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Prägnant und möglichst knapp formulierte Gedanken

von

Oswald Spengler (1880-1936)

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„Der Untergang des Abendlandes, zunächst ein örtlich und zeitlich beschränktes Phänomen wie das ihm entsprechende des Untergangs der Antike, ist, wie man sieht, ein philosophisches Thema, das in seiner ganzen Schwere begriffen alle großen Fragen des Seins in sich schließt.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 4

„Will man erfahren, in welcher Gestalt sich das Schicksal der abendländischen Kultur erfüllen wird, so muß man zuvor erkannt haben, was Kultur ist, in welchem Verhältnis sie zur sichtbaren Geschichte, zum Leben, zur Seele, zur Natur, zum Geiste steht, unter welchen Formen sie in Erscheinung tritt und inwiefern diese Formen ... Symbole und als solche zu deuten sind.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 4

„Das Mittel, tote Formen zu erkennen, ist das mathematische Gesetz. Das Mittel, lebendige Formen zu verstehen, ist die Analogie. Auf diese Weise unterscheiden sich Polarität und Periodizität der Welt.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 4

„Die expansive Tendenz ist ein Verhängnis, etwas Dämonisches und Ungeheures, das den späten Menschen des Weltstadiums packt, in seinen Dienst schwingt und verbraucht, ob er will oder nicht, ob er es weiß oder nicht. Leben ist die Verwirklichung von Möglichkeiten, und für den Gehirnmenschen gibt es nur extensive Möglichkeiten. So sehr der heutige, noch wenig entwickelte Sozialismus sich gegen die Expansion auflehnt, er wird eines Tages mit der Vehemenz eines Schicksals ihr vornehmster Träger sein. Hier rührt die Formensprache der Politik - als unmittelbarer intellektueller Ausdruck einer Art von Menschentum - an ein tiefes metaphysisches Problem: an die durch die unbedingte Gültigkeit des Kausalitätsprinzips bestätigte Tatsache, daß der Geist das Komplement der Ausdehnung ist.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 51-52

„Die Zeichensprache einer Mathematik und die Grammatik einer Wortsprache sind letzten Endes von gleichem Bau. Die Logik ist immer eine Art Mathematik und umgekehrt.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 76-77

„Mithin liegt auch in allen Akten menschlichen Verstehens, welche zur mathematischen Zahl in Beziehung stehen - messen, zählen, zeichnen, wägen, ordnen, teilen -, die sprachliche, durch die Formen des Beweises, Schlusses, Satzes, Systems dargestellte Tendenz auf Abgrenzung von Ausgedehntem, und erst durch kaum noch bewußte Akte dieser Art gibt es für den wachen Menschen durch Ordnungszahlen eindeutig bestimmte Gegenstände, Eigenschaften, Beziehungen, Einzelnes, Einheit und Mehrheit, kurz die als notwendig und unerschütterlich empfundene Struktur desjenigen Weltbildes, das er »Natur« nennt und als solche »erkennt«.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 77

Natur ist das Zählbare.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 77

„Geschichte ist der Inbegriff dessen, was zur Methematik kein Verhältnis hat.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 77

„Daher die mathematische Gewißheit der Naturgesetze, die stauennde Einsicht Galileis, daß die Natur »scritta in lingua matematica« sei und die von Kant hervorgehobene Tatsache, daß die exakte Naturwissenschaft genau so weit reicht wie die Möglichkeit der Anwendung mathematischer Methoden.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 77

Kulturen sind Organismen. Weltgeschichte ist ihre Gesamtbiographie.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 143

„Eine Kultur wird in dem Augenblick geboren, wo eine große Seele aus dem urseelenhaften Zustande ewig-kindlichen Menschentums erwacht, sich ablöst, eine Gestalt aus dem Gestaltlosen, ein begrenztes und Vergängliches aus dem Grenzenlosen und Verharrenden. Sie erblüht auf dem Boden einer genau abgrenzbaren Landschaft, an die sie pflanzenhaft gebunden bleibt. Eine Kultur stirbt, wenn diese Seele die volle Summe ihrer Möglichkeiten in der Gestalt von Völkern, Sprachen, Glaubenslehren, Künsten, Staaten, Wissenschaften verwirklicht hat und damit wieder ins Urseelentum zurückkehrt.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 143

„Dies ist der Sinn aller Untergänge in der Geschichte - der inneren und äußeren Vollendung, des Fertigseins, das jeder lebendigen Kultur bevorsteht -, von denen der in seinen Umrissen deutlichste als »Untergang der Antike« vor uns steht, während wir die frühesten Anzeichen des eignen, eines nach Verlauf und Dauer jenem völlig gleichartigen Ereignisses, das den ersten Jahrhunderten des nächsten Jahrtausends angehört, den »Untergang des Abendlandes«, heute schon deutlich in und um uns spüren.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 144

„Jede Kultur durchläuft die Altersstufen des einzelnen Menschen. Jede hat ihre Kindheit, ihre Jugend, ihre Männlichkeit und ihr Greisentum.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 144

„Jede Kultur, jede Frühzeit, jeder Aufstieg und Niedergang, jede ihrer innerlich notwendigen Stufen und Perioden hat eine bestimmte, immer gleiche, immer mit dem Nachdruck eines Symbols wiederkehrende Dauer.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 144

„»Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis«.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 209

