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Kulturwoche = Kulturquartal = 3 KulturphasenKulturwoche = Kulturquartal = 3 Kulturphasen Eine „Kulturwoche“ ist ein „Kulturquartal“, eine „Kultur-Jahreszeit“ (3 Kulturphasen). 3 KulturphasenKulturwoche = Kulturquartal = 3 Kulturphasen
Eine „platonische Woche“ hat nicht 7 Tage, sondern rund 500 Jahre (7 • 70,77 Jahre).
In diesem Sinne ist darum „Wochenschau“ als kulturelle „Quartalsschau“ zu verstehen.
Nehmen Sie sich ruhig eine „platonische Stunde“ (rd. 2,9 Jahre), um das zu verinnerlichen!

 


Politischer Reisespaß

Berlin (2003). Wie die Bundesregierung gestern bekanntgab, müssen die politischen Beziehungen zu China eingestellt werden, weil Rezzo Schlauch dort keinen Verwandten mehr hat.

Washington (2003). Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck und der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld trafen sich gestern in Washington, um die seit der Irak-Politik auf Eis gelegten Beziehungen zu erwärmen. Über Strucks plötzliche Reise in die USA zeigte sich die Bundesregierung ziemlich irritiert. Rezzo Schlauch meinte dazu: Ich wußte gar nicht, daß Strack und Ramsfeld Verwandte sind.

Welt (2003). Verteidigungsminister Struck will wen oder was weiterhin am Hindukusch verteidigen lassen?  Ach, doch nicht Deutschland, sondern die afghanischen Drogenbosse und Warlords! Und weil das so mutig ist, bleibt er auch selber lieber hier. Oder er fährt nach Washington. Dort hat er viele Verwandte.

Laut verschiedener Umfrage-Ergebnisse sind ja die Polen das unbeliebteste Volk Europas (vgl. z.B. in: Westfalenblatt, 20.03.2007) und die Juden das unbeliebteste Volk der Welt. Aber trotzdem: Wieso gibt es eigentlich keine Judenwitze mehr?  (Immerhin haben die Nazis ja auch Naziwitze erlaubt - jedenfalls bis zum 2. Weltkrieg). Witze über die politische Führung sind in Kriegen immer eine reale Gefahr. Befinden wir uns immer noch im Krieg?  Irgendwie ja, und unsere heutige Diktatur kann auch das noch gut verschleiern.

Bagdad (2003). Die USA werden den Irak wohl doch nicht so schnell wieder verlassen. Sie hätten dieses Land nicht bekämpft und erobert, um den ohnehin desolaten Zustand noch zu verstärken, hieß es aus vertrauten Kreisen. Die Polen sehen das ganz anders, denn sie werden von der kommenden Woche an ein Drittel des Iraks auf ihre Art in Besitz nehmen. Im Irak laufen unterdessen die Vorbereitungen für das erwartete „Polnisch-Einkaufen“.

Harald Schmidt   „Alle zwei Minuten wird in Italien ein Auto geklaut. Darum hat Papst Johannes Paul II.Johannes Paul II.auch nie Heimweh.“ Der Lacher

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Einheitskraft und Abspaltung             Genetik und Kultur                       CGAT"               Rep-Ref-Sem-Text

 


NACH OBEN Unsere ModerneModerne als QuartalKulturwoche = Kulturquartal = 3 Kulturphasen

Die abendländische Moderne und ihre Synonyme, z.B. Industrialisierung, Historismus, Nihilismus, Imperialismus sowie alle anderen modernistischen Phänomene, sind Ausdruck des Europäismus. Sogar Begriffe wie Postmoderne, Postindustrialisierung, Posthistorismus, Postnihilismus, Postimperialismus und anderen postmodernistischen Vorstellungen beenden sie nicht - im Gegenteil: sie sind lediglich Reaktionen auf die stärksten Formen der Moderne. Postmoderne ist Spätmoderne und sonst gar nichts, und alle anderen Postphänomene sind ebenfalls Phänomene dieser spätmodernen Phase (22-2422-24). Es geht also munter weiter. Nur weil man von der Stärke der Moderne nicht mehr so überzeugt ist, wie noch im 19. Jh. (besonders in seiner 2. Hälfte) und 20. Jh. (jedenfalls noch in seiner 1. Hälfte), glaubt man, sie abschreiben zu können oder zu müssen. Postmoderne ist Spätmoderne: Moderne in Spätform.

Wenn Hegels Geschichte im Sinne eines Fortschritts im Bewußtsein der Freiheit (Norbert Bolz: „nur sie meinen die meisten“ Geschichtsvollender seit 1989, z.B. Francis FukuyamaFukuyama) - zu Ende sein soll und nun der Mensch, wie Zarathustra es geahnt hat, als Haustier des Menschen im Mittelpunkt steht (Norbert Bolz, Das konsumistische Manifest, 2002, S. 11 Bolz), sind darum trotzdem noch nicht die Geschichte, ja sogar noch nicht einmal der Historismus zu Ende. Gleiches gilt für all die anderen Phänomene der Moderne. Fukuyamas Visionen sind außerdem wahrscheinlich durch den Gang der Ereignisse bereits widerlegt! (MehrScholl-Latour). Aber dagegen möchte sich die „neo-konservative Schule“ der USA gerne sperren.

Die Lüge vom Ende der Geschichte gehört zu einem Gesamtkonzept, das man auch „Mutter aller Lügen“ nennen könnte. Hierzu gehören auch jene Lügen, mit denen die Kriege der USA, insbesondere auch ihr Krieg gegen Vietnam und ihr Krieg gegen den Irak, legitimiert werden sollten. (Scholl-Latour). Der Irak-Krieg scheint ohnehin eine Zeitraffer-Wiederholung des Vietnam-Krieges zu sein.

Bei unseren einstigen 68ern der Regierung Schröder, so stellt Scholl-Latour richtig fest, muß „die Legende vom »humanitären Krieg« und von der bewaffneten Friedensstiftung als Alibi herhalten für exotische Miltäreinsätze, von denen Bismarck gesagt hätte, daß sie nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert seien.“ (Scholl-LatourBismarck). Bismarck war ein Politiker mit Weitblick und ein exzellenter Diplomat, der 7 Sprachen fließend sprach und Deutschland einen fast ein halbes Jahrhundert währenden Frieden bescherte. Dies leistete Bismarck, obwohl es zu seiner Zeit noch keinen „Kalten Krieg“ (Kalter Krieg) im Sinne einer Atomwaffen-Abschreckung gab wie später, nämlich nach 1945, als Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt, Schmidt und Kohl, deren Politik dagegen geradezu ein Kinderspiel war, sich hinter den USA und ihrer Atomwaffen-Abschreckung verstecken konnten.

Das Abendland, der sogenannte „Westen“, stellt selbst, so die Meinung der Menschen aus anderen Kulturen, laufend unter Beweis, wie unattraktiv gerade sein politisches System, die sogenannte „westliche Demokratie“, für den Rest der Welt ist, während z.B. China mehr und mehr bewundert wird.

Auch im Abendland selbst begann das Interesse an China bereits im 17. Jahrhundert, also noch zur Zeit des Barock, als chinesische Erzeugnisse nach Europa kamen und hier auch nachgeahmt wurden. Zu einem Ziermotiv des 18. Jahrhunderts wurde die sogenannte Chinoiserie, eine Anlehnung an die chinesischen Zierformen mit Darstellungen aus dem Leben der Chinesen. Dem Rokoko erschien die chinesische Welt in Form und Gegenstand besonders verwandt, und so setzte sich die Chinoiserie auch allgemeiner seit Anfang des 18. Jahrhunderts durch - zunächst in Frankreich, dann in Deutschland und England. Komplettiert wurde das Interesse an China im Abendland durch Romantik und Idealismus, also seit Ende des 18. Jahrhunderts, als diese abendländischen Geisteströmungen erstmals auch die lezten adeligen Schranken durchbrachen und - wie plötzlich - sich immer mehr Menschen öffentlich dazu bekannten, aus der abendländischen Kirche und Vernunftkirche ausgestiegen zu sein. Und nicht zufällig haben auch die Bilder der Romantik Ähnlichkeiten mit denen Chinas. Mit der Dichtkunst zusammen kann man die Malerei als die Domäne der Romantik ansehen. Der oft überaus enge Anschluß der Malerei an die Dichtkunst war ein Zusammengehen, wie es in der Geschichte der abendländischen Kunst bis dahin noch nicht vorgekommen war. Dadurch gewann die Malerei ganz entschieden an nationaler Eigenart: sie wurde in Deutschland wieder eine nationale Kunst. Mit besonderer Stärke traten romantische Haltung und Stimmung in der Landschaftsmalerei hervor. Menschen und Natur wurden zu einander in sehr innige Beziehung gesetzt, Schwebungen wurden erfaßt, wie sie Maler zuvor, außer eben vielleicht in China, nie beachtet hatten. Ein ebenfalls national bedingtes Gebiet neuer Inhalte eröffnete sich der romantischen Malerei dadurch, daß Gelehrte und Dichter den vielerorts vergessenen Schatz deutscher Sagen, Märchen und Volkslieder wieder zugänglich machten. Diese Stoffe wurden auch besonders von der romantischen Illustration gestaltet.

Renaissance und Klassizismus orientierten sich an der Antike und setzten trotzdem oder sogar deswegen die Tradition des Abendlandes fort, die Romantik dagegen war eher der Versuch einer Nationalisierung des humanistisch-idealistiscn Universalismus und die Verknüpfung des Neuplatonismus mit dem (ur-alten) Germanischen, meistens unter Vorherrschaft einer idealistisch-pantheistischen Denkweise. Sie war eben eine Deutsche Bewegung und ist es noch, nämlich in ihren Neo-Formen! (Übersicht). Eine Romantisierung des von der humanistischen Generation geschaffenen Werkes sowie die Erfahrung des Ich und der Tiefen der menschlichen Seele ist ihr Wesenszug, dem man unter der Voraussetzung, daß das Abendland und insbsondere Deutschland nicht lieber die Katastrophe wählen wird, eine lange Zukunft prophezeien kann. Der Historismus, schon Ende des 18. Jahrhunderts begonnen (auch deshalb begann das 19. Jahrhundert eigentlich schon in den 1780er und 1790er Jahren !) und seinen Höhepunkt Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts (auch deshalb endete das 19. Jahrhundert eigentlich erst 1914-1918!) erreichend, wird auch weiterhin seine ihm gemäße Rolle spielen und unsere Gegenwart und Zukunft bestimmen. Auch gerade deshalb, weil viele Leute ihm das Ende wünschen! Denn wenn er in ferner Zukunft einmal am Ende sein sollte, würde ihn niemand mehr verdammen. Daß gerade die Geister des 20. Jahrhunderts dies taten und die Geister der zukünftigen Jahrhunderte dies tun werden, beweist uns, daß der Historismus auf der geistigen Ebene in etwa der modernen Mächtigkeit entspricht, wie sie auf der technisch-wirtschaftlichen Ebene durch die Industrialisierung und Bürgerherrschaft symbolisiert wird.

Die Taktik, das Ende der Geschichte anzukündigen, um die ungehemmte Global-Kleptokratie zu rechtfertigen, liegt natürlich besonders im Interesse derjenigen Minderheit, die mit ihrem mafiotisch erbeuteten Reichtum die Mehrheit beherrscht und deren Meinung bestimmt. Das nenne ich die Zeusiokratie (Zeusiokratie) in der Phase des Cäsarismus (Cäsarismus). In unserer jovialen Zeit - wo die Pressefreiheit „großzügig“ ist und deshalb bedeuten muß, daß nur wenige reiche Menschen ihre Meinung medienmächtig verbreiten - können noch so wenige Reiche noch so vielen Dummen und Ohnmächtigen einreden, daß die Geschichte zu Ende sei - sie ist nicht zu Ende! Wenn die Für-Dumm-Verkauften auch in Zukunft auf dieses „Angebot“ mit einer anderen „Nachfrage“ reagieren, weil sie nicht zum Konsumenten eines verdummenden Ideals werden wollen, dann wird diese Lüge auch in Zukunft keine Chance haben. Und selbst wenn sie sich durchsetzen sollte, wird sie nicht als das Wahre zu verkaufen sein und bleiben, was sie ist: die Ware Lüge.

Nur Kulturen, die im Überfluß leben, schaffen sich auch überflüssige Probleme. Wenn z.B. Deutschland sich eine Rechtschreibreform (Rechtschreibreform) gönnt und damit die eh schon mit Sozialproblemen überforderten Schulen verwirrt, dann mag es vielleicht den Föderal-Lobbyisten einen Gefallen tun, doch ein Problem löst es dadurch nicht - im Gegenteil: es schafft sich neue Probleme, die ihm offenbar nicht teuer genug sein können. Ansonsten ist diese irrsinnige Reform ein Indiz für die aus Unsicherheit begangene Flucht in die Nähe und den Schutz des US-Amerikanismus bzw. des innerkulturellen Synkretismus.

Was die Verdummung selbst angeht, so fällt auf, daß die angeblich „objektiv“ festgestellte Intelligenz der Menschen ganz bestimmter Nationen auf „Studien“ beruht, die natürlich gekauft wurden, wie z.B. im Falle der Pisa-Studie, und daß es hier letztendlich nur darum geht, über Vorurteile legal zu diktieren, denn: Objekt und Subjekt sind austauschbar und werden auch bewußt ausgetauscht, weil „man“ spätestens seit Heideggers „In-der-Welt-Sein“ () sogar auch mit ruhigem Gewissen den Subjekt-Objekt-Gegensatz und auch den Bewußtseinsbegriff ausschaltet. Es geht also gar nicht primär darum, ob die Resultate richtig oder falsch sind, sondern ob sie „zutreffend“ werden können, indem sie „treffen“, d.h. ob sie dem vorher gesetzten Ziel einer lenkenden Beeinflussung dienen können. Das einzig Wissenschaftliche oder Objektive daran ist die Erkenntnis, daß es Wissenschaften und Wissenschaftler gibt, die von den reichen Bossen genauso gekauft werden können wie Politiker und deshalb lediglich Bestandteil der Geschichte sind. Um nicht mißverstanden zu werden: Ich behaupte nicht, daß die Ergebnisse der Pisa-Studie richtig oder falsch sind; ich behaupte, daß sie von ganz bestimmten Interessenten ins Leben gerufen wurden, um einem Ziel näher zu kommen, das mit Wissenschaft oder Objektivität so gut wie nichts zu tun hat und mit Politik und Geschichte so gut wie alles.

 

 

 


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Synkretismus
ß-SYNKRETISMUS Chinarab
„Werdet ihr erst dann einsehen,
daß ihr euer schönes S-Zet (Rechtschreibreform)
historisch gar nicht tilgen könnt,
welch' Gründe ihr auch nennt?“

 

 

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Wie man es auch dreht:
Kulturen sind Reichtum - an Problemen.

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Deutschlands moderne goldenes Zeitalter

Deutschlands modernes goldenes Zeitalter hatte seine »Vorlaufzeit« (in etwa von 1780 bis 1860), seine »Hochzeit« (in etwa von 1860 bis 1960) und seine »Auslaufzeit« (in etwa von 1960 bis ....). Jede dieser drei Zeiteinheiten kann wiederum in mindestens drei kleinere Zeiteinheiten (Zeitstufen) unterteilt werden.

Deutschland war mehr als ein Jahrhundert lang in allen Bereichen Weltmeister. In jeder Hinsicht, denn Deutschland war auf allen Gebieten Weltführer. Deutschland hatte auf den modernsten Gebieten der Technik die Weltführerschaft, vor allem in Elektrizität, Optik, Chemie, Spezialmaschinen, Feinmechanik, Spielzeug, Musikinstrumente, Maschinenbau überhaupt u.v.m. (eben: Weltmeister in Technik und Wissenschaft), daher auch bei weitem die meisten Nobelpreisträger (Wissenschaft). »Ursächlich für diese Erfolge waren die sprichwörtliche Rechtssicherheit und die in der ... Tradition gewachsenen ... Tugenden: Bildung, Fleiß, Ordnung, Disziplin, Eigenständigkeit und Einfallsreichtum (Kreativität). .... Deutschland beherrschte in Chemie und Pharmazie den Weltmarkt mit 87 % (Apotheke der Welt!). Deutschland hatte auf dem Weltmarkt die Führungsrolle auf allen Anwendungsgebieten der Elektrizität. In der optischen Industrie besaß Deutschland eine führende Weltmarktstellung. In der Quantität (Stapelware) war das englische Außenhandelsvolumen größer als das deutsche, in technischen Qualitätsprodukten dagegen war es erheblich geringer. .... Deutschland hatte „die besten durchschnittlichen Lebensverhältnisse.« (Ehrhardt Bödecker, a.a.O., 2004, S. 195, 232, 233Bödecker). Deutschland war mit weitem Abstand das in der Welt führende Land der Wissenschaft und Bildung (BödeckerTabelle). Deutschland hatte weltweit - und wiederum mit weitem Abstand - die beste Sozial-, Alters- und Gesundheitsfürsorge. Dieses Versicherungssystem war und ist selbst eine Exportware, ein Schlager mit Weltformat, ein Welthit - weil eben erwünscht. Deutschlands Wirtschaft - in Verbindung mit der einzigartigen Sozialpolitik - war die erfolgreichste der Welt, die Verwaltung und Gesetze wurden fast überall in der Welt kopiert. Als Land der »Dichter und Denker« galt Deutschland auch vorher immer schon als die Kulturnation. Weltführung in Kultur und Technik, Wirtschaft und Kunst - diesen Weltmeistertitel hat bisher nur eine Nation erreicht: Deutschland. Also ist es auch kein Wunder, daß »bis 1918 40% aller Nobelpreise an deutsche Wissenschaftler verliehen wurden, 80% der wissenschaftlichen Literatur in der Welt bis 1939 nicht in englischer, sondern in deutscher Sprache erschienen, die internationale Wissenschaftssprache deutsch und nicht englisch war, Deutschland im Gegensatz zu allen anderen Ländern so gut wie keine Analphabeten mehr kannte, die deutschen Universitäten zum begehrten Ziel ausländischer Studenten wurden, die deutsche medizinische Wissenschaft an der Weltspitze stand« (Ehrhardt Bödecker, a.a.O., 2004, S. 268-269BödeckerTabellen) sowie insgesamt die deutsche Wissenschaft, besonders die deutsche Naturwissenschaft, und überhaupt die deutsche Technik an der Weltspitze stand. Mit weitem Abstand zu den Verfolgern. Erst nach dem 2. Weltkrieg verlor Deutschland einige technische Gebiete an die USA, die Forscher aus Deutschland rauben konnten (nur ein Beispiel unter vielen: Wernher von Braun), weil sie aus dem 2. Weltkrieg als Sieger hervorgingen. Doch auch nach dem 2. Weltkrieg hat Deutschland seinen Weltmeistertitel gut verteidigt, und erst die Entwicklungen seit 1990/2000 zeigen erstmals einen fremd anmutenden negativen Trend an. Das wird unsere Feinde, die heute größtenteils unter uns weilen, freuen. Doch mögen diese Neider auch noch so viele Märchen in die Welt setzen, auf diesen Weltmeistertitel - ich nenne ihn Bildung - können wir stolz sein. Der Neid aber - ich nenne ihn Einbildung - will immer schon die Zerstörung. Bleibt nur noch zu sagen, daß Deutschlands Konkurrenz deswegen auf die zerstörerische Verdrängung zwanghaft angewiesen ist, weil sie unser Deutschland, nämlich seine »einzigartige Erfolgsgeschichte auf allen Gebieten, bewundert und beneidet.« (Ehrhardt Bödecker, a.a.O., 2004, S. 214Bödecker). Deutschland war damals die Supermacht, also die größte Weltmacht - vergleichbar mit den USA der 1990er Jahre.

Deutschland hatte damals das beste Bildungssystem der Welt, die besten Schulen und Universitäten der Welt (und schon seit Beginn der Vergabe von Nobelpreisen die mit weitem Abstand meisten Nobelpreisträger der Welt), die besten Techniker und Wissenschaftler der Welt, die beste und stärkste Armee der Welt, die beste („schlanke“, effizienteste) Verwaltung der Welt, die beste Wirtschaft der Welt, die größte (und auch in allen Bereichen größte) Industrie der Welt, die geringsten Staatsschulden der Welt, die geringste Steuerbelastung der Welt, die meisten Reichen der Welt, die wenigsten Armen der Welt, die wenigsten Kriminellen der Welt, die wenigsten (0,9%) Analphabeten der Welt, die geringste (1% bis 2%) Arbeitslosigkeit der Welt, das beste Gesundheitssystem der Welt, das beste Sozialsystem der Welt, das beste Alters- und Rentensystem der Welt, die besten Prudukte der Welt („Made in Germany“ = 1. Qualität der Welt), das beste (demokratischste) Parlament der Welt, die besten Lebensverhältnisse der Welt, ... u.s.w. u.s.w. u.s.w. ..., ja eben überhaupt die beste Nation der Welt. (Mehr). Beispielsweise konnte ein gelernter Maurer in Deutschland mit nur drei Wochenlöhnen die Jahresmiete seiner Wohnung bezahlen. An den deutschen Börsen stiegen die Aktien vornehmlich dann, wenn die Arbeitslosigkeit abnahm, und fielen dann, wenn sie zunahm - und das bei einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 1% bis 2 % bei ständig steigender Zahl von Arbeitssuchenden. Der Staatsanteil betrug nur rd. 10% (zum Vergleich: in den 1990er Jahren betrug in der Bundesrepublik Deutschland der Staatsanteil zwischen 50 und 60 ProzentStaatsquote (Staatsanteil)Staatsquote (Staatsanteil)Staatsquote (Staatsanteil)). Dies alles wäre ohne wissenschaftliche, technische, wirtschaftliche, soziale und politische Freiheit nicht möglich gewesen. Deshalb sei an dieser Stelle ausdrücklich gewarnt vor den Lügen der heutigen Parteipolitiker, die vor allem deshalb lügen, weil sie ihre Macht sichern wollen, weil sie Angst davor haben, daß ihre Wähler bessere Politiker wählen könnten, weil sie nicht denselben Mut haben wie die damaligen Politiker des Deutschen Reiches.

Deutschland war damals so eindeutig die stärkste Macht, daß unter seiner Führung die Einigung Europas gekommen wäre, wenn nicht die späteren Weltkriegsgegner genau dies mit ihrem Neid und ihrer Kriegshetze verhindert hätten. »Der englische Historiker Niall Ferguson hatte etwas ganz Ähnliches im Sinn, als er feststellte: »Wir Engländer haben es im 1. Weltkrieg ganz falsch gemacht, die Deutschen zu bekämpfen und mit Hilfe der USA zu besiegen; denn hätten die Deutschen gesiegt, dann wäre die gegenwärtig sich vollziehende Einigung Europas schon vierzig oder fünfzig Jahre früher eingetreten.« (Ernst Nolte / Siegfried Gerlich, Einblick in ein Gesamtwerk, 2005, S. 119). Die Tatsache, daß Deutschland zwei Weltkriege verloren hat - und das auch nur knapp, denn es hätte sie durchaus auch gewinnen können () -, beweist ebenfalls, daß Deutschland mindestens 100 Jahre lang die erfolgreichste Nation der Welt war (). Kein anderes Land hätte gegen den Rest der Welt so lange mit so viel Erfolg Krieg führen können (). Und nur weil so viele ausländische Nationen damals so neidisch auf Deutschland als die erfolgreichste und stärkste Macht der Welt waren, wurde die Einigung Europas, die ja schon damals von Deutschland ausdrücklich gewollt war, von den ausländischen Neidern verhindert.

Die erfolgreichste Nation der Welt () - dieser Titel ging um 1860 von England auf Deutschland und um 1960 von Deutschland auf die USA über. Deutschland hat ihn ein Jahrhundert lang, vielleicht sogar etwas länger als ein Jahrhundert lang behauptet. Ob die USA fähig sein werden, auch dies nachzumachen?

 

Blase „Welt“

Zur „Weltrevolution“:

Was hat beispielsweise die Bürgerliche Revolution letztlich wirklich gebracht ?
  Freiheit (Quiz)? Gleichheit (Quiz)? Brüderlichkeit (Quiz)? Nichts Neues (Quiz)?
Wofür haben sich beispielsweise die Offiziere unter Ferdinand Schill (Schill) „unbewußt“ geopfert?
  Für die Freiheit (Quiz)? Für die Demokratie (Quiz)? Für Deutschland (Quiz)? Für England (Quiz)?
Wofür haben sich beispielsweise die Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan „unbewußt“ geopfert?
  Für die Freiheit (Quiz)? Für die Demokratie (Quiz)? Für Deutschland (Quiz)? Für die USA (Quiz)?
Wofür aber haben sich zuerst die Engländer, dann die US-Amerikaner und zuletzt alle Abendländer geopfert?
  Für die Freiheit (Quiz)? Für die Demokratie (Quiz)? Für ihre jeweilige Nation? (Quiz)? Für eine außernationale Macht (Quiz)?

Unsere Revolution, die Ende des 18. Jahrhunderts stürmisch losbrach und durch die Weltkriege ihre total-nihilistische Demoralisation erlebte, steht heute am Beginn ihrer letzten Phase (), das ist sicher - wie genau sie enden wird, wissen wir nicht: „Aber von der Antike“, wo sie Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. losbrach, „wissen wir genug. Der Höhepunkt der revolutionären Bewegung liegt in der Zeit von Tib. und C. Gracchus bis auf Sulla, aber der Kampf gegen die führende Schicht und deren gesamte Tradition begann schon ein volles Jahrhundert früher durch C. Flaminius, dessen Ackergesetz von 232 Polybius (II, 2 I Polybios) mit Recht als den Anfang der Demoralisation der Volksmasse bezeichnet hat. Diese Entwicklung wurde nur vorübergehend durch den Krieg gegen Hannibal unterbrochen und abgelenkt, gegen dessen Ende bereits Sklaven in das »Bürgerheer« eingestellt worden sind. Seit der Ermordung der beiden Gracchen - und ihres großen Gegners, des jüngeren Scipio Afrikanus - schwinden die staatserhaltenden Mächte altrömischer Tradition schnell dahin. Marius, aus dem niederen Volk und nicht einmal aus Rom stammend, stellte das erste Heer auf, das nicht mehr auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht, sondern aus besoldeten, ihm persönlich anhängenden Freiwilligen gebildet war, und griff mit ihm rücksichtslos und blutig in die inneren Verhältnisse Roms ein. Die alten Geschlechter, in denen seit Jahrhunderten staatsmännische Begabung und sittliches Pflichtbewußtsein herangezüchtet worden waren und denen Rom seine Stellung als Weltmacht verdankte, wurden zum guten Teil ausgerottet. Der Römer Sertorius versuchte mit den barbarischen Stämmen Spaniens dort einen Gegenstaat zu gründen, und Spartakus rief die Sklaven Italiens zur Vernichtung des Römertums auf. Der Krieg gegen Jugurtha und die Verschwörung Catilinas zeigten den Verfall der herrschenden Schichten selbst, deren entwurzelte Elemente jeden Augenblick bereit waren, den Landesfeind und den Pöbel des Forums für ihre schmutzigen Geldinteressen zu Hilfe zu rufen. Sallust hatte vollkommen recht: Am baren Gelde, nach dem der Pöbel und die reichen Spekulanten gleich gierig waren, sind die Ehre und Größe Roms, seine Rasse (Spengler), seine Idee zugrunde gegangen. Aber diese großstädtische, von allen Seiten her zusammengelaufene Masse wurde -wie heute -nicht von innen heraus mobilisiert und organisiert, um ihr »Recht« auf Selbstregierung, ihre »Freiheit« vom Druck der herrschenden Schichten zu erkämpfen, sondern als Mittel für die Zwecke von Geschäftspolitikern und Berufsrevolutionären. Aus diesen Kreisen hat sich die »Diktatur von unten« als die notwendige letzte Folge der radikalen demokratischen Anarchie entwickelt, damals wie heute. Polybius, der staatsmännische Erfahrung und einen scharfen Blick für den Gang der Ereignisse besaß, sah das schon dreißig Jahre vor C. Gracchus mit Sicherheit voraus: »Wenn sie hinter hohen Staatsämtern her sind und sie nicht auf Grund persönlicher Vorzüge und Fähigkeiten erhalten können, dann verschwenden sie Geld, indem sie die Masse auf jede Art ködern und verführen. Die Folge ist, daß das Volk durch dies politische Strebertum ans Geschenknehmen gewöhnt und begehrlich nach Geld ohne Arbeit wird: Damit geht die Demokratie zu Ende, und es tritt die Gewalt und das Recht der Fäuste an ihre Stelle. Denn sobald die Menge, die von fremdem Eigentum zu leben und die Hoffnung für ihren Unterhalt auf den Besitz anderer zu gründen sich gewöhnt hat, einen ehrgeizigen und entschlossenen Führer findet, geht sie zur Anwendung der Macht ihrer Fäuste über. Und jetzt, sich zusammenrottend, wütet sie mit Mord und Vertreibung und eignet sich den Besitz der anderen an, bis sie völlig verwildert in die Gewalt eines unumschränkten Diktators gerät.« (VI, 9.). ... »Die eigentliche Katastrophe wird jedoch durch die Schuld der Masse herbeigeführt werden, wenn sie durch die Geldgier der einen sich geschädigt glaubt, während der Ehrgeiz der andern, ihrer Eitelkeit schmeichelnd, sie zur Selbstüberschätzung verführt. In der Wut wird sie sich erheben, wird bei allen Verhandlungen nur der Leidenschaft Gehör geben, wird denen, welche den Staat leiten, keinen Gehorsam mehr leisten, ja ihnen nicht einmal Gleichberechtigung zugestehen, sondern in allem das Recht der Entscheidung für sich fordern. Wenn es dahin kommt, wird der Staat sich mit den schönsten Namen schmücken, denen der Freiheit und Regierung des Volkes durch sich selbst, aber in Wirklichkeit wird er die schlimmste Form erhalten haben, die Ochlokratie, die Diktatur des Pöbels.« (VI, 57 Polybios). Diese Diktatur droht heute den weißen Völkern (Spengler) nicht etwa, sondern wir befinden uns unter ihrer vollen Herrschaft, und zwar so tief und so selbstverständlich, daß wir es gar nicht mehr bemerken. Die »Diktatur des Proletariats«, das heißt seiner Nutznießer, der Gewerkschaften und der Parteifunktionäre aller Richtungen, ist eine vollzogene Tatsache, ob die Regierungen nun von ihnen gebildet oder infolge der Angst des »Bürgertums« von ihnen beherrscht werden. Das hatte Marius gewollt, aber er scheiterte an seinem völligen Mangel staatsmännischer Begabung. Davon besaß sein Neffe Cäsar um so mehr, und er hat die furchtbare Revolutionszeit durch seine Form der »Diktatur von oben« beendet, die an die Stelle der parteimäßigen Anarchie die unumschränkte Autorität einer überlegenen Persönlichkeit setzte, eine Form, der er für immer den Namen gegeben hat. Seine Ermordung und deren Folgen konnten nichts mehr daran ändern. Von ihm an gehen die Kämpfe nicht mehr um Geld oder Befriediegung des sozialen Hasses, sondern nur noch um den Besitz der absoluten Macht. Mit dem Kampf zwischen »Kapitalismus« und »Sozialismus« hat das, gar nichts zu tun. Im Gegenteil: die Klasse der großen Finanzleute und Spekulanten, die römischen equites, was seit Mommsen ganz irreführend mit Ritterschaft übersetzt wird, haben sich mit dem Pöbel und seinen Organisationen, den Wahlklubs (sodalicia) und bewaffneten Banden wie denjenigen des Milo und Clodius, immer sehr gut verstanden. Sie gaben das Geld her für Wahlen, Aufstände und Bestechungen, und C. Gracchus hat ihnen dafür die Provinzen zur unumschränkten Ausbeutung unter staatlicher Deckung preisgegeben, in denen sie namenloses Elend durch Plünderung, Wucher und den Verkauf der Bevölkerung ganzer Städte in die Sklaverei verbreiteten, und darüber hinaus die Besetzung der Gerichte, in denen sie nun über ihre eigenen Verbrechen urteilen und sich gegenseitig freisprechen konnten. Dafür versprachen sie ihm alles und sie ließen ihn und seine ernstgemeinten Reformen fallen, als sie ihren eigenen Vorteil in Sicherheit gebracht hatten. Dieses Bündnis zwischen Börse und Gewerkschaft besteht heute wie damals. Es liegt in der natürlichen Entwicklung solcher Zeiten begründet, weil es dem gemeinsamen Haß gegen staatliche Autorität und gegen die Führer der produktiven Wirtschaft entspringt, welche der anarchischen Tendenz auf Gelderwerb ohne Anstrengung im Wege stehen. Marius, ein politischer Tropf wie viele volkstümliche Parteiführer, und seine Hintermänner Saturninus und Cinna dachten nicht anders als Gracchus; und Sulla, der Diktator der nationalen Seite, richtete deshalb nach der Erstürmung Roms unter den Finanzleuten ein furchtbares Gemetzel an, von dem sich diese Klasse nie wieder erholt hat. Seit Cäsar verschwindet sie als politisches Element vollständig aus der Geschichte. Ihr Dasein als politische Macht war mit dem Zeitalter der demokratischen Parteianarchie aufs engste verbunden und hat es mithin nicht überlebt. Diese Revolution von der Dauer mehr als eines Jahrhunderts hat im tiefsten Grunde mit »Wirtschaft« überhaupt nichts zu tun. Sie ist eine lange Zeit der Zersetzung des gesamten Lebens einer Kultur, die Kultur selbst als lebendiger Leib begriffen. ... Der Schauplatz dieser Revolution des Lebens, ihr »Grund« zugleich und ihr Ausdruck ist die Großstadt, wie sie in der Spätzeit aller Kulturen sich zu bilden beginnt. (Spengler). In dieser steinernen und versteinernden Welt sammelt sich in immer steigendem Maße entwurzeltes Volkstum an, das dem bäuerlichen Lande entzogen wird, »Masse« in erschreckendem Sinne, formloser menschlicher Sand, aus dem man zwar künstliche und deshalb flüchtige Gebilde kneten kann, Parteien, nach Programmen und Idealen entworfene Organsisationen, in dem aber die Kräfte natürlichen, durch die Folge der generationen mit Tradition gesättigten Wachstums abgestorben sind, vor allem die natürliche Fruchtbarkeit allen Lebens, der Instinkt für die Dauer der Familien und Geschlechter. Der Kinderreichtum, das erste Zeichen einer gesunden Rasse, wird lästig und lächerlich. (Spengler). Es ist das ernsteste Zeichen des »Egoismus« großstädtischer Menschen, selbständig gewordener Atome, des Egoismus, der nicht das Gegenteil des heutigen Kollektivismus ist - dazwischen besteht überhaupt kein Unterschied; ein Haufen Atome ist nicht lebendiger als ein einzelnes -, sondern das Gegenteil des Triebes, im Blute von Nachkommen, in der schöpferischen Sorge für sie, in der Dauer seines Namens fortzuleben.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 58-63Farbige Völker).

