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GLOBALISIERUNG ist ABENDLÄNDISCHE GESCHICHTE
–   Nicht die Globalisierung, sondern der Globalismus ist eine Phase   –

Die Kulturgeschichte

des Abendlandes ist eine Geschichte der Globalisierung. Nachdem die drei für das Abendland unentbehrlichen Faktoren aufeinander getroffen waren - Germanentum, Römerreich, Christenheit -, wurde sie mittels einer zunächst noch wenig konkrete Formen annehmenden „Mythomotorik“ des jungen Abendlandes möglich. Der Gedanke an ein Reich spielte also von Beginn an eine ganz besonders wichtige, weil „kulturgenetisch“ bedingte Rolle, nämlich reichshistorisch (römisch), reichsreligiös (christlich) und reichskybernetisch (germanisch), denn eine „Kultur“ kann nur dann Kultur werden, wenn sie auch sich selbst steuern kann. Ohne die Germanen gäbe es keine Abendland-Kultur, kein Europa. Ohne die Germanen hätte sich das Abendland nicht zu einer selbständigen Kultur entwickeln können. Die Germanen sind die Gründer Europas.

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Tafel   Cäsarismus ist Spätmoderne mit Befruchtung: Global(imperial)ismus, globale Wanderungen und globale Schlüpfung.   Befruchtung und Schlüpfung

(I)
Globalismus-Skandale und Globalismus-Terror bzw. Global-Terrorismus
Globalismus-Skandale: Skandalismus in Deutschland (Skandale sind Medieneffekte)
Volksvertreter oder Volksverhetzer
Auszug aus den Wirtschaftsfakten ab 2000
Sprachfakten 2000
Das Ende einer Lebenslüge
„Gated Communities“
Synkretismus und Zweit-Religiosität: Neu-Religion oder Neu-Kultur?
Protestanten
Vakuum-Ideologien
Krieg in unseren Städten
Islamismus und Primitivismus
Was ist Islamismus?
Primitive Religionen
Nachrichtendienst und politische Computerlinguistik
Blick in die Zukunft (I)
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Globalismus-Skandale Globalismus-Skandale und Globalismus-Terror Globalismus-Terror bzw. Global-Terrorismus Global-Terrorismus

Globalismus

Skandale und Terrorismus sind heute unzweifelhaft genauso global vernetzt wie die Computer und deren User, die immer noch Menschen heißen. Skandale und Terrorismus wachsen heute so schnell wie die Globalisierung zunimmt, d.h. der Globalismus offenbar wird. Wer heute nach Ursachen für Skandale und Terror sucht, muß sich dem Vorwurf gefallen lassen, eine „globale Suchmaschine“ zu sein. Wie verzwickt z.B. das Thema „Terrorismus“ ist, beweist ja der Terrosismus selbst, denn ein einzelner Terroranschlag bildet nie einen absoluten Anfang. Der Terrorismus scheint selbst antiterroristisch verfaßt zu sein. „Der Anfang des Terrors ist nicht das ausgeführte Einzelattentat der einen Seite, sondern der Wille und die Bereitschaft von Konfliktpartnern, in der ausgeweiteten Kampfzone zu operieren“, schrieb Sloterdik 2002 („Luftbeben“). Wenn aber der Terrorismus immer schon von zwei Seiten ausgeht, dann ist die Formulierung „Krieg gegen den Terrorismus“ (George W. Bush) eigentlich unsinnig. Auch Rechtfertigungen helfen da nicht weiter: „Der Versuch Israels, seinen Staatsterrorismus und die 'selektiven Morde' zu rechtfertigen, ist nicht nur moralisch inakzeptabel, sondern auch politisch verhängnisvoll. Scharons Zynismus geht so weit, daß er Arafat das Attentat auf den Minister in Jerusalem anlastet. Dabei wird vergessen, daß der Mord in einer Stadt verübt wurde, die Israel illegal annektierte. Solange die Vereinigten Staaten und Europa nicht in der Lage sind, dem Wahn der israelischen Militärs Einhalt zu gebieten, sind auch sie für die explosive Lage verantwortlich.“ (El Periodico de Catalunya, 2001, in: Udo Ulfkotte, „Propheten des Terrors“, 2001, S. 41f.). Mittlerweile hat sich die Lage ja schon so weit zugespitzt, daß die Palästinenser die Juden als Nazis bezeichnen. Was also können die Vereinigten Staaten von Amerika und die „Unvereinigten Staaten von Europa“ tun? EU

Gegenwärtig „vollzieht sich, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. der Sprung auf eine bisher nicht für möglich gehaltene Stufe der Eskalation atmoterroristischer Eingriffschancen. In einem am 17. Juni 1996 präsentierten und ungeachtet der sensitiven Thematik zur Freigabe für die Öffentlichkeit genehmigten Papier des 'Department of Defense' haben sieben Offiziere einer wissenschaftlichen Forschungsabteilung des Pentagon Umrisse einer künftigen Ionosphärenkriegführung erläutert. Das Projektpapier, vorgestellt unter dem Titel: »Wetter als Kampfkraftmultiplikator: Wetterherrschaft im Jahr 2025« (Weather as a Force Multiplier: Owning the Weather in 2025), wurde im Auftrag des Air-Force-Generalstabs verfaßt mit der Direktive, Bedingungen zu nennen, unter denen die Vereinigten Staaten im Jahr 2025 ihre Rolle als dominierende Luft- und Raumwaffenmacht behaupten können. Die Autoren des Papiers gehen davon aus, daß es in dreißigjähriger Entwicklungszeit gelingen wird, die Ionosphäre als eine der für menschliche Wahrnehumg unsichtbaren Komponenten der äußeren physikalischen Erdhüllen in kriegsrelevanter Weise beherrschbar zu machen, vor allem durch die willkürliche Produktion und Beseitigung von gewittrigen Wetterverhältnissen, die dem Besitzer der Ionosphärenwaffe die Schlachtfeldkontrolle (battlefield dominance) garantieren. ... Über das deklarierte Interesse an der Wetterwaffe hinaus arbeiten die USA seit 1993 an einem Programm zur Erforschung der Aurora, dem »High-frequency Active Auroral Research Programm«, HAARP, aus dem die wissenschaftlichen und technologischen Prämissen einer potentiellen Super-Wellenwaffe abgeleitet werden könnten. .... Ein System dieser Art wäre hypothetisch imstande, gewaltige physikalische Wirkungen hervorzurufen - bis hin zur Auslösung von Klimakatastrophen und Erdbeben in ausgewählten Gebieten. .... Da aber ELF-Wellen (Extremely Low Frequencies) oder Infraschallwellen nicht nur auf anorganische Materie, sondern auch auf lebende Organsimen Einfluß nehmen, insbesondere auf das menschliche Gehirn, das in tiefen Frequenzbereichen arbeitet, ergeben sich bei HAARP Aussichten auf die Produktion einer quasi neurotelepathischen Waffe, die menschliche Populationen durch Fernangriffe auf ihre zerebrale Funktionen destabilisieren könnte. (Begich und Manning). Es versteht sich von selbst, daß eine Waffe dieses Typs selbst in spekulativer Form nur konzipiert werden kann, wenn das moralische Gefälle zwischen den Gehirnen, die sie entwickeln, und den Gehirnen, die mit ELF-Wellen bekämpft werden sollen, für die Gegenwart völlig eindeutig scheint und für die Zukunft stabil gehalten werden kann. Sie ließe sich - selbst wenn es sich um eine nicht-letale Waffe handelte - ausschließlich gegen das schlechthin Fremde oder das absolut Böse und seine menschlichen Inkarnationen einsetzen.“ (Peter Sloterdijk, Luftbeben, 2002, S. 63-68).

Zur Telekommunikation heutigen Stils gehören unter anderem z.B. ungefähr 10 Mio. E-Mails pro Minute und Transaktionen elektronischen Geldes im Wert von ungefähr 1 Bill. Dollar täglich. Für eine solche verkehrsreiche „Verdichtung“ alias Globalität ist unbedingt ein reziproker, auf Kooperation, sprich wechselseitiger Hemmung, aufgebauter Weltzusammenhang notwendig. Gerade als kapitalistische Form beflügelt die Telekommunikation den alten Traum der Moralisten von einer Welt, in der die Hemmungen stärker sind als die Enthemmungen. Die Massenarbeitslosigkeit von „Tätern“ ist die Signatur der Zeit, während die organisierte Kriminalität Vollbeschäftigung hat. „Organisierte Kriminalität beruht auf professioneller Nachbesserung der Enthemmung, die in den Lücken der sperrigen Umstände auf immer wieder neue Ideen kommt. .... Nachhaltige Kriminalität ist hauptsächlich ein Gespür für die Lücke, des Markts wie des Gesetzes, gepaart mit unentmutigter Tatkraft. Durch sie wird der Sachverhalt der Täterschaft in einem nicht nur juristisch, sondern auch philosophisch belangvollen Sinn erfüllt. Erfolgreich organisierte Kriminelle sind nicht Opfer ihrer Nerven, sie sind, im Gegenteil, Kronzeugen der Handlungsfreiheit .... Dieser Befund trifft besonders auf den seit kurzem so genannten »global operierenden Terrorismus« zu ... Begriffe man, warum die Umstände den Terroristen in die Hand arbeiten, ließe sich zugleich ein präziseres Bild der eigenen Lage gewinnen: Die Bombenleger haben, besser als viele Produktionsgesellschaften, verstanden, daß die Herren der Kabel nicht alle Inhalte im Studio erzeugen können und auf externe Ereigniszufuhr angewiesen bleiben. Sie wissen inzwischen aus Erfahrung: Sie selber bieten die gefragtesten Ereignisse, da sie als content provider im Realgewaltsektor nahezu ein Monopol besitzen. Sie dürfen überdies ihre Marktchance voraussetzen: Der Infospace in der Großen Installation steht invasiven Akten bis auf weiteres so offen wie das amorphe Afrika den brutalsten Zugriffen von Europäern im 19. Jahrhundert. Das heißt: Angriff verkauft sich immer, und je rücksichtsloser er geführt wird, desto höher fällt die mediale Belohnung aus. Böse amüsiert erkennen die Angreifer den Grund hierfür: Die Nervensysteme der Kristallpalastbewohner sind für beliebige Invasoren mühelos okkupierbar, weil jene immer, palastlangeweilebedingt, auf Nachrichten von außen warten. Die unterbeschäftigten paranoiden Programme der Wohlstandsbürger drängen darauf, die geringsten Signale, die die Existenz eines externen Feindes beweisen, aufzufangen und zu verstärken. Solche Vergrößerungen werden in der hysterisierten Infosphäre als Bild der Lage an die Terrorkonsumenten verteilt, die das indirekte Sich-bedroht-Fühlen als Stimulans in ihren Stoffwechsel aufnehmen. Die Summe dieser quasi theoretischen Einsichten ergibt bei den Terroristen eine kohärente Praxis: Wenn sie ihre telegenen Explosionen an den geeigneten Stellen plazieren, nutzen sie intuitiv die hyperkommunikative Verfaßtheit der westlichen Infosphäre aus. Mittels minimaler Invasionen beeinflussen sie das gesamte System, indem sie, wenn der Ausdruck erlaubt ist, seine Akupressurpunkte anregen! (Paul Berman bedient sich des Vergleichs mit »Flohstichen«; ... die Flohstiche seien »Teil eines Krieges«: Folglich wird wieder einmal Insektenbekämpfung als große Politik empfohlen). Sie dürfen sich darauf verlassen, daß die einzige Antiterrormaßnahme, die Erfolg garantierte, das lückenlose Schweigen der Medien über neue Anschläge (bzw. die Einführung einer Informationsquarantäne, die Distanz zwischen dem Attentat und seinem Sensations-Echo erzeugt), von der Beharrung derselben auf ihrer Berichterstattungspflicht zuverlässig verhindert wird. Daher geben »unsere« Reizleitungen die lokalen Terrorimpulse quasi automatisch an die mündigen Schreckensverbraucher im Kristallpalast weiter. Der Berichterstattungszwang stellt den Terrorismus als Kunst, von sich reden zu machen, auf unabsehbare Zeit sicher. Weil dies so ist, können die Dirigenten des Terrors wie alle Eroberer vor ihnen Erfolg mit Wahrheit gleichsetzen. Abwegig oder nicht, das Resultat der Transaktion zeigt sich in der Tatsache, daß man wirklich von ihnen redet - mit einer Stetigkeit, die den Terror mit dem Wetter, den Geheimnissen der Frauen und den neuesten Bewegungen der Aktienkurse nahezu in eine Linie stellt. Obschon ein Phantom, das sich selten materialisiert, genießt er ein ontologisches Ansehen, das sonst nur den Existentialien zukommt. Daß die Urheber folgenschwerer Anschläge in weiten Teilen der vom Westen nicht kontrollierten Welt als Helden angesehen werden, ist hiermit verglichen nur ein Nebenaspekt seines Erfolgs. Terrorismus hat sich als Strategie einseitiger Expansion ... bewährt: Er durchdringt die Gehirne der »Massen«, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen, und sichert sich ein bedeutendes Segment auf dem Weltmarkt der thematischen Erregungen. Er ist daher ... eng mit den modernen Aktions- und Medienkünsten verwandt, ja vielleicht zieht er nur die zugespitzte Konsequenz aus den Traditionen romantisch transgressiver Kunst. Schon früh war es in dieser darum gegangen, durch aggressive Ausweitungen der Kunstverfahren Bedeutung und Auffälligkeit zu erzwingen. Aus der Entwicklung solcher Techniken ... wurde erkennbar, daß die Verwendung von Schocks kein Beweis für die Großartigkeit eines Werks ist, sondern ein einfacher Marketingmechanismus. Stockhausens zu Recht weltberühmt gewordener Eifersuchtsausbruch gegen die Urheber des New Yorker Dramas sagt mehr über die Wahrheit dieses Tages als die gesamte Septemberliteraturindustrie. Unter diesen Aspekten wird verständlich, warum der Neoliberalismus und der Terrorismus wie recto und verso desselben Blatts zusammengehören. Auf beiden Seiten liest man einen identischen klar artikulierten Text:
Für die Entschlossenen ist die Geschichte nicht zu Ende. Einseitigkeit lohnt sich wie eh und je für jene, die dem Angriff vertrauen. Noch immer dürfen die Auserwählten die Welt als herrenloses Gut betrachten, und wo der Wille zum Losschlagen ist, dort haben die Zeugen für den reinen Angriff die Beute vor der Degenspitze. Die Freiheit zum Vorstoßen ist das Wesen der Wahrheit.
Man sollte zugeben, daß dies Sirenengesang ist - und es gibt nicht genug Mastbäume, um alle, die ihn hören, anzubinden. Solche Musik der Tatenthemmung ist tonisierten Individuen willkommen, die ihre Kraftüberschüsse anlegen möchten, gleich ob im unternehmerischen oder rächerischen Sinn. Nur an der Oberfläche wird also auf der Weltbühne ein Stück gespielt, das bei der Koalition der Wohlmeinenden der »Angriff der Fundamentalisten« heißt; auf tieferer Ebene sorgt der Fundamentalismus des Angriffs für Unruhe. .... Was die entschiedensten Angreifer, seien sie Attentäter, Spekulanten, Kriminelle, Unternehmer, Künstler oder Auserwählte, antreibt, ist das Verlangen, sich in einen Strahl reiner Intitiave zu verwandeln - und dies in einer Weltlage, die alles aufbietet, um Offensiven zu dämpfen und Initiativen zu entmutigen. Der islamistische Fundamentalismus, der zur Zeit als die Krone sinnloser souveräner Aggressivität wahrgenommen wird, ist folglich nur interessant als ein mentales Arrangement, um den prekären Übergang von Theorie zur Praxis bzw. von Ressentiment zur Praxis oder Appetit zur Praxis bei einer Gruppe von Handlungskandidaten unter den unwahrscheinlichsten Umständen zu sichern: Wir dürfen daran erinnern, daß die kognitive Funktion des »Fundaments« seit jeher keine andere war, als die Hemmung des Agenten, den es zu Taten drängt, aufzuheben. ...
Das Gerede vom »Krieg gegen den Terror« lenkt nur von der Einsicht ab, daß der Angriff allein vom medialen Sekundärprozeß lebt. Was man den Terrorismus nennt, gehört zum Strukturwandel der Öffentlichkeit im Zeitalter der totalen Mediatisierung. Wer ihn wirklich bekämpfen wollte, müßte seine Wurzel in der Todesfaszination der Terrorschauspieler und ihr Publikum abschneiden - und das widerspräche den Gesetzen der globalisierten Unterhaltung.“ (Peter Sloterdijk, Im Weltinnenraum des Kapitals, 2005, S. 281-285, 290).

„Der kapitalistische Weltpalast bildet keine kohärente architektonische Struktur; er ist keine wohnhausartige Größe, sondern eine Komfort-Installation von treibhausartiger Qualität oder ein Rhizom aus prätentiösen Enklaven und ausgepolsterten Kapseln, die einen einzigen künstlichen Kontinent bilden. .... Er wäre zudem, wie gezeigt, mißinterpretiert, wollte man von ihm verlangen, die »Menschheit« in numerischer Vollzähligkeit zu erfassen.“ (Peter Sloterdijk, Im Weltinnenraum des Kapitals, 2005, S. 301-302). Mindestens 5 Milliarden Menschen müssen vom Leben im Kristallpalast ausgeschlossen bleiben. Darum erwähnt Sloterdijk neben vielen anderen Ländern sogleich auch die Türkei, in der eine kleine Minderheit von relativ wohlhabenden, westlich-konsumistisch orientierten Großstädtern mit einer großen Mehrheit von ländlichen, ja feudalistisch geprägten Armutspopulationen koexistieren, und dies ist nur einer von „mehren Gründen, warum es für die Europäische Union ein unkalkulierbares Abenteuer bedeutet, sollte sie das ... Land Türkei in den Brüsseler Kristallpalast aufnehmen. (EU). Obschon als Indoors-Universum angelegt, bedarf das große Treibhaus keiner festen Außenhaut .... Nur in Ausnahmefällen materialisiert er seine Grenzen in hartem Stoff (u.a. mit riesigen Mauern zum Schutz des zur Insel erklärten Israel, das mitten in Arabien, weit außerhalb des Westens liegt). Ihre wirksamsten Wände errichtet die Komfort-Installation in Form von Diskriminierungen - es sind Wände aus Zugriffen auf Geldvermögen, die Habende und Nichthabende trennen, Mauern, die durch die äußerst asymmetrische Verteilung von Lebenschancen und Beschäftigungsoptionen hochgezogen werden: Auf der Innenseite inszeniert die Kommune der Kaufkraftbesitzer ihren Tagtraum von umfassender Immunität bei höhenstabilem und steigendem Komfort, auf der Außenseite versuchen die mehr oder weniger vergessenen Mehrheiten, inmitten ihrer Traditionen, Illusionen und Improvisationen zu überleben. Man kann mit gutem Grund behaupten, daß das Konzept der Apartheit, nach seiner Aufhebung in Südafrika, kapitalismusweit generalisiert wurde, indem es sich von seiner rassistischen Formulierung gelöst hat und in einen schwer faßbaren ökonomisch-kulturellen Zustand übergegangen ist. In diesem hat es sich der Skandalisierung weitgehend entzogen. Zum modus operandi der universalen Apartheit gehören die Unsichtbarmachung von Armut in den Wohlstandszonen einerseits, die Segregation der Wohlhabenden in den Null-Hoffnungszonen andrerseits. Die Tatsache, daß der Kristallpalast zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ nur ein Fünftel der Weltbevölkerung „inkludiert, erklärt sich unter anderem durch die systemische Unmöglichkeit, eine Einbeziehung aller Mitglieder der Menschengattung in ein homogenes Wohlfahrtssystem zu den heutigen technischen, energiepolitischen und ökologischen Bedingungen materialiter zu organisieren. (Und zuerst dadurch, daß es sich bei den immunisierten Mitgliedern um solche der abendländischen Kultur und ihrer auf der Welt verstreuten Anhängsel handelt; HB). Die semantische und kostenlose Konstruktion der Menschheit als Kollektiv der Träger von Menschenrechten ist aus unübersteigbaren strukturellen Gründen nicht überführbar in die operative und teure Konstruktion der Menschheit als Kollektiv der Inhaber von Kaufkraft und Komfortchancen. Hierin gründet die Malaise der globalisierten »Kritik«, die zwar die Maßstäbe zur Beurteilung von Elend in aller Welt, nicht aber die Mittel zu seiner Überwindung exportiert. Vor diesem Hintergrund kann man das Internet, wie vor ihm das Fernsehen, als ein tragisches Instrument charakterisieren, weil es als Medium von leichten und (scheinbar) globaldemokratischen Kommunikationen die illusionäre Folgerung unterstützt, die materiellen und exklusiven Güter müßten ebenso universalisierbar sein.“ (Peter Sloterdijk, Im Weltinnenraum des Kapitals, 2005, S. 302-304).

„Selbstverständlich verfügt der globale kapitalistische Innenraum, üblicherweise als der Westen und die verwestlichte Sphäre bezeichnet, auch über mehr oder weniger kunstvoll ausgearbeitete architektonische Strukturen: Er erhebt sich über dem Boden als ein Geflecht aus Korridoren des Komforts, die an strategisch und kulturell vitalen Knotenpunkten zu dichten Arbeits- und Konsumoasen ausgebaut sind - normalerweise in der Gestalt der offenen Großstadt und der uniformen Suburbia, doch immer häufiger in Form von ländlichen Residenzen, Urlaubsenklaven, e-villages und gated communities. (GATED COMMUNITIES). Eine beispiellose Form von Massenmobilität ergießt sich ... über diese Korridore und Knoten. Wohnen und Reisen sind in der Großen Installation eine Symbiose eingegangen - das reflektiert sich in den Diskursen über das zurückgekehrte Nomadentum .... Zahlreiche Animateure, Sänger und Masseure bieten ihre Dienste als Reisebegleiter zum verflüssigten Leben an. Wenn heute der Tourismus das Spitzenphänomen des kapitalistischen way af life darstellt - weltweit, neben dem alles ermöglichenden Erdölgeschäft, die umsatzstärkste Wirtschaftsbranche -, so eben, weil der größte Teil aller Reisebewegungen im beruhigten Raum stattfinden kann. Um wegzufahren, braucht man nicht mehr hinauszugehen. Flugzeugabstürze und Schiffsunglücke, egal wo sie sich ereignen, sind praktisch immer Zwischenfälle innerhalb der Installation und werden folgerichtig als Lokalnachrichten für Weltmedienbenutzer gemeldet. Reisen außerhalb der Großen Installation gelten hingegen zu Recht als Risikotourismus: Durch ihn werden Reisende aus westlichen Ländern - die polizeiliche und diplomatische Empirie belegt es - immer öfter zu de-facto-Komplizen eines zivilisationskritisch aufgetakelten Entführungsgewerbes.“ (Peter Sloterdijk, Im Weltinnenraum des Kapitals, 2005, S. 304).

Wer Globalisierung sagt, redet also von der abendländischen Geschichte oder, falls speziell gemeint, von der Globalismus-Phase des Abendlandes (Globalismus), die man auch Globales Zeitalter nennen kann. Wer diese Phase meint und dabei Globalisierung sagt, redet laut Sloterdijk „von einem dynamisierten und komfort-animierten artifiziellen Kontinent im Weltmeer der Armut, wenngleich die dominierende affirmative Rhetorik gern den Anschein erweckt, das Weltsystem sei seinem Wesen nach all-inklusiv verfaßt. Das Gegenteil ist der Fall, aus ökologisch wie systemisch zwingenden Gründen. Die Exklusivität ist dem Projekt Kristallpalast als solchem inhärent. Jede selbstverwöhnende, auf stabilisiertem Luxus und chronischem Überfluß aufgebaute Endosphäre ist ein Kunstgebilde, das die Wahrscheinlichkeit herausfordert. Sein Bestand setzt ein belastbares und vorläufig mehr oder weniger ignorierbares Außen voraus - nicht zuletzt die Erdatmosphäre, die von fast allen Akteuren als globale Deponie in Anspruch genommen wird. Gleichwohl ist sicher, daß die Reaktion der externalisierten Dimensionen nur vertagt, nicht aber dauerhaft ausgeschaltet werden kann. Folgerichtig trifft der Ausdruck »globalisierte Welt« ausschließlich die dynamische Installation, die der Menschheitsfraktion der Kaufkraftbesitzer als »Lebenswelt«-Hülle dient. In ihrem Inneren werden immer neue Höhen der stabilisierten Unwahrscheinlichkeit erklommen, als könne das Gewinnspiel der konsumintensiven Minderheiten gegen die Entropie endlos weitergehen. Es ist somit kein Zufall, wenn die Debatte über die Globalisierung fast exklusiv als Selbstgespräch der Wohlstandszonen geführt wird; die Mehrheit der übrigen Weltgegenden kennt in der Regel kaum das Wort und sicher nicht die Sache, es sei denn aus ihren ungünstigen Nebenwirkungen. Immerhin beflügeln die gewaltigen Dimensionen der Installation eine gewisse Kosmopolitismusromantik - zu deren bezeichnendsten Medien gehören die Bordmagazine der großen Fluglinien .... Der Kosmopolitismus, kann man sagen, ist der Provinzialismus der Verwöhnten. Man hat die weltbürgerliche Gesinnung auch als »Parochialismus auf Reisen« bezeichnet. Sie gibt dem kapitalistischen Weltinnenraum sein Flair von Offenheit für alles, was gegen Geld zu haben ist.“ (Peter Sloterdijk, Im Weltinnenraum des Kapitals, 2005, S. 306-307). Mehr zum westlichen Weltinnenraum ...