Alles Gewordne ist vergänglich.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 216

Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 217

„Jede Modernität hält Abwechslung für Entwicklung. Die Wiederbelebungen und Verschmelzungen alter Stile treten an die Stelle wirklichen Werdens.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 379

„Es ist völlig belanglos, ob Schopenhauer theoretisch den Willen zum Leben verneint oder ob Nietzsche ihn bejaht sehen will. Diese Unterscheidungen liegen an der Oberfläche. Sie bezeichnen einen persönlichen Geschmack, ein Temperament. Wesentlich ist, daß auch Schopenhauer die ganze Welt als Willen fühlt, als Bewegung, Kraft, Richtung; darin ist er der Ahnherr der gesamten ethischen Modernität. Dies Grundgefühl ist bereits unsre ganze Ethik. Alles andre sind Abarten.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 436

„Kultur und Zivilisation - das ist der lebendige Leib eines Seelentums und seine Mumie. So unterscheidet sich das westeuropäische Dasein vor und nach 1800 ....“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 450

„So ruft der Faust des ersten Teiles der Tragödie, der leidenschaftliche Forscher in einsamen Mitternächten, folgerichtig den des zweiten Teiles und des neuen Jahrhunderts hervor, den Typus einer rein praktischen, weitschauenden, nach außen gerichteten Tätigkeit. Hier hat Goethe psychologisch die ganze Zukunft Westeuropas vorweggenommen. Das ist Zivilisation an Stelle von Kultur, der äußere Mechanismus statt des inneren Organismus, der Intellekt als das seelische Petrefakt an Stelle der erloschenen Seele selbst. So wie Faust am Anfang und Ende der Dichtung, stehen sich innerhalb der Antike der Hellene zur Zeit des Perikles und der Römer zur Zeit Cäsars gegenüber.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 452

„Kulturmoral ist die Moral, welche man hat, zivilisierte die, welche man sucht.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 453

„Jede Kultur hat ihre eigene Art, seelisch zu verlöschen, und nur die eine, die aus ihren ganzen Leben mit tiefster Notwendigkeit folgt. Deshalb sind Buddhismus, Stoizismus, Sozialismus morphologisch gleichwertige Ausgangserscheiningen.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 455

„Der faustische Nihilist ... zertrümmert die Ideale; der apollinische ... läßt sie vor seinen Augen zerfallen; der indische zieht sich vor ihnen in sich selbst zurück.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 456

„Auch der Begriff eines sozialistischen Nirwana ist zu rechtfertigen, sofern man die Flucht vor dem Kampf ums Dasein ins Auge faßt, wie die europäische Müdigkeit sie in Schlagworte Weltfriede, Humanität und Verbrüderung aller Menschen kleidet.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 457

„Das Wesen aller Kultur ist Religion; folglich ist das Wesen aller Zivilisation Irreligion.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 458

Nietzsche war, seit er Aphorismen schrieb, unbewußt ein Schüler Darwins ....“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 477

„Es ist eine ganz entscheidende und in ihrer vollen Bedeutung nie gewürdigte Tatsache, daß alle großen Kulturen Stadtkulturen sind. Der höhere Mensch des zweiten Zeitalters ist ein städtebauendes Tier. Das ist das eigentliche Kriterium der »Weltgeschichte«, das sie von der Menschengeschichte überhaupt auf das Schärfste abhebt - Weltgeschichte ist die Geschichte des Stadtmenschen.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 661

„Statt der Kinder haben sie seelische Konflikte, die Ehe ist eine kunstgewerbliche Aufgabe und es kommt darauf an, »sich gegenseitig zu verstehen«. Es ist ganz gleichgültig, ob eine amerikanische Dame für ihre Kinder keinen zureichenden Grund findet, weil sie keine season versäumen will, eine Pariserin, weil sie fürchtet, daß ihr Liebhaber davongeht, oder eine Ibsenheldin, weil sie »sich selbst gehört«. Sie gehören alle sich selbst und sie sind alle unfruchtbar.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 681

„Weltgeschichte ist die Geschichte der großen Kulturen.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 761

Die Weltgeschichte ist das Weltgericht.“
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 1194

„Sechstausend Jahre höherer Menschengeschichte liegen vor uns. Aus der Masse, die sich über den ganzen Planeten verbreitet hat, sondert sich, Geschichte im tieferen Sinne, das Schauspiel und Schicksal der großen Kulturen ab. Sie liegen vor dem Auge des Betrachters als Formenwelten von gleichartigem Bau, mächtiges Seelentum, das sichtbare Gestalt gewinnt, innerstes Geheimnis, das sich in lebendig fortschreitender Wirklichkeit ausdrückt. Ein unveränderliches Ethos wirkt in ihnen. Es prägt nicht nur je eine ganz bestimmte Art von Glauben, Denken, Fühlen, Tun, von Staat, Kunst und Lebensordnung, sondern auch einen antiken, indischen, chinesischen, abendländischen Typus »Mensch« von vollkommen eigener Haltung des Leibes und der Seele, einheitlich in Instinkt und Bewußtsein, Rasse in geistigem Sinne, aus.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 22