Gesetz und Zufall
So wie Zeit und Raum sich einander einordnen wollen - wie Schicksal (Schicksal) und Wunder oder (andersherum) Gesetz und Zufall (Zufall) sich einander erzwingen, kurz: Ordnung und Chaos sich einander erzwingen -, so wollen auch Adel und Priestertum sich scheinbar einander einordnen, weil sie sich seit ihren Ursprüngen einander erzwingen. Ob aber der Adel (bzw. der Kenner, der Täter, die Tatsache, die Geschichte, das Dasein, das Wann u.s.w.) über die Priestertum (bzw. den Erkenner, der Denker, die Wahrheit, die Natur das Wachsein, das Wo u.s.w.) herrscht oder die priesterlichen Wahrheiten (also auch alle [Natur-]Wissenschaft) über die adeligen Tatsachen (also auch alle Geschichte), hängt vom Alter bzw. vom Entwicklungsstand der betreffenden Menschen bzw. der betreffenden Kultur ab.
Stände
Solange nur zwei Stände, die Urstände Adel und Priestertum, herrschen, gibt es auch nur zwei bedeutende Konfliktparteien, nämlich die des Daseins und die des Wachseins (SpenglerSpengler), sobald aber durch die Bürgerliche Revolution der 3. Stand seine Macht bekommen hat, gibt es drei und sogleich vier bedeutende Konfliktparteien, weil der 3. Stand einen ihm angemesseneneren Gegenspieler braucht, den 4. Stand: dieser Nicht-Stand wird im wahrsten Sinne des Wortes „in den Stand gehoben“ (befördert). Schon allein rechnerisch läßt sich zeigen, daß hier aus Ordnung Chaos entstehen muß und es lange dauern wird, bis aus Chaos wieder Ordnung entstanden ist: aus dem ungünstigstenfalls einen möglichen bedeutsamen Konflikt bzw. dem günstigstenfalls einen möglichen bedeutsamen Bündnis zwischen den zwei Urständen sind seit der Bürgerlichen Revolution 15 mögliche Konflikte bzw. Bündnisse geworden! Die beiden Urstände Adel und Priestertum werden nicht gestürzt, wie geglaubt wird, sondern ersetzt durch die Geldritter (Geldritter), die den Aufstieg in den in den medialen Geldadel und in das geldmediale Priestertum schaffen und sich von nun an mit dem so genannten Proletariat sowie immer noch mit den Resten des alten Adels und den Resten des alten Priestertums herumschlagen müssen - dabei alle möglichen Bündnisse und Koalitionen ausnutzend. Wegen dieser Konstellationen ist die Bürgerliche Revolution sogleich auch eine „Weltrevolution“ (Welrevolution), das heißt: dazu verurteilt, internationale Bündnisse mit Gleichgesinnten aus den unterschiedlichsten Ländern zu schließen oder mit ihnen Konflikte und Kriege auszutragen.

„Der Handarbeiter ist nur Mittel für die privaten Ziele der Berufsrevolutionäre. Er soll sich schlagen, um ihren Haß gegen die konservativen Mächte und ihren Hunger nach Macht zu befriedigen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 88Farbige Völker).

„Die radikal gefaßte Idee der Geschichtlichkeit zerstört jeden universalistischen Geltungsanspruch. Sie stellt in der Selbstauffassung des Menschen vielleicht den größten Bruch in der abendländischen Geschichte dar.“  (Rüdiger Safranski, Ein Meister aus Deutschland, 1994, S. 169-170). Beispielsweise sieht seit seinem Beginn der Deutsche Idealismus (Deutscher Idealismus) die Kräfte und Ideen der Geschichte in dieser selbst walten und den Menschen in das empirische wie transzendente Geschehen der Geschichte verflochten - mit Hegel (Hegel) sieht man sogar die ganze Wirklichkeit als stets weltvernunftbeherrschte Geschichte. Wenn die Idee oder Einsicht, daß Sinn und Bedeutung für den Menschen erst durch die Geschichte entstehen, stärker ist als alle anderen Ideen oder Einsichten, dann herrscht der Historismus. Und zwar so lange, so lange die Moderne herrscht! Die Geschichte ist nicht zu Ende!

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Zwei Weltrevolutionen - nur ein zweiseitiges Nebeneinander oder ein zweidimensionales Bündnis?

„Die abendländische Zivilisation dieses (= 20. ) Jahrhunderts wird nicht von einer, sondern von zwei Weltrevolutionen größten Ausmaßes bedroht. (Vgl. Weiße WeltrevolutionWeiße Revolutionund Farbige WeltrevolutionFarbige Revolution). Sie sind beide noch nicht in ihrem wahren Umfange, ihrer Tiefe und ihren Wirkungen erkannt worden. Die eine kommt von unten, die andere von außen: Klassenkampf und Rassenkampf. Die eine liegt zum großen Teil hinter uns, wenn auch ihre entscheidenden Schläge - etwa in der angloamerikanischen Zone - wahrscheinlich noch bevorstehen. Die andere hat erst im Weltkrieg mit Entschiedenheit begonnen und gewinnt sehr rasch feste Tendenz und Gestalt. In den nächsten Jahrzehnten werden beide nebeneinander kämpfen, vielleicht als Verbündete: es wird die schwerste Krise sein, durch welche die weißen Völker (Spengler) - ob einig oder nicht - gemeinsam hindurchgehen müssen, wenn sie noch eine Zukunft haben wollen. Auch die »Revolution von außen« hat sich gegen jede der vergangenen Kulturen erhoben. Sie ging stets aus dem zähneknirschenden Haß hervor, den die unangreifbare Überlegenheit einer Gruppe von Kulturnationen, welche auf den zur Höhe gereiften politischen, militärischen, wirtschaftlichen und geistigen Formen und Mitteln beruhte, ringsum bei den hoffnungslos Unterlegenen, den »Wilden« oder »Barbaren«, den rechtlos Ausgebeuteten hervorrief. ... Aber ein solcher Haß schloß eine geheime Verachtung der fremden Lebensform nicht aus, die man allmählich kennenlernte, spöttisch durchschaute und zuletzt hinsichtlich der Grenzen ihrer Wirkung abzuschätzen wagte. Man sah, daß sich vieles nachahmen ließ, daß anderes unschädlich gemacht werden konnte oder nicht die Kraft besaß, die man ihm anfangs in starrem Entsetzen zugeschrieben hatte. (Spengler). Man schaute den Kriegen und Revolutionen innerhalb der Welt dieser Herrenvölker zu, wurde durch zwangsweise Verwendung in die Geheimnisse der Bewaffnung (Beispiele), Wirtschaft und Diplomatie eingeweiht. Man zweifelte endlich an der wirklichen Überlegenheit der Fremden, und sobald man fühlte, daß deren Entschlossenheit zu herrschen nachließ, begann man über einen möglichen Angriff und Sieg nachzudenken. So war es im China des dritten Jahrhunderts v. Chr., wo die Barbarenvölker nördlich und westlich des Hoangho und südlich des Jangtsekiang in die Entscheidungskämpfe der Großmächte hineingezogen wurden, in der arabischen Welt der Abbasidenzeit, wo türkisch-mongolische Stämme erst als Söldner, dann als Herren auftraten, und so war es vor allem in der Antike, wo wir die Ereignisse genau übersehen können, die vollkommen denen gleichen, in die wir unwiderruflich hineinschreiten.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 147-148Farbige Völker).

„Die Barbarenangriffe auf die antike Welt beginnen mit den Keltenzügen seit 300 v. Chr., die immer wieder gegen Italien erfolgten, wo in der Entscheidungsschlacht bei Sentinum (295) gallische Stämme die Etrusker und Samniten gegen Rom unterstützten und noch Hannibal sich ihrer mit Erfolg bedient hat. Um 280 eroberten andere Kelten Makedonien und Nordgriechenland, wo infolge der innerpolitischen Kämpfe jede staatliche Macht zu existieren aufgehört hatte, und wurden erst vor Deiphi aufgehalten. In Thrakien und Kleinasien gründeten sie Barbarenreiche über einer hellenisierten, zum Teil hellenischen Bevölkerung. Etwas später beginnt auch im Osten, in dem zerfallenen Reich Alexanders des Großen, die barbarische Reaktion unter zahllosen Aufständen gegen die hellenische Kultur, die Schritt für Schritt zurückweichen muß (Meyer), so daß seit 100 etwa Mithridates in Verbindung mit ... »Wilden« ;(Skythen und Bastarnen) und auf das immer stärkere Vordringen der Parther von Ostiran gegen Syrien rechnend hoffen durfte, den im vollen Chaos der Klassenkämpfe befindlichen römischen Staat zu zerstören. Er konnte erst in Griechenland aufgehalten werden. Athen und andere Städte hatten sich ihm angeschlossen, auch keltische Stämme, die noch in Makedonien saßen. In den römischen Heeren herrschte offene Revolution. Die einzelnen Teile kämpften gegeneinander, und die Führer brachten sich gegenseitig um, selbst vor dem Feinde (Fimbria). Damals hörte das römische Heer auf, eine nationale Truppe zu sein, und verwandelte sich in die persönliche Gefolgschaft von Einzelnen. Was Hannibal 218 gegen Rom geführt hatte, waren nicht eigentlich Karthager gewesen, sondern überwiegend Leute aus den wilden Stämmen des Atlas und Südspaniens, mit denen Rom dann seit 146 furchtbare und endlose Kämpfe zu führen hatte - die Verluste in diesen Kriegen waren es, die zur Auflehnung des römischen Bauerntums in den gracchischen Unruhen geführt haben - und mit denen der Römer Sertorius später einen gegen Rom gerichteten Staat zu gründen versuchte. Seit 113 erfolgte der keltisch-germanische Angriff der Kimbern und Teutonen, der erst nach der Vernichtung ganzer römischer Heere von dem Revolutionsführer Marius zurückgewiesen werden konnte, nachdem dieser von der Besiegung Jugurthas zurückgekehrt war, der Nordafrika gegen Rom in Waffen gebracht und durch Bestechung der römischen Politiker jahrelang jede Gegenwirkung verhindert hatte. Um 60 begann eine zweite keltisch-germanische Bewegung (Sueven, Helvetier), der Cäsar durch die Eroberung Galliens entgegentrat, während zur selben Zeit Crassus gegen die siegreichen Parther fiel. Aber dann war es mit dem Widerstand durch Ausdehnung zu Ende. Der Plan Cäsars, das Alexanderreich wieder zu erobern und damit die Parthergefahr zu beseitigen, blieb unausgeführt. Tiberius mußte die Grenze in Germanien zurückverlegen, nachdem es nicht gelungen war, die in der Varusschlacht vernichteten Truppen zu ersetzen und beim Tode des Augustus der erste große Aufstand der Grenzlegionen stattgefunden hatte. Seitdem herrschte ein System der Defensive. Aber die Armee füllte sich mehr und mehr mit Barbaren. Sie wird eine unabhängige Macht. Germanen, Illyrier, Afrikaner, Araber kommen als Führer empor, während die Menschen des Imperiums im Fellachentum eines »ewigen Friedens« versinken, und als vom Norden und Osten her die großen Angriffe begannen, schloß nicht nur die Zivilbevölkerung Verträge mit den Eindringenden ab und ging freiwillig in ein Untertanenverhältnis zu ihnen über: Der späte Pazifismus einer müden Zivilisation. Aber immerhin war durch Jahrhunderte eine planmäßige Abwehr dieser Zustände möglich, weil der Orbis terrarum des römischen Reiches ein geschlossenes Gebiet war, das Grenzen hatte, die verteidigt werden konnten. Viel schwerer ist die Lage beim heutigen Imperium der weißen Völker, das die ganze Erdoberfläche umfaßt und die »Farbigen« einschließt. (Farbige Völker). Die weiße Menschheit hat sich in ihrem unbändigen Drang zur unendlichen Ferne überallhin zerstreut, über Nord- und Südamerika, Südafrika, Australien und über zahllose Stützpunkte dazwischen. Die gelbe, braune, schwarze und rote Gefahr lauert innerhalb des weißen Machtbereiches, dringt in die kriegerischen und revolutionären Auseinandersetzungen zwischen den weißen Mächten ein, beteiligt sich an ihnen und droht die Entscheidung zuletzt selbst in die Hand zu bekommen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 148-150Farbige Völker).

Weiße Völker - laut Spengler: die abendländische Kultur mit ihren Ablegern - unterscheiden sich von den farbigen Völkern - laut Spengler: vom Rest der Welt (Farbige Völker) - durch ihre „Rasse“: „Aber wenn hier von Rasse die Rede ist, so ist das nicht in dem Sinne gemeint, wie er heute unter Antisemiten in Europa und Amerika Mode ist, darwinistisch, materialistisch nämlich. Rasseeinheit ist ein groteskes Wort angesichts der Tatsache, daß seit Jahrtausenden alle Stämme und Arten sich gemischt haben, und daß gerade kriegerische, also gesunde, zukunftsreiche Geschlechter von jeher gern einen Fremden sich eingegliedert haben, wenn er »von Rasse« war, gleichviel zu welcher Rasse er gehörte. Wer zuviel von Rasse spricht, der hat keine mehr. Es kommt nicht auf die reine, sondern auf die starke Rasse an, die ein Volk in sich hat. (Spengler). Das zeigt sich zunächst in der selbstverständlichen, elementaren Fruchtbarkeit, dem Kinderreichtum (Kinderfeindlichkeit) ...“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 157Farbige Völker). Doch im ungünstigen Fall zeigt sich das in Unfruchtbarkeit und Zerfall! (SpenglerKinderlosigkeit). Denn: „der Verfall der weißen Familie, der unentrinnbare Ausdruck großstädtischen Daseins, greift heute um sich und verzehrt die »Rasse« der Nationen. (Spengler). Der Sinn von Mann und Weib geht verloren, der Wille zur Dauer. Man lebt nur noch für sich selbst, nicht für die Zukunft von Geschlechtern. Die Nation als Gesellschaft, ursprünglich das organische Geflecht von Familien, droht sich von der Stadt her in eine Summe privater Atome aufzulösen, deren jedes aus seinem und dem fremden Leben die größtmögliche Menge von Vergnügen - panem et circenses - ziehen will. Die Frauenemanzipation der Ibsenzeit will nicht die Freiheit vom Mann, sondern vom Kinde, von der Kinderlast, und die gleichzeitige Männeremanzipation die von den Pflichten für Familie, Volk und Staat. Die ganze liberal-sozialistische Problemliteratur bewegt sich um diesen Selbstmord der weißen Rasse. Es war in allen anderen Zivilisationen ebenso. (Spengler). Die Folgen liegen vor unseren Augen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 159Farbige Völker). Und wie, z.B. wenn sich „Weiße Weltrevolution“ (Weiße Revolution) und „Farbige Weltrevolution“ (Farbige Revolution) sogar verbünden: „Wie, wenn sich eines Tages Klassenkampf und Rassenkampf zusammenschließen, um mit der weißen Welt ein Ende zu machen?  Das liegt in der Natur der Dinge, und keine der beiden Revolutionen wird die Hilfe der andern verschmähen, nur weil sie deren Träger verachtet. Gemeinsamer Haß löscht gegenseitige Verachtung aus. Und wie, wenn sich an ihre Spitze ein weißer Abenteurer stellt, wie wir schon manche erlebt haben, einer, dessen wilde Seele im Treibhaus der Zivilisation nicht atmen konnte und in gewagten Kolonialunternehmen, unter Piraten, in der Fremdenlegion sich an Gefahren zu sättigen versuchte, bis er hier plötzlich ein großes Ziel vor Augen sieht?  Mit solchen Naturen bereitet die Geschichte ihre großen Überraschungen vor. Der Ekel tiefer und starker Menschen an unseren Zuständen und der Haß tief Enttäuschter könnte sich schon zu einer Auflehnung steigern, die Vernichtung will. Auch das war der Zeit Cäsars nicht fremd. ... Und würden die weißen Führer des Klassenkampfes je verlegen sein, wenn farbige Unruhen ihnen den Weg öffneten?  Sie sind in ihren Mitteln nie wählerisch gewesen. Es würde sich nichts ändern, wenn Moskau als Befehlsgeber verstummen sollte. Es hat sein Werk getan. Das Werk setzt sich selbst fort. Wir haben vor den Augen der Farbigen unsre Kriege und Klassenkämpfe geführt, uns untereinander erniedrigt und verraten; wir haben sie aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Wäre es ein Wunder, wenn sie das endlich auch für sich täten?  Hier erhebt die kommende Geschichte sich hoch über Wirtschaftsnöte und innerpolitische Ideale. Hier treten die elementaren Mächte des Lebens selbst in den Kampf, der um alles oder nichts geht. Die Vorform des Cäsarismus wird sehr bald bestimmter, bewußter, unverhüllter werden. Die Masken aus dem Zeitalter parlamentarischer Zwischenzustände werden ganz fallen. Alle Versuche, den Gehalt der Zukunft in Parteien aufzufangen, werden rasch vergessen sein. Die faschistischen Gestaltungen dieser Jahrzehnte werden in neue, nicht vorauszusehende Formen übergehen und auch der Nationalismus heutiger Art wird verschwinden. Es bleibt als formgebende Macht nur der kriegerische, »preußische« Geist, überall, nicht nur in Deutschland.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 164-165Farbige Völker). Spenglers Prognosen sind heute eine Tatsache, auch das Bündnis zwischen „Klassenkampf“ („Weiße Weltrevolution“Weiße Revolution) und „Rassenkampf“ („Farbige Weltrevolution“Farbige Revolution), das wir heute den „Internationalen Terrorismus“ („Global-Terrorismus“Internationaler Terrosrismus) nennen und derjenige Krieg ist, der den „Kampf der Kulturen“ als „Zusammenprall der Zivilisationen“ („Clash of Civilizations“Huntington) beinhaltet. Ermöglicht wurde er durch das Abendland, durch uns (UNS!). Internationaler Terrosrismus

„Ich wiederhole: Rasse, die man hat,
nicht eine Rasse, zu der man gehört.
Das eine ist Ethos, das andere - Zoologie.“
(Oswald Spengler, ebd., 1933, S. 161 Spengler).

 

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Friktionen beachten!

„Als der preußische Generalstabschef Helmuth von Moltke 1887 den Präventivschlag gegen Rußland dringend befürwortete, um vor dem befürchteten Zweifrontenkrieg die östliche Großmacht auszuschalten, verteidigte Bismarck () erfolgreich den Primat der Politik gegen die Zumutung des militärischen Meisterdenkens, überfallartig einen abenteuerlichen Winterfeldzug zu eröffnen. Der Kanzler opponierte aus vielen Gründen, darunter war auch der Hinweis auf die Macht unvorhersehbarer »Friktionen«, die Clausewitz (Clausewitz) für eine unvermeidbare Begleiterscheinung jedes noch so umsichtig geplanten Feldzugs gehalten hatte; ihretwegen bleibe der Ausgang eines Kräftemessens letztlich ungewiß.“ Also lohnte es sich auch vor dem Irak-Krieg, der überfallartig 2003 begann, „für die Washingtoner »Decision Makers« in Clausewitz' Opus »Vom Kriege« (1816Clausewitz) die Abschnitte über die »Friktionen im Kriege« und den »Einfluß der politischen Zwecke auf das kriegerische Ziel« noch einmal nachzulesen. (Clausewitz). Denn der in den Planungsstäben offenbar vorbereitete Präventivkrieg gegen Saddam Hussein“ warf „in geradezu klassischer Form die Probleme der unkalkulierten »Friktionen« und der »politischen Zwecke« auf.“ (Hans-Ulrich Wehler, Konflikte zu Beginn des 21. Jahrhunderts, 2003, S. 67 Clausewitz). Clausewitz

Laut Wehler wurde der zweite Krieg der USA gegen England (1812-1814) „von den »Falken« im Kongreß geführt, um Kanada als 14. Bundesstaat zu gewinnen.“ Der „Bürgerkrieg“ (1861-1865) diente wohl kaum dem Zweck, die „künftige Expansion der ... Sklavenhaltergesellschaft (Sklavenhaltergesellschaft) ... nach Westen zu verhindern. (Sklavenhaltergesellschaft). .... Wenn jetzt ... die jüngst aufgewärmte Lehre vom »gerechten Krieg« eine verführerische Brücke“ sein soll, dann darf daran erinnert werden, daß dieser Begriff „einer langen Diskussion seit Cicero und Augustinus entnommen und von scharfsinnigen spanischen Dominikanern fortentwickelt worden“ ist, „die im 16. Jahrhundert angesichts der barbarischen Unterwerfung heidnischer Eingeborener in Südamerika die Unterscheidung zwischen »gerechtem« und »ungerechtem Krieg« erneut begründet haben. .... Jetzt aber, da Amerika durch den Terrorakt der Al Quaida zum ersten Mal seit 1813 durch einen äußeren Feind im eigenen Lande getroffen ist, taucht die hochideologische Verhüllungsmetapher wie Phönix aus der Asche wieder auf. Denn das »auserwählte Volk« im »Neuen Zion« - wie der amerikanische Nationalismus die imperiale Republik seit jeher versteht (USA) - soll dem perfiden Feind nicht nur mit einer Polizeiaktion begegnen, sondern ihn in einem »gerechten« Kreuzzug bis zur »bedingungslosen Kapitulation« weltweit niederringen (USA).“ (Hans-Ulrich Wehler, Konflikte zu Beginn des 21. Jahrhunderts, 2003, S. 68 Clausewitz). USA

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Es ist schon äußerst merkwürdig, aber eben auch bezeichnend für die abendländische Esoterik (Spengler) und die Vorliebe für den innerulturellen Streit, daß ausgerechnet die Staaten als „Muster-Demokratien“ gelten, in denen die so genannten „demokratischen Werte“ wie Freiheit und Menschenwürde am meisten mit Füßen getreten worden sind. „Die Menschenrechte sind die juristische Seele des Sich-das-Seine-nehmenden Lebens. »Ist es nicht ein allgemein bekanntes Wort, daß Besitz das halbe Recht ist, das heißt ohne Rücksicht darauf, wie jemand in den Besitz kam?  Aber oft ist auch Besitz das ganze Recht.« (Melville).
Belohnung Belohnung für entlaufenen Sklaven
Die Nehmer-Unternehmer an den kolonialen Fronten stellen nichtsdestoweniger ihr Handeln, um kantianisch zu reden, unter eine Maxime, die üblicherweise eher zur Definition von Kriminalität als der von Mitwirkung bei der Globalisierung taugt: Indem sie durch pures Nehmen zu Besitzern und Eigentümern von Gütern werden wollen, entziehen sie sich den Zumutungen des gerechten Tauschs. Ihr Rechtsbewußtsein erleidet hierdurch, wie die Historie lehrt, kaum je Schaden, da sie sich auf das Recht des ausgezeichneten Augenblicks berufen: in diesem liegt die Gerechtigkeit in der Besitzergreifung selbst. Tausch und gegenseitige Anerkennung kommen später. Die Expansionsakteure, im amerikanischen Westen wie auf dem Rest des Globus, salvieren sich bei ihrem zugreifenden Tun durch eine Theorie der moralischen Lücke: Es scheint, wollen sie sagen, Zeiten zu geben, in denen das Handeln schneller sein muß als das Recht, und in eine solche Zeit ist unser Leben gefallen. Mit diesem Argument beantragen sie für sich den Freispruch wegen außerordentlicher Umstände. Was in regulären Zeiten Plünderer wären, sind in der historischen Lücke Pioniere; was in verrechtlichten oder posthistorischen Jahren Verbrecher wären, sind in der Turbulenz der geschehenden Geschichte Helden. (Und wer könnte verkennen, daß die gegenwärtige Kulturindustrie in ihrem Kriminalfilmkult weiter von der Lücke träumt, in der Verbrecher das Menschenrecht auf tauschloses Nehmen weiterhin reklamieren darf). - In jüngerer Zeit vermehren sich Indizien, die auf eine rückwirkende Verrechtlichung der Historie deuten - was zur Folge hat, daß den Agenten der Weltnahme von Christoph Kolumbus bis Savorgnan de Brazza und von Francisco Pizarro bis Cecil Rhodes nachträglich der Prozeß gemacht wird - ein endloser und prozedural ungewisser Prozeß, in dem sich Schuldsprüche und Anträge auf neue Verfahren abwechseln. (Sloterdijk / Spengler). An der Geschichte der schwarzen Sklaverei, der Indianerausrottung und des Ausbeutungskolonialismus ist die rückwirkende Kriminalisierung der Neuzeit zu Ende vollzogen, ohne daß die Verteidigung noch, wie in früheren Prozessen, auf Freispruch wegen mildernde zivilisatorischer Umstände zu plädieren wagen könnte. Gegen die Last der Dokumente und der frühen Verfahren kommen in diesen Fällen auch die resolutesten Legisten der schuldlosen Weltnahme nicht mehr auf. Wer könnte noch die amerikanischen Soldaten in Schutz nehmen, die in völkermörderischer Absicht ihren indianischen Feinden pockenverseuchte Wolldecken ins Lager schickten ?  Wer die Menschenhändler verteidigen, denen bei transatlantischen Humanviehtransporten zuweilen ein Drittel ihrer Ware verdarb?  Wer übernähme die Verteidigung Leopolds II. von Belgien, der seine Privatkolonie Kongo in das »schlimmste Zwangsarbeitslager der Neuzeit« (Peter Scholl-Latour Scholl-Latour) verwandelt hatte - mit zehn Millionen Massakrierten?  Auf diesen Feldern haben sich die Geschichtsschreiber zu Staatsanwälten gegen die eigenen Kulturen wandeln müssen. An ihnen läßt sich ablesen, wie das Verhältnis von Justiz und Geschichte sich nachträglich verschieben kann. - Vielleicht ist die Globalisierung, wie die Geschichte überhaupt, das Verbrechen, das nur einmal begangen werden kann.“ (Peter Sloterdijk, Sphären II - Globen, 1999, S. 944-947 Sloterdijk).

