in den spanischen Kolonien habe es ja auch mehr Eingeborene als in den portugiesischen Kolonien gegeben. Doch das ist sogar völlig falsch.

Warum also wird trotzdem immer wieder auf die Spanier geschimpft? Die Antwort liefert wiederum schon eine Aussage von Spengler:

5 Völker des Abendlandes
„Drei Völker des Abendlandes haben den Sozialismus in einem großen Sinne verkörpert: Spanier, Engländer, Preußen (nicht zufällig die »östlichsten« [»jüngsten«, »frischesten«] der Deutschen! HB). Von Florenz und Paris aus formte sich der anarchische Gegensinn in zwei andern: Italienern und Franzosen. Der Kampf beider Weltgefühle ist das Grundgerüst dessen, was wir als neuere Weltgeschichte bezeichnen.“  (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 26 **).

„Heute hat man den Eindruck, es habe sich leider der englische Sozialismus, wie Spengler ihn verstand (wohlgemerkt!), durchgesetzt.“ (**). Und auf diesen Satz kommt es an, wenn man verstehen will, warum die drei abendländischen Völker, die allein einen Sozialismus entwickelten, dazu verurteilt sind, in der Moderne (**) der abendländischen Kultur nicht nur ihre zwei anarchischen Kontrahenten, sondern auch sich untereinander zu bekämpfen. Die spanische Sozialismusform ist zwar seit längerem schon die schwächste der drei abendländischen Sozialismusformen, aber deswegen noch lange nicht tot. Besonders in der katholischen Kirche lebt sie noch fort, obwohl die ja auch mittlerweile von den Globalisten „gekauft“, also fast besiegt worden ist, aber „fast“ heißt eben nicht „ganz“! Ich erinnere Sie an meine Aussagen über die beiden Brennpunkte innerhalb der abendländischen Seele (**): „Wenn der abendländische »Zweitakter« auch vielleicht größtenteils nur auf einem »Pott«, wie der Autoschlosser sagt, noch läuft, so ist der andere »Pott« noch nicht völlig kaputt, sondern vielleicht zu 20% noch intakt, so daß das Römerreich (der eine »Pott«) 80% der »Arbeit« hat: 30% von dem Christentum (dem anderen »Pott«) übernommen, das Christentum also 60% seiner »Arbeit« eingestellt hat. Das Germanentum als die seelische Ellipse läuft demnach immer noch auf zwei »Pötten«, hat also immer noch seine zwei Brennpunkte, aber sie »arbeiten« längst nicht mehr zu gleichen Anteilen, sondern: der eine ist überlastet, weil der andere zu schwach geworden ist.“ (**). Die Schlußfolgerung daraus ist: Wir müssen den englischen Sozialismus besiegen, um das Abendland nicht so kläglich untergehen zu lassen.

***

29.09.2012, 21:10

Guten Abend, Herr Brune,

nein, ich bin nicht verschollen, nur überlastet. Ich werde mich aber demnächst mal wieder melden.

Übrigens: mit „Englischem Sozialismus“ kann ich nichts anfangen (**|**), mir fällt da nur der Orwellsche „Engsoz“ ein. Den müßte man alledings heftig bekämpfen.

Das liegt vielleicht auch daran, daß ich „Preußentum und Sozialismus“ (**|**) 1973 zum letzten Mal gelesen habe.

Einen schönen Abend wünschend:

MB

***

05.10.2012, 14:26

Guten Tag, Herr Boden!

Wenn Sie sagen, sie könnten mit „»Englischem Sozialismus« nichts anfangen“ (**), dann reden Sie damit vielen Menschen aus der Seele, weil die auch nichts damit anfangen können. Aber igrendwie muß auch der „individualistsich-liberalistische“ Wikingergeist in einer Gesellschaft bzw. Gemeinschaft zuhause sein. Die meisten Modernen denken beim Wort „Sozialismus“ an das seit der französischen Revolution und insbesondere seit dem Wirken von Karl Marx geprägte und meiden es im Zusammenhang mit dem, was für das Engländertum steht. Auch Spengler benutzte das Wort „Sozialismus“ im Zusammenhang mit den Engländern nicht sehr häufig:

„Aber es waren zwei sittliche Imperative gegensätzlicher Art, die sich aus dem Wikingergeist und dem Ordensgeist der Deutschritter langsam entwickelten. Die einen trugen die germanische Idee in sich, die andern fühlten sie über sich: persönliche Unabhängigkeit und überpersönliche Gemeinschaft. Heute nennt man sie Individualismus und Sozialismus.“  (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 31-32 **).

Trotzdem müssen auch solche „Individualisten“ in einer Gemeinschaft, die dann eher „Gessellschaft“ genannt wird, leben. Und das ist den Engländern offenbar gut geglückt, wie auch Spengler meinte:

„Abgeschlossen auf seiner Insel, hat der Engländer eine Einheit der äußern und innern Haltung erlangt wie kein anderes Volk Westeuropas: es entstand die vornehme Gesellschaft, ladies and gentlemen, verbunden durch ein starkes Gemeingefühl, ein durchaus gleichartiges Denken, Fühlen, Sichverhalten. .... Es war ein Gemeingefühl des Erfolges, des Glücks, nicht der Aufgabe wie das preußische. Es waren Olympier des Geschäfts, heimgekehrte Wikinger beim Mahle, nicht Ritter im Felde: Reichtum war neben altem Adel die Bedingung der Zugehörigkeit und der Stellung innerhalb dieser Gesellschaft, Kennzeichen, Ziel, Ideal und Tugend.“  (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 36-37 **).

Spengler ließ sich eben nicht von den vorgegebenen (weil oft ohnehin nur ideologisch, rhetorisch, propagandistisch gemeinten) Begriffen irritieren - auch das mag ich sehr an ihm.

Lesen Sie ruhig mal wieder Spenglers „Preußentum und Sozialismus“ (**|**), Herr Boden! Es lohnt sich!

***

06.10.2012, 21:23

Ja, Herr Brune,

ich werde mir das Buch beim ZVAB bestellen, es war eine Fundgrube, und wird es wieder sein.

Ihre Argumentation, daß „Wikinger“ ja auch sozialisiert sein müssen, leuchtet ein. Der Begriff „Englischer Sozialismus“ ist mir damit klar.

Bis bald wieder.

MB

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HB und MS (Pseudonym: „Shonen“)

16.10.2012, 06:57

Ich hab mich leider mit Deinem „kulturellen Viertakter“ nicht mehr weiter beschäftigt. Aber die Einteilung der Zeit und ihrer Qualitäten in gewisse Epochen und die zyklische Wiederkehr gewisser Vorgänge hat seit eh und jeh Forscher, Denker und Philosophen in ihren Bann gezogen. Daher kommen mir Modelle, wie Du sie auf Deiner Seite vorstellst nicht gänzlich unbekannt vor. Ich meine darin sogar religiös-kosmologische und grenzwissenschaftliche aber auch philosophische Konzepte wiederzufinden. Der Rest ist vielleicht Wortwitz, der hier und da schon fast etwas eigensinnig wirkt, und der den zugrundeliegenden Synkretismus geschickt überspielt.

Vielleicht ist es der Reiz der Geschichte: daß man sich selbst darin entdecken kann, daß man sie in eigenen Worten erzählen kann und dabei seine Herkunft immer wieder verinnerlicht. Wenn auch die Gefahr besteht, daß die Wörter ihre Bedeutung im Wandel der Zeit verlieren und die Geschichte sich allmählich zu einer nicht mehr verstandenen Tradition entfremdet, daß längst neue Wörter erfunden wurden, die dem Zeitgeist gerecht werden und die nun korrigierte, aber auch bis ins Bizarre verzerrte Geschichte erzählen, so bleibt die Geschichte doch Geschichte. Ein Raum für Mythen, Legenden und Schätze, die unsere Neugier wecken und uns hinhören lassen. Ein Raum, der uns Erklärungen suchen läßt, wie wir so geworden sind, wie wir sind, damit wir verstehen, was aus uns werden wird. Damit wir unserem Schicksal begegnen können, anstatt ihm einfach nur ausgeliefert zu sein. (Und sei es nur, daß wir die Feder führen, die unsere Geschichte schreibt.)

Dieser Wunsch nach individueller Souveränität ist ein Charakteristikum unserer Art. Sich aufzurichten und das Schicksal in die Hände zu nehmen. Diese Rebellion gegen das Sein und die Zuwendung zum Werden sind nicht zuletzt oft als Ursache der menschlichen Verwundbarkeit und Sterblichkeit aufgefaßt worden. Hat der Mensch auf seiner Suche nach dem Göttlichen, nach Vervollkommnung und Unsterblichkeit seine eigene Gegenwart eingebüßt? Ist er zum Spielball seiner Gedanken geworden? Besessen von Ideen? Verblendet von strahlenden Tugenden?

Ein Nihilismus wäre es doch schon, sich einem Werden zuzuwenden, das nicht ist. Eitle Dinge zu begehren, wo sie doch so nichtig sind! Über den Nihilismus, dem unsere Erkenntnis um die eigene Schwäche und Vergänglichkeit zugrundeliegt, hinaus auch noch unsere Hoffnung mit falscher Scham zu dekonstruieren, wäre absurd, da jene Hoffnung doch der Anker ist, wo unser Sein am Werden ruht. Somit könnte man selbst den Nihilisten eine Hoffnung auf Nihilismus unterstellen. Einen seienden Nihilismus, der der Nicht-Existenz substantieller Erkenntnis begegnet.

Dennoch mäßigen die Relationen (oder Maßstäbe, in denen sich die Wechselwirkungen vollziehen) diese Ausschweifung ins Extreme von Sein und Nicht-Sein. Sie erlauben dem Beobachter, an diesen Wechselwirkungen mitzuwirken, unabhängig der theoretisch denkbaren Nicht-Existenz von Beobachter und Wechselwirkung. Ich rede sozusagen von einem empirischen Raum in einem relativistischen Umfeld.

Dies ist die Toleranz, die ich gegenüber einer Wissenschaft oder Praxis aufbringe, nenne sie sich Soziologie oder Politik. Innerhalb ihrer Relationen sei sie gültig, wo unsere Souverenität innerhalb unserer Relationen gewahrt sei! Eine aggressive Vereinnahmung und Untergrabung der persönlichen Integrität durch institutionalisierte Integration jeglichen Wahrheitsanspruchs entbehrt jedoch ihres Naturrechs und steht dem freien Willen und der Würde des Menschen entgegen.

Nach dem Abschließen aller dieser kritischen - wenn auch leider etwas indirekten - Auseinandersetzung mit Deiner vorliegenden Kulturtheorie lasse ich es mir aber nicht nehmen, Dein Werk zu würdigen und seine integrale Wirkung abseits ausgetretener Pfade eines wissenschaftlichen Mainstreams hochzuschätzen. Ich bewundere auch die Gewissenhaftigkeit, mit der Du einzelne Themengebiete ausgearbeitet hast, und den seriösen Anspruch, den Du, auch wenn Du Themen am Rande zu grenzwissenschaflichem Terrain erschließt, zu wahren vermagst.

***

18.10.2012, 06:23

Ich habe mich jetzt doch nochmal hinreißen lassen, mir Deine Kulturtheorie etwas näher anzuschauen, wobei mir insbesondere das Gleichnis mit den Jahreszeiten gefallen hat. Aus Erfahrung wissen wir, daß Kulturen kommen, aufblühen und untergehen. Die von Dir vorgeschlagene Einteilung in Mesopotamische Kultur, Nilkultur, Taoistische Kultur, Brahmanische Kultur, Apollonische Kultur, Altamerika-Kultur, Magische Kultur und Faustische Kultur scheint mir ihrer Konzeption schwierig bezüglich der Abgrenzung gegen die anderen Kulturen, auch kann ich bei den Kulturen nicht die Gleichartigkeit hinsichtlich der Dauer der einzelnen „Jahreszeiten“ und bezüglich der Gesamtdauer sehen.

Vielmehr würde ich vorschlagen, alle diese Kulturen als verschiedene Erscheinungsformen einer einzigen „Meta-Kultur“ zu betrachten, die ich als Babylonische Kultur bezeichnen würde, und deren Beginn ich etwa um 3100 v.C. verzeichnen würde. Ich würde diese Kultur scharf abgrenzen von neolithischen Bauernkulturen, die sich im weiteren Umfeld Mesopotamiens bereits seit Jahrtausenden befanden, die ich meiner Ansicht nach in der Steinzeit verorten würde und die meines Erachtens deutliche Anzeichen vom kulturellen Verfall der Steinzeitkulturen tragen. Die Ansicht der meisten Prähistoriker, daß die „Neolithische Revolution“ von einer großen kulturellen Bereicherung der Menschheit geprägt war, teile ich nicht. Vielmehr sehe ich in der „Neolithischen Revolution“ massive kulturelle und soziale Umbrüche, mit denen Steinzeitmenschen ihrer allmählichen Verelendung begegneten, die ihren Höhepunkt in Naturkatastrophen erreichte, welche die Steinzeitmenschen selbst als eine Art Weltuntergang erlebten. So starben zu dieser Zeit alle Menschenrassen aus, und es blieb nur noch eine Rasse übrig, die des modernen Menschen.

Im Sinne der kulturellen Zyklen wären es die Steinzeitkulturen, die ich gerne in der vergangenen „Meta-Kultur“ zusammenfassen würde. Ich gehe auch von früheren „Meta-Kulturen“ aus, allerdings sind die Spuren dieser im Laufe der Zeit praktisch nicht mehr auffindbar. Die Höhepunkte der Steinzeitkulturen würde ich noch vor der Saale-Kaltzeit vermuten. Ich will nicht unterstellen, daß es dort bereits Kulturen gab, die wir heute als Hochkulturen bezeichnen würden. Dennoch würde ich zu bedenken geben wollen, daß bereits zu dieser Zeit sehr hohe Organisationsformen erreicht worden sein können, und es auch nicht ausschließen, daß sich diese im kollektiven Gedächtnis als Mythen niedergeschlagen haben, wie z.B. in dem von Atlantis.

Um näher auf die „Babylonische (Meta)-Kultur“ einzugehen, möchte ich erstmal deren Grundmerkmale zusammenfassen:
- Wasserregulierung (Bewässerung, Anlage von Brunnen, später auch Kanalisation, Schiffahrtswege und auch Schiffahrt).
-Städtebau (Prinzip: Teile und herrsche) - Raumordnung durch Begrenzung und Mauern;
-zentral organisierte Rechtevergabe, wer welche Rechte an welchem Raum hat;
-Idolatrie, Institutionalisierung von Tugenden, Werten und Gewalten;
-Vereinnahmung dieser durch selbst erschaffene Symbole mit Schutzrechten;
-Dienst innerhalb des Kultes - oder der Institution - im Gegensatz zum natürlichen tugendhaften Dienst mit direktem Wertbezug;
-Tempelwirtschaft, zentrale Organisation von wirtschaftlichen Vorgängen (vgl. „Volkswirtschaft“), welche in einen ethisch-ideologisch-religiösen Kontext gesetzt werden;
-Einbindung privatwirtschaftlicher Vorgänge in diese zentrale Organisation (vgl. „Marktwirtschaft“), welche durch eine gewaltausübende, von der Zentralorganisation legitimierte „weltliche“ Instanz getragen wird;
-Patriarchat (Verantwortungskonzept nach dem Verursacherprinzip, der Vater als Verursacher trägt die Verantwortung für die von ihm gezeugten - also verursachten - Kinder, also für die Familie (dieses Verursacherprinzip wird auch auf die Tugenden und Werte angewendet, und die Attribute der jeweiligen Allegorie sind Insignien des Vorstehers, vertreten durch den Patriarchen des Kultes oder der Institution, z.B. Hohepriester, Minister);
-Tempelprostitution (emotionale Bindung aller an die Zentralorganisation durch zentral organisierte Befriedigung grundlegender Bedürfnisse), Stigmatisierung, Kriminalisierung und Verunglimpfung jeglicher Organisation, die es der Zentralorganisation gleichtut und ihrer Dienstleister;
-Prinzip: Gewalt, Korruption, Erpressung;
-Turmbau (phallische Machtdemonstration als Symbol einer hierarchisch strukturierten, zentral organisierten Gesellschaft);
-Institutionalisierung der Herrschaftstugend im Herrscherkult, dessen Idol auf dem Turm als Symbol der Gewalt des Herrschers im Himmel dienen soll und die totale Überwachung durch den Herrscherkult demonstriert, da von dem Turm alles überblickt wird;
-Sprachverwirrung (durch Desinformation und Propaganda verwirrte, in Splittergruppen die ihrerseits Desinformation betreiben, zerfallene Gesellschaft;
Alle diese Dinge wurden innerhalb einer kurzen Zeit (wenige Jahrhunderte) in sumerischen Städten, vor allem in Kisch (auch Alt-Babylon), Uruk und Ur verwirklicht. Vor allem letzteres, die von der Zentralorganisation des Tempels betriebene Desinformation in Form einer komplexen ethischen Ideologie und die Institutionalisierung von verschiedensten Tugenden in Kulten führten bald zur Herausbildung von zahlreichen Kulten, die mit ihrer eigenen Terminologie eigene Fachsprachen entwickelten. An 100en von Götzen-Schreinen, an denen sich das Volk an den hier durch eine menschliche Gesellschaft (den Kult) verwirklichten göttlichen Tugenden ergötzen konnte, wurden diese Kulte praktiziert. Den Kulten waren die Rechte der Darstellung der Allegorie der jeweiligen Tugend oder Gewalt (also der Institution) vorbehalten und wurde diesen durch den Herrscherkult verliehen. So entstanden allmählich an allerlei Handwerkstugenden wie Gilden und Zünfte organisierte Kulte. Da die Tempelwirtschaft die Wirtschaft der umliegenden neolithischen Gruppen mit Gewalt, Korruption und Erpressung allmählich privatisierte und mit der Tempelwirtschaft in Form von Basaren (Märkten) verwickelte, übernahmen diese nach und nach auch die Ideologie (Religion) und die dieser zugrundeliegenden Terminologie und verbreiteten sie durch Handel selbst zu den entfernteren Menschengruppen. Durch diesen Kulturexport entwickelten sich andere Herrscherkulte außerhalb Sumers nach weitgehend ähnlichen Mustern in Phönizien (Kanaan), Ägypten, Elam, am Ararat, bei den Chaldäern und vielleicht auch am Indus und später bei den Ariern. Dem ersten eher an Handelsrouten für wirtschaftliche Ressourcen und neolithische Produkte im Umland Sumers orientierten Kulturexport folgten bald Kulturen, die systematischen Kulturexport praktizierten, in dem sie kolonisierten. Dies waren zuerst die Phönizier (eigentlich kann jede abendländische Kultur ihre Wurzeln auf die phönizische Kolonisation zurückführen). Als in den Einflußbereich der Phönizier arische (indogermanische) Stämme einsickerten, wie die Luwier, Hetthiter, Thraker und Hellenen, übernahmen diese Kulturelemente der phönizischen Kultur und somit auch die Kolonialisierung durch gezielte Gründung von Städten und Märkten in Gebieten mit neolithischer oder vorneolithischer Ur-Bevölkerung. Auf diese Arier geht sowohl die Kolonisation von Indien im Rahmen der Arischen (Indogermanischen) Wanderung (Vedische Kultur) als auch die sekundäre Kolonisation der Ägäis, des Schwarzmeerraumes, der Adria und weiter Teile des Mittelmeerraumes (nach der Dorischen Wanderung / Hellenische Kultur, griechische Kolonisation) zurück, gleichzeitig kolonisierten die Phönizier zu dieser frühen Zeit bereits Westafrika und Teile Südwesteuropas und einige Inseln im Atlantik, ein Kulturexport der Phönizier nach Amerika ist zwar eher unwahrscheinlich, aber meiner Meinung nach nicht vollkommen ausgeschlossen, so daß eine frühe transatlantische Kolonisationskultur der Phönizier in Amerika ihrerseits in der späteren Mayakultur Fortsetzung fand.

Neben den Ariern, (zu denen auch die Hellenen und deren Teilstamm, die Dorer, gehören) und den Phöniziern nahmen an dieser ersten Völkerwanderung auch die Hebräer und ismaelitische Stämme Teil, die neben der Levante über die arabische Halbinsel die Kultur über Äthiopien nach Zentralafrika exportierten. In Asien und Nordeuropa war der Kulturexport in dieser ersten Welle aufgrund der großen Distanzen nicht so umfassend, man dürfte hier eigentlich nicht von Kulturexport der Babylonischen Kultur sprechen, sondern von einem Kulturimport neolithischer Kulturen. Allen voran die Jade-Kultur (von Dir wahrscheinlich als Beginn der Taoistischen Kultur aufgefaßt), welche zwar wesentliche Elemente der Babylonischen Kultur übernommen hat, aber in ihrem Kern ihren steinzeitlichen Charakter bewahrt hat. Somit enthält die Taoistische Kultur als einzige eine Tradition, die auf die Wurzeln der meiner Meinung nach höheren Entwicklungsstufe der Steinzeit zurückgeht.

Erst die Wechselwirkungen zwischen den durch Kulturexport entstandenen Kulturen und der ursprünglichen Kultur in Babylon haben allmählich zu Spannungen geführt, diese haben sich zunächst in der Levante zugespitzt und zum Krieg von Armaggedon geführt, den wir heute als bronzezeitlichen Kollaps kennen, und dessen Folgekriege sich bis zum Trojanischen Krieg zugespitzt haben. Die vorhin erwähnten Völkerwanderungen folgten dem Krieg. Die eigentliche Alt-Babylonische Kultur, wie auch die Alt-Ägyptische Kultur aber auch die Induskultur und die Alt-Drawidische Kultur ging in diesen Konflikten unweigerlich zugrunde, genauso wie die ursprüngliche Kanaanitische (Alt-Phönizische), noch recht junge Hethitische und Trojanische. Statt dessen entstanden als neue Kulturen die Neu-Ägyptische, die Assyrisch-Amoritische (Neu-Babylonische), die Hebräisch-Aramäische, die Vedische, die neue Phönizische, die Griechische, die Etruskische und die Sabäische. Aber auch die Zigeunerkultur hat in diesen Zeiten ihren Ursprung.

Die Ansicht, daß die Magische Kultur jünger ist als die Vedische teile ich nicht. Vielmehr sehe ich die Magische Kultur als Ausgangspunkt der Arier, die von dort aus die Vedische Kultur als Ableger gegründet haben. Ähnlich wie die Phönizier in Karthago einen Kulturableger gründeten, doch mit dem entscheidenden Unterschied, daß die Arier am Indus bereits eine hoch entwickelte Zivilisation vorfanden, die ihre eigene Kultur so stark beeinflußte, daß in der Synthese die Vedische Kultur entstand. Die Persische Kultur sehe ich auch nicht als direkten Kulturfolger der Magischen Kultur, die zwar bis in die Medische Zeit erhalten blieb, dann aber durch die Reformen Zarathustras in die Zoroastrische Kultur transformiert wurde, die nun die Persische wurde. Mit diesen Reformen wurde versucht zur Urform der Magischen Kultur zurückzukehren und eine Scharfe Abgrenzung gegen die Vedische Kultur geschaffen. Gleichzeitig wurden möglicherweise altanatolische Elemente übernommen. Ich sehe die Zoroastrischen Reformen als vergleichbar mit der Reformation, die ebenfalls zu einer Spaltung eines geschlossenen Kulturraums führte.

Auch die Kontinuität von der Magischen Kultur bis zur Arabischen Kultur sehe ich nicht. Die Arabische Kultur stand in der Tradition ismaelitischer Beduinen. Die Arabische Kultur hat sich zwar nach der Eroberung Persiens in der islamischen Expansion persischer Kulturerungenschaften bemächtigt, sie aber in einen völlig neuen Kontext gestellt. Der Fall lag hier ähnlich wie bei der arischen Eroberung Indiens. Eine niedere Kultur hat eine höhere Kultur erobert und danach fundamentale Erkenntisse der höheren in ihre eigene Kultur aufgenommen und durch diese Synthese eine neue Kultur geschaffen. Im Falle der Arier war die neue Kultur die Vedische, im Falle der Araber war die neue Kultur die Islamische.

Ebenfalls sehe ich keine Kontinuität der Kultur der Maya zu der der Inka. Hier ist die Quellenlage sehr spärlich, und man wird noch mehr spekulieren müssen als bei der Persischen und Arabischen Kultur. Denoch möchte ich hier darauf aufmerksam machen, daß die früheren Maya Schrift kannten, die späteren Inka nicht!

Je jünger die Kulturen werden, umso weiter ist die „Babylonische Sprachverwirrung“ fortgeschritten, es wird immer schwerer Kultureinflüsse zurückzuverfolgen, Kulturen entstehen heute im Dekadenzakt als Subkulturen, vermischen sich, kommen in den Mainstream werden zur globalen Mode, um schon wenige Jahre später in einem Generationenkonflikt unterzugehen. Daher kann man heute kaum von einer Abendländischen Kultur sprechen. Und ich sehe auch hier wenig Kontinuität von der Antike zur Neuzeit. Auch wenn immer wieder die gleichen Kulturelemente auftreten und hervorgebracht werden. Nein, eine Abendländische Kultur kann ich nicht erkennen, eher ein weit fortgeschrittenes, in kulturelle Splittergruppen zerfallenes Babylon, voller Hurerei und Götzendienst. Wo einer des anderen Sprache nicht mehr versteht. Die Splittergruppen bekriegen sich in Kriegen im Inland, durch Terror und Geheimdienst, durch Mafia und Sekten, und im Ausland zwischen Volksorganisationen und militärischen Verbänden. Armageddon läßt grüßen. Und es kann auch nicht wirklich Zufall sein, daß sich der Konflikt wieder da zuspitzt, wo er einst begann, an der Levante, in Palästina und in Syrien, im Irak und am Hindukusch. Nichts ist gelöst, der kulturelle Verfall erst in seinen Anfängen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß sich der kulturelle Verfall der Menschen noch für einige hunderttausend Jahre fortsetzt. Und nach Schwert, Kanone, und Bombe immer perfidere Werkzeuge der materiellen Zersetzung erfunden werden, einhergehend mit immer geschmackloseren Methoden der geistigen Zersetzung, die ebenfalls von dem Jahrtausende währenden kulturellen Verfall zeugen.

Meine Fazit: Je mehr der Mensch seine Werkzeuge verfeinert und seine Fähigkeiten somit erweitert, umso mehr verliert er seine Fähigkeit, aus sich selbst und seiner eigenen Mitte heraus große Dinge zu vollbringen. Vielleicht ist nicht die Kultur das Problem. Vielleicht sind es die Bedingugnen, die den hochentwickelten Menschen dazu gezwungen haben, etwas primitiver zu werden, sich mit unbedeutenden Kleinigkeiten herumzuplagen. Mit Werkzeug, das nicht so richtig funktioniert, noch feineres Werkzeug zu entwicklen, das noch schlechter funktioniert und dem Bediener noch mehr Beherrschung abverlangt, die dieser nicht hat. Seine Lebensspanne subjektiv kontinuierlich zu verkürzen. Sich gesundheitlich von immer eigenartigeren Drogen abhängig zu machen. Immer ungeeignetere Lebensmittel zu sich zu nehmen. Sich immer unzweckmäßigere Sexualpraktiken anzueignen.

In einigen Kulturen, die fern genug von dem Epizentrum der Babylonischen Kulturen waren, sich etwas von dem steinzeitlichen Wissen zu bewahren, sind solche ganz wesentlichen und substanziellen Erkenntnisse bewahrt geblieben, so z.B. im Taoismus, im Bön, bei den Aborigines, bei den indigenen Kulturen Amerikas und bei sibirischen Schamanen, doch werden sie leider durch die New-Age-Bewegung allmählich in die Babylonische Verwirrung hineingezogen, und durch Globalisierung (der moderne Name babylonischer Kolonisierung) ihrer kulturellen Identität beraubt und entwurzelt, so wie die Babylonische „Meta-Kultur“ schon einige entwurzelte Kulturen produziert hat: die Beduinen, die Juden, die Zigeuner, die Afro-Amerikaner, die Hobos, die Punks. Wobei alle diese wahrscheinlich noch näher an ihrem Ursprung sind als all jene Babylonischen Kulturen, die nie eine Wurzel besessen haben!

Ja gut, es tut mir fast schon leid, dasß ich zu Deiner „Viertakter“-Kulturtheorie nichts weiter zu sagen habe, als ihr meine eigene Kulturverfallstheorie entgegenzusetzen. Aber ich hätte jetzt auch nicht gewußt, wie ich anders in den von Dir angeregten Austausch eintreten kann. Denn mit solchen eher inhaltslosen, rein philosophischen Beiträgen, wie in meiner letzten Mail, in dem ich eigentlich nur Bezug auf Deine Kommtentare zu meinem Gästebuchbeitrag (**) nehme, und das auch noch sehr indirekt, werden wohl kaum zu einem angeregten Austausch führen können.

***

19.10.2012, 01:03

Sehr interessant, was Du geschrieben hast - trotz der Tatsache, daß mir vieles bereits bekannt war -, denn mir kommt es nicht primär darauf an, ob etwas schon einmal gedacht worden ist.

Deine Idee, das „Babylonische“ (**) als „»Meta-Kultur«“ (**) zu deuten, ist mir bekannt, denn auch ich habe mich schon vor sehr langer Zeit mit so einem bzw. einem ähnlichen Konzept beschäftigt - von daher würde ich Dir den Begriff „Mesopotamische (Meta)-Kultur“ oder „Sumerische (Meta)-Kultur“ vorschlagen (Beginn: um 4000 v.C.). Diese Meta-Kultur kommt sogar immer noch, wenn auch eher „versteckt“, in meiner Kulturtheorie vor und heißt gemäß meiner Kulturtheorie „(Meta-)Historienkultur“ oder „Historiographie-Kultur“ (darin enthalten: die 8 „Historienkulturen“ **), die wiederum eingebettet ist in eine „Historisierungs-Kultur“, die wiederum ... u.s.w.. **

Das von Dir vorgeschlagene „Babylonische“ (**) finde ich deshalb problematisch, weil es erst 2000 Jahre nach dem Mesopotamischen (Sumerischen) auftaucht und zu sehr mit dem, was in der Bibel darüber zu lesen ist, gleichgesetzt werden kann und oft auch wird. Dein Ansatz scheint mir ohnehin eine Bibelbezogenheit zu haben. Stimmt’s?

Ich habe mir ein paar Zitate ausgesucht, um darauf kurz einzugehen (Zitate in grau und - selbstverständlich - in Anführungszeichen!).

„Die von Dir vorgeschlagene Einteilung in Mesopotamische Kultur, Nilkultur, Taoistische Kultur, Brahmanische Kultur, Apollonische Kultur, Altamerika-Kultur, Magische Kultur und Faustische Kultur scheint mir ihrer Konzeption schwierig bezüglich der Abgrenzung gegen die anderen Kulturen, auch kann ich bei den Kulturen nicht die Gleichartigkeit hinsichtlich der Dauer der einzelnen „Jahreszeiten“ und bezüglich der Gesamtdauer sehen.“ **

Das Ganze ist zwar noch nicht völlig abgeschlossen, doch die „Gleichartigkeit hinsichtlich der Dauer der einzelnen »Jahreszeiten« und bezüglich der Gesamtdauer“ (**) kannst Du auf den folgenden Seiten auch im Überblick sehen:
-http://www.Hubert-Brune.de/mesopotamisch_sumerische_kultur.html
-http://www.Hubert-Brune.de/aegyptische_kultur.html
-http://www.Hubert-Brune.de/indische_kultur.html
-http://www.Hubert-Brune.de/chinesische_kultur.html
-http://www.Hubert-Brune.de/antike_kultur.html
-http://www.Hubert-Brune.de/maya_inka_kultur.html
-http://www.Hubert-Brune.de/magische_kultur.html
-http://www.Hubert-Brune.de/g3_k_hk_abendlaendische_kultur.html
Zur Abgrenzungsproblematik ist zu sagen, daß sie jede Art von Kulturtheorie betrifft. Es ist in der Tat ein Problem, aber hier ist es wirklich einmal angebracht, statt von einem Problem von einer Herausforderung zu sprechen (es ist ja besonders in den Medien „schick“ geworden, auch dann davon zu sprechen, wenn es absolut nicht paßt), weil ich mich beim Thema Abgrenzung von Kulturen wirklich herausgefordert fühle. Näheres dazu findest Du auf den vielen Seiten meines Webangebots - daher folgender Verweis mit Stichwörtern.