- Neues Militärbündnis des Westens? -

Als der ursprünglich vorgegebene geographische Defensiv-Rahmen der NATO gesprengt wurde (so als sei die Defensive selbst der Kriegsgegner) und die Expansion in die Steppen und Gebirge Zentralasiens begann, reagierte Deutschland auf diese neue Situation mit einem „Gemisch aus Willfährigkeit gegenüber der traditionellen atlantischen Führungsmacht, mangelndem Verantwortungsgefühl gegenüber den eigenen Soldaten und - trotz vorzüglicher nachrichtendienstlicher Unterrichtung - verbohrter Verkennung der realen Verhältnisse am Hindukusch“, so Peter Scholl-Latour (*1924), der sich fragt, wie weit dieser Ritt nach Osten noch gehen soll: „Schon gehört Rußland der »partnership for peace« an. Wird die Bundeswehr eines fernen Tages, wenn die fortschreitende Solidarisierung zwischen Washington und Moskau eine konkrete Bündnisform annimmt, am Ussuri und Amur in Fernost Stellung beziehen und sich in eine gemeinsame Front gegen die chinesische Volksbefreiungsarmee einreihen?  .... Die wirkliche Allianz der Zukunft wird jedoch nicht zwischen Europa und Moskau, sondern zwischen Moskau und Washington geschmiedet werden. Der revolutionäre Islamismus einerseits, die aufsteigende Weltmacht China andererseits, das sind die beiden historischen Herausforderungen, denen sich der globale Hegemonialanspruch Amerikas und die Überlebensstrategie Rußlands ausgesetzt sehen. .... Der globale Vormachtsanspruch, den G. W. Bush (Bush) vertritt, steuert amerikanischen Analysten zufolge unweigerlich auf eine weltweite Konfrontation mit dem revolutionären Islamismus und auf eine Kraftprobe mit der Volksrepublik China zu. In beiden Fällen decken sich die Interessen Rußlands und der USA.“ (Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand, 2004, S. 18, 19, 24). „Für eine diffuse Gespensterjagd gegen den »internationalen Terrorismus« wurde das Atlantische Bündnis jedoch nicht erfunden. Die NATO entartet seitdem zum Instrument angelsächsischer Bevormundung und Irreführung. .... Schon aus geographischen Gründen kann die amerikanische Planung weder auf Deutschland noch Frankreich verzichten. Im extremen Ernstfall, dem die Anrainer des Mittelmeers und des Balkans bedrohlicher ausgesetzt wären als die durch zwei Ozeane geschützten USA, könnte nur von Berlin und Paris jene längst fällige Aufstellung einer europäischen Kernallianz ausgehen, die den Amerikanern als gleichberechtigtre Partner und Entscheidungsträger weit nützlicher wäre als in der Rolle eines unterwürfigen und zwangsläufig verbitterten Vasallen. Selbst das stolze Spanien, das an seinen nordafrikanischen »Presidios« Cëuta und Melilla festhält und in dieser Frage auf eine unvermeidliche Auseinandersetzung mit dem Scherifischen Königreich Marokko zutreibt - der Zwischenfall auf der Petersilieninsel vermittelt einen Vorgeschmack -, wird spätestens zu diesem Zeitpunkt entdecken, daß der Beistand der »vieja Europa« (des »alten Europa«) wichtiger sein kann als das Protektorat der auf fernen Kriegsschauplätzen (Karte) gebundenen »Estados Unidos del Norte«.“ (Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand, 2004, S. 32, 48).

Die neue NATO-Befehlsstruktur ist falsch. Innerhalb ein und derselben Wertegemeinschaft müssen andere Regeln gelten, denn seit Beginn der Globalismus-Phase (vgl. Cäsarismus: 22-24 Uhr Lernen) droht uns ein Krieg zwischen den Kulturen (vgl. Kampf der Kulturen Kampf der Kulturen). Dem Westen (Abendland) kann und darf es demzufolge hauptsächlich nur darum gehen: 1.) keine Angriffskriege zu führen (gegen dieses Gebot haben die USA schon beim Angriff auf Vietnam verstoßen); 2.) den Imperialismus, weil er nicht zu vermeiden ist (Imperialismus), möglichst zu relativieren; 3.) den weiten Vorsprung in Technik (Technik) und Wissenschaft (Wissenschaft) auszubauen (diese Regel muß die heimliche 1. Regel sein); 4.) die Artefakte aller abendländischen Kunst zu schützen, damit dem Volk auch symbolisch deutlich gemacht werden kann, daß die Kultur und nicht nur die private Bereicherung verteidigt wird, denn das Abendland ist die historistischste Kultur von allen, für Abendländer hat alles Historisierende einen besonderen und deshalb vergleichsweise hohen Stellenwert. Eine kulturelle Spaltung aber, wie sie zur Zeit von einigen Imperialisten anvisiert wird, ist die denkbar schlechteste Lösung. „Altes Europa“ bedeutet also nicht nur, daß die USA mit ihrem Spaltungsversuch Europa beherrschen wollen, sondern auch, daß nur eine europäische Kernallianz (vgl. EU-Kern und dessen Verteidigungsgemeinschaft), verhindern kann, daß die USA damit auch Erfolg haben.


- Karolingische Achse? -

Im September 2003 fand in Brüssel eine Viererberatung zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg statt. Sie wurde als „Pralinengipfel“ oder „Konditor-Allianz“ geschmäht. Sie sollte jedoch, so Scholl-Latour, „als sinnvolle Initiative, ja vielleicht als einzig praktikabler Weg anerkannt werden. Selten ist ein internationales Treffen mit so viel Häme übergossen worden wie dieser »Pralinengipfel«. Die Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs wollten dort den Grundstein zu einer unabhängigen Verteidigung Europas legen. Daß die USA sich gegen diese Emanzipation verwahren, ist zwar unklug, aber verständlich. Wenn jedoch eine ganze Kohorte deutscher Politiker und Publizisten jenen zwei Nationen des »alten Kontinents« ... jegliche Fähigkeit zur Selbstverteidigung absprechen, klingt daraus nicht nur Verzagtheit, sondern auch betrübliche Selbstverleugnung. Immerhin stellt diese »Konditor-Allianz« eine Bevölkerungsmasse von 150 Millionen Menschen dar, also mehr als das riesige Rußland zwischen Smolensk und Wladiwostok aufzubieten hat, und ein Wirtschaftspotential, das nur in den USA seinesgleichen findet. Daß diese »karolingische Achse« auf militärischem Gebiet irrelevant bleibt, ist vor allem jenen deutschen Parteien zu verdanken, die nach Ende des Ost-West-Konflikts ihre illusorische Friedensdividende kassieren wollten und das Wehrbudget verkümmern ließen.“ (Peter Scholl-Latour, Geschmähter »Pralinengipfel«, in: Weltmacht im Treibsand, 2004, S. 22-23). „Karolingische Europa-Union“ - eine EU in den Grenzen des Reiches zur Zeit des Franken Karl der Große (747-814) -, sie wäre als Verteidigungsgemeinschaft sogar erstrebenswert, denn die EU, wie sie heute (noch) von den meisten Politikern verstanden wird, wird keine Zukunft haben. (EU). Deutschland (84 Millionen), Frankreich (58 Millionen), Niederlande (16 Millionen), Belgien (10 Millionen), Österreich (9 Millionen), Schweiz (8 Millionen) und Luxemburg (0,5 Millionen) haben zusammen ca. 186 Millionen Einwohner, mit Italien (57 Millionen) sogar ca. 243 Millionen Einwohner, mit Spanien (41 Millionen), Portugal (10 Millionen), Skandinavien (24 Millionen), Großbritannien (59 Millionen) und Irland (4 Millionen) sogar ca. 380 Millionen Einwohner. Das übertrifft die Einwohnerzahl der USA (281 Millionen) bereits bei weitem. Es gibt allerdings ein Problem, das Europa-Gegner gerne schüren, und das ist natürlich auch den USA bekannt: die Uneinigkeit in Europa. Deshalb kann für die Westeuropäer das Ziel der Einigkeit nur erreicht werden, wenn sie sich geographisch eindeutig zur Begrenzung bekennen, d.h. ihr Raum muß eindeutig eingegrenzt sein und auch bleiben. Dafür und also auch für die Notwendigkeit, Partner statt Vasall der USA zu werden, ist ein starker Kern notwendig. EU-Reform

 

„Ich fügte hinzu, daß die Europäer ohnehin wenig Einwirkungsmöglichkeiten auf die Entwicklung im
sogenannten Krieg gegen den Terrororismus besäßen, daß die Amerikaner weltweit das Sagen hätten.
Aber da widerspricht der Afghane heftig. »Ohne die Europäer ist Bush zum Scheitern verurteilt,
hier in Afghanistan wie auch im Irak.« Aber es fehle den Europäern an Selbstbewußtsein.“
(Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand - Bush gegen die Ayatollahs, 2004, S. 82)

 


- Skandalismus in Deutschland -
(Skandale sind Medieneffekte)

Die grenzenlose Torheit der Regierenden und ihre Flucht aus der Verantwortung - dies ist es, was viele Menschen, ob z.B. in Deutschland, in Frankreich, in England oder in den USA, so zornig macht. Was z.B. die militärische Torheit und Verantwortungslosigkeit der in Deutschland Regierenden angeht, so zwingt sich „der Gedanke an die absurde, extrem gefährliche Situation auf, in die mehr als 2000 Soldaten der Bundeswehr bei ihrem ISAF-Einsatz in Afghanistan durch die Ignoranz und den Opportunismus ihrer Parlamentarier (! !!!) gebracht werden. Mit ihrer Stationierung in »Camp Warehouse« an der Straße nach Jalalabad ist das Gros der internationalen Kabul-Brigade in eine Schlucht eingezwängt, die keine realen Verteidigungschancen, ja nicht einmal eine Evakuierungsmöglichkeit bietet - von den Außenposten in Kundus oder Faisabad ganz zu schweigen. Offenbar hat niemand daran gedacht, ein »worst case scenario« zu entwerfen. Man tut so, als sei die NATO am Hindukusch vor dem Aufbäumen des islamischen Widerstandes gegen die Präsenz bewaffneter Ungläubiger auf wunderbare Weise gefeit.“ (Peter Scholl-Latour, Koloß auf tönernen Füßen, 2005, S. 227f.).

Wenn Deutschland in der U-Bahn verteidigt wird, wie Peter Gauweiler 2008 feststellte, dann wird es jedoch spätestens „am Schreibtisch wieder preisgegeben“, so Götz Kubitschek. „Nirgendwo anders hat unser Land einen schlechteren Ruf als dort, wo sich Soziologen, Ethnologen, Pädagogen, Politologen, überhaupt die meisten Angehörigen der »weichen« Fakultäten über Schreibtische beugen: Hier wird gegen Deutschland geforscht, untersucht, behauptet, promoviert und gelehrt, und keine Erzählung aus dem U-Bahn-Schacht kann den Glauben (um nichts anderes handelt es sich bei solcher »Wissenschaft«) an den fröhlichen Karneval namens »Multikulturelle Gesellschaft« erschüttern.“ (Götz Kubitschek, in: Sezession, Februar 2008, S. 47). Die Schreibtischtäter werden immer kriminineller.

Wenn Deutschland am Hindukusch verteidigt wird, wie Peter Struck faselte, wer verteidigt dann Afghanistan an den Alpen?  Hannibal Lector?  Oder wer oder was ?  Nicht Deutschland wird am Hindukusch verteidigt, sondern die USA (Öl, Schutz Israels), Israel (neben den USA ist Israel für viele Moslems das Hauptübel der Welt), China (Moslems im eigenen Land und islam[ist]ische Staaten in der Nachbarschaft) und Rußland (Moslems im eigenen Land und viele islam[ist]ische Staaten in der Nachbarschaft, die außerdem ehemalige Mitglieder der Sowjetunion sind). Am Hindukusch werden die Interessen der USA, Israels, Chinas und Rußlands verteidigt und Deutschlands Prestige zerstört. Deutschlands Prestige, eines der besten überhaupt in der Welt, soll auf diese Weise angenähert werden an die Länder mit dem schlechtesten Prestige in der Welt - das sind eben genau (mit weitem Abstand) Israel und USA und (ihnen mit weitem Abstand folgend) Rußland und China. Bis heute haben alle nachhitlerischen Herrscher Deutschlands, und zwar ganz besonders seit der politischen „Einheit“ von 1990, die Politik fortgesetzt, mit der Adolf Hitler aufgehört hat: Wenn ich mit dem deutschen Volk die Welt nicht mehr regieren kann, dann soll es mit mir untergehen! Alle heutigen deutschen Vernichtungspolitiker folgen dem Ziel, alles Deutsche zu zerstören. Ob sie das bewußt oder unbewußt tun, ist für die Folgen belanglos. Rein sachlich gesehen, ist Deutschland das weltweit einzige Land, das samt Volk von seinen Politikern ausverkauft wird. Also, Fremde, „nix wie hin“! Dabei sind unsere heutigen Politiker noch nicht einmal fähig, eine Rede zu halten, und sollten sich lieber logopädisch behandeln lassen als weiter stotternd große leere Sprüche zu klopfen. Und als z.B. einer dieser „Michel“ - Struck - die Bundeswehr dem Krieg in Afghanistan auslieferte und Deutschland mit Lüneburger „Spezial-Joghurt“ an seinem Schreibtisch verteidigte (und doch wieder nur anschmierte Struck), wußten die meisten Zivilisten ganz genau, was der Krieg in Afghanistan wirklich bedeutet. Seit die NATO ihre eigenen Regeln mit Füßen tritt (seit den 1990er Jahren!), ist sie verbrecherisch und dabei, sich selbst zu zerstören - wer auch sonst, sie gilt doch als unschlagbar. Die NATO besiegt sich selbst - mit ihrer eigenenSchurkerei“ ! Ein Skandal?  Skandalismus! Nur die EU, sie heißt ja heimlich immer noch DM (Deutsche Mark und Gegenteil: Deutscher Michel), hat mehr Skandale:

Eine weltweite EU - eine „Global-EU“ - wird es nicht geben! Die „Europa-Beitrittsländer“ mit dem „Termin“ Mai 2004 hatten schon lange vor ihrem Beitritt deutlich gemacht, was sie unter EU verstehen. Daß diesen Ländern die Europa-Integration so leicht gemacht wurde, lag besonders an den deutschen Politikern, die die antideutsche Politik des Auslands vertreten (Antideutsche Politik). Dazu zählen vor allem die Leute, die 1989 bis 1990 der ehemaligen DDR das Recht auf Integration (Wiedervereinigung) verbieten, aber die gesamte nicht-deutsche Welt sofort integrieren wollten. Deutschen sollte also wieder einmal verboten werden, was jedem anderen Volk wie selbstverständlich zum Geschenk gemacht wird. Ebenfalls verboten ist in Deutschland z.B. die Stammzellenforschung, obwohl die EU, weil sie plötzlich und aus Sicht der deutschen Michel-Regierung ganz unerwartet, ihre „Kompetenzen“ erweitert hat, die Stammzellenforschung weitestgehend erlaubt. Im Klartext heißt das: Deutsche bezahlen für eine Forschung, die für sie verboten ist! Ein Skandal! Doch die Deutschen kennen das und zahlen sowieso schon lange, denn deshalb wurde die EU ja gegründet. Montan-Union

- Wiederholungszwang -

Deutsche Politiker, jedenfalls die Mehrheit dieser Minderheit, betreiben antideutsche Politik, indem sie per Wiederholungszwang in umgekehrter Chronologie die Rolle der ANDEREN für sich beanspruchen, also mit der „Mauer“ im Kopf die „ Deutsche Teilung“ (Antideutsche Politik) begrüßen und mit der „Bedingungslosen Kapitulation“ im Hinterkopf den Roosevelt-Churchill-Stalin-Pakt trotz Bomben- und Kommunistenterror sich zu eigen und immer wieder gut machen (Wiedergutmachung als ewig deutscher Reparationen-Auftrag; Holocaust als Neu-Religion), den Kindern dabei nicht nur deutsche Schuld als Erbsünde, sondern auch Schulden in unendlicher Höhe aufbürden - Lasten und Reparationen laut „Versailler Diktat“ -, bis sie, über den „Wiener Kongreß“ und den „Deutschen Dualismus“, in der „Kleinstaaterei“ angekommen sind und sie auch feierlich besiegeln dürfen, als „Westfälische Friedensreiter“, denn erst wenn der „Westfälische Friede“, wenn die Kleinstaaterei wieder erzwungen ist, scheinen sie zufrieden zu sein, aber natürlich ist dieser Schein trügerisch, weshalb unsere Politiker auch mehr als die anderen zwanghaft betrügerisch sind. Insbesondere das Ausland erkannte seit dem Dreißigjährigen Krieg Deutschlands Kleinstaaterei als riesige Chance und war seitdem natürlich stets bestrebt, eine andere Entwicklung vehement zu bekämpfen. Man kann sich leicht vorstellen, welches Glück vor allem Frankreich und England hierdurch beschert wurde und welches Unglück sie empfanden, als sich dies änderte. Dies und sonst nichts ist der Grund für die antideutsche Politik der Europäer. Die Tatsache, daß sich die Staaten des europäischen Auslands gegen die Deutsche Einheit auch 1990 noch vehement wehrten, ist ein Indiz dafür, daß das ausländische Europa sich Deutschlands Kleinstaaterei bzw. den Deutschen Dualismus immer noch sehnsüchtig wünscht. Gleiches gilt seit „1968“ für Deutschlands linke Politiker. Doch wenn der Zwang zur Wiederholung nicht veränderbar sein sollte (was ich bezweifle), wäre es doch ratsam für unsere Zwangspolitiker, nicht immer nur beim für Deutschland so extrem negativ ausgefallenen Westfälischen Frieden stehen zu bleiben, sondern den Weg der deutschen Geschichte noch weiter zu verfolgen, z.B. bis zu Karl dem Großen, denn eine EU in den Grenzen seines Reiches (Deutschland, Frankreich, Benelux, Schweiz, Österreich, Nord-Italien) wäre mit ihrer großen Einwohnerzahl völlig ausreichend, vor allem aber hätte sie Qualität. Die EU hatte mit 15 Staaten (mit 380 Mio. Ew.) schon Probleme genug, seit 01.05.2004 vollzieht sie mit 25 Staaten (mit 455 Mio. Ew.) nur scheinbar einen quantitativen Schritt nach oben, in Wirklichkeit aber quantitative Schritte und qualitative Sprünge nach unten. Die neue EU ist keine EU mehr (im ursprünglichen Sinne), und überhaupt wird sie verkümmern, falls das abendländische Europa nicht erwacht (EuropaZukünftige BürgerkriegeEU-Reform). Für viele der Alptraum schlechthin: noch bevor über die EU-Beitrittsländer zum 01.05.2004 abgestimmt wurde, „verhandelten“ unsere Politiker bereits mit weiteren Beitrittsländern (!). Falls also die EU überhaupt je aus ihrem Traum erwacht - ihr Trauma endlich überwindet -, wird sie schon begreifen müssen, daß auch ihr Grenzen gesetzt sind (wurden): nicht alle Kulturen favorisieren den unendlichen Raum, und selbst die am 01.05.2004 beigetretenen Kandidaten sind keine wirklich echten Abendländer (Ursymbol). Wenn die EU sich lieber im postmodernen Paradies einer Frührentner-Multi-Kultur (Multi-Kulti) sehen will und vielleicht sogar den Tod der abendländischen Kultur idealisiert, dann sollte sie gar nicht erst überlegen, wie sie auch noch z.B. die Türkei oder Israel integrieren kann, sondern ob nicht eher umgekehrt die magische Kultur (Magische Kultur) längst angefangen hat, die EU als Hauptteil einer pseudomorphen Kultur ganz gehörig auszuwaschen. - Gehirnwäsche! Pseudomorphose ß

Der terroristischste Krieg, der zur Zeit den Erdball heimsucht, ist zweifellos der Krieg zwischen Israel und Palästina. Während die Medien uns ständig mit Nachrichten über diesen Krieg bombardieren, berichten sie kaum über den mindestens genauso grausamen Krieg zwischen Rußland und Tschetschenien. Unsere Politiker reden von Demokratisierung in Rußland - das Gegenteil ist der Fall! In fast allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion (Rußland, Weißrußland, Ukraine, Georgien u.s.w.) steht der Terrorkrieg auf der Tagesordnung, d.h. Krieg und Terror sind dort Alltag! Von wegen: Demokratisierung ! Vor allem westliche Politiker versuchen hier wieder einmal, mit Idealen die Realität zu Tode zu quasseln. Und im sogenannten „Großbritannien“, angeblich eine „Vorzeige-Demokratie“, dauert Cromwells Bürgerkrieg immer noch an: der Terror beherrscht die Städte, und zwar nicht nur in Nordirland. (Englands Bürgerkrieg). Vor allem die europäischen und nordamerikanischen Politiker sprechen im Zusammenhang mit dem Globalismus von einer den Globus erobernden Demokratie. (Zeus). Das Gegenteil ist der Fall: der Globalismus erobert alles. Er hat es gar nicht nötig, die Demokratie nach ihrer Selbstzerstörung zu erobern. Und ausgerechnet vom „Westen“ sich etwas „bringen“ zu lassen, kommt den nichtwestlichen Menschen schon lange nicht mehr in den Sinn. Sie lassen sich von Dikatoren, z.B. von Saddam Hussein, befreien - und das war's dann. Alles, was danach geschieht, geht in eine antiwestliche Richtung. Man muß die „Denke“ der nichtwestlichen Menschen kennen, um zu verstehen, warum sie den Westen - besonders wenn er mit einem Zynismus operiert, Demokratie scheinheilig verspricht und nur ans Öl will - als arrogant einstufen und deshalb immer mehr Gegenarroganz entwickeln.

Während die Völker Nordamerikas und Europas einig auszusterben scheinen,
sind sie uneinig, was den Übelebenskampf und den Abwehrmechanismus betrifft.
Die EU glaubt, daß ihre sozialen Errungenschaften von den USA beneidet würden,
während die USA hofft, daß ihre militärische Stärken von der EU gebraucht würden.
Beide denken aber nicht, daß ihre Völker bald islamisch glauben und hoffen könnten.
Einig sind USA und EU schon, denn ihr Feind sind die von ihnen abgelehnten Kinder !


- Das „Trojanisches Pferd“ in der EU -

Auch das Beispiel Türkei (Türkei) zeigt, daß das Trojanische Pferd in der EU mindestens 3 Baumeister hat:
[1] Der Neo-Imperialismus deutscher (aber auch französischer) Politiker, die den Imperialimus fortsetzen
und gar nicht merken, daß sie mit ihrer Politik der weichen Expansion nicht nur die EU zerstören.
Eingebürgerte Türken, Russen u.a. sind für sie nur Wählerstimmen, für die EU aber der Tod.
[2]Die USA, weil sie den Konkurrenten EU, der früher Deutsches Reich hieß, unbedingt ausschalten wollen:
die EU soll aus ihrer, aus der deutschen Kasse den Preis für die Treue der Türkei zu den USA bezahlen;
die EU soll z.B. die Türkei als Mitglied aufnehmen und durch die Kosten endgültig ruiniert werden, damit
die USA konkurrenzlos werden. (USA-EU-Konkurrenz). Die EU-Aufnahme Osteuropas reichte ihnen dazu wohl noch nicht:
daß z.B. Polen der „trojanische Esel“ der USA innerhalb der EU ist, weiß sogar der gesamte Orient. (Scholl-Latour).
[3]Die „Catering-Service-Gruppe“ und andere „Komfort-Fans“, weil diese scheinbar Unpolitischen glauben, 
die EU sei Verpflegung, Bedienung, Fürsorge wie überhaupt Sozialismus für Leistungsunwillige und Spaß.
Aber als Micheltum sind Sozialismus und Konsumismus nur Mittel zum Zweck. (Vgl. [1] und [2]).