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A H

„Über den Stand der Kreis- und Kugel-Ideen im 20. Jahrhundert - die Weltlehre betreffend - informiert eine Anekdote, die Albert Speer (Speer) in seine Erinnerungen festgehalten hat: Im Frühsommer 1939 hatte Adolf Hitler (der zusammen mit Gandhi im Jahr zuvor als Kandidat für den Friedensnobelpreis gehandelt worden war), seiner Universalherrschaftspläne gewiß, eine Änderung an dem gemeinsam mit Speer entworfenen Modell für die monumentale neue Reichskanzlei in Berlin vorgenommen. Nun sollte der Reichsadler an der Spitze des 290 Meter hohen Kuppelbaus nicht mehr, wie bisher vorgesehen, über dem NS-Symbol, dem Hakenkreuz, schweben. Hitler habe diktiert:

Große Halle in Berlin, 1937-1940 (Albert Speer)


Große Halle in Berlin, 1937-1940 (Albert Speer)
Modell mit Reichstag und Brandenburger Tor (rechts unten)

».... Die Bekrönung dieses größten Gebäudes der Welt muß der Adler über der Weltkugel sein.« Speer

Ist es noch nötig zu erläutern, warum dieses Diktum Aufschluß gibt über die Verwesungsgeschichte der politischen Metaphysik?  Seit jeher hatte diese sich, wo sie deutlich redete, als imperiale Monosphärologie geäußert - und wenn Hitler in seiner Träumerei das Hakenkreuz durch die Weltkugel ersetzt, ist auch er für eine Sekunde ein klassischer Philosoph.

Etwas schwieriger ist zu verstehen, wie die Verwesung der monosphärischen Gotteslehre voranschritt. Ihren Beginn könnte man anhand folgender Betrachtung des Abbé Sieyès aus dem Jahre 1789 erläutern:

»Ich stelle mir das Gesetz als Mittelpunkt einer gewaltigen Kugel vor; zu ihm befinden sich alle Bürger auf der Kugeloberfläche ausnahmslos in derselben Entfernung und nehmen dort gleiche Plätze ein; alle sind gleichermaßen vom Gesetz abhängig ...« (Sieyès). Der Zufall der göttlichen Monosphäre verrät sich mit dem Dekret, daß alle menschlichen Geschöpfe vom Gottespunkt gleich weit entfernt sein müssen. Ließ sich nicht vorhersehen, daß die Demokratisierung des Gottesbezugs auf seine Neutralisierung, schließlich seine Auslöschung hinausläuft und die Neubesetzung der Stelle erzwingen wird?“ (Peter Sloterdijk, Sphären III - Schäume, 2004, S. 20-22 Sloterdijk).

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Hellenismus und Rom - Europäismus und USA

„Ähnlich wie Jahrhunderte hindurch bis zum Ersten Weltkrieg das europäische, so hatte das hellenistische Staatensystem auf einem Gleichgewicht der Mächte beruht, bei dem jeder einzelne dieser Partner sich bewußt war, daß es wenigstens in seinen wesentlichen Elementen aufrecht erhalten werden mußte.“ (E. Badian, Römischer Imperialismus, 1967, S. 20). Obwohl auch Rom andere Mächte anzuerkennen hatte - zunächst als höherrangig, danach als gleichrangig (und zwar bis zum 2. Punischen Krieg, 218-201) -, steht die „römische Politik ... in gewissem Gegensatz hierzu. ... Aber von Anfang an war Rom fest entschlossen, über alles, was in seiner Griffweite lag, seine Macht auszuüben und seine Kräfte auszubauen, um diesen Bereich weiter auszudehnen. Gleichrangigkeit wurde jeweils nur jenseits des Bereiches der ausübbaren eigenen Macht zugestanden (vgl. die Ähnlichkeit zur Monroe-Doktrin der USA USA). Doch unterließ man keinen Versuch, am weiteren Ausbau dieser Macht zu arbeiten, wo sich diese als unwirksam erwiesen hatte. ... In der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr., als die Samniten noch gleichwerzige Gegner bzw., wie im Latinerkrieg, Bundegenossen waren, hatte Rom die Hegemonie über Latium beansprucht. Zur Zeit der Pyrrhoskriege (282-272) erhob man den Anspruch auf ganz Italien als Hegemonialbereich, und der Sieg bedeutete eine nachträgliche Rechtfertigung dieses Anspruchs. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. hatte sich diese Sphäre auf die Italien benachbarten Inseln und selbst auf Territorien jenseits des Ionischen und Adriatischen Meeres ausgedehnt. Innerhalb der auf diese Weise abgegrenzen Bereiche jedoch erlaubte man in bestimmten, vorgezeichneten Formen unabhängigen Staaten die Fortexistenz, ja man förderte sie - so die große Zahl italischer Staatsgebilde mit ihren verschiedenartigen Vertragsverhältnissen zu Rom, oder die Königreiche und freien Städte Siziliens und Illyriens. Freilich, wie immer der genaue Status dieser politischen Gebilde beschaffen sein mochte, in dem Bereich, den Rom für wesentlich hielt, in dem ihrer Außenpolitik, standen sie faktisch unter römischer Kontrolle.“ (E. Badian, Römischer Imperialismus, 1967, S. 20-21). Vgl. die Ähnlichkeiten zwischen Römertum (Römertum) und US-Amerikanismus.

„Die rätselhafte Widersprüchlichkeit in der römischen Politik - offene Aggression und Expansionsdrang gegenüber Barbaren und hegemonialer Imperialismus bei sorgfältiger Vermeidung jeglicher Annexion, sobald es sich um Gegner aus demselben Kulturkreis (vor allem: Griechen bzw. Hellenisten) oder auch um Gegner gleichen oder höheren Ranges handelte -, diese eigentümlich römische Anpassungsform des Herrschaftstriebes, der beidem zugrunde liegt, an die Gegebenheiten, läßt sich natürlich ebensowenig erschöpfend erklären wie irgendein anderes Phänomen von Bedeutung und zugleich komplizierter Gestalt in der historischen Forschung.“ (E. Badian, Römischer Imperialismus, 1967, S. 23). Oder doch?  Es gibt ja zum Beispiel auch den Vergleich (als Methode!). Und: „Es gibt einige Hinweise, die wir verfolgen sollten: Erstens muß es der in Rom regierenden Klasse sehr früh klar geworden sein, daß sich ein übermäßig angewachsenes Territorium nicht ohne weiteres mit den Mitteln der bestehenden Gemeindeverfassung verwalten ließ. Lieber, als diese zu ändern, ..., hat man die Annexion im allgemeinen zugunsten eines Systems vertraglich festgelegter Unterordnung aufgegeben. Mit der Machtausdehnung über Italien hinaus wurde selbst dies zu mühselig, da sich hieraus bestimmte und oftmals lästige Verpflichtungen ergaben. Der nächste Schritt war die Form des »freien« Verbündeten, Stadtstaat oder König, den man ohne besonderen Vertrag kontrollieren konnte. Es läßt sich nicht leugnen, daß die römische Republik niemals ein eigentliches System zur Verwaltung überseeischer Gebiete entwickelt hat. Annektierte Territorien, wie etwa der größere Teil Siziliens oder Sardinien, waren lediglich durch das Los zugeteilte Tätigkeitsbereiche (provinciae) eines Militärkommandanten (anfangs üblicherweise eines Prätors). Dieser übte bis zum Ausgang der Republik seine Regierungsgewalt in einer Form aus, die sich kaum von der eines permanenten Besatzungsregimes unterschied ...“ (E. Badian, Römischer Imperialismus, 1967, S. 23). Vgl. auch hier die Ähnlichkeiten zwischen Römertum (Römertum) und US-Amerikanismus.

Blase „Welt“

Imperiale Plutokratie (Plutokratie) und erste Privatarmeen (Privat) der USA

Das Kapitel „Imperiale Plutokratie“ beginnt Scholl-Latour (Scholl-Latour) mit einer ganz besonderen Erfahrung, die er 2003 im Irak machte: Privatpersonen und ihre gekauften Soldaten, z.B. Söldner aus dem Nepal, „und die kommerzielle Firma, die diese altgedienten Soldaten angeheuert hat, heißt »Global Security«.“ Ein Holländer, dessen Identität geheim bleiben soll, gab Scholl-Latour eine Hintergrund-Information: „»Sie erleben hier im Irak den kriegerischen Kapitalismus in Reinkultur. Die Bewachung der Erdölfelder - um die geht es ja im wesentlichen - wird längst nicht mehr von den Truppen der Koalition wahrgenommen, sondern von der finanzstarken Privatfirma »Global Security«, die unweit des CIA-Hauptquartiers in Virginia angesiedelt ist und die zwielichtigen Auswirkungen der vielgepriesenen Globalisierung schon in ihrer Namensgebung enthüllt.« Gelegentlich würden per E-Mail eine Reihe von naiven Anfragen europäischer Unternehmen bei seiner Behörde landen, die am Aufbau des Irak - auch an seiner landwirtschaftlichen Rehabilitierung - beteiligt werden möchten. Sie sollten sich diese Flausen aus dem Kopf schlagen. »Wer hier nicht im Auftrag und mit Zustimmung Paul Bremers auftritt, hat nicht die geringste Chance«, brummt der Niederländer. Sogar die NGOs, die Nichtregierungsorganisationen, könnten hier nur tätig werden, wenn sie eine Lizenz von US-Aid erhielten. Die Frage hat sich übrigens von selbst erledigt. Auf Grund der permanenten Gefährdung hat die UNO ihre regulären Mitarbeiter weggeschickt und operiert nur noch mit Ortskräften. »Wer hier nicht mit dem Mega-Konzern Halliburton, dem Vizepräsident Dick Cheney noch unlängst als Chief Executive vorstand, aufs engste verbandelt ist«, erklärt Ryswiek, »wer nicht mit dem Unternehmen Bechtel paktiert, bekommt keinen Fuß auf den Boden.« Angeblich ist sogar der Hafen Umm Qasr an ein an- gelsächsisches privates Konsortium verpachtet. »Betrachten Sie doch mein persönliches Schicksal«, nimmt er wieder mit einem Anflug von Humor auf, »meine tägliche Nahrung in diesem Bunker-System wird ausschließlich von der Firma Kellogg geliefert; sogar meine Hemden werden von Kellogg gewaschen, obwohl hier viele irakische Frauen gern damit ein kleines Zubrot verdienen möchten, und dieses Unternehmen ist mit Halliburton assoziiert.« Ob denn wenigstens die obligatorische Kellogg's-Nahrung gut schmecke, frage ich. »Der Fraß ist abscheulich«, lautet die Antwort. Im übrigen würden die hochprofessionellen Spezialisten von »Global Security«, frühere Elitesoldaten der Special Forces, der US-Rangers oder des britischen SAS, deren Aktivität in zunehmendem Maße auch in Bagdad beansprucht wird, extrem gut besoldet. Ihnen stünden 500 Dollar pro Tag zu. Vielleicht würden die Nepalesen, die der Dritten Welt entstammen, weniger großzügig entlohnt. »Im Irak wird imperiale Plutokratie in Reinkultur vorgeführt«, beendet der Holländer seine Klage. »Wenn das Experiment hier scheitern sollte, dann ist mehr in Frage gestellt als die Wiederwahl des Präsidenten Bush und die Selbstherrlichkeit der Neokonservativen«. (BushNeokonservative der USA). Ins Hotel zurückgekehrt, lese ich den Artikel der »New York Times« vom 1. Oktober 2003, den mir Ryswiek als Beleg mitgegeben hat. Ich zitiere nur einen Absatz: »Das wirkliche Problem besteht darin, daß ohne gesetzliche Prüfung und Aufsicht viele Milliarden Dollar, die der Steuerzahler autbringt, infolge mangelhafter Ausschreibung der Kontrakte den politisch verwandten Firmen wie Halliburton oder Bechtel zugespielt werden. So wurde bisher verfahren. Der Kongreß sollte zudem darüber wachen, daß bei den Wiederaufbauprogrammen im Irak die zur Verfügung stehenden Summen nicht vergeudet werden, indem hochbezahlte amerikanische Arbeiter und Techniker engagiert werden, obwohl qualifizierte, verläßliche und arbeitslose Iraker den Job ebenso gut und sehr viel billiger verrichten könnten.« Bei dieser Lektüre muß ich an meine Erfahrungen in Zentralafrika denken, die erst drei Jahre zurückliegen. Die Pervertierung des Krieges durch hemmungslose Kommerzialisierung hat im Schwarzen Kontinent ihren skandalösen Höhepunkt erreicht. Der Verfall gesellschaftlicher Gesittung, die Reduzierung eines unzureichenden, aber immerhin in Ansätzen existierenden Völkerrechts, der Bruch mit den mühsam erarbeiteten Vorschriften der Haager Kriegsrechtsordnung drohen künftig im profitorientierten Verzicht auf das Gewaltmonopol staatlich kontrollierter Streitkräfte zu gipfeln. Das Entstehen einer High-Tech-Form des Landsknechtwesens, der Rückfall in eine kriegerische Tollwut, die sich am spektakulärsten im Dreißigjährigen Krieg (Dreißigjähriger Krieg (1618-1648)) austobte, dürften am Ende dieser fatalen Entwicklung stehen. Der sogenannte Stellvertreterkrieg, »war by proxies«, ist ja längst zur blutrünstigen Routine geworden, ohne daß die angeblich überinformierte, in Wirkchkeit ignorante Weltöffentlichkeit daran Anstoß nimmt. Im Juli 2000 - ich hielt mich im kongolesischen Kisangani, im »Herzen der Finsternis« auf - war mir die zunehmende Bedeutung der hochoffiziellen und florierenden »Mercenary Companies« aufgefallen. Damals wurde immer wieder der Begriff »Executive Outcomes« genannt. Diese Organisation war 1993 gegründet worden und nahm »globale« Ausmaße an. Ihre Mitarbeiter wurden als »counter insurgency«-Berater von regulären Regierungen angeheuert, um bei der Bekämpfung von Aufstandsbewegungen behilflich zu sein. Zu den Auftraggebern zählten die Türkei, Algerien, Nigeria, Sri Lanka, um nur diese zu nennen. »Executive Outcomes« war auch in fast all jene Konflilfte verstrickt, die um die Mineralvorkommen Afrikas geführt wurden, und begnügte sich längst nicht mehr mit reinen Sicherungsaufgaben. Sowohl in Angola als auch in Sierra Leone übernahm diese Privatgesellschaft die Rolle einer aktiven Bürgerkriegspartei. Daß sie im Jahr 1999 offiziell ihre Tätigkeit einstellte, bedeutet keineswegs, daß sie nicht unter neuem Namen und geschickter Tarnung weiterhin aktiv bleibt. Inzwischen sind andere Namen hinzugekommen. Erwähnen wir nur »Defense Service Limited«, »Falconstar«, »Intersec« und vor allem »Amor Holding«. In diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, daß die moderne Kriegführung sich nicht nur auf den »killing fields« des Kongos oder Sierra Leones ein merkantil entstelltes Gesicht zugelegt hatte. In Amerika registrierte Spezialfirmen für Militärberatung und Waffenhilfe mit ihren pensionierten Generalstabsoffizieren und hochqualifizierten Guerilla-Veteranen waren sogar auf dem Balkan in Erscheinung getreten. Der kroatische Überraschungssieg über die »Serbische Republik Krajina« wurde im Sommer 1994 mit Hilfe solcher Dunkelmänner erzielt. Lange bevor die alliierte Bombardierung 1999 gegen Rest-Jugoslawien einsetzte, waren ähnliche Unternehmen als Geburtshelfer und Betreuer der »Kosovo-Befreiungsarmee« tätig und bildeten die albanischen Partisanen der UCK für ihren Einsatz aus. Ich neige nicht zu moralischer Entrüstung und beschränke mich auf bittere Ironie. In dieser heißen, stinkigen Nacht im »Merbed«-Hotel von Basra kommt mir der unziemliche Gedanke: Wie herrlich wäre es doch um die »brave new world« der Neokonservativen bestellt, wenn man das Schicksal des Irak unbesehen und exklusiv der artverwandten Markt- und Interessenkombination von »Global Security« und »Halliburton Inc.« übereignen könnte!“ So sieht es Peter Scholl-Latour. Scholl-Latour

Huntington, einer von Spenglers „Jüngern“ (): „Sobald die globale Phase einer Kultur beginnt (), lassen ihre Menschen sich täuschen durchdas, was Toynbee (auch einer von Spenglers „Jüngern“Toynbee) die »Fata Morgana der Unsterblichkeit« nennt, und sind überzeugt, daß ihre Gesellschaftsordnung die endgültige sei. So war es im Römischen Reich, im Abbasiden-Kalifat ... Die Bürger eines solchen Weltstaates, sagt Arnold Toynbee, neigen dazu, in ihm trotz scheinbar unübersehbarer Tatsachen nicht die Zuflucht für eine Nacht zu sehen, sondern »das Gelobte Land, das Endziel menschlichen Strebens«. ... Gesellschaften, die annehmen, daß ihre Geschichte zu Ende sei, sind jedoch für gewöhnlich Gesellschaften, deren Geschichte bald im Niedergang begriffen sein wird.“ (Samuel Phillips Huntington, Kampf der Kulturen, 1996, S. 495Huntington). Das sind ziemlich exakt Spenglers Worte. Nur äußerte sie Spengler, der ja von Nietzsche und Goethe inspiriert worden war (Dank), schon viel früher als Huntington ().

Huntington weiter: „In früheren Kulturen endete diese Phase des seligen Goldenen Zeitalters mit ihren Unsterblichkeitsvisionen () entweder dramatisch und schnell mit dem Sieg einer fremden Gesellschaft oder langsam, aber nicht minder schmerzhaft durch inneren Zerfall. Was im Inneren einer Kultur vorgeht, ist für ihre Widerstandsfähigkeit gegen zerstörende Einflüsse von außen ebenso entscheidend wie das Aufhalten des inneren Verfalls. Kulturen wachsen, ..., weil sie ein »Instrument der Expansion« () besitzen, das heißt eine militärische, religiöse, politische oder wirtschaftliche Organisation, die den erwirtschafteten Überschuß akkumuliert und ihn in produktive Neuerungen investiert. Kulturen erleben ihren Niedergang, wenn sie aufhören, »den Überschuß in die Aufgabe zu stecken, Dinge auf neue Weise zu tun. Modern ausgedrückt würde man sagen: die Investitionsrate sinkt.« Dies geschieht, weil die gesellschaftlichen Gruppen, die den Überschuß kontrollieren, ein persönliches Interesse daran haben, ihn »für unproduktive, aber ego-förderliche Zwecke« zu gebrauchen, »wodurch die Überschüsse in den Konsum fließen, anstatt effizientere Produktionsmethoden zu ermöglichen«. Die Menschen zehren vom Kapital, und die Kultur geht aus der Phase des Universalstaates () in die Phase des Verfalls () über. ... Der Verfall führt sodann zur Phase der Invasion (): »Die Zivilisation, zur Selbstverteidigung nicht mehr bereit, ist weit offen für ›barbarische Eindringlinge‹« ....“ (S. P. Huntington, ebd., 1996, S. 498-499Huntington).


„»Infandum, regina, jubes renovare dolorem.«
(Vergil, 70-19, Aeneis, 2. Gesang, 30-20Vergil).
„Unsäglichen Schmerz, oh Königin,
gebietest Du zu erneuern.“ Scholl-Latour


„Im Schatten des griechisch-römischen Kulturerbes, dem sich Europa zusehends entfremdet, klingt die These des amerikanischen Professors Francis Fukuyama vom »Ende der Geschichte« (Fukuyama) wie ein törichter Frevel.“ (Die Geschichte ist nicht zu Ende!). Das schrieb Peter Scholl-Latour 2004! (Scholl-Latour). „Nicht Demokratie und Marktwirtschaft haben sich inzwischen weltweit und segensreich ausgeweitet, sondern der Terrorismus wurde »globalisiert«, und seine blinde Bekämpfung trägt nachdrücklich dazu bei.“ (Westlicher Terror). Scholl-Latour

NACH OBEN Sie begreifen es einfach nicht

Im Juli 2003 führte Peter Scholl-Latour an der Côte d'Azur ein Gespräch mit Karim Aga Khan, einem hochverehrten Oberhaupt der Ismailiten, die auch Siebener-Schiiten genannt werden. „Ein lautstarkes lateinamerikanisches Orchester mit Sombrero erschwerte jede Konversation im Garten von »Les Grand Horizons«. Die allzu bekannten Schnulzen paßten schlecht zu unserem ernsten Gespräch. Vom Bandleader wurde ich gefragt, welche Weise ich denn zu hören wünsche. Er solle das Lied »Guantanamera« spielen, sagte ich. Der trotzige Gesang: »Yo soy un hombre sincero« bezieht sich ja auf jenen Landzipfel im Osten Kubas, wo die US Army Drahtkäfige für die Kombattanten von El Qaida aufstellen ließ, wo die Häftlinge ohne Anklage, ohne Rechtsbeistand verharren und in ihrer knallroten Anstaltskleidung - durch Ketten gekrümmt, durch Gesichtsmasken geblendet - an ihrem Schicksal verzweifeln. »Guantanamera« würde sich heute als Protestsong gegen eine Verrohung der Sitten eignen, die man nach dem Zweiten Weltkrieg im westlichen Kulturkreis (Abendland) nicht mehr für möglich gehalten hätte. Das schmerzt besonders, weil es ja die Vereinigten Staaten von Amerika waren, die dem Horror der Diktaturen Europas (Europa) verdienstvoll und unter hohen eigenen Verlusten ein Ende gesetzt hatten. (Europa). »Con los pobres de la tierra quiero yo mi suerte echar«, steigerte sich der dürftige Text des Liedes. »Mit den Armen der Erde will ich mein Los teilen«. Von den anwesenden Gästen, die sich der »bonne société« der Côte d'Azur zurechneten und müde zu tanzen begannen, hat kein einziger die von mir beabsichtigte Anspielung begriffen.“ Scholl-Latour

Aber die Diktatur in Rußland z.B. - und Rußland liegt ja nicht in Europa (!Europa) - war bewußt von den USA stark gemacht worden, und zwar wegen des Krieges gegen die „Diktaturen Europas“, die erst durch die USA „unter hohen eigenen Verlusten“, wie Scholl-Latour betont, beendet werden konnten. (Scholl-Latour). Sie führten einen Krieg gegen Europa (Deutschland) und unterstützten deshalb die Sowjetunion (Diktatur der Russen), und zwar in jeder Hinsicht, vor allem natürlich materiell. Die Russen waren von ihnen völlig abhängig und wären ohne die Hilfe aus den USA und England von Deutschland besiegt und am Ende als Untermenschen in einer deutschen Kolonie so behandelt worden, wie Hitler es beabsichtigt hatte und seit 1941 in den von Deutschland eroberten Gebieten Rußlands von seiner SS auch durchführen ließ. Das heißt: Rußland hatte gar keine andere Wahl, und das wußten die US-Amerikaner und die Engländer natürlich! Aus russischer Sicht war dies eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Hierdurch wird plausibel, warum die Russen sich schon bald nach dem 2. Weltkrieg (aber mit Betonung: nach!) von ihren ehemaligen Verbündeten trennten und der „Kalte Krieg“ begann. Zwar brauchten die Vereinigten Staaten von Amerika für den Sieg über ihren Weltmacht-Konkurrenten Deutschland auch die Hilfe der Russen, doch daß die Russen, für die es ums Überleben ging, ohne sie vollends verloren wären, war ja, und zwar für alle, eine Gewißheit. Das sollte man nicht vergessen! Und es ist typisch für die USA, den Gegner des Gegners so lange stark zu machen, bis die Verhältnisse sich umdrehen. Diese Politik wurde seitdem fortgesetzt; dafür gibt es sehr viele Beispiele, denn nicht nur die Sowjetuinion (Rußland) wurde von den USA aufgerüstet und auch sonst (wirtschaftlich und technisch) stark gemacht, sondern später auch der Irak. Aber natürlich nur bis zu jenem Punkt, an dem sich die Verhältnisse umdrehen (sollen).

NACH OBEN
Und man sollte auch nicht vergessen,
daß alle Revolutionen, die mit Gewalt
Demokratie erzwingen sollen, immer in
Diktatur münden.  Nur einige Beispiele
unter vielen „Revolutionsbezwingern“:
Napoleon I., Napoleon III., Hitler u.a..


1789 begannen die Revolutionsverlierer mit der Evasion nach links, obwohl deren logisches Ende schon vorhersagbar war. Denn im Rückblick auf die bis ins Extrem getriebene Eskalation seit 1789 „wird das Gesetz der Überbietung des 14. Juli (1789) durch seine frustierten Liebhaber durchsichtig: Wenn die bürgerliche Revolution scheitert oder nicht genügt, entsteht Linksradikalismus; wenn Linksradikalismus scheitert oder nicht genügt, entsteht Gnosis der Militanz. Eine solche Gnosis kann nicht mehr scheitern, sie wird unplausibel.“ Sloterdijk

Eine solche Gnosis der Militanz „kann sich allenfalls zu einer aus Mißverständnissen und Vereinfachungen hervorgehenden Oppositionsideologie vergröbern, wie man es an jüngeren Beiträgen zum Streit zwischen der armen und der reichen Welt abliest, wo von conforming the Empire die Rede ist.“ Sloterdijk

„Im Reich des Kapitals ist jede mögliche Opposition ein Geschöpf der Zustände, gegen die sie sich wendet. Aus dieser Einsicht haben Michael Hardt und Antonio Negri in ihrem Versuch über die neue Weltordnung für die globale Super-Installation den Ausdruck Empire vorgeschlagen. (Michael Hardt / Antonio Negri, Empire. Die neue Weltordnung, 2002). Dieses »Reich« ist nur noch im Singular zu denken und hat strikt ökumenischen Charakter. Deswegen tritt ihm vorgeblich kein äußerer Feind mehr gegenüber; es könnte sich allenfalls gegen sich selber kehren und durch den Aufstand seiner Komponenten zu Fall gebracht werden. Man begreift: Die Rede vom Empire ist religiös motiviert - und der weltweite Erfolg des Buches läßt sich allein im Licht dieser Diagnose verstehen. Tatsächlich nimmt es ... die unerledigten Traditionen der christlichen Geschichtsideologie auf und bringt deren apokalyptischen Motive materialistisch zum Klingen. Weil ... kein jenseitiges Ziel des Werdens zur Verfügung steht, wird ... das Reich des Kapitals, das ganz von dieser Welt ist, dem ebenso und doch anders weltlichen Gegen-Reich der dissidenten Vielheiten oder der alternativen Expressionismen gegenübergestellt. Die größte Differenz ist auch die zweideutigste: Sie stellt einen Unterschied auf, an dem alles hängt und der sich doch, bei Licht betrachtet, nicht vollziehen läßt - die Paralyse ist programmiert. Das Empire und seine dissidente multitude sind, den aufgeregten Reden von Opposition und radikalem Widerspruch zum Trotz, ein und dasselbe. Wer die Geschichte religiöser Reserven gegen irdische Reichsgebilde überblickt, erkennt sofort, daß mit Empire eine pantheistische Parodie auf den augustinischen Gegensatz von civitas terrena und civitas Dei vorliegt. (Augustinus) Die Analogien reichen weit: Wie sich die Kirche von der Welt, der sie zu widerstehen vorgab, empirisch oft kaum unterscheiden ließ, kann sich auch die multitude von der Kapitalwelt, von der sie sich abstoßen will, nicht deutlich abheben - außer in der intimen Gewißheit, die den Gegner der Zustände von seiner glühenden Militanz überzeugt. Nur eine mystische Erfahrung erlaubt den Angehörigen der affluent left zu wissen, daß sie überhaupt noch Linke sind - so wie den Erfolglosen oft nur eine terminologische Entscheidung hilft zu behaupten, sie seien Ausgebeutete und Ausgegrenzte.“ Sloterdijk

„Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch?“  Rüdiger Safranski geht dieser Frage nach und meint: „Globalismus ist die normativ gewordene Globalisierung. .... Als Ideologie ist der Globalismus der geistige Aspekt der Globalisierungsfalle. Es lassen sich drei Varianten des normativen Globalismus unterscheiden. (I.) Erstens der Neoliberalismus als die wirkungsvollste Variante. Weil er so mächig ist, prangert ihn die kritische Öffentlichkeit am ehesten an. Der neoliberale Globalismus ist Legitimationsideologie für die ungehemmte Bewegung des Kapitals auf der Suche nach günstigen Verwertungsbedingungen. Er baut mit dem Hinweis, man könnte von den Kapitalströmen getrennt werden, eine Drohkulisse auf - zum Zwecke der Durchsetzung des Primats der Ökonomie. .... (II.) Ein zweiter Aspekt des ideologischen Globalismus ist der Anti-Nationalismus. Mit dem Hinweis darauf, daß die Zukunft im Globalen liegt, glaubt man die Traumatisierungen durch die zerstörerische Geschichte der Nationalismen in Europa überwinden zu können. Globalismus bedeutet in diesem Zusammenhang; nie wieder Nationalismus ! Besonders inbrünstig klingen die globalistischen Bekenntnisse in Deutschland. Hier haben die politisch Wohlmeinenden sich zuerst Europa und dann die ganze Welt, also das Globale, als Zuflucht vor der unerfreulichen nationalistischen Vergangenheit erwählt. ... Aber an der anthropologischen Grundbedingung, daß Mobilität und Weltoffenheit durch Ortsfestigkeit ausbalanciert werden muß, ändert auch der anti-nationalistische Globalismus nichts. Wir können global kommunizieren und reisen, wir können aber nicht im Globalen wohnen. Wohnen können wir nur hier oder dort, aber nicht überall. Für die besonders emphatische Ortsfestigkeit haben wir im Deutschen den schönen Ausdruck ›Heimat‹ ..., und ... inzwischen brauchen wir wieder eine Positivbewertung von Heimat - schon aus anthropologischen Gründen. Es gilt nämlich der Grundsatz: Je mehr emotional gesättigte Ortsbindung, desto größer die Fähigkeit und Bereitschaft zur Weltoffenheit. .... (III.) Und dann gibt es, drittens, einen Globalismus, mit dem ... wir ... die arme Erde ... zerstören und ... retten müssen. Wir entdecken die Erde als globales Biotop, als das Haus unseres Seins, dem ... Untergang droht ... - das große ›Wir‹ der Menschheit feiert hier seine Auferstehung ... Es werden die apokalyptischen Reiter losgelassen, die konsumistische Kultur wird verdammt ... Und doch: der Politisierungsdruck, der von den globalen Umweltproblemen ausgeht - man denke nur an die mögliche Klimakatastrophe -, trifft eben nicht auf ein global vereinheitlichtes Handlungssubjekt, das man zur Raison rufen oder hinterher zur Verantwortung ziehen könnte. Zwar spricht man von der Weltgesellschaft als Weltkommunikation. Aber diese kommunizierende Weltgesellschaft konstituiert kein Menschheitssubjekt als handelnde Größe - wie es einst geschichtsphilosophisch erträumt wurde. Nur Staaten und Staatenbündnisse haben Macht, die ›Menschheit‹ aber hat keine Macht. Sie ist eine Beschwörungsformel in der Arena der wirklichen Mächte ... Souverän ist, so zeigt sich inzwischen, wer Folgelasten eigenen Handelns auf andere abwälzen kann. Insofern sind also die USA ... souveräner als andere Staaten. Wenn die Ressourcen von Energie, Wasser oder Luft knapp werden, entscheidet immer noch die Macht über die Verteilung der Lebenschancen. Die Folgen der Knappheit tragen zunächst die Schwächeren - bis dann auch die Stärkeren davon betroffen sind. Es ist jedenfalls eine Selbsttäuschung zu glauben, daß globale Probleme in apokalyptischer Größenordnung zu globaler Solidarität führen könnten. (Sie führen nämlich umgekehrt zu immer weniger Solidarität bis hin zur wirklich grausamsten Bestialität! HB). Auch hier gilt: die Letzten tragen die Last. Solange man hoffen kann, daß man zu den Vorletzten gehören wird, bleibt diese Logik in Kraft.“ Safranski

Was Rüdiger Safranski den „normativen Globalismus“ nennt oder was er mit Globalismus als „normativ gewordene Globalisierung“ meint, das ist so gut wie identisch mit dem, was ich mit Globalismus als Phase (allgemein nenne ich sie: Befruchtung oder Cäsarismus 22-24) meine, denn bedeutet die Globalisierung auch Abendland-Geschichte (Abendland-Kultur), so der Globalismus dessen vollendende Phase in dem Sinne, daß er den Kreis als Kulturkreis schließt. Die Beispiele aus den anderen Kulturkreisen (7 Kulturkreise) zeigen, daß in dieser Phase eine so derartig hohe Energie verfügbar sein muß, wie es zuvor nie der Fall war. In dieser Phase wird eine Kultur entweder mit riesigem Abstand dominant wie nie zuvor (sie wird also zum absoluten Super-Giganten) oder aber mit ähnlichem Effekt von (zumeist wechselnden) Fremden beherrscht.