„Die Ansicht der meisten Prähistoriker, daß die „Neolithische Revolution“ von einer großen kulturellen Bereicherung der Menschheit geprägt war, teile ich nicht. Vielmehr sehe ich in der „Neolithischen Revolution“ massive kulturelle und soziale Umbrüche, mit denen Steinzeitmenschen ihrer allmählichen Verelendung begegneten, die ihren Höhepunkt in Naturkatastrophen erreichte, welche die Steinzeitmenschen selbst als eine Art Weltuntergang erlebten. So starben zu dieser Zeit alle Menschenrassen aus, und es blieb nur noch eine Rasse übrig, die des modernen Menschen.“ **

Sei mir nicht böse, aber hier scheint mir ein Mangel an Biologie-, speziell Anthropologiekenntnis im Zusammenhang mit einem Mangel an Evolutions- bzw. Geschichtskenntnis Deinerseits vorzuliegen.
(1.)Mit „Menschenrassen“ (**) meinst Du hoffentlich nicht die verschiedenen Unterarten des Homo sapiens, die manche Wissenschaftler mittlerweile sogar als einzelne Arten ansehen, nämlich als: Homo neanderthalensis und Homo sapiens - ich habe diese Sichtweise übrigens nicht übernommen und gehe weiterhin von Homo sapiens als einer Art mit zwei Unterarten aus: Homo sapiens neanderthalensis , der vor ungefähr 26000 Jahren ausstarb, und Homo sapiens sapiens. Menschenrassen aber gibt es bekanntlich heute noch (und Politkorrektheit ist für mich nicht Wissenschaft oder Philosophie, sondern Diktatur und Zensur). ** 
(2.)Den von Dir angesprochenen „Weltuntergang“ (**) erlebten die „Steinzeitmenschen“ (**), wenn überhaupt, vor ungefähr 70000 Jahren durch die Folgen eines im heutigen Indonesien ausgebrochenen Megavulkans. Zu dieser Zeit existierten noch zwei Unterarten der Art Homo sapiens (siehe 1.). Daß diese trotzdem Naturkatastrophen erlebten und vielleicht auch durch einen evolutionären bzw. evolutiven „Flaschenhals“ gehen mußten, ist wahrscheinlich, aber nicht wirklich bewiesen.
(3.)Die von Dir angesprochene „Neolithische Revolution“ (**) ereignete sich bekanntlich in verschiedenen Gebieten (und) zu unterschiedlichen Zeiten, z.B. im Vorder-Orient bereits von 8000 bis 6000 v.C., in Europa von 6000 bis 2000 v.C.. **
(4.)Es gab während der Neolithischen Revolution keine nennenswerten Naturkatastrophen. Mich wundert das auch gar nicht, denn in der Naturgeschichte sind 6 Jahrtausende noch nicht einmal angemessen vergleichbar mit der Dauer des menschlichen Augenzwinkerns.
Was die „Ansicht der meisten Prähistoriker“ (**) angeht, so bleibe ich mit meinem Urteil lieber etwas vorsichtig, neige aber doch eher dazu, den Prähistorikern zuzustimmen. Es kommt in gewisser Hinsicht dabei darauf an, ob man eher ein Anhänger von z.B. Rousseau oder bestimmten (romantischen oder auch nichtromantischen) Öko-Egalitaristen ist, oder eher z.B. einer anthropologischen These zustimmt, die besagt, daß der Mensch ein Wesen ist, das ohne Raub und Risiko nicht existieren kann und deswegen die Schuldfrage letzlich unklar bleibt.

„Städtebau (Prinzip: Teile und herrsche - Raumordnung durch Begrenzung und Mauern“. **

Was Du meinst, ist mir zwar klar, aber ich meine trotzdem, daß Du das genauer beschreiben mußt, um auch noch dem Rest an möglichen Mißverständnissen aus dem Weg zu räumen.

„Auch die Kontinuität von der Magischen Kultur bis zur Arabischen Kultur sehe ich nicht.“ **

Hier zeigt sich, daß Du noch nicht viel über meine Kulturtheorie gelesen haben kannst, denn das, was mit der „Magischen Kultur“ (**) und der „Arabischen Kultur“ (**) gemeint ist, ist gemäß meiner Kulturtheorie nahezu dasselbe Phänomen: der Kulturkreis, der zunächst, aber nur protokulturell (ich nenne das auch ur-/vorkulturell) von Persien aus, dann von Arabien aus wuchs! Diese Kultur ist ein Problemfall auch deswegen, weil sie sowohl räumlich (geographisch) als auch zeitlich (historisch) sehr „mittig“ ist.

„Ebenfalls sehe ich keine Kontinuität der Kultur der Maya zu der der Inka.“ **

„Maya“ (**) und „Inka“ (**) sind nicht deswegen als ein Kulturkreis anzusehen, weil dort eine „Kontinuität“ (**) vorzufinden sein müßte, sondern weil deren Ursprünge dieselben sind. Ich gehe bei meiner Kulturtheorie immer von ur/vorkulturellen Verhältnissen aus. Daher wundert es auch viele meiner Leser, wenn ich z.B. Perser (Arier, also Indogermanen) und Araber (Semiten) „in einen Topf“, also in einen Kulturkreis werfe (vgl. z.B. den Gästebuch-Eintrag vom 23.01.2010, 18:42 **), aber die Voraussetzungen dafür, daß sich in Arabien etwas entwickeln konnte, liegen größtenteils in Persien (z.B. bei Zarathustra). Ähnlich verhält es sich meiner Spekulation zufolge (denn viel Wissen haben wir leider nicht) mit Maya/Inka, obwohl (oder eher: weil?) wir über die ur/vorkulturellen bzw. protokulturellen Entwicklungen in Altamerika nicht viel wissen. Ich versuche ja gerade, die fehlenden Bindeglieder (die „Missing Links“), die aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gefunden werden (können) dadurch zu ersetzen, daß ich so etwas wie eine Vergleichende Kulturwissenschaft bzw. -philosophie anbiete, die mit Hilfe von so etwas wie Prothesen, die in meiner Kulturtheorie ja deswegen enthalten sind, weil sie auf Gleichförmigkeit und also Parallelen, also auf Zyklen basiert, die fehlenden Bindeglieder ersetzt.

„Und ich sehe auch hier wenig Kontinuität von der Antike zur Neuzeit.“ **

Hier zeigt sich wieder, daß Du noch nicht viel über meine Kulturtheorie gelesen haben kannst, denn „Antike“ und „Neuzeit“ verhalten sich gemäß meiner Kulturtheorie ähnlich zueinander wie „Uhr“ und „Nachmittag/Abend“. Die Antike ist gemäß meiner Kulturtheorie ein Kulturkreis (der apollinische) mit seiner gesamten „Lebensspanne“ und die Neuzeit lediglich ein zeitlicher Ausschnitt innerhalb einer jeden, aber insbesondere innerhalb der abendländischen Kultur (nicht geanuso, wie es die Geschichtswissenschaftler meinen, aber doch ähnlich). Deshalb kann es - gemäß meiner Kulturtheorie (!) - keine echte „Kontinuität von der Antike zur Neuzeit“ (**) geben. Und das Schema „Altertum-Mittelalter-Neuzeit“ als „Dreierschritt“ lehne ich - wie schon Oswald Spengler (**) - strikt ab.

„In einigen Kulturen, die fern genug von dem Epizentrum der Babylonischen Kulturen waren, sich etwas von dem steinzeitlichen Wissen zu bewahren, sind solche ganz wesentlichen und substanziellen Erkenntnisse bewahrt geblieben, so z.B. im Taoismus, im Bön, bei den Aborigines, bei den indigenen Kulturen Amerikas und bei sibirischen Schamanen, doch werden sie leider durch die New-Age-Bewegung allmählich in die Babylonische Verwirrung hineingezogen und durch Globalisierung (der moderne Name babylonischer Kolonisierung) ihrer kulturellen Identität beraubt und entwurzelt, so wie die Babylonische „Meta-Kultur“ schon einige entwurzelte Kulturen produziert hat: die Beduinen, die Juden, die Zigeuner, die Afro-Amerikaner, die Hobos, die Punks. Wobei alle diese wahrscheinlich noch näher an ihrem Ursprung sind als all jene Babylonischen Kulturen, die nie eine Wurzel besessen haben!“ **

Punk als entwurzelte Kultur? Gute Idee! Darüber wüßte ich gern mehr. - Spaß beiseite, denn ich weiß selbstverständlich, was Du damit meinst.

Jedenfalls ist Deine Kulturtheorie ziemlich anders als meine. Deine Kulturtheorie ist eine mir auch vorher schon ziemlich geläufige und nicht zuletzt deswegen auch sympathische sowie - nach meinem Dafürhalten - interessante Kulturtheorie.

Vielleicht erzählst Du mir ja noch mehr davon.

Freundliche Grüße!

***

19.10.2012, 11:27

Ja, es gibt keine Quellen aus der Zeit um 3100 v.C., die Babylon benennen. Und es gibt auch keine archäologischen Hinweise auf eine so frühe Stadtgründung auf dem Gebiet der „Stadt Babylon“. Doch das ist das Alter Babylons! Ich habe sehr bewußt diese Bezeichnung gewählt, Babylonische Kultur, und nicht Sumerische oder Mesopotamische Kultur, die etwas irreführend sind, und in der wissenschaftlichen Literatur verwendet werden. Warum schreibe ich das?

Weil die alte Sumerische Kultur älter ist und zu Beginn eine Neolithische Kultur war. Eine neue Stadt wurde errichtet, mit einem neuen Kult, etwas, was in dieser Dimension in der Menschheitsgeschichte noch nicht dagewesen ist! Eine vollkommen neue Art des Zusammenlebens von Menschen und der Organisation ihrer Arbeit! Eine Kultur, deren vollkommen neue Grundmerkmale jede spätere Kultur kennzeichneten! Wie hieß diese Stadt? Kisch! Was bedeutet Babylon? „Tor der Götter“. Vor den Toren von Kisch lagen Länder, die zu Kisch gehörten. Die Benennung dieser nach den Stadttoren Kischs liegt nahe. Babylon, das „Tor der Götter“, dürfte ein dem Kult der neuen Götter geweihtes Feld vor den Toren der Stadt gewesen sein. Ein bewässerte Feld, welches als wirtschaftliche Grundlage der neuen Institutionen oder Kulte in Babylon diente. Kisch war die Stadt, Babylon ihr Land, das erste Land der Welt, daß man als ein Staatswesen bezeichnen könnte, denn es hatte zum ersten Mal eine institutionalisierte Herrschaft, legitimiert durch den Herrscherkult, durch die Götter.

Warum sage ich „die Bezeichnung Sumer ist irreführend“? Um Babylon herum lagen alte Bauernsiedlungen der Neolithischen Kultur. Diese wurden durch den neuen Kult, das neue Staatswesen angezogen. Sie pilgerten nach Babylon. Hier verkauften sie ihr Land um den Preis von „himmlischen Freuden“, denn Babylon war, um es auf gut Deutsch zu sagen, ein „Puff“. Schon bald (nach wenigen Jahrzehnten) wurden hier ausgehend vom babylonischen Kult auf dem Boden alter neolithischer Bauernsiedlungen neue Tempel zur Verwaltung des neuen Landes errichtet. Der erste war E-Ana. Die Bauern, die ihr Land vollkommen verloren hatten und vom Tempel abhängig waren, begannen bald um den Kult in E-Ana den ersten Aufstand, sie plünderten Kisch, und brachten den Herrscher-Kult nach E-Ana, wo die neue Hauptstadt auf dem Land der ehemaligen neolithischen Bauernsiedlung entstand: Uruk. Auch andererorts wurden Königsstädte auf alten neolithischen Siedlungen Sumers gegründet. Sie rivalisierten miteinander um die Vorherrschafft. Aus dem einen Kult in Babylon waren durch Expansion und Aufstand mehrere hervorgegangen. Diese neue Kultur in Sumer stand aber nicht in der Tradition der altsumerischen, sondern in babylonischer Tradition, daher ist der Begriff Sumerische Kultur irreführend.

Warum sage ich „Mesopotamische Kultur ist irreführend“? Weil die alte Mesopotamische Kultur im Gegensatz zur Babylonischen Kultur von semitischen Bauern, aus den Gebirgen zwischen Euphrat und Tigris getragen wurde, also am Oberlauf dieser Ströme. Diese kamen bereits sehr früh in Kontakt mit der Babylonischen Kultur. Auch auf diesem Gebiet entstanden während der Wirren und Aufstände und der Zerstreuung des babylonischen Kultes neue Staatswesen, wie z.B. in Akkad. Später konnte sogar ein akkadischer Herrscher die sumerischen und semitischen Königsstädte wieder in einem Staatswesen vereinen, und noch später konnten wieder akkadische Babylonier 12 km vor den Toren von Kisch, im Land Babylon, die neue Hauptstadt Babylon errichten. Diese Kultur könnte man nun als „neue“ Mesopotamische Kultur bezeichnen. Ich würde sie jedoch genauso als eine Babylonische Kultur (im Sinne der „Meta-Kultur“ bezeichnen, wie z.B. die Phönizische.

Andere Staatswesen, die direkt in Folge der Wirren um die Herrscherdynastie in Kisch entstanden, waren insbesondere elamitische, kanaanitische (altphönizische) und agyptische.

Datierung der Neolithischen Revolution.

Die Neolithische Revolution würde ich am ehesten zwischen 12000 v.C. und 8000 v.C. datieren. Später breitete sich die aus der Neolithischen Revolution resultierende Neusteinzeitliche Kultur weiter aus. Ich denke aber nicht, daß sich die Neolithische Revolution andernorts wiederholt hat. Vielmehr hat sich die in der Revolution entstandene Kultur weiter ausgebreitet. Genauso wie man von der Industriellen Revolution bis ca. 1850 spricht, und nicht im 20. Jahrhundert, obwohl die Industrialisierung viele Länder erst im 20. Jh. oder soger erst um die Jahrtausendwende erreicht hat.

Zum Thema „Neolithischer Weltuntergang“:

Die von mir beschriebene Verelendung der Steinzeitmenschen ist auf verschiedene Umweltbedingungen zurückzuführen, entscheidend ist hier vor allem das gegenwärtige Eiszeitalter! Bei dem sowohl die Kaltzeiten als auch die Warmzeiten, verheerende Folgen für Menschen hatten, die den resultierenden Umweltfaktoren unmittelbar ausgeliefert waren. Das weltuntergangsartige Szenario, was ich beschrieb, bezog sich aber vor allem, auf das plötzliche Auftreten der gegenwärtigen Warmzeit, innerhalb unseres Eiszeitalters. Welche mit globalen Überschwemmungen, bei gleichzeitiger Dürre anderorts einherging. Und der durch die Eiszeit ausgezehrten Steinzeit-„Metakultur“ quasi den Rest gab.

Zum Thema Neolithische Revolution:

Die Neolithische Revolution dürfte in diesem Sinne eine Art Notgemeinschaft von Überlebenden lokaler Katastrophen gewesen sein, mit einer Art Notfallversorgung, und für die Steinzeit ungewöhnlichen Wirtschaftsformen, da den Überlebenden, in den Gebieten, in die sie geflohen waren, nicht die gewohnten Ressourcen zur Verfügung standen und sie in ihrem natürlichen Lebensraum durch die häufigen Flutkatastrophen immer noch sehr gefährdet waren. So zogen sie in trockenere höher gelegene Gebiete. Die neue, wegen der großen Not besonders ehrgeizige (im Gegensatz zur späteren Babylonischen Kultur) auf Subsistenz ausgerichtete Wirtschaftsweise dieser Notgemeinschaften verbreitete sich von Anatolien und von da aus ins iranische Hochland, aber auch in den Kaukasus. Teilweise ließen sich die Gruppen später auch wieder an Flußniederungen nieder (wie in Sumer, oder am Nil), wo aber verheerende Flutkatastrophen relativ häufig waren. So entstand z.B. auch die Alt-Sumerische Kultur. So wie frühe prädynastische Ägyptische Kulturen.

Zum Thema Arabische Kultur:

Ich spreche im Zusammenhang mit der islamischen Expansion eigentlich ungern von Arabischer Kultur, weil diese Kultur nicht wirklich an die ethnische Zugehörigkeit gebunden ist. Vielmehr denke ich, daß spätestens nach der Eroberung der Sassaniden, von einer islamischen Kultur gesprochen werden müßte, die aber bereits zu Beginn der islamischen Expansion ihren Ursprung hatte. Auch wenn sie in vielerlei Hinsicht Elemente der Hochkultur aus der Zoroastrischen Kultur Persiens übernommen hat, bleibe ich dabei, daß der Kern dieser Kultur auf Ismaelitische Beduinen zurückgeht und auf Kulturen an der Weihrauchstrasse zurückgeht wie die Sabäische Kultur. Dennoch ist der von Muhammed in dieser Kultur vollzogene Umbruch sogar noch radikaler als der von Zarathustra in der Magischen Kultur. Deswegen spreche ich ab Zarathustra nicht mehr von der Magischen, sondern von der Zoroastrischen Kultur. Und ab der Hidschra nicht mehr von der Arabisch/Nabatäischen, sondern von der Islamischen. Wenn jetzt solche radikalen Umbrüche eintreten, sehe ich keine kulturelle Kontinuität mehr. Auf demselben geographischen Gebiet befindet sich nach dem Umbruch eine neue Kultur. Das Kalifat von Kufa und das von Bagdad waren Zentren einer Kultur, die nicht mehr die Zoroastrische Kultur war. Die Gemeinsamkeiten dieser beiden Kulturen, währen meiner Meinung nach kaum Größer als die Gemeinsamkeit der heutigen Angelsächsischen Kultur mit der antiken Phönizischen Kultur ....

Die Magische Kultur war eine Kultur der Antike, die islamische ist eine des Mittelalters und der Neuzeit. Während die islamische Kultur, während ihrer ganzen Dauer eine gewisse lokale Kontinuität aufweisen kann, gibt es bei der Magischen bereits mit Zarathustra einen radikalen Bruch mit der alten Magischen Kultur.

Dabei gehen allerdings Arabische und Magische Kulturen auf sehr alte, räumlich fast benachbarte Kulturen zurück:

Die Arabische auf die Chaldäische (später von der Kanaanitischen und Aramäisch/Hebräischen stark beeinflußt) und die Magische auf die Arische (später auch von der Elamitischen und Assyrischen Kultur geprägt). Die Magische und Arische Kultur haben sich auch gegenseitig geprägt.

Zum Thema Rassen:

Ich habe mich vielleicht etwas unvorteilhaft ausgedrückt. Da der Begriff Rasse nicht mit dem Begriff der Unterart gleichgesetzt werden kann und man bei den verschiedenen Hominiden schon korrekterweise von Unterarten sprechen sollte. Dennoch möchte ich hier darauf aufmerksam machen, daß Rassen nicht natürlich entstehen, sondern ausschließlich durch Züchtung und Zuchtwahl. Menschen züchten Tiere, aber erst seit der Neolithischen Revolution. (Auch wenn vorher bereits Hunde und Menschen zusammen gelebt haben.) Züchtung ist etwas, was durch gezielte Selektion in Gefangenschaft lebender Exemplare einer Art nach bestimmten Zuchtkriterien erfolgt. Als freiheitsliebende Menschen, die die individuelle Selbstbestimmung und Menschenwürde achten, ist uns allein die Vorstellung von gezüchteten Menschen zuwider. Dennoch ist die Idee der Rassen nicht ganz so abwegig, wie es zunächst vielleicht scheint. So ist es eine Frage der Betrachtung, ob Menschen innerhalb der Babylonischen Kulturen (im Gegensatz zu steinzeitlichen Kulturen) nicht tatsächlich in Gefangenschaft leben und in gewisser Weise Zucht betreiben. Dies wäre vor dem Hintergrund patriarchaler Gesellschaftsstrukturen durchaus vorstellbar. Dennoch sollte bei diesen Erwägungen in Betracht gezogen werden, daß ein Mensch in einer entsprechenden Kultur nur Mittel zum Zweck wäre, eine Ressource. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß ein Mensch, der sich allein durch seine Kultur identifiziert, sich nicht mehr mit seiner Natur identifizieren kann. Die Kultur als Institution von Menschen erdachter Werte wäre durch die Natur des Menschen bedroht und müßte das Ziel verfolgen, die Natur des Menschen zu vernichten. Z.B. durch Zucht! Denke ich dieses Gedankenspiel zu Ende, wären Rassen also das Ergebnis des kollektiven Wahns von Gruppen von Menschen, ihre eigene Natur zu vernichten, um auf den Trümmern eine Kultur zu errichten, deren Sinn es ist, die Natur des Menschen zu vernichten. Dafür gäbe es wohl nur eine Grundlage: Die Ansicht, der Mensch hätte eine unvollkommene, schwache Natur, die nur durch Kultivierung des Menschen vernichtet werden kann. Dieser Gedankengang erscheint mir etwas zu kleinlich für jemanden, der sich mit etwas größerem identifizieren will, z.B. mit einer tugendhaften Kultur.

Zum Thema Kulturkreis:

Gewiß, kann man den Stammbaum der Kulturen nach eigenen Kriterien zusägen, und so selbst eigene Kategorien schaffen. Doch ich erachte es für sinnvoll, diesen Stammbaum zunächst als Ganzes zu betrachten. Und Erscheinungsformen der Kulturen als eine temporäre, lokale Ausprägung der einen Kultur. Es gäbe tausende von Kriterien um Kulturen gegeneinander abzugrenzen, bei jedem Kriterium verliefen die Grenzen anders. Will man veranschaulichen, wie sich bestimmte Tendenzen innerhalb dieser Kultur ausbreiten, kann es von Nutzen sein, ein geeignetes Kriterium zu definieren, anhand dessen man klar abgegrenzte Kulturen betrachten kann. Dennoch sollte man sich nicht zu sehr darauf festlegen. Kulturgrenzen verhalten sich oft wie die Isothermen einer Wetterkarte. Es sind an einem bestimmten Maßstab definierte, dynamische, gedachte Grenzen. Sicherlich, gibt es hier den Zyklus der Jahreszeiten, aber dieser betrifft die Welt in ihrer Gesamtheit. Wenn man jetzt vom Abendländischen Kulturkreis spricht, sollte man daran denken, daß das Wetter in Berlin und London verschieden ist, daß es aber in Schanghai und Berlin gleich sein kann, zu einer gewissen Zeit. Worauf ich hinaus will ist ist, daß trotz aller kulturellen Gemeinsamkeiten, die Kultur eine temporäre und lokale Erscheinung ist. Kultur ist relativ, aus verschiedenen Perspektiven stellt sie sich verschieden dar. Aus meiner Perspektive ist das Abendland eher eine geographische Umschreibung für Gebiete westlich des Nils oder westlich der Ägäis und des Bosporus. Kulturen in unmittelbarer Nachbarschaft beeinflussen sich auch, so daß innerhalb des Abendlandes jederzeit ein gewisser Kulturaustausch stattfand. Doch es fand auch immer ein Kulturaustausch zwischen Abendland und Morgenland statt. Viele Dinge, die wir heute als selbstverständlich dem Abendländischen Kulturkreis zuschreiben würden, kommen eigentlich aus dem Morgendland. Womöglich sogar Dinge, die im Morgenland kaum noch praktiziert werden, hier im Abendland aber zur Normalität gehören, wie z.B. das Bierbrauen. Auch eine sprachliche Einheit gibt es im Abendland nicht. Ich will damit nicht sagen, daß es einen Abendländischen Kulturkreis nicht gibt. Aber daß dieser nichts Ausschließliches ist. Man könnte genauso von einem Mediteranen Kulturkreis sprechen, und damit die Türkei genauso meinen, wie Marrokko, Italien oder Kroatien. Du wirst jetzt vielleicht denken, daß ich überhaupt nicht kapieren will, worauf Du hinaus willst. Naja, ich erkenne Deine Kulturkreise prinzipiell schon an, nur mit der Datierung kann ich mich irgendwie nicht anfreunden. Was den Abendländischen Kulturkreis angeht, sähe ich gerne gar keine Datierung, zumal man schon die Etrusker als diesem zugehörig sehen könnte. Ähnlich verhält es sich mit dem Mesopotamischen Kulturkreis. Bei der Vedischen Kultur, würde ich nicht von einem Kulturkreis sprechen, da dieser sich über eine Leitkultur definiert und nicht über eine geographische Gemeinschafft souveräner Kulturen. Die Antike sehe ich eher als Epoche und keineswegs als Kulturkreis, und das 4-Jahreszeiten-Modell wäre meiner Meinung nach auch generell eher auf Epochen als auf Kulturkreise anwendbar. Dabei würde ich aber größere Epochen veranschlagen, die eher erdgeschichtliche Dimensionen haben.

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20.10.2012, 00:34

Du mußt mir das alles nicht „erklären“ (wollen), denn das weiß ich doch alles. Okay, Du nennst diese „»Meta-Kultur« Babylonsiche Kultur“ (**|**|**) - Oswald Spengler nannte sie auch so, allerdings nicht als eine Metakultur, sondern als eine von acht Hochkulturen (ich nenne sie: Historienkulturen). Ich habe auch (auch!) Geschichte studiert. Ich sage das nur, um Dir Arbeit zu ersparen. Mir geht es nicht mehr um ein Wissen als Fundament, sondern primär, wie ich in meinem letzten E-Brief schon geschrieben habe, um die Hilfe zur wissenschaftlichen Erkenntnis, um eine Methode.

Die Namensgebung ist zwar nicht unwichtig, aber trotzdem ist sie es nicht wert, daß wir uns über sie streiten. Ich bleibe bei meiner Bezichnung, Du bei Deiner. Das ist völlig in Ordnung! Außerdem habe ich sehr lange überlegt, ob ich nicht auch den von Spengler bevorzugten Namen (nämlich: Babylonische Kultur) wählen sollte. Ich habe mich anders entscheiden: wegen der Vorausetzungen und des Mottos: „Wer zuerst kommt, malt zuerst“.

Du hast geschrieben: „Diese neue Kultur in Sumer stand aber nicht in der Tradition der altsumerischen, sondern in babylonischer Tradition, daher ist der Begriff Sumerische Kultur irreführend.“ (**). Aufgrund meiner Kulturtheorie muß ich das verneinen. Wir sind hier wieder beim Abgrenzungsproblem angekommen. Man kann auch den Eindruck haben, und Du hast ihn sicherlich auch, daß Perser und Araber, daß apollinische Antike und faustische Abendländer, daß Maya und Inka, um nur die wichtigsten Beispiele zu nennen, traditionell nicht zusammengehören, aber wenn man einen anderen kulturtheoretischen Ansatz hat, als z.B. Du ihn hast, dann kann man das sehr wohl. Ich gehe von gemeinsamen Voraussetzungen aus, ob die bestimmte Völker hinterher abgelehnt haben und/oder sich daran abgearbeitet haben, spielt dann und nur dann keine Rolle, wenn sie dennoch dieser Tradition verhaftet geblieben sind.

„Warum sage ich »Mesopotamische Kultur ist irreführend«? Weil die alte Mesopotamische Kultur im Gegensatz zur Babylonischen Kultur von semitischen Bauern, aus den Gebirgen zwischen Euphrat und Tigris getragen wurde, also am Oberlauf dieser Ströme. Diese kamen bereits sehr früh in Kontakt mit der Babylonischen Kultur. Auch auf diesem Gebiet entstanden während der Wirren und Aufstände und der Zerstreuung des babylonischen Kultes neue Staatswesen, wie z.B. in Akkad. Später konnte sogar ein akkadischer Herrscher die sumerischen und semitischen Königsstädte wieder in einem Staatswesen vereinen, und noch später konnten wieder akkadische Babylonier 12 km vor den Toren von Kisch, im Land Babylon, die neue Hauptstadt Babylon errichten. Diese Kultur könnte man nun als „neue“ Mesopotamische Kultur bezeichnen.“. (**). Ja, und genau das tue ich! „Ich würde sie jedoch genauso als eine Babylonische Kultur (im Sinne der »Meta-Kultur« bezeichnen, wie z.B. die Phönizische.“ (**). Das bleibt Dir unbenommen, wie schon gesagt. Das ist in Ordnung. Und außerdem ist es, wie ebenfalls schon gesagt, eine mir sympathische Idee. Ich habe auch ganz bewußt für meinen Begriff Historiographie-Kultur (Historienkultur[en]) ja auch noch keinen geographisch-historischen Namen ausgewählt, aber: Babylonische Kultur wäre eine Möglichkeit, jedenfalls eine, die mir gefällt, wie schon mehrfach gesagt. Trotzdem meine ich, daß dieser Name irreführend ist, und zwar irreführender als die Namen, die Du für irreführend hältst. Aber sei’s drum. Die Babylonier selbst nannten ihre Heimat übrigens Sumer (!) - und auch das habe ich bei der Namensgebung beachtet, aber nicht primär, denn primär gelten für mich ja die mehr oder weniger existenten gemeinsamen Vorausetzungen und das Motto: „Wer zuerst kommt, malt zuerst“!

Daß sich die Neolthische Revolution „wiederholt“ (**) hätte, habe ich nicht behauptet, sondern unerwähnt gelassen, weil ich es nicht weiß, weil niemand es weiß. Und die Urteile hierzu sind sehr gegensätzlich. In den nächsten beiden Absätzen behauptest Du etwas, zu dem ich eigentlich eine nur kleine Korrektur anbringen müßte, es aber unterlasse, weil es nicht so wichtig ist. Doch dann folgt ein Absatz mit interessanten Thesen, denen gegenüber ich aber leicht skeptisch bleiben werde: Die Neolithische Revolution dürfte ... eine Art Notgemeinschaft von Überlebenden lokaler Katastrophen gewesen sein, mit einer Art Notfallversorgung, und für die Steinzeit ungewöhnlichen Wirtschaftsformen, da den Überlebenden, in den Gebieten, in die sie geflohen waren, nicht die gewohnten Ressourcen zur Verfügung standen und sie in ihrem natürlichen Lebensraum durch die häufigen Flutkatastrophen immer noch sehr gefährdet waren. So zogen sie in trockenere höher gelegene Gebiete. Die neue, wegen der großen Not besonders ehrgeizige (im Gegensatz zur späteren Babylonischen Kultur) auf Subsistenz ausgerichtete Wirtschaftsweise dieser Notgemeinschaften verbreitete sich von Anatolien und von da aus ins iranische Hochland, aber auch in den Kaukasus. Teilweise ließen sich die Gruppen später auch wieder an Flußniederungen nieder (wie in Sumer, oder am Nil), wo aber verheerende Flutkatastrophen relativ häufig waren. So entstand z.B. auch die Alt-Sumerische Kultur. So wie frühe prädynastische Ägyptische Kulturen.“ (**). Ich bleibe dieser These gegenüber deswegen leicht skeptisch, weil das Beweismaterial fehlt, um solche Thesen, wie auch Du sie vertrittst, auch wirklich „unterfüttern“ zu können.

Der nächste Absatz zeigt dann wieder deutlich, daß wir zwei sehr stark voneinander abweichende Definitionen für „Kultur“ haben (**). Das wundert mich auch gar nicht, aber meine Definition für Kultur ist unerläßlich für das Verständnis meiner Kulturtheorie.

„Wenn ... solche radikalen Umbrüche eintreten, sehe ich keine kulturelle Kontinuität mehr. Auf demselben geographischen Gebiet befindet sich nach dem Umbruch eine neue Kultur.“ (**). Nein, das muß nicht notwendigerweise so sein. „Umbrüche“ sind kein hinreichendes Kriterium für eine neue Kultur. Es gibt Epochen innerhalb einer Kultur, die am Ende von Umbrüchen begleitet sind, die aber nicht zum Verschwinden der „Kontinuität“ führen. Ich gehe von „Phasen“ und „Quartalen“ aus (als Überbegriff „Epochen“ zu wählen, ist akzeptabel). Kriterien dafür, daß eine Kultur eine Kultur ist, sind gemäß meiner Kulturtheorie ganz andere als die, die Du veranschlagst, und auch als die, die die heutigen Mainstreamler innerhalb der Geschichtswissenschaft bevorzugen (müssen).

Den Begriff „Mittelalter“ (**) lehne ich ab, lieber MS! Ich lasse diesbezüglich Oswald Spengler sprechen: „Altertum - Mittelalter - Neuzeit: das ist das unglaubwürdig dürftige und sinnlose Schema, dessen unbedingte Herrschaft über unser geschichtliches Denken uns immer wieder gehindert hat, die eigentliche Stellung der kleinen Teilwelt, wie sie sich seit der deutschen Kaiserzeit auf dem Boden des westlichen Europa entfaltet, in ihrem Verhältnis zur Gesamtgeschichte des höheren Menschentums nach ihrem Range, ihrer Gestalt, ihrer Lebensdauer vor allen aufzufassen. Es wird künftigen Kulturen kaum glaublich erscheinen, daß dieser Grundriß mit seinem einfältigen geradlinigen Ablauf, seinen unsinnigen Proportionen, der von Jahrhundert zu Jahrhundert unmöglicher wird und eine natürliche Eingliederung der neu in das Licht unseres historischen Bewußtseins tretenden Gebiete gar nicht zuläßt ....“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 21 **). Ganz genauso pauschal wie Spengler beurteile ich das zwar nicht, aber in der Tendenz schon ähnlich.

Wenn Du schreibst, daß „Rassen nicht natürlich entstehen, sondern ausschließlich durch Züchtung und Zuchtwahl“ (**), dann sei erinnert an die Tatsache, daß Menschen immer schon Menschen gezüchtet und Zuchtwahl betrieben haben. Auch und besonders die heutige negative Bevölkerungspolitik unserer ebenso negativen Politiker ist eine Selektion, nämlich eine negative Selektion. Sie bringt dadurch die eigene weiße Rasse zum Aussterben - vor allem über die menschenverachtende Abtreibung, also die massenweise legale Tötung ungeborener Menschen - geplant (laut Propaganda: „in der Diskussion“) ist auch sogar die massenweise legale Tötung neugeborener Menschen bis zu ungefähr einem Jahr nach der Geburt (**). Ich mag so etwas gar nicht aussprechen (ich bin nämlich noch wirklich mit echten Werten erzogen worden), weil ich - im Gegensatz zu den heute herrschenden Globalisten und ihren Funktionären sowie Mitläufern - Respekt vor dem Menschenleben, vor der Menschenwürde habe. Das Recht der Menschen auf Leben (dieses Menschenrecht wird im sogenannten Westen längst mit Füßen getreten!) und die Menschenwürde wirklich repektieren: diese beiden Grundsätze stehen im vollen Gegensatz dazu, über beides nur aus Gründen der Selbssucht zu sprechen (vgl. den Text im nächsten Absatz).