Das Europäische Reich Deutscher Ökonomie ist - wie das Heilige Römische Reich Deutscher Nation - nur so lange überlebensfähig, wie Deutschland als der ökonomisch-technische Gigant (denn das ist für das Ausland der Sinn von Deutscher Nation!) weiterhin „Sozialamt“ bleibt. Doch diesen Charakter, diese Eigenschaft oder auch „Persönlichkeit“, gibt es ja nur deshalb, weil es dieses typisch Deutsche als Nation gibt. Wenn „unsere“ Politischen meinen, sie könnten Deutschland in Europa aufgehen lassen, dann aus zwei Gründen: sie träumen den Traum der politischen Romantiker oder sie wollen Deutschland tatsächlich ins Nichts manövrieren. In der Konsequenz läuft sowieso beides auf dasselbe hinaus, denn die Vertreter beider Seiten sind als „Michel“, ohne es zu merken, Opfer der Tatsachen. Deutschland kann so in Europa nicht aufgehen, wenn gleichzeitig die Mehrheit der deutschen Politischen das Nationale „ausmerzen“ will. Wer einer solchen Politik folgt, darf sich nicht wundern, wenn ihm unterstellt wird, passiv dasselbe Ziel zu verfolgen wie einst der aktive Politiker vor ihm. Hier wird unbewußt ein Kreis geschlossen - die EU zum Scheitern gebracht -, weil man einerseits auf die Tugend, den Willen und den Fleiß setzt - auf das, was Deutsche kennzeichnet - und andererseits eben genau diese historisch bedingten Tatsachen „ausmerzen“ will, weil man die „ausländische Perspektive“ einnehmen (was ohnehin unmöglich ist) und so Deutschland nur aus ökonomischen Gründen lieben will (was ebenfalls unmöglich ist Europa). Man hat Angst vor sich selbst, belügt sich, heuchelt, bildet sich ein, andere zu lieben, und kann sich selbst nicht einmal leiden (geschweige denn lieben). Wer Europa will, muß erst einmal Deutschland wollen!

Das Herz Europas war und ist Deutschland, und das wird auch so bleiben, denn der Motor Europas ist nicht austauschbar. Sehen wir uns also das heutige EKG (Elektrokardiogramm) an und verlassen uns dabei statt auf Propaganda auf eine zuverlässige Aufzeichnung (Elektrokardiographie), um festzustellen, was das Kurvenbild (die Herzstromkurve) aussagt: Deutschland hat ein riesiges Potential, nutzt es aber völlig falsch und tut so, als ob man mit Flower-Power Weltpolitik betreiben könnte. Es ist der Wahnsinn schlechthin, was Deutschland wegen seines Riesenpotentials so alles verschenkt. Da kann ja sogar die Sonne neidisch werden. Anscheinend geht es uns immer noch zu gut, um zu begreifen, was hier alles vergeudet wird. Und die Anamnese zeigt, daß immer dann, wenn Deutschland schwach oder uneinig war, auch Europa schwach und uneinig wurde. Für die Erkenntnis, daß immer nur ein Deutschland gefährlich war, das sich den anderen Staaten als Kriegsbühne präsentierte oder sogar anbiederte, genügt ein Bick auf die nackten Geschichtsdaten - auf ein Tummelfeld für andere europäische Mächte, die aus der Rivalität der deutschen Fürsten Nutzen zogen, um die Teilung Deutschlands aufrechtzuerhalten. Daraus entstanden europäische Kämpfe: um die deutsche Einheit zu verhindern oder um zu verhindern, daß eine andere Macht in Deutschland die Vorrangstellung erlange (vgl. Henry Kissinger, 1961). Immer schon hat eine antideutsche Politik Europa nur geschwächt. Zuletzt war dies deutlich erkennbar im Kalten Krieg, als Europa fast einem Atomkrieg zum Opfer gefallen wäre; und trotzdem: 1989, als die Mauer fiel, und auch noch danach haben bis auf wenige Ausnahmen (Spanien z.B.) alle europäischen Staaten sich vehement gegen Deutschlands Einheit gewehrt, obwohl Deutschland die Kosten der Einheit - natürlich - allein bezahlen wollte und auch allein bezahlt hat (jedes andere Land hätte dabei die größtmögliche Unterstützung von der EU, also von Deutschland gefordert und auch bekommen!). Also haben auch die Europäer nichts aus der Geschichte gelernt! (Zu der von Hegel bemerkten Unmöglichkeit, etwas aus der Geschichte zu lernen, kommt nun hoffentlich nicht auch noch die Unmöglichkeit hinzu, Geschichte zu lehren. Denn das einzige, was man aus der Geschichte lernen kann, ist laut Hegel ja, daß man aus der Geschichte nichts lernen kann). Wenn also die Europäer wie die Menschen überhaupt nicht aus der Geschichte lernen können, sollten sie sich wenigstens ein paar Gesundheitstipps geben lassen: ein Herz, aus dem man rücksichtslos nur Kapital schlagen will (Machtpolitik, Wirtschaftsflucht u.s.w.), ist ein überstrapziertes Herz und darum gesundheitsschädlich, und zwar für den gesamten Organismus. Man muß nicht Medizin oder Ökonomie studiert haben, um zu verstehen, warum eine EU letztendlich nur sich selbst schadet, wenn sie weiterhin das Herz Europas nur kapitalistisch ausbeutet, als sei es nur ein „Selbstbedienungsladen“ und wie ein „Sozialamt“ (Deutschland ist das Sozialmamt der WeltDeutschland ist das Sozialmamt der Welt) nur dazu da, alle und jeden zu versorgen, und zwar ohne Gegenleistung, das heißt ohne Beteiligung anderer Organe bis hin zu den kleinsten Zellen und Atomem - letztere nennen wir: Individuen (!). Wer das Allgemeinwohl nicht berücksichtigt, wird im Pluaralismus der singulären Individuen umkommen. Isoliert. Vereinsamt. Schon vor dem Tod so gut wie ausgestorben. Durch individuelle Selbstabtreibung. Finanziert vom „Vater“ Staat in Deutschland, von den Steuernzahlenden in Deutschland, denn solange wenigstens die noch nicht krank oder ausgestorben sind, bleibt allen und jedem ja das Vertrauen in das Europäische Reich Deutscher Ökonomie.

Ohne Deutschland kann Europa nicht überleben. Nur um zu verdeutlichen, welchen Ernst dieses Thema hat, möchte ich hier eine seriöse Persönlichkeit zitieren: „Falls die Unzulänglichkeiten der politischen Führer Europas zu einem langsamen Verfall der EU und am Ende zu einer bloßen Freihandelszone führen sollten, würden auch die Franzosen, ebenso die Polen, die Holländer, die Tschechen und manche der anderen Nationen sich unsicherer fühlen als heute. Denn nicht nur die tragische Geschichte, die sie im Verhältnis zu Deutschland hinter sich haben, sondern auch Deutschlands Größe der Bevölkerung und Wirtschaftskraft, die an Gewicht alle anderen EU-Mitglieder übertreffen, läßt ihnen die politische Einbindung Deutschlands dringend erwünscht erscheinen.“ Konkret gesprochen: Ohne Deutschland kein Europa, keine Europäische Union, also auch kein Hoffen, so Helmut Schmidt, „sich als einzelne gegen die Gefahren zu behaupten, die ... auf den Kontinent eindringen werden. Agiert jeder für sich, können die Europäer im besten Fall unter dem Dach eines amerikanischen Imperiums ihre Sicherheit bewahren - nicht aber ihre Selbstbestimmung.“ Dazu kommt noch folgende Dummheit bzw. Verantwortungslosigkeit: „Wer meint, den Geburtenrückgang der Europäer und die daraus entstehenden großen Probleme - zum Beispiel für die Zukunft des Wohlfahrtsstaates und seiner Finanzierung - durch Einwanderung (Einwanderung) von Menschen einer anderen Kultur ausgleichen und bewältigen zu können, der kann Europa vom Regen in die Traufe führen.“ (Helmut Schmidt, Die Mächte der Zukunft, 2004, S. 235, 236, 231).

So fordert ein Ex-Bundeskanzler die Pflicht aller Deutschen: „das Gleichgewicht zu finden zwischen unserer nationalen Identität und unseren nationalen Interessen einerseits  und  andererseits der Rücksichtnahme auf Identität und Interessen der anderen Nationen und Staaten. Dabei würde uns ein Verzicht auf eigene Identität nichts nützen, er würde vielmehr Gefahren heraufbeschwören.“ Und es nützt nur ihren Gegnern, wenn deutsche Intellektuelle, Grüne oder Linke „dem Problem durch Leugnung der Nation zu entgehen hoffen. Das Vakuum mit vermeintlich nationenübergreifenden Ideologien auszufüllen versuchten schon die Führer der 68er Studentenbewegung vergeblich. Solche Versuche müssen scheitern.“ (Helmut Schmidt, Handeln für Deutschland, 1993, S. 11, 13). Im Dezember 2004 sagte Schmidt (im TV bei Beckmann), was er „immer schon gewußt“ hat: die „68er waren von Anfang an auf dem falschen Dampfer“. Außerdem, so Schmidt, waren sie es, die nach dem 2. Weltkrieg erstmals „wieder die Gewalt auf die Straße gebracht“ haben. Auch die 68er beweisen mit ihrer Selbstverleugnung, was die Floskel vom Typisch-Deutschen tatsächlich bedeutet: Leugnung der eigenen Identität, der nationalen Identität, und das ist gefährlich - für alle eine Gefahr! (vgl. Helmut Schmidt, ebd., S. 12). Unter den 68ern gab und gibt es harmlosere Vertreter, die unter umgekehrten Vorzeichen an die Biedermeier der Romantik erinnern, und es gab und gibt die totalitären Vertreter, die an die November-Revolutionäre von 1918 oder auch an die Expressionisten oder Surrealisten der Weimarer Republik erinnern. All die Extremisten unter ihnen kann man als ungewollte Diener der Gegenextremisten bezeichnen. Wenn so manche Deutsche wieder den Sonderweg - den Weg der nationalen Verleugnung - gehen wollen, dann können sie sicher sein, daß sie dadurch die ausländischen Freunde wieder zu Feinden machen werden (wollen). Die Konsequenzen würden wieder einmal beweisen, daß der träumende „Micheldoch lebt.

„Es gibt Tendenzen eines nationalen Flagellantentums, das bis zum Selbsthaß reicht. Dazu gehören die pauschale Verurteilung aller Wehrmachtssoldaten, aller Mitglieder der NASDAP oder auch aller Volksarmisten, aller SED-Mitglieder, aller Stasi-Angehörigen. Kollektive Verurteilungen sind fast immer falsch; sie verletzen ohne Not und provozieren deshalb aggressive Reaktionen.“ (Helmut Schmidt, Handeln für Deutschland, 1993, S. 184). Die Selbsthasser sollten neben ihrer Selbstmordgefahr einmal darüber nachdenken, wem sie mit ihrem Selbsthaß dienen.

Auch das Sich-Verstecken ist keine Lösung, sondern ebenfalls eine Gefahr. Wer dann auch noch meint, daß die eigene Heuchelei, Scheinheiligkeit und noch so spitzfindige Doppelmoral nicht durchschaubar sei, der irrt. Selbst die ganz große Politik ist leicht durchschaubar, und Staaten, die an den Übeltaten anderer Staaten zwar nicht direkt, aber indirekt beteiligt sind, tragen ebenfalls politische Verantwortung (also mehr als nur Mitverantwortung). Wer beispielsweise die Militärpolitik anderer Staaten finanziell unterstützt - vielleicht mit dem scheinheiligen Argument, die Drecksarbeit nicht selber machen zu müssen - oder Soldaten wie Knechte anderen Staaten zur Verfügung stellt, sich also durch Unterstützung anderer Staaten vor der eigenen Verantwortung drückt, der handelt gefährlich. Nur ein Beispiel ist die auch von Europa zu verantwortende und im Sinne der USA gültige neue NATO-Befehlsstruktur (NATONATO-Reform), die von Europa Befehlsempfang bis hin zur Knechtschaft erwartet. Skandale

Angenommen, Kanada übernähme die Militärpolitik der USA und die USA müßten lediglich ganz Amerika wirtschaftlich versorgen, dann gäbe es in Amerika die Verhältnisse, die in Europa seit Gründung der EU gelten (Montan-Union): Deutschland versorgt ganz Europa, während England und Frankreich eine Politik praktizieren, die man als Versuch einer Rekolonialisierung deuten kann und in Wirklichkeit eine von Deutschland teuer bezahlte neoromantische Politik ist. Warum bezahlt Deutschland Englands und Frankreichs Politik in den ehemaligen Kolonien ?  Warum bezahlt Deutschland Englands und Frankreichs Atomwaffenprogramme ?  Warum finanziert Deutschland die von den ziemlich unbedeutenden Mittelmächten England und Frankreich mit Wahnsinn betriebene neoimperialistische Politik?  Würden die USA jemals eine von Kanada praktizierte Politik, die eigentlich die Politik der USA ist, finanzieren?  Die Antwort auf diese Frage erübrigt sich (und die USA tolerieren nicht einmal die Frage). Englands und Frankreichs Politik, die die ehemaligen Kolonien betrifft, hat doch nur Prestigegründe und ist im Vergleich mit der Politik der USA eine Zwergenpolitik. Allerdings mit Riesenkosten! Warum finanzieren wir diesen Wahnsinn?  Und warum unterstützt Deutschland gleichzeitig auch noch den überdimensionalen Imperialismus der USA?  Die größte Imperialmacht heißt USA, die zweitgrößte Imperialmacht heißt Deutschland - und die Verantwortlichen werden später sagen, sie hätten nichts gewußt. Nicht das Land Deutschland und nicht sein Volk tragen die Verantwortung, sondern die Regierung und ihr Staat. Trotzdem wird immer wieder versucht, Diese Tatsache umzudrehen, um von den eigenen Fehlern ablenken und sie übertragen zu können. Dabei müßten unsere Regierenden jetzt endlich anfangen, ein NEIN an das Ausland und seine extremen Forderungen zu richten. Doch das ist ihnen zu heikel. Und solange Deutschland Geld und andere Hilfe gibt, ist es angesehen; dabei hat es seine Stärken auch auf allen anderen Gebieten, und diese Leistungen sind es, die vor allen hastigen Geldzahlungen am stärksten honoriert werden müssen (besonders von der deutschen Regierung selbst).

Historisch bewiesen ist, daß z.B. wir Abendländer Erfolg und Wohlfahrt unseren Vorfahren verdanken, daß unser riesiger Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt ohne das Wissen und Können - das „Faustische“ - unserer Vorfahren nicht möglich wäre. (Mehr). Historisch bewiesen ist aber auch, daß wir unseren Wohlstand dem Rest der Welt zur Schau gestellt, ihm aber von unserem Reichtum nichts abgegeben haben. (Mehr). Wahr ist außerdem, daß wir seit den 1960er Jahren immer fauler geworden sind und daß unsere Politiker und ihr Anhängsel immer mehr abzocken und sich immer mehr belügen müssen, um das Volk noch mehr belügen zu können. Ein Alibi für die Abzocke zu haben, reicht nicht aus, um Deutschland und damit Europa zu fördern. Was die „Kriegsgenerationen“, die von den Nachfolgern ja so gerne geschmäht werden, geleistet haben, werden die „Nachkriegsgeneration“ und die „Nach-Nachkriegsgeneration“ ohnehin niemals leisten können, aber sie könnten wenigstens mit demjenigen Schritt aktiv werden, der Selbstverantwortung heißt und nun einmal mit Selbstbewußtsein, Selbstsicherheit oder Selbstwertgefühl zusammenhängt, ob man es einsehen will oder nicht. Wer also davon spricht, daß ein Land in einem „politischen Kontinent“ - dessen Grenzen sowieso kein Abendländer akzeptiert: „Wir kennen keine Grenze“ (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 24) - „aufgehen“ solle, der deutet ganz unbewußt, manchmal aber auch sogar bewußt, auf ein Schicksal und den Wunsch nach dessen Erfüllung. Der Paradoxie folgt, wer davon spricht, daß Deutschland in Europa „aufgehen“ solle, denn gemeint ist:  „untergehen“! Wer so dumm und so naiv ist wie die Mehrheit unserer Politischen - das „Micheltum“ also - und wirklich daran glaubt, Deutschland würde in Zukunft in der EU „aufgehen“, kann sicher sein, daß in dem Fall  beide  „untergehen“!

Die EU kann, falls sie zukünftig überhaupt noch eine Chance haben wird, nicht funktionieren, wenn man das Gleichgewicht als „Ideal“ verwirklichen will und genau weiß, daß das Ungleichgewicht Realität bleiben wird. Wenn Deutschland, das Herz Europas, in der Zukunft die Führung in der EU verlieren sollte, dann wird die EU tot sein - an „Gleichmacherei“ gestorben (!). Es wird ein noch mehr als heute von den USA abhängiges Europa geben. Die USA können also zuversichtlich in die Zukunft blicken. Und das über seine Ideale zu arrogant gewordene Europa wird sich wieder der Realität und über einen Hilferuf der USA zuwenden (müssen). Schon heute erfüllen europäische und vor allem deutsche Politiker, weil sie sich zu den wirklich wichtigen Fragen eher wie „Beamte“ verhalten, ihren unendlichen Auftrag, Deutschland möglichst langsam möglichst klein zu machen, mit grenzenlosem Pflichtbewußtsein und ebenso grenzenlosem Zynismus. Sogar der DFB, größter Fußballverband der Welt, „regiert“ besser. Der DFB, im Vergleich zu den einzelnen Vereinen eine Katastrophe, weiß immerhin noch, wen er wirklich vertritt. Wenn man das Verhältnis zwischen DFB und Vereinen auf das zwischen „Bund“ und Unternehmen überträgt, weiß man gleich, wo die großen Nieten stecken und wie sie sich vor den vielen Besseren verstecken. Dazu kommt, daß der Föderalismus, Hauptteil der „Bundes-Mafia“, Deutschlands politisches Nicht-Können geradezu erzwingt. (Wahlen in Deutschland). „Unsere“ Volksvertreter vertreten nicht das Volk, also sind sie auch keine Demokraten (Volksvertreter). Im ganzen Abendland spricht man nur deshalb von Demokratie, weil man die Realität zu Tode reden will. Und weil die Politiker auch daran scheitern und schlechte Verlierer sind, geht das Gequatsche bis ins Unendliche weiter.

Demokratische Wahlergebnisse sähen anders aus, wenn sie nicht plutokratisch manipuliert wären.
Vgl. Tabelle Nicht die Macht der Demokratie, sondern die Macht der Plutokratie entscheidet. Plutokratie
Zeus Nur die Jupiterherrschaft (Zeusiokratie) ist mächtiger als die Plutokratie. "Auswahl"
QUOS JUPITER VULT PERDERE DEMENTAT

Weil über den Hebel EU-Verfassung eine neue Staatlichkeit geschaffen werden soll, und zwar ohne Staatsvolk (denn es existiert kein EU-Staatsvolk!), wird die Eigenstaatlichkeit der einzelnen Mitgliedsstaaten praktisch aufgehoben. Das gilt auch und gerade für die Außen- und Sicherheitspolitik, denn die EU-Verfassung (Teil I, Artikel 15) verpflichtet die Mitgliedsstaaten bzw. deren „Regierungen“ strikt darauf, die „gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Union aktiv und vorbehaltslos im Geiste der Loyalität und der gegenseitigen Solidarität“ zu unterstützen und „sich jeder Handlung, die den Interessen der Union zuwiderläuft oder ihrer Wirksamkeit schaden könnte“, zu enthalten (!). Unmittelbare, also demokratische Mitwirkungsinstrumente, die sowieso die meisten Mitgliedsstaaten nicht kennen, will die EU-Verfassung nur dann zulassen, wenn „mindestens eine Million Bürger ... aus einer erheblichen Zahl von Mitgliedsstaaten ... die EU-Kommission auffordern, geeignete Vorschläge zu Themen zu unterbreiten, zu denen es nach Ansicht der Bürger ... eines Rechtsaktes der Europäischen Union bedarf, um die Verfassung umzusetzen“ (Teil I, Artikel 46). Gönnerhaft werden dem Bürger bestimmte Rechte vom Neu-Obrigkeitsstaat gewährt. Die EU-Bürger sollten „ein gleiches Maß an Aufmerksamkeit seitens der Organe der Union“ genießen, die Entscheidungen der Union würden „so offen und so bürgernah wie möglich getroffen“, und: den Bürgern solle „in geeigneter Weise“ die Möglichkeit gegeben werden, „ihre Ansichten zu allen Bereichen des Handelns der Union öffentlich bekanntzugeben und auszutauschen“ (Teil I, Artikel 44, 45, 46). Hier wird also ein neuer Staat ohne Staatsvolk, kein Rechtsstaat, sondern überhaupt eine neue Staatlichkeit begründet.

„Kein Parlamentarier kann sich als Volksvertreter bezeichnen, wenn er in einer so grundlegenden Frage
die gründliche Meinungsbildung der Bürger nicht ehrlich fördert, sondern sie durch Einseitigkeit und
irreführende Propaganda sogar behindert und den Willen der Bürger ignoriert.“ (Zeit-Fragen, 13.04.2004).
„Die Grundrechte-Charta der EU-Verfassung ... schmälert die Bürgerlichkeit und die Rechte der Bürger ....
Der Entwurf ist ein verschleiertes Manifest des globalen Kapitals .... Als politischer Akt gefährdet die Charta
.... letztlich sogar den künftigen Status der Menschen in Europa.“ (Prof. K. A. Schachtschneider, Staatsrechtler).


- Altes Europa versus neues Europa -

Spätestens seit Januar 2003, als US-Verteidigungsminister Rumsfeld vom „Alteuropa“ sprach, fragt man sich, ob es sich dabei um reine Rhetorik handelte oder nicht. (Rumsfeld). Ob damit der von den USA schon vor dem 11.09.2001 geplante Angriffskrieg auf den Irak durchgesetzt, ein Kriegsverbrechen wieder einmal vertuscht werden sollte oder nicht: Rumsfeld, der „Alteuropa“ offenbar die Bündnistreue absprechen wollte, bezog sich jedenfalls hierbei auf einen geographischen Raum, der in doppelter Hinsicht verstanden oder mißverstanden werden könnte (Alteuropa):

1.) Das alte Europa ist nicht das neue Europa.
2.) Das alte NATO-Europa ist nicht das neue NATO-Europa.

„Alteuropa“ hat außerdem zwei verschiedene Bedeutungen, weil er sich einerseits auf die antike, andererseits auf die abendländische Kultur beziehen kann. Für die Antike gilt ein anderes kulturelles Zentrum als für das Abendland; die geographischen Bezüge sind zwei zu unterscheidende. Wer heutzutage von „Europa“ spricht und sich ausschließlich auf eine noch existierende Kultur bezieht, der kann nicht das antike, sondern nur das abendländische Europa meinen. So gesehen bezieht sich „Alteuropa“ (als nicht-rhetorisches Mittel!) auf die Frühzeit des Abendlandes, z.B. auf dessen „Geburt“ und damit primär auf den deutsch-französischen Raum, den das Reich Karls des Großen erstmals als Einheit umfaßte. Sicheres „Stehvermögen“ erlangte das Abendland durch Deutschlands Sachsen-Kaiser, insbesondere seit 962, als Otto I. zum Kaiser gekrönt wurde.