„Der ... ›Kampf der Kulturen‹ (Kampf der Kulturen) ist tatsächlich entbrannt - in der westlichen Welt und an ihren Grenzen. Im Konflikt erst wird wieder deutlich, welche voraussetzungsreiche geistige Disposition das Lebensmodell der westlichen Demokratie überhaupt erst möglich macht. Es muß nämlich das Prinzip der Gewaltenteilung verinnerlicht worden sein. ... Die Gewaltenteilung regelt nicht nur das Miteinander, sondern wird darüber hinaus ins Individuum verlegt. .... Aber täuschen wir uns nicht: Das komplizierte System der Gewaltenteilung am eigenen Leibe ist eigentlich eine Zumutung für die Menschen, die gerne ein Leben aus einem Guß führen möchten ohne den Widerstreit verschiedener Wertsphären innerlich austragen zu müssen. Darum merkt man erst an den umkämpften Konflikt- und Bruchlinien die Fragilität des westlichen Lebensmodells, das vielleicht doch zu voraussetzungsreich ist, um als globales Paradigma der Vergesellschaftung gelten zu können. Gleichwohl lohnt es sich für uns, die Nutznießer, dieses Modell zu verteidigen, auch und gerade wenn man sich eingesteht, daß Demokratie mit Glaubens- und Meinungsfreiheit, mit Gewaltenteilung und Trennung von Religion und Politik ein eher seltenes Gewächs in der menschlichen Geschichte ist und wenig dafür spricht, daß es global triumphieren könnte.“ (Safranski). Ich stimme Rüdiger Safranski zu und betone noch einmal, daß diese Globalismus-Phase (22-24) eine westliche (= abendländische) Kulturphase ist - schicksalhaft!

Für Safranski war die Politisierung am Ende des 18. Jahrhunderts „die erste dramatische Einengung in der Wahrnehmung des Ganzen. Mitte des 19. Jahrhunderts vollzieht sich die zweite: die Ökonomisierung. Den Anspruch auf Schicksals- und Deutungsmacht erhebt jetzt der Ökonomismus, für den das Gelten von Werten zum Geld und die Wahrheit der Welt zur Ware wird. .... Im gegenwärtigen Globalismus konvergieren Politisierung und Ökonomismus, diese beiden Reduktionen in der Wahrnehmung des Ganzen ....“ Safranski

Anders gesagt: Politisierung oder Säkularisierung (ich nenne diese Phase: Ehe oder Napoleonismus18-20) und Ökonomismus oder Plutokratie (ich nenne diese Phase: Krise oder Kampf ums Ei20-22) konvergieren im Globalismus (ich nenne diese Phase: Befruchtung oder Cäsarismus22-24) - eben auch deshalb, weil er beide auf besonders tolerante Weise zum Fressen lieb hat und sie - „diese beiden Reduktionen in der Wahrnehmung des Ganzen“ (wie Safranski sagt) - mit seiner Überdimensionalität zum Verschwinden bringt!

Globalismus

Globalismus alias Cäsarismus bedeutet nämlich auch, daß z.B. hinter den Parteien, welche die Fassade der Selbstbestimmung des Volkes aufrecht erhalten, die wahre Macht in immer privatere Kreise verlagert wird. Die Parteien selbst lösen sich langsam und zunächst unbemerkt in persönliche Gefolgschaften auf. Sie sind ohnehin nur noch zum Schein Mittelpunkt der entscheidenden Aktionen, die nach unten die Illusion einer Selbstbestimmung des Volkes aufrecht erhalten. Cäsarismus bedeutet also jene Regierungsart, die trotz aller staatsrechtlichen Formen in ihrem inneren Wesen wieder die Herrschaft eines Einzelnen oder einer Gruppe ist - die Macht in Händen haltend, während der Bevölkerung weiterhin Demokratie suggeriert wird. Alle gesellschaftlichen Institutionen sind - trotz ihrer außenwirksamen Beibehaltung - letztendlich ohne Sinn und Gewicht. Bedeutung hat nur die ganz persönliche Gewalt, welche der Cäsar oder an seiner Stelle irgend jemand durch seine Fähigkeiten ausübt. Der Cäsarismus beendet die Diktatur des Geldes und gleichzeitig die Demokratie. Also beendet er den Ökonomismus alias Plutokratie und die Politisierung alias Säkularisierung auf eine Weise, wie eben erwähnt, indem er sie in seinem Globalismus konvergieren läßt, um sie immer mehr aufzufressen, zum Verschwinden zu bringen!

 

NACH OBEN  
Wachstumspropaganda Wachstumspropaganda Wachstumspropaganda Wachstumspropaganda
Moderne „Schrumpfung“ - Modernes „Auf-und-Ab“ - Moderne „Expansion“:
Niedergang der Kultur bedeutet auch, daß zuerst nur der Adel, zuletzt das ganze Volk stark schrumpft.
Wenn man bestimmte Bereiche untersucht, z.B. die Industrie, erscheint auch die Moderne als ein Auf-und-Ab.
Es ist die Ausdehnung selbst, die „in den Himmel“ wächst, und nicht die Wirtschaft, wie die Propaganda suggeriert.
Moderne heißt auch, daß erst Demokratie, dann Plutokratie, schließlich Zeusiokratie (Zeusiokratie) dominiert.
Drei Wirtschaftssektoren


I = Land-, Forstwirtschaft, Fischerei u.ä.
II = Produzierendes Gewerbe, Industrie u.ä.
III = Handel, Verkehr, Dienstleistungen, Staat u.ä.

 

F/S = Familienangehörige als Mithelfende, Selbständige
A = Arbeiter
B/A = Beamte, Angestellte

Entwicklung in den 3 wichtigsten Wirtschaftssektoren

 

Entwicklung in den 3 wichtigsten Erwerbstätigen-Gruppen


NACH OBEN

Tagesschau

NACH OBEN Demographie

Welt und Bevölkerung             Welt und Bevölkerung
Welt und Bevölkerung             Welt und Bevölkerung
Welt und Bevölkerung             Welt und Bevölkerung
JahrEuropa + RußlandAsienAfrikaNordamerikaLateinamerikaOzeanienErde
1750
1800
1850
1900
1950
2000
   2050 *
   2100 *
   2150 *
163
203
276
408
547
728
     632 (?)
     538 (?)
     550 (?)
  502
  635
  809
  947
1398
3680
    5222 (?)
    5019 (?)
    4651 (?)
106
107
111
133
221
796
    1803 (?)
    2254 (?)
    2083 (?)
   2
   6
  26
  81
172
316
     448 (?)
     474 (?)
     490 (?)
  16
  24
  38
  74
167
520
     768 (?)
     733 (?)
     675 (?)
 2
 2
 2
 6
13
31
     46 (?)
     46 (?)
     45 (?)
  791
  977
1262
1650
2518
6071
     8919 (?)
     9064 (?)
     8494 (?)
* Projektionen: Mittlere Variante (Quelle: UNO, 2003)
Stand: 2003 Einwohner
(Ew.)
Dichte
je
km²
Zu-
wachs
(%)
Lebens-
erwartung
(in Jahren)
Fruchtbar-
keitssrate
pro Frau
Geburten-
rate je
1000 Ew.
Sterbe-
rate je
1000 Ew.
Unter-15-
Jährige
(%)
Über-65-
Jährige
(%)
Stadt-
bev.
(%)
Schwarzafrika
Naher Osten + Nordafrika
Südasien
Ostasien + Pazifik
Rußland
Lateinamerika
Deutschland
EU der 15 (Staaten)
10 EU-Anwärter (2004)
*
USA + Kanada
Erde
   704 518 000
   311 613 000
1 424 728 000
1 854 631 000
   143 425 000
   532 744 000
        82 541 000
*
   380 542 000
     74 215 000
   322 440 000
6 272 522 000
  30
  28
298
117
    8
  27
231
150
   75*
17
  48
2,2
1,9
1,7
0,8
- 0,4  
1,4
0,1
0,4
- 0,4*
0,9
1,2
46
69
63
70
66
71
79
78
  73*
78
67
5,2
3,1
3,1
2,1
1,3
2,4
1,4
1,4
  1,2*
1,8
2,6
39
22
26
17
10
21
10
11
    9*
13
21
18
  5
  8
  8
15
  6
  9
  9
  12*
  8
  9
43,7
34,6
33,8
25,8
16,3
30,5

14,9
17,2
  16,5*
19,6
  28,5
  2.9
  4,0
  4,7
  6,6
13,2
  5,6
17,3
16,0
  14,0*
12,6
  7,1
36,5
59,0
28,3
39,1
72,9
76,6
88,1
71,2
  62,7*
78,6
48,7
* Ohne Malta und Zypern
Korrelation von Intelligenz, Wohlstand, Fertilität Korrelation von Intelligenz und Fertilität (am Beispiel ausgewählter Länder; Stand: 2007) Korrelation von Intelligenz, Wohlstand, Fertilität
Stand: 2007Intelligenz-
Quotient
(IQ)
Zusammengefaßte
Fruchtbarkeitsrate
(TFR)
Südkorea1061,27
Japan1051,40
Deutschland103 (108)1,39
Italien1021,28
Niederlande1021,66
Schweden1011,66
China1001,73
Großbritannien1001,66
Spanien  991,28
Australien  981,76
Frankreich  981,84
USA  982,09
Argentinien  962,16
Rußland  961,28
Israel  942,41
Irland  931,86
Stand: 2007Intelligenz-
Quotient
(IQ)
Zusammengefaßte
Fruchtbarkeitsrate
(TFR)
Thailand  911,64
Türkei  901,92
Indonesien  892,40
Brasilien  871,91
Irak  874,18
Mexiko  872,42
Philippinen  863,11
Afghanistan  836,69
Ägypten  832,83
Bangladesh  813,11
Indien  812,73
Pakistan  814,00
Sudan  724,72
Ghana  713,99
Nigeria  675,49
DR Kongo   656,54
Quelle:  Peter Mersch, Die Emanzipation - ein Irrtum! Warum die Angleichung der Geschlechter unsere Gesellschaft restlos ruinieren wird, 2007, S. 66
Bevölkerung Bevölkerungspolitik: Was machen unsere heutigen Politiker falsch?
Alles! Zum Beispiel: Ihre angebliche Zuwanderungspolitik ist in Wahrheit eine Abwanderungspolitik (Mit erhöhter Zuwanderung steigt auch die Abwanderung!). Und über diese Politik freut sich besonders die Angelsachsen-Welt (USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Irland, England), denn sie, die im Grunde dasselbe demographische Problem hat wie Deutschland und der Rest der Weißen Welt, kann wegen der Michel-Politik unserer Politiker bei uns junge Leute anwerben und ihnen gut bezahlte Jobs anbieten, die unsere Politiker ihnen nicht anbieten wollen (aber könnten)! Unsere besten Leute gehen fort von uns, weil unsere Politiker träumerisch, zu michelig sind (MichelAntideutsche Politik) ! Sie glauben z.B., im Sinne Europas zu handeln und handeln in Wahrheit für das außerkontinentaleuropäische Ausland, dem sie die eigenen Menschen opfern, und zwar ausgerechnet die, die für die eigene Weiterentwicklung am wichtigsten sind. Die Dummheit unserer Politiker wird nur noch von unseren Journalisten und anderen Vertretern unserer Medien überboten. Sie, die für die Tyrannei und gegen Deutschland kämpfen und sich der restlichen Welt opfern, unterscheiden sich also lediglich durch das Vorzeichen (das sie auch noch mit Vorliebe verwechseln) von den Schillschen Offizieren (Schill), die für Deutschland und gegen Napoleons Tyrannei kämpften und sich 1809 für England opferten (Schillsche Offiziere (Opfer für wen?). Damals waren es die Engländer, heute sind es alle Englisch-Sprechenden, die von dieser Michelei profitieren. Obwohl zur Zeit alle Abendländer, ja alle Weißen Völker an Bevölkerungsschwund leiden, so gibt es darunter zur Zeit nur eine Völkergemeinschaft, die immerhin versucht, aus dieser Misere wenigstens für sich das Beste herauszuholen, denn dieses anglophone Wikingertum schreckt auch nicht davor zurück, sich das nötige junge Menschenmaterial aus verwandten Nationen mit demselben Problem zu holen, und ihr allerliebstes Objekt ist selbstverständlich Deutschland: Die Werber der Angelsachsen-Welt locken uns die Besten weg, während unsere Werber Sozialfälle anlocken, wie z.B. auch Herwig Birg (BirgBirg) oder Gunnar Heinsohn (HeinsohnHeinsohn) immer wieder betonen.
Hilfe, der Feind hat Kinderüberschuß und Jugendüberschuß!
Dazu meint der Bremer Professor Gunnar Heinsohn (HeinsohnHeinsohn): „Der Hauptgegner der Weltmacht trägt seit der Präsidentschaft Clintons (Clinton) nicht mehr den Namen bestimmter Nationen, sondern heißt - auf Englisch - Youth Bulge (Jugendüberschuß; HB) und werde noch auf »Jahrzehnte« hinaus Gefahrenpotential für die USA entfalten. Ein »Jugendboom« bzw. die überproportionale Ausstülpung (bulge) der Alterspyramide bei den 15-24-Jährigen ist immer dann gegeben, wenn diese zehn Jahrgänge mindestens 20% und die fünfzehn Jahrgänge der Kinder (0-14) mindestens 30% der Gesamtbevölkerung ausmachen (Abbildung). In den vierzig Spitzenländern des Jugendbooms der islamischen und schwarzafrikanischen Welt wird der Anteil der 15-24-Jährigen in den kommenden fünfzehn Jahren sogar um die 30% ausmachen. (S. P. Huntington: »Der kritische Punkt ist erreicht, wenn Jugendliche mindestens 20% der Gesamtbevölkerung ausmachen.«Huntington). ... »Demographische Gründe für ethnische Konflikte«, ein Aufsatz von Gary Fuller (1995): er hatte nur auf den ersten Blick eine Beziehung zwischen Youth Bulges und Massakern, ... Massentötungen studiert und dafür weder ökonomische Strukturänderungen noch Klimaverschlechterungen verantwortlich machen können. Auch Hunger, der immer wieder für die Erklärung von Terrorismus herangezogen wird, spielt keine Rolle. Vielmehr kulminierte das Töten, als die Youth-Bulge-Gipfel der 15-24-Jährigen sogar noch über 20% gestiegen waren. Zuvor hatten also die 0-14-Jährigen - Children Bulge (Kinderüberschuß; HB) - bei 35% bzw. 37% gelegen. ... Über 900 Millionen Jungen unter 15 Jahren werden 2003 außerhalb der OECD-Staaten (nebst Rußland u.a. slawische Staaten bzw. für 2004 vorgesehene EU-KandidatenEU-Kandidaten) aufgezogen. Die Familien der USA verfügen im selben Zeitraum nur über 30 Millionen Söhne unter 15 - zwanzig Prozent davon mit Übergewicht. Die übrigen OECD-Staaten haben noch einmal 70 Millionen Söhne unter 15. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall allgemeinen Zusammenhalts steht es immer noch 9:1 für die weniger entwickelte Welt. Nimmt man dort China heraus, verbessert die entwickelte Welt ihre Unterlegenheit von einem Neuntel auf ein Siebtel. Während die entwickelte Welt bei der Gesamtbevölkerung noch ein gutes Fünftel der Menschheit umfaßt, wird sie beim Nachwuchs in wenigen Jahren auf ein Zehntel gefallen sein. Die weniger entwickelte Welt hat einen weiteren Vorteil dadurch, daß fast jeder Junge in der Ersten Welt der einzige Sohn oder zunehmend sogar das einzige Kind ist, so daß die Sorge um sein Überleben jeden nichtzivilen Einsatz so gut wie unmöglich macht. Hingegen können die Youth Bulge-Familien ein oder gar zwei Söhne verlieren und immer noch weiter funktionieren. ....“ (Heinsohn). Was Gunnar Heinsohn hier beschreibt, bedeutet in der Konsequenz die Bestätigung der Richtigkeit dessen, was Oswald Spengler schon prophezeit hatte (Spengler): Die Überlegenheit der weißen Rasse und insbesondere der abendländischen Kultur werde sich zuletzt nur noch in der Technik ausdrücken, und es sei unsere Aufgabe, wenigstens diesen Vorsprung noch bis ins 23. Jahrhundert oder noch länger zu verteidigen. Spengler
Demographie erklärt nicht alles, aber ohne Demographie ist alles nicht erklärt.
„Schon archaische Stammesgesellschaften, die alles in allem begrenzte Sohnespotentiale aufzogen und viel von Geburtenkontrolle verstanden, hatten deren Außeneinsatz in einer Weise organisiert, bei der Krieg und Genozid noch kaum unterscheidbar war. Ihre militärischen Operationen zielten zwar auch auf Ernährungsgrundlagen, aber eher im Sinne einer Optimierung, einer Gewinnung von ökologisch interessanterem Lebensraum. Da zogen also keine Hungernden los, sondern Krieger, die sich noch besser stellen wollten. Ihre Eroberung von Äckern, Gewässern und Wäldern führte »zur Umverteilung des Landes von den Schwachen zu den Starken«. Dafür gab es mit der »Vertreibung der Schwächeren« und »Ausrottungskriegen« im wesentlichen nur zwei Mittel. Überlebende junge Frauen und auch Kinder der Schwächeren konnten vom Siegerstamm adoptiert werden, da er Gefallene zu ersetzen hatte und selbst ja keineswegs eine überbordende Populationsdynamik aufwies. Jede »Kolonisation« erweist sich bei genauerem Zusehen als Euphemismus für eine Mixtur aus Ansiedlung und Ausrottung. Das gilt selbstverständlich auch für die Zeit, als Griechen, Phönizier und Römer ihre überzähligen Söhne - die gesunden wurden meist aufgezogen, während bereits der Erhalt eines einzigen Mädchens der Sitte Genüge tat - für die Auswanderung ausrüsteten. Diese Siedler hatten - nach Raub der Töchter und Tötung der Väter und Brüder - die Stämme um das Mittelmeer herum alsbald eliminiert und stießen dann in großen Kriegen unter Ebenbürtigen aufeinander. Die schon im Altertum verklärte Pax Romana setzte erst ein, als 146 v.u.Z. mit der Zerstörung und Ausmordung von Korinth (50 000 Tote bei 120 000 Einwohnern) und Karthago (150 000 von 250 000 Einwohnern) die Metropolen der Griechen und der Phönizier ausgelöscht worden waren. Für die Eroberung der Welt aus europäischen Youth Bulges in den 400 Jahren zwischen 1493 und 1900 waren gerade mal 50 Millionen, allerdings zu allem entschlossene Menschen erforderlich. 50 Millionen junge Leute könnte das heutige Indien (345 Millionen Kinder unter 15) an einem einzigen Tag freigeben und wäre immer noch mit einem heftigen Bevölkerungswachstum daheim beschäftigt. Der neue Youth Bulge-Weltfeind ist also ein ganz alter Bekannter und zieht sehr lange schon seine Spur durch die Geschichte. .... Es spricht wenig dafür, daß die nicht unterzubringenden Heißsporne von heute auf Großtaten verzichten werden denn »der Krieg versorgt noch jedermann, durch Sieg oder Tod« (Thomas Hobbes, 1651, Kap. XXX, § 17Hobbes). Als durch Francis Fukuyama (1989; 1992 Fukuyama) das Ende der Geschichte verkündet wurde, hatte er die zornigen Männer schlichtweg vergessen (Fukuyama). Und das, obwohl der aktuelle Youth Bulge größer ausfällt als alle seine Vorgänger. Im Jahre 2002 hat der ehemalige Berater des US-Außenministeriums dann einen möglichen Wiederbeginn historischer Dynamik eingeräumt ... Wegen des höheren Mädcheninfantizids dürften in den kommenden 15 Jahren etwa 750 Millionen Jungen aus Children Bulges in das ‚Kampfalter‘ der Youth Bulges überwechseln. Selbst im optimistischen Szenario, daß für jeden ausscheidenden Vater sogar mehr als ein Sohn in der Heimat eine Position findet, werden mindestens 300 Millionen junge Männer – zweite oder gar dritte Brüder - in die Territorien der entwickelten Welt drängen. Dort werden im selben Zeitraum gerade 100 Millionen Jungen in das Jugend- und Erwachsenenalter entlassen, von denen die große Mehrheit für Frieden und Gewaltlosigkeit erzogen wird.“ (Heinsohn). Und in den USA sind 20% davon Übergewichtige!

„Von den 6,25 Milliarden Menschen des Jahres 2003 (genau: 6 240 739 158 am 31. Juli 2002) wurden 4 Milliarden in den 35 Jahren nach 1968 geboren, als die weltweite Bewegung der 68er begonnen und schon sich für ganz besonders zahlreich, jugendlich und wirkungsmächtig gehalten hatte. .... Jedes Jahr hat in diesen 35 Jahren die Weltbevölkerung zwischen 75 und 87 Millionen (jeweils Überschuß der Geborenen über die Gestorbenen) zugenommen. 2004 sollen es nur noch 74 Millionen sein und am Ende von noch einmal 35 Jahren, im Jahre 2038, soll die Zunahme lediglich 49 Millionen betragen. Obwohl die 750 Millionen Mangelernährten unter den 6,25 Milliarden zutiefst beunruhigen müssen, dürfen die Schritte nach vorn nicht übersehen werden. 1930 trug die Erde 2 Milliarden Menschen, von denen ein erheblicher – nicht genau bekannter – Anteil gehungert hat. Wer damals für den Beginn des 21. Jahrhunderts 5,5 Milliarden satte Menschen vorausgesagt hätte, wäre in der Phantastenecke gelandet. Obwohl die absolute Weltbevölkerung zwischen 1990 und 2000 noch einmal um eine Milliarde zulegt, ist die Zahl der Menschen mit lediglich einem US-Dollar pro Tag von 1280 auf 1150 Millionen und der Prozentsatz der Hungerbedrohten von 20 Prozent auf 17 Prozent gefallen. Wichtiger noch, wo heute absolute Armut angetroffen wird, kann sie nicht auf überschrittene natürliche Grenzen zurückgeführt werden. Selbst in vielen Ländern mit Hungernden werden mehr Nahrungsmittel produziert, als vor Ort konsumiert werden können. Je erfolgreicher nun der Kampf gegen den Hunger verläuft, desto kampfeslustiger werden die nach Positionen strebenden jungen Männer. Die ubiquitäre Hoffnung auf Weltfrieden durch Sättigung auch noch der 750 Millionen absolut Armen gilt den Strategen als liebenswerteste und zugleich naivste der Illusionen. Kaum zwei Tode stehen so fern voneinander wie Hungertod und Heldentod. Ohne in Hunger zu versinken, haben die islamischen Länder ihre Einwohnerschaft im 20. Jahrhundert von 150 auf 1200 Millionen verachtfacht. Europa, das sich 1900 mit 401 Millionen Menschen auf ein Viertel der Weltbevölkerung vermehrt hatte, war bis 2000 »nur« auf ca. 725 Millionen gestiegen und hatte sich so aus einer fast dreifachen ‘Übermacht’ gegenüber dem Islam in eine fast zweifache ‘Unterlegenheit’ gedreht. (Abbildung). Die Kampfformel der verzweifelt um Positionen ringenden jungen Männer ist uralt: ‚Gebt uns genügend ab oder ihr werdet auch nichts davon haben. Überlaßt uns einen gerechten Anteil des vom ›Volke‹ Geschaffenen, sonst werden wir euch alles nehmen. Selbst wenn wir unterliegen, wird die Beute, die wir nicht festhalten können, zerstört.‘ Eine solche Forderungskette zieht sich in endlosen Variationen durch den Lauf der Zeiten. So primitiv dieser Grundmechanismus auch arbeitet, so simpel kommt er gleichwohl nicht daher. Das zwar übermächtig starke, aber dennoch niedrige Motiv will höhere Weihe. Noch die Drahtzieher der Attentate vom 11. September 2001 wissen um diese Notwendigkeit. Deshalb heißt es im Befehl: ‚Und wie Mustafa, einer der Anhänger des Propheten, sagte, töte und denke nicht an den Besitz derjenigen, die du töten wirst‘. Die Bewegten brauchen eine gerechte Sache. Fast immer gibt es die und führt nicht nur Reporter, sondern auch spätere Revolutionsforscher leicht in die Irre. Denn eine Logik, die aus der Gerechtigkeit einer Sache zwangsläufig zum Töten für sie führt, gibt es nicht.“ (Heinsohn). Oder etwa doch?

Töten mit Bevölkerungspolitik: „»In der Menschheitsgeschichte«, schreibt Prof. Birg (Birg), »sind die meisten multi-kulturellen Gesellschaften gescheitert.«“ (Dressler). „Die demographische Entwicklung betrifft uns alle. Ihre Auswirkungen sind so weitreichend, daß es schwerfällt, den Überblick zu behalten. Wer weiß beispielsweise, daß die Übernahmeschlachten ausländischer Fondsgesellschaften um deutsche Unternehmen etwas mit Demographie zu tun haben ?  Wegen des umlagefinanzierten deutschen Sozialversicherungssystems verfügt Deutschland im Gegensatz zu Ländern mit kapitalstockfinanzierter Alterssicherung wie die USA oder Großbritannien über keine international bedeutenden Kapitalgesellschaften und Banken; es hat trotz seines großen wirtschaftlichen Potentials keine international konkurrenzfähige Finanzmacht. Deswegen fließen die Dividenden der von ausländischen Fonds übernommenen Unternehmen ebenso wie die Zinsen der Staatsanleihen, die von den nachrückenden Generationen verdient werden müssen, den Pensionären in Kalifornien, Philadelphia oder Cornwall zu. Die Staatsanleihen selbst hingegen sind von den schrumpfenden Generationen unserer Kinder und Enkel zurückzuzahlen. Der internationale demographische Konflikt ist nur eines der aktuellen Beispiele für die fachübergreifende Bedeutung der Demographie.“ (Birg). Erinnert sei noch einmal an Bismarck (Bismarck): Sein grandioses Werk aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wird noch heute weltweit bewundert und die von ihm eingeführte moderne Sozialversicherung als ein Zauberwerk angesehen; die heutigen Probleme würde er trotz ihres umgekehrten Vorzeichens genauso klug lösen wie damals: „Daran zu erinnern ist heute wichtig, weil Deutschland am Beginn des 21. Jahrhunderts - diesmal aus zwingenden demographischen Gründen und nicht wie zur Zeit Bismarcks aus politischen - erneut die Aufgabe zuwächst, die soziale Sicherung und mit ihr das gesamte Regelwerk des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens durch tiefgreifende gesellschaftliche Innovationen zu revolutionieren“ (Birg), genau so, wie ein heutiger Bismarck es schon längst gemacht hätte. „Das Potential zur Veränderung der realen Verhältnisse und nicht die Träume über eine Verbesserung der Welt und der Menschen bildet den Kern der ... Bevölkerungstheorie ....“ Birg

Verfassungswidrige Politik unserer Kinderfeinde: Unter den vielen zerstörerischen Beispielen, so Birg (Birg), „kommt der großen Rentenreform von 1957 und dem damals eingeführten Umlageverfahren, auf dem auch die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung beruht, eine herausragende Bedeutung zu. Durch diese Reform wurden die Ansprüche auf Altersversorgung kollektiviert, aber die zur Erfüllung der Ansprüche notwendigen «generativen Leistungen» in der Form der Erziehung künftiger Beitragszahler den Familien aufgebürdet - eine nach meinem Dafürhalten verfassungswidrige Reform, die den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung verletzt, indem sie die Gruppe der Kinderlosen privilegiert, und die darüber hinaus den Artikel 6 des Grundgesetzes - «Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung» - in sein Gegenteil verkehrt, ein Tatbestand, der von Fachleuten als «Transferausbeutung der Familien» bezeichnet wird (Jürgen Borchert, Sozialrichter). Der verfassungssrechtliche Skandal hat wahrscheinlich eine subtile, zerstörerische Wirkung auf die kulturelle Substanz unserer Gesellschaft und auf unsere rechtsstaatliche Kultur. Er ist der entscheidende Grund für den schwindenden Wunsch nach Kindern und für die fehlende Bereitschaft ..., ... eine Politik zu erzwingen, in deren Zentrum die Familie und nicht das abstrakte Interesse des Individuums steht, dessen Existenz ohne Familien nicht vorstellbar ist. (Mehr). Die familienfeindliche Fehlkonstruktion der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung ist eine einzeln benennbare, wichtige Ursache des Geburtenrückgangs nach dem Zweiten Weltkrieg.“ (Birg). „Die 1955 von dem Kölner Privatdozenten Wilfried Schreiber (Volkswirt und Geschäftsführer des Katholischen Unternehmerverbandes) vorgeschlagene und von Konrad Adenauer (der Schreibers 3-Generationen-Modell auf ein 2-Generationen-Modell verkrüppelte - dummerweise Schreiber) in der epochemachenden Rentenreform von 1957 verwirklichte Idee einer demographischen Garantie der Alterssicherung durch das Umlageverfahren - die jeweils mittlere Generation finanziert die Renten der gleichzeitig lebenden Ruheständler - ist im Prinzip die beste Lösung, allerdings nur dann, wenn die demographische Basis langfristig trägt, und zwar über einen Zeitraum von Generationen. Ist diese Voraussetzung verletzt - Adenauer glaubte, daß die Menschen sowieso «immer» genügend Kinder haben und lehnte die von Schreiber zusätzlich zur Rentenkasse geforderte «Familienkasse» strikt ab -, treten schwierigste Bewertungsprobleme auf. Dann müssen bei der Bemessung der Rentenhöhe zwei verschiedene Arten von Lebensleistungen gerecht gegeneinander abgewogen werden: Die unbezahlten Arbeits- und Erziehungsleistungen der Eltern, insbesondere der Frauen, und die vom Markt entlohnten Arbeitsleistungen der Erwerbstätigen bzw. die daraus entrichteten monetären Rentenbeiträge. Schon eine Einteilung der Arbeits- und Erziehungsleistungen der Eltern und der monetären Leistungen der Erwerbstätigen in je drei Klassen - beispielsweise niedrig, mittel, hoch - ergibt bei einer Kombination neun Fallgruppen von Rentenansprüchen, also mehr als Steuerklassen - abgesehen von einer notwendigen zusätzlichen Differenzierung innerhalb jeder der neun Fallgruppen. Soziale Gerechtigkeit erfordert also Differenzierungen, die im deutschen Sozialversicherungssystem erst noch durch tiefgreifende Reformen eingeführt werden müssen. Was würde geschehen, wenn die Bevölkerung aus der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung austreten und sich unter Beibehaltung des Umlageverfahrens in einem neuen Verein zusammenschließen könnte?  Der Verein würde das Niveau der individuellen Versorgungsansprüche der Rentner, Kranken und Pflegebedürftigen ebenso wie die Höhe der zu entrichtenden Beitragssätze nach der Kinderzahl staffeln, alles andere würde bei einem umlagefinanzierten Versorgungssystem als ungerecht empfunden und abgelehnt werden. Es dürfte eigentlich kein Problem sein, eine politische Mehrheit für diese Regelung zu erreichen, denn wenn ein Drittel der Jahrgänge seit 1965 kinderlos bleibt, dann bedeutet dies auch, daß die übrigen zwei Drittel mit Kindern ihre Interessen mit Mehrheit durchsetzen könnten. Das Bundesverfassungsgericht kam in seinem Urteil zur Pflegeversicherung (03.04.2001) zum gleichen Ergebnis: Durch unser umlagefinanziertes System werden Menschen ohne Kinder in verfassungswidriger Weise bevorzugt, weil sie, so das Gericht, die gleichen Versorgungsansprüche wie Menschen mit Kindern erwerben, obwohl sie nur den monetären, nicht aber den vom Gericht sogenannten «generativen» Beitrag in Form der Erziehung künftiger Beitragszahler leisten - die entscheidende Voraussetzung für das Funktionieren der umlagefinanzierten Pflegeversicherung. Nicht nur die gesetzliche Pflegeversicherung, sondern auch die gesetzliche Renten- und die Krankenversicherung beruhen auf dem Umlageverfahren. Das Gericht hat deshalb in seinem Urteil der Politik zu verstehen gegeben, daß wahrscheinlich auch die Renten- und die Krankenversicherung die Kinderlosen in einer den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung verletzenden Weise bevorzugen und eine diesbezügliche Überprüfung des gesamten umlagefinanzierten Sozialversicherungssystems verlangt. Wenn eine realistische Überprüfung stattfände, würde das Ergebnis ähnlich wie bei der Pflegeversicherung lauten: Durch die Vervierfachung des Anteils der zeitlebens kinderlos bleibenden Menschen an einem Jahrgang verletzt das Umlageverfahren mit seiner Privilegierung der Kinderlosen den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung auch in der gesetzlichen Renten- und sogar in der Krankenversicherung, denn die von den Kinderlosen mitfinanzierten Gesundheitsausgaben für die beitragslos mitversicherten Kinder sind wesentlich niedriger als die Gesundheitsausgaben für ältere Menschen mit oder ohne Kinder. Eine der entscheidenden Auswirkungen der demographischen Entwicklung bzw. der extremen Kinderlosigkeit besteht darin, daß das soziale Sicherungssystem als Ganzes schließlich unsozial, ungerecht und verfassungswidrig wurde. Dieser Sachverhalt wurde auf die Formel gebracht: »An Kindern profitiert, wer keine hat« ....“ (Birg) !