„Drei Völker des Abendlandes haben den Sozialismus in einem großen Sinne verkörpert: Spanier, Engländer, Preußen (nicht zufällig die »östlichsten« [»jüngsten«, »frischesten«] der Deutschen! Anm. HB). Von Florenz und Paris aus formte sich der anarchische Gegensinn in zwei andern: Italienern und Franzosen. Der Kampf beider Weltgefühle ist das Grundgerüst dessen, was wir als neuere Weltgeschichte bezeichnen.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 26

„Soll die Weltwirtschaft eine Weltausbeutung (englisch; Anm. HB) oder eine Weltorganisation (preußisch; Anm. HB) sein? Sollen die Cäsaren dieses künftigen Imperiums Milliardäre oder Weltbeamte, soll die Bevölkerung der Erde, solange dieses Imperium der faustischen Zivilisation zusammenhält, Objekt der Politik von Trusts oder von Menschen sein, wie sie am Ende des zweiten Faust angedeutet werden?“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 53

„Wäre selbst der faustische Weltfriedc erreicht, so würden Herrenmenschen vom Schlage spätrömischer, spätchinesischer, spätägyptischer Cäsaren sich um dies Imperium schlagen als Beute, wenn seine endgültige Form eine kapitalistische, und um den ersten Rang in ihm, wenn sie eine sozialistische geworden sein sollte.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 26

„In Wirklichkeit kann es, außer in Staaten vom Umfang weniger Dörfern, etwas wie Volksregierung, Regierung durch das Volk, gar nicht geben.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 59

„Das 19. Jahrhundert war das der Naturwissenschaft; das 20. gehört der Psychologie.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 84

„Wir glauben nicht mehr an die Macht der Vernunft über das Leben. Wir fühlen, daß das Leben die Vernunft beherrscht. Menschenkenntnis ist uns wichtiger als abstrakte und allgemeine Ideale; aus Optimisten sind wir Skeptiker geworden: nicht was kommen sollte, sondern was kommen wird, geht uns an; und Herr der Tatsachen bleiben ist uns wichtiger als Sklave von Idealen werden. Die Logik des Naturbildes, die Verkettung von Ursache und Wirkung scheint uns oberflächlich; nur die Logik des Organischen, das Schicksal, der Instinkt, den man fühlt, dessen Allmacht man im Wechsel der Dinge schaut, zeugt von der Tiefe des Werdens.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 84-85

„Die echte Internationale ist Imperialismus, Beherrschung der faustischen Zivilisation, also der ganzen Erde, durch ein einziges gestaltendes Prinzip, nicht durch Ausgleich und Zugeständnis, sondern durch Sieg und Vernichtung. Der Sozialismus hat den Kapitalismus und den Ultramontanismus neben und gegen sich, drei Arten sozialistischen Willens zur Macht: durch den Staat, das Geld, die Kirche. Sie haben ihre Kräfte in der politischen, wirtschaftlichen und religiösen Bewußtseinswelt, von denen jede die beiden andern sich einzuordnen sucht: das sind die schöpferischen Instinkte des preußischen, des englischen und des spanischen Menschen und sie reichen von der geistigen Kälte und Höhe der modernen Zivilisation zurück bis zu jenen frühen triebhaften Menschen ..., die sich mit Schwert und Pflug die märkischen Sümpfe unterwarfen, in ihren zerbrechlichen Kähnen das Nordmeer kreuzten und den Glaubenskampf gegen die Mauren südlich der Pyrenäen führten.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 89-90

„Märkische, englische und spanische Gotik zeugen von einer andern Seele als die französische. Diese Instinkte sind mächtiger als alles andere und können sogar die Völker überleben, in denen sie sich sichtbare Symbole geschaffen haben. Es gab einen römischen Geist noch zu einer Zeit, wo es echte Römer nicht mehr gab. Der spanische Geist als Volk ist ohnmächtig, aber als Kirche steht er in ungebrochner Kraft da. Das sind die Wirklichkeiten, welche die Internationale der Kongresse mit den Schlagworten von Marx glaubt einebnen zu können.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 89-90

„Die faustische, westeuropäische Kultur ist vielleicht nicht die letzte, sicherlich aber die gewaltigste, leidenschaftlichste, durch ihren inneren Gegensatz zwischen umfassender Durchgeistigung und tiefster seelischer Zerissenheit die tragischste von allen. Es ist möglich, daß noch ein matter Nachzügler kommt, etwa irgendwo zwischen Weichsel und Amur und im nächsten Jahrtausend, hier aber ist der Kampf zwischen der Natur und dem Menschen, der sich durch sein historisches Dasein gegen sie aufgelehnt hat, praktisch zu Ende geführt worden.“
Oswald Spengler, Der Mensch und die Technik, 1931, S. 63

„Ein Präsident oder Premierminister oder Volksbeauftragter aber ist die Kreatur einer Partei, und eine Partei ist die Kreatur derer, die sie bezahlen.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 97

„Ein Fürst ist heute der einzige Schutz einer Regierung vor dem Händlertum. Die Macht des Privatkapitals führt sozialistische und monarchistische Prinzipien zusammen. Das individualistische Eigentumsideal bedeutet Unterwerfung des Staates unter die freien Wirtschaftsmächte, das heißt Demokratie, das heißt Käuflichkeit der Regierung durch den privaten Reichtum. In einer modernen Demokratie stehen die Massenführer nicht den Führern des Kapitals, sondern dem Gelde selbst und dessen anonymer Macht gegenüber. Die Frage ist, wie viele der Führer dieser Macht widerstehen können. Wenn man wissen will, wie sich eine nicht mehr junge und deshalb von ihrer eignen Vortrefflichkeit begeisterte Demokratie in Wirklichkeit von der in ideologischen Köpfen vorhandenen unterscheidet, so lese man Sallust über Catilina und Jugurtha. Es ist kein Zweifel, daß uns Römerzustände bevorstehen, aber eine monarchisch-sozialistische Ordnung kann sie unwirksam machen.““
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 97