„Die maßgeblichen europäischen Mächte unternahmen immer neue Anläufe, ein Reich nachzuspielen, das ihrer politischen Phantasie als unverlierbares Paradigma vorgeordnet blieb. So könnte man geradezu sagen, daß Europäer ist, wer in eine Übertragung des Reiches verwickelt wird. Dies gilt besonders für Deutsche, Österreicher, Spanier, Engländer und Fransosen .... Der Ausdruck 'translatio Imperii' ist also nicht nur eine mittelalterliche fixe Idee; er bedeutet mehr als die staatsrechtliche Konstruktion, mit der die sächsischen Kaiser nach der Krönung Ottos I. im Jahre 962 ihre Herrschaftsprogrammatik vortrugen; es ist nicht weniger als die ideo-motorische oder mytho-motorische Zelle aller kulturellen, politischen und psychosozialen Prozesse, aus denen die Europäisierung Europas hervorgegangen ist. Europas traumatische Lektion lag ohne Zweifel in der Demütigung durch seine Befreier. Erst durch die Ereignisse von 1945 ist Europa wirklich zu dem geworden, was es nach der Entdeckung des neuen Westens durch Kolumbus in geographischer Hinsicht schon früher, zumindest dem Namen nach, geworden schien: Alte Welt. Daher ist 1917 das Schlüsseljahr, in dem die europäische Mythomotorik zu stocken begann.“ (Peter Sloterdijk, Falls Europa erwacht, 1994, S. 34, 15, 13, 40). Und: „Europa muß heute eine andere Form der Einheit erfinden als die eines Reiches.“ (Jacques Le Goff, Das alte Europa und die Welt der Moderne, in: Peter Sloterdijk, Falls Europa erwacht, 1994, S. 50). Europa steht und fällt mit seiner von der „Zentrale“ ausgehenden Lebenskraft: Europa ist ohne Deutschland nichts, und die EU hat ohne Deutschland überhaupt keinen Wert (im wahrsten Sinne des Wortes, also auch in Konnotation: Geld, Kapital, Vermögen u.s.w.). Europa ist auf seinen Motor Deutschland angewiesen. Nur wenn Europas Herz kraftvoll „pumpt“, bleibt Europa gesund. Es gibt keine Alternative! Und nur an der Politik in Deutschland läßt sich ablesen, was in und mit Europa tatsächlich passiert. Also lautet der Beschluß, daß man Deutschland anschau'n muß (Busch):


- Volksvertreter oder Volksverhetzer -
Volksverhetzung ist ein Strafbestand, den begeht, wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, die Menschenwürde anderer angreift, indem er zum Haß gegen „Teile der Bevölkerung“ aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert, sie beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet. Hier scheint vom Schutz der Minderheiten die Rede zu sein. Was aber ist mit dem Schutz der Mehrheiten?  Wenn mit Volksverhetzung nur die Verhetzung eines kleinen Bevölkerungsteils gemeint ist („Volksverhetzung“ (§ 130 StGB§ 130 StGB„Volksverhetzung“„Volksverhetzung“), wie können sich Mehrheiten dann überhaupt noch, und besonders in Zeiten des Global-Terrorismus, vor Minderheiten schützen?  Jede Regierung ist eine Minderheit (Spengler) ! Soll die deutsche Mehrheit einfach nur zusehen, wie sie von ihrer regierenden Minderheit ausgelöscht und vernichtet wird?  

Was ist mit dem Terrorismus zwischen der herrschenden Minderheit und der beherrschten Mehrheit?  Wie groß ist der Haß zwischen Volksvertretern und Volk?  Wie groß ist der Haß in der Minderheit selbst, also zwischen der ganz mächtig-kleinen Minderheit (der tatsächlichen Macht) und der relativ-großen Minderheit (der potentiellen Macht)?  Gibt es z.B. eine Haßkampagne gegen den Volksvertreter Hohmann (Hohmann) ?  Er beklagte in seiner Rede zum Nationalfeiertag („Gerechtigkeit für Deutschland“) z.B., daß viele Deutsche das Gefühl hätten, schlechter behandelt zu werden als andere. Hohmann sagte, er könne den Verdacht nicht entkräften, daß man als Deutscher in Deutschland keine Vorzugsbehandlung genießt. Dann führte Hohmann drei Anfragen an die Bundesregierung und ihre Ergebnisse an:

„1. Ist die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsentwicklung und des Rückgangs der Staatseinnahmen bereit, ihre Zahlungen an die Europäische Union zu verringern?  Die Antwort war: Die deutsche Verpflichtung gegenüber der Europäischen Union wird ohne Abstriche eingehalten.

2. Ist die Bundesregierung bereit, sich auch für deutsche Zwangsarbeiter einzusetzen, nachdem für ausländische und jüdische Zwangsarbeiter 10 Milliarden DM zur Verfügung gestellt worden sind?  Die Antwort war: Man könne die beiden Fälle nicht vergleichen. Die Bundesregierung wird sich gegenüber Rußland, Polen und der Tschechischen Republik auch nicht für eine symbolische Entschädigung und ein Zeichen der Genugtuung dür die deutschen Zwangsarbeiter einsetzen.

3. Ist die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsentwicklung und des Rückgangs der Steuereinnahmen bereit, ihre Entschädigungdzahlungen nach dem Bundesentschädigungsgesetz (also an - vor allem jüdische - Opfer des Nationalsozialismus) der gesunkenen Leistungsfähigkeit des deutschen Staates anzupassen?  Die Antwort war: Nein, der Respekt vor dem damaligen Leiden dieser Menschen gebiete, das Entschädigungniveau uneingeschränkt aufrechtzuerhalten.“


Diese Antworten hätten ihn (Hohmann) nachdenklich gemacht und würden die in Deutschland weit verbreitete Anschauung bestätigen: „Erst kommen die ANDEREN, dann wir.“ Danach verbreitete sich eine Hetze gegen Hohmann - und damit gegen die Mehrheit des deutschen Volkes, denn Hohmann wollte hier (wenigstens einmal) als Volksvertreter wirken (also mußte er scheitern). Die Hetze gegen Hohmann wurde mit einer Hetze gegen Teile der Bevölkerung begründet (Paul Spiegel: „widerlicher Antisemitismus“). Genau diese Vorwürfe - ganz egal, ob sie mit Hetze begründet werden oder nicht - sind es, die zum Terrorismus führen können, denn auch jeder „Terroranschlag versteht sich als Gegenangriff in einer Serie, die jeweils als vom Gegner eröffnet beschrieben wird.“ (Sloterdijk, Luftbeben, 2002, S. 25). Gegen Hohmann begann ein vor allem in den Medien ausgetragener „Feldzug der Vernichtung“, der angeblich von ihm ausgegangen sei, weil Hohmann den Versuch gewagt hatte, Deutsche und Juden („Volk Gottes“) zu vergleichen, obwohl er die Rolle der Juden als „Täter“ selbst stark relativiert hatte: Bolschewistische Staats- und Terrorfunktionäre jüdischer Herkunft hatten sich ja oftmals schon vor 1917 vom Judentum getrennt, und als „Kosmopoliten“ bekämpften sie ja sogar das glaubens- oder abstammungstreue Judentum, und zwar äußerst blutig. Unzählige Juden waren im antibolschewistischen Widerstand und fielen dem bolschewistischen Terror zum Opfer. (Bolschewismus). Und später, im Stalinismus, gab es 40 bis 100 Millionen Tote, die Stalin zum Opfer fielen; darunter waren natürlich auch Juden (nur im 2. Weltkrieg wurden die Pogrome vorübergehend eingestellt, weil Stalin vom Kriegsverbündeten USA total abhängig war!). - All das hatte Hohmann doch betont!

Hohmanns Rede hat mit Antisemitismus überhaupt nichts zu tun, doch die Hetzer, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen, unterstellten ihm nicht nur Antisemitismus, sondern auch Rechtsextremismus (!). So dumm Hohmanns Rede auch gewesen sein mag, antisemitsich oder rechtsextremistisch war sie nicht. (Links zum Rechtsextremismus?). So direkt oder indirekt volksverhetzend die Verurteilung Hohmanns durch die Gegner auch gewesen sein mag, dumm war sie nicht. Je intelligenter die indirekte Volksverhetzung seitens der Herrschenden wird, desto verdeckter kann deren direkte Herrschaftsform noch bleiben. Man hofft darauf, daß die Mehrheit so dumm werde, daß sie auch gefahrlos dazu verurteilt werden darf. Das Mittel ist legitim, aber nicht legal. Wer die Mehrheit auch nur indirekt als Volksverhetzer verurteilt, begeht selbst Volksverhetzung. Mit Demokratie (Volksherrschaft) und Freiheit hat das jedenfalls nichts zu tun. Im Gegenteil! Wegen Volksverhetzung (meist gegenüber einer Minderheit) wird die Mehrheit mit Gefängnis bestraft, während die Minderheit wegen desselben Deliktes (meist gegenüber der Mehrheit) mit Aufstieg innerhalb der Machthierarchie belohnt wird. Das nenne ich Diktatur unter dem Deckmantel der Demokratie, also: Cäsarismus (vgl. 22-24 und oben). Denn die ohnehin dünne Oberfläche des Deckmantels, das Gesetz der Demokratie, ist schon längst mächtig angekratzt, und das Futter dieses Mantels, das Geld, ist schon lange sichtbar. So ist es auch kein Wunder, daß die herrschende Minderheit (gegen den Willen der Mehrheit: 90%!) für Leute wie Friedman, die Frauenfeindlichkeit und Menschenhandel wie einen „modernen Sklavenhandel“ fördern, eine „zweite Chance“ erst fordern und dann durchsetzen, während sie für Leute wie Hohmann, die das Volk (Demos) und dessen Herrschaft (Demokratie) vergeblich verteidigen, eine „zweite Chance“ erst uminterpretieren und dann verbieten. Hohmann hat Mut bewiesen und bleibt der Dumme. Friedman hat Feigheit bewiesen und bleibt der Schweigende. Dieser Feigling, der alles verschweigt, hat sich nicht einmal öffentlich entschuldigt, sondern lediglich eine private Erklärung an Bärbel Schäfer abgegeben und so den Skandal (Medieneffekt) auch noch ausgenutzt, natürlich nur für sich. Friedman bleibt nicht der Dumme, aber die zu Beginn seines Skandals noch fehlende Rückendeckung hat bewiesen, daß er der schweigende Feigling bleibt. Er wird schon bald wieder Rückendeckung bekommen und mit ihm das als verlogen entlarvte Lebensmotto: „Nie schweigen !!!“.

Schon die „68er“ haben sich mit dem Nie-schweigen-Motto verraten, denn sie verschweigen schon lange viel mehr als die, denen sie früher das Schweigen vorhielten. Die „Linksrevolutionäre“, die sich heute Rotgrüne nennen, konnten sich damals stets auf das Grundgesetz berufen und brauchten wegen dieser Rückendeckung höchstens 0,01% des Mutes, den die Hitler-Widerständler brauchten, um den Nationalsozialismus zu bekämpfen. Unter Hitler endete fast jede Opposition mit der Todesstrafe (unter Stalin sogar jede - auch jede, die Stalin sich einbilden konnte)! Jeder Soldat, der sich von der Front entfernte, war ein Oppositioneller, und trotzdem desertierten viele deutsche Soldaten. Ein Attentat auf den „Führer“ war fast unmöglich, und trotzdem gab es mehr als 40 Attentate auf Hitler. (Vgl. Bodo Harenberg, Chronik des 20. Jahrhunderts, 1982, S. 630f. Harenberg). Die gehorsameren Befehlsempfänger und Befehlausführer, wenn solche Kriterien überhaupt ernst zu nehmen sind, sind nicht die Deutschen der Hitlerzeit, sondern die der Nach-Hitlerzeit, insbesondere der Zeit seit den 1960er Jahren. Den Funktionswilligen kommt es nicht darauf an, ob der Befehlsgeber aus Deutschland (Österreich: Hitler) oder aus dem Ausland kommt. Wenn Deutschland zahlen soll, dann zahlt es auch, und zwar streng nach Vorgabe und pünktlich, so die Devise einer autoritätshörigen „Bundesregierung“, die in ihrem Perfektionismus unübertreffbar ist, wenn es um die Erfüllung ausländischer Interessen geht, aber ihr Volk nur ernst nimmt, so lange es bei der Wahl ein „Kreuzzeichen“ macht. Die deutsche Regierung interessiert sich nicht für die Interessen ihres Volkes. Auch die Wirtschaftslage ihres Volkes ist ihr völlig egal. (Vgl. Wirtschaftsentwicklung und Welthandel). Kein Wunder also, daß die Nicht-Wähler schon bald die Zwei-Drittel-Mehrheit erreichen werden. Das wiederum nützt dem „Internationalen Terrorismus“. (Global-Terrosrismus). Schon heute freuen sich die islamistischen „Propheten des Terrors“ auf ihren „Bundeskanzler“, der nach ihrer Meinung schon bald kommen wird. (Vgl. Udo Ulfkotte, a.a.O.). Die ausländische Wahlbeteiligung würde dann bei nahezu 100% liegen. Was das heißt, kann sich jeder denken. Diejenigen Ausländer, die heute auf den deutschen Straßen mit Terror ihr Taschengeld aufbessern, werden dann vielleicht im Bundestag sitzen. Wenn sie dann nach ihrer Biographie gefragt werden (falls das dann überhaupt noch erlaubt ist), werden sie auch die Möglichkeit nicht auslassen, auf die Tradition zu verweisen: Joseph Fischer habe es ja auch vom terroristischen Straßenkämpfer bis zum Außenminister und Vizekanzler geschafft, werden sie dann sagen können.

Hohmann ist alles andere als ein Antisemit oder Rechtsextremist, und seine Gegner behaupten deshalb das Gegenteil, weil sie durch die Machtverhältnisse gezwungen sind, die Interpretation der Geschichte im Sinne der herrschenden Minderheit zu übernehmen und möglichst auf das Volk zu übertragen. Die Sicht dieser Minderheit auf die Geschichte ist aber extrem privat, also selbst extremistisch. Selbstverständlich ist sie nicht rechtsextremistisch, aber sie ist machtextremistisch, nämlich im Sinne einer „Meinungsaristokratie“. Ihre Vertreter, ob Meinungsmonarchen oder Meinungsoligarchen, dulden neben ihrer extrem subjektivistischen und individualistischen Meinung keine andere Meinung, und sie verteidigen sie entsprechend extrem(istisch) gegen Andersdenkende. Ihr Abwehrmechanismus zwingt sie letztlich immer wieder, in jedes vom Skandal bis zum Terrorismus reichende Schlachtfeld die entsprechenden Meinungssoldaten zu schicken. Skandale werden ausgetragen, selten ausgehalten, meistens verstärkt. Also nimmt auch der Gehalt des Terrorismus nicht ab, sondern zu. Jede Ketzer-Hetzer-Theorie sucht keine Objektivität oder gar Wahrheit, sondern Bestätigiung für den Vorteil des falschen Vorurteils.

- Wer anders denkt, wird terroristisch verdrängt -

Meinungsfreiheit ist in Deutschland laut Grundgesetz (Artikel 5, Absatz 1) gewährleistet.
Die Wirklichkeit sieht aber eher so aus, daß Meinugsfreiheit nur für Minderheiten gilt.
Das Recht, ohne Zwang oder Druck seine eigene Meinung zu bilden und zu äußern,
gilt für die Minderheit („Herrschende“), aber nicht für die Mehrheit (Deutsches Volk).
Wenn also unsere „Herrschenden“ immer wieder „Freiheit“ und „Demokratie“ loben,
dann informieren sie uns Beherrschte über „ihre Freiheit“ und „ihre Xenokratie“. Geheim-Grundgesetz

Regierende haben laut Grundgesetz die Pflicht und müssen es auch durch Eid beschwören,
Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden. Aber auch hier sieht die Wirklichkeit anders aus:
Schaden wird von Regierenden und Lobbyisten abgewendet, aber nicht vom Deutschen Volk.
Wer die Mehrheit nicht achtet, hat kein Recht zu fordern, daß die Minderheit geachtet werde.
Wer z.B. Volksentscheide u.ä. verbieten will oder zum Teufel wünscht, ist (von ihm) geschickt.
Wer das Grundgesetz nicht achtet, schwört eben ganz anders (so wahr ihm die Lobby helfe! ).

So wichtig die Volksverhetzung als Strafbestand auch sein mag, noch wichtiger scheint sie für herrschsüchtige Minderheiten als Instrument des Terrorismus (geworden) zu sein. Scheinbar aus dem Nichts kommen Skandalisierung und Terrorisierung daher und füllen die Medien, die ihnen auch dann „die Treue halten“, wenn sie zu Kriegen mit globalen Ausmaßen geworden sind. Skandalierer und Terrorisierer schöpfen vor allem aus der Angst. Zwar kann wohl kaum jemand von sich behaupten, nie Angst gehabt zu haben, aber dennoch sind es nicht die Mehrheiten, sondern die Minderheiten, die dabei auch die Menschenwürde mißachten. Sie haben Verlustängste, die Macht, Geld oder andere Werte betreffen, oder sie haben Ängste, überhaupt zu kurz gekommen zu sein. Fast immer sind es Projektionen, die nichts mit konkreten Nöten zu tun haben. Nicht zuletzt dank zu vieler Gesetze (als seien sie extra dafür gemacht) werden ungesetzliche Taten immer mehr. Jeder Versuch, Antisemiten (Antijudaisten) per Gesetz zu verhindern, führt zu noch mehr Antisemitismus (Antijudaismus). Gesetze werden Ungesetze, wenn Politiker sie ausschließlich für ihre Lobbyisten „verabschieden“, denn besonders in heutiger Zeit (im Globalismus; vgl. 22-24) schafft höchste Gerechtigkeit höchstes Unrecht („SUMMA JUS, SUMMA INJURA“) und deshalb Zündstoff für Skandale (Medieneffekte) und Terrorismus. Dem Terrorismus kann man heute fast überall begegnen, ob im kleinen Zuhause (Ehekrach, Scheidungskriege, Kinderproblematik u.s.w.), in Schulen (wo Lehrer Angst vor Schülern haben), im Beruf (wo „Mobbing“ ist, was vorher „Lehre“ war), auf öffentlichen Plätzen der Städte (wo der Mob sein Chaos hinterläßt), auf öffentlich-ländlichen „Demos“ (wo z.B. Chaoten auf den Castor-Transport warten, um von Vater Zeus im Pollux-Transport abgeholt zu werden), im öffentlich-rechtlichen Wald (hier kämpfen „kuschelige Plüschmenschen“ vom Tierschutz gegen jeden den Wildbestand regelnden Jäger) oder im großen Zuhause von Politik und Medien (wo unterhalb der Oberen jeder jeden bekämpft und oberhalb der Unteren der globale Terror erst wirklich beginnt). Der Terrorismus im Abendland beweist mit seinen Tatsachen, daß Politik nur noch Privatpolitik ist. Und nur einer unter den vielen Beweisen hierfür ist der „Fall Martin Hohmann“:

Im Namen der Herrscher ergeht folgendes Urteil:
Der kleine Martin darf nicht mehr im Sandkasten spielen!
Er darf nur abseits sitzen und nicht die Spielsachen berühren!


„Ich vertrete beim Fall Hohmann nicht nur die allgemeine Auffassung, die bekanntlich schon Voltaire vertreten hat: »Ich bin überhaupt nicht Ihrer Auffassung, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie die Ihre und falsche vertreten können.« Es geht mir hier schon um ein wenig mehr. Bereits im Historikerstreit ist ja deutlich geworden, daß ich die völlige Aussparung der Frage, ob nicht vielleicht Juden ein Stück weit mitverantwortlich für das gewesen seien, was dann in ungerechter Überspitzung und Verallgemeinerung über sie gesagt wurde - was letztlich auf die völlige Negierung des Judentums selber als eines weltgeschichtlichen Phänomens hinausläuft -, mir höchstens für die ersten zweieinhalb Jahrzehnte nach 1945 verständlich und auch angebracht erschien, aber nicht mehr danach. So wurde z.B. der Zusammenhang zwischen der Russischen Revolution und den Juden aufgrund einer weit verbreiteten Erfahrung hergestellt: Die in Rußland lebenden Juden, die bis dahin nicht einmal die vollen staatsbürgerlichen Rechte hatten, traten plötzlich weit überrepräsentiert als Politiker und Machthaber auf. Darum war der Begriff des jüdischen Bolschewismus, der in Deutschland heute nur Empörungsschreie auslöst, 1918 in Rußland eine Selbstverständlichkeit. Übrigens wurde der Ausdruck auch von einigen jüdischen Denkern anerkannt, ohne daß sie natürlich einer Gleichsetzung von Judentum und Bolschewismus zugestimmt hätten. Daß viele Juden repräsentative Figuren der Russischen Revolution waren, ist jedenfalls keine bösartige Erfindung, sondern eine Tatsache, die allen Menschen im damaligen Rußland ins Auge fiel. Daß man aber heute schon Anstoß erregt, wenn man einen bedeutenden jüdischen Historiker zitiert, der bereits 1918 von der Schuld nicht der Juden, sondern von Juden gesprochen hatte, zeugt von einer geistigen Atmosphäre, der widersprochen werden muß, wenn man nicht will, daß sie sich zu einem geistfeindlichen Konformismus ausbildet. Insofern halte ich das, was Martin Hohmann gesagt hat, für einen positiv zu bewertenden Vorstoß in eine Richtung, die allerdings mit viel größerer Sorgfalt und Kenntnis ausgebaut werden müßte. So ist Hohmann der Fehler unterlaufen, einen allbekannten Antisemiten zu zitieren, nämlich Henry Ford. Aber der Hinweis darauf, daß, wenn auch zu Unrecht, die Juden früher als Tätervolk angesehen und dem Sinne nach bezeichnet worden sind als die Deutschen, ist einfach ein Hinweis auf eine historische Tatsache; und wer die absichtlich und nachdrücklich verschweigt, verstößt gegen den Geist der Wssenschaft und sollte Widerspruch erfahren. Und daß Verkürzungen und Verallgemeinerungen wie: »Die Juden sind ein Tätervolk« oder: »Die Deutschen sind ein Tätervolk« nicht akzeptabel sind, darüber brauche ich hoffentlich nicht zu sprechen, zumal es in Hohmanns Rede deutlich genug wurde. Die Neigung zur Verallgemeinerung ist ja in gewisser Hinsicht die Mutter verhängnisvoller Irrtümer. Aber daß die Frage nach der Beteiligung bestimmter Völker oder Gruppen an den großen ideologischen Kämpfen des letzten Jahrhunderts - und in erster Linie in der Auseinandersetzung zwischen Bolschewismus und Nationalsozialismus -, einfach nur verdrängt wird, das sollte eigentlich ein viel größerer Skandal sein, als es der Historikerstreit gewesen ist.“ (Ernst Nolte, Einblick in ein Gesamtwerk: Siegfried Gerlich im Gespräch mit Ernst Nolte, 2005, S. 39-42).

