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Lebensphilosophie Benoist - Antiegalitarismus/ Metapolitik/ Menschenrechtskritik/ Modernekritik

NACH OBEN Alain de Benoist (*1923) wurde in Saint-Symphorien geboren, studierte Jura, Philosophie und Religionswissenschaft, begründete die französische „Neue Rechte“ („Nouvelle Droite“) und lebt in Paris.

Daß Alain de Benoist zu einem antiegalitären Denker wurde, hat viel mit der gesellschaftlichen Situation zu tun, in die er hineinwuchs: 1943 in Tours geboren, ist er ein Kind der »30 glorreichen Jahre« forcierter Modernisierung, in denen seit 1945 aus dem Bauernland Frankreich eine Industrienation werden sollte. Die Konsequenzen dieses Strukturwandels waren für das Land enorm: In den »30 glorreichen Jahren« geriet das gesamte soziale und kulturelle Gefüge Frankreichs in Bewegung, In ihnen bildeten sich in den Städten völlig neue Lebensformen heraus, es verschwanden viele bäuerliche Traditionen; die moderne »Massenkultur« entstand und das einst stolze Bürgertum ging in einer »neuen Mitte« auf. Es war das Zeltalter der »Nivellierung«, das für Frankreich hereinbrach - bereits Nietzsche (Nietzsche) hatte in ihm die Unmöglichkeit einer »wahren Kultur« erkannt.

Als Kind las Benoist „die Märchen der Gebrüder Grimm und die Ilias des Homer. Es war die Vielfalt, die ihn magisch anzog, das spirituelle Universum der Mythen und Legenden - sein großes Lebensthema klang hier bereits an. Später sollte er es bei der Lektüre von Charles Maurras wiederfinden, dem Theoretiker der Monarchie, der gegen den modernen Egalitarismus die polytheistische Formenwelt des griechischen Heidentums setzte. Und noch viel später, als jungem Mann, begegnete es ihm bei Louis Rougier und Georges Dumézil, beides Gelehrte, die auch in ihren Schriften die kulturelle Mannigfaltigkeit des antiken Paganismus rühmten. Aber vor allem ist es Friedrich Nietzsche (Nietzsche), der sein Denken bis heute prägt. Seit Alain de Benoist im Alter von 13 Jahren die Genealogie der Moral des deutschen Phiilosophen gelesen hatte, begleitete ihn dessen Idee, daß es das Christentum gewesen war, das den Egalitarismus über die Welt gebracht hatte. (Michael Böhm, Autorenportrait Alain de Benoist, in: Sezession, Dezember 2008, S. 19Böhm).

„Mit diesem geistigen Gepäck, das angesichts der gesellschaftlichen Erschütterungen Kommentar und Bewältigungsstrategie zugleich bedeutete, studierte Alain de Benoist ab 1960 Recht, Philosophie und Religionswissenschaften an der Pariser Sorbonne. Als Student engagierte er sich auf der Seite der politischen Rechten für Algérie française: in der ... Vereinigung nationalistischer Studenten. Aber es war keine koloniale Attitüde, die ihn dazu bewog, sondern jene Bauernmentalität, die seine Mutter in der Familie wachhielt und die mahnt, daß Territorium nicht aufzugeben ist. Gepaart mit Nietzsches (Nietzsche) Spott über den »flachen Utilitarismus« der modernen Zeit erschien ihm de Gaulles Politik absurd, der für ein modernes Frankreich Algerien in die Unabhängigelt entließ. (Michael Böhm, Autorenportrait Alain de Benoist, in: Sezession, Dezember 2008, S. 19Böhm).