Demographisch-ökonomisches Paradoxon!Ökonomisch-demographisches Paradoxon**
„Selten wird thematisiert, daß die Nebenwirkungen der Wirtschaftspolitik auf die Geburtenzahl die Wirkungen des eigentlich zuständigen Familienministeriums bei weitem übertreffen. Je besser die Wirtschaftspolitik beispielsweise das Ziel eines hohen Pro-Kopf-Einkommens erreicht, desto unerschwinglicher werden Kinder, falls Erwerbsarbeit und Familienarbeit nicht oder nur schwer vereinbar sind. So kam es zu dem demographisch-ökonomischen Paradoxon, daß in Deutschland und anderen Ländern die Pro-Kopf-Kinderzahl mit dem wachsenden Pro-Kopf-Einkommen abnahm, statt zuzunehmen. In Deutschland etwa ist die Kinderzahl pro Frau heute nur noch etwa halb so hoch (1,3) wie in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, obwohl sich das Pro-Kopf-Einkommen seitdem mehr als verdoppelte. Die Dimension des demographischen Problems ist für unsere Gesellschaft möglicherweise zu groß, es läßt sich nicht durch das Nadelöhr der politischen Interessen zwängen: «Die Bevölkerung hat keine Lobby» (Josef Schmid). Wer den Gedanken von sich weist, zur Sicherung seines eigenen Alters Kinder zu erziehen, wird für die Alterssicherung anderer erst recht keine in die Welt setzen. Die demographischen Nebenwirkungen der ressortspezifischen Interessenpolitik - die Auswirkungen der Wirtschaftspolitik, der Bildungspolitik, der Arbeitsmarktpolitik und anderer Politikbereiche auf die demographischen Strukturen und Prozesse - sind in ihrer Summe von so hohem Gewicht, daß man folgenden Grundsatz formulieren kann: Eine an demographischen Zielen orientierte Politik kann ihre Ziele nur dann erreichen, wenn sie die demographischen Nebenwirkungen der anderen Ressorts kontrolliert, die die größten demographischen Wirkungen ausüben, ohne selbst demographische Ziele zu verfolgen, d. h., wenn sie als Querschnittspolitik praktiziert wird. ... In Deutschland wird seit drei Jahrzehnten eine Bevölkerungspolitik der kompensatorischen Einwanderungen praktiziert. Diese Politik überflüssig zu machen und wieder eine Politik für die Bevölkerung zu betreiben, die die Geburtenrate auf das bestandserhaltende Niveau von zwei Kindern pro Frau anhebt, ist langfristig auch deshalb ohne Alternative, weil sich die Einwanderer der niedrigen Geburtenrate in Deutschland erfahrungsgemäß anpassen. Zur Kompensation der ständig schrumpfenden Geburtenzahl bzw. zur Dämpfung der Alterung würden in Zukunft dementsprechend immer mehr Einwanderer gebraucht. Heute reicht noch ein Einwanderungssaldo von rund 200 Tsd. aus, um die Schrumpfung auszugleichen, aber wegen des steigenden Geburtendefizits müßte der Saldo künftig auf 500 Tsd. und schließlich auf 700 Tsd. pro Jahr zunehmen. Die in Deutschland seit drei Jahrzehnten praktizierte Bevölkerungspolitik durch kompensatorische Einwanderungen ließe sich nicht einmal dann rechtfertigen, wenn mit ihr mehr Probleme gelöst als geschaffen würden. Denn Einwanderer, die in Deutschland Probleme lösen, können dies nicht in ihren Herkunftsländern tun. Die deutsche Bevölkerungspolitik durch Einwanderungen ist den Herkunftsländern der Einwanderer auf Dauer nicht zuzumuten, und sie wird auch der Verantwortung nicht gerecht, die wir nicht nur gegenüber anderen Ländern haben, sondern auch «gegen uns selbst», wie Immanuel Kant es formulierte. Die Verantwortung «gegen uns selbst» schließt jene gegenüber den kommenden Generationen ein - unseren Kindern und Enkeln, denen wir nicht nur eine intakte natürliche Umwelt, sondern auch eine soziale Mitwelt hinterlassen sollten, die sie nicht belastet. In einer Demokratie besteht das oberste Ziel allen staatlichen Handelns in einer Politik für die Bevölkerung. Deren Erfolg oder Mißerfolg läßt sich nicht zuletzt daran messen, ob die Lebensbedingungen zu einer ständigen Abnahme der Bevölkerung oder zu einem demographisch stabilen Fundament der Gesellschaft führen. Wenn das Ziel einer Demokratie darin besteht, «das größte Glück der größten Zahl» zu erreichen, wird es bei einer schrumpfenden Zahl von Demokraten verfehlt. Die Beseitigung der ökonomischen Ausbeutung der Familien ist eine notwendige Bedingung dafür, daß der Wunsch nach Kindern wieder zu einem selbstverständlichen Leitbild der Persönlichkeitsentwicklung wird. Um ihn auch praktisch erfüllbar zu machen, dürfen die Lebensläufe der Menschen mit Kindern nicht länger zu Hindernisläufen denaturieren, bei denen sich die Ziele der beruflichen Entwicklung und der Familienentwicklung in die Quere kommen. Die skandinavischen Länder und Frankreich zeigen, daß sich dieses Ziel durch eine fachlich gute Betreuung von Kindern in staatlichen, kirchlichen oder privaten Einrichtungen erreichen läßt. Es fehlen in Deutschland nicht die Erkenntnisse und auch nicht die finanziellen Mittel ... Es fehlt schlicht der politische Wille, sonst hätten die Wähler, die ja mehrheitlich Eltern sind oder es werden wollen, schon längst folgende Neuerungen durchgesetzt, von denen eine nachhaltige Erhöhung der Geburtenrate zu erwarten ist:
  1. Familien- und zukunftsgerechtere Reformen der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung durch Berücksichtigung der Arbeits- und Erziehungsleistungen der Familien mit Kindern. Schaffung einer größeren gesellschaftlichen Anerkennung der von den Eltern erbrachten Erziehungsleistungen durch Aufklärung der Bevölkerung über die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des individuellen demographischen Verhaltens. Das System der sozialen Sicherung (Renten-, gesetzliche Ktanken- und Pflegeversicherung u.ä. Versicherungen aus dem 19. Jh.) wurde ursprünglich für eine junge Bevölkerung konzipiert. Weil wir in der Zukunft eine mehrheitlich alte Bevölkerung haben werden, müssen unsere Politiker das gesamte System, das bekanntlich schon seit etwa 1971 auf seine Reform wartet, endlich reformieren und an diese auf dem Kopf stehende Alterspyramide anpassen. Birg
  2. Weitgehende außerhäusliche Betreuung der Kinder ab dem Säuglingsalter in Kinderkrippen, Kindergärten, Ganztagsschulen, Betrieben oder in privaten Haushalten durch Tagesmütter sowie praktische Erleichterungen wie familiengerechte Arbeitszeiten. Einführung hochwertiger Betreuungseinrichtungen sowie Ganztagsschulen (nicht Gesamtschulen) zur Unterstützung der Erziehungsleistungen der Eltern. Birg
  3. Erhöhung von Kinderfreibetrag, Kindergeld und Erziehungsgeld, einschließlich der Gewährung von Vorteilen wie die Anrechnung der Erziehungszeiten in der Rentenversicherung der Eltern und Staffelung der Beiträge zur Sozialversicherung nach der Kinderzahl. Birg
  4. Änderung des Grundgesetzes zur Einführung eines Eltern- bzw. Familienwahlrechts. Birg
  5. Priorität für Mütter bei Stellenbesetzungen durch Frauen. Birg

Vielleicht liegen die Versäumnisse auf diesen Gebieten an der grassierenden Gedankenlosigkeit und an der üblichen Überbewertung kurzfristiger Ziele, gepaart mit Unkenntnis über deren langfristige Konsequenzen. Es könnte aber auch mehr dahinterstecken - eine Art historisch verwurzeltes, stilles Einverständnis mit dem Abwärtstrend auf der schiefen Bahn, erkennbar an den unterschiedlichen Gesichtern einer trotzigen oder ins Elegische entrückten, in jedem Fall aber bekennenden, aggressiven und geradezu intoleranten Gleichgültigkeit, eine Art Selbstbestrafung als Folge von Selbsthaß. Deutschland gibt Rätsel auf. Heinrich Heine kommt einem in den Sinn: «Denk ich an Deutschland in der Nacht ...» .Und Karl Kraus: Die Deutschen werden dereinst Kyffhäuser mit Kaufhäuser verwechseln. Diese Gefahr ist vorbei, die meisten scheinen sich nur noch für Kaufhäuser zu interessieren. ... Der Zug fährt weiter in die falsche Richtung. Die vom Gericht festgesetzte Frist für die Änderung der verfassungswidrigen Bevorzugung der Kinderlosen auf Kosten der Familien mit Kindern in der Pflegeversicherung (31.12.2004) ist verstrichen, aber die Ungerechtigkeit blieb. Die durchgeführten gesetzlichen Änderungen werden dem Urteil nicht gerecht, sie haben den Charakter einer Alibihandlung. ... Der wichtigste und schwerwiegendste Irrtum über die Natur der demographischen Veränderungen ist der Glaube, daß uns ein rascher Wiederanstieg der Geburtenrate auf 1,6, 1,8 oder zwei Kinder pro Frau vor dem Schlimmsten bewahren könnte. Aber es ist dreißig Jahre nach zwölf, heute kann selbst ein Anstieg der Geburtenrate auf die ideale Zahl von zwei Kindern je Frau die Alterung für Jahrzehnte nicht mehr abwenden. Der Anteil der über 60jährigen an den 20-60jährigen würde sich bei der deutschen Bevölkerung selbst dann verdoppeln, wenn die Lebenserwartung nicht mehr zunähme. Daß es ein demographisches Momentum mit irreversiblen Folgen gibt, ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis der Demographie. Wenn ein demographischer Prozeß ein Vierteljahrhundert in die falsche Richtung läuft, dauert es ein Dreivierteljahrhundert, um ihn zu stoppen. So viel Zeit hat unsere schnellebige Gesellschaft nicht, ihr scheint jetzt schon die Geduld auszugehen. Deshalb ist es konsequent, daß sich die Gesellschaft Politiker wählte, die ihre existentiellen Probleme ignorierten und sich nach der Logik verhielten: Wo keine Lösung ist, ist auch kein Problem.“ (Birg). Die Wähler sind also auch nicht sehr viel unschuldiger als ihre Gewählten.

Ökonomisch-demographisches Paradoxon!Ökonomisch-demographisches Paradoxon**
Sinkende Kinderzahlen in modernen Industriestaaten lassen sich auf „Umstände“ zurückführen, die z.B. Steffen Kröhnert, Nienke van Olst und Reiner Klingholz vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung „ziemlich genau“ zu wissen behaupten. „Ökonomische Erklärungsmodelle“, sagen sie, machten „vor allem folgende Entwicklungen für den ausbleibenden Nachwuchs verantwortlich:
  1. Den Wegfall des familiären Wirtschaftens in Bauern- und Handwerkshaushalten. Damit entfällt der Nutzen von Kindern als billige Arbeitskraft.
  2. Den Aufbau staatlich organisierter Alterssicherungssysteme anstelle der Versorgung älterer Menschen durch ihre Kinder. Eigene, beitragspflichtige Erwerbstätigkeit wird dadurch für die Rente wichtiger als Kindererziehung.
  3. Die gestiegenen Kosten von Kindern durch längere Ausbildung.
  4. Die zunehmende Berufstätigkeit von Frauen. Damit verbunden ist der Verlust von Einkommen für den Fall, daß Frauen ihren Beruf aufgeben, um die Kinder zu betreuen.
Doch auch die Veränderung von Normen und Werten der Gesellschaft trägt ihren Teil zu geringen Kinderzahlen bei:
  1. Der höhere Bildungsstand von Frauen verändert deren gesellschaftlichen Status. Dies ermöglicht andere Lebensentwürfe als nur jenen, die Mutterrolle zu übernehmen.
  2. Die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft bietet immer mehr biographische Optionen an. Eine frühe Entscheidung für ein Kind schränkt insbesondere für Frauen die Freiheit ein, eine qualifizierte Ausbildung abzuschließen, berufstätig zu sein und Beruf oder Wohnort zu wechseln.
  3. Das Modell der lebenslangen Ehe löst sich auf, Partnerschaften werden unsicherer. Dies erschwert die Entscheidung für Kinder und verschiebt die Nachwuchsplanung in immer höhere Lebensalter- manchmal, bis es zu spät ist.

Den stetigen Rückgang der Kinderzahlen in modernen Industriegesellschaften bezeichnen manche Bevölkerungswissenschaftler als »ökonomisch-demographisches Paradoxon«. Je mehr Kinder sich Menschen in den immer wohlhabenderen Gesellschaften theoretisch leisten könnten, je mehr individuelle Freiheiten sich ihnen eröffnen, um so weniger Nachwuchs setzen sie in die Welt. Nach dieser Theorie müßten liberale, marktwirtschaftlich und kapitalistisch orientierte Gesellschaften langfristig aussterben.“ Berlin-Institut

Bevölkerung

„Der Westen ist nun einmal bestimmt durch
den Rationalismus der Wissenschaften,
den Kapitalismus als Wirtschaftsform,
den Liberalismus als politische Form.
Der Liberalismus ist sein Fehler.“
(Lee Kuan YewLee Kuan Yew). Liberalismus

„Ich habe kaum ein Verfahren, in dem nicht ein Ausländer oder Spätaussiedler auf der Anklagebank sitzt.“  (Dieter Piepenburg, Vorsitzender des Jugendschöffengerichts Pforzheim).


„Es gibt zwei Typen von Einwanderungsländern. Die einen, wie die USA, legen pedantisch fest, welche Leute sie hereinlassen, ökonomisch und sozial integrieren können. Die anderen, für die es bis jetzt nur ein historisches Beispiel gibt, bevorzugen Zuwanderer, mit denen sie nichts anfangen können, aber die sie wenigstens unterstützen wollen.“ (Johannes Gross, in: FAZ-Magazin, 16.04.1999). Dabei wissen die hierfür verantwortlichen Politiker und Lobbyisten genau, daß ihre Zuwanderungspolitik (Teil ihrer negativen Bevölkerungspolitik) völlig unsinnig, viel zu zu gefährlich und viel zu teuer ist:

NACH OBEN Zuwanderung ist völlig unsinnig, viel zu gefährlich und viel zu teuer! Die Zuwanderer sind Unqualifizierte, belasten die Sozialkassen (sie wollen auch gar nicht qualifiziert sein, weil ihnen das Sozialgeld neben den Einkünften aus der Kriminalität ausreicht), also Staat, Steuerzahler, Institutionen, v.a. die Arbeit von Polizei und Justiz, die Haftanstalten, die innere Sicherheit und in der Folge auch die äußere Sicherheit. Qualifizierte Zuwanderer gibt es kaum, und da, wo es sie gibt, sind sie von den angelsächsischen Staaten längst weggeschnappt (interessant hierbei ist, daß die Qualifizierten in die Länder gehen, in denen es kaum Sozialgeld gibt und mit guten Verdienstmöglichkeiten gelockt wird, während die Unqualifizierten in die Länder gehen, in denen mit Sozialgeld als gute Verdienstmöglichkeit gelockt wird). Wer wissen will, wie gefährlich die Zuwanderung ist, braucht nur in die schon längst vorhandenen Problemviertel der Städte zu gehen. An der Zuwanderung verdienen nur die Zuwanderer. Für uns, unseren Staat, unsere Gesellschaft, unser Wertesystem, unsere Kultur ist die Zuwanderung kein Gewinn, sondern ein Verlust. Für uns ist die Zuwanderung ein Minusgeschäft, und folglich ist auch die Bilanz pro Zuwanderer negativ. (Vgl. Tabelle).
Also: auch rein ökonomisch ist Zuwanderung unsinnig und zu teuer!
Zum Vorverständnis: „Das Pro-Kopf-Einkommen ist ein Bruch mit dem Bruttoinlandsprodukt im Zähler und der Bevölkerungszahl im Nenner. Mit einfacher Schulmathematik läßt sich demonstrieren, daß die prozentuale jährliche Wachstumsrate eines Bruchs (bei stetiger Entwicklung) stets gleich der Wachstumsrate des Zählers minus der Wachstumsrate des Nenners ist. Wenn beispielsweise das Bruttoinlandsprodukt mit einer Wachstumsrate von drei und die Einwohnerzahl mit einer Wachstumsrate von einem Prozent zunimmt, wächst das Pro-Kopf-Einkommen um rund zwei Prozent.“ (Birg). Noch einmal zum Einprägen:

Formel

Formel

Hochindustrialisierte Wohlstandsländer „wie Deutschland und die Schweiz sind für Zuwanderer aus armen Ländern nicht wegen des hohen Bruttoinlandsprodukts insgesamt attraktiv, sondern wegen des hohen Bruttoinlandpsrodukts pro Kopf (!), sonst wäre beispielweise Indien ein Ziel für Migranten aus der Schweiz und nicht die Schweiz ein Ziel für Migranten aus Indien, denn das Bruttoinlandsprodukt Indiens übertrifft wegen seiner hohen Einwohnerzahl naturgemäß das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz. Wählt man für eine an rein ökonomischen Zielen orientierte Zuwanderungspolitik sinnvollerweise das Pro-Kopf-Einkommen, dann läßt sich die Frage, ob niedrige oder hohe Einwanderungen günstiger sind, durch folgendes Beispiel illustrieren. Im Fall A sei durch hohe Einwanderungen eine leicht positive Wachstumsrate der Bevölkerung von beispielsweise 0,7% pro Jahr möglich, im Fall B sei die Wachstumsrate der Bevölkerung bei geringeren Einwanderungen negativ, beispeilsweise -0,5%. Das Bruttoinlandsprodukt möge durch hohe Einwanderungen im Fall A jährlich mit 2,5% wachsen, im Fall B nur mit 1,5%. Unter diesen Annahmen erhöht sich das Pro-Kopf-Einkommen im Fall A bei hohen Einwanderungen jährlich um 1,8% (= 2,5% - 0,7%), im Fall B wächst das Pro-Kopf-Einkommen bei niedrigeren Einwanderungen jedoch schneller, ... um 2,0% (= 1,5% - -0,5%). Nach beispielsweise 30 Jahren wäre das Pro-Kopf-Einkommen bei niedriegn Einwanderungen um 170% gestiegen, bei hohen nur um 144%. Was folgt aus dieser Betrachtung?  Nichts charakterisiert die Einstellung einer Gesellschaft gegenüber ihren existentiellen Zukunftsproblemen treffender als die Ziele, die sie nicht einmal mehr dikutiert, geschweige denn durch politische Anstrengungen aktiv verfolgt. ... Die für die Sicherung des Wohlstands unabdingbaren, ehrgeizigeren Ziele wurden in der Politik stillschweigend aufgegeben, sie kommen im politischen Diskurs und in den Gutachten, die von den Wissenschaftlern für Politiker angefertigt werden, nicht mehr vor. Zuwanderungsfragen können zwar nicht nur nach ökonomischen Maßstäben entschieden werden, aber selbst wenn man alle gesellschaftlichen und kulturellen Zuwanderungsprobleme beiseite läßt und ökonomische Ziele in den Vordergrund stellt, ist eine auf hohe Einwanderungen abzielende Zuwanderungspolitik für Deutschland ökonomisch von Nachteil, weil sie das Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens verringert, jedenfalls so lange das Qualifikationsniveau der Zuwanderer mehrheitlich wesentlich niedrieger ist als im Landesdurchschnitt.“ (Birg). So sieht's aus: Das Qualifikationsniveau der Zuwanderer ist sehr, sehr viel niedriger als im Landesdurchschnitt, zudem bewirken die Zuwanderer sogar ein Sinken des Landesdurchschnitts, jedenfalls mittel- und langfristig, weshalb nicht nur hohe Einwanderungen, wie Birg sagt, sondern (von wenigen Ausnahmen abgesehen) Einwanderungen überhaupt abzulehnen sind. (Zuwanderung). „Noch gravierendere wirtschaftliche Einbußen entstehen, wenn Zuwanderer wegen ihrer unterdurchschnittlichen Qualifikation nicht nur keine hochqaulifizierten beruflichen Tätigkeiten, sondern überhaupt keine Erwerbstätigkeit ausüben, was für zahlreiche Einwanderer nach Deutschland zutrifft und treffend als ›Einwanderung in die sozialen Systeme‹ bezeichnet wird. (ZuwanderungHeinsohnBevölkerungspolitikDressler). „Berücksichtigt man das unterdurchschnittliche Ausbildungsniveau der überwiegenden Mehrheit der Zugewanderten und ihrer Nachkommen, dann ist eine permanente Absenkung des Qualifikationsniveaus in Deutschland (im WeltmeisterlandDeutschland) vorprogrammiert. ... Da die Kinder der Zugewanderten in den Schulen wesentlich schlechter abschneiden als die Deutschen, während sich ihr quantitaiver Anteil und ihre absolute Zahl Jahr für Jahr erhöhen, bedarf es großer Anstrengungen, um die negativen demographischen Auswirkungen auf das Ausbildungsniveau auszugleichen. Das hohe Qualifikationsniveau war bisher ein entscheidender Standortvorteil und Garant des Wohlstands in Deutschland.“ (Birg). Aber noch (noch!) hält Deutschland diesen Standortvorteil. (Das liegt an den Deutschen - an den Deutschen der Vergangenheit viel mehr als an den Deutschen der Gegenwart und noch viel mehr als an den Deutschen der Zukunft -, an ihrer Geschichte, an Deutschland als der wichtigsten Nation der abendländischen Kultur). Wie lautet nun aber die Prognose?  „Die Abwanderung qualifizierter Menschen aus Deutschland und die Zuwanderung mehrheitlich wenig qualifizierter (ohne Scheuklappen gesagt: die Zuwanderung NichtqualifizierterZuwanderung) ist keine Quelle des Wohlstands, sondern ein schwerwiegendes, wohlstandsminderndes Risiko des wirtschaftlichen Niedergangs.“  (Birg). Wenn wir also wirklich weiterhin Erfolg haben und unseren Wohlstand mehren wollen, dann sollten wir die Zuwanderung ablehnen, weil sie uns nur Probleme bereitet, und zwar in allen Bereichen immer mehr und immer rascher. (Zuwanderung). Wenn wir nicht nur kulturell, sondern auch ökonomisch WIR bleiben wollen und eine pronatalistische Politik erfolglos bleiben sollte (was nicht gesagt ist, aber unsere Politiker, die uns und vor allem unsere Kinder ignorieren, haben ja noch nicht einmal versucht, damit zu beginnenKinderfeindlichkeit), dann „muß gewährleistet sein, daß sich die Bevölkerungsschrumpfung in Grenzen hält und der technische Fortschritt als einzige verbleibende Wohlstandsquelle nicht auch noch versiegt.“ (Birg). Oder nicht auch noch geopfert wird. Wenn ja, dann als Opfer der „Scheinmoral-Industrie“ (Scheinmoral-Industrie) !

Zuwanderung ist also viel zu teuer! „Wie die vom Ifo-Institut und vom Max-Plack-Institut für ausländisches und internationales Sozialrecht im Auftrag des Bundesarbeitsministers durchgeführten Forschungsarbeiten zeigen, übersteigen die vom Staat für die Zugewanderten erbrachten fiskalischen Leistungen im Rahmen der Sozialversicherung (Gesetzliche Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung) sowie die steuerfinanzierten Transfers und die Zahlungen der Gebietskörperschaften für die Bereitstellung der öffentlichen Güter (Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Verkehrsinfrastruktur, Verwaltung etc.), die vom Staat von den Zugewanderten empfangenen Leistungen pro Kopf und Jahr um mehrere Tausend DM. (Vgl. Tabelle). Dieser Befund widerspricht den landläufigen Vorstellungen (also: der Propaganda und ihrer Wirkung; HB), daß Deutschland fiskalisch von der Zuwanderung profitiere. Nach dieser Untersuchung (und nicht nur nach ihr; HB) war und ist die Zuwanderung nach Deutschland seit langem eine »Zuwanderung in die Sozialsysteme«, die eine »Umverteilung von den Deutschen zu den Zugewanderten« bewirkt, wie es in dem Forschungsbericht heißt.“ (Birg). Man darf einfach nicht übersehen, „daß die Einwanderer ... dem Staat ... zur Last fallen. Einwanderer profitieren von der Umverteilung zugunsten ärmerer Beitragszahler in der Krankenversicherung und von staatlichen Leristungen wie der Sozialhilfe, dem Arbeitslosengeld und der Arbeitslosenhilfe, die sie überdurchschnittlich in Anspruch zu nehmen pflegen. Außerdem steht ihnen, und das ist ein ganz erheblicher Effekt, die breite Palette unentgeltlich angebotener, aber kostenträchtiger staatlicher Leistungen zur Verfügung, die von der Benutzung von Straßen, Brücken, Parks und anderen Elementen der öffentlichen Infrastruktur bis hin zum Schutz des Rechtsstaates durch seine Richter und Polizisten u.v.m reichen. Dafür zahlen sie zwar Steuern, doch reichen diese nicht aus, die verursachten fiskalischen Kosten zu tragen. Zuwanderer haben ein unterdurchschnittliches Einkommen und gehören deshalb zu denjenigen Bevölkerungsgruppen, die im Sozialstaat deutscher Prägung mehr Ressourcen vom Staat erhalten, als sie an ihn in Form von Steuern und Beiträgen abgeben müssen. Nach Berechnungen, die das Ifo-Institut im Jahre 2001 auf der Basis des sozioökonomischen Panels für die bisher nach Deutschland Zugewanderten angestellt hat, lag die fiskalische Nettolast, die Zuwanderer für den Staat verursachen, pro Kopf und Jahr im Durchschnitt der ersten zehn Jahre bei 2300 Euro. Dabei sind auch die Vorteile für die Rentenversicherung barwertmäßig bereits berücksichtigt worden. So gesehen verändert sich das Bild, das ein alleiniger Blick auf die Rentenversicherung liefert, erheblich. ... Daß die Zuwanderung keine Lösung des Rentenproblems bietet, wird auch klar, wenn man sich vor Augen führt, wie viele Menschen zuwandern müßten. ... Das sind astronomisch hohe Zahlen, die so natürlich niemals realisiert werden und auch keinesfalls als Empfehlungen interpretierbar sind. Gerade die Größe der Zahlen zeigt in aller Deutlichkeit, wie gering der Beitrag zur Lösung der demographischen Problems Deutschlands ist, den man von der Zuwanderung erwarten kann. Das Thema wird in der öffentlichen Diskussion total überschätzt, und es wird mißbraucht, um heute schon aus ganz anderen Gründen billige Arbeitskräfte ins Land zu holen. Dabei braucht der Arbeitsmark selbst ... keine Einwanderungen ..., leidet Deutschland unter einer Massenarbeitslosigkeit, und nicht einem Mangel an Menschen.“ (Sinn).