Unter der Herrschaft des Verdachts: „Totalitäre Theorien verfügen über ein Immunsystem, das jede Kritik sofort zum Anwendungsfall der Theorie macht. Die ist - wie der Igel »allhier« - schon immer da, behält stets recht. Daß Terrorregime dies praktizieren, leuchtet ein. Daß auch liberale Gesellschaften solche Steuerungsinstrumente einsetzen, überrascht. Doch haben zahllose Skandale, Affären, Kampagnen uns inzwischen darüber belehrt, wie eng die Meinungsspielräume der »offenen Gesellschaft« werden können, wie schnell die »Grenzenlosigkeit« zum Strich eines rigorosen Konformismus verkommt. Die Frage, wieso Anspruch und tatsächliches Verhalten der »freien Welt« so auseinanderklaffen, bewegt Arne Hoffmann in seinem neuen Buch. Es fokussiert mit »Antisemitismusdebatten in Deutschland« mutig das heikelste Thema deutscher Öffentlichkeit. Ein riskantes Terrain, verdichteten die letzten Jahrzehnte doch Drittes Reich, Krieg und Holocaust zu einem universalen geschichtsphilosophischen Passepartout. Für viele »starb Gott in Auschwitz«. Sein Tod »verstrahlt« nun unsere Gegenwart, bleibt doch ein monotheistisches Phantom zurück - und eben die »Shoa« als das »zentrale Kraftwerk der Moralwirtschaft«. Die bestimmt den sozialen Code durch Begriffe wie: Schuld, Täter-Opfer, Sühne, Erinnerung. All das macht deutsche Gedenkpolitik zu einer »überdeterminierten Institution« im Sinne Gehlens. Zu ihr gehören »Totem«, »Tabu«, und »Ritual«. Dieses Raster legt Hoffmann nun seiner Analyse zugrunde. Minutiös rekonstruiert er die Skandale der letzten Jahre im Spiegel der Medien. Kommunikationswissenschaftliche Deutung, so Kepplingers Skandalthese zur modernen »Erregungsgesellschaft«, ergänzt seine Überlegung. Neben Rückblenden behandelt seine Themenreihe: Jürgen Möllemann, Michel Friedman, Martin Hohmann, Reinhard Günzel, Johannes Rogalla von Bieberstein, Roland Koch, Norbert Blüm, Martin Walser, Ted Honderich, Attac, Hans Leyendecker, »Panorama«, die Bundeszentrale für politische Bildung, Konrad Löw und Johannes Paul II. - Personen also, Medien und Organisationen, die seit 2001 in den Strudel diffamierender Kampagnen gerieten. Die Folgen für die Betroffenen variieren, sie reichen von Zensur und Medienhetze über Stigmatisierung, Statusverlust und Berufsverbot bis hin zum Suizid. Vorteil der aktuellen Studie: Der Autor hat einschlägige Webadressen und Internetforen ausgewertet, methodischer Reflex auch seiner Beobachtung zweier Meinungslager im Sinn der »Schweigespirale«. Das Internet zeichnet er optimistisch als Spielraum informeller Gegenöffentlichkeit. Leitmedien und politische Eliten indes befördern die soziale Gleichschaltung. Hier erscheint ein struktureller McCarthyismus, der eine »Gesinnungsdemokratie« etabliert, in der auf Tabuthemen »nur noch mit Empörung, Hysterie, Einforderung von Buße oder Sanktionen« reagiert wird. Jüngste Vorgänge in Berlin haben einmal mehr die totale Enthemmung und rhetorische Brutalisierung der öffentlichen Skandalmaschine bezeugt. Sie eskaliert, inflationiert und fatalisiert den Antisemitismusvorwurf, was Hoffmanns schrille Belege abstoßend schildern. Ein typisches Eskalationsprofil zeigt der »Fall Hohmann«. Er verdeutlicht, wie sehr dabei die moralische Fanfare umgekehrt und dem Beschuldigten selbst alle Gerechtigkeit entzogen wird. Der Diffamierte wurde als »Tier« verachtet, dann zum »Nichts« erklärt. So inflationär die sprachpolitische Raserei damit wucherte, verschleißt sich doch ihr Stigmatisierungspotential nicht. Kritiker irren, die den Kurs der heißen Münze im Fall glauben. Es geht ihr nämlich wie dem ewig kochenden Topf im Märchen. Diese elende Praxis wird noch gestützt durch die furchtbare Verdachtsausweitung: »Sekundäre«, »larvierte«, »chiffrierte«, »latente«, »strukturelle« Antisemitismen ermöglichen alles einzuschüchtern, was je inopportun erscheint. Sage keiner, ihn werde es nicht treffen. Wenn die Süddeutsche als »Hetzblatt« mit Stürmer und Völkischem Beobachter verglichen und die Bundeszentrale als »Hort des Antisemitismus« diffamiert wird, endlich die Washington Post behauptet, der Antisemitismus in Europa entwickele sich zur »zweiten und finalen Phase der 'Endlösung der Judenfrage'«, dann offenbart dies Umrisse eines Wahns, der alle konventionellen Verschwörungstheorien sprengt. Das verantwortungslos hysterische Hochschreiben des Antisemitismus geht aufs Konto einer zynischen Mediengesellschaft, wurzelt freilich zudem in handfesten Interessen. Israel ist an der Abwehr von Kritik interessiert, die jüdisch säkulare Diaspora am Zusammenhalt durch Konfrontation und innerdeutsche Eliten am Machterhalt im Generationskonflikt. Hinzu kommt der »Kampf gegen Hitler« als mythisches Regulativ atlantischer Außenpolitik. Vor diesem Hintergrund kann es eng werden: Wie da die Rekonstruktion deutscher Identität positiv möglich sei, bleibt unersichtlich. Die wurde zur Geisel einer ausufernden Sozialpathologie. Deren inquisitorisches System versteht Hoffmann mit Kepplinger zu Recht als die »demokratische Variante von Schauprozessen«. Dazu paßt die Wut, wenn »Delinquenten« sich »bloß distanzieren«, statt um »Vergebung zu bitten«, was der Band häufig zitiert. Der schuldtheologische Kern des Verdachtsyndroms wird hier offenbar. Christlicher Versöhnung entgegen hat man die Rechtfertigung Gott entrissen, ihn politisch zu beerben. Angesichts des Versuchs, »die Deutschen hinter einem Tabu einzumauern«, befürchtet Konrad Löw, daß wir »am Anfang einer großen Kampagne gegen die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit stehen.“ (Wolfgang Saur, in: Junge Freiheit, 21.10.2005).

Strategischer Rassismus: Diese Form kommt in vielen Spielarten vor, und zwar vor allem „bei Menschen, die den üblichen Rassismus am schärfsten verurteilen. Der strategische Rassismus hat im Gegensatz zum bekannten, offenen nichts mit höher- oder minderwertigen Eigenschaften bestimmter Menschengruppen zu tun, es geht dabei überhaupt nicht um irgendwelche tatsächlichen oder vermeintlichen Unterschiede zwischen Menschen, vielmehr besteht das strategische Ziel darin, ein absolut sicheres Mittel zur Herrschaft über andere zu erlangen. Als ein solches Mittel eignet sich aus der Sicht der strategischen Rassisten die Zurückführung eines Menschen auf seine Herkunft - sei es seine biologische Abstammung oder seinen kulturellen Ursprung. Einen Menschen wegen seiner Herkunft zu kritisieren, ihn abzulehnen und zu verurteilen, bedeutet, ihn absolut wehrlos und vollkommen verletzlich und beherrschbar zu machen, denn im Hinblick auf seine Herkunft ist jeder Mensch hilflos, weil niemand seinen Ursprung wählen kann. Für den strategischen Rassismus ist die Kategorie der Abstammung als solche gar nicht von Interesse. Sie dient ihm als Instrument, um den anderen durch die Zuschreibung von nicht änderbaren Eigenschaften in die Situation einer vollkommenen Ausweglosigkeit und Wehrlosigkeit zu bringen, die eine sichere Überlegenheit und Herrschaft garantiert.“ (Herwig Birg, Die demographische Zeitenwende, 2001, S. 194-195).

„Während es vor 1933 in Deutschland als demokratische Errungenschaft galt, seine Meinung in jeder Beziehung frei äußern zu dürfen bis an die Grenze der Formalbeleidigung, schufen die Nationalsozialisten mit dem Tatbestand der »Klassenhetze« einen Straftatbestand, der eigens und nur zum Ziele hatte, kommunistische politische Meinungsäußerungen zu inkriminieren. .... Nach 1945 wurde der unsägliche Straftatbestand nicht etwa sofort gestrichen, sondern angepaßt. An die Stelle der früheren strafbaren Klassenhetze trat jetzt die strafbare Rassenhetze.“ (Klaus Kunze, Geheimsache Politprozesse, 1998, S. 253).

„Im Dritten Reich verbot es der Tatbestand der Klassenhetze, öffentlich zu meinen, man müsse die Kapitalistenklasse im Wege einer Revolution besiegen und unterdrücken, denn sie hätte kein Existenzrecht in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Heute verbietet es der Tatbestand der Volksverhetzung, öffentlich zu meinen, Angehörige fremder Volksgruppen hätten kein Existenzrecht in der sozialen Gemeinschaft. .... Die Struktur des Verbotsparagraphen blieb.“ (Klaus Kunze, Geheimsache Politprozesse, 1998, S. 255).

Es ist schon mehr als ein Skandal, daß bei uns durch den Straftatbestand der Volksverhetzung jede Minderheit, aber nicht die Mehrheit des Volkes geschützt ist. Ein Straftatbestand der Volksverhetzung, der gegen das Volk gerichtet ist, ist völlig absurd, verstößt gegen unsere Verfassung, ist also verfassungswidrig. Wieder ein Beweis mehr: Unser Herrschaftssystem, das System des Parteienstaats, ist gegen die Demokratie gerichtet, d.h.: antidemokratisch.

 

Wirtschaft - Auszug aus den Wirtschaftsfakten ab 2000 - Wirtschaft

Das Volumen des Welthandels stieg im Jahr 2000 um 12,4% (1999: 5,3%) auf über 6,3 Bill. US-Dollar. Die höchste Steigerungsrate seit 20 Jahren war vor allem auf verstärkte Importe der Industriestaaten aus den Entwicklungsländern und auf vermehrte Exporte der Industrienationen untereinander zurückzuführen. Der Umfang des Welthandels verdoppelte sich seit 1989. Sein Wachstum war 2000 zweieinhalb mal so stark wie die Zunahme der weltweiten Produktion. Wirtschaftsforscher werteten das als eine Intensivierung des Globalismus, den sie „Globalisierung“ nennen, laut Harenberg-Lexikon (Harenberg): die „weltumspannende Verflechtung des Wirtschaftslebens, die zur Herausbildung eines einzigen, den gesamten Erdball umfassenden Marktes führt.“ Weil aber die Geschichte der abendländischen Kultur an sich schon Globalisierung ist (also auch wirtschaftlich, schon früh deutlich geworden z.B. durch die Hanse !), nenne ich die am Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert begonnene Phase „Globalismus“, auch als Synonym für die Kulturphase „Befruchtung oder Cäsarismus“ (vgl. 22-24 und oben).

Der Welthandel ist quasi das Schwungrad der Weltkonjunktur. Allerdings zeigt der Welthandel meist größere Ausschläge als das recht stabile globale BIP. Als der Welthandel Ende 2008 und Anfang 2009 um rund 20% nachgab (vgl. die am 15.09.2008 begonnene 3. Weltwirtschaftskrie, auch Weltfinanzkrise genannt 3. Weltwirtschaftskrise), stürzten gleichzeitig auch viele große Volkswirtschaften in die schlimmste Rezession nach dem 2. Weltkrieg.


- Ölknappheit -

Die USA wollen langfristig zugleich die Ölversorgung der westlichen Welt (besonders natürlich der USA) sichern und den Terrorismus eindämmen: „Wenn die arabische Halbinsel mit ihren 531 Billiarden Barrel Öl- und 41 Billiarden Kubikmetern Gasreserven wegen islamistischer Unruhen ausfallen würde, dann soll die kaspische Region mit einem Vorkommen von 85 Milliarden Barrel Öl und 11 Billionen Kubikmeter Erdgas einspringen. .... Kasachisches, aserbaidschanisches und turkmenisches Öl sollte (nach US-Wünschen) weder über russisches Gebiet in Richtung Westeuropa fließen, noch über iranisches Territorium an den Indischen Ozean gepumpt werden. Statt dessen sollte die Ölleitung vom Kaspischen Meer durch Aserbaidschan und Georgien in die Türkei führen. Übersehen wurde dabei, daß kurdische Terrorguppen (wie etwa die PKK) so ein kaum zu sicherndes Ziel für Anschläge haben würden. Vor diesem Hintergrund dienten die militärischen Vorbereitungen Washingtons von Zentralasien bis an den Golf auch dem Ziel, den technisch wesentlich einfacher zu verwirklichenden Plan einer Ölleitung durch afghanisches Gebiet vorzubereiten. Sie würde dann auf pakistanischem Gebiet am Golf von Oman enden. .... Die Chevron-Texaco Corporation investiert in Kasachstan mehrere Milliarden Dollar. Ihre zentral-asiatische Ölleitung hat viel mit dem Krieg in Kabul zu tun, denn die kürzeste Route verläuft durch afghanisches Gebiet. So ist der amerikanische Krieg gegen die Taliban für amerikanische Ölkonzerne auch ein Krieg in eigener Sache. Öl war eben eine versteckte Triebfeder des Krieges.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 114-116). Karte


- Wasserknappheit -

Laut Bericht des Genfer Rates zur Zusammenarbeit für Wasserversorgung und Sanitärwesen lebten 2001 rund 18% der Weltbevölkerung ohne gesicherte Trinkwasserversorgung; 2,4 Mrd. Menschen hätten keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen. In Asien seien 1,77 Mrd. Menschen von Wasserknappheit betroffen. In Afrika hätten 300 Mio. Menschen - ein Drittel der Bevölkerung - keinen gesicherten Zugang zu Trinkwasser. In Asien würden nur 35% der Abwässer gereinigt, in Lateinamerika 14%, in Afrika gebe es kaum Abwasserreinigung. Laut Weltwasserkommission wären 2025 etwa 50% des Bedarfs an sauberem Wasser nicht mehr gedeckt. Nach Angaben der Arabischen Liga lag der Pro-Kopf-Verbrauch in den arabischen Ländern um das Jahr 2000 bei rund 970 m³ Wasser/Jahr, in den westlichen Ländern dagegen bei 7650 m³. Nach Schätzungen wird die Wassermenge in den nahöstlichen Staaten bis 2025 u.a. wegen Dürren auf 650 m³ pro Kopf und Jahr sinken. Im Konflikt zwischen Israel und Palästina, Syrien und Jordanien spielte die Verteilung des knappen Wassers eine wichtige Rolle. Auch der Konflikt um das türkische Großprojekt von ca. 20 Staudämmen und Kraftwerken an Euphrat und Tigris ging 2001 weiter. Syrien und der Irak warfen der Türkei vor, nicht die vertraglich festgelegten Wassermengen zu liefern.


- Nahrungsknappheit -

Die Zahl der weltweit Hungernden blieb von Mitte der 1990er Jahre bis 2000 auf unverändert hohem Niveau, aber in den Industriestaaten nahm die Überernährung zu. 826 Mio. Menschen weltweit litten 2000 unter Hunger; ihnen standen im Schnitt zwei Drittel des Mindestbedarfs von 2000kcal/Tag zur Verfügung. Auf der anderen Seite war im Jahr 2000 mit 1,1 Mrd. Menschen erstmals die Mehrheit der erwachsenen Weltbevölkerung übergewichtig, z.B. 61% in den USA! - Eine „Globalisierung in der Phase des Globalismus“ beschleunigt sich natürlich enorm schnell. Kein Wunder, daß den Menschen die im Abendland immer schon vorhanden gewesene Globalisierung erst jetzt auffällt. Die Beschleunigung der Globalisierung, der Globalismus, begann in den 1990er Jahren, besonders aber um das Jahr 2000. Diese Beschleunigung verdeutlichte sich ökonomisch vor allem durch die Rekordzunahme des Welthandels, vermehrte internationale Kapitalströme (z.B. + 40% im Jahr 2000 gegenüber 1998) und ein wachsendes Volumen der Finanzmärkte. Im Jahr 2000 gab es 63000 multinationale Konzerne (zum Vergleich 1970: 7000). Der tägliche Devisenhandel erreichte über 1,5 Bill. US-Dollar. Die Politik vieler Staaten wurde zur Geisel der Finanzmärkte.


- Erzwungene Knappheit -

„Lassen Sie mich ein Beispiel anführen: Die amerikanische Firma ENRON wollte in Indien ein Kraftwerk bauen. ENRON hatte die gesamte US-Administration im Rücken, einschließlich des Präsidenten. ENRON unterzeichnete einen merkwürdigen, einseitigen Vertrag, möglich durch die Zahlung enormer Geldsummen an Politiker. Heute ist die Elektrizität, die ENRON anbietet, so teuer, daß sie sich niemand leisten kann. Aber obwohl niemand den Strom kauft, ist die Regierung per Vertrag verpflichtet, ENRON einen Betrag zu bezahlen, der 60 Prozent des indischen Budgets für landwirtschaftliche Entwicklung entspricht. Die Menschen protestieren seit Jahren dagegen. Niemand nimmt Notiz davon. So nimmt man einer Gesellschaft schleichend ihre Würde, ihre Infrastruktur, ihre Produktivität, ihre Initiativfreudigkeit. Und was übrig bleibt ist jene gefährliche Monstrosität ().“ (Suzanna Arundhati Roy, Freiheit für die einen ist Sklaverei für die anderen, in: Junge Freiheit, Die Tragödie des Westens, 2001, S. 107). Welche Stimmung auch bei der Deutung der Global-US-Amerikanisierung vorherrscht: der Globalismus (vgl. Befruchtung oder Cäsarismus: 22-24) ist auch das Streben nach einem unipolaren System - mit der Gefahr für Kulturen, vernichtet zu werden!


- Konsumterror und Kinderfeindlichkeit -

Das Sparen wächst mit der Angst vor der Zukunft. Warum aber kritisieren z.B. unsere Machthabenden, die sich selbst Handlungsunfähigkeit vorwerfen müssen, das Sparverhalten unserer Nicht-Machthabenden?  Die Angst vor der Zukunft veranlaßt die Mehrheit des deutschen Volkes, zu sparen und nicht zu konsumieren. Die Aufforderung, mehr zu konsumieren, ist völlig unberechtigt und oftmals blanker Zynismus. Widersinnig daran ist, daß hauptsächlich die sogenannten „Selbstverwirklichenden“, die Verantwortungslosen und Kinderlosen konsumieren, besonders weil sie keine Kinder haben und alle vom kinderfeindlichen Staat angebotenen Vorteile ausbeuten, während die Familien, besonders weil sie Kinder haben, zum Konsum und zur Kinderlosigkeit gezwungen werden (sollen). Es ist das Asoziale, was gefordert und gefördert wird. Früher galten die als asozial, die mehr als zehn oder zwölf Kinder hatten, aber heute gelten die als asozial, die keine Kinder haben. Früher war die Mitte die Norm, aber heute gibt es diese Mitte kaum noch. Die Angst vor der Zukunft ist dann tatsächlich ein Problemfall, wenn klar erkennbar ist, wo überall gespart wird. Das Geld wird gespart, die Kinderfeindlichlkeit nimmt zu, die Geburten sinken, die Familie überhaupt wird zum Problemfall - Juristen, Psychologen und Soziologen werden beauftragt, den Problemfall noch größer zu machen -, und das alles nur, weil die politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen falsch sind: Kinderlosigkeit, Ehe- und Familienscheidungen, Konsumverweigerung und mangelndes Vertrauen zur politisch-ökonomischen Macht sind eine natürliche Reaktion auf die Angst vor der Zukunft und eben auch ein typisches Kennzeichen für den Untergang einer Kultur.

Das Schuldenmachen ist - mittel- und langfristig gesehen - keine erfolgreiche Wirtschaftspolitik. Und der Appell, mehr zu konsumieren, kann allenfalls kurzfristig sinnvoll sein. Warum also machen die Westler und Japaner trotzdem so wahnsinnig viele Schulden?  Und warum gibt es bei ihnen ständig zum Konsumieren gezwungen?  Am schlimmsten treiben es diesbezüglich die USA. Sie erreichen ein Rekorddefezit nach dem anderen, ihre Neuverschuldung steigt ebenfalls permanent, das Defizit ihrer Leistungsbilanz ist sogar noch höher als das Defizit ihres Haushalts. „Besonders problematisch ist, daß sich die USA vor allem im Ausland verschulden. Während sich die europäischen Regierungen das Geld zumeist noch bei ihren eigenen Bürgern borgen, pumpt die US-Regierung die Bürger anderer Länder an. Bei den US-Amerikanem selbst ist nicht mehr viel zu holen. Seit den 1990er Jahren sank deren im internationalen Vergleich ohnehin niedrige Sparquote auf nunmehr 3,8 Prozent ihrer verfügbaren Einkommen - ein Bruchteil dessen, was Europäer oder Japaner auf die hohe Kante legen. Ohne deren Ersparnisse könnten die USA ihren Kapitalbedarf auch nicht annähernd decken. Um ihr Wirtschafts- und Finanzmodell aufrechterhalten zu können, sind sie dringend auf fremde Hilfe angewiesen. .... Eine Zeit lang kann ein so hoher Kapitalimport als Zeichen des Ansehens gewertet werden, das die USA weltweit genießen. Doch irgendwann tauchen Fragen auf: Was ist der US-Dollar noch wert?  Ist der us-amerikanische Wohlstand nicht ein Wohlstand auf Pump?  Hängt diese Volkswirtschaft nicht am Tropf anderer?  Und zugleich wächst weltweit die Furcht, der Glaube an die Wirtschaftskraft und die militärische Stärke der USA könnte in nicht allzu ferner Zukunft der Einsicht weichen, daß beide zu erheblichen Teilen nur geliehen sind. Wenn sich diese Erkenntnis verbreitet, könnte die Weltwirtschaft schwer erschüttert werden.“ (Meinhard Miegel, Epochenwende, 2005, S. 134-135). Mehr noch: die Weltpolitik könnte dann schwer erschüttert werden.

In Sachen Konsumterror und Sparphobie sind die US-Amerikaner besonders weit fortgeschritten. Das heißt: „Auch hier marschieren die US-Amerikaner an vorderster Front. Obwohl auch sie steuerlich geförderte Sparprogramme haben, will ihre Regierung, daß sie konsumieren und nicht sparen. Mit dem Geld, das übrig bleibt, sollen sie den Aktien-, Anleihen- und Immobilienmarkt aufpumpen. Das hat aus Sicht der Regierung die vorteilhafte Nebenwirkung, daß sich viele Bürger wohlhabender dünken, als sie in Wirklichkeit sind. Solche Wohlstandsillusionen sind wichtiger Bestandteil der Verbrauchsstrategie. Und diejenigen, die kein Geld haben, sollen es sich borgen. Billig genug ist es ja bei einer Realverzinsung von knapp über null Prozent. Das Wichtigste ist, daß das Geld rasch umgeschlagen wird. .... Hätten beispielsweise die Deutschen - für die meisten anderen frühindustrialisierten Länder gilt Ähnliches - im Jahre 2004 ihre Einkommen genauso hemmungslos ausgegeben wie die US-Amerikaner und nicht 10,9, sondern wie diese nur 3,8 Prozent gespart, hätten sie rund 100 Milliarden Euro zusätzlich in den Konsum fließen lassen können. Das sind knapp fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wären die Wachstumsraten kräftig gestiegen und wohl auch die Beschäftigtenzahlen. Und dann?  Dann hätte über kurz oder lang das Geld für Investitionen gefehlt, ohne die Wachstum ebenso wenig möglich ist wie ohne Nachfrage, und die Zinsen wären steil nach oben geschossen. Ein hochloderndes Strohfeuer wäre rasch in sich zusammengefallen. Hätten alle frühindustrialisierten Länder dem us-amerikanischen Beispiel nachgeeifert, befanden sie sich mittlerweile in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Die USA können sich nur verhalten, wie sie sich verhalten, weil sich die anderen nicht so verhalten. Anlaß für Lobpreisungen der us-amerikanischen Wirtschafts- und Finanzpolitik ist das nicht.“ (Meinhard Miegel, Epochenwende, 2005, S. 137-138).

„Also doch sparen?  Ernsthaft kann diese Frage nicht gestellt werden. Individuen und Volkswirtschaften, die immer nur von der Hand in den Mund leben, sind arm dran. Für den Einzelnen bedeutet Sparen die Bildung individueller Vermögen - großer oder kleiner. Individuelle Vermögen schaffen ein Mehr an Sicherheit und Unabhängigkeit. Für die Wirtschaft eines Landes bedeutet Sparen, daß Kapital bereitgestellt wird - viel oder wenig. Kapital ist eine tragende Säule jeder produktiven, wettbewerbsfiliigen Volkswirtschaft. Wo kein oder nur wenig Kapital ist, reicht die Wirtschaftskraft allenfalls aus, um die Menschen am Leben zu erhalten. Mehr nicht. Darüber hinaus erschließt Kapital - individuell und kollektiv - den Zugang zu den Volkswirtschaften, die jetzt an der Reihe sind, kräftig zu expandieren. Denn Kapital ist weltweit knapp. Nichts brauchen die aufstrebenden Länder dringlicher. Deshalb ist es richtig, in den frühindustrialisierten Ländern die Vermögensbildung breitester Bevölkerungsschichten anzuregen und zu fördern. Kein einziges dieser Länder leidet unter zu hohen Ersparnissen und erst recht nicht die Gemeinschaft aller. Der Appell, mehr zu konsumieren, kann allenfalls kurzfristig sinnvoll sein. Politik, die auf Nachhaltigkeit setzt, wird sich in der Regel solcher Appelle enthalten und statt dessen die Bürger zum Sparen ermutigen. Eine forcierte Konsumpolitik ist im Grunde eine Politik des »Nach uns die Sintflut«. Die Menschheitserfahrung ist hier wiederum eindeutig. Umso bedenklicher ist es, daß sich die frühindustrialisierten Länder unter Führung der USA in ebendiese Richtung bewegen.“ (Meinhard Miegel, Epochenwende, 2005, S. 138).

„Ein immer höherer Anteil der Wertschöpfung - des Kapitals, des Wissens (Mehr) und der Arbeitskraft - dient in den frühindustrialisierten Ländern einzig und allein dazu, Menschen Dinge schmackhaft zu machen, denen sie ohne diesen Zuckerguß nicht näher treten würden. Der Befriedigung manifseter Bedürfnisse dient ein immer kleinerer Anteil der Güterwelt. Für vieles müssen die Bedürfnisse erst aufwendig geweckt und dann ebenso aufwendig am Leben gehalten werden. Das ist das Wesen reifer Volkswirtschaften und materiell wohlhabender Gesellschaften: Sie haben einen Entwicklungsstand erreicht, wo die Weckung von Bedürfnissen der Befriedigung von Bedürfnissen um nichts nachsteht. Dabei werden sogar solche Bedürfnisse erzeugt, deren Befriedigung den Menschen schadet. Konsum wird hier zur Perversion.“ (Meinhard Miegel, Epochenwende, 2005, S. 145-146).