NACH OBEN Die tragische Spannung zwischen Apollon und Dionysos, die Nietzsche (Nietzsche) in der griechischen Tragödie erkannte und die er als Voraussetzung einer wirklichen Kultur begriff, wurde für Benoist zum Leitmotiv. Sie widerspricht dem Egalitarismus, da sie an Kampf und Ungleichheit appelliert; sie ist antiutilitaristisch - und dadurch ästhetisch. Diese tragisch-heroische Weltsicht bestimmt also das intellektuelle Schaffen Benoists schon seit seiner frühen Jugend; sie inspirierte seine generelle Kritik an der Moderne und insbesondere am Liberalismus; sie gibt ihn als einen Repräsentanten der Konservativen Revolution zu erkennen. Benoists zentrales Leitmotiv ist der Antiegalitarismus, der für ihn die Grundlage des Pluralismus ist (Pluarlimsus), und den er etwa folgendermaßen definiert:
„Ich nenne hier - aus reiner Konvention - die Haltung rechts, die darin besteht, die Vielgestaltigkeit der Welt und folglich die relativen Ungleichheiten, die ihr notwendiges Ergebnis sind, als ein Gut und die fortschreitende Vereinheitlichung der Welt, die durch den Diskurs der egalitären Ideologie der seit zweitausend Jahren gepredigt und verwirklicht wird, als ein Übel anzusehen.“ (Alain de Benoist, Kulturrevolution von rechts, 1985, S. 14).
Diese Position bedeutet jedoch nicht, daß jede Ungleichheit per se legitim ist:
„Im Gegenteil, es gibt zahlreiche Ungleichheiten, die ganz und gar ungerecht sind. .... Ich billige keinerlei Kastenprivileg. Ich mache die Chancengleichheit zu einer Forderung jeder Sozialpolitik. Ohnehin heißt eine antiegalitäre Lebensauffassung zu vertreten nicht, die oft verabscheuungswürdigen Ungleichheiten verstärken zu wollen ....“ (Alain de Benoist, Kulturrevolution von rechts, 1985, S. 15Alain de Benoist).
„Ich habe bei unzähligen Anlässen klargestellt, daß »Differenz« keineswegs ein Synonym für »Ungleichheit« ist ..., und ich hüte mich davor, Gleichheit (insbesondere die Gleichheit der Bürger) mit Egalitarismus zu verwechseln.“ (Alain de Benoist, in: Dieter Stein, Phantom „Neue Rechte“, 2005, S. 177-178Stein)
Der Gegensatz zu dieser Position ist für Benoist der Totalitarismus (Totalitarismus), der kein Anders-Sein neben sich duldet. Diesen sieht Benoist im Kommunismus, Nationalsozialismus und in subtilerer Form auch im Liberalismus am Werk. Die extreme Folge des letzteren sei die Globalisierung, die darauf abziele, die Völker und Kulturen der Welt zugunsten der „Entfesselung der Logik des Kapitals“ zu zerstören, um eine rein an kapitalistischen und konsumistischen Werten aufgebaute Zivilisation zu errichten. Der Kardinalbetreiber dieser Tendenz sind in Benoists Augen die USA.
„Nicht nur verabscheue ich Diktaturen, Despotismus und jegliche »autoritäre« Regierungsform, ich habe in mehreren Büchern die zeitgenössischen Totalitarismen verurteilt und die demokratischen Grundsätze gegen die Angriffe verteidigt, denen sie ausgesetzt sind. .... Statt einer »Hegemonie« das Wort zu reden, die andere Meinungen zum Schweigen verurteilen würde, haben wir unermüdlich den Pluralismus, die Vielfalt, das Recht auf Differenz, die Basisdemokratie, das Prinzip der Subsidiarität etc. verteidigt, kurz gesagt, alles, was den Bürgern ermöglicht, sich aktiver am öffentlichen Leben zu beteiligen und auf allen Ebenen soviel wie irgend möglich demokratisch selber über die Dinge zu entscheiden, die sie betreffen.“ (Alain de Benoist, in: Dieter Stein, Phantom „Neue Rechte“, 2005, S. 175-176Stein).
Ähnlich der Querfrontstrategie der Konservativen Revolution der 1920er Jahre greift Benoists »Metapolitik« („Metapolitik“) in eklektizistischer Weise auf linke wie auch auf rechte Theorien und Denker zurück:
„Ich sehe rechts wie links Ideen, die dem entsprechen, was ich denke...Die Wörter sind schließlich nicht die Dinge selbst.“ (Alain de Benoist, Kulturrevolution von rechts, 1985, S. 27Alain de Benoist).