Du hast geschrieben: „Als freiheitsliebende Menschen, die die individuelle Selbstbestimmung und Menschenwürde achten, ist uns allein die Vorstellung von gezüchteten Menschen zuwider.“ (**). Das „Individuelle“ (**) gibt es so nicht! (**|**). Und die „Menschenwürde“ (**) wird immer dann hochgehalten, wenn man sich durch sie - als „Instrument“ - Vorteile verschaffen will, und das heißt: die echte Menschenwürde mit Füßen tritt (vgl. den Text im vorherigen Absatz).

Offenbar glaubst Du, daß „Menschen ... tatsächlich in Gefangenschaft leben .... Dies wäre vor dem Hintergrund patriarchaler Gesellschaftsstrukturen durchaus vorstellbar.“ (**) Vor dem Hintergrund matriarchaler Gesellschaftsstrukturen aber noch viel mehr. Der sogenannte „Feminismus“ in seiner extremsten Form strebt ja an, die Männer auf 10% zu reduzieren (vgl. z.B. Valerie Solanas, Sally M. Gearhart). Komisch, daß sich darüber überhaupt niemand aufregt! Aber das kennen wir ja schon aus der Geschichte, z.B. von der französischen „Revolution“ und noch mehr von der russischen „Revolution“, also vom „Kommunismus“ sowjetischer Prägung, und vom Nationalsozialismus. Der abendländische Feminismus in seiner extremsten Form übertrifft jedoch alle bisher dagewesene Menschenverachtung, die zwar von sich her schon seit seinem Beginn und auch der Form nach dem Wiederholungszwang ausgesetzt ist, aber in den Ausmaßen sehr unterschiedlich sein kann. Die Macht, die der abendländische Feminismus innerhalb des abendländischen Globalismus bereits eingenommen hat, und die Tatsache, daß er aufgrund seiner durch schriftliche Quellen belegbaren Ziele alle anderen Totalitarismen quantitativ und qualitativ bei weitem übertrifft, wird ja von den meisten Menschen gar nicht bemerkt (siehe oben: Komisch, daß sich darüber überhaupt niemand aufregt! Aber das kennen wir ja schon aus der Geschichte ...).

„Die Kultur als Institution von Menschen erdachter Werte wäre durch die Natur des Menschen bedroht und müßte das Ziel verfolgen, die Natur des Menschen zu vernichten.“ (**) Das geschah und geschieht doch schon - heute ganz besonders!

„Ich erachte es für sinnvoll, diesen Stammbaum zunächst als Ganzes zu betrachten.“ (**) Wenn Du damit meinst, daß ich das nicht getan hätte, liegst Du eindeutig falsch. Am interessantesten wird es nämlich erst dann, wenn man vom Ganzen ausgehend auf das Besondere zugeht und sieht, was sich einem dabei an Erkenntnis eröffnet, ja quasi zufliegt.

„Du wirst jetzt vielleicht denken, daß ich überhaupt nicht kapieren will, worauf Du hinaus willst. (**). Ja, und vor allem: ... worauf meine Kulturtheorie basiert. Man muß sich erst einmal sicher sein, wie man Kultur und Zubehör genau definiert (**), bevor man überhaupt das gewagte große Projekt zur Bestimmung von Kulturen angehen kann.

„Die Antike sehe ich eher als Epoche und keineswegs als Kulturkreis, und das 4-Jahreszeiten-Modell wäre meiner Meinung nach auch generell eher auf Epochen als auf Kulturkreise anwendbar.“ (**). Die Antike ist „nur“ der (Bei-)Name, aber ansonsten insbesondere wegen der Unterschiede im Ursymbol und im Seelenbild (vgl. dazu: Oswald Spengler, a.a.O. **) ein separater Kulturkreis, obwohl auch ich hin und wieder dazu neige, ihn doch enger mit dem Abendländischen zu verknüpfen (ich habe es dann bei „Vater Antike“ und „Sohn Abendland“ belassen). Spengler hat mich - vor sehr langer Zeit schon - auf die Idee gebracht, die apollinische Antike und das faustische Abendland als zwei verschiedene Kulturen zu betrachten. Du scheinst Spengler - leider - nicht zu kennen. Ansonsten hätten wir uns längst viel Mühe beim Schreiben ersparen können! Was das „4-Jahreszeiten-Modell“ angeht, so zeigt sich hier wieder, daß Du noch nicht viel über meine Kulturtheorie gelesen haben kannst. Das 4-Jahreszeiten-Modell beinhaltet Epochen und bezieht sich auf Kulturen (und gewisse „Naturen“) - das ist eines der wesentlichen Elemente in meiner Kulturtheorie. Die Antike als Epoche nur anzusehen, ist ähnlich naiv, wie ein „Mittelalter“ zu postulieren (siehe oben).

Ich schlage vor, daß Du, bevor Du wieder sehr viel schreiben mußt, Dich auf meinen Webseiten erkundigst, wie ich Kultur definiere (**), um dann festzustellen, inwiefern Deine eigene Definition davon abweicht u.s.w., daß Du dann versuchst nachzuvollziehen, warum ich nur 8 Historienkulturen, die eingebettet sind in eine ihnen übergeordnete Kultur u.s.w., akzeptiere, während Du beliebig viele (sehr viele, wahrscheinlich zu viele!) akzeptierst. Kennst Du Arnold Toynbee, den „englischen Spengler“? Toynbee hat seine Theorie von Spengler abgeschrieben, aber dabei auch einige eigene Überlegungen eingebracht (**). Toynbee geht von 19 Kulturen aus (**).

Freundliche Grüße!

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21.10.2012, 02:45

Hallo Hubert,

danke, daß Du mir unterstellst, ich hätte Geschichte studiert. Doch das habe ich leider nicht getan. Ich habe Maschinenbau studiert und bin jetzt Software-Engineer (dem Ingenör ist nix zu schwer), der zur Zeit gerade mal ein bißschen Zeit hat im Urschlamm der Geschichte herumzuwühlen, zumal mir die Erklärungen, die mir während meiner Schulzeit präsentiert wurden unzureichend erschienen. (Beispiel: Dialog mit Geschichtslehrerin - „Wo kamen die Hunnen denn her?“- „Aus Asien IRGENDWO.“ - Sie fuchtelte nervös mit dem Zeigestock über den Rand einer alten Geschichtskarte hinaus etwa da herum, wo Sibirien gelegen sein müßte ..., weiteres Nachhaken von mir wäre als störend empfunden worden, ich habe es der armen Geschichtslehrerin erspart und hatte auch den Anstand, sie nicht in Verlegehnheit bringen zu wollen.)

Deinen Verweis auf Oswald Spengler habe ich doch glatt übersehen. Mir war diese Person bislang nicht bekannt, obwohl ich schnell herausgefunden habe, daß sie in intellektuellen Kreisen des frühen 20. Jahrhundert sehr populär war, und ich schon nach kurzem Eintauchen in ihre Gedankengänge diese teilweise schon in den Ausführungen meines Vaters vernommen zu haben glaube. Was mich umso mehr erstaunt, ist das Ausmaß, in dem das Werk von Spengler Dein Geschichtsbild geprägt hat (hat es gar nicht bzw. nur nachträglich, denn ich habe schon seit meiner Kindheit ein Geschichtsbild und Spenglers Geschichtsbild erst mit 44 Jahren erforschend kennengelernt; HB). Ich selbst sehe dieses Werk eher in der Zeit des Untergangs des Deutschen Reiches (es gibt keinen Untergang des Deutschen Reiches! HB **) angesiedelt (aus dem aus deutscher Perspektive auch schnell ein „Untergang des Abendlandes“ werden kann [falsch gedeutet! HB **]) Die Herausforderung, vor die man gestellt wird, wenn man ein Werk aus einer anderen Epoche liest (was wohl auch auf die Zeit des Kaiserreichs und dessen Untergang zutrifft), sehe ich vor allem darin, den ursprünglichen Entstehungskontext (der ja verloren gegangen ist), gedanklich zu rekonstruieren. Dieses Problem wird besonders deutlich, wenn man sich z.B. Marxisten anschaut, die ohne den historischen Kontext von Marx auch nur annähernd zu rekonstruieren, diesen einfach aus dem Kontext herausreißen und ihn in die heutige Situation stellen. Dadurch wirken sie wie aus der Zeit gefallen. Wären sie Romantiker, könnte man ihnen noch eine gewisse Nostalgie unterstellen, doch davon kann angesichts der Theorien von Marx keine Rede sein. Auch Aristoteles und Zarathustra wurden auf eine ähnliche Art und Weise mißverstanden. Ich möchte keineswegs daran zweifeln, daß Spengler ein Genie seiner Zeit war, doch auch er war sicherlich nicht in der Lage, neutral und wertfrei (im Sinne der Werte einer Gesellschaft, in der er lebte) eine umfassende Darstellung der historischen Vorgänge zu präsentieren.

So wurde Spengler (ähnlich wie auch Nietzsche) gerne von Nationalsozialisten benannt, obwohl diese ihn in einen völlig neuen Kontext stellten. Spätestens seit seinem Tod, konnte er sich nicht mehr gegen eine solche Vereinnahmung wehren. Auf jeden Fall ist Spengler nicht erst durch diese Kontroversen ein Mensch, dessen Werk zu näherer Betrachtung einlädt und auch zu tiefgehenden Gedanken inspiriert. Doch wäre es auch sinnvoll, diesem Denken nicht so sehr verhaftet zu sein, daß man darüber hinaus nicht den Sprung in die Moderne schafft (entweder falsche Schlußfolgerung oder einfach nur Unsinn! HB **). Diese kommt nämlich mit Herausforderungen daher, die es dem Menschen nicht erlauben, sich vor ihrem Gedankengut gänzlich zu verschließen.

Die Frage, wo die Hunnen herkommen, habe ich inzwischen zu meiner Zufriedenheit ergründen können. Und ebenfalls ist mir derweil bewußt geworden, was den Unwillen meiner einstigen Geschichtslehrerin, sich mit so etwas zu befassen, verursacht haben könnte. Es war nicht zuletzt Michel Foucault, der mich verstehen ließ, wie unsinnig es ist, eine im Denken eines Volkes der Alten Welt verhaftete Person nach der Geschichte ihrer östlichen Nachbarn zu befragen. Nach diesem finsteren, bedrohlichen Ort hinter dem Horizont. Die Sichtweise auf Länder im Osten erinnert mich nicht selten an Vermerke auf alten Weltkarten wie „HIC SVNT DRACONES“ (frei übersetzt: „Hier sind die Ungeheuer“).

Mein Geschichtsbild ist am ehesten geprägt von Kontroversen und wilden Spekulationen, in denen ich sorgfältig das Für und das Wider abwäge, und die ich wie ein Puzzle zu einem Gesammtbild zusammenfüge. Ich bin kein Mensch, der so einfach sagt: „Quatsch“. Ich sehe zweimal, wenn nötig dreimal hin. Ich versuche, mir den Entstehungskontext von Aussagen anzuschauen, versuche, den Gegenstand der Aussage unabhängig jeglichen Wahrheitsanspruchs als Bestandteil einer bestimmten Perspektive zu sehen, die mir neue Sichtweisen eröffnen kann. Das Puzzle, das ich als Geschichtsbild zusammenfüge, ist nicht eindimensional im Sinne eines Zeitstrahls. Nein, es ist ein schwer überschaubarer Hyperraum, in dem sich häufig verschiedenste Darstellungen überlagern, von denen Dir als Historiker viele bekannt sein dürften. Für eine Kultur-Theorie reicht das alles noch nicht. Eine Kulturtheorie bedarf zusätzlich noch einer philosophischen Dimension.

Ich persönlich tendiere, wie Du schon bemerkt haben dürftest, zur taoistischen Konzepten. Die abendländische Philosophie ist mir zumeist etwas zu sehr überfrachtet mit kulturellen Werten und daher zu schwerfällig. Ich denke, eine Philosophie, die auf Werten aufbaut, muß sich zwangsläufig entwerten, und an ihrem eigenen Anspruch verbrauchen. Dennoch sind die Werte, welche aus der letzteren heraus geschaffen wurden von beachtlicher Bedeutung für die Begierden der Menschen, und daher sowohl Zündstoff für Konflikte als auch Treibstoff für die kulturelle Entwicklung.

Und zum Thema Individualität, wenn Du schreibst: „Das »Individuelle« gibt es so nicht“ (**), bewegst Du Dich jetzt aber ins Nihilistische. So könnte man genauso behaupten, daß es individuelle Historienkulturen nicht gibt. Man könnte auch schnell dahin kommen, daß es die Menschheit so gar nicht gibt. Vielleicht gibt es das Sonnensystem so als Einheit auch gar nicht. Oder die Galaxie, oder den Kosmos, oder Raum und Zeit.

Ich entgegne dem: Das Individuelle gibt es! Genauso wie die Wechselwirkungen, die es hervorbringen, und die Muster, an denen es erkennbar ist. Man kann sich vieles wegdenken, auch die eigene Begrenztheit. Es ist nicht schwer, sich selbst in einem größeren Zusammenhang zu wähnen, und sogar Beweise für einen „Alles-hängt-mit-allem-Zusammenhang“ finden. Gemäß einer bestimmten Deutung babylonischer Kosmologie befindet sich der gesamte Kosmos innerhalb eines Menschen und alle Wechselwirkungen, die im Kosmos stattfinden, spiegeln sich im Menschen wieder. Und doch ist der Mensch höchst individuell. Jeder Einzelne hat seine höchst eigene Natur. Natürlich ist jeder auch irgendwo Kulturträger, aber diese Würde, ist immer auch von seiner Natur abhängig. Das Kranke an Kultur ist, daß sie die Natur beherrschen will, ohne sich ihrer eigenen Natur gewahr zu sein. Legt man Nietzsches „Das-Sein-ist-der-Wille-zur-Macht“ zugrunde, so wäre es „das Sein“, welches sein eigenes unausweichliches Ende bereitet, das es zu verhindern sucht. Bei der Suche nach Emanzipation schafft der Mensch Zwänge. In allen seinen Zwangsstörungen ist er Opfer seiner eigenen Besessenheit! Die unter dem Titel „Katha Upanischad“ bekannte Schrift brahmanischer Liturgie (entsprechend Deiner Periodisierung der Kulturmonaden aus der „Hochform“ der vedischen Kulturmonade), findet die Worte, die ich hier nicht zu finden vermag und die die Würde des Menschseins beschreiben.

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21.10.2012, 22:25

Guten Abend!

Ich habe Dir nicht unterstellt, Du hättest „Geschichte studiert“ (**). Als ich schrieb, daß ich „auch (auch!) Geschichte studiert“ (**) habe, da meinte ich nicht, daß das auch andere Menschen getan haben, sondern ich meinte, daß ich auch noch andere Fächer studiert habe.

„So wurde Spengler (ähnlich wie auch Nietzsche) gerne von Nationalsozialisten benannt, obwohl diese ihn in einen völlig neuen Kontext stellten.“ (**). Die Konservativen waren die einzigen echten Widerständler gegen Hitler! Auch Spengler war ein Gegner des Nationalsozialismus. „Auf jeden Fall ist Spengler nicht erst durch diese Kontroversen ein Mensch, dessen Werk zu näherer Betrachtung einlädt und auch zu tiefgehenden Gedanken inspiriert.“ (**). Das stimmt! „Doch wäre es auch sinnvoll, diesem Denken nicht so sehr verhaftet zu sein, daß man darüber hinaus nicht den Sprung in die Moderne schafft. Diese kommt nämlich mit Herausforderungen daher, die es dem Menschen nicht erlauben, sich vor ihrem Gedankengut gänzlich zu verschließen.“ (**). Ich bin Spengler überhaupt nicht „so sehr verhaftet“, wie Du schreibst! Und wer soll denn hier Deiner Meinung nach „den Sprung in die Moderne nicht“ schaffen? Die Konservativen standen und stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Moderne, was man von den die Steinzeit anpeilenden Kommunisten und Ökofaschisten nicht sagen kann. Man kann nur modern sein, wenn man auch in der Lage ist, die Moderne wirklich da anzugreifen, wo es notwendig ist. Kommunisten (Rote) und Ökofaschisten (grün lackierte Rote) sind Spinner, die, wenn sie nur romantisch wären (sie sind es nicht), nicht sonderlich gefährlich werden können, aber wegen der Tatsache, daß ihre antimoderne Ideologie bei den antimodernen Menschen ankommt, weil sie in und mit ihr nicht zurechtkommen, und der Tatsache, daß sie z.B. von den Globalisten mißbraucht werden, doch sehr gefährlich werden können.

Ich persönlich tendiere, wie Du schon bemerkt haben dürftest, zu taoistischen Konzepten.“ (**). Ja, und die sind mir, wie ich ja schon mehrfach gesagt habe, auch sympathisch. „Die abendländische Philosophie ist mir zumeist etwas zu sehr überfrachtet mit kulturellen Werten und daher zu schwerfällig.“ (**). Das ist typisch für die abendländische (faustische) Kultur und eben nicht typisch für die antike (apollinische) Kultur, auch ist die Religion des faustischen Abendlandes „zu sehr überfrachtet ... und ... zu schwerfällig“ (**), aber die Religion der apollinischen Antike ist es gerade nicht - alles Gründe (neben anderen), das faustische Abendland und die apollinische Antike als zwei verschiedene Kulturen zu betrachten.

Wie sehr sich meine Kulturtheorie von Spenglers Kulturtheorie unterscheidet, habe ich schon oft erklärt. Meine Theorie über Kulturen (einschließlich deren Zivilisationen) ist zwar nicht unerheblich von Goethe und Nietzsche, also am meisten von Spengler beeinflußt (**), hebt sich aber trotzdem in gar nicht wenigen Aspekten von diesen ab, weshalb ich sie als doch ziemlich unabhängig bezeichnen möchte. Mein Konzept von den zwei menschlichen Kulturerscheinungen - quasi als den zwei Kulturbahnen (**) - ist m.W. sogar bisher von niemandem sonst vorgestellt worden, also einzigartig. In meiner Theorie sind Kulturen im allgemeinen und im besonderen (z.B. die verschiedenen Historienkulturen) als den Lebewesen sehr ähnlich aufzufassen. Außerdem sind alle Historienkulturen als Abweichungen (besonders in der künstlerischen Art bzw. Form) von der Menschenkultur zu verstehen, in die sie über ihre Modernen bzw. Zivilisationen allmählich wieder einmünden - allerdings auf jeweils andere, nämlich kulturspezifische Art und Weise. Insofern und auch aufgrund anderer Hypothesen, z.B. auch der über die „vorgeburtliche“ Existenz einer jeden Kultur, unterscheidet sich meine Kulturtheorie auch sehr von Spenglers Kulturtheorie.

Ich verweise in dem Zusammenhang, wie sehr sich Spenglers und meine Kulturtheorie unterscheiden, auf folgenden Text:

„Brune geht unter Vorbehalt von ähnlichen Voraussetzungen aus wie Spengler. Anders als bei Spengler sind bei Brune vor allem folgende Hauptaspekte:
Kulturen sind keine Monaden (wie bei Spengler), sondern grundsätzlich offen gegenüber anderen Kulturen (fast wie bei Toynbee).
Vorgeburtliche Phasen der Kulturphasen sind von großer Bedeutung (bei Spengler spielen sie nur eine untergeordnete Rolle).
Zivilisatorische Phasen der Kulturen sind auch als bereits „vergreiste“ Phasen noch nicht völlig starr (wie bei Spengler), sondern können noch im Zyklus bleiben - wenn auch nur schwach.
Die Geschichte der Menschen verläuft auf mindestens zwei Bahnen, d.h. als eine Geschichte i.w.S. (Menschenkultur) und als eine Geschichte i.e.S. (Historienkulturen, die bei Spengler „Hochkulturen“ heißen und als die einzigen geschichtlich relevanten Kulturformen gelten).
Neben diesen Hauptaspekten gibt es noch weniger bedeutsame Aspekte und fast zu vernachlässigende Nebenaspekte, mit denen die Unterschiede zwischen Brune und Spengler in puncto Kulturtheorie herausgeschält werden können.
Kultur ist auch in Brunes Theorie eine zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Raum gebundene kulturelle Gemeinschaftsform - alltagssprachlich auch Kulturkreis genannt -, wird aber großzügiger definiert als in Spenglers Theorie. Für Brune ist sogar die Natur auf gewisse Art eine „Kultur“: die „1. Kultur“ (**). Kulturelle Einschachtelungen sind zu berücksichtigen, um zu verstehen, daß Kulturen nichts anderes sind als abgeleitete „Modernen“ aus einer ursprünglichen Kultur .... (**) ....
Brunes Kulturtheorie stellt sogar drei menschliche Kulturformen in Aussicht, doch zur Verdeutlichung der Geschichte als Unterscheidungsmerkmal kommen nur zwei in Frage, denn die mittlere (Historisierung oder Neanthropinen-Kultur) steckt ja als Übergangsform sowohl in der älteren (Menschwerdung oder Menschen-Kultur) als auch in der jüngeren (Historiographie oder Historien-Kultur[en]). Bei dieser Unterscheidung berücksichtigt Brune also zwei menschliche kulturelle Phänomene .... (**) ....
Brune geht davon aus, daß die Kultur als Hyperonym bzw. Superordination die Zivilisation als deren Hyponym bzw. Subordination in sich birgt. .... (**) ....
„Erstes Datum“ einer Kultur ist gemäß Brunes Theorie nicht die „Geburt“, sondern die „Ur-Geburt“ einer Kultur: „die Zeit der Befruchtung oder - genauer gesagt - die Zeit der Schlüpfung. Spengler sah das anders, obwohl auch er im Hinblick auf Kulturen die Vorgeburtlichkeit berücksichtigte und von Schwangerschaft sprach. Er bezog sich aber mehr auf Kulturen zwischen Geburt und Tod.“ (**). So weichen Brunes Daten für den Beginn einer Kultur von Spenglers Angaben erheblich ab. .... (**) ....
Vorteilhaft an dem Kulturmodell von Hubert Brune sind besonders die bereits angesprochenen Hauptaspekte, die die Unterschiede zu Spenglers Kulturmodell verdeutlichen (**): Gemäß Brunes Theorie sind nämlich die einzelnen Kulturen (1.) keine Monaden oder „Inseln“ in einem riesigen „Ozean“, sondern nur relativ geschlossene und ansonsten gegenüber anderen Kulturen offene „Inseln“ in einem kleinen „See“ auf einer größeren „Insel“ in einem relativ kleinen „Binnenmeer“, (2.) keine urplötzlich aus dem Nichts hervorgende, sondern zu dieser Zeit „pränatal“ sich entwickelnde Gebilde, (3.) keine ebenso plötzlich wieder verschwindende, sondern von schwachen auf starke, von starken auf schwache Schwankungen wechselnde und zuletzt nur noch schwachen Schwankungen ausgesetzte Gebilde, (4.) keine nur auf einer „Bahn“, sondern auf mindestens zwei „Bahnen“ sich entwickelnde Gebilde u.s.w.. Dadurch läßt sich - nur z.B. - viel besser (als bei Spengler) verstehen, warum Mesopotamien/Sumer, Ägypten, Antike, Maya/Inka gegen Ende ihres „Lebens“ den Einflüssen fremder Kulturen erlegen sind und Indien, China, Morgenland „überleben“ konnten. (Was aus dem Abendland werden wird, wird die Zukunft zeigen.) China schaffte es durch zunehmende Abschottung zur richtigen Zeit; das Morgenland schaffte es durch Aggressivität, mit der es aufgewachsen war (man bedenke allein schon seine geographische und in dem Zusammenhang zeitliche Mittellage!) und die es auch und besonders in „zivilisatorischer“ Zeit noch begleitete und begleitet (was heute der Westen „Islamismus“ nennt, ist ... Islam, also: aggressives Morgenland ohne Trennung von Religion und Politik); Indien schaffte es mit Mühe durch eine Mischung aus beiden Taktiken.“ (Herr Schütze, Die Kulturtheorie von Hubert Brune, in: Reserveforum, 07.03.2011 **).

Ob man die antike Kultur nicht getrennt oder doch getrennt von der abenländischen Kultur, ob man also beide als nur eine Kultur oder als zwei eigenständige Kulturen versteht, ist zwar nicht so sehr entscheidend; trotzdem sollte man beide Aspekte als Möglichkeiten berücksichtigen. So war vielleicht einerseits die eine Kultur zwar sehr stark verändert worden, wie das Nietzsche annahm und das Christentum der Entkulturierung (**) beschuldigte (**), und dennoch sie selbst geblieben, aber vielleicht andererseits doch „gestorben“, wie das Spengler annahm und hinzufügte: „sie wußte nichts davon“ (**). Beide Male wäre sie durch die „Pseudomorphose“ (**) bzw. den „Synkretismus“ (**) gegangen - das eine Mal deformiert „überlebend“ und bis heute „lebendig“ bleibend, das andere Mal deformiert „sterbend“ bis zum ahnungslosen Tod. Die Frage also, ob man von nur einer Kultur mit dem für viele verlockenden Namen „Europa“ oder von zwei Kulturen mit den Namen „Antike“ und „Abendland“, wie auch Spengler sie nannte (**), ausgeht, lasse ich nur deshalb offen, weil einerseits die Unterschiede so auffallend gegensätzlich sind, daß man nicht an zwei eigenständige Kulturen glauben mag, und die Menschen beider Kulturen auch biologisch sehr eng verwandt sind (**|**), andererseits aber auch die sehr spezifischen „Seelenbilder“ und „Ursymbole“, wie Spengler sie nannte (**|**|**), zu Ergebnissen geführt haben, die die Wahrscheinlichkeit, daß es sich doch um zwei eigenständige Kulturen handelt, steigen lassen. Und wenn es sich sogar um drei eigenständige Kulturen handelt? **
Europa, Antike, Abendland
Möglichkeit I*:EINE Kultur*„Europa“*
Möglichkeit II*:ZWEI Kulturen*„Antike“ UND „Abendland“*
Möglichkeit III*:DREI Kulturen*„Europa“ UND „Antike“ UND „Abendland“*

„Und zum Thema Individualität, wenn Du schreibst: „Das »Individuelle« gibt es so nicht“ (**), bewegst Du Dich jetzt aber ins Nihilistische.“ (**). Nein! Ich gehe einfach nur vom Wort aus. Der Mensch ist nicht unteilbar! „So könnte man genauso behaupten, daß es individuelle Historienkulturen nicht gibt.“ (**). Gemäß Spenglers Theorie sind Kulturen wie Monaden, aber meine Kulturtheorie geht mit dem Thema etwas großzügiger um. „Man könnte auch schnell dahin kommen, daß es die Menschheit so gar nicht gibt. Vielleicht gibt es das Sonnensystem so als Einheit auch gar nicht. Oder die Galaxie, oder den Kosmos, oder Raum und Zeit.“ (**). Das könnte man zwar so sehen und wird ja auch nach wie vor von nicht wenigen Menschen so gesehen, aber das ist ein zu großer Gedankensprung, weil es das Thema, um das es mir in dem Satz, mit dem Du mich zitiert hast, ging, nicht mehr direkt berührt. In dem Satz, mit dem Du mich zitiert hast, kommt es auf das Wort „so“ an. Ich habe mich nämlich auf die falschen Aussagen einiger Menschen bezogen und das auch mit Verweisen versehen (**|**). Wenn Du diesen Verweisen gefolgt wärst, hättest Du gesehen, was ich meine: Der Mensch ist kein bzw. nur bedingt ein Individuum! Ähnlich wie mit dem nur bedingten freien Willen“ (**) verhält es sich auch mit der nurbedingten Individualität“. So ist z.B. jedes Lebewesen und also auch jeder Mensch nur genetisch-biologisch ein „Individuum“ (lat. in = „un“, „nicht“ + lat. dividere = „teilen“) - ein „Unteilbares“ -, denn schon soziobiologisch gibt es keine „Individuen“ mehr, weil jedes „Unteilbare“ jede Art von Kollektivform (**) auf Dauer zerstört. „Individualität“ bedeutet auf dieser Ebene nur so lange kein Problem, wie sich ein Gemeinschaftsmitglied in den Dienst der Gemeinschaft stellt - und das tut übrigens auch jeder Häuptling, jeder Chef, jedes Leittier u.s.w. -, doch muß man dann eher von „Einzigartigkeit“ als von „Individualität“ (= „Unteilbarkeit“) sprechen, denn die „Unteilbarkeit“ ist ja genau das, was jede Gemeinschaft regelmäßig ausschließt. Tut sie dies nicht, dann ist sie lebensmüde. ** ** ** ** ** ** ** **

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22.10.2012, 01:15

Du hast geschrieben: „Die unter dem Titel »Katha Upanischad« bekannte Schrift brahmanischer Liturgie (entsprechend Deiner Periodisierung der Kulturmonaden aus der »Hochform« der vedischen Kulturmonade), findet die Worte, die ich hier nicht zu finden vermag und die die Würde des Menschseins beschreiben.“ (**). Spengler sah in Kulturen Monaden, ich sehe in ihnen jedoch mehr oder weniger offene Phänomene (**|**). Und was die Veden angeht, so enstanden sie gemäß meiner Kulturtheorie nicht in der Zeit der „»Hochform«“ (**), sondern schon in der Zeit der „Frühform“ der indischen Kultur. Da hast Du wohl nicht richtig gelesen. Mit den Veden begann im 15. Jh. v. Chr. die „Geburt“ (**) der indischen Kultur, denn die indogermanischen Arier, die zu dieser Zeit bereits den pferdebespannten Streitwagen kannten, waren den Ureinwohnern (Drawida) überlegen. Die Veden (vgl. lat. vidi = ich habe gesehen, ich weiß) bedeuten heiliges Wissen und sind das älteste heilige Schrifttum der Menschen in Sanskrit, einer indogermanischen Sprache. (**). Vom 15. Jh. v. Chr. bis zum 8. Jh. v. Chr. befanden sich die Inder in ihrer frühkulturellen Zeit. Die drei hochkulturellen Phasen erlebte Indien vom 8. Jh. v. Chr. bis zum 4. Jh. v. Chr.; in dieser Zeit lebte auch Gautama Buddha (ca. 560-483). 512 v. Chr. verlor Indien Gebiete an Dareios von Persien. **

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22.10.2012, 13:32

Schreibe mir doch einmal noch mehr über Deine Idee von der „»Meta-Kultur«“ (**), und zwar unter Berücksichtigung folgender Fragen:
-Wie genau hast Du die Babylonische Meta-Kultur räumlich und zeitlich abgegrenzt?
-Meinst Du mit der Babylonischen Meta-Kultur wirklich jene Kulturform, der die kleineren Kultureinheiten untergeordnet sind (das wäre dann wie in meiner Kulturtheorie), oder haben für Dich die kleineren Kultureinheiten mit ihr nichts zu tun?
-Falls die Babylonische Meta-Kultur kleineren Kulturformen übergeordnet ist, muß sie heute noch andauern, oder urteilst Du darüber etwa anders?
-Was sagst Du über die Zukunft der Babylonischen Meta-Kultur, falls sie noch existiert?
Aus Deinen bisherigen Texten sind mir die Antworten zu diesen Fragen unklar geblieben.

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23.10.2012, 23:08

Hallo Hubert,

der Verweis auf die „Katha Upanishad“ bezieht sich nicht direkt auf die älteren Veden, von denen die ältesten wohl tatsächlich bis tief ins 2. Jahrtausend v.C. zurückreichen (oder gemäß indischer Traditionen auch noch viel weiter), sondern auf die Upanischaden. Diese Unterweisungen gehören zu den jüngsten Bestandteilen der Veden. Eine Übersetzung aus dem Sanskrit mußt Du mir hier nicht präsentieren, da meine Sanskrit-Kenntnisse ausreichen, einfache Texte und Wörter zu verstehen.

Die Begründung, daß die Arier der Urbevölkerung überlegen waren, kenne ich zwar, ich bin aber umgekehrt der Meinung, daß die alteingesessene Bevölkerung am Indus hier eigentlich Träger der Hochkultur war, und die Arier (kulturell vergleichbar mit den späteren Hunnen), als wilde Horden von Nomaden in das Land eingefallen sind, sich des alten kulturellen Substrats bemächtigt haben, und darauf eine Art Gewaltherrschaft errichtet haben. Die alten magisch-schamanistischen Vorstellungen der Arier dürften in diesem neuen hoch kultivierten Umfeld in einen völlig neuen kultischen Kontext gestellt worden sein: die brahmanische Tradition war hier nun der Träger des so entstandenen vedischen Kultes. Dieser war zugleich Fundament der neuen Gesellschaftsordnung, deren kulturelle Disparität zu rassistischen Tendenzen führte und die einzig und allein durch eine aggressive Expansionspolitik und Raubzüge über den gesammten Subkontinent zusammengehalten wurde. Diese Gewaltherrschaft zerfiel aber letztendlich durch innere Konflikte in zahlreiche, von arischen Stammesclans beherrschte Domänen. Die weitere kulturelle Entwicklung Indiens ist nur innerhalb dieses Gefüges diverser lokaler Entwicklungen mit einer gewissen Souverenität zu verstehen, welches sich in seiner Komplexität meiner bislang eher zusammenfassenden Betrachtung nicht erschließt.

Der Behaubtung, daß die Veden die ältesten heiligen Schriften in Sanskrit sind, möchte ich gerne hinzusetzen, daß das Sanskrit auf jüngere sprachliche Entwicklungen aufbaut. Vedisches „Sanskrit“ ist, genauer betrachtet, eigentlich noch gar kein Sanskrit, sondern nur eine frühe Sprachform dessen. Der Unterschied ist jetzt vielleicht kleiner als der zwischen Reichsdänisch und Alt-Nordisch, aber es wäre sicherlich linguistisch nicht korrekt, alte germanische Schriften - wie die Edda - als ältere Zeugnisse des Dänischen oder des Isländischen zu erwähnen.