Stand: 1990-1999
Bildungsrückstand der Nicht-EU-Bürger
Bilanz Bilanz pro Zuwanderer in 1997 Bilanz
Direkte fiskalische Auswirkungen der Zuwanderung pro Zuwanderer
EinnahmenAusgaben
GKV1817,- DMGKV2970,- DM
GRV4053,- DMGRV1362,- DM
SPV252,- DMSPV67,- DM
Arbeitslosenversicherung701,- DMArbeitslosenversicherung452,- DM
Steuern6044,- DMSteuerfinanzierte
Transfers und Leistungen
12646,- DM
Einnahmen insgesamt12867,- DMAusgaben insgesamt 17498,- DM
Gesamtbilanz pro Zuwanderer (1997)
  Ausgaben 4631,- DM
Quelle: SOEP; Ifo-Institut; Hans-Werner Sinn, EU-Erweiterung und Arbeitskräftemigration, 2001.

„Die Qualifikationsdefizite sind der entscheidende Grund dafür, daß die Arbeitslosenquote und die Quote der Sozilhilfeempfänger bei den Zugewanderten aus Nicht-EU-Ländern um den Faktor 5 und mehr höher sind als bei den Einheimischen, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in nahezu allen sondern in nahezu allen 15er-EU-Ländern (EU der 15). Die Qualifikationsdefizite sind dabei um so größer, je höher der Anteil der Zugewanderten an der Bevölkerung ist. Aufgrund dieser Fakten ist auch in Zukunft nicht damit zu rechnen, daß die Qualifikationsunterschiede im erhofften Umfang abgebaut werden können. Durch die Strategie einer kompensatorischen Zuwanderungspolitik würde das für die Produktivität und das Pro-Kopf-Einkommen wichtige, im Humankapital der jüngeren Erwerbspersonen enthaltene Bildungs- und Ausbildungskapital beeinträchtigt ... Bei ... Zuwanderungen verringert sich das Qualifikationsniveau der Bevölkerung, und es kommt zu Einbußen beim Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens, während gleichzeitig die Integrationskosten steigen.“ (Birg).

Nicht vergessen:
Es kommt auf das Pro-Kopf-Einkommen an. Das Pro-Kopf-Einkommen sinkt z.B. durch Zuwanderungen. Es handelt sich also um Propaganda, wenn in der öffentlichen Debatte über die Zuwanderungen der positive Effekt der Zuwanderungen auf die Höhe des Bruttosozialprodukts erwähnt wird, denn bei dieser Lüge wird absichtlich verschwiegen, daß nicht das Bruttosozialprodukt, sondern das Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt bzw. (weil Einkommensseite) Pro-Kopf-Einkommen das Maß für den Wohlstand bzw. Lebensstandard ist.
Wachstumsrate des Bruttosozialprodukts Wachstumsrate der Bevölkerung =Wachstumsrate des Pro-Kopf-Einkommens
2,4 %0,8 %
=1,6 %
2,4 %– 0,8 %  =3,2 %

Die Abbildung zeigt u.a. den rückläufigen Trend des Wirtschaftswachstums, der deutlich mit der Beschäftigung korreliert.

Quelle:
Institut der
Deutschen Wirtschaft,
Nummer 18,
20.04.2004.

Wenn man Bruttoinlandsprodukt durch die Bevölkerungszahl teilt, erhält man das Pro-Kopf-Einkommen. Und die Wachstumsrate des Pro-Kopf-Einkommens ergibt sich aus der Differenz zwischen der Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts und der Wachstumsrate der Bevölkerung. Hier noch einmal als Formel:

Formel            Formel
Die Zuwanderung ist also zu teuer, zu gefährlich, sie hat nur negative Auswirkungen, und daß trotzdem bei uns immer noch eine Zuwanderungspolitik betrieben wird, hat ganz andere Gründe, denn diejenigen, die von der Zuwanderung, vom Geburtenrückgang und von der „multikulturellen Gesellschaft“ profitieren (wollen), gehören zu denjenigen Lobbygruppen, die unsere Politiker am meisten beeinflussen: „Es leuchtet ein, daß die im normativen Modell der »multikulturellen Gesellschaft« (und also auch: Zuwanderung! HB) vorgesehene Kombination von Assimilations- und Diskriminierungsverbot für eine Minderheit wie die traditionsbewußten Juden, die stets eifersüchtig auf die Bewahrung ihrer Identität bedacht waren, sehr attraktiv sein mußte. Es ist daher auch nicht überraschend, daß Juden an der Entwicklung der Doktrin des kulturellen Pluralismus und des Modells der »multikulturellen Gesellschaft« von Anfang an einen hervorragenden Anteil hatten. ... Damit sind wir bei der eigentlich interessanten politischen Frage angelangt, wer denn ein Interesse daran haben könnte, den Völkern Europas die unbezweifelbare kulturelle Verarmung, die ihnen eine »multikulturelle Gesellschaft« bescheren würde, als kulturelle Bereicherung zu verkaufen?  Cui bono?  Wer profitiert von dem Kulturchaos einer »multikulturellen Gesellschaft«?  In den USA haben von der Umkehrung der Dollar-Devise bislang allenfalls bestimmte Minderheiten profitiert. Und auch die werden ihre Privilegien auf die Dauer nur genießen können, wenn sie im allgemeinen Kulturchaos fest zusammenhalten. Für Minderheiten von der Art des europäischen Hochadels, der seine Identität und Geschlossenheit durch ein jahrhundertelanges Konnubium nach dem Prinzip der Ebenbürtigkeit wahren konnte, oder der Juden, die sich durch Religion und Inzucht sogar durch zwei Jahrtausende erhalten haben, könnte die »multikulturelle Gesellschaft« eine große Chance sein. An den Kragen gehen wird es aber sicherlich den sogenannten Mehrheitsbevölkerungen der demokratischen Nationalstaaten, die sich von den Sirenengesängen der »Multikulturalismus«-Prediger einlullen und solange widerstandslos unterwandern lassen, bis sie sich in einem Land wiederfinden, in dem nichts mehr an ihre alte Kultur erinnert. ... Der Unterschied zwischen den Europapolitikern und den »Multikulturalismus«-Propagandisten besteht nur darin, daß die einen bereits wortlos ins Werk setzen, was die anderen nur wortreich verkünden. Die Propagandaarbeit der linken Hilfstruppen ist darum freilich aus der Sicht der Regierenden nicht überflüssig, denn sie wissen wohl, daß das begonnene Werk nur zu einem gedeihlichen Ende gebracht werden kann, wenn es gelingt, auch noch die renitente Bevölkerungsmehrheit zur Akzeptanz des eingeschlagenen Kurses zu bewegen ... Aus der Perspektive unserer demokratischen Eliten, die dabei sind, sich von der Basis ihrer Völker zu emanzipieren und nach Europa abzusetzen, ist die Umstimmung der Volksseele zugunsten der Transformation der ethnisch homogenen demokratischen Nationalstaaten in einen ethnisch heterogenen supranationalen Vielvölkerstaat vermutlich der eigentliche Hintersinn der »Multikulturalismus«-Kampagne. Es versteht sich, daß das nicht allen Mitwirkenden, geschweige denn allen Mitläufern der Massenbewegung bewußt ist, von denen die meisten sicherlich ganz naiv an den Wortlaut der Formel glauben. Aber die Ablenkung von diesem eigentlichen politischen Ziel ist zweifellos die politische Pointe des Schlagworts. ... Warum sollte einem europäischen Politiker, und zumal einem Eurotechnokraten, der Gedanke fremd sein, sich durch die Auflösung der homogenen Völker in ein Gewirr ethnischer Minderheiten von den Fesseln der Mehrheitsdemokratie zu befreien?  (Der Verdacht, daß der Multikulturalismus nur eine Strategie der politischen Klasse zur Ausschaltung der Bevölkerungsmehrheit ist, ist sogar auch in Kanada geäußert worden). Da sich Minderheiten relativ leicht gegeneinander ausspielen lassen, läßt es sich in einer Minderheitendemokratie trefflich regieren. ... Heute werden ... bereits multinationale Krisenreaktionskräfte mit einem UNO-Mandat in wildfremde Länder geschickt, um Völker daran zu hindern, von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch zu machen. (Vgl. die historische Parallele des Einsatzes multinationaler Friedenstruppen im Römischen Reich). Der UNO-Generalsekretär hat wiederholt eigene (?) Truppen zum Einsatz gegen ... Nationalisten gefordert, und sogar ... haben sich bereits ... Minderheiten und ihre Fürsprecher (!) mit der Bitte um Blauhelm-Kontingente zur Bekämpfung von Ausländerfeinden (?) an den UNO-Sicherheitsrat gewandt.“ (Robert Hepp, Multa non multum: Kulturkritische Anmerkungen zur »multikulturellen Gesellschaft«, 1997, S. 15-16. ). Alle Mulit-Kulti-Propagandisten mißbrauchen die Demokratie, das Selbstbestimmungsrecht der Völker, ja überhaupt die Menschenrechte, und sie können ihre Interessen leicht mit denen der Herrschenden der USA, UNO, EU, ja überhaupt aller Politminderheiten im gesamten Abendland in Einklang bringen, weil sie gemeinsam gegen die Demokratie, gegen die Mehrheit, für die Minderheit (egal welche) sind; anders gesagt: weil sie Cäsaren sein wollen oder schon sind (vgl. 22-24), weil sie ohne viel Risiko regieren und darum ihr eigenes Volk als Mehrheit (!) abschaffen, liquidieren wollen. Und das ist gefährlich, sehr gefährlich ! Vor allem für die Inländer (Volk als Mehrheit!), denn sie können nicht, was Herrschende und Ausländer sogar bei größter Gefahr problemlos können: (wieder) auswandern!
NACH OBEN
Schlechtes Gewissen stützt Minderheitenwahn!
Das schlechte Gewissen der Portugiesen, Spanier, Engländer, Holländer, Deutschen, Franzosen und US-Amerikaner bezüglich der Negersklaverei, der Indianerausrottung, der Judenverfolgung wird benutzt für den Festungsbau einer multikulturellen Gesellschaft, in der alle möglichen Minderheiten auf Kosten der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung gefördert werden. Der Antisemitismus-Vorwurf ist ein politisches Kampfmittel, das seit den 1960er Jahren schon viele politische Schlachten entschieden hat. Dabei sind meistens auch noch Persönlichkeiten unterlegen, denen eine antisemitische Äußerung oder auch nur Einstellung überhaupt nicht nachgewiesen werden konnte. Der Antisemitismus-Vorwurf ist vernichtend, und auf mehr kommt es ja im politischen Kampf nicht an. Deshalb mußten z.B. Möllemann und Hohmann gehen und durfte z.B. Friedman bleiben. (Möllemann versus FriedmanHohmann versus FriedmanLiteratur hierzuLiteratur hierzu). Diese von oben gesteuerte Politik ist ein direkter Angriff auf das abendländische Wertesystem. Was speziell das Verhalten der Alliierten des 2. Weltkriegs betrifft, so wurden und werden sogar auch noch ihre schrecklichsten und grausamsten Kriegsverbrechen gegen zumeist völlig unschuldige Deutsche - wie z.B. der Bombenkrieg gegen Frauen, Kinder, Alte, Kranke oder die Vertreibung der mehr als 20 Millionen Deutschen aus ihrer Heimat (Vertriebene) - mit einer angeblich zutiefst nationalistischen Kollektivschuld gerechtfertigt. Nach 1945 und noch mehr nach 1968 entstand ein Schuldkult, mit dem sich die Deutschen, geführt am „Nasenring“ (Armin MohlerMohler), sogar auch noch Millionen-Programme zur eigenen Indoktrination aufzwingen und abknöpfen lassen, wie z.B. die massiven Subventionierungen von hauptberuflichen Antifaschisten und Feministen, von an der Nachfrage völlig vorbei ausgebildeten Geistes- und Sozialwissenschaftlern, die sonst nur Taxifahrer wären. Diese Unterwürfigkeit und Selbstverleugnung hat, wie auch der gemäßigt libertäre Hans-Olaf Henkel meint, unseren Wohlfahrtsstaat erst so zerstörerisch, weil total internationalsozialistisch gemacht. Der Staat mischt sich immer mehr ins Private ein, und je mehr er ausgerechnet an den falschen Stellen nicht schrumpfen will, um so mehr muß eben das Volk schrumpfen.

Hat die Eingliederung der Sexualität in die Spaßkultur wirklich eine breite Subjektivierung des Bewußtseins vom Reichtum bewirkt und so einen Wahrheitseffekt provoziert?  Oder sind etwa Schäume doch Träume? Sloterdijk

 

Volk 2003
Statistik Vier Sätze zum Durchschnitt:
Pro Minute „empfängt“ Deutschland mehr als 2 Zuwanderer!
Jede Minute!
Pro Stunde „empfängt“ Deutschland mehr als 120 Zuwanderer!
Jede Stunde!
Pro Tag „empfängt“ Deutschland mehr als 2880 Zuwanderer!
Jeden Tag!
Pro Jahr „empfängt“ Deutschland mehr als 1 Mio. Zuwanderer!
Jedes Jahr!

Und der fünfte Satz als Quintessenz:
Das ist Wahnsinn, eine Unverantwortlichkeit, ein ins
Land geholter Neokolonialismus unserer Regierung!

Kinderlosigkeit Kinder-, Ehe-, Familien-, Volksfeindlichkeit unserer Politiker Mehr Links zur heutigen Politik

Ungerechtigkeit heißt z.B., daß in Deutschland die Familien dafür bezahlen müssen, damit die kinderlosen Egoisten mehr Geld bekommen als die Familien. Das ist ungerecht und verfassungswidrig. Deutschlands Gesetzgeber (Politiker u.s.w.Politiker) sind also Kriminelle, denn sie verstoßen dabei gegen die Verfassung. Gegen das Grundgesetz. Und das schon seit den 1960ern. „Sie schweigen das Thema zu Tode.“ (Herwig Birg, Universität BielefeldBirg). „Jeder Forstwirt würde besser regieren als unsere Politiker.“ (Jürgen Borchert, Sozialrichter). Borchert weiß, daß zentrale Probleme in Deutschland darum nicht gelöst werden, weil sie von den Einzelinteressen, von den Egoismen der Parteipolitiker und Lobbyisten verdrängt werden. Parteipolitiker und Lobbyisten sind kinderfeindlich, leben auf Kosten des Staates und deshalb auch und besonders auf Kosten der Familien, denn Familien haben in Deutschland keine Lobby, und sie können auch „keinen Patron finden, der ihre Interessen vertritt. Durch die Kinderfeindlichkeit unserer Politiker wird das Wachstum von Produktivität und Wirtschaft immer mehr ins Negative verstärkt. Bald werden wir das deutlich spüren.“ (Jürgen Borchert). Schade, denn in den 1970er Jahren „hätten wir noch mehr Möglichkeiten gehabt, diese Probleme zu lösen.“ (Herwig Birg). Die Politiker wollen mit ihrer Propaganda und ihren Träumen erreichen, daß diese zentralsten Probleme verharmlost und vergessen werden und die Revolution, z.B. durch einen Patron, verhindert wird. Das Totschweigen fördert das Weiter-so und viele andere negative Entwicklungen. (Daß Deutschland heute immer noch auf Platz 2 der Weltrangliste steht - also: Viezeweltmeister ist -, verdankt es der Zeit, als Deutschland noch auf Platz 1 der Weltrangliste stand - also: Weltmeister war -, und zwar mit weitem Abstand! TabellenDeutschlandWirtschaftsfakten im Jahr 2000). Wir können und müssen aus unserer Geschichte lernen! Ausgerechnet und nicht zufällig wird aber die Zeit, in der Deutschland am erfolgreichsten war, von den Parteipolitikern, Drahtziehern, Lobbyisten und Anhängsel durch Propaganda tabuisiert. Was können wir noch tun?  Scheinbar nichts. Zunächst ist darum festzustellen, daß die Verdrossenheit über unsere Politiker völlig berechtigt ist; und im Gegensatz zu den Politikern, die alles andere sind als Volksvertreter, hat das Volk mehrheitlich den Willen, diesen negativen Entwicklungen entgegenzuwirken. Wo bleibt unser Patron, unsere Lobby?  Auf die gegenwärtige Politik können wir nicht setzen, denn sie ist ja gegen uns gerichtet. Unsere Politiker sind Antidemokraten, denn sie regieren gegen das Volk.

Statistik Wer glaubt, der Schwund der Bevölkerung sei nur zu bekämpfen durch Zuwanderung, betreibt (auch unbewußt) eine nicht vom Inland, sondern vom Ausland gesteuerte Politik, und die heißt: „Michel-Politik“ (Antideutsche Politik). Mit erhöhter Zuwanderung steigt schon bald die Abwanderung noch mehr, auch die Abneigung, Kinder in eine Welt zu setzen, in der die Überfremdung wichtiger ist als die Zukunftsperspektive. Der angebliche Zweck, die Nation vor dem Schwund mit steigender Zuwanderung retten zu wollen, ist eine Lüge bzw. eine Dummheit, denn die Zuwanderung bringt uns nur Negatives (MehrMehrMehrMehr). Und zwar mit sehr gefährlichen Folgen. Außerdem: Deutschland ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Erde! Eine Nation mit geringerer Bevölkerung zu werden, ist überhaupt keine Schande, weil alle anderen Nationen Europas viel kleiner sind als Deutschland. Wer auch immer Deutschland verkleinern will (und das wollten im Verlauf der Geschichte fast alle!), der wird es immer auch hinter einer Rhetorik verbergen. Also Deutsche, macht Euch keine Sorgen um Sorgen, die in Wirklichkeit Sorgen der Politiker, Lobbyisten, Juristen und sonstiger Mediokraten sind; denn sie verdienen sich nur deswegen dumm und dämlich, weil sie von sprachlichen Luftblasen leben. Sie wollen ihre Probleme lösen!
Wenn wir unserem Schicksal nicht entkommen und die Völkerwanderungen (Abbildung) auch in Zukunft nicht verhindern können, so können wir doch, ja, müssen wir doch wenigstens versuchen, sie zu steuern. Sicher ist, daß unsere Politiker bereits seit den 1960er Jahren diesbezüglich politisch hätten tätig werden müssen und dennoch nicht im Traum daran gedacht haben, obwohl immerhin einigen Politikern aufgefallen ist, daß sie geträumt haben. (Mehr). Doch statt richtig wach zu werden oder vielleicht sogar aufzustehen, drehen sie sich um und schlafen weiter, obwohl da draußen die ertönten Sirenen immer lauter werden. Mehr
Globalisierung ist nicht Globalismus (Globalismus ist eine Phase)
Wer nach Analogien zum gegenwärtigen und zukünftigen Abendland in der Antike sucht, muß darum im 2. Jahrhundert v. Chr. beginnen: Trotz der hermetischen Abgeschlossenheit, von der gerade die antike Kultur viel verstand, gelang es ihr nicht, die wandernden Germanen von der Überquerung der Grenzen abzuhalten. Selbst der Limes, der im 1. Jh. n. Chr. gebaut, im 2. und 3. Jh. n. Chr. noch verstärkt wurde, war im Grunde nur ein Aufschub-Produkt; er war eher ein Bau gegen Quantität als gegen Qualität, denn viele Germanen waren schon längst Angehörige des römischen Establishments, obwohl der Limes immer noch ausgebaut wurde. Die Angst vor den gefährlichen Germanen-Riesen war der Angst vor Wirtschaftsflüchtlingen gewichen - bis die erste Angst sich wieder meldete und verdeutlichte, daß längst schon die Römer von den Germanen abhängig geworden waren: Römer konnten ohne Germanen keinen Krieg mehr gewinnen. Und Rom wurde germanisch. Es lag ausschließlich an der Toleranz der Germanen, daß sich der Katholizismus durchsetzte.

Die für uns Abendländer gerade beginnende Phase der Befruchtung (Befruchtung) ist eindeutig auch eine der Wanderungen (Globalismus oder Globalik (22-24)), und zwar so allumfassend, daß sie mit Recht auch als „Globalismus“ oder „Globalik“ zu bezeichnen ist. Weil in der apollinisch-einzelkörperlichen Antike (Seelenbild und Ursymbol) die Weltsphäre eine eng begrenzte war, spielten sich auch antiker Globalismus und antike Wanderungen im engeren Rahmen ab. Die Welt war für Griechen und Römer nur eine griechisch-römische - mehr nicht!Wer ihr nicht angehörte, galt als Barbar oder als „nicht vorhanden“ (apollinisch-körperlich verstanden). Trotzdem sind die Motive der „Wanderer“ analog zu denen des heutigen Abendlandes zu sehen, denn es gab auch in der Antike Wirtschaftsflüchtlinge, Asylsuchende und Globalabenteurer. Weil aber die apollinische Kultur durch eine gewisse Vorliebe für „Statik“ und nicht für „Dynamik“, wie die faustische Kultur des Abendlandes, gekennzeichnet ist, bereiteten ihr auch alle Wanderungsbewegungen mehr Sorgen als dem heutigen Abendland. Was die durch die Wanderungen entstehenden Konsequenzen, betrifft, so ergeben sich ebenfalls umgekehrte Verhältnisse: die antike Kultur nahm die neuen Tatsachen relativ gelassen hin (weshalb sie ihren Tod auch kaum bemerkte), und die abendländische Kultur?  Die faustische Kultur hat diese Konsequenzen noch vor sich, aber schon jetzt kann vorhergesagt werden, daß sie sich gegen die vollendeten Tatsachen, die sich auch hier durch die globalen Wanderungen ergeben werden, ganz energisch wehren und feststellen wird, daß „faustische Dynamiken“ auch zu spät kommen können. Ob sie sich dann doch noch erfolgreich gegen derart universal daherkommenden (und so noch nie dagewesenen) Konsequenzen aus Wanderungen durchsetzen wird, wage ich nicht vorherzusagen. Man muß immer wieder betonen, daß wir erst am Anfang dieser Phase stehen und daß Wirtschaftsflüchtlinge, Asylsuchende und Globalabenteurer, die ins Abendland kommen (und zwar schon seit Jahrzehnten), hier nicht nur das Ursymbol des „Unendlichen Raums“ (Ursymbol), sondern auch die Geste der „Unendlichkeitsgabe“ sehen wollen. „Multi-Kulti“ ist nur das verniedlichende Wort für die „passive Seite“ der „Pseudomorphose“ (Pseudomorphose), auf die das Abendland mit hoher Wahrscheinlichkeit zusteuern wird. Für Europa bedeutet „Multi-Kulti“ oder „Melting-Pot“ etwas ganz anderes als für Amerika - räumlich sowieso und zeitlich deswegen, weil die amerikanischen Staaten diese Erfahrungen bereits vorwegnehmen konnten und sie nicht zu wiederholen bereit sein werden. Sie sehen schon heute ihr „Kontingent“ als erfüllt an. Daß sich das in der Zukunft ändern wird, ist unwahrscheinlich. Amerika ist von Europa durch einen großen Ozean getrennt, und dieser Atlantik wird zukünftig wohl mehr der Inbegriff für eine Scheidung als für ein Bündnis sein. (NATO). Für die Europäer wird sich in dieser Phase wohl nur eine Entwicklung als „befruchtend“ herausstellen: die Weltraumfahrt als Suche nach einem neuen Zuhause - einer neuen Heimat.Weltraumfahrt

 

Absolute Inseln - absolute Isolierung? Absolute Inseln - absolute Isolierung?

BildDenn es ist die Isolation (Bild), die die Insel zu dem macht, was sie ist.Bild
„:Insulierungen“
Absolute Inseln, atmosphärische Inseln, anthropogene Inseln
Bild Inseln sind Weltmodelle in der Welt. Bild
Renten-Versicherung: Keine Zukunft?

NACH OBEN Rentenformel

Rb = Renten-Beitragssatz
Aq = Altenquotient
(Über-60-J. / 20-60-J.)
Rn = Renten-Niveau
(Ø-Rente / Ø-Einkommen)
A
R = Altersgruppe: Rentner-Anteil
A
B = Altersgruppe: Beitragszahler-Anteil
S   = Steuern

Für jedes Renten-Niveau (Rn) ist der Renten-Beitragssatz (Rb) um so größer, je höher der Altenquotient (Aq) ist. Der Renten-Beitragssatz ist gleich dem Produkt aus dem Altenquotienten und dem Renten-Niveau. Wenn Aq sich um den Faktor x erhöht - wegen der steigenden Zahl der Über-60-Jährigen sowie der abnehmenden Zahl der 20-60-Jährigen -, müßte bei konstantem Rn der Rb ebenfalls um den Faktor x erhöht oder bei konstantem Rb das Rn um den Faktor 1/x gesenkt werden. Alternativ dazu kann man das Verhältnis aus dem Über-60-Jährigen-Rentner-Anteil (AR) zum 20-60-Jährigen-Beitragszahler-Anteil (AB) - in der Formel: AR/AB - verringern, indem man z.B. das Renteneintrittsalter anhebt. Eine weitere Alternative: Mehr Rb durch mehr Arbeitsplätze oder (bzw. und) mehr Steuern (S)!

Theoretisch gibt es noch mehr Alternativen, praktisch aber gerade dann nicht, wenn, wie z.B. seit Ende des 20. Jahrhunderts in Europa, die Zahl der 20-60-Jährigen so stark zurückgeht, daß auch die Beitragszahler-Reserven (Frauen, Arbeitslose u.ä.) zu gering sind, um die Beiträge ausreichend zu erhöhen. Als einzige Alternative bleiben letztendlich also doch nur die Steuern, um die Einnahmen der Rentenversicherung wirklich ausreichend zu erhöhen, oder?  Abgesehen davon, daß Steuererhöhungen immer mit vielen negativen Nebenwirkungen und sehr hohen Risiken für die Steuerzahler verbinden sind, sei hier davor gewarnt, unserem Staat zu vertrauen, diesem angeblichen Sozialstaat, der schon seit 1957, als Adenauer, um eine Wahl zu gewinnen (!), aus dem richtigen Drei-Generationen-Vertrag den falschen Zwei-Generationen-Vertrag machte (Mehr), überhaupt kein Sozialstaat mehr ist, sondern das genaue Gegenteil. Seit 1957

Deshalb noch einmal zu den Lügen unserer Politiker: „Für die Herrschenden ist entscheidend, das Verhältnis von Leistungen und Gegenleistungen zu verschleiern. Die Bürger müssen glauben gemacht werden, sie würden vom Sozialstaat mehr erhalten, als sie geben. Daß das schon aus Gründen der Logik unmöglich ist, darf nicht bewußt werden. Noch stärker tabuisiert ist die Frage, wieviel eigentlich bei der sozialstaatlichen Umverteilung versickert und wie groß der sozialstaatliche Herrschafts- und Verwaltungsaufwand ist, den die Bürger zu tragen haben. Fänden diese Beiträge Eingang in die Bilanz, zeigte sich, was ohnehin selbstverständlich ist: Der Sozialstaat nimmt den Bürgern mehr, als er ihnen gibt. Um mit diesem Befund nicht konfrontiert zu werden, hat die Politik phantasievolle Finanzierungskonstruktionen ersonnen. So werden wichtige Sicherungssysteme wie die Renten- oder Arbeitslosenversicherung gleichzeitig durch Beiträge und Steuern finanziert. Hierfür gibt es nachvollziehbare Argumente. Sie wiegen jedoch leicht im Vergleich zu dem einen: Beim Bürger soll sich der Eindruck festsetzen, daß er diese Systeme ausschließlich mit seinen Beiträgen speist und gemessen daran die Gegenleistung eindrucksvoll ist. Rentenbeiträge und Renten beispielsweise - das scheint sich zu rechnen. Werden aber auch jene Summen berücksichtigt, welche die Versicherten beim Betanken ihrer Automobile oder beim Kauf von Waren für die gesetzliche Alterssicherung aufbringen, rechnet es sich nicht mehr. Doch diese Summen, mit denen derzeit immerhin ein Drittel der Rentenausgaben bestritten werden, sind den Blicken der Versicherten entzogen. Steuern fließen in einen großen Topf hinein und wieder aus ihm heraus. Sie in beliebige Richtungen zu lenken ist leicht, was nicht heißt, daß dies bei Beiträgen viel schwieriger ist; auch bei ihnen sind dem politischen Einfallsreichtum kaum Grenzen gesetzt. Die Politik möchte aber gern den schönen Schein wahren und flutet deshalb die Schleusen des Sozialstaats lieber mit Steuern als mit Beiträgen. Ein aktuelles Beispiel hierfür sind die Projektionen der Bundesregierung zur Entwicklung des Rentenversicherungsbeitrags bis zum Jahr 2030. Angeblich soll er 22 Prozent des Bruttolohns nicht übersteigen. Das erscheint im Blick auf die bevorstehende Umwälzung im Bevölkerungsaufbau nicht nur hinnehmbar, sondern bemerkenswert günstig. Doch in Wirklichkeit hat diese Zahl keinerlei Aussagekraft. Der Bürger erfahrt nämlich nicht, was er sonst noch alles zahlen muß, um die Rentenversicherung über Wasser zu halten. Er kann nur vermuten, daß das viel und im Lauf der Zeit immer mehr sein wird. (Werden die Steuersätze zur Rentenversicherung zu den Beiträgen addiert, beträgt die Belastung heute bereits 28 Prozent des Bruttolohns. 2030 werden es zwischen 32 und 40 Prozent sein. Vgl. Reinhold Schnabel, Die Rentenreform 2001, 2001, S. 19Schnabel). Allerdings reicht die Vermischung von Steuern und Beiträgen noch nicht aus, um die Bürger ruhig zu stellen. Auch der Beitragssatz selbst muß optisch verkleinert werden. Zu diesem Zweck werden die Versicherungsbeiträge an die Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung aufgespalten in einen sogenannten Arbeitnehmer- und einen Arbeitgeberanteil. Zur Begründung heißt es, die Arbeitgeber sollen sich an der sozialen Sicherung der Arbeitnehmer beteiligen. Warum sie das tun sollen, bleibt unklar. Und im Ergebnis tun sie es auch nicht, weil die Arbeitnehmer auch den Arbeitgeberanteil erarbeitet haben. Hätten sie es nicht getan, wären sie ihren Lohn nicht wert gewesen. Wenn sie aber auch die zweite Hälfte der Sozialabgaben erarbeitet haben, warum dürfen sie diese dann nicht selber abführen?  Sie dürfen nicht, weil die Politik befürchtet, daß viele, wenn sie die Summe von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen schwarz auf weiß zu Gesicht bekämen und an die Versicherungsträger überweisen müßten, das System als zu teuer empfänden und sich von ihm abwenden würden. Wie begründet diese Befürchtung ist, zeigen einschlägige Befragungen. Sie offenbaren erstens, daß über ein Fünftel der deutschen Erwerbsbevölkerung überhaupt keine Vorstellung von der Höhe der Sozialbeiträge hat und daß von denen, die eine Meinung dazu haben, knapp die Hälfte die Beitragssätze wesentlich zu niedrig einschätzt. Sie offenbaren zweitens, daß die Bevölkerungsmehrheit die zu erwartenden Leistungen erheblich zu hoch veranschlagt. Und sie offenbaren drittens, daß die Zustimmung insbesondere zur gesetzlichen Rentenversicherung mit steigendem Wissen um deren Funktionsweise abnimmt. Unwissen der Bevölkerung ist für alle diese Systeme Voraussetzung ihres Bestands. Die Politik müht sich deshalb, dieses Unwissen aufrechtzuerhalten. Aber nicht nur Aufwand und Ertrag, sondern auch Richtung und Verlauf der Mittelströme werden bewußt im Dunkeln gehalten. Auch das gehört zum System.“ (Meinhard Miegel, Die deformierte Gesellschaft, 2002, S. 216-219Miegel). Wie übrigens viele andere Lügen, u.a. auch die Verleugnung des Problems der Zuwanderung.Negatives

