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Spengler Spengler-Zitate Spengler
„NEUE FORMEN DER WELTPOLITIK“, 1924
(in: „Politische Schriften“, 1919-1926)
Zitate
Ein Vortrag (Hamburg, 28.04.1924)
Zitate

NACH OBEN Zitate aus dem Vortrag in Hamburg (28.04.1924):

„Die Wendung liegt in der Zeit des nordamerikanischen Bürgerkrieges (1861-1865). Gegen Ende des Krieges (1865) war die Schlachtflotte im wesentlichen so, wie sie 1914 noch war: mit schwersten geschützen besetzte Panzerschiffe einheitlichen Typs. Aber inzwischen hatte der Wettlauf begonnen, ..., um die außerordentlich gefährliche und fragwürdige, nie recht erprobte Waffe nicht aufs Spiel zusetzen, sondern sie in einer Weise auszunützen, daß auch ohne Schlacht die Entscheidung sicher war. Es beginnt ein Wettrennen in allen Erdteilen um die Besetzung und Befestigung von Küstenstrecken, die sichere Stützpunkte für eine derartige Flotte bilden konnten, um Punkte wie Malta, Aden, Singapur, Hongkomg, Port Arthur, Hawaii, Panama, die Bermudas, aus der einfachen Überlegung, daß, wenn eine Macht in einem Meere diese Punkte sicher in der Hand hat, ein Seekrieg im voraus entschieden ist. Eine feindliche Flotte kann sich in diesen gewässern überhaupt nicht halten. das heißt, der Seekrieg wird vor Kriegsbeginn dadurch entschieden, daß man die Stützpunkte gegeneinander ausspielt. das ist seit 1870 ein sehr wesentlicher Zug europäischer Kolonialpolitik gewesen.“ (Oswald Spengler, Neue Formen der Weltpolitik, 1924, in: Politische Schriften, S. 174-175Spengler).

„Inzwischen hat sich hier eine Wandlung vollzogen. In demselben Maße, wie das Innere Afrikas eigene politische Ziele und Neigungen zu zeigen beginnt, ..., wie Indien immer deutlicher erkennen läßt, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, und wie von Rußland her durch bolschewistische Agitation das ganze Innere Chinas aufgewühlt wird, in demselben Maße ist die Beherrschung der Küsten von beiden Seiten aus möglich geworden, der See oder dem Hinterland. Dann aber ist das Festland unter allen Umständen im Vorteil. Die Zeit der Seegeltung Englands neigt sich dem Ende zu.“ (Oswald Spengler, Neue Formen der Weltpolitik, 1924, in: Politische Schriften, S. 175-176Spengler).

„Wir haben zu bedenken, daß das einzige Hindernis für derartige Umwälzungen, das System der stehenden Heere, erschüttert und im Verschwinden begriffen ist. Die revolutionäre Stimmung aller Länder hat den Geist dieser Heere verwandelt.“ (Oswald Spengler, Neue Formen der Weltpolitik, 1924, in: Politische Schriften, S. 179Spengler).

„Im Weltkrieg haben nun die revolutionären Elemente der großen Städte reiche Erfahrungen darüber sammeln können, wie das Ergebnis einer bewaffneten Auseinandersetzung ausfallen würde. Der Krieg mit den zahlreichen Beschießungen und Eroberungen großer Städte ist die Probe dafür gewesen, wo die Grenzen der Wirkung regulärer Truppen im Straßenkampf liegen. Er hat jedermann gezeigt, daß unsre steinernen Großstädte bei geschickter Verteidigung auch durch schwächere Kräfte Objekte sind, die einem mit allen modernen Machtmitteln kämpfenden Heer zu erobern schwer und fast unmöglich ist, und damit ist plötzlich und zwar ohne Ausnahme in allen Ländern in den Köpfen der Menschen, die sich als revolutionär bezeichnen, wieder die Überzeugung aufgetaucht, daß man eine Revolution auf revolutionärem Wege durchführen kann.“ (Oswald Spengler, Neue Formen der Weltpolitik, 1924, in: Politische Schriften, S. 180Spengler).

 

NACH OBEN Anmerkungen:


NACH OBEN Quos Jupiter vult perdere dementat: „Wen Jupiter verderben will, dem raubt er den Verstand“.

 

 

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