Die zunehmenden Handlungsanweisungen zum Konsumieren und Verschulden gehen natürlich nicht zufällig einher mit den ebenfalls zunehmenden „Zivilisationskrankheiten“. Diese Krankheiten, die besonders stark zunehmen, sind zumeist bedingt durch z.B. Umweltschäden, Luxus, Drogenmißbrauch, Vielfresserei (Dick-, Fettleibigkeit, Übergewicht, „XXL“), Freß-Kotz-Sucht (Bulimia nervosa), Magersucht (Anorexia nervosa), Bewegungsmangel, Kommuikationsmangel, körperliche und vor allem seelische Vereinsamung sowie viele andere gesundheitsschädliche Störungen. Auch immer mehr Kinder im Mutterleib sind hiervon betroffen. Weil die meisten - also nicht alle - Krankheiten dieser Art durch die Umwelt verursacht werden, müssen zum Zwecke des Verstehens auch zuerst die Umweltschäden und erst danach die Einzelnen untersucht werden. Der sogenannte „Fortschritt“ ist für uns nur Glaube, seine Praxis um ihn nur Religion, seine Theorie um ihn nur Theologie - letztendlich ist er nur ein Fort-Schritt, ein Fortschreiten im Sinne von Wegschreiten, also Sterben. Obwohl man die abendländische Kultur auch als Monade - als Einheit, als Selbst, als Lebewesen z.B. - auffassen kann, so ist sie für ihre Menschen vor allem eine Umwelt; also ist die Zivilisationskrankheit die Krankheit einer reif gewordenen Kultur, an der ihre Menschen teihaben. Und wenn z.B. Japaner immer weniger an ihren eigenen und immer mehr an unseren Krankheiten leiden, so beweist das nur, daß wir sie angesteckt haben.

 

Sprache - Sprachfakten 2000 - Sprache
An der Sprache der Jugend, die doch so ehrlich sein soll, läßt sich auch sehr gut erkennen, was kulturell „abgeht“. Ihr derzeitiger „Slang“ spiegelt nämlich auch z.B. wider, was unsere zur Zeit noch junge Phase des Globalismus (Global-Cäsarismus, Globalik, Versuch einer globalen Befruchtung u.s.w.; vgl. 22-24) und was die US-Amerikanisierung sowie der weltweite Terrorismus eigentlich bedeuten. Was also geschieht z.B. Spät-NHD in Deutschland?  Well, die vermeintlichen Sieger flüchten in die angelsächsische Sprache, in die Anglizismen, die die Anglismen (angelsächsische Semiotik wie Mode u.s.w.) cool komplettieren, während die vermeintlichen Verlierer ihnen voll kraß mit dem Ghetto-Akzent drohen. Die riesige Masse dazwischen wird von der Politik, von der Medienpolitik mit pseudokorrekten Wörtern dazu verdammt, dem Sprachterror als Sprachfaktum zu gehorchen*. Die Masse soll die Kluft zwischen beiden Extremen nicht erkennen. So wird sie zur unheimlichen Mehrheitenwahrheit, zu dem, was Politik und Lobbyismus unter Verantwortung für alles Deutsche verstehen: Nichts. Mehr Mehr


- Sprachknappheit -

Es ist die Angst, die dem sprachlichen Ausdruck der Opfer ein terroristisches Minimum verordnen kann, nämlich einerseits an der Oberfläche, weil die Ghettoisierten nur noch sprachliche Bruchstücke auf der Basis des ständig sich wiederholenden „restringierten Codes“ produzieren können, und andererseits in der Tiefe, weil die Angelsächselnden, die de facto US-Amerikanisierte sind, nur noch sprachliche Ersatzstücke auf der Basis des ständig sich an Progressivität messenden „elaborierten Codes“ produzieren können und dadurch ihre Sprachkompetenz verkümmern lassen. Letztendlich sind auch sie leider selbst die Dummen. Denglish ist nämlich eine Sprachware, hinter der eine Fernlenkung steckt, die viel cooler ist als die User überhaupt ahnen können.

Deutschland galt immer als die größte Kulturnation der Welt, das Deutsche war Weltsprache primär deshalb, weil es Kulturwerte vermittelte, aber nicht oder allenfalls nur sekundär über die Gewalt politisch-militärischer Macht (für alle anderen Nationen das primäre Mittel). Kann die deutsche Sprache diesen Stellenwert auch heute noch behaupten?  Seit 1945/1990 - nicht zufällig genau dazwischen: die Jahre 1967/1968 (!!!) - hat sich das Spätneuhochdeutsche (Spät-NHD) durchgesetzt; doch das Spätneuhochdeutsche muß nicht zwangsläufig durch fremdsprachliche Formen charakterisiert sein. Oder doch?  Sie werden nur dann zum Zwang, wenn die Politik erpreßbar ist. Die deutsche Sprache tendiert zur englischen Sprache (der USA - wohlgemerkt!) oder alternativ zum Ghetto-Slang, weil zum Sprechen auch Gehorchen gehört *  und darum auch die Politik, jedes der politisch-ökonomischen Geschäfte. Ein Beispiel ist das Geschäft mit der Angst, die - weil in das Angebot-Nachfrage-System gepreßt - als Ware mittlerweile auch auf dem Weltmarkt zu haben ist. Für Deutschland als zweitgrößte Welthandelsmacht (Deutschland) gilt der höchste Preis: einerseits die Angst und andererseits der Druck der Lobbyisten, die ihre Macht und Gewalt mit Angst begründen (das heißt: ein Geschäft mit der Angst machen). Beide Ängste sind zwei Seiten des Faktums Markt, und weil unser heutiger Staat sich erpressen läßt, kann er diesen größten Fehler nur noch mit Scheinmoral bzw. Scheinheiligkeit kaschieren. Zur Politik gehören auch die Medien - vor allem dann, wenn es um Sprach(lenkungs)politik geht. Besonders in den deutschen Medien des Sehens und Hörens haben fast alle Wörter, in denen der Wortstamm DEUTSCH vorkommt, eine negative Konnotation, und die Medienpolitiker wissen ganz genau, daß ihre Botschaft (z.B. mit der Umkehrung der 1933-1945-Verhältnisse: Kauft nicht das Deutsche!) Volksverhetzung ist. (Volksverhetzung). Für sie kommt man nicht aus Deutschland, sondern aus einem Bundesland (Michelland; und so treffen sich dann z.B. Hessen und Briten und nicht etwa Deutsche und Engländer). Lächerlich! Nur in der Ökonomie und besonders bei finanziellen Forderungen ist Deutschland, sind Deutsche plötzlich wichtig und dürfen plötzlich nicht mehr kleinkariert, nicht mehr Kleinstaatler sein, sondern - ja - die größte Nation der Welt: als Zahlmeister, als Weltmeister im Geldgeben! Das Sich-Erpressen-Lassen impliziert eben den Verkauf der eigenen Seele, des eigenen Geistes, letztendlich sogar des eigenen Körpers - und alle drei Ebenen hören auf die Sprache. Zum Glück kann uns die Sprache ja auch erwecken, z.B. wenn sie sagt: LASST EUCH NICHT ERPRESSEN!  Aber dazu muß man auch hören (können; denn echte Kunst hört auf die Sprache, gehorcht * der eigenen Sprachform und nicht der des Geldes).

Ein Blick in Deutschlands heutige Schulen und Jugendszene genügt, um zu erfahren, wer sich seiner Lobby sicher sein kann und wer nicht. An der Jugend konnte man schon immer am zuverlässigsten die Politik der Erwachsenen ablesen. Unsere Volksvertreter sind doch nicht, nur weil sie so heißen, die, die uns tatsächlich vertreten - im Gegenteil. Deutsche haben keine Lobby. Und der Staat will, daß sie auch untereinander nicht zusammenhalten. Einzigartig! Ein Sonderweg! Schon 1808 machte Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) nicht ohne Zynismus auf diesen Sonderweg aufmerksam, denn „der beste Rat, der zu geben sei, sei, die Deutschen wie die Juden in alle Welt zu zerstreuen, nur auswärts seien sie noch erträglich“ (17./18.11.1808). „Verpflanzt und zerstreut wie die Juden in alle Welt müssen die Deutschen werden, um die Masse des Guten ganz und zum Heile aller Nationen zu entwickeln, die in ihnen liegt“ (14.12.1808). Also Deutsche, hört auf den Geheimrat und gründet einen Deutschen Weltkongreß! Denn bis heute hat man Goethes Rat, Deutsche wie die Juden über die Welt zu verteilen, damit sie so zusammenhalten, kaum befolgt, statt dessen wurde aber das Goethe-Institut über die Welt verteilt.


- Soziolekt der heutigen „Politisch-Korrekten“ -

Eine Bemerkung zur Sprache der „Politischen Korrektheit“, die in Wirklichkeit eine Nichtkorrektheitssprache ist: Sie ist grammatisch und also auch semantisch falsch. Sie ist eine Sprache der formalen Nichtkorrektheit. Alles, was sich in ihr ausdrücken soll, richtet sich - ausschließlich (!) - nach den politischen Vorgaben der Herrschenden. Sie ist ein von den Herrschenden durch Politik und Medien diktatorisch verbreiteter Soziolekt einer Sprache. Weil dieser Soziolekt formal nicht korrekt ist und nur politisch als „korrekt“ gilt, ist er dem der Kommunisten (Links-Sozialisten) oder auch dem der Nationalsozialisten (Rechts-Sozialisten) ähnlich - jedenfalls ist er extremistisch und wird in erster Linie von Links-Sozialisten und Links-Liberalisten verwendet und von der Einheitspartei namens „SPD/CDU/CSU/FDP/Grüne/Linke“, (abgekürzt: PUP-Linke) verordnet. Beispielsweise wird dann - und zwar nur bei positiver (!) Konnotation - an das maskuline Substantiv die feminine Endung („in“ / „innen“) gehängt. Dies geschieht aber niemals (!) bei negativer (!) Konnotation - so heißt es z.B. nie „Verbrecherinnen und Verbrecher“ (oder gar „VerbrecherInnen)“, sondern weiterhin nur „Verbrecher“.

Es gibt unzählige Beispiele für den Soziolekt der „Politisch-Korrekten“. Sie sagen immer z.B. „Bürgerinnen und Bürger“ (und nie nur „Bürger“), aber niemals „Steuerhinterziehererinnen und Steuerhinterzieher“ (oder gar „SteuerhinterzieherInnen). Laut Grammatik des Deutschen sind durch das Pluralmorphem bereits beide Geschlechter berücksichtigt - das heißt: der Soziolekt der „Politisch-Korrekten“ ist grammatisch falsch. Und wenn in einer Sprache etwas grammatisch falsch ist, ist es außerhalb der Sprache zumindest formal ebenfalls falsch.

Unsere „Politisch-Korrekten“ dürfen Wörter wie z.B. „Ausländer“, „Ausländerin(nen)“, „ausländisch“ u.s.w. oder „Jude(n)“, „Jüdin(nen)“, „jüdisch“ u.s.w. bei negativer Konnotation niemals verwenden, während für Wörter wie „Deutscher“, „Deutsche“, „deutsch“ u.s.w. genau das Gegenteil gilt. Man kann die Uhr danach stellen, so sicher ist es, daß ein „Politisch-Korrekter“ Wörter wie „Deutscher“, „Deutsche“, „deutsch“ u.s.w. immer nur bei negativer Konnotation verwendet. „Politisch-Korrekte“ glauben offenbar, durch Umkehrung der politischen Verhältnisse von 1933 bis 1945 zu „Gutmenschen“ geworden zu sein - dabei vergessen oder verdrängen sie, daß ihr Antideutschismus (Antigermanismus) mit Hitlers Antijudaismus (Antisemitismus) verwandt ist. (*). Sie glauben also wohl auch daran, daß eine „Bundeskristallnacht“ harmloser sei als eine „Reichskristallnacht“. Man muß bloß eines der einfachsten sprachwissenschaftlichen Experimente machen, um zu erkennen, was in unserer Bundesrepublik so sehr faul ist, daß es bereits bis zum Himmel stinkt. Wenn Sie, liebe Leser, die nächsten Nachrichten hören oder lesen, dann ersetzen Sie doch bitte z.B. „Deutscher“, „Deutsche“, „deutsch“ durch z.B. „Jude(n)“, „Jüdin(nen)“, „jüdisch“, und Sie werden erkennen, daß aus dem bei uns staatlich verordneten Antideutschismus (Antigermanismus) ein Antijudaismus (Antisemitismus) geworden ist. (*). Sie werden dann verstehen, ob bzw. wie sich die oben erwähnte „Bundeskristallnacht“ von der „Reichskristallnacht“ unterscheidet. Jedenfalls erkennt man an all diesen Beispielen ganz genau, daß die meisten Menschen aus der Geschichte nichts lernen. Und „Politisch-Korrekte“ erst recht nicht. Sie können auch gar nicht aus der Geschichte lernen, weil sie ja funktionieren müssen. Sie müssen nur gehorchen (*), einem Befehl nachkommen (*), einen Wunsch erfüllen (*), sich lenken lassen (*), auf etwas hören (*). Das wundert mich nicht, denn „Politisch-Korrekte“ sind genau das, was zu einer nichtdemokratischen Herrschaft gehört (*): Untertanen! Und alle Wünsche einer nichtdemokratischen Herrschaft sind genau dann erfüllt, wenn diese Untertanen extreme Selbsthasser sind.

Unsere Links-Sozialisten und Links-Liberalisten urteilen über die Welt sehr extremistisch und einfach: haben sie z.B. die Wahl zwischen Leben und Luxus, so wählen sie den Luxus, weil sie gegen das Leben sind; haben sie z.B. die Wahl zwischen Mensch und Tier, so wählen sie das Tier, weil sie gegen den Menschen sind; haben sie z.B. die Wahl zwischen Kindern und Singletum, so wählen sie das Singletum, weil sie gegen die Kinder sind; haben sie z.B. die Wahl zwischen Alten und Jungen, so wählen sie die Jungen, weil sie gegen die Alten sind; haben sie z.B. die Wahl zwischen Gemeinschaft und Individuum, so wählen sie das Individuum, weil sie gegen die Gemeinschaft sind; haben sie z.B. die Wahl zwischen Mehrheit und Minderheit, so wählen sie die Minderheit, weil sie gegen die Mehrheit sind; haben sie z.B. die Wahl zwischen Weißen und Nichtweißen, so wählen sie die Nichtweißen, weil sie gegen die Weißen sind; haben sie z.B. die Wahl zwischen Abendländern und Nichtabendländern, so wählen sie die Nichtabendländer, weil sie gegen die Abendländer sind; haben sie z.B. die Wahl zwischen Deutschen und Ausländern, so wählen sie die Ausländer, weil sie gegen die Deutschen sind; haben sie z.B. die Wahl zwischen Mann und Frau, so wählen sie die Frau, weil sie gegen den Mann sind.
Beispiel ABeispiel BWahlBegründung
LebenoderLuxusLuxusSie sind gegen das Leben
MenschoderTierTierSie sind gegen den Menschen
KinderoderSingletumSingletumSie sind gegen die Kinder
AlteoderJungeJungeSie sind gegen die Alten 
GemeinschaftoderIndividuumIndividuumSie sind gegen die Gemeinschaft
MehrheitoderMinderheitMinderheitSie sind gegen die Mehrheit
WeißeoderNichtweißeNichtweißeSie sind gegen die Weißen
AbendländeroderNichtabendländerNichtabendländerSie sind gegen die Abendländer
DeutscheoderAusländerAusländerSie sind gegen die Deutschen
MannoderFrauFrauSie sind gegen den Mann
Unsere Links-Sozialisten und Links-Liberalisten sind lebensfeindlich, menschenfeindlich, kinderfeindlich, altenfeindlich, gemeinschaftsfeindlich, mehrheitsfeindlich (also: demokratiefeindlich, antidemokratisch), weißenfeindlich (also: rassefeindlich, rassistisch), abendländerfeindlich (also: kulturfeindlich, barbarisch), deutschenfeindlich, männerfeindlich (also geschlechtsfeindlich, sexistisch)! MehrMehr

Die Politik unserer Herrschenden ist eine Politik für den Luxus (gemeint ist selbstverständlich nur der Luxus der Herrschenden!), für das Tierische, für das Single-Dasein, für den Jugendwahn, für das Individuum, für die Minderheit, für die Nichtweißen, für die Nichtabendländer, für die Nichtdeutschen (also: Ausländer und nichtdeutsche Inländer), für die Nichtmänner (also: Frauen und „Geschlechtslose“ Mehr), weil sie eine Politik gegen das Leben, gegen den Menschen, gegen die Kinder, gegen die Alten, gegen die Gemeinschaft, gegen die Mehrheit (Demokratie), gegen die Weißen, gegen die Abendländer, gegen die Deutschen, gegen die Männer ist. Eine solche Politik ist die Fortsetzung und deshalb nur die „Neo“-Form desselben Links-Liberalismus und desselben Links-Sozialismus, wie sie bereits seit dem Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert existieren. Um es philosophisch zu formulieren: Sie gehört zu der Spätform desselben Nihilismus (NihilismusNihilismus), wie er bereits seit dem Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert existiert.

Zweifellos sind unsere Links-Sozialisten und Links-Liberalisten totalitaristisch bzw. extremistisch. Und genau dieser Totalitarismus bzw. Extremismus ist die Staatsräson unseres Parteienstaates (der „PUP-Linken“). Bei uns regiert also immer noch ein totalitaristisches bzw. extremistisches Verbrechertum. Mehr

Unsere „Politisch-Korrekten“, die also allesamt dem Lager der Links-Sozialisten und Links-Liberalisten (als dem kleineren Bündnispartner) angehören, predigen Selbstkritik bis hin zum Selbsthaß und meinen dabei aber - selbstredend - niemals das eigene Selbst, sondern immer nur die jeweils anderen Selbste. Die Einstellung zum Selbst hat nicht zufällig eine Ähnlichkeit mit der Einstellung zum Leben. „Der letzte Mensch der Weltstädte will nicht mehr leben, wohl als einzelner, aber nicht als Typus, als Menge; in diesem Gesamtwesen erlischt die Furcht vor dem Tode.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-'22, S. 679). So wird das Selbst wie das Leben verneint und dennoch lieber das andere Selbst (z.B. des Nachbarn oder der Nation) wie das andere Leben (z.B. des Nachbarn oder der Nation) gemeint. So sind sogar Selbsthaß und Selbstschutz verbündet. Das ist nur scheinbar paradox und in Wirklichkeit der letze Wille des letzten Selbst. Dieses letzte Selbst kann z.B. das des letzten Mannes, des letzten Deutschen, des letzten Abendländers, des letzten Weißen und - zuletzt (!) - des letzten Menschen sein (Nietzsche läßt grüßen).

 

- Das Ende einer Lebenslüge -
„Es ist eine gespenstische Debatte, die sich da im Gefolge des van-Gogh-Mordes in den Niederlanden und der Äußerungen von Altkanzler und Zeit-Mitherausgeber Helmut Schmidt zur »multikulturellen Gesellschaft« entwickelt hat. Schmidt hat es im Hamburger Abendblatt als »Fehler« bezeichnet, daß »wir« zu Beginn der 1960er Jahre »Gastarbeiter aus fremden Kulturen« ins Land geholt hätten. Viele Ausländer wollten sich, so Schmidt, gar nicht integrieren. Er zeigte sich überzeugt, daß »multikulturelle Gesellschaften« nur in »Obrigkeitsstaaten« ... funktionieren könnten.“ (Alexander Griesbach, in: Junge Freiheit, 03.12.2004).

„Schon vor vielen Jahren warnte Bevölkerungswissenschaftler Robert Hepp vor dem gefährlichen Irrtum »zu glauben, die jungen ›armen‹ Völker würden auf die Dauer geduldig mitansehen, wie die ›reichen‹ Rentner in ihrem Lebensabendland blinzelnd in der Abendsonne sitzen und ihre Ersparnisse verzehren. Man muß gerade in einem Himmelsstrich, in dem täglich ein neues Seniorenheim eingeweiht und eine neue Seniorenpartei gegründet wird, unmißverständlich feststellen, daß die Zukunft nicht dem Alter, sondern der Jugend gehört. Ob es uns gefällt oder nicht, der Kampf um Ressourcen, um ›Lebensraum‹, ist das große Thema der Weltgeschichte, und - Sozialdarwinismus hin, Sozialdarwinismus her- es scheint ein unerbittliches Gesetz der Geschichte zu sein, daß die wachsenden, vorwärtsdrängenden Völker im Kampf um die knappen Ressourcen die lebensmüden, vergreisenden letztlich immer verdrängen« (Robert Hepp, Einwanderungspolitik zur Sicherung unseres Lebensstandards?,  in: Andreas Mölzer & Rudolf Eder, Einwanderungsland Europa?,  1993, S. 23f.). „Hat der multiethnische Bürgerkrieg uns erreicht?“ (Karl Richter, Im doppelten Würgegriff der Überfremdung, 2006, S. 1). Mehr

„Mit Recht hat der Osnabrücker Soziologe Robert Hepp festgestellt, daß die multikulturelle Gesellschaft »Ausdruck eines egalitären, kosmopolitischen und humanitären Nihilismus« sei, »dem im Grunde genommen alles gleichgültig ist«. Es ist dieser Nihilismus, der im Namen »kultureller Gleichheit« verunmöglicht, daß eine Überprüfung der kulturellen Kompatibilität bestimmter Zuwanderergruppen stattfinden kann. Deshalb wurde insbesondere aus dem linken politischen Spektrum, das die prinzipielle Gleichheit der Kulturen wie eine Monstranz vor sich herträgt, bisher jede Anpassung an eine »europäische« oder gar »deutsche Leitkultur« abgelehnt. .... Multikulturalisten bleiben sprachlos, wenn es zum Beispiel um die Unterdrückung islamischer Frauen in deutschen Ausländerghettos geht. Wie paßt Diese Tatsache eigentlich zu der »Freiheit« der modernen, multikulturellen Gesellschaft, von der sie schwärmen? Die Ghettoisierung scheint in jedem Einwanderungsland einer eisernen Regel zu folgen: Wenn die Wertvorstellungen eines Zuwanderungslandes mit den Wertvorstellungen der Zuwandernden kollidieren, kommt es zu Abschottungstendenzen.“ (Alexander Griesbach, in: Junge Freiheit, 03.12.2004).

„Da in der Politik einerseits ständig Dinge passieren und passieren müssen, die unmöglich allen gefallen können, demokratische Politiker aber andererseits von der Gunst ihrer Wähler abhängig sind, hat sich in der Massendemokratie ein typischer rhetorischer Stil herausgebildet, der von Moralisten als heuchlerisch und verlogen kritisiert zu werden pflegt, den man aber angesichts seiner evidenten »Funktionalität« vielleicht besser als »euphemistisch« bezeichnen sollte. Euphemismen, beschönigende Umschreibungen eines als unangenehm oder anstößig empfundenen Sachverhalts, machen tatsächlich den Großteil des Schlagwortrepertoires der »Gefälligkeitsdemokratie« aus. Sie füllen das »Wörterbuch des Gutmenschen« (vgl. Klaus Bittermann / Gerhard Henschel, Das Wörterbuch des Gutmenschen - Zur Kritik der moralisch korrekten Schaumsprache, 1994) mit jener unsäglichen »Schaumsprache«, über die sich die Intellektuellen zu Recht mokieren, weil sie tatsächlich zum größten Teil aus evidenten Nonsens besteht. Begriffsgläubig wie sie von Haus aus sind, lassen es die Sprachkritiker allerdings meist bei dem Nachweis bewenden, daß die Schlagworte eigentlich, d.h. losgelöst von der konkreten politischen Situation, etwas ganz anderes bedeuten. Für den politischen Sinn des Unsinns interessieren sie sich in der Regel nicht. Wenn Politiker von der »multikulturellen Gesellschaft« reden, unterstellen ihnen die Kritiker naiverweise, es sei nichts weiter als eine Gesellschaft mit viel Kultur oder mit vielen Kulturen gemeint. Und sogleich beginnt die Reflexionsmaschine zu schnurren. Um die politische Bedeutung von Euphemismen zu erfassen, genügen aber logische Sprachanalysen nicht. Da muß man auch und vor allem die ideologiekritische Sonde ansetzen und fragen, wer hier was warum vor wem zu beschönigen versucht. Die »multikulturelle Gesellschaft« ist ein typischer politischer Euphemismus. Lexikalisch nachgewiesen ist sie erstmals als politischer Euphemismus zur Umschreibung rassisch gemischter Milieus in den USA. Kultur stand hier also zunächst für das Tabuwort Rasse. Das könnte einen glatt auf die Idee bringen, die Formel müsse von einem Rassisten stammen, denn die Substitution macht eigentlich nur einen Sinn, wenn man Kultur als abhängige Variable der Hautfarbe ansieht. Wohl möglich, daß sich hinter dem Euphemismus eine rassistische Kulturtheorie verbirgt; auch der Antirassismus ist ja nur ein Doppelgänger des »Rassismus«. Aber gemeint ist damit offenbar das genaue Gegenteil, nämlich: Rassenunterschiede seien im Grunde nur Unterschiede der Kultur - das ist in diesem Zusammenhang immer mitzudenken - sei im Gegensatz zur genetisch fixierten, biologischen Rasse ein rein historisches »Zufallsprodukt«, das also grundsätzlich veränderbar sei. Die Tendenz dieser Euphemisierung ist es also, Rassenunterschiede als bloße Kulturunterschiede erscheinen zu lassen und sie so zu bagatellisieren. Das ist zwar logisch unsinnig, denn Unterschiede der Rasse sind nicht identisch mit Unterschieden der Kultur, aber der politische Sinn ist klar.“ (Robert Hepp, Multa non multum: Kulturkritische Anmerkungen zur »multikulturellen Gesellschaft«, 1997, S. 2).