NACH OBEN Benoists Herausgabe der Zeitschriften „Nouvelle École“ (seit 1968) und „Éléments“ (seit 1972) bemühen sich um eine Wiedergeburt des rechtsgerichteten Denkens und stehen vor allem im Dienste der sogenannten „Metapolitik“, das heißt: der „intellektuellen, philosophischen und theoretischen Reflexion“ (Benoist) im Gegensatz zur direkten politischen Betätigung.
„Metapolitik ist keine andere Art, sich politisch zu betätigen. Sie ist keineswegs eine 'Strategie', die auf die Durchsetzung einer intellektuellen Hegemonie hinzielen würde; ebensowenig will sie andere, mögliche, Vorgehensweisen und Haltungen für untauglich erklären. Sie beruht lediglich auf der Feststellung, daß die Ideen eine entscheidende Rolle im Kollektivbewußtsein und überhaupt in der gesamten Geschichte der Menschheit spielen.“ (Alain de Benoist, Aufstand der Kulturen, 1999, S. 11Alain de Benoist).
Bereits zu Beginn der 1970er Jahre verzeichnet die Liste des Patronatskomitees von „Nouvelle École“ iliustre Namen: unter anderen den Nobelpreisträger Konrad Lorenz (Lorenz), Thierry Maulnier, Plerre Gaxotte oder auch Jean Cau, den ehemaligen Sekretär von Jean-Paul Sartre.

„Vor allem aber setzte Alain de Benoist seine eigene Ideenarbeit fort. Intellektuell gereift, erkannte er tiefere Zusammenhänge und zog größere Analogien: Antichristliche Vorbehalte und europäische Begeisterung fanden ihren Kontrapunkt in Georges Dumézils Überlegungen zur trifunktionellen Ideologie der Indoeuropäer (= Indogermanen; HB), ebenso bezog er Carl Schmitts (Schmitt) Theorie des Politischen darauf und entwickelte seine eigene Kritik des Liberalismus, die weit über Schmitt hinaus geht. Mit den kulturrelativistischen Ansätzen von Claude Levi-Strauss (Levi-Strauss) sowie den Theorien der Philosophischen Anthropologie überwand er seine rassebiologische Argumentation und fand zum „differentialistischen Antirassismus“ - eine logische Konsequenz in seiner intellektuellen Entwicklung, da ein solcher Standpunkt die Verschiedenheit nicht vereint, sondern von ihr ausgeht. Überhaupt entwickelte er während der 1970er Jahre ein kohärentes Weltbild - trotz seines Hanges zu enzyklopädioschen Synthesen .... Kommunismus, Sozialimus, Liberalismus - all das, so Benoist, seien nur »Spielarten« der »aktuellen Subversion«. Die gesamte Moderne begreift er als Verfallsepoche - samt ihrem Ökonomismus und der Gleichgültigkeit gegenüber gewachsenen Werten, samt ihrem universalen Anspruch, der schon totalitären Charakter habe (Benoist), und samt ihrer Wurzel: dem Christentum und seiner Idee von der Gleichheit aller Menschen vor Gott. Es war eine philantike Doktrin, für die Alain de Benoist warb, ein geistiges »Zurück-zu-den-Griechen« - in ihrer polytheistischen Welt erknnte er eine Alternatlve für Gegenwart und Zukunft. (Michael Böhm, Autorenportrait Alain de Benoist, in: Sezession, Dezember 2008, S. 21Böhm). Auch hieran erkennt man sehr deutlich, daß Alain de Benoist sehr stark von Friedrich Nietzsche (Nietzsche) beeinflußt ist.

NACH OBEN Benoist formulierte während der 1980er Jahre „seine Kritik an den Menschenrechten (Benoist), die auch viele marxistische Intellektuelle im Munde führten: Als liberale Ideologie mit universalem Anspruch legitimierten sie für ihn nur das ökonomische System des Westens und seine weltweite Implementierung - und damit Zerstörung der vesrchiedenen Kulturen. Für ihn waren sie moralische Phrase und politisches Instrument, »die letzte Verwandlung des egalitären Diskurses«. Im »Recht der Völker« sah Alain de Benoist dazu eine Alternative, in jener Idee, die in den antikolonialen und nationalen Freiheitsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg entstand - der einstige Unterstützer von Algérie française wandte sich so gegen neue Formen des Kolonialismus, ja gegen Kolonialismus überhaupt. Aber auch Europa solle sich befreien von seinem universalen, egalitären und liberalen Glaubenssätzen und von seinen Vormündern beiderseits des Eisernen Vorhangs, um einen »Dritten Weg« zu suchen, jenseits von Kapitalismus und Sozialismus. Wie die einstigen Kolonien solle es seine Identität wiederentdecken .... (Michael Böhm, Autorenportrait Alain de Benoist, in: Sezession, Dezember 2008, S. 22Böhm).