Nimmt man andere Sprachen hinzu, so wird man „heiliges“ Schrifttum aus Mesopotamien und Ägypten finden, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit älter ist, als die ältesten Fassungen der Veden. Auch chinesische Orakelschriften dürften teilweise älter sein.

Die Gründung des Buddhismus auf hinduistischen (also vedischen) Traditionen sehe ich analog zur Gründung des Zoroastrismus auf magischen Traditionen. Auch die Zeit des Auftetens dieser Reformen gehört in dieselbe Epoche. Ich gehe für diese Zeit von einem kulturellen Kontinuum aus: zwischen dem iranischen Hochland und den kasachischen Steppen einerseits, und dem Gangesdelta und Zentralindien andererseits. Dieses war geprägt von einem Gefälle von neuen Vedischen Kulturzentren und der Hochkultur am Indus und auf dem indischen Subkontinent bis zu alten magischen Traditionen im iranischen Hochland und den zentralasiatischen Steppen. Die kulturellen Differenzen waren so groß, daß dieses Kontinuum spätestens nach den Reformen Zarathustras zerfiel. In den iranisch-persischen Raum einerseits, und den arisch-vedischen Raum andererseits. In letzterem führten weitere Reformbestrebungen zur Gründung verschiedener vedischer Traditionen, aber auch des Buddhismus, der in sich gewisse Widersprüche der sozialen Disparität und rassistische Tendenzen des Hinduismus auflöst und gleichzeitig (vergleichbar mit dem Zoroastrismus) eine gewisse Rückbesinnung auf alte schamanistische Traditionen darstellt und dem vedischen Kult mit seinen Innovationen kritisch gegenübersteht.

In diesem Sinne denke ich: zwischen 600 v.C. und 300 v.C. verlor Indien nicht nur Gebiete an seine westlichen Nachbaren, sondern in diesem Zeitraum erfolgte auch erst eine klare kulturelle Trennung zwischen dem persisch-iranischem Raum und dem indisch-arischen Raum, und zwar aufgrund der innerhalb der Expansion arischer Eroberer verlorengegangenen kulturellen Homogenität und einer sich auch nach dieser arischen Expansion fortsetzenden kulturellen Entfremdung beider Kulturräume. Diese verstärkte sich noch, als Persien hellenistisch erobert wurde, und sich zwischen dem persischen Kulturraum der Seleukiden und dem indischen Kulturraum Herrschaften in Graeco-Baktrischer Tradition gründeten.

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23.10.2012, 23:58

Guten Abend!

Zunächst einmal zu den Upanischaden:

Upanischaden (Sanskrit: „das Sich-in-der-Nähe-Niedersetzen“; gemeint ist damit: „sich zu Füßen eines Lehrers (Guru) setzen“, aber auch geheime, belehrende Sitzung) sind eine Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus und Bestandteil des Veda und des Brahmanismus. Die Upanischaden umfassen etwa 250 Schriften, die über mehrere Jahrhunderte entstanden sind und Themen wie Wiedergeburt, Yoga und Karma ansprechen. Insbesondere die 13 vedischen Upanischaden haben den späteren Hinduismus geprägt. Es existieren rund 150 Upanischaden, wovon 108 offiziell anerkannt werden. Die Texte wurden sowohl in Prosa als auch in Versform verfaßt. Die Upanischaden beschäftigen sich mit dem Wesen von Brahman, der universellen Weltenseele, von der Atman eine Reflexion in jedem Wesen ist, die innerste Essenz eines jedes Individuums. Brahman – und damit auch Atman – ist unvergänglich, unsterblich, unendlich, ewig, rein, unberührt von äußeren Veränderungen, ohne Anfang, ohne Ende, unbegrenzt durch Zeit, Raum und Kausalität, ist reines Sat-Chit-Ananda (Sac-Cid-Ananda), reines Sein, Existenz an sich (Sat), Bewußtsein, Verstehen (Chit) und Wonne, reines Glück (Ananda). Textgeschichtlich haben sich die Upanischaden aus den Brahmanas als den Ritual- und Opfertexten entwickelt und sind teilweise auch Bestandteil von ihnen. Während also die Brahmanas sich hauptsächlich mit Opferritualistik beschäftigen, werden in den Upanischaden Zweifel an diesem System des korrekt (und mechanisch) ausgeführten Opfers formuliert. Es ist das Bestreben spürbar, hinter die Dinge zu schauen. Weitere Themen sind die Essenz und der Sinn des Daseins, verschiedene Arten der Meditation und der Gottesverehrung sowie Eschatologie, Erlösung und die Lehre von der Wiedergeburt Samsara. Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer empfand die Upanischaden als „... belohnendste und erhebendste Lektüre, die ... auf der Welt möglich ist: sie ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens seyn.“ (Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 1851, II, § 184).

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24.10.2012, 01:10

Du hast geschrieben: „Die Begründung, daß die Arier der Urbevölkerung überlegen waren, kenne ich zwar, ich bin aber umgekehrt der Meinung, daß die alteingesessene Bevölkerung am Indus hier eigentlich Träger der Hochkultur war, und die Arier (kulturell vergleichbar mit den späteren Hunnen), als wilde Horden von Nomaden in das Land eingefallen sind, sich des alten kulturellen Substrats bemächtigt haben, und darauf eine Art Gewaltherrschaft errichtet haben.“ (**). Also waren sie doch überlegen - zumindest von der Gewalt (Macht) her! Um Unklarheiten gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist es immer vorteilhaft, vorher sprachlich genau festzulegen, was man meint, denn in diesem Beispielsatz ist es wichtig, vorher festzulegen, ob man das Wort „überlegen“ eher mit kriegerischer (militärischer) oder anderer (dann aber auch genau zu benennender) Macht in Relation setzen will. Ansonsten bleibt die Aussage einfach unklar.

Ich habe Dich jetzt so verstanden, daß Du die Alteingesessenen für kulturell „überlegen“ (**) hältst, denn in jedem anderen Fall ergeben sich Widersprüche. Ob aber die wirklich kulturell überlegen waren, ist nicht bewiesen - im Gegenteil: wahrscheinlicher ist, daß sie auch kulturell unterlegen waren, denn wer zwar kulturell mehr erreicht hat als der Eroberer, wird spätestens dann, wenn seine Kultur den Zenit ihrer Zivilisation überschritten hat, die Eroberung seiner Kultur durch Fremde gar nicht bemerken, weil er bereits zu dekadent (geworden) ist. Ob das aber bei den Alteingesessen der Fall war, bezweifle ich wiederum, weil das, aus dem sie eine Historienkultur vielleicht gestaltet hätten, wenn die Indogermanen nicht gekommen wären, noch zu jung war, also so etwas wie eine kulturelle „Fehlgeburt“ war. Ihre Kultur war also nicht zu alt (Zivilisation), sondern zu jung!

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24.10.2012, 06:55

Hallo, Hubert!

Kurz über die „Metakultur“ - ich antworte einfach auf die Fragen, die Du mir gestellt hast.

Frage: „Wie genau hast Du die Babylonische Meta-Kultur räumlich und zeitlich abgegrenzt?“ **

Antwort: Zur zeitlichen Abgrenzung setze ich den Beginn der Babylonischen Meta-Kultur im 32. Jahrhundert v.C. an. Eine Abgrenzung bezüglich des Endes dieser Meta-Kultur in der Zukunft ist schwierig, da sie noch lange nicht abgeschlossen ist. Das Ende der vergangenen Meta-Kultur der Steinzeit würde ich mit dem Aufkommen der Babylonischen Meta-Kultur auf das 32.Jahrhundert v.C. datieren, eine Zeit, zu der die seit etwa 800000 Jahren bestehende Steinzeitkultur meiner Meinung nach bereits mehr als 20000 Jahre Niedergang hinter sich hat. Dennoch sind Reste der Steinzeitkultur regional sogar bis heute erhalten. Was die geographische Ausdehnung betrifft, so sind neolithische Kulturen überall dort, wo die Babylon-Kultur mit ihren Institutionen aufgetaucht ist, vernichtet worden. Generell würde ich jede Hochkultur als eine mehr oder weniger babylonische betrachten, da allein der Begriff „Hochkultur“ ein Hochkultur-Begriff ist und die Auseinandersetzung damit, was eine Hochkultur eigentlich ausmacht, nur in einer Hochkultur denkbar ist (Hochkultur-Turmbau).

Entsprechend kannst Du bestimmt folgern, daß gemäß meiner Kulturtheorie jegliche Hochkultur auf die Babylonische Meta-Kultur zurückgeht und es kein unabhängiges Entstehen von Hochkulturen an verschiedenen Orten gab. Obwohl ich bezüglich der mittelamerikanischen Kulturen diese Frage lieber offen lassen würde, da sie kaum abschliessend geklärt werden kann (die Mormonen will ich hier lieber nicht als Zeugen benennen).

Frage: „Meinst Du mit der Babylonischen Meta-Kultur wirklich jene Kulturform, der die kleineren Kultureinheiten untergeordnet sind (das wäre dann wie in meiner Kulturtheorie), oder haben die kleineren Kultureinheiten mit ihr nichts zu tun?“ **

Antwort: In meiner Kulturtheorie sehe ich eine unüberschaubare Zahl von einander nicht eindeutig abgrenzbaren Kulturen mit teilweise sehr fließenden Übergängen. Die einzige Abgrenzung, die ich hier benutze, ist die Steinzeit-Babylon-Abgrenzung. Diese ist zwar auch fließend, aber gemäß des Jahreszeitenzyklus (den Du ja auch benutzt) etwa vergleichbar mit dem Herbst-Winter-Übergang wäre. Die Grenzen der kleineren Kultureinheiten wären hier wie Wetterfronten im Jahreszyklus einzuordnen, aber im großen Ganzen etwa ihrer Jahreszeit entsprechend.

Frage: „Falls die Babylonische Meta-Kultur kleineren Kulturformen übergeordnet ist, muß sie heute noch andauern, oder urteilst Du darüber etwa anders? **

Antwort: Wie ich schon in der ersten Frage meinte, denke ich, daß diese Kultur tatsächlich noch anhält. Es gibt eigentlich nur einen mir bekannten Staat auf der Erde, der nicht direkt der Babylon-Kultur zugeordnet werden kann, auch wenn er stark von ihr überprägt ist: Äthiopien.

Frage: „Was sagst Du über die Zukunft der Babylonischen Meta-Kultur, falls sie noch existiert? **

Antwort: Ich denke nicht, daß Kulturen in Zeiträumen, in denen sich Meta-Kulturen bewegen, zuverlässig vorausgesagt werden können. Lege ich das Gedankenspiel mit den Jahreszeiten zugrunde, so würde ich hier gerne mal festhalten, daß die vergangene Meta-Kultur (also der kulturelle Herbst innerhalb des Kulturzyklus) etwa 800000 Jahre gedauert hat. Auf jeden Fall halte ich es für unwahrscheinlich, daß eine Meta-Kultur länger als 2 Millionen Jahre dauert, aber ebenso würde ich nicht von einer Meta-Kultur sprechen, wenn ich erwarten würde, daß sie innerhalb weniger Jahrtausende, oder sogar nur Jahrhunderte untergeht (was dennoch nicht sicher auszuschließen ist).

Zu der Steinzeitkultur würde ich gerne noch sagen, daß ich deren Beginn etwa da sehe, wo die Menschen das Feuer vom Himmel gestohlen haben. Das hätten sie in einer älteren Kultur nicht tun müssen, da war es nämlich durchweg warm.

Mit freundlichen Grüßen!

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24.10.2012, 06:58

Wie gesagt, ich bin des Sanskrit soweit mächtig.

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24.10.2012, 07:06

Ich denke, daß eine höhere Kultur prinzipiell weniger aggressiv ist und aufgrund ihrer hohen kulturellen Entwicklung auch keinerlei Aggressionen nötig hat. Ich denke auch, daß eine hohe Kultur, die angegriffen wird, sich nicht zwangsläufig verteidigt, sondern sich ihres zwangsläufigen Untergangs viel bewußter ist als eine niedere Kultur und auch eher bereit ist, diesen Untergang hinzunehmen. Auch wird eine höher entwickelte Kultur sich eher auf die niedere Kultur einlassen und letztere nachhaltig beeinflussen.

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24.10.2012, 13:45

Das ist interessant! Aber warum läßt Du die Babylonische Meta-Kultur ausgerechnet im 32. Jahrhundert v.C. beginnen?

Des weiteren hast Du geschrieben: „Generell würde ich jede Hochkultur als eine mehr oder weniger babylonische betrachten, da allein der Begriff „Hochkultur“ ein Hochkultur-Begriff ist und die Auseinandersetzung damit, was eine Hochkultur eigentlich ausmacht, nur in einer Hochkultur denkbar ist (Hochkultur-Turmbau).“ (**). Der Begriff „Mensch“ ist ein Mensch-Begriff. Bleibst Du trotzdem bei Deiner Aussage zum „Begriff »Hochkultur«“? Die Folgerung, daß gemäß Deiner Kulturtheorie „jegliche Hochkultur auf die Babylonische Meta-Kultur zurückgeht und es kein unabhängiges Entstehen von Hochkulturen an verschiedenen Orten gab“ (**), ist nach dem, was Du darüber gesagt hast, logisch zwingend, aber man kann statt kein unabhängiges Entstehen von Hochkulturen“ (**) dennoch „relativ unabhängiges Entstehen von Hochkulturen“ sagen, weil die Hochkulturen (Historienkulturen) ja durchaus auch etwas Eigenständiges sind, weil sie sich auch als etwas Eigenständiges entwickelt haben, wenn auch innerhalb einer ihnen übergeordneten Meta-Kultur. Vergleiche zur Systemtheorie von Niklas Luhmann tun sich hier auf.

Du meinst ja, „daß eine höhere Kultur prinzipiell weniger aggressiv ist und aufgrund ihrer hohen kulturellen Entwicklung auch keinerlei Aggressionen nötig hat ..., „daß eine hohe Kultur, die angegriffen wird, sich nicht zwangsläufig verteidigt, sondern sich ihres zwangsläufigen Untergangs viel bewußter ist als eine niedere Kultur und auch eher bereit ist, diesen Untergang hinzunehmen. Auch wird eine höher entwickelte Kultur sich eher auf die niedere Kultur einlassen und letztere nachhaltig beeinflussen.“ (**). Gemäß meiner Kulturtheorie ist das von Dir beschriebene Verhalten (vgl. Deine Wortwahl: „weniger aggressiv ..., keine Aggression nötig ..., nicht zwangsläufig verteidigt ..., hinzunehmen ..., einlassen“ **) einer Kultur nur dann möglich, wenn sie eine bestimmte „Reife“ erreicht hat, um dafür dekadent oder zivilisationistisch bzw. modern, eben nihilistisch genug sein zu können. Mit anderen Worten: Wenn sie jung ist, muß sie, um „überleben“ zu können, diejenigen Verhaltensweisen haben, die zu denen, die Du beschrieben hast, genau im Gegensatz stehen. Ist eine Kultur noch jung und zeigt diese Verhaltensweisen nicht, wird sie, wenn sie Pech hat, von Fremden, sofern in der Nähe, erobert werden. Das passierte in der Geschichte bisher nicht selten, und die Kulturen, die davon betroffen waren, waren so jung, so hilflos - sie waren noch in ihren Ur-/Vorformen -, daß sie eine kulturelle „Fehlgeburt“ erlitten.

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26.10.2012, 05:48

Ich sehe die verschiedenen Stadien einer Kultur, die Du so gerne als Kulturkreise bezeichnest, eher analog mit den Entzündungsherden einer Krankheit. Der menschliche Geist ist hier der Wirt, dessen grosse Kapazität bietet eine optimale Angriffsfläche .... Ein Mensch, der sich über seine Kultur definiert, ist nicht mehr wirklich ein Mensch, er ist so etwas wie die „Borg“ bei „Raumschiff Enterprise“, ohne eigenen Willen, ohne eigenen Verstand, vollends versklavt. Die einseitig positive Bewertung kultureller Leistungen sehe ich hier eher als Symptom dieser Besessenheit und als Zeichen für die fortgeschrittene Dekadenz seines eigenen Zustands. Ein Befreien von dieser „Krankheit“ wäre genauso unsinnig wie das Behandeln eines Schnupfens .... Die Kultur ist etwas, was die Menschheit gemeinsam durchstehen muß, und wenn sie durchkommt, wird sie hinterher wieder ein wunderbares Leben führen können. Jeder Einzelne geht in seinem Leben ein vorkulturelles Stadium durch, wo er geistig noch nicht von der Kultur besessen ist. Es ist auch möglich, im späteren Leben geistige Zustände, in denen der Mensch das vollkommene Glück einer Befreiung von seiner Kultur erfährt, zu erleben .... Dies ist nicht etwa durch kulturell vermittelte Techniken der Meditation erreichbar; es ist eher etwas, was während der Meditation geschehen kann, wenn der Meditierende vergißt, was Meditation ist und was er darüber zu wissen meint.

Eine Kulturmonade als Lebewesen zu betrachten, sehe ich ähnlich, als wenn man eine Epidemie als ein einziges Lebewesen betrachten will. Die Gleichartigkeit der Entwicklung ist bedingt durch das homogene Milieu, durch das die Epidemie sich ausbreitet. Sobald sich das Milieu ändert, verändert sich auch das Ausbreitungsverhalten der Epidemie. Somit wäre das Milieu das Lebewesen (also der Mensch, oder aber die Erdoberfläche mit den Lebensbedingungen), nicht aber die Kultur. Doch alle diese Betrachtungen sollen nicht zu einem verächtlichen Blick auf Kulturen führen, sondern vielmehr helfen, sich von der einseitigen Bewertung von Krankheiten zu distanzieren. Wenn man es so nimmt, sollte man sich mal ein verschimmelndes Objekt anschauen, daß allmählich anfängt, in den buntesten Farben zu schillern, und wenn man sich dann die Erde aus dem Weltraum im Zeitraffer ansieht, wird man schnell feststellen, daß das besondere an unserem Planeten ist, daß er die Eigenschaft hat zu gammeln und zu verwittern, und dabei einige ganz unglaubliche Zerfallsprodukte hervorbringt ....

Alle diese Dinge sollten den Menschen in seiner kulturellen Arroganz und Anmaßung, sich als Teil von etwas Großem zu wähnen, ein wenig Ehrfurcht lehren. Hier sind wir vielleicht gar nicht mehr so weit von Oswald Spengler, dessen „Kulturmechanik“ (ich nenne das jetzt mal so) den Menschen auch zu etwas ganz Kleinem im Räderwerk der Geschichte macht. Dennoch will ich den Menschen nach wie vor als etwas ganz Besonderes sehen und jenseits aller Arroganz die Fähigkeit des Menschen zur Liebe betonen - und dabei meine ich die Liebe, die ein Mensch zu seinem Nächsten empfinden, somit seine eigene Grenze überwinden und jemand sein kann, der er eigentlich gar nicht ist. Dies aber nicht als Teil eines abstrakten, innerhalb abstrakter fließender Grenzen gezogenen Gedankenspiels, sondern als konkrete Beziehung zwischen real existierenden, unabhängigen, mit freiem Willen ausgestatteten „Einheiten“. Die Beziehung des Einzelnen zum großen Ganzen (Brahman und Atman) im Sinne der Ehrfurcht und schicksalshafter Verbundenheit ist ebenfalls eine Vollkommenheit und ergänzt das in sich Verhaftete durch sein Komplement, das Nichtsein, die vollkommene Loslösung von jeglichen Grenzen ....

Diese Scheindualität läßt uns unendlich viele Dinge erscheinen, derer jedes nur so ist, wie es erscheint, aber über die Erscheinung hinaus keinen Bestand hat. So eine Erscheinung ist wie die Traumzeit, die den Wanderer über seine Songline führt. Die ganze Mindmap ist so eine Songline und der Mensch so ein Wanderer und die Traumzeit der metaphysische Kosmos und die Sonne das Auge, welches in diesen metaphysischen Kosmos hineinblickt, und die Regenbogenschlange, die das Licht, die Wahrheit des Kosmos, in alle diese Erscheinungen zerstreut. Die Wahrheit liegt ihrer Wahrnehmung zugrunde. Die Büchse der Pandorra ist noch nicht geöffnet. Noch hoffen wir auf alle diese Erscheinungen, bauen auf ihre Verläßlichkeit, leben unsere Träume zu ihrer Zeit in unserem metaphysischen Kosmos.

Dies sind allerdings kulturell bedingte Betrachtungen und werden dem Wunder der Schöpfung nicht gerecht!

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26.10.2012, 18:24

Ja, hallo erst ’mal!

Ich weiß gar nicht, ob Du’s wußtest, aber ich bezeichne nicht die verschiedenen Stadien einer Kultur ... als Kulturkreise“ (**), sondern die Kulturen als Kulturkreise. Ich definiere Kulturkreise also nicht über die Zeit, sondern über den Raum. Auch ist es nicht so, daß ich sie „gerne“ (**) so bezeichne, sondern ich bezeichne sie einfach aus rationalen Günden so - also: ohne irgendeine Emotion.

Ich habe Dir ja schon mehrfach gesagt, daß wir zunächst unsere „Folterinstrumente“ - in diesem Fall: unsere offensichtlich unterschiedlichen Definitionen für „Kultur“ - darlegen sollten, bevor wir das Thema vertiefen. Dadurch vermeidet man Mißverständnisse und spart Mühe.

Also: Ich gehe beim nun folgenden Text stets davon aus, daß Du mit „Kultur“ die „Babylonische ... »Meta-Kultur«“ (**) und eventuell dazu noch seine „Pickel“ als seine vielen kleinen Ableger meinst.

Kulturmodell

Bild

Wenn ich nämlich von meiner Definition für „Kultur“ ausgehe (**), dann sind nicht die Kulturen das Problem, sondern lediglich deren Krankheiten, die sich besonders dann häufen, wenn die Kulturen „reif“ geworden sind. Deine bisherigen Texte drücken das auch genauso aus - ich meine das in bezug auf Deine Person, so daß ich glaube, daß Du Deine Kultur, in der Du aufgewachsen bist, nicht magst, vielleicht sogar haßt. Das hilft Dir aber überhaupt nicht! Selbst dann, wenn die Kultur so zu definieren wäre, wie Du es gerne hättest, wäre das so. Du könntest es nicht ändern. Die „Meditation“ (**), von der Du sprichst, ist ja selbst ein Produkt von Kultur, also kann Dir Kultur helfen, aber garantiert nicht die Natur und schon gar nicht die „Menschheit“ (**), die es so (so!) - ähnlich wie die „Individualität“ (**) - nicht gibt. Die Menschheit müßte schon ein handelndes Subjekt sein, und das war sie noch nie und wird es wahrscheinlich auch nie sein. Ich gehe zwar auch von einer Menschen-Kultur aus, die ich „Menschwerdung“ oder manchmal auch „Menschheit“ oder „M-Bahn“ (**) nenne, meine damit aber eine Kultur, die, wenn überhaupt, noch im Aufbau begriffen ist und wahrscheinlich niemals Wirklichkeit werden wird. Die „Menschheit“ wird höchstwahrscheinlich ein Versuch bleiben, falls sie ein solcher überhaupt war, ist oder sein wird. Ernsthaft gesprochen: Ich glaube nicht an das Projekt „Menschheit“, obwohl ich es in meiner Kulturtheorie berücksichtigt habe - als Kultur bzw. 2. Moderne, denn ich gehe ja von 4 bis 6 Modernen, also durchschnittlich 5 Modernen aus (**|**), die jeweils so etwas wie das gebildet haben, was Du „Meta-Kultur“ (**) nennst. Ich weiß nicht, ob das Universum eine Moderne (z.B. die eines Multiversums) ist, und ich weiß nicht, ob der Historismus, wie ich ihn gemäß meiner Kulturtheorie verstehe, sich wirklich als Moderne der Historiographik zu einer Kultur weiterentwickeln wird (**). Wären beide Fragen zu bejahen, dann hätten wir es mit 6 Modernen zu tun, wären beide Fragen zu verneinen, dann hätten wir es mit 4 Modernen zu tun - im Meta-Sinne!

Du willst zurück zur Natur - wie Rousseau. Du bist ein Rousseauist, wobei man berücksichtigen muß, daß nicht sicher ist, ob Rousseau wirklich sagte, daß wir zur Natur zurückkehren sollen, sondern es war Kant, der damit erklären wollte, was Rousseau meinte.

Du glaubst also: „Ein Mensch, der sich über seine Kultur definiert, ist nicht mehr wirklich ein Mensch“ (**); ich aber sage Dir: Eine Kultur, die sich über „den Menschen“ definiert, ist nicht mehr wirklich eine Kultur! Sie ist zwar auch dann noch eine Kultur, aber „nicht mehr wirklich“, weil sie ja dann „Zivilisation“ nur noch sein will. **

Eine „mit freiem Willen“ (**) ausgestattete Einheit kann nur ein transzendentes Phänomen oder Wesen wie Gott sein, denn ansonsten gibt es den „freien Willen“ nicht. Weil der Mensch glauben kann, er habe einen „freien Willen“, verfügt er immerhin über einen „bedingten freien Willen“, denn der Mensch kann in „Distanz“ zu sich selber und also auch zu seinem Gehirn gehen (z.B. Gehirnforschung, Neurologie betreiben), über sich selbst hinausgehen, das heißt: der Mensch kann „transzendent“ sein. Es ist seine „Transzendenz“ (Heidegger nannte sie auch „Weltoffenheit“), die ihm einen „bedingten freien Willen“ ermöglicht und ihn gegenüber allen anderen Lebewesen „frei“ macht. Obwohl er also über keinen „freien Willen“, sondern nur über einen „bedingten freien Willen“ verfügt, ist der Mensch - und zwar: nur der Mensch - wegen seiner Fähigkeit zur „Transzendenz“, die man ja auch „Geist“ nennen kann, „freier“ als alle anderen Lebewesen; er ist Schöpfer und einziges Mitglied der „geistigen“ Schicht (**). „Freiheit“ des Menschen heißt eben nicht „Willensfreiheit“ des Menschen, denn der Mensch verfügt über keinen „freien Willen“, sondern nur über einen „bedingten freien Willen“.

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26.10.2012, 19:31

Als Antwort auf Deinen Gästebuch-Eintrag vom 23.09.2010 um 00:31 Uhr (**) schrieb ich damals u.a.:

Kultur ist der Versuch des Ausbruchs aus der Natur. Sie endet, wenn sie als „Zivilisation“ vereist, vergreist, erstarrt oder versteinert. Die Zivilisation einer Kultur ist nämlich der Versuch, wieder zurück in die Natur zu kommen. Mit anderen Worten: Kultur ist a- bzw. antirousseauistisch, Zivilisation ist rousseauistisch. Der erste abendländische Aufruf zur Zivilisation lautet ja auch bekanntlich: „Zurück zur Natur!“ (Jean-Jacques Rousseau). Kultur ist, wenn Menschen Götter werden wollen und in einem gewissen Ausmaß auch tatsächlich werden; Zivilisation ist, wenn Menschen wieder Tiere werden wollen und in einem gewissen Ausmaß auch tatsächlich wieder werden. **

Menschen sind als Wesen deshalb so schwer zu bestimmen, weil sie eigentlich nichts so richtig können, obwohl sie ebenso eigentlich alles können müßten. Sie sind nicht so richtig Tiere und nicht so richtig Götter. Sie bewegen sich nämlich immer nur dazwischen. Und auch (auch!) hieraus erklärt sich der Grund, warum Menschen - zumindest als Kulturwesen - immer einem „Auf“ und einem „Ab“ folgen (müssen). In ihrem Auf sind sie unterwegs von ihrem Tier-Sein zu ihrem Gott-Sein, das sie aber nie wirklich erreichen; und in ihrem Ab sind sie unterwegs von ihrem Gott-Sein zu ihrem Tier-Sein, das sie aber ebenfalls nie wirklich erreichen. Sie sind „Verdammte“! **

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27.10.2012, 22:23

Grüß Dich, MS!

Deiner Meinung nach soll „uns allein die Vorstellung von gezüchteten Menschen zuwider“ (**) sein, doch Du vergißt dabei, daß die Menschen schon von ihrem Beginn an sich selbst züchten. Deshalb ist es auch nicht „eine Frage der Betrachtung, ob Menschen innerhalb der Babylonischen Kulturen (im Gegensatz zu Steinzeitlichen Kulturen) nicht tatsächlich in Gefangenschaft leben und in gewisser Weise Zucht betreiben“ (**). Die Züchtung der Menschen durch Menschen ist keine Ob-Frage, auch nicht so sehr eine Warum-Frage, sondern vor allem eine Wie-Frage, nämlich wie sehr Menschen Menschen züchteten, züchten und züchten werden.

Wenn Du glaubst „daß ein Mensch, der sich allein durch seine Kultur identifiziert, sich nicht mehr mit seiner Natur identifizieren kann“ (**), dann vergißt Du dabei, daß die Natur des Menschen seine Kultur ist (**). Es kommt hierbei nicht auf die „Betrachtung“ (**), sondern auf die begrifflichen und also sprachlichen Formulierungen an, in diesem Fall vor allem, was man unter „Natur“ und „Kultur“ genau versteht, wie man sie definiert (**|**). Die meisten Abendländer neigen dazu, „Natur“ und „Kultur“ als ein Komplentärpaar zu definieren, doch ich bin in dieser Hinsicht großzügiger, denn: wenn man davon ausgeht, daß die Menschen Teil der Natur sind, wie sie die abendländische Naturwissenschaft definiert, dann sind auch die menschlichen Meta-Kultur(en) und (Historien-)Kulturen Teil der Natur. Schlußfolgernd und dabei zu einem möglichen Anfang zurückgehend behaupte ich also sogar, daß die Natur selbst zumindest teilweise eine Kultur ist (**|**|**). Anderen Ursprungs kann die Kultur, können die Kulturen nicht sein.

Zwar gilt gemäß unserer abendländischen Kultur als Kultur das nicht von der Natur selbst, sondern von Lebewesen - vor allem von Menschen - Geschaffene; doch meine Definition geht über diese mono(historien)kulturelle - weil nur eine abendländische - Definition ein wenig hinaus: Kultur ist gemäß meiner Kulturtheorie nicht einfach nur ein Komplementärbegriff zur Natur, sondern steht zu dieser auch in einer Teil-von-Beziehung, also sind gemäß meiner Definition beide immerhin teilweise gleichbedeutend (partiell synonym), wobei noch unter nur einer, aber erkenntnistheoretisch sehr wichtigen Berücksichtigung eine symmetrische Beziehung dazu kommt, denn ich berücksichtige zwei gegenläufige Richtungen einer Entwicklung, und demzufolge ist in der einen (natürlich bestimmten) Richtung die Natur das Hyperonym und die Kultur das Hyponym, während in der anderen (kultürlich bestimmten) Richtung die Kultur das Hyperonym und die Natur das Hyponym ist. ** ** ** **

Die Menschen unterscheiden sich von ihren nichtmenschlichen Vorfahren durch das, was man (a) naturwissenschaftlich und (b) kulturwissenschaftlich darüber weiß - im Ergebnis heißt das: durch ihre Kultur bzw. Meta-Kultur(en) und (Historien-)Kulturen. Denn selbst dann, wenn man sie „nur“ biogenetisch und evolutionstheoretisch von ihren nichtmenschlichen Vorfahren unterscheiden will, bleibt die Warum-Frage: Warum unterscheiden sie sich dann nicht auch weiterhin „nur“ biogenetisch und evolutionstheoretisch von ihren nichtmenschlichen Vorfahren? Die Antwort kann nur lauten: Wenn dies so wäre, dann wären wir niemals auf die Idee gekommen, uns überhaupt von ihnen zu unterscheiden - also können wir uns nur deshalb von ihnen unterscheiden, weil wir eine andere Kultur entwickelt haben. Und das geschah, geschieht und wird weiterhin geschehen - durch Zucht. Menschen züchten Menschen - nicht um „die Natur des Menschen zu vernichten“ (**), wie Du glaubst, sondern um die Kultur des Menschen (weiterzu)entwickeln. Deshalb ist gemäß meiner Kulturtheorie die Menschen-Kultur immer noch sehr (sehr!) jung, und zwar so jung, daß man gar nicht genau weiß, ob man überhaupt schon von ihr als solche sprechen kann - ich nenne sie deshalb ja auch vorzugsweise „Menschwerdung“ (**).

***

28.10.2012, 18:57

Sei gegrüßt, M.!

Ich möchte noch einmal auf die von Dir vorgeschlagene Idee von „Meta-Kultur“ (**) und deren „Grundmerkmale“ (**) eingehen, weil ich sie als sehr bemerkenswert erachte.

Es könnte zwar einerseits möglich sein, daß wir auch in Hinsicht auf diese Meta-Kultur nur unterschiedliche Begriffe gewählt haben und ansonsten stets vom selben Phänomen sprechen; aber andererseits ist es unmöglich, weil Du das „Babylonische“ (**) schon an den Beginn der Entwicklung dieser Meta-Kultur setzt, während es gemäß meiner Kulturtheorie erst die Folge bzw. eine der Folgen aus den vollendeten Tatsachen ist, die die über lange Zeit hinweg sich entwickelnde Schrift geschaffen hat. Aber vergiß bitte nicht (!): Auch ich lasse die historiographische Meta-Kultur und damit auch die ihr untergeordneten Historienkulturen nicht mit der Schrift (an sich) beginnen, sondern mit den Tatsachen, die mit Hilfe der Schrift geschaffen wurden. Hätte ich die historiographische Meta-Kultur mit der Schrift (an sich) beginnen lassen, dann hätte ich sie Schriftkultur (und die ihr unmittelbar untergeordneten Kulturen Schriftkulturen) genannt, aber ich habe mich ja nicht ohne Grund für andere Benennungen entschieden: Historiographiekultur oder Historienkultur (und die ihr unmittelbar untergoerdneten Historienkulturen).