„Der europäische Kulturzerfall ... ist die conditio sine qua non für den unkritischen Import des Kulturschutts der ganzen Welt. .... Einer Elite, die Unterschiedliches nicht mehr verschieden bewerten kann, muß selbstverständlich alles als gleichwertig erscheinen. Ihre Begeisterung für die »multikulturelle Gesellschaft« ist nur das Resultat des Zusammenbruchs aller Werte, der eng mit der Geschichte des politischen Niedergangs und der allgemeinen Dekadenz Europas verquickt ist. Man kann die »multikulturelle Gesellschaft« als die Endstation auf der Bahn einer ständig fortschreitenden Entwertung der Werte begreifen, die über die Zwischenstation des sogenannten Kulturrelativismus endlich beim puren Kulturnihilismus angelangt ist, der - Perversität der Perversitäten! - unter dem Vorwand der Vermehrung der Kultur aller Kultur den Garaus macht. Der Nihilismus, den Nietzsche vor über hundert Jahren heraufkommen sah und den niemand mehr beim Namen nennt, seit er da ist, manifestiert sich in unterschiedlichen Formen und läuft unter vielerlei Etiketten: Liberalismus, Pluralismus, Postmodernismus und eben auch »multikulturelle Gesellschaft«. Aber an keiner seiner Erscheinungsformen wird so unmittelbar deutlich, daß unsere Kultur mit ihrem Latein am Ende ist, wie am Engagement unserer Kulturelite für die »multikulturelle Gesellschaft«. Die Bereitschaft unserer Intellektuellen, sämtliche kulturellen Äußerungen der Menschheit als gleichwertig anzuerkennen, ist nicht etwa ein Zeichen ihres tiefen Respekts vor den Eigentümlichkeiten fremder Kulturen, sondern nur der Ausdruck eines egalitären, kosmopolitischen und humanitären Nihilismus (vgl. Friedrich Nietzsche über den kosmopolitischen Karneval der Götter, Sitten, Künste, Speisen, Literaturen, Zeitungen, Umgangsformen und Geschmäcker als Zeichen einer Schwäche der Verdauung ...), dem im Grunde alle Kulturen gleichgültig sind. .... Der Kosmopolitismus könnte durch folgenden Syllogismus wiedergegeben werden. Die Prämisse ist: alle Kulturen sind gleichermaßen wahr, keine ist es mehr als die andere. Daraus folgt, daß der totale Mensch die Summe der früher aufgespaltenen Kulturen sein muß. Schlußfolgerung: alle Kulturen sind eine einzige Kultur, folglich ist keine Kultur an sich beachtlicher als eine andere, denn sie sind alle nur Probestücke der Weltzivilisation. Das Resultat ist das Gegenteil dessen, was die Prämissen aussagten .... Der Kult der Differenz mündet in quietistischer Gleichgültigkeit: wenn alles gleichviel wert ist, zerstören und widerlegen sich die Weltanschauungen gegenseitig .... »Wir sind alle gleich, weil ihr mir alle gleichgültig seid«.“ (Robert Hepp, Multa non multum: Kulturkritische Anmerkungen zur »multikulturellen Gesellschaft«, 1997, S. 10).

„In den USA löste die neue Politik ... einen veritablen Kulturkampf aus. Der Protest von Vertretern der ... Mehrheit entzündete sich vor allem an Maßnahmen der umgekehrten Diskriminierung wie den berüchtigten Quotenregelungen, durch die bestimmte Minderheiten de facto privilegiert wurden ....“ (Robert Hepp, Multa non multum: Kulturkritische Anmerkungen zur »multikulturellen Gesellschaft«, 1997, S. 11).

„Es leuchtet ein, daß die im normativen Modell der »multikulturellen Gesellschaft« vorgesehene Kombination von Assimilations- und Diskriminierungsverbot für eine Minderheit wie die traditionsbewußten Juden, die stets eifersüchtig auf die Bewahrung ihrer Identität bedacht waren, sehr attraktiv sein mußte. (Die Legende, daß die Juden in der Galuth grundsätzlich assimilationswillig gewesen seien und daß ihre Absonderung nur darauf zurückzuführen sei, daß sie von den Wirtsvölkern zurückgewiesen und in die Ghettos verbannt worden seien, ist hundertmal widerlegt worden.). Es ist daher auch nicht überraschend, daß Juden an der Entwicklung der Doktrin des kulturellen Pluralismus und des Modells der »multikulturellen Gesellschaft« von Anfang an einen hervorragenden Anteil hatten.“ (Robert Hepp, Multa non multum: Kulturkritische Anmerkungen zur »multikulturellen Gesellschaft«, 1997, S. 11).

„Wie der christliche Staat nach der Trennung von Staatsbürgerschaft und Konfession mit der Anerkennung der Glaubensfreiheit zum religiös agnostischen Staat wurde, so würde der Nationalstaat nach der Trennung von Staatsbürgerschaft und Volkszugehörigkeit mit der Anerkennung der Kulturautonomie notwendig zum national agnostischen Staat. Die ethnischen Gemeinsamkeiten, auf denen ein Nationalstaat, und zumal ein demokratischer, beruht, könnten nun nicht mehr den Kitt der staatlichen Einheit bilden. Da die Angehörigen der ethnischen und nationalen Minoritäten trotz ihrer kulturellen Verschiedenheit als gleichberechtigte Bürger behandelt werden müßten, käme die Kultur als einigendes Band des Gesamtstaates nicht mehr in Betracht. Auch die Kultur der Mehrheitsbevölkerung wäre damit notwendig entwertet. Entgegen dem Eindruck, den das Schlagwort »multikulturelle Gesellschaft« suggeriert, wäre also ein solcher Staat kein Kulturstaat im traditionellen Sinne mehr. Damit hätte er aber im Vergleich zum Nationalstaat nicht nur einen Teil seiner Legitimität, seines Ansehens und seiner Macht eingebüßt. Der nicht nur in konfessioneller, sondern auch noch in kultureller Hinsicht agnostische Staat einer »multikulturellen Gesellschaft« wäre jeden Inhalts entleert, der perfekte Nihilist.“ (Robert Hepp, Multa non multum: Kulturkritische Anmerkungen zur »multikulturellen Gesellschaft«, 1997, S. 13).

„Zur Verteidigung dieses Schwindelunternehmens (Politik der »multikulturellen Gesellschaft«, des Asyls, der Zuwanderung u.s.w.; HB), das eine regelrechte Verhöhnung des Rechtsstaats darstellte, wurde von einer humanitären Lobby, die sich aus Christen, Sozialisten, Liberalen und allerlei Randgruppen des Untergrunds zusammensetzte, eifrig auf den Topos »multikulturelle Gesellschaft« zurückgegriffen. Ohne Unterlaß wurde der Öffentlichkeit eingeredet, sie müsse diese Einwanderung, die nichts als Ballastkosten und Friktionen verursachte (zu den Ausländerkosten der Bundesrepublik Deutschland: Robert Hepp, Die Ballastkosten der Einwanderer, in: Junge Freiheit, Nr. 38/1994 vom 16.09.1994 und Nr. 39/1994 vom 23.09.1994), als eine Chance begreifen. .... Das Modell der »multikulturellen Gesellschaft«, das in den klassischen überseeischen Einwanderungsländern zunächst als Notlösung für ein Problem konzipiert worden war, das sich ungewollt angestaut hatte, und das sich erst nach und nach im Lager der Minderheitenvertreter zu einer ultrapluralistischen Ideologie auswuchs, wurde in Europa von seinen Anhängern sogleich als eine Art Heilslehre verstanden. Aus der Verlegenheitslösung des Problems der Integration zugewanderter Minderheiten, die sich der Assimilation verweigerten, wurde im Handumdrehen eine Devise von Kulturrevolutionären, die die Wanderungspolitik zum Instrument einer radikalen Veränderung der politischen Landschaft umfunktionierten. Die »multikulturelle Gesellschaft« ist heute die Erkennungsparole aller Feinde des Nationalstaats. Die Verlautbarungen der Wortführer lassen keinen Zweifel, daß die Anerkennung der kulturellen Identität von Minderheiten für sie allenfalls eine Mittel zu dem Zweck ist, den Nationalstaat aus den Angeln zu heben. Keinem geht es wirklich um die Kultur der ethnischen Minderheiten. ... Heute sehen selbst liberale US-Amerikaner wie Arthur M. Schlesinger ein, daß dieser pluralistische Glaube ein Luxus war. Nun müssen sich auch die Pluralisten in den USA plötzlich wieder der alten politischen Kardinalfrage stellen, wie man aus dem Vielen eine Einheit machen könnte. Und manches spricht dafür, daß in modernen dynamischen und pluralitischen Industriegesellschaften bei der ständig zunehmenden sozialen Differenzierung jene Allmende kollektiver Güter, die man als nationale Kultur bezeichnet, noch die einzig mögliche Basis politischer Gemeinsamkeit darstellt. Ernest Gellner (Nationalismus und Moderne, 1991, S. 85) hat sogar behauptet, ein echter kultureller Pluralismus sei unter den heutigen Bedingungen nicht mehr möglich, weil Menschen heutzutage nur noch in Einheiten leben könnten, die durch eine gemeinsame Kultur definiert werden und sich durch hohe interne Mobilität und einen ständigen Kommunikationsfluß auszeichnen.“ (Robert Hepp, Multa non multum: Kulturkritische Anmerkungen zur »multikulturellen Gesellschaft«, 1997, S. 14-15).

„Damit sind wir bei der eigentlich interessanten politischen Frage angelangt, wer denn ein Interesse daran haben könnte, den Völkern Europas die unbezweifelbare kulturelle Verarmung, die ihnen eine »multikulturelle Gesellschaft« bescheren würde, als kulturelle Bereicherung zu verkaufen?  Cui bono?  Wer profitiert von dem Kulturchaos einer »multikulturellen Gesellschaft«?  In den USA haben von der Umkehrung der Dollar-Devise bislang allenfalls bestimmte Minderheiten profitiert. Und auch die werden ihre Privilegien auf die Dauer nur genießen können, wenn sie im allgemeinen Kulturchaos fest zusammenhalten. Für Minderheiten von der Art des europäischen Hochadels, der seine Identität und Geschlossenheit durch ein jahrhundertelanges Konnubium nach dem Prinzip der Ebenbürtigkeit wahren konnte, oder der Juden, die sich durch Religion und Inzucht sogar durch zwei Jahrtausende erhalten haben, könnte die »multikulturelle Gesellschaft« eine große Chance sein. An den Kragen gehen wird es aber sicherlich den sogenannten Mehrheitsbevölkerungen der demokratischen Nationalstaaten, die sich von den Sirenengesängen der »Multikulturalismus«-Prediger einlullen und solange widerstandslos unterwandern lassen, bis sie sich in einem Land wiederfinden, in dem nichts mehr an ihre alte Kultur erinnert. .... Der Unterschied zwischen den Europapolitikern und den »Multikulturalismus«-Propagandisten besteht nur darin, daß die einen bereits wortlos ins Werk setzen, was die anderen nur wortreich verkünden. Die Propagandaarbeit der linken Hilfstruppen ist darum freilich aus der Sicht der Regierenden nicht überflüssig, denn sie wissen wohl, daß das begonnene Werk nur zu einem gedeihlichen Ende gebracht werden kann, wenn es gelingt, auch noch die renitente Bevölkerungsmehrheit zur Akzeptanz des eingeschlagenen Kurses zu bewegen .... Aus der Perspektive unserer demokratischen Eliten, die dabei sind, sich von der Basis ihrer Völker zu emanzipieren und nach Europa abzusetzen, ist die Umstimmung der Volksseele zugunsten der Transformation der ethnisch homogenen demokratischen Nationalstaaten in einen ethnisch heterogenen supranationalen Vielvölkerstaat vermutlich der eigentliche Hintersinn der »Multikulturalismus«-Kampagne. Es versteht sich, daß das nicht allen Mitwirkenden, geschweige denn allen Mitläufern der Massenbewegung bewußt ist, von denen die meisten sicherlich ganz naiv an den Wortlaut der Formel glauben. Aber die Ablenkung von diesem eigentlichen politischen Ziel ist zweifellos die politische Pointe des Schlagworts. .... Warum sollte einem europäischen Politiker, und zumal einem Eurotechnokraten, der Gedanke fremd sein, sich durch die Auflösung der homogenen Völker in ein Gewirr ethnischer Minderheiten von den Fesseln der Mehrheitsdemokratie zu befreien?  (Der Verdacht, daß der Multikulturalismus nur eine Strategie der politischen Klasse zur Ausschaltung der Bevölkerungsmehrheit ist, ist sogar auch in Kanada geäußert worden). Da sich Minderheiten relativ leicht gegeneinander ausspielen lassen, läßt es sich in einer Minderheitendemokratie trefflich regieren. .... Heute werden ... bereits multinationale Krisenreaktionskräfte mit einem UNO-Mandat in wildfremde Länder geschickt, um Völker daran zu hindern, von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch zu machen. (Vgl. die historische Parallele des Einsatzes multinationaler Friedenstruppen im Römischen Reich). Der UNO-Generalsekretär hat wiederholt eigene (?) Truppen zum Einsatz gegen ... Nationalisten gefordert, und sogar ... haben sich bereits ... Minderheiten und ihre Fürsprecher (!) mit der Bitte um Blauhelm-Kontingente zur Bekämpfung von Ausländerfeinden (?) an den UNO-Sicherheitsrat gewandt.“ (Robert Hepp, Multa non multum: Kulturkritische Anmerkungen zur »multikulturellen Gesellschaft«, 1997, S. 15-16 ). Alle Mulit-Kulti-Propagandisten mißbrauchen die Demokratie, das Selbstbestimmungsrecht der Völker, ja überhaupt die Menschenrechte, und sie können ihre Interessen leicht mit denen der Herrschenden der USA, UNO, EU, ja überhaupt aller Politminderheiten im gesamten Abendland in Einklang bringen, weil sie gemeinsam gegen die Demokratie, gegen die Mehrheit, für die Minderheit (egal welche) sind; anders gesagt: weil sie Cäsaristen sein wollen oder schon sind (vgl. 22-24), weil sie ohne viel Risiko regieren und darum ihr eigenes Volk als Mehrheit (!) abschaffen, liquidieren wollen. Und das ist gefährlich, sehr gefährlich ! Vor allem für die Inländer (Volk als Mehrheit!), denn sie können nicht oder nur bedingt, was Herrschende und Ausländer sogar bei Gefahr problemlos können: auswandern!


- „GATED COMMUNITIES“ -
Geschlossene Siedlungen von inzwischen 11 Millionen zumeist Weißen aus der - ebenfalls zumeist - Ober- und Mittelschicht der USA, verbreiten sich z.B. in den USA immer rascher und sind bereits vom US-Staat anerkannt, nicht zuletzt deshalb, weil die Bewohner dieser „Privatstaaten“ viel konsumieren. Eine solche Exklusivität mit umfangreichen Sicherheits- und Dienstangeboten gibt es aber nicht nur in den USA. „Will man diese Siedlungsform in einer Typologie fassen, könnte man dem Vorschlag von Jan Wehrheim (Wehrheim) folgen, der am Beispiel der USA drei Arten von Siedlungen mit Zugangsbeschränkungen unterscheiden hat. .... Anteilsmäßig ungefähr ein Drittel der gated communities werden jeweils von Ober- und gehobener Mittelschicht, den wohlhabenden Rentnern sowie den mittleren und unteren Einkommensklassen gehalten. Der wichtigste Grund für die Entwicklung zur gated community ist die Angst vor Kriminalität und alltäglicher Gewalt. Sie resultiert aus der Zuspitzung sozialer und ethnischer Gegensätze durch wirtschaftliche Umstrukturierung und Massenzuwanderung, die zum Anwachsen großstädtischer Unterschichten führt. Die Organe der Staatsmacht sind oft nicht fähig oder auch nicht willens, die dort neu entstehenden sogenannten »gefährlichen Klassen« in Schach zu halten und effektiv gegen Gewaltkriminalität, Drogenhandel und Jugendbanden vorzugehen. Öffentliche Räume, Straßen, Plätze, Verkehrsmittel und Parks werden in diesem Zusammenhang als »Angsträume« erlebt. .... Meist erfolgt die Schaffung privater Siedlungen über einen Projektentwickler, den developer, der einen Verein, eine sogenannte Homeowner Association, gründet. Mitgliedschaft und Stimmrecht im Verein sind für alle Besitzer bis zum vollständigen Verkauf der Siedlung zwingend. Der Verein stellt die »Regierung« der Siedlung dar und ist für die Regelung des Lebens in der Anlage, die Vertretung nach außen, die Erhebung eigener Steuern, Abgaben und Gebühren sowie die Kontrolle der Einhaltung der internen Regelungen zuständig. .... Je mehr Menschen sich mittels privater Siedlungen vom System der öffentlichen Kommunen abschotten, um so größer wird das politische Gewicht ihrer Interessenvertreter. Für staatliche Umverteilungsmaßnahmen, die vor allem den übrig gebliebenen öffentlichen Kommunen nutzen würden, in denen sich die die unteren Klasen und Sozialfälle konzentrieren, wird es damit eng. Im Bestreben, nach außen möglichst wenig Steuern zu zahlen, kommt man den privaten Siedlungen auch von öffentlicher Seite (wie z.B. in Housten und Kansas City) entgegen, da ihre wohlhabenden Bewohner wenig kosten, aber dafür viel konsumieren. Mittlerweile sind etliche private Siedlungen vom Staat als eigenständige Kommune anerkannt. Bedeutsam erscheint dies auch im Hinblick auf die lokale Demokratie, da sich in den Hausbesitzervereinigungen das Stimmrecht nicht nach der Anzahl der erwachsenen Bewohner richtet. Statt dessen gilt entweder »eine Stimme pro Haushalt« oder das Stimmrecht richtet sich nach dem Immobilienwert - nach dem Prinzip: »one dollar - one vote«, wobei Mieter kein Stimmrecht besitzen. Als »the most representive and responsive form of democracy« bezeichnet die Interessenvertretervereinigung Community Association diesen Umstand. In den Siedlungen konstituiert sich eine Lebenssphäre, die zwischen dem liegt, was sich als privat oder öffentlich definieren läßt. .... Damit zeichnet sich horizontal das Leitbild der Großstadtentwicklung als Flickenteppich aus privaten Sicherheitsinseln, umgeben von »gefährlichen Räumen« ab. Vertikal bilden sich zwei Pole heraus: die lifestyle & prestige communities am oberen und die öffentlichen Räume als Armenghettos, Bürgerkriegs- und Plünderungszonen am unteren Ende der sozialen Hierarchie.“ (Arne M. Schemmerling, Multikulti konsequent: gated communities, in: Sezession, April 2006, S. 22-24 Sezession).

„Was sich in den letzten Monaten in Spanien, England und Frankreich abgespielt hat, wird wahrscheinlich zu einem Alltagsphänomen werden. Ethnisch-kulturell »gekippte« Stadtteile überläßt man sich selbst, die Ordnungskräfte verzichten auf Kontrolle und beschränken sich auf die Separation. Diejenigen, die es sich leisten können oder zu den Bürgern ohne Migrationshintergrund gehören, ziehen in andere Quartiere um. Mittelfristig könnten diese Viertel auch nach nord- oder südamerikanischem Muster befestigt werden. Wenn sich die Staatshaushalte nicht sanieren lassen, wovon ich ausgehe, wird die Sorge für die Sicherheit immer stärker privatisiert, was dazu beitragen dürfte, daß die Ober-, aber auch die Mittelschicht kleinere Staaten im Staat organisiert. In den USA gibt es seit den 1970er Jahren eine Debatte über diesen als »Brasilianisierung« bezeichneten Vorgang. Erledigt sind die Erwartungen, daß durch Panmixie - also die Verbindung aller ethnischen Gruppen mit allen anderen qua Heirat - eine neue Homogenität entstehen könne. Auch das geordnete Nebeneinander ist als Illusion entlarvt. Und so zerfällt die Gesellschaft in Gruppen nach Primärmerkmalen, also den »rassischen«, insbesondere der Hautfarbe. Wer über die entsprechenden Mittel verfügt, setzt sich in komfortable, wiederum homogene Ghettos ab. .... Es spricht vieles dafür, daß der Normalfall ein auf lange Dauer gestellter Zerfallsprozeß ist. Vielleicht hat er auch seine pittoreske Seiten. Die Vorstellung von einem »neuen Mittelalter« hat immer wieder die verschiedensten Köpfe angeregt .... Und ein solches Mittelalter würde der Tendenz zur Anarchisierung und zur Entstehung konkurrierender Gewaltinhaber entsprechen. Es gibt dann eben nicht mehr den Staat als Garanten des Friedens innerhalb bestimmter Grenzen, sondern einen modernen Feudal- und Brotherrn, der Schutz gegen Treue zusichert. Dafür kommen große Konzerne ebenso in Frage wie örtliche Würdenträger, Sektenführer, Warlords oder Mafiabosse.“ (Karlheinz Weißmann, Götz Kubitschek im Gepräch mit Karlheinz Weißmann: Unsere Zeit kommt, 2006, S. 109-110).

Interessanterweise »hat gerade die Demokratisierung der höheren Bildung die paradoxe Konsequenz, daß die Klügsten schärfer vom Rest der Bevölkerung isoliert werden als je zuvor - und zwar durch Prozesse der Selbstselektion. Jeder hat Zugang zum Schauplatz der höheren Bildung, auf dem sich die Menschen nicht mehr nach Rasse, Klasse oder Religion, sondern nach ihren kognitiven Fähigkeiten sortieren und trennen. Und dieser Prozeß endet nicht in Schule und Universität, denn Bildung hat Folgen für das Einkommen, die Berufswahl und den Geschmack der Leute. Ständig wächst der Marktwert der Intelligenz. Die Isolation der kognitiven Elite vom Rest der Bevölkerung zeigt sich auch ganz handfest darin, daß sie sich an Lebens- und Arbeitswelten orientiert, in denen sie vor allem auf ihresgleichen trifft. Die elektronische Kommunikation durch das Internet spielt hier natürlich eine Schlüsselrolle. Die kognitive Elite bleibt unter sich, nicht nur in dem, was sie interessiert, sondern auch in dem, was sie verachtet - z.B. das Fernsehen, die Bild-Zeitung und den gesunden Menschenverstand. Robert Reich hat in diesem Zusammenhang von der Sezession der Erfolgreichen gesprochen. Sie findet ihren drastischsten Ausdruck in den »Gated Communities« (GATED COMMUNITIES), den Hochsicherheits-Lebenswelten der Reichen.“ (Norbert Bolz, Diskurs über die Ungleichheit, 2009, S. 43 Bolz).