„Aber der Bolschewismus ... hat als gefährliches Gift für raffinierte Geister im Westen eine größere Zukunft als im Osten.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 102

„Aus dem Puritanismus ist der Kapitalismus, aus dem Pietismus der Sozialismus geworden.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 102

„Marx ist tot.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 104

„Demokratie, mag man sie schätzen wie man will, ist die Form dieses Jahrhunderts, die sich durchsetzen wird.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 104

„Werdet Männer! “
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 104

„Wir sind Sozialisten.“
Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 105

„Wenn wir nicht handeln lernen, wie es die wirkliche Geschichte meint, mitten in einer Zeit, die weltfremde Ideale nicht duldet und an ihren Urhebern rächt, in der das harte Tun, das Nietzsche auf den Namen Cesare Borgias getauft hat, allein Geltung besitzt, in der die Moral der Ideologen und Weltverbesserer noch rücksichtsloser als sonst auf ein überflüssiges und wirkungsloses Reden und Schreiben beschränkt wird, dann werden wir als Volk aufhören zu sein.“
Oswald Spengler, Nietzsche und sein Jahrhundert (Rede, gehalten am 15. Oktober 1924, dem 80. Geburtstage Nietzsches,
im Nietzsche-Archiv zu Weimar)
, in. Reden und Ausätze, S. 123-124

„Ohne eine Lebensweisheit, die in schlimmen Lagen nicht tröstet, sondern heraushilft, können wir nicht leben, und diese Weisheit taucht in ihrer Härte innerhalb des deutschen Denkens zum ersten Male bei Nietzsche auf, mag sie noch so sehr verkleidet sein von Eindrücken und Gedanken, die ihm aus anderen Quellen kamen. Er hat dem geschichtshungrigsten Volke der Welt die Geschichte gezeigt, wie sie ist. Sein Vermächtnis ist die Aufgabe, die Geschichte so zu leben.“
Oswald Spengler, Nietzsche und sein Jahrhundert (Rede, gehalten am 15. Oktober 1924, dem 80. Geburtstage Nietzsches,
im Nietzsche-Archiv zu Weimar)
, in. Reden und Ausätze, S. 124

„So sieht das Zeitalter der Weltkriege aus .... Aber dahinter erscheint das zweite Element der ungeheuren Umwälzung, die Weltrevolution. Was will sie? Worin besteht sie? Was hat das Wort im tiefsten Grunde zu bedeuten? Man versteht seinen vollen Inhalt heute so wenig wie den geschichtlichen Sinn des ersten Weltkrieges, der eben hinter uns liegt. Es handelt sich nicht um die Bedrohung der Weltwirtschaft durch den Bolschewismus von Moskau, wie es die einen, und nicht um die »Befreiung« der Arbeiterklasse, wie es die andern meinen. Das sind nur Fragen der Oberfläche. Vor allem: diese Revolution droht nicht erst, sondern wir stehen mitten darin, und nicht erst seit gestern und heute, sondern seit mehr als einem Jahrhundert. Sie durchkreuzt den »horizontalen« Kampf zwischen den Staaten und Nationen durch den vertikalen zwischen den führenden Schichten der weißen Völker und den andern, und im Hintergrund hat schon der weit gefährlichere zweite Teil dieser Revolution begonnen: der Angriff auf die Weißen überhaupt von seiten der gesamten Masse der farbigen Erdbevölkerung, die sich ihrer Gemeinschaft langsam bewußt wird.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 58

„Mit dem Kampf zwischen »Kapitalismus« und »Sozialismus« hat das gar nichts zu tun.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 61

„Der Schauplatz dieser Revolution des Lebens, ihr »Grund« zugleich und ihr Ausdruck ist die Großstadt, wie sie in der Spätzeit aller Kulturen sich zu bilden beginnt. In dieser steinernen und versteinernden Welt sammelt sich in immer steigendem Maße entwurzeltes Volkstum an, das dem bäuerlichen Lande entzogen wird, »Masse« in erschreckendem Sinne, formloser menschlicher Sand, aus dem man zwar künstliche und deshalb flüchtige Gebilde kneten kann, Parteien, nach Programmen und Idealen entworfene Organsisationen, in dem aber die Kräfte natürlichen, durch die Folge der Generationen mit Tradition gesättigten Wachstums abgestorben sind, vor allem die natürliche Fruchtbarkeit allen Lebens, der Instinkt für die Dauer der Familien und Geschlechter. Der Kinderreichtum, das erste Zeichen einer gesunden Rasse, wird lästig und lächerlich. Es ist das ernsteste Zeichen des »Egoismus« großstädtischer Menschen, selbständig gewordener Atome, des Egoismus, der nicht das Gegenteil des heutigen Kollektivismus ist - dazwischen besteht überhaupt kein Unterschied; ein Haufen Atome ist nicht lebendiger als ein einzelnes -, sondern das Gegenteil des Triebes, im Blute von Nachkommen, in der schöpferischen Sorge für sie, in der Dauer seines Namens fortzuleben.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 63