In der Reichsidee, einem rechten Topos schlechthin, verwirklicht sich für Benoist „der multikulturelle Traum: durch pluralistische Gesetzesformen in einer gesellschaftlichen Struktur, die verschiedene Kulturen bestärkt und integriert, ohne sie auf eine Identität zu verpflichten - das war ein Affront für die republikanischen Gralshüter juristischer Egalität und für die traditionellen Nationalisten. Aber genauso verwirte er mit seinen Reflexionen zur Ökologie (Ökologie), auch das eine Debatte, die sonst nur französische Linke führten. Der egalitäre Liberalismus, so erklärte er ..., sei per se der Feind der Natur. Als säkularisierte Form des Christentums vollziehe er dessen Auferstehungssymbolik: durch seine monetare Vernunft und den Fortschrittsglauben - die eigentlichen Motoren der Marktgesellschaft. Ein »negatives Wachstum« („Negatives Wachstum“) sei daher die einzige Chance, den Raubbau an natürlichen Ressourcen zu beenden und eine Lebensweise, die wie in der Antike die Wirtschaft in den Dienst des Menschen stelle. (Ökologie).“ (Michael Böhm, Autorenportrait Alain de Benoist, in: Sezession, Dezember 2008, S. 22Böhm).

NACH OBEN Ökologisch gesehen vertritt Benoist die Idee des „negativen Wachstums“, also die Idee, daß Produktion und Konsumtion so zu verringern seien, wie es der Respekt vor den verschiedenen Ökosystemen gebietet - „für Benoist ist es der einzig gangbare Weg zum Schutz und Erhalt der Umwelt: Denn nach dem vom rumänischen Ökonomen Nicholas Georgescu-Roegen entwickelten Konzept verhält es sich mit den Energiereserven der Erde so wie mit dem zweiten thermodynamischen Prinzip (2. Hauptsatz der Thermodynamik): Mechanische Energie, einmal in Wärme umgewandelt, kann nie wieder mechanische Energie werden - auch natürliche Ressourcen sind insofern endlich. Die mit „ökologischem Wachstum“ oder „nachhaltiger Entwicklung“ umschriebenen Ansätze lösten daher das Problem nicht, sie vertagten es nur. Denn auch sie basierten letztlich auf der entleerenden Logik eines ständig steigenden Bruttoinlandsprodukts.“ (Michael Böhm, Noch zwei Jahre bis zur Spitze, in: Junge Freiheit, 04. Juli 2008Böhm).

Für Alain de Benoist zeigt sich das am Beispiel des Erdöls: Sein Energieertrag ist hoch, da es relativ einfach zu produzieren und transportieren ist, nahezu 40 Prozent des weltweiten Energiebedarfs werden mit Erdöl abgedeckt, allein 95 Prozent davon entfallen auf das Verkehrswesen. Allerdings wurden die letzten Erdölfelder in den 1960er Jahren entdeckt, und jene, die man in SaudiArabien um 1950 auszubeuten begann, werden bald erschöpft sein. Schon jetzt zeigten sich daher die Effekte der „Hubert-Spitze“, benannt nach dem Geologen King Hubert: Die Erdölförderung vollzieht sich danach nicht linear, das heißt zu einem konstanten Preis vom ersten bis zum letzten Tropfen: Ist die „Spitze“ der Kurve überschritten, gehen Quantität und Qualität zurück und die Preise beständig nach oben. Experten schätzen, daß die weltweite Spitze bereits im Jahre 2010 erreicht sein werde. Das Barrel Öl, das heute schon über 140 Dollar kostet, könnte dann viermal so teuer sein. Freilich, bereits jetzt setzt man auf erneuerbare Energiearten: auf Biokraftstoff, auf Wind, Wasser und Sonne. Doch deckt dergleichen nur 5,2 Prozent des weltweiten Bedarfs, ist weniger effizient und schadet oft der Natur: So mußte brasilianischen Zuckerrohrplantagen der amazonische Regenwald weichen - die steigende Nachfrage nach Biosprit verstärkt dadurch den Treibhauseffekt. Das Wichtigste aber ist: Um ökologische Innovationen weiter voranzutreiben, um sie durchzusetzen und um von ihren Effekten zu profitieren, braucht man wiederum Energie - und das heißt nach Lage der Dinge noch immer Öl. Angesichts der Begrenztheit der natürlichen Ressourcen und des immensen Konsums vor allem in der westlichen Welt, in der immer „mehr“ gleich „besser“ ist, und angesichts der Politik, die ihrerseits beständig Wirtschaftswachstum fordert, zweifelt de Benoist am Fortbestand unserer Zivilisation. „Das Festhalten an der Wachstumsdynamik“, schreibt er, „konfrontiert uns mit der Perspektive, daß die Zivilisation, wie wir sie kennen, verschwindet - nicht in Millionen Jahren, auch nicht in Tausenden, sondern am Ende dieses Jahrhunderts.“ (Michael Böhm, Noch zwei Jahre bis zur Spitze, in: Junge Freiheit, 04. Juli 2008Böhm).