„Für völlig absurd halten die namhaftesten einheimischen Bevölkerungswissenschaftler wie etwa die Professoren Herwig Birg von der Universität Bielefeld und Josef Schmid von der Universität Bamberg die Vorstellung der Politiker, man könne die aus der dramatisch sinkenden Geburtenrate herrührenden Probleme unseres deutschen Rentensystems mit einer Masseneinwanderung abwenden oder zumindest dauerhaft mildern. Selbst wenn von sofort an jährlich 200 000 Menschen zusätzlich ins Land kämen, würde sich das Zahlenverhältnis von Alt und Jung von derzeit noch 24 auf 49 mehr als verdoppeln. Um die rapide fortschreitende Verschlechterung dieses Zahlenverhältnisses wenigstens zeitweise spürbar abzubremsen, müßte Europa ... allein bis zum Jahre 2050 insgesamt mindestens 1,4 Milliarden junge Zuwanderer aufnehmen. Ein für Professor Birg schon deshalb gänzlich abwegiger Gedanke, weil sich die Bevölkerungszahl Gesamt-Europas dadurch von 728 Millionen (Tabelle) auf riesige 2,5 Milliarden erhöhen würde. Außerdem: Zwar erhöhte sich vorübergehend die Zahl der 15 bis 65 Jahre alten Zuwanderer; doch auch diese altern naturgemäß genauso wie die Einheimischen. So würden die im Jahre 2010 im Alter von beispielsweise 30 Jahren Zugewanderten bereits im Jahre 2045 zur Altersgruppe der dann 65-Jährigen gehören. Die sozialen Spannungsfolgen, so die Analysen von Prof. Herwig Birg wie auch seines Professoren-Kollegen Josef Schmid, wären unabsehbar. Denn: Es sei erfahrungsgemäß höchst zweifelhaft, ob die aus fremden Kulturkreisen massenhaft Zugewanderten sich den abendländisch-europäischen Wertefundamenten verpflichtet fühlen würden, vor allem sobald sie der Zahl nach in der Mehrheit wären. „»In der Menschheitsgeschichte«, schreibt Prof. Birg, »sind die meisten multi-kulturellen Gesellschaften gescheitert.« ... Nachdrücklich warnt Prof. Birg vor Tricks nach der Art des Barons von Münchhausen, den Geburtenmangel und die Überalterung durch Massenzuwanderung ausgleichen zu wollen: »Das heizt nur die politische Atmosphäre auf, löst aber das Kernproblem nicht.«“ (Rolf Dressler, Massenhafte Zuwanderung keine Lösung, in: Westfalenblatt, 29.06.2000). „Herwig Birg hat die These, Migration könne die Kinderlosigkeit ausgleichen, in eine Perspektive gerückt, die sehr fraglich werden läßt, ob dies, wenn möglich, überhaupt wünschbar sei. »Mehr als 90 Prozent der migarnten sind sehr schlecht ausgebildet, verdienen unterdurchschnittlich. Somit verringert sich rechnerisch das Pro-Kopf-Einkommen.« (Herwig Birg, Die Dritte Welt bei uns, in: Focus, 40, 2005, S. 62).“ (Norbert Bolz, Die Helden der Familie, 2006, S. 23Bolz). Halten wir also fest: Die Zuwanderung löst kein einziges Problem, sondern schafft zusätzlich nur noch größere unlösbare Probleme. ZuwanderungZuwanderungBevölkerungspolitikKinderfeindlichkeit

Die deutsche Rentenversicherung wurde im 19. Jahrhundert für eine damals junge Altersstruktur konzipiert. (Birg). Doch der Rückgang der Geburtenrate dauert schon an seit Ende des 19. Jahrhunderts und seit Ende des 20. Jahrhunderts erstmals sogar unter dem Bestanderhaltungsniveau (= 2,1 Geburten pro Frau2,1). Und der Rückgang der Geburtenrate seit Ende des 20. Jahrhunderts wird - laut Herwig Birg (Birg) - „das Verhältnis der älteren Bevölkerung zur Zahl der Erwerbsbevölkerung im 21. Jahrhundert etwa um den Faktor 2,4 erhöhen. Wollte man das bisherige Umlageverfahren ohne Beitragserhöhungen und ohne eine Kürzung des heutigen Rentenniveaus (70%) beibehalten, indem man das Ruhestandsalter erhöht, müßte es von 60 auf 73 Jahre angehoben werden.“ (Herwig Birg, Die demographische Zeitenwende, 2001, S. 183). Zur Erläuterung: „Für den heutigen Beitragssatz von rund 20% liefe das auf eine Erhöhung auf mehr als das Doppelte hinaus; alternativ könnte das Rentenniveau von z. Zt. 70% auf weniger als die Hälfte gesenkt werden. Würde man die Einnahmen der Rentenversicherung zu einem immer höheren Anteil aus Steuern finanzieren, wie das heute bereits zu einem Drittel z.B. durch die Ökosteuer geschieht, ließe sich der Anstieg des Beitragssatzes begrenzen, aber nicht der Anstieg der realen Belastungen, denn es ist im Prinzip gleichgültig, ob die Abzüge von den Einkommen in Form von Beiträgen oder als Steuern einbehalten werden.“ (Herwig Birg, ebd., 2001, S. 170). Da sich der Altensquotient wegen der steigenden Zahl der Über-60-Jährigen und der abnehmenden Zahl der 20-bis-60-Jährigen um den Faktor 2,4 erhöht, müßte bei konstantem Rentenniveau von 70% der Beitragssatz von 20% um den Faktor 2,4 auf 48% angehoben werden oder bei konstantem Beitragssatz das Rentenniveau um den Faktor 1/2,4 auf 29% gesenkt werden. Siehe Rentenformel:

Rentenformel
Für Deutschland (und darum auch für Europa)
ist jedenfalls das Verteilungsproblem die entscheidende sozialpolitische Herausforderung des 21. Jahrhunderts, wahrscheinlich sogar auch der Zeit danach. „Der soziale Rechtsstaat wird in Zukunft durch eine zunehmende Kluft zwischen Verfassungsrecht und Verfassungswirklichkeit geprägt sein. Seit Jahrzehnten wird der Generationenvertrag nur durch die Eltern eingehalten. Dieser Tatbestand wird von Verfassungsrichtern als ein «rechtsstaatlicher Skandal» bezeichnet (Paul Kirchhof). Von den Propagandisten des «Verfassungspatriotismus» wurde er bisher mit Schweigen quittiert.“ (Herwig Birg, ebd., 2001, S. 184). „Die Kluft zwischen Verfassungsrecht und Verfassungswirklichkeit hat sich seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts beständig erweitert, weil das Ziel des sozialen Rechtsstaates mit den veränderten demographischen Strukturen immer weniger vereinbar ist. Heute bleibt bereits ein Drittel der jüngeren Frauenjahrgänge zeitlebens kinderlos, bei den zwei Dritteln mit Kindern hat die Geburtenrate jedoch den idealen Wert von rund zwei Kindern pro Frau (Geburten pro Frau). Eine noch schärfere, gefahrenträchtigere Spaltung der Gesellschaft ist kaum vorstellbar. Das Drittel der Frauen und Männer ohne Kinder erfüllt nur einen Teil des Generationenvertrages als Kern des allgemeinen Gesellschaftsvertrages. Diese Menschen zahlen zwar wie alle anderen Beiträge in die sozialen Sicherungssysteme ein, aber die Erziehung künftiger Beitragszahler ist die weitaus wichtigste Verpflichtung aus dem Gesellschafts- und Generationenvertrag, und dieser Vertragsbestandteil wird immer weniger erfüllt. Der Tatbestand selbst ist unbestritten; er läßt sich auf folgenden Nenner bringen: «An Kindern profitiert, wer keine hat !»  Hierzu führte Paul Kirchhof, ein früherer Verfassungsrichter, aus: «Den Generationenvertrag des Sozialstaats halten nur die Eltern ein. Daß gerade sie an diesem Vertrag kaum beteiligt werden, ist ein rechtsstaatlicher Skandal.» (Paul Kirchhof, Wer Kinder hat, ist angeschmiert, in: Die Zeit, 11.01.2001, S. 9). Die demographische Spaltung der Gesellschaft gefährdet nicht nur die Funktionsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme, sondern das Gerechtigkeitszielals Fundament unserer Verfassung.“ (Herwig Birg, ebd., 2001, S. 15-16). So sieht es also bei uns aus: „Die nach 1960 geborenen Frauenjahrgänge in Deutschland bleiben zu einem Drittel zeitlebens kinderlos, bei ihren Eltern lag dieser Anteil erst bei rund 10 Prozent. Der hohe und weiter wachsende Anteil der Kinderlosigkeit ist der entscheidende Grund für den niedrigen, langjährigen Durchschnitt von 1,2 bis 1,4 Lebendgeborenen je Frau im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts. Bei den zwei Dritteln der Frauen unter den jüngeren Jahrgängen, die nicht kinderlos bleiben, entfallen im Durchschnitt 2,1 Kinder auf jede Frau - eine unter mehreren Gesichtspunkten ideale Zahl (2,1). In entwickelten Gesellschaften mit niedriger Sterblichkeit wird das für die Finanzierung des sozialen Sicherungssystems günstigste Verhältnis der Zahl der Über-60-Jährigen zur Zahl der 20-bis-unter-60-Jährigen genau dann erreicht, wenn die Geburtenrate im Durchschnitt, das heißt unter Einschluß auch der kinderlos bleibenden Frauen, rund 2,1 Lebendgeborene pro Frau beträgt (2,1). Dieses stringent beweisbare, ermutigende Ergebnis der Bevölkerungsmathematik bedeutet, daß das entscheidende Ziel einer an demographischen Strukturen orientierten Politik darin bestehen sollte, die lebenslange Kinderlosigkeit zu verringern. Wenn das Drittel der kinderlosen Frauen pro Kopf im Durchschnitt ebenso viele Kinder hätte wie die zwei Drittel mit Kindern, wäre die Altersstruktur langfristig optimal, die demographisch bedingten Belastungen für die sozialen Sicherungssysteme würden ein Minimum erreichen ... Es gibt einen Punkt, an dem alle Kulturen der Welt trotz der Relativität aller Werte miteinander verglichen werden können, das ist die Fähigkeit, über das eigene Leben hinaus zu denken, zu planen und entsprechende Entscheidungen zu treffen. Die Menschen in Deutschland und Europa haben diese Aufgabe schon seit Jahrzehnten nicht mehr zufriedenstellend erfüllt. Als Konsequenz wird das demographische Defizit im 21. Jahrhundert unaufhaltsam zunehmen. Alles scheint von der Kultur abzuhängen, aber mit der Kultur hat es eine eigene Bewandtnis. Wenn einer Kultur die Fähigkeit fehlt, in ihren Kindern weiterzuleben, woraus sollen dann die Mahnungen und Appelle für eine Änderung der kulturellen Werte ihre Kraft schöpfen?  Bloße Appelle können nicht aus der Sackgasse der demographischen Schrumpfung und Alterung herausführen. Eine Änderung der Wertebasis zu fordern, scheint deshalb einen Widerspruch zu bergen. Aber es kann keine andere Quelle geben, aus der sich eine Kultur erneuert, als die Kraft dieser Kultur selbst.“ (Herwig Birg, ebd., 2001, S. 192-193).
Vorausberechnung des Jugend- und Altenquotienten von 1998 bis 2100
 Jugendquotient
(Unter-20-Jährige auf 100 20-bis-60-Jährige)
Altenquotient
(Über-60-Jährige auf 100 20-bis-60-Jährige)
Gesamtquotient*
(Unterstützungsquotient)
19980,380 <=> 38,0%0,386 <=> 38,6%0,766 <=> 76,6%
20000,381 <=> 38,1%0,428 <=> 42,8%0,809 <=> 80,9%
20100,332 <=> 33,2%0,483 <=> 48,3%0,815 <=> 81,5%
20200,313 <=> 31,3%0,599 <=> 59,9%0,912 <=> 91,2%
20300,331 <=> 33,1%0,813 <=> 81,3% 1,114 <=> 114,4%
20400,321 <=> 32,1%0,859 <=> 85,9%1,180 <=> 118,0%
20500,319 <=> 31,9%0,914 <=> 91,4%1,233 <=> 123,3%
20600,327 <=> 32,7%0,926 <=> 92,6%1,253 <=> 125,3%
20700,331 <=> 33,1%0,930 <=> 93,0%1,261 <=> 126,1%
20800,332 <=> 33,2%0,922 <=> 92,2%1,254 <=> 125,4%
20900,340 <=> 34,0%0,909 <=> 90,9%1,249 <=> 124,9%
21000,345 <=> 34,5%0,887 <=> 88,7%1,232 <=> 123,2%
* Unterstützungsquotient = Summe aus Jugendquotient und Altenquotient = Die-unter-20-und-über-60-Jährigen auf 100 20-bis-60-Jährige.
Frei verfügbares Einkommen von Haushalten mit und ohne Kinder
Einkommen / AbzügeLedig ohne KinderEhepaar ohne KinderEhepaar mit 1 KindEhepar mit 2 KindernEhepaar mit 3 Kindern
Brutto6000060000600006000060000
Lohnsteuer12255  5840  5840  5840  5840
Solidaritätszuschlag*    674     321      49        0        0
Kirchensteuer  1103    525    352    184      25
Sozialversicherung AN*1258012580125801258012580
Kindergeld        0        0  3000  6000  9600
Netto3338840734441794739651155
Offizielles Existenzminimum*
für Erwachsene (je 13067 DM)
1306726135261352613526135
Offizielles Existenzminimum*
für Kinder (je 6912 DM)
        0        0  69121382420736
Gesamt1306726135261352613526135
Frei verfügbares Einkommen20321
für 1 Person !
14599
für 2 Personen!
11132
für 3 Personen!
  7437
für 4 Personen!
  4284
für 5 Personen!
Quelle: Jürgen Borchert, Arme Kinderreiche! Nur eine Reform des Steuer- und Beitragssystems kann die Familienarmut beseitigen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 243, 19. Oktober 1999, S. 9.

„Obwohl die Ledigen und die Ehepaare ohne Kinder über ein Vielfaches an Einkommen gegenüber den Familien mit Kindern verfügen (vgl. TabelleTabelle), hat der zunehmende Anteil der Kinderlosen zu einer Verringerung statt zu einer Erhöhung der volkswirtschaftlichen Sparquote geführt. (Extreme Kinderfeindlichkeit! HB*). Die durch den Geburtenrückgang verringerten Ausgaben für Kinder wurden nicht für Ersparnisse, sondern für den Konsum verwendet. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat diesen Effekt bei der Berechnung der gesamtwirtschaftlichen Sparquote berücksichtigt und festgestellt, daß die Sparquote seit Beginn der 1970er Jahre parallel zum Geburtenrückgang stark abnahm. »Nach Abzug (der für Kinder eingesparten Kosten; Einschub: Herwig Birg) ergibt sich für das Jahr 1998 eine ... Gesamtsparquote von nur noch 6%, während die reine Finanzsparquote einen Wert von 10% angibt ... Dieser Rückgang der gesamten Sparquote blieb über ... 30 Jahre hinweg ohne Konsequenzen, weil die positiven Rahmenbedingungen der Umlagerente den direkten Zusammenhang zwischen Kindern und individueller Altersvorsorge vernebelten und eine ständige Verscheibung der intergenerationalen Lastenverteilung erlaubten. Dies wird für eine breite Öffentlichkeit erst jetzt mit einer erheblichen zeitlichen Verzögerung spürbar.« (Deutsches Institut für Altersvorsorge [Hrsg.], Vermögensbildung unter neuen Rahmenbedingungen, 2000, S. 27). - Dem ist nichts hinzuzufügen. Man darf gespannt sein, wie lange es noch dauert, bis die Politik eingesteht, daß die von ihr genährten Illusionen haltlos sind und zugibt, daß sie der Bevölkerung etwas vorgemacht hat ... Für Menschen gibt es ... keinen Ersatz.“ (Herwig Birg, Die demographische Zeitenwende, 2001, S. 178-181).KinderfeindlichkeitZuwanderungZuwanderungBevölkerungspolitik

„Auch die Einwanderung Jüngerer in einer integrierbaren Größenordnung reicht als Ersatzmaßname nicht aus, zumal die Eingewanderten meist keine ausreichenden Schulabschlüsse haben und häufig erwerbslos sind.“ (Herwig Birg, Die demographische Zeitenwende, 2001, S. 183). Die Einwanderung bringt nur Nachteile, besonders auch z.B. für den Standort, denn die Einwanderung benachteiligt die Qualität, die Bildung. Und weil Qualität primär durch Bildung bestimmt wird, die es zu fördern oder zumindest zu halten gilt, die aber die Einwanderer nicht haben und die durch die - trotzdem (!) - erfolgende Einwanderung zusätzlich belastet wird, sinkt auch noch das (einst sehr hohe) Bildungsniveau der Einheimischen, denn sie müssen wegen ihrer Pflicht zur Solidarität Rücksicht auf das (sehr niedrige) Bildungsniveau der Einwanderer nehmen, bereit sein, ihnen auch hier zu „begegnen“ - dieses Wort für Christen, Marxisten und andere Internationalsozialisten (Internazis) mit ihrer Multi-Kulti-Propaganda -, d.h. freiwillig (Zyniker sagen: „aus Liebe“) zu verdummen, zu verblöden. Es gibt nur eine sehr, sehr wenige qualifizierte Einwanderer, und diese sehr, sehr wenigen qualifizierten Einwanderer gehen jedoch zumeist in die angelächsischen Länder, denn in allen Industrieländern (es gibt keine einzige Ausnahme) herrscht der Bevölkerungsrückgang. Alle wollen Qualifizierte, Gebidete (Ausgebildete, nicht Eingebildete), und die sind eben sehr knapp.ZuwanderungZuwanderungBevölkerungspolitikKinderfeindlichkeit

Heute wird gesagt, „daß sich die Menge wissenschaftlicher Kenntnisse in der Informationsgesellschaft etwa alle 4 bis 5 Jahre verdoppelt, also bei Fortsetzung der heutigen Wachstumsraten der Wissenszunahme bis zum Jahr 2040 um den Faktor 256 (!) zunimmt, so daß es auf die Zahl der Arbeitskräfte kaum noch ankommt. Was nützt aber das Wissen, wenn es nicht in die Köpfe der Arbeitskräfte gelangt?  In Deutschland verläßt ein Fünftel bis ein Viertel der Zugewanderten und ihrer Nachkommen das Ausbildungssystem ohne jeden Abschluß !“  (Herwig Birg, Die demographische Zeitenwende, 2001, S. 167). Und dies betrifft auch nur diejenigen Ausländer, die eine Ausbildung machen, denn die weitaus meisten Ausländer beginnen ja noch nicht einmal mit einer Ausbildung! ZuwanderungBevölkerungspolitikZuwanderungZuwanderung ist unsinnig
Demographische „Übergangstheorie“ (vgl. auch die nächste Abbildung! Abbildung)
Übergangsstufen (I-VI)VORHERIIIIIIIVVVINACHHER
Geburtenrateh. +h. –h. –h./m. ––m. –––m./n. –––n. ––s.n. –
Sterberates.h. –h. ––h. –––m. –––m. ––n. –– n. ––n. +
Wachstumsrates.n. +n. ++m./h. +++h. ++ (bis Hp)h./m. –––n. ––– negativ (!) ––negativ (!) ––
s.h. = sehr hoch; h. = hoch; m. = mittel; s.n. = sehr niedrig; n. = niedrig; + = leicht steigend; ++ = steigend; +++ stark steigend; – = leicht sinkend; –– = sinkend; ––– = stark sinkend
Die auch „Transformationstheorie“ oder „Transitionstheorie“ genannte „Theorie des demographischen Übergangs“ besteht aus zwei Thesen: 1.) Die abendländischen Staaten vollzogen einen Übergang von der „vorindustriellen Bevölkerungsweise“ mit hoher Sterberate und hoher Geburtenrate zu einer „industriellen Bevölkerungsweise“ mit niedriger Sterberate und niedriger Geburtenrate. Die Wachstumsrate - die Differenz zwischen Geburtenrate und Sterberate - konnte besonders zu der Zeit stark wachsen, als die Sterberate schon stark und die Geburtenrate noch langsam sank. Wegen der „Trägheit“ von Bevölkerungsentwicklungen (mehrere Generationen u.s.w.), stieg die Wachstumsrate erst danach bis zu ihrem Höchstpunkt (Hp). Je mehr sich dann die Geburtenrate der Sterberate wieder annäherte, desto stärker sank die Wachstumsrate. 2.) Fälschlicherweise wird behauptet, die sinkende Wachstumsrate bliebe trotzdem immer positiv (größer als 0). Diese zweite These ist falsch (!). Die Wachstumsrate ist nämlich ab der Stufe VI negativ (Bevölkerungsschrumpfung !). Übrigens bedeuten die Stufen I, II, III „Überjüngung“, die Stufen IV, V, VI „Überalterung“.
Vor Vertretern der mittelständischen Wirtschaft äußerte sich auch unser Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt zu diesem großen Problem: „Diese Überalterung wird zu einer schlimmen Last für die sozialen Sicherungssysteme überall in Europa. Immer mehr alte Menschen wollen Rente, immer weniger junge Menschen werden Beiträge, Versicherungsbeiträge und Steuern zahlen. (Vgl. Tabelle und Text dazuRente). Die Geburtenziffern in Europa sind niedriger als jemals zuvor in der gesamten Geschichte. Über die Konsequenzen für die sozialen Sicherungssysteme hinaus bedeutet die Überalterung eben auch ein Verlust an Vitalität, ein Verlust an Initiative, an intellektueller Initiative, an unternehmerischer Initiative; und dieser Verlust ist möglicherweise noch gravierender als die Überforderung des Sozialstaats. Die Kombination von Überregulierung und Überalterung plus wohlfahrtstaatlicher Übertreibung, deren sich alle westeuropäischen Staaten schuldig gemacht haben ..., diese Kombination bedroht die politische Stabilität unserer Gesellschaften. Drei kleinere Staaten - Holland, Schweden, Dänemark - haben es besser gemacht z.B. als Frankreich und als Deutschland. ... Übrigens: Wenn man die Geburtenraten noch einmal anguckt, dann muß man mit einem Vitalitätsverlust der großen Mehrheit aller europäischen Nationen rechnen. ... Man kann nicht ausschließen, daß es sich hier doch darum handelt, daß ein kultureller Bruch sich ankündigt - ein Bruch in der Entwicklung der europäischen Kultur. Persönlich möchte ich hoffen, daß es sich um eine vorübergehende Erschöpfung handelt, aber sicher kann niemand sein. ... Ich vermute, im Laufe der nächsten zehn oder fünfzehn Jahre wird es auf die eine oder andere Weise zur Bildung eines inneren Kerns (der Europäischen UnionAbbildung) der engeren Zusammenarbeit kommen, und dazu werden auf jeden Fall Deutschland und Frankreich gehören. Aber es ist zugleich denkbar geworden, daß die Europäische Union sich aufspalten könnte. ... Es ist auch denkbar geworden, daß die Europäische Union zu einer Freihandelszone degeneriert. ...“ (Helmut Schmidt, Die Weltpolitik im Laufe der nächsten 20 Jahre, Vortrag in Nürnberg, 2005).

 

NK = Natur-Kultur; z.B. Natur als 1. Kultur
KN = Kultur-Natur; z.B. Höhere Lebewesen, Menschen
NW = Natur-Wirtschaft; z.B. Ökologische Ökonomie
WN = Wirtschaft-Natur; z.B. Ökonomische Ökologie
NB = Natur-Bevölkerung; z.B. Umweltflüchtlinge
BN = Bevölkerung-Natur; z.B. Übervölkerung
NT = Natur-Technik; z.B. Natur als Schöpfer
TN = Technik-Natur; z.B. Naturbeherrschung
WT = Wirtschaft-Technik; z.B. Arbeitskräfte
TW = Technik-Wirtschaft; z.B. Leistungsstreben
WB = Wirtschaft-Bevölkerung; z.B. Sozialprodukt, Lohn
BW = Bevölkerung-Wirtschaft; z.B. Opportunitätskosten
TB = Technik-Bevölkerung; z.B. Erfindungsstreben
BT = Bevölkerung-Technik; z.B. Bildungsniveau
KW = Kultur-Wirtschaft; z.B. Recht und Verwaltung
WK = Wirtschaft-Kultur; z.B. Steuer-, Sicherungssystem
KT = Kultur-Technik; z.B. Wissen, Bildungssystem
TK = Technik-Kultur; z.B. Armee, Gesundheit, Verkehr
KB = Kultur-Bevölkerung; z.B. Kulturwertegemeinschaft
BK = Bevölkerung-Kultur; z.B. Demographie als Kultur-
          Biographie (Fertilität, Mortalität, Migration u.s.w.)

Wechselwirkungen (Beispiele)
Konjunkturzyklen (Beispiele)
Konjunkturzyklus

Es sind gerade die in der ökonomisch-demographischen Beziehung als Beispiel angegebenen Opportunitätskosten (BW) und deren Rückkoppelung auf das Pro-Kopf-Einkommen (WB), die irre stark unterschätzt und in ihrem Wechselzusammenhang oft sogar völlig ausgeklammert werden (!) - z.B. von den Poltitikern wegen ihrer Arbeitsteilung und Aufsplitterung (angeblich: „Spezialisierung“) zwischen den „Ressorts“ und z.B. von den Wissenschaftlern wegen ihrer mangelnden „Kommunikation“ zwischen den „Disziplinen“. Sie wissen es einfach nicht: „Je höher das Pro-Kopf-Einkommen in einem Land ist, desto größer ist unter sonst gleichen Umständen - diese Bedingung gilt unausgesprochen immer - das entgangene Lebenseinkommen, wenn eine Frau auf ein eigenen Einkommen durch Erwerbsarbeit verzichtet, um Kinder großzuziehen. Wir bezeichnen diese nur in der Vorstellung existierende entgangene Einkommen als ökonomische Opportunitätskosten, wobei der Begriff »Kosten« im Sinne von »unter anderen Bedingungen möglich erscheinendes Einkommen« verwendet wird, also nicht i.S. von realen Ausgaben verstanden werden darf. An diesem Punkt beziehen wir die neuere Entwicklung der bevölkerungswissenschaftlichen Theorie mit ein, die den bisher ausschließlich im ökonomischen Sinn gebrauchten Begriff der Opportunitätskosten durch die biographischen Opportunitätskosten erweitert: ... die nur in der Vorstellung der Individuen existierenden, theoretisch möglichen Lebenswege und Lebensinhalte ..., die im Spektrum der biographischen Möglichkeiten nicht mehr enthalten sind, wenn bestimmte Lebenslaufalternativen durch langfristige Festlegungen in Form von Partnerbindungen oder Kindern aus dem biographischen Universum des einzelnen ausscheiden. Die ausgeschiedenen Alternativen bilden die biographischen Opportunitätskosten.“ (Herwig Birg, Die Weltbevölkerung - Dynamik und Gefahren, 1996, S. 75-76). So läßt sich das ökonomisch-demographische oder demographisch-ökonomische Paradoxon auch viel besser verstehen! ParadoxonÖkonomisch-demographisches bzw. demographisch-ökonomisches Paradoxon

„Die biographische Fertilitätstheorie besagt, daß die Vielheit biographischer Entwicklungsmöglichkeiten im langfristigen Trend zunimmt und damit die biographischen Opportunitätskosten und Festlegungsrisiken steigen. Das hat zur Folge, daß langfristige Festlegungen aufgeschoben oder ganz vermieden werden. Die durchschnittliche Geburtenzahl pro Frau sinkt, weil der Anteil lebenslang kinderlos Frauen zunimmt und die Häufigkeit der Familien mit drei oder mehr Kindern abnimmt. Dabei ist wichtig, daß die biographischen Opportunitätskosten gerade in der Anfangsphase der beruflichen Entwicklung, also in dem für die Familiengründung wichtigen Altersbereich von 20 bis 30 Jahren, größer sind als in höherem Alter und von Jahrgang zu Jahrgang weiter zunehmen, so daß sich der Konflikt zwischen der beruflichen und der familialen Entwicklung der Frauen von Jahrgang zu Jahrgang verschärft. ... Der Wandel des generativen Verhaltens ist das ungeplante, ungewollte und unvermeidliche Ergebnis des sozio-ökonomischen Entwicklungsprozesses. Je weiter ein Land in seiner Entwicklung fortgeschritten ist, desto stärker wirken sich die ... kollektiv finanzierten wohlfahrtsstaatlichen Einrichtungen wie die Alters- und Krankenversicherung und die Arbeitslosenversicherung (neuerdings auch die Pflegeversicherung) als zusätzlicher Faktor zu den biographisch-inndividuellen Faktoren aus. Im Ergebnis weicht dann die Geburtenrate um so mehr von dem für die Bestandserhaltung der Bevölkerung erforderlichen Niveau ab, je größer der individuelle Wohlstand und die kollektive Wohlfahrt sind.“ (Herwig Birg, Die Weltbevölkerung - Dynamik und Gefahren, 1996, S. 76-77). Es ist also unbedingt auch zu beachten, daß der in Medien und Politik überbewertete „Wertewandel“ nicht die „kausale Ursache“ für den demographischen Wandel ist, sondern umgekehrt: der Wertewandel wird verursacht vom demographischen Wandel, und zwar in Abhängikeit vom Kulturwandel (vgl. z.B. in der folgenden Tabelle den „direktesten“ Weg [KB] und den Rückweg als Rückkopplung [BK]):

Die sieben „direktesten“ Wege als Beispiele „direktester“ Abhängigkeit der Bevölkerung von der Kultur!
1
2
3
4
5
6
7
Kultur –› Bevölkerung
Kultur –› Natur –› Bevölkerung
Kultur –› Technik –› Bevölkerung
Kultur –› Technik –› Natur –› Bevölkerung
Kultur –› Technik –› Wirtschaft –› Bevölkerung
Kultur –› Wirtschaft –› Technik –› Bevölkerung
Kultur –› Wirtschaft –› Natur –› Bevölkerung
K –› KB –› B
K –› KN –› N –› NB –› B
K –› KT –› T –› TB –› B
K –› KT –› T –› TN –› N –› NB –› B
K –› KT –› T –› TW –› W –› WB –› B
K –› KW –› W –› WT –› T –› TB –› B
K –› KW –› W –› WN –› N –› NB –› B
Rückkopplung
vollzieht sich in
umgedrehter
Richtung

Ein Fazit zur Theorie von Herwig Birg: „In meiner Biographischen Theorie der Fertilität sind ökonomische, soziologische und entwicklungspsychologische Erklärungsansätze des generativen Verhaltens zu einer Theorie vereinigt. Abgesehen von ihrer Zielsetzung im Rahmen der wissenschaftlichen Grundlagenforschung hat sich die Theorie als ein brauchbares Instrument für die Erarbeitung realistischer Weltbevölkerungsprojektionen erwiesen ....
Kinderzahl
Die Kernthese der biographischen Fertilitätstheorie ist, daß das Risiko irreversibler langfristiger Festlegungen im Lebenslauf unter den Bedingungen eines permanenten Wandels der ökonomischen, sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebensbedingungen zugenommen hat und weiter zunehmen muß. In einer instabilen, von einer permanenten Veränderungsdynamik geprägten Welt ist es rational, irreversible langfristige Festlegungen im Lebenslauf zu vermeiden, um die biographische Entscheidungsfreiheit nicht zu verlieren. Deshalb wurden und werden die familialen langfristigen Festlegungen im Lebenslauf wie die Bindung an einen Partner und die Geburt eines Kindes in eine spätere Lebenslaufphase aufgeschoben oder ganz vermieden. Die Vermeidung langfristiger Festlegungen im Lebenslauf dient insbesondere dazu, berufliche Optionen offen zu halten und die Anpassungsfähigkeit an die Anforderungen der Arbeitsmärkte funktionsfähig zu halten, die Arbeitslosigkeit zu minimieren und die für ein möglichst hohes Pro-Kopf-Einkommen notwendige Produktivität zu maximieren. Die ungewollte demographische Konsequenz dieser Entwicklungstrends ist die permanente Zunahme des Anteils der Frauen an einem Jahrgang, der zeitlebens kinderlos bleibt. Die niedrige Geburtenrate ist ... in erster Linie eine Folge des Anstiegs des Anteils der lebenslang kinderlosen Frauen, nicht etwa, wie fälschlicherweise immer wieder behauptet wird, ein Anstieg der Häufigkeit der Ein-Kind-Familie. Wenn Menschen trotz der damit verbundenen biographischen Festlegungsrisiken die Entscheidung für die Gründung einer Familie treffen, dann haben sie wesentlich häufiger zwei Kinder als eins. Die Zwei-Kinder-Familie und nicht die Ein-Kind-Familie ist die typische und häufigste Familienform. Das in solchen demographischen Kennziffern zum Ausdruck kommende generative Verhalten erscheint im Hinblick auf die biographische Entscheidungslogik durchaus als rational: Die biographische Entscheidungsfreiheit wird durch das erste Kind so gravierend eingeschränkt, daß man sagen könnte, daß die Eltern fortan in einer naderen Welt leben. Diese Welt ändert sich durch ein zusätzliches zweites Kind bei weitem nicht so dramatisch wie dies beim Übergang von einem Leben ohne Kinder zum Leben in Elternschaft geschieht. Ein-Kind-Familien sind im Vergleich zu einem Leben ohne Kinder eine grundsätzliche, lebenslaufbestimmende Alternative, während sie im Vergleich zur Familie mit zwei Kindern eher als eine Vorstufe anzusehen sind, die durch das zweite Kind mehr vollendet als ein weiteres Mal entscheidend verändert wird.“ (Herwig Birg, Die Weltbevölkerung - Dynamik und Gefahren, 1996, S. 65-67).