„Die weiße Welt wird vorwiegend von Dummköpfen regiert - wenn sie regiert wird, woran man zweifeln darf.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 126

„Aber inzwischen arbeiten die »Farbigen« billig und lange, bis an die Grenze ihrer Arbeitskraft, in Rußland unter der Knute, anderswo aber schon mit dem stillen Bewußtsein der Macht, die sie damit über die verhaßten Weißen, die Herren von heute - oder von gestern? -  in der Hand haben.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 127

„Diese Weltrevolution ist nicht zu Ende. Sie wird die Mitte, vielleicht das Ende dieses Jahrhunderts überdauern. Sie schreitet unaufhaltsam fort, ihren letzten Entscheidungen entgegegen, mit der geschichtlichen Unerbitterlichkeit eines großen Schicksals, dem keine Zivilisation der Vergangenheit ausweichen konnte und das alle weißen Völker der Gegenwart seiner Notwendigkeit unterwirft. Wer ihr Ende predigt oder sie besiegt zu haben glaubt, der hat sie gar nicht verstanden.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 129

„In diesem ungeheuren Zweikampf großer Tendenzen, der sich über die weiße Welt hin in Kriegen, Umstürzen, starken Persönlichkeiten voller Glück und Tragik, gewaltigen Schöpfungen von dennoch flüchtigem Bestande abspielt, erfolgt heute noch die Offensive von unten, von der städtischen Masse her, die Defensive von oben, noch schwächlich und ohne das gute Gewissen ihrer Notwendigkeit. Das Ende wird erst sichtbar werden, wenn das Verhältnis sich umkehrt .... “
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 130

„Was heißt denn »links«? Schlagworte des vorigen Jahrhunderts wie Sozialismus, Marxismus, Kommunismus sind veraltet; sie sagen nichts mehr. Man gebraucht sie, um sich nicht Rechenschaft darüber ablegen zu müssen, wo man wirklich steht. Aber die Zeit verlangt Klarheit. »Links« ist, was Partei ist, was an Partei glaubt, denn das ist eine liberale Form des Kampfes gegen die höhere Gesellschaft, des Klassenkampfes seit 1770, der Sehnsucht nach Mehrheiten, nach dem Mitlaufen »aller«, Quantität statt Qualität, die Herde statt des Herrn. Aber der echte Cäsarismus aller endenden Kulturen stützt sich auf kleine starke Minderheiten.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 132-133

„Hier muß endlich das entscheidende Wort über »Preußentum« und »Sozialismus« gesagt werden. Ich hatte 1919 beide verglichen, eine lebendige Idee und das herrschende Schlagwort eines vollen Jahrhunderts, und bin - ich möchte sagen: selbstverständlich - nicht verstanden worden. .... Ich hatte gezeigt, daß in der von Bebel zu einer gewaltigen Armee geschmiedeten Arbeiterschaft, ihrer Disziplin und Gefolgstreue, ihrer Kameradschaft, ihrer Bereitschaft zu den äußersten Opfern jener altpreußischen Stil fortlebte, der sich zuerst in den Schlachten des Siebenjährigen Krieges bewährt hatte. Auf den einzelnen »Sozialisten« als Charakter, auf seine sittlichen Imperative kam es an, nicht auf den in seinem Kopf gehämmerten Sozialismus .... Und ich zeigte, daß dieser Typus des In-Form-Seins für eine Aufgabe seine Tradition bis zum Deutschritterorden zurückführt, der in gotischen Jahrhunderten - wie heute wieder - die Grenzwacht der faustischen Kultur gegen Asien hielt.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 135-136

„Aber die Flachköpfe kommen nicht aus dem marxistischen Denken des vorigen Jahrhunderts heraus. Sie verstehen überall in der Welt den Sozialismus nicht als sittliche Lebensform, sondern als Wirtschaftssozialismus, als Arbeitersozialismus, als Massenideologie mit materialistischen Zielen. Der Programmsozialismus jeder Art ist Denken von unten, auf gemeinen Instinkten ruhend, Apotheose des Herdengefühls, das sich heute allenthalben hinter dem Schlagwort »Überwindung des Individualismus« versteckt, und das Gegenteil von preußischen Empfinfen, das an vorbildlichen Führern die Notwendigkeit einer disziplinierten Hingabe erlebt hat und damit die innere Freiheit der Pflichterfüllung besitzt, das Sich-selbst-befehlen, Sich-selbst-beherrschen im Hinblick auf ein großes Ziel.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 137-138

„Die keltisch-germanische »Rasse« ist die willensstärkste, welche die Welt gesehen hat. Aber dies »Ich will« - Ich will! - das die faustische Seele bis an den Rand erfüllt, den letzten Sinn ihres Daseins ausmacht und jeden Ausdruck der faustischen Kultur in Denken, Tun, Bilden und Sichverhalten beherrscht, weckte das Bewußtsein der vollkommenen Einsamkeit des Ich im unendlichen Raum.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 144