Ich verstehe eben als Hauptaspekt für die Benennung dieser Meta-Kultur als Historiographiekultur oder Historienkultur (mit den ihr unmittelbar untergeordneten Historienkulturen) die Schrift als uunabdingbare Voraussetznng dafür, daß eine solche Meta-Kultur überhaupt entstehen konnte, weil die Schrift wegen der durch sie erstmals möglich gewordenen urkundlichen Verrechtlichung wirtschaftlicher Besitzverhältnisse, die dadurch erstmals Eigentumsverhältnisse werden konnten und bald auch wurden („Geburt“ der Eigentumswirtschaft bzw. Eigentumsgesellschaft) in der Folge auch erstmals als „Nachweis“ für Geschichte hergenommen werden konnte und bald auch wurde. Daher die Bevorzugung der Bezeichnungen Historiographiekultur oder Historienkultur für die Meta-Kultur und Historienkulturen für die ihr unmittelbar untergeordneten Kulturen gegenüber den Bezeichnungen Schriftkultur für die Meta-Kultur und Schriftkulturen für die ihr unmittelbar untergeordneten Kulturen.

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28.10.2012, 20:15

Entwicklung

Was die „Grundmerkmale“ (**) der Babylonischen Meta-Kultur angeht, so fällt auf, daß sie tatsächlich bis heute immer wieder ihre Entsprechngen gefunden haben, z.B. die Privatisierung der Wirtschaft und folglich die dadurch möglich gewordene Verbreitung der Ideologie (Religion) und deren Terminologie: „Da die Tempelwirtschaft die Wirtschaft der umliegenden neolithischen Gruppen mit Gewalt, Korruption und Erpressung allmählich privatisierte und mit der Tempelwirtschaft in Form von Basaren (Märkten) verwickelte, übernahmen diese nach und nach auch die Ideologie (Religion) und die dieser zugrundeliegenden Terminologie und verbreiteten sie durch Handel selbst zu den entfernteren Menschengruppen.“ (**). Gemäß meiner Kulturtheorie durchläuft eine jede Kultur ihre „Jahreszeiten“ (Kultu[h]rzeiten), weshalb z.B. die Ereignisse der Meta-Kultur, die ebenfalls ihre (Meta-)„Jahreszeiten“ durchläuft, in den ihr untergeordneten Kulturen nicht ständig, sondern nur zeitversetzt als Wiederholungen entlarvt werden können.

Die Entsprechungen sind also da - die Wiederkehr geschieht zwangsläufig, aber in bestimmten Zeitabständen. Was diesen Aspekt angeht, so ist das, was Du das „Babylonische“ (**) nennst, von dem, was ich das „Historiographische“ nenne, kaum zu unterscheiden. Nur weiß ich (noch) nicht, ob dieser Aspekt (Entsprechungen bzw. Wiederholungen, „Parallelen“ u.s.w.) für Dich eine so große Rolle spielt, daß die anderen Aspekte dagegen als zu unbedeutend erscheinen.

Niedergang

Der Kulturverlauf ist so zyklisch wie der Verlauf eines Jahres (Winter, Frühling, Sommer, Herbst) oder der Verlauf eines Tages (Nacht, Morgen, Nachmittag, Abend). Ein „Kulturquartal“ ist wie eine Jahreszeit oder eine Tageszeit. Winter, Frühling, Sommer, Herbst oder Nacht, Morgen, Nachmittag, Abend sind wie unterirdisches Wachstum, Frühblüte, Hochblüte und Verfall, wie die pflanzliche Welt immer wieder bezeugt, aber nicht nur sie, denn sie sind auch wie uterines, kindliches, jugendliches und erwachsenes Leben, wie z.B. auch das Leben der Säugetiere bezeugt. Das erwachsene Leben kann mehrere Quartale umfassen; in dem Falle teilen die Älteren (Elter[e]n) ihr Leben mit den Kindern, Enkelkindern oder gar Urenkelkindern. In Kulturen war und ist dies auch möglich: China, Indien und die magische Kultur existieren als Zivilisationen („Erwachsene“) schon länger als das Abendland. Jeder Kulturverlauf läßt sich in vier „Kulturquartale“ oder auch in zwölf „Kulturphasen“ unterteilen. Eine „Kulturphase“ umfaßt im Mittel etwa 180 Jahre, sie kann aber auch nur 30-115 Jahre andauern, wie im Falle des Rokoko, oder gar 200-343 Jahre, wie im Falle der Karolingik (einschließlich Ottonik). Mit seinen drei Kulturphasen umfaßt ein „Kulturquartal“ durchschnittlich 500-600 Jahre, es kann aber davon auch erheblich abweichen. (Wenn der Cursor die Abbildung berührt, kann man die für das Jahr 2000 ermittelte Position des Abendlandes in der „Jahreszeit-Uhrzeit-Beziehung“ sehen [22:02 „Uhr“ bzw. 1° f {„Schütze“}], ebenfalls in einer anderen Abbildung [**]: 241° [= 1° f {„Schütze“}]). **

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HB und HW (Heinrich Wagner)

29.10.2012, 00:35

Dein Text zu Lebensphilosophie und Arthur SCHOPENHAUER ist explizit genug (**|**|**|**). Alles klar erfaßt, dargestellt, erklärt ... - besser kann man es nicht.

Das Schöne an der Ethik Schopis ist das Mitleid. Es sollte führen zur Erkenntnis eines zum Objekt gewordenen ... Homo sapiens ...: Wahre LIEBE ist VERZICHT. Bis die Masse der principii individuationis dies erfaßt hat, werden noch Jahrtausende vergehen.

Gruß!

HW

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NACH OBEN

HB und MS (Pseudonym: „Shonen“)

29.10.2012, 06:59

Hallo Hubert,

erstmal zur Errata (ich möchte mich berichtigen und meinen Flüchtigkeitsfehler, der aus Oswald Oskar gemacht hat, bedauern und korrigieren).

So und nun zum Thema Schrift als Träger einer Meta-Kultur. Ich möchte den Fakt nicht ganz von der Hand weisen, daß Schrift, so wie wir sie heute kennen, in ihrer Entwicklung bis etwa zu der Zeit zurückverfolgt werden kann, in der ich den Beginn der Babylonischen Meta-Kultur vermute. Dennoch gehe ich davon aus, daß die Fähigkeit des Menschen, Sachverhalte symbolisch darzustellen und auch - mehr oder weniger - dauerhaft zu konservieren, schon lange Zeit gegeben war. Das babylonisch Neue war meiner Meinung nach weniger also die Idee der Schrift an sich, sondern viel mehr der Kontext, in dem sie gebraucht wurde. Ähnlich ist es mit den anderen Dingen wie dem Handwerk, welches bereits eine Jahrtausende alte Tradition hinter sich hatte, der Seßhaftigkeit, die ich bereits als Merkmal der Verelendung der steinzeitlichen Kulturgruppen vorgeschlagen habe. Das, was ich als grundlegend neu an der Babylonischen Kultur wahrnehme, ist die Überlagerung der Realität mit diesen Symbolen, und der daraus entstehende allgemeine Realitätsverlust, der in immer komplexeren Konstrukten überwunden werden soll, die ihrerseits aber einen noch spezifischeren Realitätsverlust zur Folge haben. Dies ist nicht vergleichbar mit der sehr direkten und tief in der Realität verwurzelten Steinzeitkultur.

Die Teilhaber der neuen Kultur waren nicht länger bereit, sich mit natürlichen Gegebenheiten zu arrangieren, sondern viel mehr gewillt, diese auf selbstgefertigte Symbole zu übertragen, um sie der eigenen Kontrolle zuzuführen. Dadurch wird die Babylonische Kultur in einem Stand errichtet, der - verblendet durch Ideologie und Materialismus - immer mehr aus seinem natürlichen Zusammenhang herrausreißt und es in einen neuen, vollkommen entwurzelten Zusammenhang stellt. Diese neue Gesellschaft wächst nach dem Schneeballprinzip wie ein Pyramidenspiel und kennt nur einen Zweck: Expandieren - bis in den Himmel. Alles zu konrollieren und zu beherrschen.

So stiftet die Babylonische Kultur allerhand Unheil, Krieg, Verwüstung und Versklavung. Die Menschen bringen große Opfer dar, und bekommen zum Lohn verfallende Häuser, rostende Wagen, zerfallende Kleider, gammelndes Essen und giftige Medizin. Das ist die erbärmliche Geschichte des Menschen, der seine Würde verloren hat, und sie billig verkauft hat, für Dahinschwindendes und Nichtiges - Eitelkeiten eben.

So wie Du auch kann ich in jeder Kultur dieser Babylonischen Meta-Kultur eine zunehmende Dekadenz erkennen. Allerdings sehe ich diese nicht als letzte Stufe der Kultur, die zu deren Untergang führt, sondern als eine in der Meta-Kultur selbst liegende Tendenz, die ständig wächst, und die sicherlich auch lokale Kulturen und Kulturepochen der Babylonischen Kultur zum Zusammenbruch bringt. Einen zivilisierten Rückweg aus der Babylonischen Kultur gibt es nicht .... Möglicherweise werden die Türme auch noch weiter gen Himmel wachsen, die Verwirrung sich noch über die gesammte zivilisierte Welt ausbreiten. Allerdings wird es irgendwann (sofern irdische Kulturen nicht völlig vernichtet werden) zwangsläufig einen ganz natürlichen Übergang von der Babylonischen Meta-Kulturstufe in die nächste Kulturstufe geben. Diesen vermute ich allerdings nicht in der Gegenwart, sondern eher in der fernen Zukunft.

***

29.10.2012, 13:44

Danke, M., für Deine Antwort. Ich werde erst später auf sie eingehen können, weil ich jetzt keine Zeit dafür habe. Ich hoffe, Du verstehst das.

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29.10.2012, 19:30

Die Entwicklung der Schrift ereignete sich nicht von heute auf morgen - das ist klar, außerdem habe ich das ja auch schon längst gesagt (**). Du hast geschrieben: „Das babylonisch Neue war meiner Meinung nach weniger also die Idee der Schrift an sich, sondern viel mehr der Kontext, in dem sie gebraucht wurde.“ (**). Doch genau das war doch zuvor schon meine Rede (**)! Also scheint es zu dem Thema doch keine so großen Unterschiede bei unserer Interpretation zu geben! Auch die „Seßhaftigkeit“ (**) ist in diesem Kontext zu deuten. Das kann man auch in den einschlägigen Texten meines Webangebots nachlesen (**|**).

Dein Argument von „der Seßhaftigkeit ... als Merkmal der Verelendung der steinzeitlichen Kulturgruppen“ (**) bleibt unklar - ich meine in dem Zusammenhang besonders das Wort „Verelendung“ (**). Zwar siehst Du „in der »Neolithischen Revolution« massive kulturelle und soziale Umbrüche, mit denen Steinzeitmenschen ihrer allmählichen Verelendung begegneten, die ihren Höhepunkt in Naturkatastrophen erreichte, welche die Steinzeitmenschen selbst als eine Art Weltuntergang erlebten“ (**); doch kann ich dieser Sichtweise nicht so ohne weiteres zustimmen, wie ich Dir auch früher schon gesagt habe (**). Zur Zeit der Seßhaftwerdung gab es sicherlich auch mehrere Hungerkatastrophen und wohl auch eine nicht zu unterschätzende Schrumpfung der Menschenzahl; aber wir haben aus dieser Zeit zu wenig Daten, die indizieren oder gar beweisen könnten, daß auf die von Dir erwähnten Katastrophen ein allgemeiner „Realitätsverlust“ (**) folgte, der mit und „in immer komplexeren Konstrukten überwunden werden“ (**) sollte und soll. Du solltest Deine Theorie trotzdem unbedingt weiterverfolgen!

Zu dem „nur einen Zweck: Expandieren - bis in den Himmel“ (**) fällt mir ein Zitat ein:

„Der kultivierte Mensch hat seine Energie nach innen, der zivilisierte nach außen. .... Hier gibt es keine Wahl. Hier entscheidet nicht einmal der bewußte Wille des einzelnen oder ganzer Klassen und Völker. Die expansive Tendenz ist ein Verhängnis, etwas Dämonisches und Ungeheures, das den späten Menschen des Weltstadiums packt, in seinen Dienst schwingt und verbraucht, ob er will oder nicht, ob er es weiß oder nicht.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 51 **).

Du würdest wahrscheinlich für Spenglers „kultivierten Menschen“ den „steinzeitlichen“ (**|**) und für Spenglers „zivilsierten“ den „babylonischen“ (**|**) einsetzen wollen. Wie auch immer: Das Expansionsargument ist auf jeden Fall richtig.

Deiner Meinung nach „wird es irgendwann (sofern irdische Kulturen nicht völlig vernichtet werden) zwangsläufig einen ganz natürlichen Übergang von der Babylonischen Meta-Kulturstufe in die nächste Kulturstufe geben.“ (**). Wie es in vielen Texten meiner Webangebots nachzulesen ist, könnte das mit geringerer Wahrscheinlichkeit noch im 21., mit höherer Wahrscheinlichkeit im 22. und mit wieder geringerer Wahrscheinlichkeit im 23. Jahrhundert der Fall sein (**|**). Den von Dir erwähnten „Übergang“ (**) vermutest Du ja „allerdings nicht in der Gegenwart, sondern eher in der fernen Zukunft.“ (**).

Ich bin übrigens nicht davon ausgegangen, daß ein Ende der Kulturen, der Meta-Kulturen, der Geschichte oder sogar der Menschheit in der nächsten Zeit zwingend oder als zwingend zu erkennen sei, sondern von 10 Möglichkeiten, die ich näher untersucht habe (**), wobei ich zu dem Schluß gekommen bin, daß man darüber nicht sehr viel wissen kann, daß aber das, was man darüber wissen kann, eher in die Richtung zeigt, wie wir sie bereits kennen - entweder ohne (**) oder mit (**) einer neu(nt)en Historienkultur.

***

29.10.2012, 19:50

Hubert,

weißt Du, ich bin einfach unglaublich beeindruckt von der Vielfalt, die sich mir präsentiert, wenn ich mal einfach alles auf mich wirken lasse. Ich meine damit die Vielfalt unendlicher Eindrücke und Phänomene. Somit stehe ich philosophisch der Phänomenologie nahe. In dieser Phänomenologie besteht ein Gewebe (Tantra) ineinander verflochtener Erscheinungen, deren Bewertung aber nicht erhaben ist, sondern selbst ein Phänomen darstellt. Resultate, die man aus dem „transzendenten“ Phänomen erhält, wie z.B. die Idee der Existenz, genauso wie die Manifestation der Existenz, sind ihrerseits Phänomene. Sie empirisch zu untersuchen oder gar nihilistisch zu leugnen, welch eine Fixierung wäre das in diesem allerlei Wandel unterlaufendem Kontinuum? In diesen fundamentalen Dingen, unterbreite ich diesmal keinen Vorschlag. In Ermangelung eines Konzeptes, welcher der Tragweite dieser Transzendenz gerecht würde, bleibt mir nur Ehrfurcht.

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29.10.2012, 21:16

Das kann ich ziemlich vorbehaltlos unterschreiben!

Zum philosophischen „Standort“:
Auch ich stehe philosophisch der Phänomenologie nahe, bin insbesondere ein „Anhänger“ der Lebensphilosophie (einschließlich Willens-, Kultur- und Existenzphilosophie), wie Du vielleicht auch schon bemerkt hast, falls Du bestimmte Texte meines Webangebots bereits gelesen hast. ** ** **

Lebensphilosophie

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30.10.2012, 15:49

Vielleicht ist es ja auch so, wie Martin Heidegger es gesagt hat: „Nur noch ein Gott kann uns retten.“ (**|**|**|**|**|**|**). Jedenfalls paßt das auch zu folgender Deiner Aussagen: „Möglicherweise werden die Türme auch noch weiter gen Himmel wachsen, die Verwirrung sich noch über die gesammte zivilisierte Welt ausbreiten.“ (**). Vielleicht brauchen die Menschen deswegen einen Gott, weil sie sich selbst zwar züchten können, es aber ohne einen Gott übertreiben, denn die Natur als die Evolution „bestraft“ niemals vorbeugend, sondern immer nur durch Katastrophen, die die Umweltbedingungen hin und wieder so abändern, daß Lebewesen in der „Sackgasse“ enden, also aussterben.

***

30.10.2012, 18:58

Falsch interpretiert hast Du das „Werk von Spengler“ (**), weil Du es „eher in der Zeit des Untergangs des Deutschen Reiches angesiedelt (aus dem aus Deutscher Perspektive auch schnell ein »Untergang des Abendlandes« werden kann)“ (**) siehst. Das Deutsche Reich ist aber nicht untergegangen, und Spenglers Hauptwerk „Der Untergang des Abendlandes“ hatte einen ganz anderen Hintergrund, als Du glaubst. Schon damals ist es von nicht wenigen Leuten genauso falsch interpretiert worden, wie Du es jetzt auch falsch interpretiert hast. Du hast Oswald Spengler und sein Hauptwerk falsch interpretiert - deswegen hilft Dir das auch keine Ausrede mehr, z.B. diese: „Mir war diese Person bislang nicht bekannt.“ (**). Ich will damit nicht sagen, daß man Oswald Spengler und sein Hauptwerk und am besten auch noch seine anderen Werke unbedingt kennen müßte, sondern, daß man sich im Falle des Nichtkennens zurückhalten sollte.

1911 siedelte Spengler von Hamburg nach München, plante einen Dramenzyklus und begann mit seinem Entwurf „Konservativ und liberal“, das heißt: mit seinem philosophischen Hauptwerk „Der Untergang des Abendlandes“. Die Agadirkrise im Juli 1911 beeinflußte Spengler wesentlich für diese Konzeption. Im wesentlichen war Spenglers Hauptwerk bereits 1912 vorliegend, und der Titel - „Der Untergang des Abendlandes“ - stand ebenfalls schon 1912 fest. In seiner ersten Fassung war „Der Untergang des Abendlandes“ bereits im Frühling 1914 - also: vor Kriegsausbruch - abgeschlossen. In seinem Hauptwerk ist bezüglich des Titels zu lesen: „Der Titel, seit 1912 feststehend, bezeichnet in strengster Wortbedeutung und im Hinblick auf den Untergang der Antike eine welthistorische Phase vom Umfang mehrerer Jahrhunderte ....  —  München im Dezember 1917  —  Oswald Spengler“ (Ebd., S. X **).

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31.10.2012, 01:33

Du hast geschrieben: „So wie Du auch kann ich in jeder Kultur dieser Babylonischen Meta-Kultur eine zunehmende Dekadenz erkennen. Allerdings sehe ich diese nicht als letzte Stufe der Kultur, die zu deren Untergang führt, sondern als eine in der Meta-Kultur selbst liegende Tendenz, die ständig wächst, und die sicherlich auch lokale Kulturen und Kulturepochen der Babylonischen Kultur zum Zusammenbruch bringt.“ (**). Anscheinend hast Du meine Kulturtheorie doch noch nicht so ganz verstanden. Wie ich schon mehrfach gesagt habe, ist es für uns in jeder Hinsicht vorteilhafter oder zumindest ökonomischer, wenn wir unsere Definitionen darlegen, bevor wir tiefer in das Thema vorstoßen und uns darin eventuell verlieren.

Gemäß meiner Kulturtheorie gibt es sowohl die „Meta-Kulturen“ als auch die ihnen untergeordneten Kulturen. Prinzipiell kann jede einzelne Kultur allein oder mit einer oder mehreren anderen zusammen eine Meta-Kultur werden - das hängt von bestimmten Bedingungen und vom Alter mindestens einer dieser Kulturen ab. Daraus folgt, daß die von Dir angesprochene „Dekadenz“ (**) nicht nur auf die Modernen dieser Kulturen, sondern sowohl auf sie als auch auf die Meta-Kulturen zutrifft. Weil z.B. die Historiographie als Moderne der Historisierung zur Meta-Kultur geworden ist (genauer gesagt: dabei ist, eine zu werden!), folgt daraus, daß sie dekadent ist, weil sie eben als Moderne zur Kultur geworden ist (genauer gesagt: dabei ist, eine zu werden!). Anders gesagt: Eine Historienkultur ist einerseits erst dann dekadent, wenn sie in ihr modernes Alter eintritt, aber sie war und ist es andererseits von ihrem Beginn an, weil und insofern sie ein Teil der Historiographie-Kultur ist. Konkreter gesprochen: Die Abendlandkultur war einerseits vor ihrer Moderne noch nicht dekadent, weil sie eben noch nicht modern war, aber andererseits von ihrem Beginn an dekadent, weil sie ein Teil der dekadenten Historiographie-Kultur (Meta-Kultur) war und ist; und seit sie durch sich selbst dekadent ist, ist sie also auf doppelte Weise dekadent.

Je älter und größer die einzelnen Kulturen werden und dabei (noch) nicht aussterben bzw. weniger dazukommen als aussterben, desto mehr Dekadenz kommt ins Spiel. Bisher haben alle Historienkulturen ihre Modernen erreicht, sind alt (vier von diesen acht Historienkulturen „leben“ noch) und aufgrund ihres extremen Expansionsdranges größer, zuletzt sogar sehr viel größer geworden. Wenn also heute in der Politik, in den Medien und anderen „Öffentlichkeiten“ statt von „Kultur“ nur noch von „Zivilisation“ und „Moderne“ gesprochen wird, ist das zwar einerseits Propaganda, aber andererseits und immerhin zu einem immer größer werdenden Prozentsatz wahr, denn soviel Dekadenz wie heute war noch nie zuvor in der Welt!

Also: Auch ich sehe in der „Dekadenz ... eine in der Meta-Kultur selbst liegende Tendenz, die ständig wächst“ (**), aber ich sehe sie nicht nur in der Meta-Kultur, sondern auch in den ihnen untergeordneten Kulturen in Zeiten ihrer Modernen bzw. Zivilisationen. Weil schon seit längerem keine Kultur mehr vormodern bzw. vorzivilisatorisch ist und auch momentan keine am Entstehen ist (soweit man das überhaupt schon beurteilen kann, denn Kulturen beginnen im kulturellen „Uterus“, in der kulturellen „Höhle“), nimmt die ohnehin schon seit Bestehen der Meta-Kultur existierende Dekadenz immer mehr zu, und zwar so enorm, daß wohl nur noch eine Katastrophe sie beenden kann.

Wenn keine neue Kultur mehr dazukommt, dann wird unter der Voraussetzung, daß ihr zuvor
keine von außen einwirkende Kraft eine Katastrophe „bescheren“ wird, alles Menschen-Kulturelle
zu einem geschlossenen System und also einem der Entropie sehr ähnlichen Zustand zugeführt werden!

Bei dieser extrem wachsenden Dekadenz bei gleichzeitig ebenso extrem wachsender Wohlfahrt kann man den Eindruck haben, hier sei der Antichrist am Werk. Kann uns nur noch eine Katastrophe retten? Ich erinnere an Heideggers Satz: „Nur noch ein Gott kann uns retten.“ (**|**|**|**|**|**|**). Oder an Schmitts Aussagen über den Katechon (**|**) ....

Freundliche Grüße!

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NACH OBEN

HB und BK (Pseudonym: „Konservativer“)

31.10.2012, 09:58

Hallo, Herr Brune!

Ich lebe, wohne und arbeite im Bremer Raum, bin Diplom-Sozialwissenschaftler und wie Sie ein 1956er Jahrgang. Wie Sie habe ich auf dem 2. Bildungsweg Abitur gemacht und anschließend studiert (fast zeitgleich mit Ihnen, allerdings Sozialwissenschsten). Das sind für mich interessante Koinzidenzen.

Ihre Präsenz (nicht nur die im Web) steht allerdings meilenweit über meiner, zumal Sie ja auch unter Ihrem Klarnamen firmieren. Für mich würde letzteres leider auf einen beruflichen Selbstmord hinauslaufen. Ich hoffe, Sie blieben bislang und bleiben auch zukünftig unbeschadet.

Hochachtungsvoll

und mit freundlichem Gruß

Ihr Konservativer

PS. Ich bitte um Vergebung für die verspätete Rückmeldung, ich schaue nur unregelmäßig in meine Mailbox.

31.10.2012, 14.29

Werter Konservativer!

Danke für Ihre Antwort. Das sind ja wirklich „interessante Konizidenzen“ (**), um Ihre Formulierung zu benutzen (Anführungsstriche beachten, denn auch ich „schmücke mich nicht mit fremden Lorbeeren“ [Gästebuch-Eintrag vom 16.10.2012 **]).

Sie müssen mein Webangebot ja gut kennen, wenn Sie sogar meinen Geburtsjahrgang herausgefunden haben. Ich habe bis jetzt gedacht, ich hätte ihn gut versteckt. Wir kennen uns aber nicht schon von früher, oder? Als ich noch bei der Deutschen Bundesbahn arbeitete, was Sie ja sicherlich auch längst wissen, hatte ich viele Kollegen aus dem Raum Bremen, zumeist aus dem damals noch Grafschaft Hoya genannten Landkreis Syke. Meine Wenigkeit kommt allerdings nicht aus diesem Raum, sondern aus der Nähe von Osnabrück. Daß ich meiner Wehrpflicht „treuherzig“ nachkam, wissen Sie ja sicherlich auch längst. Sie absolvierte ich in Delmenhorst, das Ihnen ebenfalls bekannt ist. Dort waren - natürlich - sehr viele Kameraden ebenfalls aus dem Raum Bremen. Sie sehen, ich hatte - zumindest in den 1970er Jahren - nicht wenig mit Menschen aus dem Raum Bremen zu tun.

Ich habe übrigens zwei Kinder und ein Stiefkind. Mein Sohn ist 1978, meine Tochter 1986 und mein Stiefsohn 1988 geboren. Haben auch Sie Kinder?

Danke für das Kompliment zu meiner „Präsenz (nicht nur die im Web)“ (**).

Haben auch Sie ein eigenes Webangebot? Wenn ja, würde ich es mir selbstverständlich möglichst bald anschauen. Dafür bräuchte ich allerdings die Webadresse. Sie haben für den Fall, daß Sie unter „Ihrem Klarnamen firmieren“ (**) würden, „einen beruflichen Selbstmord“ (**) in Aussicht gestellt. So weit ist es also schon. Man mag es nicht glauben. Nicht wahr? Bislang bin ich unbeschadet geblieben. Aber das macht mich in der Sache Zensur durch den diktatorischen Staat auch nicht zufriedener.

Für Ihre verspätete Rückmeldung habe ich vollstes Verständnis.

Freundliche Grüße!

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NACH OBEN

HB und MS (Pseudonym: „Shonen“)

01.11.2012, 00:12

Grüß Dich, MS!

Kulturmodell
 
Die Historiographie als die Moderne der Historisierung (**|**|**|**) entpuppt sich selbst als eine Kultur. Wenn eine Moderne einer Kultur selbst zu einer Kultur wird, dann nenne ich eine solche Kultur auch „Meta“-Kultur. Zu den Daten der Historiographie-Kultur: ** **Kulturmodell

Auch in einem anderen Teilbereich dieses Themas stimmen wir wahrscheinlich überein, M.. Das, was ich meine, betrifft die Zeit vor jener Meta-Kultur, die gemäß Deiner Kulturtheorie die „Babylonische“ (**) und gemäß meiner Kulturtheorie die Historiographische heißt. Das Historiographische ist nämlich gemäß meiner Kulturtheorie die Moderne der Historisierung, und die Historiserung ist die Neanthropinen-Kultur, allerdings erst seit der Zeit, als ihr Übergang von der Moderne der Menschwerdung (Menschen-Kultur) zu einer selbständigen Kultur abgeschlossen war, also: seit sie zur Kultur geworden war und dadurch die Menschwerdung zur Meta-Kultur gemacht hatte. Die Menschwerdung (Menschen-Kultur) ist also, obwohl sie immer noch nicht abgeschlossen ist, schon seit ungefähr 25700 Jahren eine Meta-Kultur, weil ihre Moderne, die Historisierung, sie dazu gemacht hat; und auch die Historisierung (Neanthropinen-Kultur) ist, obwohl sie ebenfalls noch nicht abgeschlossen ist, schon seit ungefähr 6300 Jahren eine Meta-Kultur, weil ihre Moderne, die Historiographie, sie dazu gemacht hat. Wenn man das auf den Anfang des Menschen zurückdeutet, bemerkt man schnell, daß der Mensch zwar nicht von Anfang an, aber doch seit seiner ersten Moderne (seinem kulturellen Erwachsensein) zunehmender Dekadenz ausgesetzt ist, deren Überwindung nicht abzusehen ist. Man kann zu diesen anthropologischen Überlegungen weitere Ableitungen bilden und zu dem Schluß kommen, daß die Menschwerdung (Menschen-Kultur) ebenfalls die Dekadenz von Anfang an in sich trägt, weil sie als Moderne des Höheren Lebens (Phanerozoikums) sich selbst zur Kultur und dadurch das Höhere Leben zu einer Meta-Kultur gemacht hat. So wären wir von Anfang an dekadente Lebewesen. Und hier ist - genau genommen - noch nicht Schluß, denn auch das Höhere Leben ist eine Meta-Kultur, weil es als Moderne der Natur (des Universums, des Kosmos o.ä.) sich selbst zu einer Kultur und dadurch die Natur zu einer Meta-Kultur gemacht hat. Also ist - so beurteilt - letztendlich nur die Natur als erste Kultur bis zu ihrer Moderne (dem Höheren Leben, dem Phanerozoikum) nicht dekadent, denn jede Moderne ist dekadent.

Allerdings könnte es auch sein, daß die Natur gar nicht die erste Kultur, sondern bereits selbst schon eine Moderne ist, z.B. die eines Gottes oder mehrerer Götter oder eines Multiversums (**) o.ä. - jedenfalls einer ersten Kultur, welcher auch immer (**). Demanch wäre die Natur nicht das, was die meisten Historiographierten darunter verstehen, und auch nicht die erste Kultur, sondern die zur ersten Kultur gehörige erste Moderne, die zur zweiten Kultur werden und deshalb die Dekadenz in die Welt bringen konnte. Das, was die meisten Historiographierten „Natur“ nennen, wäre dann nämlich eine Kultur in vollem Umfang und nicht mehr wie das Göttliche der erste und deswegen „unbewegte Beweger“ (Aristoteles). Wir hätten dann die wahre Natur erst noch oder wieder einmal neu zu definieren oder nur an sie zu glauben.

„Das führt doch zu nichts“, könntest Du jetzt vielleicht sagen, aber das ist in bezug auf die Erkenntnis falsch, denn jede Erkenntnis hat auch eine praktische Seite. Und Theorien werden um so mehr gebraucht und mißbraucht, je neutraler sie sind. Meine Theorie z.B. könnte sowohl von jeder extremen als auch von jeder nichtextremen Partei und auch sowohl von der einen als auch von der anderen extremen Partei gebraucht und mißbraucht werden. Es kommt darauf an, sich dagegen gegebenenfalls vehement zu wehren. Auch das ist ein hinreichendes Argument dafür, auf Erkenntnis zu setzen - koste es, was es wolle.

***

01.11.2012, 18:11

Kult-Uhr
Nicht nur für Dich ist „Globalisierung der moderne Name babylonischer Kolonisierung“ (**). Deine Aussage über die Globalisierung teile ich insofern, als ich ja weiß, was gemäß Deiner Kulturtheorie das „Babylonische“ (**) bedeutet. Abgesehen davon, daß meine Kulturtheorie anders als Deine ist und ich mich insbesondere einer anderen Begrifflichkeit bediene, beurteile ich die Globalisierung ähnlich wie Du. Nicht nur deshalb mache ich auch einen Unterschied zwischen Globalisierung und Globalismus; denn die Globalisierung ist Ausdruck einer jeden Kultur, die einer Meta-Kultur untergeordnet ist, aber der Globalismus bedeutet nur die 12. Phase einer jeden Kultur. Außerdem ist die Globalisierung, wie das Wort und sein grammatischer Gebrauch schon verraten, ein Prozeß von wahrscheinlich längerer Dauer; der Globalismus ist dagegen trotz seiner Dynamik, die sogar viel größer ist als die der Globalisierung, von nicht so langer Dauer wie die Globalisierung. Wir leben heute in der Phase des abendländischen Globalismus (**), der selbst wiederum eingebettet ist in 4 menschliche Gobalisierungen:
(1.)Menschliche Globalisierung anthropisierungskultureller Art, denn die Anthropisierungskultur (Menschwerdungskultur, „Menschenkultur“) ist, wie ihr Name schon verrät, eine Kultur und schon seit sehr langem auch eine Metakultur. **
(2.)Menschliche Globalisierung historisierungskultureller Art, denn die Historiserungskultur (Neanthropinenkultur) ist, wie ihr Name schon verrät, eine Kultur und schon seit langem auch eine Metakultur. **
(3.)Menschliche Globalisierung historiographiekultureller Art, denn die Historiographiekultur ist, wie ihr Name schon verrät, eine Kultur und sogar längst dabei, eine Metakultur zu werden (so wie Deine „Babylonische“ **). **
(4.)Menschliche Globalisierung historienkultureller Art, denn alle Historienkulturen sind, wie ihr Name schon verrät, Kulturen - und auf ganz besondere Art ist die abendländische Historienkultur eine Globalisierung (**). **
Die abendländische Variante fällt deswegen so besonders stark aus, weil die Abendlandkultur auch die 12. Phase (Globalismus) der Historisierungskultur (Neanthropinenkultur) ist und seit 1990 seine eigene 12. Phase (Globalismus) durchmacht. Sie ist also doppelt globalistsich, und globalisierungsverhaftet ist sie ja sowieso schon auf vierfache Weise (siehe oben **). **

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NACH OBEN

HB und BK (Pseudonym: „Konservativer“)

01.11.2012, 21:35

Hallo, sehr geehrter Herr Brune!