Mit dem Glauben an den Fortschritt brechen

Aber - würde nicht ein negatives Wachstum die globale Nachftage verringern, Arbeitslosigkeit erhöhen und damit die sozialen Probleme? Für Alain de Benoist geht das nicht ohne eine „tiefgreifende Transformation ökonomischer Vorstellungen“. Hier denkt der französische Philosoph weiter als die linken Partisanen des „negativen Wachstums“, denn während diese sich darauf beschränken, einen „anderen Lebensmodus“ zu fordern, zeigt jener die philosophischen Grundlagen dafür auf: Den Raubbau an der Natur zu verhindern und zu einer wirklichen ökologischen Lebensweise zu gelangen, bedeutet für ihn radikal mit dem aufklärerischen Glauben an den Fortschritt zu brechen und das heißt auch mit der liberalen Idee, wonach sich im beständigen Kapitalerwerb die menschliche Vernunft artikuliere - dem eigentlichen Motor der wachstumshörigen Marktgesellschaft. Es bedeutet aber auch eine Absage an deren religiösen Vorläufer: an das Christentum, dessen Vorstellung von einer Erlösung im Jenseits sich in den Fortschrittsglauben säkularisierte, und an sein objektivierendes Denken, das der Natur ihren sakralen Charakter nahm. Die irdischeWelt wurde durch die christliche Auferstehungssymbolik zu einer bloßen Durchgangstation, zu einem Tal derTränen, ohne Wert an sich. Für den antiken Menschen dagegen war die Natur voll von Göttern und Mysterien, sie war heilig und besaß einen eigenen Wert, er versuchte in Harmonie mit ihr zu leben - und deshalb war die Ökonomie vor allem darauf ausgerichtet, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, statt sie zu schaffen wie im modernen Kapitalismus. Ausstieg also aus der christlich-aufklärerischen Progressionslogik durch eine Ökologie, die „in den Köpfen beginnt“, und zurück zur antiken Konzeption von Oikos und Nomos? Ein solcher Ansatz wäre freilich zu einfach. Doch zeigt das Buch, daß wirkliche Ökologie wohl nur mit denen zu machen ist, die ihrerseits einen kritischen Blick auf die Aufklärung zu werfen vermögen. Wer gleich mit der Faschismuskeule schwingt, gehört zweifellos nicht dazu.“ (Michael Böhm, Noch zwei Jahre bis zur Spitze, in: Junge Freiheit, 04. Juli 2008Böhm).

„Das Christentum und die Moderne - für de Benoist sind deren ideelle Grundlagen ähnlich. Ihre Derivate, wie den Egalitarismus oder die Unterscheidung zwischen links und rechts, gut und böse zugunsten eines alternativen Bildes von Mensch und Gesellschaft intellektuell zu überwinden - das ist bis heute sein Ziel. (Michael Böhm, Autorenportrait Alain de Benoist, in: Sezession, Dezember 2008, S. 22Böhm).

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