„Es wird Zeit, daß die »weiße« Welt und Deutschland zuerst sich auf solche Tatsachen besinnt. Denn hinter den Weltkriegen und der noch unbeendeten proletarischen Weltrevolution taucht die größte aller Gefahren auf, die farbige, und alles, was in den weißen Völkern noch an »Rasse« vorhanden ist, wird nötig sein. um ihr zu begegnen. Deutschland vor allem ist keine Insel, wie die politischen Ideologen meinen, die an ihm als Objekt ihre Programme verwirklichen möchten. Es ist nur ein kleiner Fleck in einer großen und gärenden Welt, allerdings in entscheidender Lage. Aber es hat allein das Preußentum als Tatsache in sich. Mit diesem Schatz von vorbildlichem Sein kann es der Erzieher der »weißen« Welt, vielleicht ihr Retter werden.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 146

„Die abendländische Zivilisation dieses Jahrhunderts wird nicht von einer, sondern von zwei Weltrevolutionen größten Ausmaßes bedroht. Sie sind beide noch nicht in ihrem wahren Umfange, ihrer Tiefe und ihren Wirkungen erkannt worden. Die eine kommt von unten, die andere von außen: Klassenkampf und Rassenkampf. Die eine liegt zum großen Teil hinter uns, wenn auch ihre entscheidenden Schläge - etwa in der angloamerikanischen Zone - wahrscheinlich noch bevorstehen. Die andere hat erst im Weltkrieg mit Entschiedenheit begonnen und gewinnt sehr rasch feste Tendenz und Gestalt. In den nächsten Jahrzehnten werden beide nebeneinander kämpfen, vielleicht als Verbündete: es wird die schwerste Krise sein, durch welche die weißen Völker - ob einig oder nicht - gemeinsam hindurchgehen müssen, wenn sie noch eine Zukunft haben wollen.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 147

„Die weiße Menschheit hat sich in ihrem unbändigen Drang zur unendlichen Ferne überallhin zerstreut, über Nord- und Südamerika, Südafrika, Australien und über zahllose Stützpunkte dazwischen. Die gelbe, braune, schwarze und rote Gefahr lauert innerhalb des weißen Machtbereiches, dringt in die kriegerischen und revolutionären Auseinandersetzungen zwischen den weißen Mächten ein, beteiligt sich an ihnen und droht die Entscheidung zuletzt selbst in die Hand zu bekommen.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 150

„Was alles gehört denn zur »farbigen« Welt?  Nicht nur Afrika, die Indianer - neben Negern und Mischlingen - in ganz Amerika, die islamischen Völker, China, Indien bis nach Java hin, sondern vor allem Japan und Rußland, das wieder eine asiatische, »mongolische« Großmacht geworden ist. Als die Japaner Rußland besiegten, leuchtete eine Hoffnung über ganz Asien auf: Ein junger asiatischer Staat hatte mit westlichen Mitteln die größte Macht des Westens in die Knie gezwungen und damit den Nimbus der Unüberwindlichkeit zerstört, der »Europa« umgab. Das wirkte wie ein Signal, in Indien, in der Türkei, selbst im Kapland und der Sahara: Es war also möglich, den weißen Völkern die Leiden und Demütigungen eines Jahrhunderts heimzuzahlen. Seitdem sinnt die tiefe Schlauheit asiatischer Menschen über Mittel nach, die dem westeuropäischen Denken unzugänglich und überlegen sind. Und nun legte Rußland, nachdem es 1916 von Westen her die zweite entscheidende Niederlage erlitten hatte, nicht ohne die spöttische Befriedigung des verbündeten England, die »weiße« Maske ab und wurde wieder asiatisch, aus ganzer Seele und mit brennendem Haß gegen Europa. Es nahm die Erfahrungen von dessen innerer Schwäche mit und baute daraus neue, heimtückische Methoden des Kampfes auf, mit denen es die gesamte farbige Bevölkerung der Erde im Gedanken des gemeinsamen Widerstandes durchdrang.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 150

„Nicht Deutschland, das Abendland hat den Weltkrieg verloren, als es die Achtung der Farbigen verlorr. Die Tragweite dieser Verschiebung des politischen Schwergeichts ist zuerst in Moskau begriffen worden. In Westeuropa begreift man sie noch heute nicht. Die weißen Herrenvölker sind von ihrem einstigen Rang herabgestiegen. Sie verhandeln heute, wo sie gestern befahlen, und werden morgen schmeicheln müssen, um verhandeln zu dürfen. Sie haben das Bewußtsein der Selbstverständlichkeit ihrer Macht verloren und merken es nicht einmal. Sie haben in der »Revolution von außen« die Wahl der Stunde aus der Hand gegeben, an Amerika und vor allem an Asien, dessen Grenze heute an der Weichsel und den Karpathen liegt. Sie sind seit der Belagerung Wiens durch die Türken zum erstenmal wieder in die Verteidigung gedrängt worden, und werden große Kräfte, seelisch wie militärisch, in der Hand sehr großer Männer aufbringen müssen, wenn sie den ersten gewaltigen Sturm überstehen wollen, der nicht lange auf sich warten lassen wird.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 151