Ein früherer Freund von mir arbeitete seinerzeit ebenfalls bei der Bahn, im Werk Sebaldsbrück/Bremen. Leider verlor ich ihn aus den Augen. Ich hatte eine bunte Jugendzeit in den 1970er Jahren (Sie kennen die Zeit ja auch aus eigenem Erleben), gelernt habe ich Kfz-Mechaniker, Berufsfachschule mit Abschluß, anschließend Versuch eines Fachabiturs auf dem Fachgymnasium für Kunst und Musik in Bremen, abgebrochen, dazwischen hier und da gejobbt bis 1983 (Fahrer, Dachdecker, Landschaftsgartenbau). Ab 1981 Abendgymnasium in Bremen (4 Jahre), ab 1985 Studium der Sozialwissenschaften in Bremen, Abschluß als Diplom-Sozialwissenschaftler. Berufstätig im sozial/medizinisch-therapeutischen Komplex, Bereich: Resozialisierung von Straftätern/Kriminellen/Verbrechern. In unserem Teamraum hängt eine Postkarte an der Pinnwand, darauf steht: „Rote Karte gegen Rechts“, da können Sie sich vorstellen, woher der Wind weht und das gilt meiner Erfahrung nach generell für den gesamten sozialtherapeutischen Bereich.

Ich selbst habe mich im Verlauf der letzten 10 Jahre politisch von links nach rechts bewegt, also neu positioniert. Das hat sich ergeben aus vielerlei Gründen, u.a. aus einer Analyse des Ist-Zustandes hier in Deutschland, dazu entsprechende Lektüre und tiefes Nachdenken.

Eine eigene Webseite habe ich nicht, zur Zeit schreibe ich ausschließlich auf Manfreds Korrektheiten (**), hin und wieder (selten) einen Kommentar auf der Sezession-Seite (**). Manfred liegt mir, er kommt ja ebenso von links wie ich, obgleich mehr von der Sozialdemokratie, ich eher aus einem freischwebenden, linksanarchischen Bereich. Ich habe politisch wohl einen Quantensprung gemacht, aufgrund meiner Erkenntnisse mußte das einfach sein. Jetzt erst habe ich das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen.

Sie haben ja ebenso wie ich die 1970er Jahre durchlebt, Sie kennen den damaligen, ideologiegesättigten Zeitgeist und seine Macht auf die Psyche vor allem junger Menschen. Um aus meinem Gedankengefängnis ausbrechen zu können, mußte ich zunächst einmal denken, denken, denken.

Ich habe eine erwachsene Stieftochter, leider keine eigenen Kinder.

Hochachtungsvoll

und mit freundlichen Grüßen

Ihr Konservativer

***

03.11.2012, 15.21

Sehr geehrter Herr Konservativer!

Danke für Ihre Antwort!

Dieser angebliche „Kampf gegen Rechts“ ist natürlich kein Kampf gegen Rechts, sondern ein Kampf gegen Opposition - wie immer. Nur ist es heute opportun und sogar auch schon legal, Menschen, die „rechts“ denken, so sehr zu verteufeln, daß das bereits an die frühere Diskriminierung und Verfolgung der Juden erinnert. Was daraus alles noch folgen wird, ist schwer vorhersagbar - wie immer. Viele der heutigen Oppositionellen stehen politisch zumeist auch gar nicht „rechts“, sondern entweder in der „Mitte“ (das Konservative ist ja übrigens von seinem Ursprung her eindeutig die Mitte, also das „Normale“) oder „links“ im Sinne von „ex-links“, d.h. letztere haben - wie Sie - die „Seite“ nur deshalb gewechselt, weil sie eine Opposition zu jener Macht bilden wollen, die ihnen nicht nur suspekt, sondern mittlerweile unerträglich und brandgefährlich geworden ist. Oppositionelle, zu denen ich selbstverständlich auch Sie und mich zähle, gelten also wie automatisch dann als „rechts“, wenn diejenigen, die die Macht haben, sich völlig unautomatisch als „links“ einordnen. Anders gesagt: Unsere heutigen Politiker sind gemäß ihrem eigenen Sprachgebrauch - also im Sinne der Politkorrektheit - „links“, also muß ihre Opposition „rechts“ sein. Das klappt deshalb so vorzüglich, weil die Politiker Diener des Globalismus sind und aufgrund der europäischen, ja der gesamten weißen Geschichte die Argumente und Gegenargumente auf ihrer Seite zu haben glauben (um so zu glauben, müssen sie sich erst einmal kräftig selbst belügen), denn die nichtweiße Lobby sitzt ihnen ja ständig im Nacken.

Nur ein Beispiel: Wer heute die Leistungsträger politisch vertreten will, will eigentlich „nur“ genau das tun, was im 19. Jahrhundert die Linkssozialisten taten, als sie als Arbeiterbewegung das Proletariat politisch vertraten, um es vor der Verelendung zu schützen. Damals war das nur teilweise legal (in Deutschland war es übrigens zuerst legal). Und heute? Die Leistungsträger gehören heute fast ausschließlich der Mittelschicht an. Wenn es also legitim und legal sein soll, das heutige Prekariat (das Proletariat gibt es ja so wie im 19. Jh. nicht mehr), also die leistungsverweigernde Unterschicht politisch zu vertreten, dann muß es ja wohl erst recht legitim und legal sein, die leistungstragende Mittelschicht politisch zu vertreten. Letzteres ist aber heute de facto nicht möglich! Die diesbezügliche Lüge aller Parteipolitiker ist die Aussage, sie seien „Vertreter der Mitte“ - sowohl der politischen Mitte (obwohl die doch eigentlich konservativ und auch deswegen ja gemäß parteipolitischer Lüge als „rechts“ gilt) als auch der soziologisch-wirtschaftlichen Mitte (also der Mittelschicht, doch die wird in Wirklichkeit gar nicht vertreten, weil sie ständig ausgebeutet wird). Die globale Oberschicht beutet unsere Mittelschicht aus! Die Ausbeutung kommt also - wie immer - der Oberschicht zugute, obwohl zunächst auch noch der Unterschicht, weil die Oberschicht noch auf Scheinsolidarität setzen muß. Die Oberschicht tut also immer noch genau das, was im 19. Jh. (und z.T. auch noch im 20. Jh.) den „Kapitalisten“ unterstellt worden war: Ausbeutung einer der Oberschicht untergeordneten Schicht.

Ich zitiere mich ausnahmsweise selbst:

„Die Ausbeutung der Mittelschicht (**|**|**|**) kommt sowohl der Oberschicht als auch der Unterschicht zugute, und wenn das Nationale, ja die gesamte kulturelle bzw. rassische Gemeinschaft tabuisiert wird, kommt das all jenen, die dieses Tabu nicht betrifft, zugute. Daher auch das verlogene Gerede der »Multikulturalisten« und »Genderisten« von »Brüderlichkeit« bzw. »Schwesterlichkeit« (vgl. oben: »Synthesis«). Es sind ja insgesamt 93% der Menschheit, die davon profitieren, daß 7% der Menschheit ausgebeutet werden, wobei mit großer Verlogenheit behauptet wird, die 7% (die weiße Mittelschicht) beuteten die 93% (die globale Unterschicht und die globale Oberschicht) aus, und die größte Verlogenheit ist, daß zu den 93% auch die Oberschicht (rd. 1%) gerechnet wird - Oberschicht und Unterschicht als eine Interessengruppe! Das ist die »Synthesis«!“ (Hubert Brune, Wir sitzen in der Falle, 2001 ff. [**]; ders., Heimlicher Genozid, Ausbeutung der Mittelschicht, in: As der Schwerter, 26.02.2011 [**|**]).

Zur Zeit der Judenverfolgung gab es auch etliche Europäer, die gar nicht bemerkten, was da vor sich ging. Dieser schleichende Genozid - ob durch Abtreibung (durch sie fehlen den Westlern mittlerweile mindestens 200 Mio. Menschen - deren Nachkommen nicht mitgezählt [**]) oder demnächst durch Krieg - vollzieht sich, ohne daß auch nur ein Westler (Abendländer bzw. Weißer) dagegen etwas unternimmt. Die bemerken das gar nicht!

Ich bin nie so richtig „links“ gewesen, abegesehen davon, daß man als junger Mensch und auch als Student für Parolen, die man in modernen Zeiten als „links“ zu nennen pflegt, empfänglich ist - das gilt übrigens insbesondere für den weiblichen Teil dieser Gruppe, weshalb der Feminismus den Globalisten schön ins Konzept paßt. Zwar habe ich nicht wenigen Leuten hin und wieder zugehört, wenn sie „linke“ Sprüche von sich gegeben haben, aber so richtig ernst genommen habe ich die nie. Ich war ihnen gegenüber früher nicht unbedingt feindlich eingestellt, aber sehr vorbehaltlich.

Vielleicht kann man das sogar mit meiner Einstellung gegenüber dem Sport und dem Sportverein vergleichen (vergleichen, nicht gleichsetzen!): Ich spielte und spiele immer noch sehr gern Fußball, Volleyball, Tischtennis, Handball u.v.a. und war als Kind und als Jugendlicher auch im Sportverein - am meisten und am längsten (mit Unterbrechungen) im Fußballverein. So richtig Fan eines Vereins war ich nie, und das wollte ich auch nie sein. Auch als aktiver Fußballer war ich im Grunde nie ein sehr treuer Vereinsanhänger, denn ich habe fast immer nach einer Saison aufgehört, für eine Saison Pause gemacht, dann wieder für eine Saison gespielt u.s.w. - aber immerhin war dieser ständige Wechsel regelmäßig. Ich wurde dafür auch gar nicht kritisiert, weil ich - jedenfalls aus Sicht des Vereins - für den Verein zu wichtig war. Schon seit meiner Kindheit spüre ich einen Freiheitsdrang in mir, der mir immer wieder sagt: „Du, Freigeist, liebst die Freiheit viel zu sehr und verläßt den Vereinsgeist, obwohl du - selbstverständlich - nichts gegen ihn an sich hast, deswegen immer wieder, weil du den Vereinsgeist Vereinsgeist sein lassen möchtest.“ Vereine sind nichts für mich, aber deswegen lehne ich Vereine noch lange nicht ab. Eher im Gegenteil. Ich will nur selbst nicht so gern im Verein sein.

Ich bin auch nie so richtig „rechts“ gewesen - abgesehen davon, daß man sich seine politischen „Seiten“ nicht immer aussuchen kann und sich deswegen nicht wundern darf, wenn die Herrschenden einem genauestens vorschreiben, wo man zu stehen hat. Jedenfalls ordne ich mich da ein, wo ich meiner Meinung nach eigentlich immer schon, wenn man von kleinen „Experimenten“ absieht (ich meine das „Zuhören“ [siehe oben] - ich bin nämlich noch jemand, der das Lernen durch Zuhören gelernt hat und es auch als einen Wert noch anerkennen kann), „zuhause“ war: im Konservativen. Daß das heute bereits ein Schimpfwort ist und als „rechts“ angesehen wird, ist eigentlich eine Schande; aber dadurch, daß die „Rechte“ sich dem - nolens volens - auch immer „ein Stück weit“ (hier paßt diese Mode-Redewendung wirklich) angepaßt hat, ist sie tatsächlich von der „Mitte“ zu der „Rechten“ gewandert, zwar nicht weit, aber immerhin (**|**). Ursprünglich ist der „Konservative“ der „Mitte“ zugehörig - das sage ich nicht, weil ich nicht als „Rechter“ eingestuft werden will, sondern weil ich das aus der Geschichte heraus verstehe.

Man fühlt sich wie ein Einheimischer in einem fremden Heimatland: seit Jahrtausenden hier zuhause und trotzdem immer gerade erst eingewandert; denn als Oppositioneller weiß man ja heutzutage nie, mit welcher politischen „Seite“ man verbunden, welchen Diskriminierungen aufgrund dieser „Gesäßgeographie“ man ausgesetzt wird. Ich habe hier in Deutschland noch nie einen „Neonazi“ gesehen. Wenn es die überhaupt gibt, dann sind sie schon sehr anders, als es die Nazis waren, obwohl auch die Nazis nicht einfach nur „rechtsextrem“, sondern eben auch „linksextrem“ waren. Genannt werden diese heutigen Phantome jedenfalls „Neonazis“ - oder noch propagandistischer (!) - „Nazis“. Daß die Herrschenden dazu alle Opositionellen abstempeln und weiterhin noch rigoroser abstempeln werden, ist logisch, und daß das auch gar nicht anders kommen konnte, war mir - ehrlich gesagt - schon als junger Mensch klar. Der NSU-Vorfall ist ein BND-Vorfall (**|**|**|**|**), ein Parteienstaats-Vorfall, beide zurückgehend auf das, was heute im Westen diktiert wird: Globalismus als Totalitarismus, der seinen Aufstieg einer mafiotischen Plutokratie, ja Kleptokratie (**) verdankt und sich zynischerweise auch noch - ausgerechenet (!) - „Demokratie“ nennt, die er nie war und nie sein wird, aber der er immerhin teilweise ebenfalls seinen Auftstieg zu verdanken hat.

Es gibt keinen politischen bzw. gesellschaftlichen Bereich mehr, der noch frei wäre von der dekadenten, nihlistischen Zerstörung der gesamten abendländischen Kultur, der Leistungsfähigkeit abendländischer Menschen und folglich auch der Leistungsfähigkeit aller Menschen. Dieser exponentiell beschleunigte Rückgang der Leistungsfähigkeit ist gewollt.

Wie sehr der Rückgang der Leistungsfähigkeit besonders auch im Bereich der Bildung, die man die einzig wirklich große und bislang genügend ergiebige Rohstoffquelle des Abendlandes nennen mag, bereits fortgeschritten ist und die Verdummung wie ein Krebsgeschwür immer mehr wuchert, möchte ich verdeutlichen, indem ich auf einen Brief verweise, den ich am 24.05.2012 schrieb: **

Einiges kann ich schon vorhersagen, z.B. dies: Den Abendländern wird diese Globalismus-Phase einen hohen Preis abverlangen! Die Abendländer haben auf den „Demos“ verzichtet, ohne den Verzicht bemerkt zu haben. Was vor allem die „Demo“graphie und die „Demo“kratie angeht, so haben die Abendländer das Vergessen oder Verdrängen gar nicht bemerkt. Dieser Preis wird zwar auch schon seit langem bezahlt, aber er wird noch sehr kräftig steigen („anziehen“, wie der Börsianer sagt).

Daß Sie erwähnten, es hänge in Ihrem „Teamraum ... eine Postkarte an der Pinnwand, darauf steht: »Rote Karte gegen Rechts«“ (**), hat mich offenbar so sehr angesprochen, daß ich mich fast zum Schreiben eines Buches veranlaßt gesehen hätte. Ich bitte um Entschuldigung, falls mein Text Ihnen „zu lang(weilig)“ erscheinen sollte. Ich habe ja übrigens einen Grund, meinen Text als „zu lang(weilig)“ einzuschätzen: ich habe ihn in ähnlicher Form schon zu häufig geschrieben!

Freundliche Grüße!

***

06.11.2012, 12:31

Sehr geehrter Herr Brune

Meinen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Sie ist keineswegs langweilig.

Ich kann nicht mit solch einer stringent erarbeiteten, sehr komplexen, vielschichtigen Metaebene aufwarten, wie Sie sie vorgelegt haben. Diesbezüglich spielen Sie in der „Champions-League“, ich ein paar Klassen darunter.

Ihren Ausführungen entnehme ich, daß Sie sich, umgangssprachlich ausgedrückt, einer „Schublade“ verweigern. Dennoch wird man Sie wahrscheinlich von anderer Seite her (vom gemeinsamen Feind) in dieselbe „Schublade“ stecken, in der ich mich, selbstgewählt, bereits befinde (daß wir auf derselben Seite stehen, steht für mich außer Frage, allerdings ohne Sie damit in eine „Schublade“ stecken zu wollen, sondern allein aufgrund der von Ihnen vertretenen Positionen). Auf meinem politischen Weg von links nach rechts machte ich eine Zeit lang Station als Konservativer (wie an meinem Pseudonym ersichtlich), inhaltlich auf den Erhalt des zu Bewahrenden bezogen (Sie haben es im Bereich Bildung deutlich herausgearbeitet, obwohl es hier leider, Ihrer Aussage nach, kaum mehr etwas zu bewahren gibt, da diesbezüglich der Leistungsabfall bereits zu groß geworden ist, sondern ebenfalls bereits um eine Rückgewinnung alter Standards). Das gilt selbstverständlich immer noch, doch es geht mir mittlerweile um mehr als die reine Bewahrung von zu Bewahrendem, es ist ja auch so, daß vieles davon bereits in Luft aufgelöst wurde bzw. dabei ist, in Luft aufgelöst zu werden. Was das ist, wird wunderbar präzise von Carl von Clausewitz und Günter Maschke ausgedrückt, es geht mir um die Wiedergewinnung der Nation:

»Ich glaube und bekenne, daß ein Volk nichts höher zu achten hat, als die Würde und Freiheit seines Daseyns .... Daß der Schandfleck einer feigen Unterwerfung nie zu verwischen ist ..., daß ich die falsche Klugheit, mit der sich die kleinen Geister der Gefahr entziehen wollen, für das Verderblichste halte, was Furcht und Angst einflößen konnten.« (Carl vonClausewitz).

„Am Beginn der Nationwerdung steht häufig der Bürgerkrieg; wenig spricht dafür, daß am Beginn ihrer Wiedergewinnung etwas anderes stehen könnte, da der größte Feind der Nation ein Teil ihrer selbst ist. Das ist keine blutige Wildwest-Romantik, sondern eine plausible Folgerung nach der Rekognoszierung des Krisengeländes.“ (Günter Maschke, Das bewaffnete Wort, 1997, S. 98).

„Die Konservativen, die mehr als ein Jahrhundert lang ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellten und dabei immer die Geprellten waren, blinde, halb-blinde oder sehende, weshalb sollte es ihnen nicht gelingen, sich zu opfern, indem sie sich endlich als Konservative abschaffen, um als Nationalrevolutionäre wieder aufzuerstehen? Trotz allem sind sie wohl diejenigen, die die Verkommenheit der gegenwärtigen Gesellschaft noch am besten begreifen, die ihr gegenüber die stärksten Affekte haben. Zum erstenmal haben sie eine reelle Chance: Avantgarde zu sein?“ (Günter Maschke, Das bewaffnete Wort, 1997, S. 98).

Mir persönlich geht es dabei allerdings nicht darum, zur Avantgarde zu gehören, sondern um die Sache selbst.

Mit freundlichem Gruß
Ihr
Konservativer

***

06.11.2012, 15.50

Sehr geehrter Herr Konservativer!

Danke für Ihre Antwort!

Ich bin nicht unbedingt dagegen, in eine „Schublade“ gesteckt zu werden, und glaube, daß Sie mich da ein wenig mißverstanden haben. Was diese Angelegenheit angeht, so war es mir in meinem E-Brief vom 03.11.2012, 15.21 (**), ein Anliegen, auf den Umstand hinzuweisen, daß man sich eine solche „Schublade“ nicht aussuchen kann und es demzufolge rein faktisch gleichgültig ist, ob man der „Schublade“ zustimmt oder nicht. Dennoch haben Sie nicht ganz unrecht mit Ihrer Vermutung, ich wolle mich „einer »Schublade« verweigern“ (**). Ich hoffe aber, daß Ihnen beim Lesen meines Textes nicht entgangen ist, daß ich es als teilweise unerträglich empfinde, wie hier völlig integere Leute (ob ich mich dazugehörig fühle, ist dabei gar nicht wichtig) rein willkürlich in „Schubladen“ gesteckt werden dürfen, ja sollen. Daß auch nur ein Mensch dagegen aufschreit, wundert mich zwar nicht - auch daher der Vergleich mit der Judenverfolgung (**|**) -, aber es wäre dringend notwendig, denn wir haben es mit einem Problem größten Ausmaßes zu tun: mit einem Genozid (**). Ich wehre mich zwar gegen das „Schubladen“-Denken, aber das ist nicht so sehr auf meine Person als viel mehr auf den Umstand selbst bezogen gemeint. Mich können meine Gegner schlimmstenfalls nennen, wie sie wollen, denn es geht mir - wie Ihnen - „um die Sache selbst“ (**). Wir sind uns also in der Sache schon einig, daß es uns um die Sache gehen muß, um es einmal phänomenolgisch auszudrücken, denn in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hieß es ja bei den Phänomenologen auch: „Zu den Sachen selbst!“

Mich freut es jedenfalls, mit Ihnen in Kontakt getreten zu sein, und das konnte ich ja nur dehalb, weil Sie sich in mein Gästebuch eingetragen haben (vgl. Gästebuch-Eintrag vom 16.10.2012 **). Meine Freude hat ihren Grund nicht nur in unseren politischen Übereinstimmungen, sondern auch in Ihren sehr angenehmen sprachlichen Umgangsformen.

Ihren Ausführungen zu den „Konservativen“ (**|**), der „Wiedergewinnung der Nation“ (**) und der „Rekognoszierung des Krisengeländes“ (**) kann ich nur zustimmen. Zur Rekognoszierung fällt mir noch eine persönliche Frage an Sie ein: Waren Sie auch bei der Bundeswehr? Und wenn ja, dann ja wohl nicht als Zeitsoldat, oder? Weil Sie ja nach Ihrer Berufsausbildung zum „Kfz-Mechaniker“ (**) genügend Zeit hatten, wäre das ja immerhin denkbar gewesen.

Freundliche Grüße!

 

NACH OBEN

HB und HW (Heinrich Wagner)

08.11.2012, 05:21

Deiner Einladung komme ich jetzt wieder gerne nach. (Siehe Anhang). Nach meiner Bergwanderung auf den Spuren der Walser war mir der Sinn nicht danach. Ich beschäftigte mich eher etwas „konkreter“ mit der Aufzeichnung und Beschreibung meiner Route und herrlichen Erlebnissen in reiner Bergluft auf Google Earth.

Aber ein bißchen Lesen, und man ist sofort in „höhere“ Sphären versetzt, wenn man sich die Mühe gibt, „aufwendige Wiederholungen zu wagen“ (hier nicht, um Philosophiegeschichte, sondern direkt eine Philosophie) und:

Vierfache Wurzel, WELT, Vorstellung, Wille, Satz vom zureichenden Grunde, das Ding an sich, das metaphysische Bedürfnis des Menschen (für welch letzteres siehe: 2. Band, Kapitel 17; S. 184) Arthur Schopenhauers (sämtliche Werke in sechs Bänden [non multa], herausgegeben von Eduard GRIESEBACH, II, zweiter mehrfach berichtigter Abdruck, Leipzig, Druck und Verlag von Philipp Reclam d.J.).

Verstehen zu lernen; besser, einen wagen Begriff von den genialen Gedanken unseres „geliebten“, besser, bewunderten Denkers zu bekommen. In der Tat genial, um nicht zu sagen universal im Sinne dessen, was ich als das UNIVERSALGENIE betrachte. Die ausführliche Erwähnung der mir vorliegenden Ausgabe der Schopenhauerschen Schriften, deshalb weil es deren mehrere gibt und nicht alles im Internet zu Findende oder anderweitig Gedruckte auch wortgetreu und authentisch ist. Wissenschaftlich (soweit man dies so nennen kann) ist ein Austausch von analytischen Gedanken eines Lesers (des die Schopenhauerschen Werke Studierenden) von Bedeutung. Um so mehr, wenn man das Glück hat, wie ich, mit einem versierten Kenner der Schopenhauerschen Philosophie dies tätigen zu dürfen.

Nun, nach dieser etwas ausschweifenden, nichtsdestoweniger mir nötig scheinenden Einführung zu einem etwas „intensiveren“, von Dir am 06.10.2012 per Email vorgeschlagenen „unterhaltenden“ Gedankenaustausch über die Aussagen SHOPI's, möchte ich beginnen mit einem Zitat von Harald F. Schmidt aus Deiner Site:

„»Da wir grad von Schopenhauer reden, ich selber mag ja keine Hunde, ich hasse sie regelrecht, hab auch große Angst vor ihnen, und das merken die Tiere, obwohl ich immer versuche, das zu verbergen, aber das merken sie wahrscheinlich erst recht. .... Wenn ich mich mehr mit der Psyche unserer Vierbeiner beschäftigen würde, dann könnte ich bestimmt auch besser einordnen, was es bedeutet, wenn eine Dogge oder ein Schäferhund mit schleifender Zunge auf mich zurennt. Gott sei Dank winkt ja dann meistens der Besitzer in 300 m Entfernung mit der Leine: Der macht nichts, der will bloß spielen.« (Harald F. Schmidt, Tränen im Aquarium, 1993, S. 69-70).“ **

Du siehst: „Man kann“ über und mit Arthur ja auch spaßen. Ich vermute, Schopi hätte sich (vielleicht tut er es ja!?! .... Was wissen wir schon!?!) an Harald's „Tränen im Aquarium“ göttlich ergötzt. (Letzteres vom vorstehenden Satz lasse ich mal so stehen, auch wenn es an Pleonasmus grenzt). War er doch keineswegs die pessimistische Natur, als welche man ihn gern sehen möchte.

Sagt man von ihm doch auch, daß er, wenn sein Hund eine Dummheit beging (soweit ein Vierbeiner so etwas überhaupt begehen kann!!!!), daß er ihn schalt.

Du Mensch:

Hier möchte ich anknüpfen. Ohne meinen, nach Freud (Sigmund) analysiert zu haben, auf seine Psyche, muß ich doch bekennen, daß ich von ihm (ich meine meinen, jetzt bald so alten wie mich, d.i. 10 jährigen [x 7] Vierbeiner mit Namen Buzz ) in bezug auf Psyche viel, viel mehr gelernt habe als bei Friedrich NIETZSCHE (als wie Du ihn gibst: Vorläufer Sigmund's). Damit möchte ich keineswegs die Verdienste dieser anderen großen Denker schmälern. Es ist aber durchaus möglich, daß auch unser SCHOPi eine ganz außerordentliche „hochachtende“ Beziehung zu dem, was die Franzosen etwas hämisch überheblich „les bêtes“ nennen. Man darf sich im Laufe eine irdischen Lebens oft gefragt haben, sind es vielleicht nicht die, welche man „Homo sapiens“ nennt, die, wenn sie nicht „bêtes“ sind, so doch häufig, sowohl individuell wie kollektiv, „bêtes“ handeln. Ohne, nach neuesten anthropologischen Kenntnissen bis zirka 6 Millionen Jahre zurück die „Geschichte“ der „Menschheit“ nach Dummheiten analysieren zu wollen, darf man doch gelinde feststellen, daß bis heute noch kein Mittel gefunden wurde, ihn (den so genannten SAPIENS) zum Gott gewollten Menschsein erziehen und entsprechenden HANDELN zu zwingen. Trotz metaphysischen Bedürfnisses und der daraus entstehenden Religionen, Lehren, Philosophien, was immer auch des weiteren, siehe SCHOPis Kapitel 17, nur ein Tal des Leidens war er fähig zu schaffen. Und dies mit vollem Vorzug dessen, was wir Fauna nennen, so etwa, was er Vernunft nennt. Eifersucht (die ist allerdings auch den Tieren eigen), Langeweile und was der menschlichen Untugenden mehr führten. Zu was? Krieg – Krieg – Krieg und abermals Krieg. Ja innerhalb dieses letzten, was man den 2. Welt-Krieg nennt, zu dem, was die zu Unrecht und als Sündenbock verfolgten Juden „Holocaust“ nennen. Davon ausgehend in unsäglicher Angst und Panik zu dem, was Dank (oder besser Undank????) Einstein's Formel e = M x V 2 und OPPENHEIMER's Führung in Los Alamaos die Perspektive zu seiner totalen Selbstvernichtung eröffnet. Zu diesem Thema sind bereits neue „Philosophien“ geschrieben worden. In keiner Weise unvereinbar mit denen der Brahmanen (Bhagavad-Gita) und des - „buddhistisch gesprochen“ - Vaters des Eurobuddhismus. „Heller als tausend Sonnen“ von Arthur (diesmal) KÖSTLER, „Die Atombombe und die Zukunft der Menschheit“, seien hier nur als Beispiel genannt. Aber von diesen Beispielen ausgehend, erlaube ich mir hier nochmals, die ehemals an „Sie“ (ich werde schon wieder zum DU zurückkommen) gerichtete Frage: „Ist der Satz von Ihnen?“ (**). ** **

Ich darf vermuten, Du weißt, um welchen Satz es damals ging. Wie immer, auch wenn nicht, so werd' ich ihn schon wiederfinden, Ich versprach dann auch, wiederholt, dazu eingehender Stellung zu nehmen, da er mich, von Dir geäußert, etwas überraschte. Ob ich meinem Versprechen nachgekommen bin, erlaubt mir mein „gelöchertes“ Gedächtnis (im Sinne des von Salvador DALI's bildlicher Darstellung „ Ma mère“ kürzlich [Januar 2012] wieder in der Fondation BEYELER in Basel zu bestaunen). Vielleicht kannst Du mir helfen, dieses Loch wieder zu stopfen, indem Du mir mitteilst, ob Du jemals meine als Brouillon niedergeschriebenen Gedanken zu deinem Satz „Es wäre eine Dummheit ....“ (**|**) noch auf einer meiner Festplatten vorhandenen, erhalten hast.

Inzwischen ist es nach Sommerzeit bereits wieder 02 Uhr (Mitteleuropäische Zeit) geworden. Vernünftigerweise, yogische Empfehlungen befolgend, müßte ich seit mindestens vier Stunden mich eines tiefen erholenden Schlafes bedienen, um wie beabsichtigt um 05 Uhr aufstehen zu können, mit wie bereits erwähnten neurologisch geschädigten Gliedern mich aus dem Bett wälzend, auf die Toilette schleichend, einer Notdurft zu entledigen, anschließend, nach kalter Dusche, mich eines Shirshasanas zu nemächtigen, um Blut in den Kopf zu treiben und - last but not least - ähnliches auch meinem Buzz zukommen zu lassen, einmal angekleidet. Ja, mein lieber Hubert, Leiden erfährt man im Alter ertragen zu müssen, wohl oder übel dagegen ankämpfend, um vielleicht doch nochmal so etwas wie ein „politisches“ Manifest gegen das von Wernher von Braun (war er ein Brauner oder hieß er nur so) lancierte Unterfangen „Eroberung des „Alls“, das man kürzlich aufgegeben hat. Sehe ich das richtig oder ist die NASA noch voll im Gange, das Projekt im Sinne der Utopie „Odyssee 2000“ weiterzuführen; trotz museumsreifer Endavour, Shuttle, usw., Milliarden sparender Raumschiffahrtsforschung? Ich wünschte mir einen totalen Verzicht. Entgegen Deiner angeprangerten Dummheit, wenn sie meinem Wunsch nachkäme und auf die Eroberung freiwillig verzichtete, versuchend, das liebe zur „Verfügung“ stehende Geld (auf Kosten des in Armut lebenden Teils [2/3]) zur metaphysisch verheißenen WIEDEREROBERUNG des verlorenen Paradieses auf unserem Planeten. Sollte es aber, entsprechend deiner Ansicht, eine Dummheit sein (sic):

„Auch wenn es unter Umständen noch lange dauern wird, bis die Menschheit ein neues Zuhause gefunden haben wird, so wird aber doch der Weg über die zwei grundsätzlichen Möglichkeiten beschritten werden müssen, wenn die Menschheit nicht (zu) früh aussterben will. Wenn doch, dann wäre es nicht nur definitiv zu früh, sondern eine Dummheit, der selbst die frühesten Menschen nicht erlegen gewesen wären, wenn sie bereits die geistigen und vor allem die technischen Möglichkeiten dazu gehabt hätten, auch im Universum nomadisierend nach Seßhaftigkeit zu suchen.“ (**). ** ** **

So würde es mich doch sehr interessieren, was Schopi zu deinem Satz sagen würde. Insofern eine Antwort nicht schon aus dem, was noch zwischen seinen schon unzählbaren Zeilen bereits zu erraten wäre und ist, gegeben ist. Unter der Voraussetzung, daß ich überhaupt die zwei Sätze von Dir klar begriffen habe, was bei weitem, in Anbetracht deiner anderweitigen Kommentare, Analysen, Gedanken und Ansichten nicht selbstverständlich ist, stimme ich mit der Bezeichnung Dummheit in keiner Weise überein. Ich wiederhole: Es wäre eine (Dummheit), nicht zu früh aussterben zu wollen. Letzteres liegt nun aber auch gar nicht in unserer Hand. „Metaphysisch gesprochen“ hat der Schöpfer, um als Agnostiker nicht das deutsche Wort GOTT zu gebrauchen, höchstwahrscheinlich ein Ziel des aus dem Nichts entstandenen Seienden vorbestimmt. Dieses Wissen, es sei auch nur eine Vermutung - vielleicht werden die Resultate des mit Atlas analysierten, im CERN geführten Experimentes es uns bestätigen (negativ oder positiv bleibe dahingestellt) - führt das Wesen Mensch unweigerlich zum Glauben.