Beachte aber: Die Entscheidungen, die zwar physikalisch-chemisch bzw. physiologosch in einem einzelnen Gehirn getroffen werden (denn betroffen sind ja z.B. die Synapsen des einzelnen Menschen, das Nervensystem des einzelnen Menschen, der Körper des einzelnen Menschen, der genetische Code des einzelnen Menschen u.s.w. - eben die Einzigartigkeit), sind trotzdem keine unteilbaren, keine ungeteilten, also keine individuellen Entscheidungen (denn betroffen sind ja z.B. auch der Partner, der Chef u.s.w., eben die Mit-Entscheider), weil jeder einzelne Mensch auch in seiner Entscheidung immer schon von anderen Menschen beeinflußt ist. Dieses wichtige Faktum berücksichtigt Birgs Theorie noch zu wenig. „In Übereinstimmung mit der mikroökonomischen Theorie geht die biographische Theorie von der Sichtweise aus, daß der Mensch unaufhörlich zwischen Alternativen wählt, aber im Unterschied zur mikroökonomischen Theorie wird in der biographischen Theorie das Faktum in die Betrachtung einbezogen, daß der Mensch im allgemeinen die Alternativen nicht wählt, zwischen denen er eine Auswahl trifft. Die biographische Theorie betrachtet die Alternativen als das Ergebnis kumulativer biographieinterner Verdichtungen von Handlungen und Ereignisse sowie das Ergebnis von biographieexternen Vorgaben, die in jedem Lebenslauf eine Rolle spielen. ... Eine generatie Entscheidung ist nicht nur eine Entscheidung für bzw. gegen ein Kind, sondern für bzw. gegen einen bestimmten Lebenslauf als Ganzes. Sie ist eine langfristige Festlegung mit irreversiblen Folgen für den ganzen Lebenslauf: In entwickelten Ländern trifft jede Frau (die aber de facto nicht selbst, nicht individuell entscheidet; HB) mit der Entscheidung (die von anderen Menschen beeinflußt ist; HB) für ein Kind gleichzeitig eine Vorentscheidung über die Art und Menge der Entscheidungsalternativen im beruflichen Bereich, und umgekehrt bestimmt das Ergebnis einer beruflichen Entscheidung, welche Alternativen bei familialen bzw. generativen Entscheidungen in den Wahlmengen künftiger Entscheidungssituationen vorkommen können und welche nicht.“ (Herwig Birg, Differentielle Reproduktion aus der Sicht der biographischen Theorie der Fertilität, in: Eckart Voland, Fortpflanzung: Natur und Kultur im Wechselspiel, 1992, S. 198-199Quelle). Die Entscheidungen über das „generative Verhalten“, wie Birg es nennt, sind zum größten Teil kulturell beeinflußt, also demzufolge kollektive Entscheidungen (z.B. des Paares, des Stammes, des Volkes u.s.w.). Und je zivilisierter eine Kultur, desto kinderfeindlicher ihre Entscheidungen. Anders gesat: je mehr eine Kultur Zivilisation ist, desto weniger entscheiden sich die zu dieser Kultur gehörenden Menschen für Kinder. Was in der Natur eine Regel ist - der Wille zur Weitergabe der eigenen Gene, zur Fortpflanzung -, das wird in der Kultur zu einer Ausnahme, und zwar deutlich in der menschlichen Kultur (Menschen-Kultur), deutlicher in deren Historienkulturen (Historienkulturen) und am deutlichsten in den Modernen (Zivilisationen) dieser Historienkulturen, denn deren zivilisierte Phasen sind nahezu der Inbegriff der Negation dieses Willens. Gerade die Menschen dieser Phasen haben immer weniger Kinder und könnten sich mehr Kinder leisten als andere. Vgl. Demographisch-ökonomisches Paradoxon (Demographisch-ökonomisches ParadoxonDemographisch-ökonomisches Paradoxon).

Umbau der Gesellschaft (?!). „In den Industrieländern, auf die es demographisch gesehen in Zukunft immer weniger ankommt, ist eine demographische Stabilitätspolitik noch nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Die Förderung der Familienbildung mit fiskalischen und anderen staatlichen Instrumenten müßte entscheidend verbessert werden, aber Erfahrungen ... zeigen, daß die Wirksamkeit der Instrumente der Familienpolitik allein nicht ausreicht, um die Geburtenrate auf rd. 2 Kinder je Frau zu erhöhen. Was nötig wäre, ist ein vollständiger Umbau der gesammten Gesellschaft. Wie aber soll diese gigantische Aufgabe je durchgeführt werden, so lange es üblich ist, Geburtendefizite einfach durch Wanderungen zu kompensieren oder sogar überzukompensieren?“  (Herwig Birg, Die Weltbevölkerung - Dynamik und Gefahren, 1996, S. 80). Birg hält es - wie übrigens alle anderen Demographen - für völlig absurd, die sich aus der Bevölkerungsschrumpfung ergebenden Probleme durch Einwanderung mildern zu wollen. Durch die Einwanderung werden diese Probleme nur noch viel größer. MehrMehr

„Bevölkerungsvorausberechnungen sind wesentlich zuverlässiger als Wirtschaftsprognosen. Sie sind keine Prophezeiungen, sondern »Wenn-Dann-Aussagen« über die künftige Entwicklung, und da die Annahmen über das generative Verhalten der Menschen in der Zukunft sowie die Annahmen über die erwartete Zunahme der Lebenserwartung - das sind die »Wenn-Voraussetzungen« der Projektionsrechnungen - relativ realistisch getroffen werden können, sind die daraus abgeleiteten »Dann-Schlußfolgerungen« bezüglich der künftigen Bevölkerungsentwiscklung ebenso realistisch wie diese Annahmen, denn reine Rechenfehler beim Ableiten der Ergebnisse aus den Annahmen lassen sich trotz des immensen Umfangs der (heute von Computern erledigten) Berechnungen praktisch ausschließen. Der entscheidende Punkt ist, daß die Zuverlässigkeit einer Projektionsrechnung nicht nur und nicht einmal in erster Linie vom exakten Eintreffen der Annanhmen über das Verhalten der Bevölkerung (Fertilität und Mortalität) abhängt, sondern vor allem von der Altersstruktur, die relativ sicher vorausberechnet werden kann, weil ein Großteil der Bevölkerung, die beispielsweise in fünfzig Jahren lebt, schon geboren ist.“ (Herwig Birg, Die Weltbevölkerung - Dynamik und Gefahren, 1996, S. 82).

Wir brauchen keine Zuwanderungspolitik, sondern eine Rückwanderungspolitik. Der österreichische EU-Abgeordnete Andreas Mölzer (*1952) forderte 2006 eine aktive Rückwanderungspolitik: „Wenn die Hälfte der Moslems in Österreich (wie auch in Deutschland und den anderen Ländern der EU!) nicht integrationswillig und nicht integrationsfähig ist, dann muß das Konsequenzen haben. Wer nicht die Leitkultur seines Gastlandes vorbehaltlos anerkennen will, für den ist in Österreich (wie auch in Deutschland und den anderen Ländern der EU!) kein Platz.“ Nicht nur für Mölzer und andere wenige Politiker, die im Gegensatz zu allen anderen (noch vielen) Politikern den Mut zur Wahrheit haben, ist die Zuwanderung für Europa eine „Sprengbombe“. Das Gebot der Stunde ist eine aktive Rückwanderungspolitik. Diese dürfe sich aber nicht nur auf integrationsunwillige und integrationsunfähige Ausländer beschränken, so Mölzer, sondern müsse auch ausländische Straftäter sowie arbeitslose Zuwanderer umfassen. Es geht bekanntlich vor allem um die Verhinderung der Multikonflikt-Gesellschaft !

Europa altert und wird bald schrumpfen - das ist das Problem; durch Einwanderungen wird dieses Problem sogar noch größer, wie bereits mehrfach erwähnt, begründet und erläutert; es gibt nur eine erfolgreiche Möglichkeit, dieses Problem zu mildern oder sogar in Zukunft zu stoppen: Kinder bzw. Familienpolitik durch Sozialumbau (Birg). Die andere Möglichkeit ist von ihrem Anfang an zum Scheitern verurteilt - es sei denn, man sähe in Europas Tod einen Erfolg - und führt sogar noch schneller in den Ruin, den man ja doch eigentlich verhindern oder zumindest zu verhindern vorgeben wollte. Würde Europa so weiter altern wie heute, bräuchte es schon in einigen wenigen Jahrzehnten mehrere Milliarden junge Einwanderer, doch das ist unmöglich, und das ist nur die quantitative Seite, damit aber Europa auch qualitativ erfolgreich bleiben kann, müßten diese mehreren jungen Milliarden Einwanderer qualifiziert sein, doch das ist ebenfalls unmöglich. Und wie gesagt: es gibt sie gar nicht. Quantitative und also massive Einwanderungen (DresslerZuwanderung) machen Europas Probleme noch größer und sind letztlich nicht in die Realität umzusetzen; qualititative und also geringe Einwanderungen sind wegen diesbezüglicher Konkurrenz auf dem globalen Markt für Europa so gut wie nicht in die Realität umzusetzen. Das einzige Land, welches die technische und wirtschaftliche Potenz zu einem qualitativen Umbau (Birg) immer noch (noch!) hat, ist Deutschland, doch dessen Regierende setzen schon lange auf Quantität statt auf Qualität.

Nachwuchssicherung ! Mehr
Was wir brauchen, ist eine Nachwuchssicherung, d.h. eine mit höchster Priorität versehene Politik der Nachwuchssicherung, die auch Bevölkerungs-, Familien-, Kinderpolitik heißen mag. Diese drei Begriffe sind allerdings schon zu sehr durch den Dreck gezogen worden, und gerade „die herkömmlichen Begriffe wie Bevölkerungs- oder Familienpolitik beinhalten tiefliegende Ambivalenzen. Das ist offenkundig für den naheliegenden Begriff der Bevölkerungspolitik. ... Er trifft aber auch das Problem nicht genau genug. Es kommt ja für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Nachhaltigkeit nicht primär auf die Zahl und das Alter der in Deutschland Lebenden an, sondern auf den Umfang und die Art der vorhandenen Fähigkeiten sowie auf die Motive und Bedingungen ihrer Nutzung. Nicht demographische Quantitäten, sondern soziale Qualitäten in ausreichendem Umfange - als Bürger, Kulturträger, Produzenten, Konsumenten und, last but not least, als Eltern - sind das Entscheidende für die Zukunft einer Gesellschaft. ... Nicht zuletzt wegen des verbreiteten Paternalismus ist auch die Bezeichnung »Familienpolitik« ambivalent geworden, vor allem durch die Frauenbewegung. (Vgl. Karin Gottschall, Soziale Ungleichheit und Geschlecht, 2000). Manche plädieren statt dessen für eine Kinderpolitik, was insoweit problemaufschließend ist, als es ja nicht nur darauf ankommt, jungen Menschen die Elternschaft zu erleichtern, sondern, sind die Kinder einmal da, deren spezifische Belange als Kinder in den politischen Blick zu nehmen. Und dabei wird offenkundig, daß die entwicklungsförderliche Lebenswelt der Kinder in der Familie nicht aufgeht, sondern daß die politische Verantwortung für Kinder z. B. auch die Schulpolitik, die kommunale Raumplanungspolitik, die sozialen Dienste und nicht zuletzt die wohlfahrtsförderliche Abstimmung zwischen den verschiedenen Leistungsbereichen einbeziehen muß. Die Bezeichnungen »Familienpolitik« wie »Kinderpolitik« haben als politische Leitbegriffe jedoch schlechte Karten. Sie suggerieren nur ein weiteres Feld der Klientelpolitik, ohne zu verdeutlichen, wie vital notwendig für die gesamte Gesellschaft die Erfolge einer solchen Politik sind. Familien und Kinder sind keine organisierbaren Interessengruppen, die es zu befriedigen gilt, sondern die Grundlage der Zukunft aller Gesellschaftsbereiche, welche angesichts des nicht zu beseitigenden Alterns und Sterbens des Menschen zwangsläufig auf Nachwuchs angewiesen sind. Wenn Kinder nicht zur Welt kommen, wenn sie sich ungünstig entwickeln, wenn sie die für die gesellschaftliche Teilhabe notwendigen Kompetenzen nicht erwerben, wenn also die erforderlichen Humanvermögen nicht im für die Nachwuchssicherung notwendigen Umfange gebildet werden, so trifft das den gesellschaftlichen Zusammenhang als ganzen. Es reduziert die Standortqualitäten Deutschlands in jeder Hinsicht und leistet im Extremfall sozialer Desorganisation Vorschub. Der Hinweis ist nicht hilfreich, daß auch andere europäische Länder vor ähnlichen Problemen stehen. Einige gehen mit ihnen erfolgreicher um als die Bundesrepublik, anderen stehen vergleichbare, ja, vielleicht noch gravierendere Probleme bevor. Deshalb wird hier der Programmbegriff Nachwuchssicherung zur Kennzeichnung unserer Problematik vorgeschlagen. Nachwuchssicherung ist unschwer als eine Ausprägung von Nachhaltigkeit zu erkennen, so daß sich auch die Brücke zu diesem Diskurs schlagen läßt. Das dem Begriff nahestehende Wort »Nachwuchsförderung« ist zudem ein eingeführter Begriff auf der Ebene von Organisationen. Nachwuchssicherung wird postuliert als ein Politikfelder übergreifendes Ziel von Regierungspolitik, wie öffentliche Sicherheit, Geldwertstabilität, Vollbeschäftigung oder gesunde Umwelt.“ (Franz-Xaver-Kaufmann, Schrumpfende Gesellschaft, 2005, S. 174-176Kaufmann).
„Wir können zwischen dem quantitativen und dem qualitativen Aspekt von Nachwuchssicherung unterscheiden. (Vgl. Franz-Xaver Kaufmann / Alois Herlth / Klaus Peter Strohmeier, Sozialpolitik und familiale Sozialisation, 1980, S. 27ff.). Solange man von einzelnen Politikfeldern her denkt, kann man beide Aspekte auch verschiedenen Politikfeldern zuordnen, beispielsweise quantitative Nachwuchssicherung als Aufgabe der Familienpolitik - insbesondere einer »bevölkerungsbewußten Familienpolitik« (vgl. Max Wingen, Bevölkeungsbewußte Familienpolitik, 2003) - und die qualitative Nachwuchssicherung als Aufgabe der Bildungspolitik postulieren. Aber wie auch Wingen hervorhebt, geht es bei der Familienpolitik natürlich nicht allein um die Förderung der Fortpflanzung, sondern stets gleichermaßen um die Verbesserung der familialen Sozialisation. Und ebenso geht es bei der Bildungspolitik nicht allein um die Förderung der Qualifikation der Schüler, sondern auch um die Zahl oder den Anteil derjenigen, die einen höheren Qualifikationsgrad erreichen. Gerade hinsichtlich dieses integrativen Gedankens unterscheidet sich der Programmbegriff »Nachwuchssicherung« von den erörterten konkurrierenden Bezeichnungen.“ (Franz-Xaver-Kaufmann, Schrumpfende Gesellschaft, 2005, S. 176Kaufmann).

Familienmanager/innen ! Familienmanager/innen

„Eine Familienmanagerin ist eine professionelle Erzeiherin, die für das Aufziehen eigener Kinder bezahlt wird, und zwar entsprechend der Zahl ihrer Kinder. Für eine Familienmanagerin besteht ein Beschäftigungsverhältnis. Daneben kann sie für fremde Kinder Tagesmutterdienste anbieten. Im wesentlichen entspricht sie als etwa einer Tagesmutter nach dänischem Modell, nur das sie in erster Linie für die Betreuung eigener Kinder (die auch adoptiert sein können) bezahlt wird.“ (Peter Mersch, Die Familienmangerin, 2006, S. 71Mersch). „Der Staat subventioniert Kinderlosigkeit durch Nichtbesteuerung (»Transferausbeutung von Familien durch Kinderlose«). Die Wirkung dieser Vorgehensweise kann an den jährlich vom Statistischen Bundesamt veröfentlichten Geburtenzahlen abgelesen werden. Konzeptionell könnte ein Kinderloser ähnlich wie ein Unterhaltspflichtiger behandelt werden. Der Unterhaltspflichtige hat beispielsweise ein uneheliches Kind gezeugt, für dessen Aufziehung er nun aber nicht verantwortlich sein möchte. Ein Kinderloser verhält sich kaum anders. Damit die Gesellschaft auch in Zukunft funktionieren kann und er zukünftigen Generationen keine zu hohen Lasten zugemutet werden, muß jede Person für einen Nachfolger der eigenen Person sorgen. Wenn man dies nicht tut, erwartet man die Erfüllung dieser Aufgabe implizit von jemand anderem. Um im Kontext des Beispiels zu bleiben, könnte man sagen: Ein Unterhaltspflichtiger hat das Aufziehen seines Kindes an seine frühere Geliebte geoutsourct, ein Kinderloser an eine Familie in der Nachbarschaft.“ (Ebd., S. 172Mersch). „Eine Familienmanagerin ist eine professionelle Erzieherin (bzw. ein Erzieher) mit entsprechender Ausbildung und Arbeitsvertrag, die in vielen Aspekten etwa einer staatlich beschäftigten dänischen Tagesmutter entspricht, anders als diese aber nicht ausschließlich für das Betreuen fremder, sondern in erster Linie für das Aufziehen eigener Kinder bezahlt wird. Je mehr Kinder eine Familienmanagerin betreut, desto mehr verdient sie. Finanziert werden könnten die Familienmanagerinnen über die bereits erwähnte Kinderlosensteuer. Kinderlose würden also auf diese Weise ihre eigentlich gesellschaftlichen Aufziehleistungen an Familienmanagerinnen outsourcen.einer Tagesmutter nach dänischem Modell, nur das sie in erster Linie für die Betreuung eigener Kinder (die auch adoptiert sein können) bezahlt wird.“ (Ebd., S. 174Mersch). „»Das Plädoyer für eine Professionalisierung von Familientätigkeiten hat vieles für sich. Manche werden einwenden, das Familienmanager-Konzept leiste eine Deinstitutionalisierung von Familie weiter Vorschub. Auf jeden Fall spricht der konsequente Vorschlag aber eine bisher kaum bedachte Dimension in der Diskussion in der Diskussion um eine prekäre Nachwuchssicherung an.« (Prof. Dr. Franz-Xaver Kaufmann).“ (Ebd., KlappentextMersch).

„Kinderlose sind die Freerider, die Trittbrettfahrer in der Tragödie des öffentlichen Guts »Kinder«. Früher war Kinderlosigkeit ein persönliches Unglück; heute ist sie ein kollektives Unglück. Das kann aber vernünftigerweise nur eine politische Konsequenz haben: Nicht die Reichen, sondern die Kinderlosen müssen stärker besteuert werden. Es ist ein fataler Webfehler unseres sozialen Netzes, daß Kinderlose die gleichen Versorgungsansprüche erwerben wie Eltern, obwohl sie nichts zur Erziehung der künftigen Beitragszahler beitragen. Die Politik fördert halbherzig die Familien, wagt es aber nicht, mehr von den Kinderlosen zu fordern. Joachim Nawrocki hat ... klar formuliert: »Ehepaare mit Kindern leisten ja erheblich mehr für die Gesellschaft und die soziale Sicherung der folgenden Generation als kinderlose Eheleute oder Unverheiratete. Zumindest müßte garantiert sein, daß kinderreiche Familien ihren sozialen Status halten können.« (Joachim Nawrocki, Die Angst der Eltern vor dem Säugling, in: Die Zeit, 12.01.1979, S. 10). Für den Kinderlosen geht mit dem eigenen Tod die Welt unter. Seine Sorge gilt deshalb auch nur der eigenen Lebensfrist. Mit anderen Worten, die Geschäfte des Kinderlosen sind auf den Zeithorizont der eigenen Lebenserwartung beschränkt - warum sollte er noch investieren, warum sparen? Viel näher liegt die Potlatch-Attitüde: Zum Teufel mit der Zukunft - was zählt ist mein Prestige hier und heute. Schumpeter hat das »Anti-Spar-Gesinnung« genannt. (Joseph A. Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, 1942, S. 260). Doch wie gesagt: Man sollte Kinderlose nicht stigmatisieren, sondern besteuern.“ (Norbert Bolz, Die Helden der Familie, 2006, S. 71Bolz).

Anwalt der zukünftigen Generationen! Mehr
„Wenn wir vor den Enkeln bestehen und ihre Solidarität erhalten wollen, müssen wir die Prioritäten der Politik unseres Landes und Europas grundlegend verändern. Diese Änderung ist die eigentliche Aufgabe eines neuen Grundkonsenses. - Die praktische Politik tut sich schwer damit, gegenwärtige Erwartungen, Forderungen oder gar Ansprüche zugunsten zukünftiger Dringlichkeiten zurückzustellen. Parlamente wie Regierungen sehen sich zahlreichen Pressionen ausgesetzt. Das macht selbst der großen Koalition das Leben schwer. So liegt es nahe, auf Abhilfe zu sinnen. Einen eindrucksvollen Weg hat das israelische Parlament gefunden. Es schuf eine Kommission für zukünftige Generationen: The Knesset Commission for Future Generations. Aufgabe der Kommission und ihres Vorsitzenden ist es, sich zu Gesetzesvorhaben zu äußern, von denen angenommen wird, daß sie längerfristige Zukunftswirkungen entfalten werden. Die Kommission soll von Zeit zu Zeit der Knesset über Probleme berichten, die für zukünftige Generationen relevant werden könnten, und dazu Anregungen und Vorschläge unterbreiten. Kurz: Sie soll eine Art Anwalt der zukünftigen Generationen sein. Die Kommision faßt keine das Parlament bindenden Beschlüsse. Ihre Wirksamkeit als Vertretung der Rechte zukünftiger Generationen muß darunter nicht leiden. Im Gegenteil: Weil sie nicht Teil des politischen Entscheidungsprozesses ist, sondern ihn nur mit ihrer Autorität begleitet, wird sie dem Bedürfnis vieler, vor allem auch der Medien, nach Unabhängigkeit des Urteils weit mehr entsprechen als eine parlamentarische, durch den Parteienproporz definierte Gruppe. Deshalb ist es wichtig, daß ihre Mitglieder durch ein Verfahren berufen werden, das ihre Unabhängigkeit wahrt und sie vom Verdacht parteiischer Orientierung freihält. Der Bundespräsident zum Beispiel könnte sie berufen. - ... Ein Volk, das die Stimmen seiner Ahnen nicht hört und die Interessen seiner Nachkommen nicht achtet, hat keine Zukunft.“ (Kurt Biedenkopf, Die Ausbeutung der Enkel, 2006, S. 221-222, 224).

Weil die Herrschenden in Deutschland aus Gründen der Angst und der Bösartigkeit (Mehr) nicht bereit sind, über den Weg der Reformen (wirkliche Reformen und bloß keine Reförmchen, Herr Schröder und Frau Merkel) den Prozeß der Erneuerung in Gang zu setzen, bleiben nur noch zwei Möglichkeiten: eine passiv-negative und eine aktiv-positive. Und wer die jüngste Geschichte Deutschlands kennt, der weiß, welche der beiden Möglichkeiten auf Deutschland zukommt. Noch Fragen?  Und es dürfte auch klar sein, welche der beiden Möglichkeiten die von mir empfohlene und für Deutschland günstigste ist. Was wir schon längst hätten tun sollen, sollten wir, und zwar freiwillig, möglichst heute noch tun: „in Konkurs gehen“ statt immer nur „Konkurs anmelden“. Mit dem Konkurs können wir immerhin noch die Möglichkeit ausschöpfen, zu verhindern, was sonst sogar mit Sicherheit passieren wird: der wirtschaftliche Ruin - total bzw. absolut im nihilistischen Sinne -, der einhergehen wird mit der politischen Katastrophe unserer Nation, der größten Katastrophe unserer Geschichte, denn diese Katastrophe wird existenzbedrohender, bösartiger und irreversibler sein als jede unserer Katastrophen zuvor.

Noch einmal sei betont, und zwar mit den Worten des Biologen Irenäus Eibl-Eibesfeldt (*1928Eibl-Eibesfeldt): „Absurd ist das Argument, wir müßten durch Förderung der Immigration den durch den Geburtenmangel bewirkten Bevölkerungsschwund ausgleichen.“  (Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Zukunft multikulturelle Gesellschaft?,  in: Andreas Mölzer & Rudolf Eder, Einwanderungsland Europa?,  1993, S. 139). MehrZuwanderungZuwanderungBevölkerungspolitik

 

– Gründe für Geburtenrückgang und Bevölkerungsrückgang im Abendland –
Eines sei hier gleich gesagt: Es gibt nur einen Grund als Hauptgrund: Die Kultur selbst, d.h. das „Alter“ der Kultur! Alle anderen Gründe sind Nebengründe, Symptome (Kultur) ! Es ist so, wie Spengler gesagt hat: Der Mensch der zivilisatorischen Kultur will nicht mehr leben, wohl als einzelner Mensch (als „Individuum“), aber nicht als Teil eines Gemeinwesens! Spengler
1. „Alter“ der (zur Zivilisation verstädterten, verökonomisierten) Kultur Alter
2. Werte-Zerfall (Nihilismus), Liberalismus/Individualismus, Sozialstaat, ... LiberalismusNihilismusNihilismusLiberalismus/IndividualismusAusbeutung der MittelschichtSozialstaat
2.1. Überbewertung und Übernormierung der Rechte, also: Unterbewertung und Unternormierung der Pflichten
2.2. Recht und Politik GEGEN Familie, Ehe, Kinder (v.a. der Mittelschicht); FÜR Singles, Scheidung, Kinderlose
2.3. Empfängnisverhütung, Abtreibung und „Emanzipation“, Feminismus, Genderismus AbtreibungenAbtreibungenAbtreibung und EmanzipationAbtreibung und EmanzipationUnfruchtbarkeit und Zerfall„Feminismus“„Feminismus / Femifaschismus / Genderismus“„Genderismus“
2.4. „Individuelle Selbstverwirklichung“ bei gleichzeitigem Gleichheitswahn Individuelle SelbstverwirklichungGleichheitswahn
2.5. Staat fördert Kinderlose auf Kosten der Familien und der zukünftigen Generationen Mehr
2.6. „Sozialer Aufstieg“ der „Individuen“ wird überbewertet, die Gemeinschaft unterbewertet Mehr
2.7. Staat fördert Singularisierung durch Übernormierungen / Überregulierungen Beispiele
2.8. „Scheinmoral-Industrien“ - bis hin zu Problemen mit dem Berufsethos Berufsethos
2.9. Identitätsprobleme (Selbsthaß, Kleinheitswahn, Megalophobie u.ä. Zivilisationskrankheiten)
3. „Hyper-Luxus“ bzw. „ökonomisch-demographisches Paradoxon“ Ökonomisch-demographisches bzw. demographisch-ökonomisches Paradoxon
4. „Anti-Baby-Pille“ bzw. „technisch-demographisches Mißverhältnis“ Ökonomisch-demographisches bzw. demographisch-ökonomisches Paradoxon
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