„Die große geschichtliche Frage ist, ob der Sturz der weißen Mächte gelingt oder nicht. .... Und was besitzt die weiße Welt an Kräften des seelischen und materiellen Widerstandes gegen diese Gefahr?  Sehr wenig, wie es zunächst scheint. Auch ihre Völker sind an der Kultur müde geworden. Im Feuer der hohen Form und im Ringen auch innerer Vollendung hat sich die seelische Substanz verzehrt. Vielfach ist nur noch Glut, oft nur Asche übrig, aber das gilt nicht überall. Je weniger ein Volk in den Wirbel vergangener Geschichte führend hineingezogen wurde, desto mehr Chaos, das Form werden kann, hat es bewahrt. Und wenn der Sturm großer Entscheidungen darüber hinbraust, wie 1914, schlagen die verborgenen Funken plötzlich als Flammen empor. Gerade in der germanischen Rasse, der willensstärksten, die es je gegeben hat, schlafen noch große Möglichkeiten.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 157

„Aber wenn hier von Rasse die Rede ist, so ist das nicht in dem Sinne gemeint, wie er heute unter Antisemiten in Europa und Amerika Mode ist, darwinistisch, materialistisch nämlich. Rasseeinheit ist ein groteskes Wort angesichts der Tatsache, daß seit Jahrtausenden alle Stämme und Arten sich gemischt haben, und daß gerade kriegerische, also gesunde, zukunftsreiche Geschlechter von jeher gern einen Fremden sich eingegliedert haben, wenn er »von Rasse« war, gleichviel zu welcher Rasse er gehörte. Wer zuviel von Rasse spricht, der hat keine mehr. Es kommt nicht auf die reine, sondern auf die starke Rasse an, die ein Volk in sich hat. Das zeigt sich zunächst in der selbstverständlichen, elementaren Fruchtbarkeit, dem Kinderreichtum ....“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 157

„Aber der Verfall der weißen Familie, der unentrinnbare Ausdruck großstädtischen Daseins, greift heute um sich und verzehrt die »Rasse« der Nationen. Der Sinn von Mann und Weib geht verloren, der Wille zur Dauer. Man lebt nur noch für sich selbst, nicht für die Zukunft von Geschlechtern. Die Nation als Gesellschaft, ursprünglich das organische Geflecht von Familien, droht sich von der Stadt her in eine Summe privater Atome aufzulösen, deren jedes aus seinem und dem fremden Leben die größtmögliche Menge von Vergnügen - panem et circenses - ziehen will. Die Frauenemanzipation der Ibsenzeit will nicht die Freiheit vom Mann, sondern vom Kinde, von der Kinderlast, und die gleichzeitige Männeremanzipation die von den Pflichten für Familie, Volk und Staat. Die ganze liberal-sozialistische Problemliteratur bewegt sich um diesen Selbstmord der weißen Rasse.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 159

„Die Folgen liegen vor unseren Augen. Die farbigen Rassen der Welt waren bisher doppelt so stark wie die weißen. Aber ... Indien hat 1921-31 um 34 Millionen zugenommen. In Afrika werden die Neger bei ihrer ungeheuren Fruchtbarkeit sich noch gewaltiger vermehren, seitdem die europäische Medizin dort »eingebrochen« ist und die starke Auslese durch Krankheiten verhindert. Demgegenüber haben Deutschland und Italien einen Geburtenüberschuß von weniger als einer halben Million, England, das Land der öffentlich empfohlenen Geburteneinschränkung, weniger als die Hälfte davon, Frankreich und das alteingesessene Yankeetum der Vereinigten Staaten (ebenso das weiße Element in Südafrika und Australien) keinen mehr. Das letztere, die bisher herrschende »Rasse« germanischer Prägung, schwindet seit Jahrzehnten rasch dahin. Die Zunahme der Bevölkerung liegt ganz auf Seiten der Neger ....“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 159-161

„In Frankreich haben manche Departments seit 50 Jahren über ein Drittel der Bevölkerung verloren. In einzelnen ist die Geburtenzahl um die Hälfte niedriger als die der Todesfälle. Einige kleine Städte und viele Dörfer stehen fast leer. .... Es gibt schwarze Geistliche, Offiziere und Richter. Diese Zugewanderten, weit über ein Zehntel der Einwohnerschaft, halten mit ihrer Fruchtbarkeit allein die Kopfzahl der »Franzosen« annähernd auf der gleichen Höhe. Aber der echte Franzose wird in absehbarer Zeit nicht mehr Herr in Frankreich sein. Die scheinbare Zunahme der weißen Gesamtbevölkerung der ganzen Erde, so gering sie im Verhältnis zum Anschwellen der Farbigen ist, beruht auf einer vorübergehenden Täuschung: Die Zahl der Kinder wird immer kleiner, und nur die Zahl der Erwachsenen nimmt zu, nicht weil es mehr sind, sondern weil sie länger leben.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 160

„Aber zu einer starken Rasse gehört nicht nur eine unerschöpfliche Geburtenzahl, sondern auch eine harte Auslese durch die Widerstände des Lebens, Unglück, Krankheit und Krieg. Die Medizin des 19. Jahrhunderts, ein echtes Produkt des Rationalismus, ist von dieser Seite her betrachtet ebenfalls eine Alterserscheinung. Sie verlängert jedes Leben, ob es lebenswert ist oder nicht. Sie verlängert sogar den Tod. Sie ersetzt die Zahl der Kinder durch die Zahl der Greise. Sie kommt der Weltanschuung panem et circenses entgegen, indem sie den Wert des Lebens am Quantum der Lebenstage mißt und nicht an deren Gehalt. Sie verhindert die natürliche Auslese und steigert dadurch den Rasseverfall.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 160