Blaise PASCAL, für mich das Genie aller Genies in bezug auf eine Definition des Glaubens, empfiehlt darauf zu wetten .... Gut, die Wette bringt er philosophisch gemeint in bezug auf den Disput mit den Jesuiten, die eben auf eine andere Art der Existenz Gottes mit Ignatius von Loyola's Devise „Dem guten Zweck heiligt jedes Mittel.“ frönten und samit unsägliches Leid „per Inquisitionem“ über die von ihnen verfolgten „Häretiker“ brachten. Ihnen ihren Glauben nicht wetten lassend aufzuzwingen.

Vielleicht eben habe ich den Sinn deiner Sätze nicht richtig erfaßt. Würde mich doch freuen, eine Deutung zu erhalten. Es wird bei Dir wohl so sein wie bei Schopi: „Ich bin kein Vielschreiber; wer mich verstehen will, muß jede Zeile von mir lesen.“

Inzwischen ist jetzt schon wieder einiges näher 05 Uhr geworden und ich will definitiv noch ein paar Minuten den Schlaf suchen. Bis später wieder mal.

Mit vorzüglicher Hochachtung, um Verzeihung bittend, daß ich bis eines Besseren belehrt, mit deiner Theorie, daß es eine Dummheit der Menschheit wäre, mit den ihr heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten im Universum nomadisierend nach neuer Seßhaftigkeit zu suchen, verbleibe ich erwartungsvoll mit besten Grüssen aus dem bereits winterlichen Vallorbe.

HW

***

11.11.2012, 14:07

Lieber Hubert.

Immer noch erwartungsvoll, surfe ich auf deinem Meisterwerk. Hoffend, daß Du meine etwas längere Email nicht nur gelesen hast, sondern auch den Anhang diesmal öffnen konntest, warte ich sehnsüchtig auf eine Antwort um eines Besseren belehrt zu werden.

Inzwischen nach einer durchgemachten Nacht und etwas Erholung war ich wieder im Stande in meiner Reklam-Ausgabe mit kleiner Druckschrift, SCHOPENHAUER zu lesen und zu studieren. Interessant ist immer wieder ein Vergleich deiner Aussagen zu ihm. Auch bin ich an der Redaktion weiterer „Kritik“ zu deinem Schlußsatz im Artikel UNIVERSUM (**|**|**|**). Ich tendiere in der Tat schon eher zu MULTIVERUM (**). Auch Karl JASPERS (**) habe ich angeklickt, da ich ihn als Beispiel zitiere. .... Gratulation, den Link auf „Monty Python Football“ bei Karl JASPERS angefügt zu haben - darüber habe mich köstlich amüsiert!

***

13.11.2012, 20:59

Guten Abend, lieber Heinrich!

A) Deine Aussage zur möglicherweise menschenspezifischen Dummheit (ein besonders wichtiger Punkt!).
B) Deine Aussage zum Multiversum.
C) Deine Aussage zu Karl Jaspers.

A) Deine Aussage zur möglicherweise menschenspezifischen Dummheit geht zurück auf Deine Frage (**|**|**), ob folgender Text von mir ist:

„Auch wenn es unter Umständen noch lange dauern wird, bis die Menschheit ein neues Zuhause gefunden haben wird, so wird aber doch der Weg über die zwei grundsätzlichen Möglichkeiten beschritten werden müssen, wenn die Menschheit nicht (zu) früh aussterben will. Wenn doch, dann wäre es nicht nur definitiv zu früh, sondern eine Dummheit, der selbst die frühesten Menschen nicht erlegen gewesen wären, wenn sie bereits die geistigen und vor allem die technischen Möglichkeiten dazu gehabt hätten, auch im Universum nomadisierend nach Seßhaftigkeit zu suchen.“ **

Ja, selbstverständlich ist dieser Text von mir. Sonst hättest Du ihn dort auch nicht finden können, wo Du ihn gefunden hast. Wenn ein Wort, ein Satz, ein Text nicht in Anführungsstrichen steht, dann bin ich dessen Autor (und wenn ich mich selbst zitiere, dann sogar auch mit Anführungsstrichen!), dann habe ich alle Rechte und Pflichten, die sich im Zusammenhang mit der Autorenschaft ergeben. Ich weiß in etwa, wie Schopenhauer zu dem obigen Zitat textuell Stellung bezogen hätte, aber ich bin auch ein Schopenhauerianer eher so, wie es Nietzsche war, und kehre oder werte den (von Schopenhauer geäußerten) „Pessimismus“ in einen (von Nietzsche geäußerten) „Optimismus“ um - dabei Schopenhauers Verdienste kaum in Frage stellend. Auf denjenigen Text bezogen, für den ich meine Verantwortung übernehmen muß, bedeutet das, daß wir Menschen, weil wir doch da sind, existent sind, in die Welt gehalten sind, also unserem „In-der-Welt-Sein“ (Heidegger) nicht entrinnen können, auch nicht so tun und am besten auch nicht wünschen sollten, als wäre es umgekehrt, und folglich am besten das tun und uns wünschen sollten, was für uns machbar erscheint in dem Sinne, daß wir dabei nicht zu extrem werden und uns selbst zerstören, denn das werden wir ja höchtswahrscheinlich sowieso tun. Außerdem brauchen wir Ziele, und zwar in etwa so, wie insbesondere unsere Vorfahren z.B. Kirchen, Kathedralen und Schlösser über einen Zeitraum von mehreren Generationen hinweg gebaut haben. Man darf dabei eben nicht vergessen, daß es oft zwei, drei oder viel mehr Generationen waren, die das Ergebnis gar nicht mehr erleben konnten (manche Projekte waren sogar Jahrtausendprojekte). Ich stelle also eine Gegenfrage zu DeinerFrage (**|**|**):

Warum sollen gerade jetzt oder auch zukünfig ähnliche Projekte nicht in Angriff genommen werden?
1. mögliche Antwort:Weil die meisten Menschen ohnehin schon zu dekadent sind.
2. mögliche Antwort:Weil die Menschen es nicht können.
3. mögliche Antwort:Weil die Menschen Sünder sind.
4. mögliche Antwort:Weil es eine Dummheit ist, „nicht zu früh aussterben zu wollen“ (**).
Abgesehen davon, daß ich die gestellte Frage für eine auf Moralisierung hinauslaufende und folglich oft rhetorisch verwendete Frage halte, gäbe ich wahrscheinlich folgende Begründungen für die möglichen Antworten: die 1. mögliche Antwort wäre dann meine erstgewählte; die 2. mögliche Antwort ergibt sich aus der ersten; die 3. mögliche Antwort wäre meine nicht gern ausgesprochene; die 4. mögliche Antwort wäre meine letztgewählte, weil eine von Dir diktierte.

Sei mir bitte nicht böse, lieber Heinrich, aber ich kann die 4. mögliche Antwort nicht völlig unterschreiben, weil ich einfach dagegen bin, nicht für das Leben zu sein. Trotzdem täte ich alles dafür, daß Du diese, Deine Antwort auch oder gerade dann aussprechen dürftest, wenn sie die Herrscher dieser Welt verböten. Aber diese Welt ist (noch!) ein wenig anders, und ich bin ein zu sehr lebensbejahender Mensch, als daß ich dafür sein könnte, daß es eine Dummheit der Menschen wäre, „nicht zu früh aussterben zu wollen“ (**). Diese Aussage ist dennoch des Be- und Nachdenkens wert. Auch Schopenhauers relativer Pessimismus und Nietzsches relativer Optimismus sind ja in Einklang zu bringen. Nietzsche war und blieb ein Schopenhauerianer. Schopenhauer war ein Lebensphilosoph - er war sogar der Begründer unserer modernen Lebensphilosphie (**) -, und Nietzsche war auch ein Lebensphilosoph und begründete gemäß meiner Deutung die auf die „Alte Schule“ (**) folgende „Mittlere Schule“ (**), wie ich sie nenne.

B) Deine Aussage zum Multiversum geht zurück auf: „Ich tendiere in der Tat schon eher zu MULTIVERUM.“ **

Bevor ich darauf allerdings näher eingehen kann, muß ich erst einmal wissen, wie ich Deine Aussage zu verstehen habe. Meintest Du damit, daß Du (a) selbst zum Multiversum tendierst im Sinne einer, nämlich Deiner körperlichen Bewegung (durch ein „Wurmloch“ z.B.) oder (b) meine auf der Webseite „Multiversum“ (**) geäußerten Thesen und Argumente sowie gegen die Universum- und insbesondere „Urknall“-Theorie gerichteteten Gegenargumente begrüßt oder (c) das Multiversum unabhängig von meiner Theorie als erkenntnistheoretische Tendenz akzeptierst?

Zu Deiner „Fahrt“ durch ein „Wurmloch“(siehe a) kann ich Dir nur alles Gute wünschen, denn ich weiß nicht, was Dich da und vor allem dahinter erwartet. Wenn es Dir um meine Webseite „Multiversum“ (**) geht, so muß ich wiederum zurückfragen, auf welches Thema bzw. welche Themen Du Dich beziehst (Beispiele: [1.] „Universum begann leer und wird leer enden“; [2.] „Rätsel Entropie“; [3.] „Zeit[a]symmetrie“; [4.] „Zeitpfeil“; [5.] „Zeitspirale“; [6.] „Erinnerung an die Zukunft?“; [7.] „Erinnernungen an die Zukunft“; [8.] „Urknall-Problem“; [9.] „Urknall und Bibel“) und Dir vorschlagen, daß Du mir ein Thema oder mehrere Themen vorschlägst. Wenn Du ein „Multiversalist“ bist, bin ich sehr gespannt auf Deine Antwort(en).

C) Deine Aussage zu Karl Jaspers. **

Ich habe mich in den 1980er Jahren mit seiner Theorie über die „Achsenzeit“ und in den 1990er Jahren mit seiner Theorie über die „Existenzerhellung“ beschäftigt. Meiner Meinung nach sind diese beiden Konzepte das, was von Jaspers möglicherweise in Erinnerung behalten bleiben wird.

Magst Du die Philosophie von Karl Jaspers?

Was Du mit dem »Link auf „Monty Python Football«“ (**) meinst, müßtest Du mir allerdings erst einmal sagen.

***

14.11.2012, 02:29

Lieber Hubert.

Besten Dank für Deine Antwort.

So dringend waren nun meine Fragen auch nicht. Allerdings war ich gespannt auf eine Antwort. Spannung weniger in bezug auf inhaltliche Antwort meiner per Anhang geäußerten Kritik dessen, was Du Dummheit nanntest, als die Bestätigung, daß Du den Anhang öffnen und lesen konntest. Nun, die Spannung ist gelöst und ich darf mich glücklich schätzen, jetzt sogar auch schon deine Stellungnahme zu Inhalt erhalten zu haben.

Du hattest mir schon früher geantwortet, daß der Satz von Dir ist (na, klar! HB **). Klar, ist mir jetzt aber absolut bewußt, daß alles, was nicht in Anführungszeichen steht, von Dir ist. Das kann man bei einem ersten Besuch deines Meisterwerkes nicht wissen. Man kann es vermuten. Vielleicht wäre es doch von Vorteil, daß Du dies in einem einführenden Kommentar einer Art Vorwort anführst. Soweit Du es ist schon getam hast ohne, daß ich es entdeckt habe!.

Ich stellte die Frage (**|**|**) nach einem ersten Besuch Deiner Site, der jetzt über zwei Jahre zurückliegt (**) und war eben damals schon sehr erstaunt über eine so kühne Bezeichnung. Um so mehr sie von einem Schopenhauerianer stammt.

Nun, Du nimmst jetzt Stellung zu meiner Ansicht mit einer Gegenfrage. Warum sollte so ein Projekt, nomadisierend im All einen neue Seßhaftigkeit zu suchen, nicht unternommen werden? Und Du gibst auch gleich vier Möglichkeiten. Und weiter: auch gleich Antwort auf diese.

Deine letzte Wahl wäre die von mir diktierte. **

Wie soll ich das verstehen? Habe ich diktiert oder einen Wunsch ausgesprochen?. Hier scheint eine totale Verkennung dessen, was ich als mein „politisches“ Manifest zum Besten geben wollte, vorzuliegen.

In keiner Weise wäre ich jemandem böse der nicht mit mir einverstanden ist. Ich wäre als „Führer“genügend tolerant gewesen jeden nach seinem Glauben selig werden zu lassen.

Allerdings muß ich zugeben, daß Manifeste, um so mehr sie politisch gewünscht sind, wenn auch „politisch“ in Anführungszeichen gesetzt, gefährlich werden können. Es demnach nach Diktat riecht und besser wäre, es eben, wie eigentlich gemeint, nur als „frommen“ Wunsch für sich zu behalten.

Wer ist schon gegen das Leben? Frage bleibt aber: Was ist Leben? Wenn wir schon konkret sein wollen, glaube ich zu wissen, daß auch die Wissenschaft noch keine Antwort gefunden hat. Wahrscheinlich nie eine geben können wird. Weder im biologischen Sektor noch im physikalischen. Und das ist gut so!

Endlich ging es doch den Indern, Griechen, bis zu Schopenhauer und darüber hinaus bis zum Ende eines „Brains 2“ um die Frage: Wie kann man glücklich sein? Um es klarer zu sagen: „Wohnen“ außerhalb eines Schoßes, mit Verlaub, Fruchtwasser (Uterodize?).

Ich war heute in einem Thermalbad mit subaquatischer Musik, Sauna und allem Drum und Dran. Damit will ich vorläufig schliessen.

Vielleicht später mit neuem Disputieren über die Entdeckung des Satzes vom Grunde über die vierfache Wurzel und Antwort auf diesmal Multiversum und Jaspers. Schon vorweg: Nein, ich bin kein Jaspersianer. Aber sein Buch „Die Atombombe und die Zukunft der Menschheit“ ist lesenswert auch in diesem Zusammenhang. Durch das Wurmloch bin ich noch nicht gekrochen, tendiere aber immer näher dorthin.

Gruß

Heiner

***

14.11.2012, 14:10

Danke für Deine Antwort, lieber Heinrich!

Ich wollte Dich mit dem Wort „diktierte“ (**) nicht beleidigen, sondern lediglich zum Ausdruck bringen, daß ich diese von mir angebotene „4. möglich Antwort“ (**) auf die Frage, warum gerade jetzt oder auch zukünfig große Projekte der Weltraumfahrt nicht in Angriff genommen werden sollten, einfach nicht vollauf bejahen kann, aber dennoch Deine Meinung dazu oder auch Deine Aussage, die Dummheit der Menschen wäre, „nicht zu früh aussterben zu wollen“ (**), interessant finde und „des Be- und Nachdenkens wert“ (**), wie ich mich ausgedrückt habe. Und das, was ich sage, meine ich in der Regel auch so, wie ich es sage. Ich respektiere Dich als Schopenhauerianer und Pessimisten bezüglich des Lebens unter anderem deswegen so sehr, weil es interessant für mich ist und immer wieder erfrischende (aber nicht neue, denn bekannt waren sie mir schon) Denkhorizonte eröffnet. Das ist absolut begrüßenswert. Ich hatte auch gehofft, von Dir darüber mehr zu erfahren; aber jetzt ist es ja vielleicht eher so, daß Du meine Aussagen als „diktiert“ empfindest, oder?

Ich lese übrigens momentan wieder einmal das 17. Kapitel aus Schopenhauers 2. Band seines Hauptwerkes „Die Welt als Wille und Vorstellung“. Dies tue ich auf Deine Anregung hin. .... Na, also ....

Bis bald!

Hubert

P.S.) Daß ich Dir auf Deine Frage (**|**|**), die den Schlußsatz auf meiner „Seite »Universum«“ (**) betrifft, schon „früher geantwortet“ (**) habe, weiß ich; doch im Leben ist es ja häufig so, daß man etwas öfter als einmal sagen muß, besonders in Erziehungssituationen.

***

14.11.2012, 15:56

Hi, Hubert.

Also hier wäre doch eine „5. Möglichkeit“ (**), Denkhorizonte zu eröffnen ..., vielleicht besser, wie von Dir vorgeschlagen (**), ein Gedankenaustausch. Über den „gewaltigen Zusatz“ Schopis zum schon umwälzenden Werk Kants: „Kritik der reinen Vernunft“. Dies war eigentlich meine Absicht mit dem Anhang. In keiner Weise fühlte ich mich beleidigt. Diesmal vorweg um Mißverständnissen vorzubeugen. Für mich ist das Thema „Nomadisierer/neue Seßhaftigkeit/menschliche Dummheit/politisches Manifest“ hiermit eigentlich erledigt. Ganz sicher wollte ich, soweit wir überhaupt etwas wollen können, jemanden eines Besseren zu belehren, ihn zwingen (aufdiktieren), etwas an seiner Meinung zu ändern. Es freut mich jedoch, daß ich dich animiert habe, Kapitel 17 wieder einmal zu lesen. Bei uns ist noch etwas Sonne, und bis zum „Untergang“ möchte ich noch etwas im Garten profitieren. Batterien laden, wie man so sagt. Bis später.

Gruß.

Heiner

***

14.11.2012, 20:13

Danke für Deine Antwort, lieber Heinrich (oder hast Du es lieber, Heiner genannt zu werden?)!

Eine Frage erst einmal wieder vorweg: Meinst Du mit dem „»gewaltigen Zusatz«“ Schopis zum schon umwälzenden Werk Kants: »Kritik der reinen Vernunft«“ (**) Schopenhauers Hauptwerk („Die Welt als Wille und Vorstellung“) oder seinen in eben diesem Hauptwerk befindlichen „Anhang: Kritik zur Kantischen Philosophie“ (im 1. Band: S. 427-544), den ja wahrscheinlich auch er selbst schon als Zusatz zu seinem Hauptwerk verstand, oder was genau meinst Du mit Deiner Umschreibung? Ich plädiere für zwei Thesen:
1.)Schopenhauers Hauptwerk selbst bedeutet den „»gewaltigen Zusatz«“ Schopis zum schon umwälzenden Werk Kants: »Kritik der reinen Vernunft«“ (**).
2.)Schopenhauers „Anhang: Kritik zur Kantischen Philosophie“ aus seinem Hauptwerk bedeutet den „»gewaltigen Zusatz«“ Schopis zum schon umwälzenden Werk Kants: »Kritik der reinen Vernunft«“ (**).
Schopenhauers „Anhang: Kritik zur Kantischen Philosophie“ ist übrigens nicht so „leicht“ zu lesen wie der Rest seines Hauptwerks. Das hat den „einfachen“ Grund, daß Schopenhauer die Kenntnis von Kants „Kritik der reinen Vernunft“ voraussetzte und auch voraussetzen durfte, weil das damals noch selbstverständlich war.

***

14.11.2012, 2:41

Hi, Hubert.

Etwas ganz anderes, Konkretes, Praktisches, Positives, weniger Pessimistisches: Da du gerade beim Lesen bist - ich nämlich auch -, kommt mir der GEDANKE: Könnten wir nicht ZUSAMMEN Lesen per Skype? In Anwendung einer anderen phantastischen Errungenschaft des nur den Menschen eigenen Intellekts, nämlich der Informatik, basierend auf der Booleschen Algebra. Das will heißen Zweiersystem ...: JA - NEIN / 0 - 1 .... Ähnlich dem biblischen ..., denn letzeres meint: „... was darüber ist ist vom Übel“. (!!!). Gerade in Beziehung auf das Lesen des Kapitels 17 („Über das metaphysische Bedürfnis des Menschen“) wäre doch dies eine „6. Möglichkeit“ (**), wieder hinüber zuleiten zu einem neuen direkten Gedankenaustausch zu NASAs Absichten - und mehr: Lesen des 16. Kapitels („Über den praktischen Gebrauch der Vernunft und den Stoizismus“). Es wäre sowohl uns (Lesern) wie dem dem Autor der beiden Kapitel zu Ehre gereichen. Auch könnte es dazu dienen, uns besser kennenzulernen. Was meinst Du?

Gruß!

Heiner

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NACH OBEN

HB und MS (Pseudonym: „Shonen“)

15.11.2012, 02:54

Hallo Hubert,

leider hatte ich in den letzten Wochen kaum die Gelegenheit, mich weiter mit diesen Dingen zu befassen. Ich versuch’ aber einfach, da weiterzuschreiben, wo wir aufgehört hatten.

Was das Verhältnis der Babylonischen Metakultur zu einzelnen Kulturen, die dieser zugeordnet werden können, angeht, sehe ich das so:

Es gibt diesbezüglich nur die Metakultur, alles andere sind temporäre lokale Erscheinungsformen derselben. Sie haben meiner Ansicht nach kein Eigenleben und können zwar isoliert betrachtet werden, aber praktisch ist eine solche Isolation nicht realisierbar. Als Erscheinung wirken sie durchaus eigenständig, sind jedoch fest in ein interkulturelles Kontinuum verstrickt, in welchem sie als Mannigfaltigkeiten im kollektiven Gedächtnis in Erscheinung treten.

Nun aber zu einer Frage, die Du in einer Deiner letzten Mails aufgeworfen hast (**). Ich will Dich in Deiner Haltung bestärken, daß es ein rechtes Maß gibt, welches die Menschen bedürfen und welches nicht von den Menschen selbst ausgehen kann. Dabei will ich aber nicht die Ansicht teilen, daß es bei den Menschen zu ergründen wäre, warum die Menschen Gott brauchen.

Warum wir Gott brauchen, ist schon eine sehr fundamentale Frage. Ich vertrete die Ansicht, daß Gott in seinem Wesen dem Gedanken an Gott zuvorkommt, er war eben schon da, bevor der Gedanke da war. Es verhält sich ein wenig mathematisch: Zahlen sind Wörter, die erfunden wurden und Mengen beschreiben, die erfunden wurden, dennoch wäre es unschlüssig, bei Zahlen von einer Erfindung zu sprechen, da das, was sie beschreiben, sehr real und existent ist, von der Erfindung nicht abhängig ist und der Erfindung zuvorkommt. Man müßte bei der Mathematik annehmen, daß hier mindestens 2 Aspekte sichtbar sind: eine vom Menschen erfundene Mathematik, ein Hirngespinst, in dem ein paar reale Vorgänge verwickelt sind, aber das als Konzeption der Komplexität der Situation nicht gerecht wird. Diese Mathematik ist fehleranfällig, zeitaufwendig und verleitet den Menschen zu Fehleinschätzungen und Realitätsverlust. Es gibt jedoch noch einen anderen Aspekt der Mathematik: die Mathematik als ein genialer kreativer Prozeß, der es dem Menschen erlaubt, Zusammenhänge maßstabsgetreu zu erkennen und in diese einzugreifen. Sozusagen als ein Mittel, überhaupt erst Mensch zu sein. Beide Aspekte sind jedoch nur Aspekte einer Mathematik, die jenseits ihrer Erfindung bereits in der Natur der Dinge liegt. Es soll bei dieser Betrachtung nicht darum gehen, die Mathematik zu vergöttlichen, sondern vielmehr darum, die ideologischen Aspekte der Mathematik analog zur Systematik der Religion zu erkennen, ohne ihre materiellen Grundlagen zu leugnen.

Daher ist die Erfindung der Geometrie, als erste wirkliche Mathematik, nichts anderes als die Erfindung der Materie. Wenn nun aber die Materie eine Erfindung ist, wer hat sie erfunden?

Diese tiefere Betrachtung dürfte jeden ernsthaften Versuch, die Tatsachen bezüglich der Natur der Dinge zu leugnen, in Erklärungsnot bringen. Der unschlüssige Rat, die Erkenntnis bei sich selbst zu suchen, die nötig ist, diese Frage zu beantworten, bringt den abgründig geneigten Materialisten dazu, seinen erfundenen Materialismus für die reale Natur der Dinge zu halten und so der Realität nicht mehr einsichtig in die Irre zu gehen. Dies ist jedoch kein Grund, den hochmütig geneigten Idealisten tugendhaft zu verklären, der seinerseits irregeleitet durch seine erfundenen Ideale, die er für wirkliche Tugenden und heiliges Gut hält, allmählich seinen klaren Geist verwirkt, ohne den er kaum noch der Traumzeit gewahr wird. Somit leidet der Materialist unter Realitätsverlust, dem Idealisten kommen seine Träume abhanden. Diese Dinge sind ihrer Natur nach aber freilich nur Erscheinungsformen des selbigen transzendenten Phänomens: der Traum wird „real“ erlebt und die Realität wird „traumatisch“ erfahren.

Kommen wir nun zurück zu unserer Frage, und hier steckt wohl Weisheit darin, diese Frage offenzulassen, bis auf den letzten Tag! Keinem unschlüssigen Rat sich anzuschließen, keine Erkenntnis bei sich selbst zu suchen und im Schweigen als des Menschen letztes Recht und als die unveräußerlichste Würde, doch noch Recht zu behalten!

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NACH OBEN

HB und HW (Heinrich Wagner)

16.11.2012, 16:24

Hi, Hubert.

Diese Art gemeinsamen Lesens eines Textes, der wir hier im Fall des „17. Kapitels“ als in Beziehung auf § 15 des ersten Buches, auch nicht immer sehr einfach zu verstehen ist, würde einem gemeinsamen ... direkten Gedankenaustausch dienlich sein ohne lange Zitate. Nach gemeinsamen Lesen und dadurch besseren Kenntnis des Kommilitonen bliebe nach der Lektüre jedem freigestellt, noch schriftlich festzuhalten, was er dabei „gelernt“ (verstanden?) hat - unter Einbeziehung der von dem „Mitstreiter“ beim gemeinsamen Lesen mündlich geäußerten Gedanken. Resultat: Zeitgewinn, weil unnützes, zeitraubendes „schriftliches Disputieren“ vermieden werden könnte. Dadurch Zeitgewinn, um sich andern aktuellen Problemen (z.B. Wiederaufname der bemannten Weltraumfahrt) widmen zu können.

Was denkst Du?

Gruß!

Heiner

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NACH OBEN

HB und MB (Michael Boden)

24.11.2012, 20:58

Guten Abend, Herr Brune,

ich lebe noch bzw. wieder. Habe mir vor drei Wochen „Preußentum und Sozialismus“ (**|**) gekauft. Es lag dann bis gestern nur herum, wegen Krankheit + viel Arbeit (tolle Kombination!)

Heute habe ich ein bißchen quer gelesen, nach 38 Jahren!. Vieles kam mir sehr vertraut vor, es war nicht verschüttet, aber doch verblaßt. Er schreibt hier ganz besonders großartig, der Spengler. Was er über die Russen sagt, über Marx, über die französischen Rentiers, brillant.

Ja, jetzt wird mir klarer, was „englischer Sozialismus“ bedeutet, bzw. wie Spengler ihn begreift (**|**|**|**|**). Das moderne Wikingertum eben. Gut gekennzeichnet mit diesem Begriff, nur daß es damals eben Vanderbilt, Ford, Rockefeller, Morgan, Carnegie, Hearst gab (endlose Liste), und heute sind es listige und heuchlerische feige Pappnasen (jedenfalls die ganz oben).

Eine effektive Alternative zu diesem Wikinger-Wirtschaftssystem gab es früher auf jeden Fall, aber eben nur so 4 bis 5 Generationen lang und beschränkt auf Mitteleurapa. Nur im Bereich der Hohenzollern bzw. des ganzen 2. Reiches (und mit gewissen Einschränkungen bei den Habsburgern) gab es einen tatkräftigen, intelligenten Staatsapparat, flexible, erfindingsreiche, superfleißige Beamte, mit Verantwortungsgefühl und Weitblick für das Ganze.

An solche dachte Spengler.

Denen konnte man es zutrauen, die Volkswirtschaft erfolgreich zu managen, aber auch nur denen. Aber auf dem Rest des Planeten gab es so was nicht, in Westeuropa und USA allenfalls Mittelmaß, ansonsten nur Kretins (den Japanern tue ich damit vielleicht unrecht).

Und zeitlich? Vor 1730 und nach 1933 gab es solche fähigen Beamtenapparate nie. Es war ein historischer Glücksfall.

Er fragt sinngemäß: Soll der Staat den Handel leiten oder der Handel den Staat? Für Friedrich II. und seinen Vater (Friedrich Wilhelm I.; HB) könnte ich das erstere bejahen, sonst niemals und nirgends.

Da gäbe es noch ganz viel zu erörteren. Aber ich mache für heute Schluß.

Ein schönes Wochenende wünschend,

grüßt

MB

***

25.11.2012, 01:43

Danke, gleichfalls, Herr Boden!

Danke für Ihre Nachricht. Sie hat mir besonders gut gefallen. Ob das daran liegt, daß Sie jetzt (wieder) in einem Buch von Oswald Spengler gelesen haben?

Ich werde darauf - höchstwahrscheinlich - noch eingehen. Jetzt ist es jedenfalls dafür schon zu spät, denn es ist jetzt ganz genau 01:43:16 Uhr!

Wie gesagt: Auch ich wünsche ein schönes Wochenende!

Bis hoffentlich bald!

***

25.11.2012, 19:53

Guten Abend, Herr Boden.

Meine Gratulaion zum Kauf des Buches „Preußentum und Sozialismus“ (**|**). Haben Sie es einzeln oder in der Fassung des Sammlungswerks „Politische Schriften“ (**|**) gekauft?

Zu Ihrer Aussage: „... daß es damals eben Vanderbilt, Ford, Rockefeller, Morgan, Carnegie, Hearst gab (endlose Liste), und heute sind es listige und heuchlerische feige Pappnasen (jedenfalls die ganz oben).“ (**).  –  Das mag wohl sein, aber die (Nachfahren der) Vanderbilts, Fords, Rockefellers, Morgans Carnegies, Hearst u.v.a. gibt es ja heute noch, auch wenn sie unter Inzucht zu leiden haben. Ein älteres und noch viel größeres Kaliber sind selbstredend die Rothschilds (**).

Zu Ihrer Aussage: „Eine effektive Alternative zu diesem Wikinger-Wirtschaftssystem gab es früher auf jeden Fall, aber eben nur so 4 bis 5 Generationen lang und beschränkt auf Mitteleurapa. Nur im Bereich der Hohenzollern bzw. des ganzen 2. Reiches (und mit gewissen Einschränkungen bei den Habsburgern) gab es einen tatkräftigen, intelligenten Staatsapparat, flexible, erfindingsreiche, superfleißige Beamte, mit Verantwortungsgefühl und Weitblick für das Ganze.“ (**).  –  In Spenglers Werk „Preußentum und Sozialismus“ (**|**) ist nicht umsonst der Name „Preußentum“ enthalten! Man muß, um diese Geschichte richtig zu verstehen, bei der Reformation oder am besten noch Jahrhunderte früher anfangen, z.B. eben beim Deutschen Ritterorden (**|**|**|**). Obwohl man bei diesem Thema also mit dem Rittertum beginnen müßte, beginne ich ausnahmsweise einmal später, nämlich mit der Reformation bzw. dem Protetsantismus und insbesondere dem Pietismus. Der Pietismus entstand - nicht zufällig (!) - zur Zeit der Reformation im Raum der Schwaben, Badener, Pfälzer und gelangte eben durch die ja aus Schwaben stammenden Hohenzollern nach Brandenburg und Preußen. Wenn Sie also lediglich „4 bis 5 Generationen“ (**) veranschlagen, dann sind das bei weitem zu wenige; und wenn Sie den zeitlich relevanten Kern meinen, dann sind das trotzdem zu wenige. Denn man kann nicht eben mal für 4 bis 5 Generationen etwas regeln, in der gesamten Welt dafür bekannt, gerühmt und vor allem beneidet werden und dann plötzlich wieder verschwinden (das plötzliche Verschwinden kann sowieso nur mit [höherer] Gewalt von außen geschehen, wie es ja 1945 geschah, als die Besatzungsmächte in Deutschland alles Preußische zerstörten - dabei hatte zuvor gerade das Preußische den Widerstand gegen den Nationalsozialismus am meisten praktiziert, am zweitmeisten das Militär, das wiederum preußisch ausgebildet war). Man braucht für die perfekte (= preußische, also deutsche) Organisation von Staat, Wirtschaft, Verwaltung u.s.w. allein schon für die Vorarbeit mindestens 3 Generationen (denn: damals war das alles neu [!], man konnte nicht einfach irgendetwas von irgendjemandem kopieren), ebenfalls mindestens 3 Generationen, um sich damit einen Namen zu machen und mindestens 3 Generationen, um den Namen durch den Dreck zu ziehen (denn: während dieser Zeit läuft das Programm ja noch, sonst würde es ja nicht durch den Dreck gezogen werden). Weil Preußen bzw. Deutschland (denn das deutsche Preußen setzte sich ja nach der Beendigung des Deutschen Dualismus als Hauptmacht in Deutschland durch - vorher war ja das deutsche Habsburg, also das deutsche Österreich die Hauptmacht in Deutschland gewesen) für seine Leistungen bereits im 18. Jh., spätestens aber - und was ganz Deutschland angeht - im 19. Jh. für seine gigantischen Leistungen berühmt war, können wir getrost eine Zeit veranschlagen, die mehrere Jahrhunderte umfaßt, z.B. so: 2 Jahrhunderte für die Vorarbeit, 2 bis 3 Jahrhunderte für die Hauptarbeit und wenige Jahre für die Nacharbeit, und zwar deswegen nur wenige Jahre, weil diese „Nacharbeit“ durch die auf Deutschland und die Deutschen Neidischen mit Hilfe zweier Weltkriege und Sigerjustiz vollzogen wurde (normalerweise braucht auch die Nacharbeit mindestens 1 Jahrhundert, wenn nicht sogar ebenfalls 2 bis 3 Jahrhunderte).