„Etwas vom Barbarentum der Urzeit muß noch im Blute liegen, unter der Formenstrenge alter Kultur, das in schweren Zeiten hervorbricht, um zu retten und zu siegen. - Dies Barbarentum ist das, was ich starke Rasse nenne, das Ewig-Kriegerische im Typus des Raubtieres Mensch. (Ich wiederhole: Rasse, die man hat, nicht eine Rasse, zu der man gehört. Das eine ist Ethos, das andere - Zoologie.). Es scheint oft nicht mehr da zu sein, aber es liegt sprungbereit in der Seele. Eine starke Herausforderung, und es hat den Feind unter sich. Es ist nur dort erstorben, wo der Pazifismus der späten Städte seinen Schlamm über die Generationen wälzt, den müden Wunsch nach Ruhe um jeden Preis, ausgenommen den des eigenen Lebens. Das ist die seelsiche Selbstentwaffnung nach der leiblichen durch Unfruchtbarkeit“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 161-162

„Der Kampf um den Planeten hat begonnen. Der Pazifismus des liberalen Jahrhunderts muß überwunden werden, wenn wir weiterleben wollen. Wie weit sind die weißen Völker schon in ihn hineingeschritten?  Ist das Geschrei gegen den Krieg eine geistige Geste oder die ernsthafte Abdankung vor der Geschichte auf Kosten der Würde, der Ehre, der Freiheit?  Aber das Leben ist Krieg. Kann man seinen Sinn verabschieden und es doch behalten?  Das Bedürfnis nach fellachenhafter Ruhe, nach Versicherung gegen alles, was der Trott der Tage stört, gegen das Schicksal in jeder Gestalt, scheint das zu wollen: eine Art Mimikry gegenüber der Weltgeschichte, das Sichtotstellen menschlicher Insekten angesichts der Gefahr, das happy end eines inhaltleeren Daseins, durch dessen Langeweile Jazzmusik und Niggertänze den Totenmarsch einer großen Kultur zelebrieren.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 163

„Der Farbige durchschaut den Weißen, wenn er von »Menschheit« und ewigem Frieden redet. Er wittert die Unfähigkeit und den fehlenden Willen, sich zu verteidigen. Hier tut eine große Erziehung not, wie ich sie als preußisch bezeichnet habe und die man meinetwegen auch »sozialistisch« nennen mag - was kommt auf Worte an!“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 163

„Die Farbigen sind nicht Pazifisten. Sie hängen nicht an einem Leben, dessen Länge sein einziger Wert ist. Sie nehmen das Schwert auf, wenn wir es niederlegen. Sie haben den Weißen einst gefürchtet, sie verachten ihn nun nun. In ihren Augen steht das Urteil geschrieben, wenn weiße Männer und Frauen sich vor ihnen so aufführen, wie sie es tun, zu Hause oder in den farbigen Ländern selbst. Einst packte sie Entsetzen vor unserer Macht - wie die Germanen vor den ersten römischen Legionen. Heute, wo sie selbst eine Macht sind, reckt sich ihre geheimnisvolle Seele auf, die wir nie verstehen werden, und sieht auf den Weißen herab wie auf etwas Gestriges.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 164

„Aber die größte Gefahr ist noch gar nicht genannt worden: Wie, wenn sich eines Tages Klassenkampf und Rassenkampf zusammenschließen, um mit der weißen Welt ein Ende zu machen?  Das liegt in der Natur der Dinge, und keine der beiden Revolutionen wird die Hilfe der andern verschmähen, nur weil sie deren Träger verachtet. Gemeinsamer Haß löscht gegenseitige Verachtung aus. Und wie, wenn sich an ihre Spitze ein weißer Abenteurer stellt, wie wir schon manche erlebt haben, einer, dessen wilde Seele im Treibhaus der Zivilisation nicht atmen konnte und in gewagten Kolonialunternehmen, unter Piraten, in der Fremdenlegion sich an Gefahren zu sättigen versuchte, bis er hier plötzlich ein großes Ziel vor Augen sieht?  Mit solchen Naturen bereitet die Geschichte ihre großen Überraschungen vor.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 164

„Es würde sich nichts ändern, wenn Moskau als Befehlsgeber verstummen sollte. Es hat sein Werk getan. Das Werk setzt sich selbst fort. Wir haben vor den Augen der Farbigen unsre Kriege und Klassenkämpfe geführt, uns untereinander erniedrigt und verraten; wir haben sie aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Wäre es ein Wunder, wenn sie das endlich auch für sich täten? “
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 164-165

„Die Masken aus dem Zeitalter parlamentarischer Zwischenzustände werden ganz fallen. Alle Versuche, den Gehalt der Zukunft in Parteien aufzufangen, werden rasch vergessen sein. Die faschistischen Gestaltungen dieser Jahrzehnte werden in neue, nicht vorauszusehende Formen übergehen und auch der Nationalismus heutiger Art wird verschwinden.“
Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 165

„In dem Deutschland, das durch technische Intelligenz, Geld und den Blick für Tatsachen seine Weltstellung befestigt hat, wird ein vollkommen seelenloser Amerikanismus zur Herrschaft gelangen, der Kunst, Adel, Kirche, Weltanschauung zu einem Materialismus auflöst, wie er nur in Rom der ersten Kaiserzeit schon einmal vorhanden war.“
Oswald Spengler, Briefe, S. 29

 

 

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- Literaturverzeichnis -