Zu Ihrer Aussage: „Vor 1730 und nach 1933 gab es solche fähigen Beamtenapparate nie.“ (**).  –  Noch einmal: In Spenglers Werk „Preußentum und Sozialismus“ ist nicht umsonst der Name „Preußentum“ enthalten! Mir wird immer gnaz kribbelig, wenn ich Ihre Angaben in Jahreszahlen oder Jahren lese [**|**] - auch schon in früheren E-Briefen [**|**]). Ich bitte um Verzeihung für meine Kritik, aber Sie gehen, als wären Sie ein „Geschichtsschwabe“, immer so sparsam mit geschichtlichen Zahlen um, obwohl doch gerade Sie als Geologe es gewohnt sein müßten, in größeren Zeiträumen zu denken. Wahrscheinlich aber haben Sie diese Jahreszahlen gewählt, weil Sie zwei Menschen für den Beginn und einen Menschen für das Ende der weltweit größten politischen Leistungen aller Zeiten im Visier haben: die preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. (den Großen) und den östereichischen Bürger Adolf Hitler (den Führer). Die Nationalsozialisten haben sich nicht wie Preußen verhalten, aber sie wollten sich das Preußentum zunutze machen - jedenfalls haben nicht sie, sondern Deutschlands Kriegsgegner es abgeschafft: zwischen 1945 und 1949 (offiziell: 1947). Aber selbst diese gewaltsame Abschaffung kann nicht einfach Gehirne, gewachsene Bildung und Ausbildung von bestimmten Menschen zerstören, weshalb später in West-Deutschland die „68er“ Bewegung, die ja in Wahrheit eine Bewegung der „Frankfurter Schule“ war und ist, die Zerstörung besonders wirksam vorantrieb und weiterhin vorantreibt. Das dauert eben!

Also: Vielleicht ist tatsächlich schon seit 1947 das Preußentum nicht mehr so rchtig lebendig, doch ich glaube, daß es zwar den ersten Dolchstoß durch Deutschlands externe Kriegsgegner 1947 erhalten hat, daran aber noch nicht gestorben ist, sondern sich von dem zweiten Dolchstoß durch die „Frankfurter Schule“ als Deutschlands interne Kriegsgener bis heute noch nicht erholt hat. Weitere Gründe, die aber mit den genannten einhergehen, sind die mittlerweile bis ins Nirwana fortgeschrittene Wohlfühlgesellschaft und alle anderen Begleitphänomene des heutigen, oft auch - nicht ganz zutreffend - als Spätkapitalismus bezeichneten Globalismus.

5 Völker des Abendlandes

Meiner Meinung, aber mehr noch meiner Forschung nach ist das Preußentum ähnlich alt wie die anderen beiden wahren Sozialismen, also das, was Spanier, Engländer und Deutsche (vor allem: Preußen) allein nur hervorgebracht haben. Und das kann auch gar nicht anders sein. Denn wenn sie später entstanden wären, hätten sie sich noch nicht (weil zu früh) oder nicht mehr (weil zu spät) weiterentwickeln können. Zu welchem Unsinn sich ein moderner Sozialismus entwickeln kann - weil er eben zu spät (nämlich in der Moderne i.e.S. **) entstanden ist -, zeigen die Entwicklungen in Frankreich während der „Bürgerlichen Revolution“ (z.B. bei Babeuf u.a.) und dann später in der Sowjetunion. Spengler ging es in seinem Werk „Preußentum und Sozialismus“ (**|**) auch darum, auf diese unterschiedlichen Entwicklungen hinzuweisen. Er tat das nicht so deutlich, wie ich es tue, aber allein schon die folgenden drei Sätze schrieb Spengler nicht einfach aus Spaß: „Drei Völker des Abendlandes haben den Sozialismus in einem großen Sinne verkörpert: Spanier, Engländer, Preußen (nicht zufällig die »östlichsten« [»jüngsten«, »frischesten«] der Deutschen! HB). Von Florenz und Paris aus formte sich der anarchische Gegensinn in zwei andern: Italienern und Franzosen. Der Kampf beider Weltgefühle ist das Grundgerüst dessen, was wir als neuere Weltgeschichte bezeichnen.“  (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 26 **). Für den Aufbau solcher Sozialismen braucht man - wie schon gesagt - mehrere Jahrhunderte, und für den Abbau solcher Sozialismen braucht man ebenfalls mehrer Jahrhunderte (normalerweise! **) und auch Feinde (außen und innen), aber die gibt es ja sowieso immer.

***

25.11.2010, 20:10

Ich habe vergessen, einige Verweise anzugeben. Sie betreffen den Deutschen Dualismus (Österreich vs. Preußen), die Definition von Moderne i.e.S. (!) und einige Zitate aus Spengler „PuS“ (**|**), die ich als Rahmen für einen von mir kreierten „Olympischen Ring“ angebracht habe.
  1. http://www.Hubert-Brune.de/g1_k_hk_mr.html#deutscher_dualismus
  2. http://www.Hubert-Brune.de/g1_k_kn_kz_definition.html#nmz_tafel
  3. http://www.Hubert-Brune.de/fvda.html

Vielleicht interessieren Sie sich ja dafür.

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NACH OBEN

HB und MS (Pseudonym: „Shonen“)

29.11.2012, 20:26

Hallo, MS!

Es kommt aber auch auf die Wortwahl an, denn anders als Du behaupte ich nicht, daß Zahlen „real“ (**) seien, sondern im Bewußtsein verankerte Phänomene, von denen wir nicht wissen, ob sie real sind oder nicht. Recht hast Du, wenn Du sagst, es sei „unschlüssig, bei Zahlen von einer Erfindung zu sprechen“ (**), aber sie müssen deswegen trotzdem nicht „real“ (**) sein, und was nicht real ist, muß deswegen auch nicht „erfunden“ (**) sein, sondern es reicht völlig aus, wenn sie entdeckt (worden) sind. Ob Gott sie vor uns versteckt hat oder die Natur oder der Mathematiker oder der Historiker oder ... oder ... oder ... - das ist, wie ich meine, deswegen nicht so wichtig, weil wir das nicht wissen, sondern allenfalls glauben können. Zahlen können aber auf das Reale (ich meine damit, verkürzt gesagt, das Materielle in Raum und Zeit) verweisen - ähnlich wie die Logik im Denken und Sprechen - und sind deshalb wohl wirklich, aber nicht unbedingt real. Der Unterschied zwischen der Wirklichkeit und der Realität liegt darin, daß die Wirklichkeit die Möglichkeit miteinschließt, die Realität dagegen nicht. Ein Grund mehr, weshalb wir sehr stolz auf unsere Deutsche Sprache und Deutschland als dem Land der Dichter und Denker sein können, denn keine andere Sprache des Indogermanischen (das Altgriechische ausgenommen, aber das ist ja leider „tot“) und wahrscheinlich auch keine andere Sprache unterscheiden diesen Aspekt und keine anderen Philosophen und Wissenschaftler haben sich darüber so sehr Gedanken gemacht wie die in Deutschland.

Auch kann man meiner Meinung nach nicht „die Erfindung der Geometrie als erste wirkliche Mathematik“ (**) verstehen, weil z.B. auch die einfachsten Rechenarten schon zur Mathematik gehören. Man fragt sich doch manchmal, warum z.B. die Löwen wissen, ob eines oder zwei ihrer Jungen fehlen, denn sie können es registrieren (je nach Intelligenzgrad). Von Geometrie haben aber Löwen keine Ahnung.

Die Erkenntnis als Prozeß ist eine Spiralbewegung. Es ist klar, daß ich das sagen muß, wirst Du jetzt vielleicht denken, denn meine Kulturtheorie ist ja ebenfalls eine Zyklentheorie, in der alles oder fast alles einerseits (scheinbar) der Kreisbewegung und andererseits (scheinbar) der Linearbewegung folgt, woraus sich die Spiralbewegung ergibt (vgl. hierzu auch meinen Text im Kommentar zu Deinem Eintrag in mein Gästebuch **). Und das kommt doch dem „Schweigen als des Menschen letztes Recht und als die unveräußerlichste Würde, doch noch Recht zu behalten“ (**), schon recht nahe.

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HB und MB (Michael Boden)

02.12.2012, 21:11

Guten Abend, Herr Brune,

heute habe ich keine Zeit, mal ausführlich auf Ihre letzte Mail einzugehen.

Hier nur ein paar Aspekte. Daß Preußen um 1730 schon alte Wurzeln hatte, ist vollkommen richtig. Vielleicht sogar 600 Jahre alte. Aber es ist doch erst durch den Soldatenkönig zu einer erfolgreichen effektiven Staaatsmaschinerie geworden, die dem Holland der Pfeffersäcke (als ein Beispiel) ökonomisch ebenbürtig oder auch im Prinzip überlegen war. Aber der alte Ordensstaat? Oder das alte Brandenburg, selbst das nach 1447? Ich weiß nicht.

Und daß das Preußische bis 1945 immer noch im Hintergrund vorhanden war, unbestritten. Daß es wirkmächtig in die alte Bundesrepublik (Rheinischer Kapitalismus) hineinreichte, bis in die späten Sechziger ist auch richtig. Es war sehr positiv, daß wir bis damals noch Beamte und Minister des alten Typus hatten, mit ihrem sagenhafen Juliusturm (70 Mrd DM!!).

Und die Frankfurter Schule? Ich weiß darüber recht wenig. Intelligente Idioten? Ich habe nie eine Zeile von einem aus dem Klüngel gelesen, reinstes Valium. Also, die sind beim Niedergang der alten und dann erst recht der neuen Bundesrepublik sicher nur beteiligt, aber doch nicht allein kausal verantwortlich. Denke ich wenigstens.

Ich muß jetzt Schluß machen.

Manfred und seinen Blog (**) kenne ich seit Jahren, habe auch ein Buch von ihm gelesen. Guter Mann, heute einen Tick rechts von mir.

Gern lese ich auch Zettel (Zettels Raum **), sehr fähiger Mann, einen Tick links von mir. (Das klingt so, als hätte ich einen scharf abgegrenzten politischen Standpunkt - nee, das ist gar nicht so).

Bis bald mal wieder,

MB

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03.12.2012, 22:15

Guten Abend, Herr Boden!

Ich glaube nicht so sehr an Wunder. Sie dürften - eigentlich - sogar überhaupt nicht daran glauben. Denn Sie haben sich doch bei mir als Atheist „geoutet“, oder?

Was religiös als „Wunder“ bezeichnet wird, ist meistens entweder ein Zufall oder ein Unfall bzw. eine Katastrophe.

Ich habe Ihnen eine HTML-Datei angehängt (**), die einen Brief beinhaltet, den ich am 24. Mai 2012 meinem Sohn gesendet habe, und in dem es um den Unterschied von Lehrern (ich arbeite als freiberuflicher Lehrer) und Sozialpädagogen (mein Sohn arbeitet als Sozialpädagoge) und deshalb auch darum geht, warum die Westler nicht mehr so leistungsfähig sind wie früher. Und um es komplett zu machen - denn als Atheist haben Sie ja über Weihnachten viel Zeit -, habe ich Ihnen zwei weitere HTML-Dateien angehängt (**|**), die sich auch mit dem Thema beschäftigen, d.h. insbesondere mit dem Thema „Leistungsfähigkeit“. Den ersten dieser beiden Kommentare habe ich selbst geschrieben, und zwar in Reaktion auf einen Aufsatz im Schwertasblog (**|**), woraufhin Manfred Kleine-Hartlage, den Sie ja bestens kennen, einige Wochen später meinen Kommentar in sein Weblog „Korrektheiten“ (**) gestellt hat - ohne mich zu fragen! Den zweiten dieser beiden Kommentare ist eine Kommentar zu einem „Cicero“-Artikel (**) und stammt von einem Mann namens Hausalfer (Pseudonym) - „böse Zungen“ behaupten, daß ich dieser Hausalfer sei.

Alle drei HTML-Dateien (**|**|**) dürften Sie interessieren, weil Sie einen Text zu einem Thema liefern, das Sie gemäß Ihren eigenen Äußerungen sehr umtreibt, vor allem im Zusammenhang mit Ihrem Interesse an der Weltraumfahrt (**|**|**). Warum waren die US-Amerikaner wohl gerade auf DEUTSCHE Techniker und Weltraumforscher aus, von denen Wernher von Braun nur einer von mindestens 2000 (vielleicht sogar 4000!) war? Antwort: Ohne sie wären die US-Amerikaner wahrscheinlich niemals fähig gewesen z.B. zu den Apolloflügen (und deren Höhepunkt: Mondlandung - oder war die sogar nicht echt?) - und wenn doch, dann erst heute (heute aber deswegen wiederum nicht, weil sie am Untergehen sind). Ähnlich sah und sieht es bei den Sowjets [Russen] aus. Deutschland Kriegsgegner haben Deutsche und Deutschland nicht nur bombardiert, sondern auch über andere Wege Deutsche getötet, ausgeraubt, beraubt, ja bestimmte Deutsche (Wissenschaftler und Techniker und all deren Patente) ebenfalls geraubt, Deutschland ausgeraubt - mehr und schlimmer als alle anderen Raubritter zuvor (zusammengenommen!). Deshalb müssen sie uns auch immer wieder ein „schlechtes Gewissen“ diktieren. Verstehen Sie?

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HB und MS (Pseudonym: „Shonen“)

07.12.2012, 20:02

Hallo, MS!

Wir können ja auch ein Gedankenexperimet wagen und die „Idealisten“ und die „Realisten“ in Analogie setzen zu „Subjekt“ und „Objekt“ und als Schopenhauerianer behaupten, daß die Idealisten etwas näher an der „Wahrheit“ sein müssen, weil sie vom Subjekt ausgehen und deshalb auch den Willen besser beschreiben können, weil der als Ding an sich (vgl. Kant), als erster Beweger (vgl. Aristoteles), als Natur (Naturalisten, Naturwissenschaftler), als Evolutionsprinzip (vgl. Darwin), als Trieb (vgl. Freud) ..., als Gott (Theisten) in allem - also auch in jedem anorganischen und organischen Körper - steckt und als metaphysisches Wesen die physische Welt bestimmt, weil er die Welt ist (vgl. Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1818 **). Schopenhauer ging ja von zwei Sätzen aus:
1.) Die Welt ist an sich Wille. **
2.) Die Welt ist für mich Vorstellung. **
Wenn die Welt an sich Wille und auch Vorstellung ist, wie Schopenhauer sagte (**), dann haben nur diejenigen die ohnehin nur geringe Möglichkeit zur Erkenntnis des Willens, die ihn in sich spüren, denn der Wille erscheint ja nicht und kann folglich auch kein für die Erkenntntnis relevantes Objekt sein. Schopenhauer war selbst weniger ein Idealist, aber diesbezüglich stimmte er den Idealisten zu.

Wenn aber die Realisten (Du nennst sie „Materialisten“ **) zu Idealisten und die Idealisten zu Reallisten werden, dann kann sich das soweit zuspitzen, wie Du es beschrieben hast: „der Traum wird »real« erlebt und die Realität wird »traumatisch« erfahren“ (**), wobei „»traumatisch«“ (**) und „idealistisch“ nicht so eng miteinander verbunden sein müssen, wie Du es hier zu suggerieren scheinst.

Du arbeitest ja als Ingenieur („dem Inschenör ist nix zu schwör“ **) und hast wahrscheinlich noch nie daran gadacht, diesen Beruf aufzugeben. Dennoch könnte auch genau der Dein Trauma sein oder werden, obwohl er für Dich ein Traum war oder ist. Wenn das der Fall sein oder werden würde, dann würden für Dich Traum und Trauma nahezu zu Synonymen geworden sein: Du würdest dann ihre Bedeutung nur noch durch die erlebte Geschichte voneinander trennen können.

Weißt Du, wohin der Wille Dich früher trieb, heute treibt und zukünftig treiben wird?

***

11.12.2012, 16:32

Hallo Hubert,

das Spannungsfeld zwischen „Idealisten“ und „Realisten“ ist bereits ein Gedankenexperiment. Ich betrachte „Realismus“ als eine reine „Ideologie“, wie jede Ideologie hat diese ein Rechtfertigungsfundament. Hier ist es, daß sie sich auf ein realistisches Selbstverständnis bezieht und somit eine pragmatische Ausrichtung vorgibt. Im Grunde genommen also wieder mal zwei Seiten einer Medaille - unser Idealismus und unser Realismus (oft auch Synonym für Materialismus), wie auch auch die Kathedrale so oft am Basar steht, oder die Kirche auf dem Markt.

Konkret kann man das Ideo-Realistische Spektrum am Beispiel des Willens beschreiben. Der ideologische freie Wille steht hier dem realistischen kausalen Willen gegenüber. In Anbetracht des allmählichen Übergangs eines Systems ins Chaos muß allerdings festgestellt werden, daß die kausalen willensbildenden Zusammenhänge so zum Chaos tendieren, daß sie jeglicher Kausalität emanzipatorisch entgegenwirken (sie also quasi auflösen). Das ideologische Subjekt mit freiem Willen sehe ich als extrem über diesem Chaos, welches der universellen Kausalität eine individuelle Kausalität gegenüberstellt.

Sieht man das Chaos hier als einen kausalen Kontrollverlust, (oder auch Verlust der Begrifflichkeit), so fällt leicht eine Analogie zum Kontrollverlust auf, wie er von lebenden Subjekten als Tod erfahren wird. Somit ist das Chaos das, was die Dinge jenseits und diesseits der individuellen Begrifflichkeit (und der Daseins-Faktoren) trennt. Mythologisch wird es oft als Fluss dargestellt.

Die „Wahrheit“ allerdings, entzieht sich in ihrer binären Logik gänzlich dem Zerfall in dieses Spektrum, sieht man das von mir beschriebene Spektrum als Regenbogen, so wäre jede Ideologie oder jeglicher Realismus nur eine Wellenlänge auf diesem Spektrum, die Wahrheit aber wäre das Licht, welches gebrochen wurde, um es diesem Spektrum zuzuführen. Somit kann eine Ideologie nach meiner Auffassung nicht näher an der Wahrheit sein, da sie bereits Bestandteil der Wahrheit ist. Und doch kann sie nicht die Wahrheit sein, weil sie die gebeugte und gebrochene Wahrheit darstellt. Also ist die Erkenntnis (Zuordnung des wahrgenommenen) gleich der biblischen Paradieserzählung, der Suizid des Subjekts. Die gebeugte Wahrheit ewigen Lebens, dessen Daseins-Faktoren sich an dieser Erkenntnis brechen und sich in alle Winde streuen (hier meine ich die Eitelkeit und Vergänglichkeit einer gegenwärtigen Erkenntnis), den Subjekt-Objekt-Wandel vollziehen, um schließlich wieder zu ihrem ersten und letzten Recht zu gelangen.

Schopenhauers Zitat: „die Welt an sich ist Wille“ ist innerhalb des Spektrums zwischen Realismus und Idealismus wohl mindestens zweideutig, mit allen Nouancen und das Chaos inbegriffen, bezieht sich aber doch nur auf die Erscheinung der Welt, und nicht auf ihr Wesen. Was das Zitat „die Welt ist für mich Vorstellung“ bestätigt, in dem es den Geltungsbereich des Begriffes Welt, auf das selbst erlebte Phänomen beschränkt. Man kann dahinter den konstruktivistischen Anspruch sehen, selbst gestalterisch aktiv zu werden. Ein solcher Konstruktivismus beschäftigt sich nur mit der individuellen Kausalität, die aber durch Chaos und Eitelkeit beschränkt und der Wahrheitsfindung nicht zuträglich ist. Da die Wahrheit sich weit über das Spektrum aller betrachteten Subjekte hinaus erstreckt, und daher physisch weder im Objekt noch im Subjekt faßbar ist, sondern viel mehr metaphysisch durch Objekt und Subjekt transzendiert. Es gibt demnach keine Annäherung an die Wahrheit, sondern bestenfalls an aus dem Wahrheitskontext herausgebeugte Bruchstücke der Wahrheit.

Mit dem synonymen Gebrauch von Traum und Trauma wollte ich vor allem darauf anspielen, daß Realität sich uns nicht zuletzt als Gewalt aufzwingt, die wir real durchleben, und die im Inneren als traumatische Gewalt Träume erzwingt, die die Gewalt in neuem Kontext immer wieder aufleben lassen können, auch real.

Ich fühle mich nicht vom Willen getrieben, sondern erlebe den Willen viel mehr als vom Trieb emanzipierte Natur. Die Gleichsetzung von Schicksal und Willen erscheint mir fast schon zynisch. Da der Wille die Wahrheit beugt, ohne sie zu kennen, unser Schicksal hingegen uns die Wahrheit erleben läßt, so wie sie ist. Die unterschwellige Unterstellung, die Vorsehung treibe mit uns ihren Willen, empfinde ich als unsäglich, wo wir doch wohl geordnet zu unserer Zeit zu unserem Willen gekommen sind, und die Vorsehung keine Eigenheit um ihrer Selbst willen erkennen läßt. Wäre sie nicht die Eigenschaft des Allwissens und das Schicksal dessen Enthüllung und Erfüllung?

Ich arbeite übrigens nicht als Ingenieur, da ich mich im unbefristeten Streik befinde.

***

12.12.2012, 16:00

Hallo, MS!

Da hast Du Dich ja schön herausgeredet, weshalb ich es also noch einmal versuche: Wenn Du Dein momentan bestreiktes Arbeitsverhältnis einfach nicht mehr haben würdest, also auch nicht als Möglichkeit (wir erinnern uns: die Wirklichkeit schließt die Möglichkeit mit ein, die Realität schließt sie aus), dann würden für Dich doch Traum und Trauma zusammenfallen (**); denn Du hast diesen Beruf ja nicht gewählt, weil Dich jemand dazu gezwungen hat, obwohl Du ja glaubst, daß die Realität „sich uns ... als Gewalt aufzwingt“ (**). Leserlich sieht das aber alles sehr deprimierend aus, was Du da so an Buchstaben zusammengefügt hast.

Was bestreikt Ihr denn eigentlich?

Schopenhauer hast Du aber falsch verstanden, wenn Du den Willen und den Trieb voneinander trennst. Auch liegst Du falsch mit Deiner Behauptung, der Wille sei „emanzipiert“ (**). Der Wille braucht sich nicht zu emanzipieren - er ist von nichts und niemanden abhängig. Ich bin ja von Schopenhauer ausgegangen. Für Schopenhauer war der Wille das, was vor ihm Kant das „Ding an sich“ genannt hatte. Wenn Freud später daraus einen „Trieb“ machen sollte, so ist Schopenhauer dafür nicht verantwortlich, obwohl Schopenhauer und Nietzsche (dieser besonders) für Freud die Ideengeber waren (Freud wäre ohne sie ungefähr das gewesen, was eine Hupe ohne Fahrzeuge ist). Der Wille ist frei, aber der menschliche Wille - also das, was die meisten Menschen (in ihrem Wunschdenken) meinen, wenn sie vom „Willen“ sprechen - ist nicht frei, wie schon gesagt (**|**). Wäre es anders, gäbe es nicht die Ideologie als eine der modernen Religionen, die Menschen dazu veranlassen soll, an ihren „freien Willen“ zu glauben. Es ist tatsächlich so wie mit den anderen Glaubenssystemen. Aber es ist ein Unterschied, ob man z.B. auf das Christentum mit Nihilismus reagiert oder auf die modernen Religionssysteme, die ja selbst erst durch Nihilismus entstehen konnten. Hieran möchte ich nur erinnert haben, bevor Du Dich jetzt wieder der Antwort hingibst, ich begäbe mich „jetzt aber ins Nihilistische“ (**). Eher ist nihilistisch, wer vom „freien Willen“ des Menschen träumt, an ihn glaubt.

 

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HB und MB (Michael Boden)

14.12.2012, 14:14

Guten Tag, Herr Brune,

ich bin jetzt und in den nächsten Tagen stark eingespannt.

Melde mich zwischen den Feiertagen.

Am 21.12. denke ich an Sie und warte auf den großen Untergang (Universum statt nur Abendland).

Als Kind waren sie sicher traurig, drei Tage vor Weihnachten Geburtstag zu haben.
Aber so schlimm ist das nicht. meine Schwägerin hat am 2. Januar Geburtstag. Das halte ich für den schlimmsten Termin im ganzen Jahr, kein Mensch hat die geringste Lust zu feiern.

Ein schönes Weihnachtsfest wünsche Ich ihnen und Ihrer Familie.

MB

***

14.12.2012, 20:33

Guten Abend, Herr Boden!

Danke, Herr Boden, für Ihre Wünsche.

Ich war als Kind ganz sicher niemals „traurig, drei Tage vor Weihnachten Geburtstag zu haben“ (**). Im Gegenteil: ich freute mich auf den Geburtstag und auf Weihnachten - und verkürzte dadurch zudem die Wartezeit.

Frohe Weihnachten wünsche ich Ihnen - trotz der Tasache, daß Sie es ja nicht so richtig feiern. Oder?

***

29.12.2012, 07:20

Guten Morgen, Herr Boden!

Ich habe den „Weltuntergang“ und Weihnachten gut überstanden und warte nun auf den vierten und - vorerst (!) - letzten Akt: den kalendarischen Jahreswechsel.

Haben auch Sie die Weihachtstage gemäß der Tradition verbracht? Ich weiß gar nicht, wie ich Sie auf dieses Thema ansprechen kann, weil ich mich noch gut an eine Ihrer Aussagen erinnere: „Ich als alter Heide feiere allerdings nicht die Geburt des Herrn, sondern die Sonnenwende. Bin ein Sonnenanbeter, allerdings nicht im Hochsommer, das ist wieder mal typisch!“ (**). Also: Wie haben Sie die Sonnenwendfeier verbracht? Ich hoffe doch, daß diese Feier für Sie ein großes Fest ist. Für mich ist es das ja sehr. Und Weihnachten als die Geburt des Herrn Jesus Christus wurde ja nicht zufällig auf den Tag der Sonnenwende - damals war es noch der 24.12. (!) - festgelegt. Auf diese Weise konnten die Christen aus den Wüstengebieten ihre Religion den Heiden aus den Waldgebieten näherbringen. So haben sie es ja mit fast allen Feiertagen gemacht, z.B. auch mit dem ebenfalls ursprünglich germanischen Ostern, um ein weiteres großes Fest zu benennen, denn Ostern und Weihnachten sind bekanntlich die beiden größten Feste des Christentums.

Wie wäre es mit einem Spengler-Zitat? Ich habe da gerade eines parat:

„Das Wesen aller Kultur ist Religion; folglich ist das Wesen aller Zivilisation Irreligion. Auch das sind zwei Worte für ein und dieselbe Erscheinung. Wer das nicht im Schaffen Manets gegen Velasquez, Wagners gegen Haydn, Lysippos gegen Phidias, Theokrits gegen Pindar herausfühlt, der weiß nichts vom Besten der Kunst. Religiös ist noch die Baukunst des Rokoko selbst in ihren weltlichsten Schöpfungen. Irreligiös sind die Römerbauten, auch die Tempel der Götter. Mit dem Pantheon, jener Urmoschee mit dem eindringlich magischen Gottgefühl ihres Innenraums, ist das einzige Stück echt religiöser Baukunst in das alte Rom geraten. Die Weltstädte selbst sind den alten Kulturstädten gegenüber, Alexandria gegen Athen, Paris gegen Brügge, Berlin gegen Nürnberg, in allen Einzelheiten bis in das Straßenbild, die Sprache, den trocken intelligenten Zug der Gesichter (**) hinein irreligiös (was man nicht mit antireligiös zu verwechseln hat). Und irreligiös, seelenlos sind demnach auch diese ethischen Weltstimmungen, die durchaus zur Formensprache der Weltstädte gehören. Der Sozialismus ist das irreligiös gewordene faustische Lebensgefühl; das besagt auch das vermeintliche (»wahre«) Christentum, das der englische Sozialist so gern im Munde führt und unter dem er etwas wie eine »dogmenlose Moral« versteht. Irreligiös sind Stoizismus und Buddhismus im Verhältnis zur orphischen und vedischen Religion, und es ist ganz Nebensache, ob der römische Stoiker den Kaiserkult billigt und ausübt, der spätere Buddhist seinen Atheismus mit Überzeugung bestreitet, der Sozialist sich freireligiös nennt oder auch »weiterhin an Gott glaubt«.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, S. 458-459 **).

In einer Anmerkung zu dem „intelligenten Zug der Gesichter“ (**) heißt es dann:

„Man beachte die auffallende Ähnlichkeit vieler Römerköpfe mit denen heutiger Tatsachenmenschen amerikanischen Stils und, wenn auch nicht so deutlich, mit manchen ägyptischen Porträtköpfen des Neuen Reichs.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 459 **).

Jetzt wird es noch interessanter:

„Dies Erlöschen der lebendigen inneren Religiosität, das allmählich auch den unbedeutendsten Zug des Daseins gestaltet und erfüllt, ist es, was im historischen Weltbild als die Wendung der Kultur zur Zivilisation erscheint, als das Klimakterium der Kultur, wie ich es früher nannte, als die Zeitwende, wo die seelische Fruchtbarkeit einer Art von Mensch für immer erschöpft ist und die Konstruktion an Stelle der Zeugung tritt. Faßt man das Wort Unfruchtbarkeit in seiner ganzen ursprünglichen Schwere, so bezeichnet es das volle Schicksal des weltstädtischen Gehirnmenschen, und es gehört zum Bedeutsamsten der geschichtlichen Symbolik, daß diese Wendung sich nicht nur im Erlöschen der großen Kunst, der gesellschaftlichen Formen, der großen Denksysteme, des großen Stils überhaupt, sondem auch ganz körperlich in der Kinderlosigkeit und dem Rassetod der zivilisierten, vom Lande abgelösten Schichten ausspricht, eine Erscheinung, die in der römischen und chinesischen Kaiserzeit viel bemerkt und beklagt, aber notwendigerweise nicht gemildert worden ist. (**).“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, S. 459 **).

Kommen wir also gleich auf das Thema Unfruchtbarkeit zu sprechen:

„Und nun geht aus der Tatsache, daß das Dasein immer wurzelloser, das Wachsein immer angespannter wird, endlich jene Erscheinung hervor, die im stillen längst vorbereitet war und jetzt plötzlich in das helle Licht der Geschichte rückt, um dem ganzen Schauspiel ein Ende zu bereiten: die Unfruchtbarkeit des zivilisierten Menschen. Es handelt sich hier nicht um etwas, das sich mit alltäglicher Kausalität, etwa physiologisch, begreifen ließe, wie es die moderne Wissenschaft selbstverständlich versucht hat. Hier liegt eine durchaus metaphysische Wendung zum Tode vor. Der letzte Mensch der Weltstädte will nicht mehr leben, wohl als einzelner, aber nicht als Typus, als Menge; in diesem Gesamtwesen erlischt die Furcht vor dem Tode. Das, was den echten Bauern mit einer tiefen und unerklärlichen Angst befällt, der Gedanke an das Aussterben der Familie und des Namens, hat seinen Sinn verloren. Die Fortdauer des verwandten Blutes innerhalb der sichtbaren Welt wird nicht mehr als Pflicht dieses Blutes, das Los, der Letzte zu sein, nicht mehr als Verhängnis empfunden. Nicht nur weil Kinder unmöglich geworden sind, sondern vor allem weil die bis zum äußersten gesteigerte Intelligenz keine Gründe für ihr Vorhandensein mehr findet, bleiben sie aus. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, S. 678-679 **).

Die nun eigentlich folgenden Absätze sind genauso bedeutsam wie der hier zuletzt aufgeführte. Ich habe sie aus Platzgründen weggelassen.

Das Thema ist aktueller denn je.

Guten Rutsch, Herr Boden!

***

29.12.2012, 20:36

Guten Abend Herr Brune,

danke für Ihren E-Brief, mit den wunderbaren Spenglerzitaten.

Ja, das hat er wundervoll analysiert und in einem Deutsch ausformuliert, wie es heute praktisch keiner mehr kann. Ich kenne diese Passagen natürlich alle noch von damals, aber ich habe in den ersten Band des UdA wohl seit 1975 nicht mehr richtig reingeschaut.

Der Grund liegt sicher darin, daß ich diesen Band mit 14/15 Jahren wie eine Offenbarung förmlich aufgesaugt habe, und zwar nicht aktiv erinnern kann, aber passiv eben völlig.

Ich habe Weihnachten diesmal wieder ganz gern gefeiert, aus verschiedenen persönlichen Gründen. Und dabei natürlich auch daran gedacht, daß die Sonne endlich wieder steigt.

Daß die Geburt Jesu nicht später als Ende November stattgefunden haben kann, habe ich vor 25 Jahren mal gelesen, weiß aber nicht mehr bei wem und warum es nicht Dezember gewesen sein kann.

Da gibt es dann noch Ihren langen Text von vor drei Wochen, den habe ich mir kopiert und schaue da in den nächsten Tagen rein.

Zu tun gibts im Büro immer noch viel, aber entspannt. Aufräumen, Ordnen, Rechnungen schreiben.

Bis bald

***

29.12.2012, 21:41

Danke für Ihre Antwort, Herr Boden!

Nur ganz kurz:

Die Sache mit der Geburt im November (**) geht m.W. auf das kosmologisches Argument zurück, es hätte nur ungefähr vom letzten Novemberdrittel bis zum Ende des ersten Dezemberdrittels in der in Frage kommenden Zeit für die Geburt Jesu eine Jupiter-Saturn-Konjunktion gegeben, und nur diese Jupiter-Saturn-Konjunktion käme als Deutung des „Sterns von Bethlehem“ in Frage. Dieses Argument halte ich aber nicht für sehr seriös.

Guten Rutsch, Herr Boden!

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