 

- Synkretismus (Synkretismus) und Zweit-Religiosität (Zweite Religiosität): Neu-Religion () oder Neu-Kultur () ? -
Daß es einen „Zusammenprall der Kulturen“ geben wird, war lange vor dem Erscheinen des Buches „Clash of Civilizations“ (S. Huntington Huntington) klar. Schon Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) sah eine solche Entwicklung voraus. Nach ihm rissen die Beschäftigungen mit diesem Thema nicht mehr ab, auch wenn es im Schatten anderer Leitthemen stand. Vollends ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt wurde dieses Thema 1917, als Spengler (1880-1936) im „Untergang des Abendlandes“, den er mittels der vergleichenden Methode auch mit dem „Untergang der Antike“ (LERNEN) konfrontierte, für das Abendland die schon Ende des 18. Jahrhunderts (Industrialisierung, französische Revolution, Bürgerliches Zeitalter u.s.w.) begonnene kulturelle Vollendung - den Zivilisationsprozeß - und den damit verbundenen, zunächst aber noch schleichenden Synkretismus diagnostizierte und dessen Bekämpfung durch das Abendland in der Phase des Cäsarismus prognostizierte. Erst durch die auf den Cäsarismus folgende Phase, die ich Einnistung nenne, wird der Synkretismus unumkehrbar und durch die diesbezügliche Passivität der betreffenden Kultur zur „offenen“ Variante des Synkretismus seitens der aktiven Überfremder bzw. Erneuerer.

Man kann den Synkretismus gut mit Schnee und Eis oder den dunklen Jahreszeiten Herbst und Winter vergleichen:
Während die Bäume ihre Blätter verlieren, versucht man sich mit Angst oder auch mit Freude auf ihn vozubereiten.
Kommt er zu früh, ist man oft gar postiv überrascht; ist er da, erwartet fast jeder der ihm Ausgelieferten sein Ende.

Im heutigen spätherbstlichen, „adventischen“ Abendland ist der erste Schnee bereits gefallen. Die ganze Welt der primitiven Religionen und der „Fellachenreligionen“ (Buddhismus, Hinduismus, Juden-Orthodoxie, Christen-Orthodoxie, Islam-Orthodoxie u.s.w.), die früher abgewehrt wurden, werden künftig - ob es uns gefällt oder nicht - noch mehr als heute ins Abendland drängen und die abendländischen Religionsformen attackieren bzw. mit ihnen eine Verbindung eingehen, insbesondere mit den puristischen Elementen. Das Abendland selbst ist der Grund für die Verbreitung einer weltweiten neuen Religiosität, weil die Phase des Globalismus (Cäsarismus, Globalik u.s.w.) eine Phase des Abendlandes ist. Während z.B. in Europa immer mehr Menschen konvertieren und alle möglichen fremden Religionsformen übernehmen, weil sie die alten nicht mehr verstehen, ist die Entwicklung in den USA noch umgekehrt, denn ihre Geschichte ist noch jung ! In den USA nimmt der christlich-puritanische Fundamentalismus protestantisch-calvinistischer Prägung immer noch zu! USA-Christen

Das, was wir heute auf anmaßende Weise „Weltgesellschaft“ nennen, ist in Wirklichkeit lediglich die noch schleichende Variante des Synkretismus, und das, was wir „Globalisierung“ nennen, ist in Wirklichkeit die Geschichte der abendländischen Kultur, deren jetzige Phase deswegen Globalismus (Global-Cäsarismus oder Globalik als Versuch einer globalen Befruchtung) heißen muß. Das „Isierende“ an der abendländischen Kulturgeschichte ist tatsächlich die Globalisierung und der Versuch einer Abendländisierung der Welt, aber das derzeitige „Isierende“ ist über den Versuch einer Abendländisierung der Welt hinaus ein Versuch der Vollendung dieses Prozesses, nämlich: ein letzter Versuch der Europäisierung der Welt, gleichzeitig jedoch und vor allem ein erster Versuch der US-Amerikanisierung der Welt. Und bei diesem Prozeß, der eindeutig von Ökonomie und Technik (inklusive Wissenschaft) bestimmt wird, spielt auf zweideutige Weise die Religion eine ganz besondere Rolle. Huntingtons Thesen vom globalen Kampf der Kulturen (Huntington) waren aber 1993-1996, als sie veröffentlicht wurden, für Eingweihte längst keine Neuigkeit mehr, und „der militante Aufbruch islamischer Religiosität“ war schon in den 1970er und 1980er Jahren erkennbar, jedenfalls für Scholl-Latour. (Vgl. Peter Scholl-Latour, Calvinismus und Neu-Heidentum, in: Weltmacht im Treibsand, 2004, S. 49ff.). Scholl-Latour machte damals in seinen „Begegnungen mit der Islamischen Revlolution“ eine Voraussage des Politikers und Schriftstellers André Malraux (1901-1976) zu seinem Leitmotiv, denn der Autor der „Condition humaine“ (1933) hatte nämlich vorausgesagt, daß die Zukunft religiös oder gar nicht sein wird. „Düstere Prognose für das Abendland!“ (Peter Scholl-Latour, Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?, 2002, S. 54).

Hans-Ulrich Wehler betont, „der amerikanische Politikwissenschaftler“ Huntington habe „mit seinem Buch über den »Clash of Civilizations«, den »Kampf der Kulturen« (Huntington), die Prognose ausführlich begründet, daß nach dem Verfall des Staatskommunismus außer in China, Korea und Kuba die alte bipolare Welt des Kalten Krieges nicht mehr existiere, aber auch die naive Vision Fukuyamas von einem »Ende der Geschichte« (Fukuyama) ewiger Kämpfe, da das westliche Modell gesiegt habe, keine gehaltvolle Analyse bietet. Vielmehr sieht Huntington in den Zusammenstößen, Reibungen, Konflikten zwischen den großen Kulturkreisen auf der Basis unterschiedlicher Religionen und divergierender Weltbilder die Hauptrolle künftiger Auseinandersetzungen. .... Warum? Der Islam ist die einzige noch auffällig rasch expandierende Weltreligion. Sie erfaßt jetzt mehr als eine Milliarde Menschen und wird in nächster Zeit die Anhänger des Christentums weit überholen. (Tabelle). Aus Mohammeds synkretistischer Verschmelzung unterschiedlicher religiöser Elemente - auch vielfach aus der israelitischen und christlichen Religion, in deren Tradtion des Prophetentums er sich bewußt stellte - ist ein militanter, expansionslustiger Monotheismus hervorgegangen, der seine Herkunft aus der Welt kriegerischer arabischer Nomadenstämme nicht verleugnen kann. (). Das Weltbild des Islam stilisiert die diesseitige Welt als unablässigen Kampf zwischen dem »Haus des Friedens«, der »Umma« des Islam, und dem »Haus des Krieges«, dem Bereich der Ungläubigen. Wann immer und wo immer möglich müssen die Ungläubigen unterworfen und bekehrt werden, im Grenzfall durch den Dschihad, den Heiligen Krieg aller Muslims. Das galt wortwörtlich seit dem 7. Jahrhundert, als der Islam in einem gewaltigen Anlauf durch Nordafrika sogar bis nach Spanien expandierte, bis hin zur Vertreibung der muslimischen Türkei vom Balkan im 19. Jahrhundert. Und es gilt noch immer, etwa in Nigeria und im Sudan, auf den Philippinen und in Indonesien, inzwischen dem größten muslimischen Staat der Erde. () ... Die okzidentale Trennung von Papst und Kaiser, von Religion und weltlicher Herrschaft, die in Europa im Mittelalter mühsam erkämpft worden ist und den modernen, säkularisierten Staat erst auf seine eigene Bahn gesetzt hat, wird vom Islam seit jeher negiert. Alle Dimensionen des Lebens unterliegen seinem Anspruch nach dem religiösen Gesetz: der Scharia. Muslimische politische Herrschaft ist gehalten, die Scharia zu befolgen, in der barbarische Bräuche der arabischen Stämme, die Steinigung der Ehebrecherin z.B. und das Abhacken der Diebeshand, bis heute weiterleben.“ (Hans-Ulrich Wehler, Konflikte zu Beginn des 21. Jahrhunderts, 2003, S. 61-62).

Bereits 1990 konnte Peter Scholl-Latour uns berichten, daß „am Ende dieses Zusammenpralls ein Erstarken jener muselmanischen Nationen steht, die durch die Phraseologie des arabischen Nationalismus vorübergehend in den Hintergrund gedrängt wurden. Jedenfalls haben viele Politiker in Ägypten, Saudi-Arabien und Algerien bereits erkannt, daß nicht der Arabismus für sie einen Ausweg bietet, sondern die Rückwendung zum islamischen Gottesstaat. Die Sehnsucht nach einem Kalifen als Statthalter Allahs auf Erden lebt auf den Trümmern des Nationalismus, der ja nur ein Import aus dem Okzident war, wieder auf.“ (Peter Scholl-Latour, Das Schwert des Islam - Revolution im Namen Allahs, 1990, S. 24).

„Bisher hat das Abendland es nicht vermocht, die Ereignisse des Morgenlandes mit anderen als westlichen Augen zu sehen. .... Ob der rationale Westen dies anerkennt oder nicht, mächtige Mythen erheben wieder ihr Haupt. Der Herausforderung der islamischen Revolution wird der Okzident nicht mit Permissivität begegnen können. Das 21. Jahrhundert wird ein religiöses sein, hatte der französische Schriftsteller André Malraux verkündet.“ (Peter Scholl-Latour, Das Schwert des Islam - Revolution im Namen Allahs, 1990, S. 25).

Schon 1989, als der alte kranke Khomeini den sowjetischen Außenminister Schewardnadse empfing, hätte „die Welt aufhorchen sollen“, so Scholl-Latour, denn die „Botschaft Khomeinis an Michail Gorbatschov lautete: Der Kommunismus der Moskowiter sei geistlich und materiell gescheitert, und nun wäre es doch an der Zeit, daß die Sowjetunion ihr Heil im Islam suche. Eine surrealistisch anmutende Aufforderung der Bekehrung zu Allah. Niemand ahnte im Sommer 1989, daß die große Bewegung des koranischen Bekennertums binnen kürzester Frist auf die schiitischen Muselmanen des südlichen Kaukasus übergreifen würde. Auf geradezu mystisch anmutende Weise fiel das Begräbnis Khomeinis mit dem Aufflackern der nationalistischen und religiösen Volkserhebung in der Sowjetrepublik zusammen. Der Ansturm der iranischen Revolutionsheere war in den Sümpfen des Schatt-el-Arab liegengeblieben. Doch jetzt sprang das heilige Feuer nach Norden über. Der islamische Eifer entzündete sich jenseits des Flusses Arax, der die Grenze zwischen der iranischen Provinz Aserbeidschan und der kaukasichen Sowjetrepublik gleichen Namens bildet. ... Die kommunistischen Parteibücher wurden verbrannt, und das Antlitz Khomeinis verdrängte die Bilder des Gottesleugners Wladimir Iljitsch Lenin.“ (Peter Scholl-Latour, Das Schwert des Islam - Revolution im Namen Allahs, 1990, S. 28-29).

„Es war ein schwerwiegender Fehler westlicher Kommentatoren, daß sie die islamische Revolution auf die Figur des Ayatollah Ruhollah Khomeini zu reduzieren versuchten. Hier handelt es sich um ein fast weltumgreifendes Phänomen. Schon der Prophet Mohammed war sich seiner universalen Mission bewußt. Als unbekannter und damals noch unbedeutender Anführer einiger Beduinenhorden hatte er Botschafter an die Großmächte seiner Zeit entsandt. Der Überlieferung zufolge trafen Emissäre des Propheten beim Kaiser von Byzanz, beim Großkönig des Sassaniden-Thrones in Persien, beim Koptischen Patriarchen von Alexandrien ein, um sie aufzufordern, sich der neuen Offenbarung und dem Willen Allahs zu unterwerfen. Diese Botschaft ist damals abgelehnt worden, aber die drei Herrschaftssysteme, die da angesprochen waren, sollten später dem großen islamischen Sturm unterliegen. Das Erwachen des Islam ist kein lokal begrenztes Problem. Über den Staat Israel sind die Amerikaner unmittelbar tangiert. (Mehr dazu). Die Sowjetunion spürt den Umbruch ihrer südlichen Teilrepubliken, die zum koranischen Glauben zurückfinden. Europa hat längst aufgehört, das Mittelmeer zu beherrschen. Zwischen dem mediterranen Nord- und Südrand reißt eine Kluft auf. Von Süden her ist eine Immigrationswelle in Gang gekommen, die einer Völkerwanderung gleicht.“  (Peter Scholl-Latour, Das Schwert des Islam - Revolution im Namen Allahs, 1990, S. 29).

„Am Anfang einer jeden Betrachtung über die islamische Revolution steht die Frage der Existenz Israels. Das Verhältnis der Muslime zu den Juden war von Anfang an gespannt. In der Eröffnungssure des Korans werden die Christen - relativ harmlos - als Irrende dargestellt. Hingegen spricht Allah von den Juden als denjenigen, denen er zürnt: »Ma'dub alaihi«. (Muslime-Juden). Wer von Mohammed und seinen Ursprüngen redet, kann nicht umhin, einen Blick auf das Gelobte Land zu werfen und auch auf Jerusalem, die »Stadt aus Gold«, wie die Israeli heute singen. Auf arabisch trägt Jerusalem schlicht den Namen »El Quds« - die Heilige. Aus der islamischen Offenbarungsgeschichte ist sie ebensowenig wegzudenken wie Mekka und Medina. .... Für die Muslime bezeichnet die Moschee El Aqsa den Ort, an dem der Prophet Mohammed auf dem Fabeltier Buraq in den Siebten Himmel erhoben wurde. In jener Nacht des Schicksals wurde ihm die erhabenste göttliche Botschaft zuteil. Nicht nur für die Palästinenser und für die Araber, für den gesamten Islam ist der Besitz Jerusalems deshalb unverzichtbar. Der koranischen Lehre zufolge haben hier die Stammväter Ibrahim und Ismail präzise an dieser Stelle, wo sich heute die goldene Kuppel des Felsendoms erhebt, ihr Sühneopfer dargebracht. Hier soll auch der Prophet Isa, ein Vorläufer Mohammeds - die Christen nennen ihn Jesus und verehren ihn als Sohn Gottes -, eines Tages auf den Wolken erscheinen und den Tag des Jüngsten Gerichts »Yaum ed din« ankündigen.“ (Peter Scholl-Latour, Das Schwert des Islam - Revolution im Namen Allahs, 1990, S. 29-30). Muslime-Christen-Juden

„Mohammed bewährte sich als Feldherr. Aus den Suren des Koran klingt eine ganze Folge von eindeutigen Appellen an die Gläubigen. Sie sollen auf dem Weg Allahs streiten, sie sollen töten und getötet werden, um der gerechten Sache willen. Dann winken ihnen die himmlischen Gärten des Paradieses. Nicht nur durch Feuer und Schwert, auch durch die Predigt der Schriftgelehrten und die bereitwillige Unterwerfung ungläubiger Völkerschaften unter das Gesetz Allahs hat sich der Islam in aller Welt verbreitet und schreitet weiter fort. .... Vor allem in Afrika ist der Islam weiter im Vormarsch. (Islam) .... Bis zum Kongo und bis tief in den Süden Mosambiks sind die islamischen Missionare - meist handelt es sich um Händler, die den Koran predigen - vorgestoßen.“ (Peter Scholl-Latour, Das Schwert des Islam - Revolution im Namen Allahs, 1990, S. 58-59).

„Der Erfolg des Islam bei den Schwarzen liegt zum großen Teil an der Einfachheit seiner Lehre. Er wird zudem als eine antikolonialistische Botschaft betrachtet. Nur wenige Afrikaner scheinen sich daran zu erinnern, daß der Sklavenhandel, der zu Recht den weißen Eroberern angelastet wird, auch im arabisch-islamischen Raum von Anfang an in mindestens ebenso schrecklicher Form gewütet hat. Im Arabischen bezeichnet das Wort Abid sowohl den Neger als auch den Sklaven. .... Hier sollte immerhin vermerkt werden, daß die koranische Botschaft auch jenseits des Atlantik in Nordamerika Fuß gefaßt hat. Die dortige schwarze Protestbewegung hat der militanten Oraganisation »Black Muslims« einen beachtlichen Raum überlassen müssen.“ (Peter Scholl-Latour, Das Schwert des Islam - Revolution im Namen Allahs, 1990, S. 59).

Die US-Amerikaner sind von Anfang an, seit ihren ersten Expansionskriegen (Karten) eines der kriegerischsten Völker gewesen, das die Erde je gesehen hat, so Franz Uhle-Wettler. (Uhle-Wettler). Und zum „Selbstverständnis der USA gehört die unerschütterliche Überzeugung, god's own country (»Gottes eigenes Land«) zu sein. Wer ihnen entgegentritt, verficht also nicht Interessen, die mit amerikanischen Interessen kollidieren, sondern er ist a priori böse. Deshalb brauchen seine Argumente nicht geprüft zu werden.“ (Franz Uhle-Wettler, Der Krieg wird weitergehen, in: Junge Freiheit, Die Tragödie des Westens, 2001, S. 16-17).

„Der Umgang deutscher Politik mit dem organisierten Islamismus ist ... geprägt von gnadenloser Verharmlosung und von bodenlosem Leichtsinn. Ich denke, es ist dabei grundfalsch, allein den Sicherheitsdiensten Schuld zuzuschreiben. Häufig ist es so gewesen, daß diese Dienste aufgrund von Mitteln der Elektronik, zum Teil auch über eingeschleuste Agenten, über zuverlässige Informationen verfügen, um die Gewaltbereitschaft und fanatische Verhetzung von Islamisten in Deutschland nachzuweisen. Aber die politische Führung wollte das nicht hören, beziehungsweise wolle daraus keine Konsequenzen ziehen. Dabei ging es immer um wirtschaftliche Interessen und um Unterordnung unter die amerikanische Globalpolitik. Dort, wo die amerikanische Globalpolitik das Bündnis mit Saudi-Arabien, mit Pakistan, mit der Türkei in den Mittelpunkt stellte, durften die vorliegenden Erkenntnisse gegen islamistische Organisationen nicht umgesetzt werden in konkrete Schritte der Abwehr.“ (Rolf Stolz, Gnadenlose Verharmlosung, in: Junge Freiheit, Die Tragödie des Westens, 2001, S. 49).

„Wir nehmen ... wie selbstverständlich an, unsere Auffassung von Menschenrechten sei universal. Und das ist eben nicht so. Die Einsicht in unsere Menschenrechtsidee kann man von Moslems oder Konfuzianern nicht erwarten. Selbst bei uns sind diese Werte ja nicht so ewig wie gerne dargestellt. Auch wir revidieren unsere Werte immer wieder.“ (Peter Scholl-Latour, Die Amerikaner werden diesen Feldzug nicht gewinnen, in: Junge Freiheit, Die Tragödie des Westens, 2001, S. 62).

Wie selbstverständlich nehmen besonders die USA an, sie seien die Welt. Die USA neigen mehr als andere westliche Staaten dazu, die „eigene Identität mit der der ganzen Welt zu verwechseln“, so die Inderin Suzanna Arundhati Roy. (Roy). Die meisten Menschen wollen weder etwas mit dem Staatsterrorismus der USA noch mit dem Terrorismus der Islamisten zu tun haben. Und „die »internationale Allianz« ist einfach die Gruppe der reichsten Länder der Welt, unter ihnen die Hersteller beinahe sämtlicher Waffen in der Welt, die in ihrer jüngsten Geschichte auf der ganzen Welt furchtbaren Terror über die Menschen gebracht haben.“  (Suzanna Arundhati Roy, Freiheit für die einen ist Sklaverei für die anderen, in: Junge Freiheit, Die Tragödie des Westens, 2001, S. 96).

Wir müssen aufpassen, wenn wir in Zukunft unsere Form nicht verlieren wollen, wenn wir nicht wollen, daß unser Elan, daß unsere Dynamik, die im Vergleich mit allen anderen Kulturen eine noch nie dagewesene Dimensioninalität darstellt, uns nicht abhanden kommt. Das wohl Schlimmste wäre, daß wir in Zukunft, z.B. im 23. Jahrhundert, unsere Geschichte vergessen haben könnten. (?). Wir müssen uns auch selbst auf der Rechnung haben, trotz und noch mehr wegen der Tatsache, daß nicht nur wir, sondern auch der Rest der Welt überzeugt ist, daß die abendländische Geschichte die einzige ist, die in ihrer Periodizität mehr Linearität als reine Kreisbewegungen zeigt, was z.B. Scholl-Latour so ausdrückt: „Im Gegensatz zur europäischen Geschichte, die sich linear entwickelte und bis auf den heutigen Tag den Fortschrittsglauben hochhält, scheint sich die islamische Entwicklung in einem ständigen Kreislauf zu bewegen. Nicht erst der Orientexperte Arnold Toynbee hat diese Gesetzmäßigkeit aufgezeichnet.“ (Peter Scholl-Latour, Das Schwert des Islam - Revolution im Namen Allahs, 1990, S. 88-89). Und in seiner Studie zur Weltgeschichte, die den Gang der Weltgeschichte - Aufstieg und Verfall - beinhaltet, knüpfte Toynbee an Spengler an. Toynbee

Das Abendland zeigt bereits heute die Tendenz zu den Formen, die Spengler schon 1917 prognostiziert hat: „Erste Cäsaren“ („Früh-Cäsaren“), d.h. immer mehr Privatgeschichte, private Schicksale, privater Ehrgeiz bis zu den wüsten Fehden der Cäsaren, die um den „Privatbesitz der Welt“ kämpfen. Solche Kriege sind „Privatkriege, furchtbarer als alle Staatenkriege, weil sie formlos sind. Denn der Weltfriede - der oft schon dagewesen ist - enthält den privaten Verzicht der ungeheuren Mehrzahl auf den Krieg, damit aber auch die uneingestandene Bereitschaft, die Beute der andern zu werden, die nicht verzichten.“ (Ebd., S. 1106). Spengler praktizierte die Methode der Analogie auf konsequente Weise, aber er war deshalb kein „Hellseher“ oder „Wahrsager“, obwohl dies seine neidischen Kritiker behaupten!

Privatpolitik bedeutete in der Antike auch, daß man Privatarmeen hatte. Jedenfalls ging es nicht mehr um Parteienpolitik, sondern um private Interessen einer politischen Machtperson, die die eigenen politischen Vorstellungen auf die große Weltmachtpolitik projizierte und abstimmte sowie, je nach Freunden, d.h. Geldgebern, diese auch durchsetzte. So besaß z.B. Pompeius (106-48) im Jahre 66 v. Chr. bereits 8 Legionen: „Diese waren ihm ergeben bis zum letzten, und so hielt er in seiner Hand eine Macht, wie sie vor ihm niemand in Rom jemals besessen hatte.“ (Badian). Schon Sulla (138-78) hatte ja „aufgezeigt, wie wenig sich diese neuen Armeen ... um die res publica kümmerten und wie viel um die Herren, die sie führten und beschenkten. .... Die Basis zu einer soliden und dauerhaften Macht lag freilich nicht nur in der Stärke, die sich auf treu ergebene Veteranen stützte, sondern auch im Reichtum. Wie allgemein bekannt, behauptete M. Crassus (115-53), niemand sei wirklich vermögend, der nicht in der Lage sei, eine Legion allein zu besolden.“ (Badian). Daß die Parteien nur noch an der Oberfläche wichtig waren, versteht sich von selbst. Das heißt aber nicht, daß sie unwichtig waren: Oberflächen sind in Zeiten der Zivilisation sehr wichtig, weil sie der Ablenkung, Meinungsbildung und -lenkung, der Täuschung und Einbildung dienen. Tatsächlich sind die Parteien jedoch keine echten Oppositionen mehr, sondern politisch von diesen Privatpersonen völlig abhängig. Diese Tendenz ist im heutigen Abendland schon zu beobachten, die Spitze dieses politischen Berges ist aber noch längst nicht erreicht. Außerdem muß berücksichtigt werden, daß sich die abendländische Cäsarismus-Variante nicht so populär wie in der Antike, sondern auf esoterisch äußert. Bekannt ist dennoch, daß schon heute in den abendländischen Staaten (im „Nordwesten“: in Nordamerika und Westeuropa) die Parteien kaum noch unterscheidbar sind, und Vermutungen über diesen oder jenen Privatpolitiker immer häufiger geäußert werden. Erwähnt zu werden braucht nicht, daß die Privatisierungen ehemaliger Staatsdienste seit 1989 enorm zugenommen haben.

In den USA wird das weltweite Hegemonialmonopol besonders von den dortigen Neokonservativen als ein unveräußerliches Postulat angesehen. Noch schafft die Ostasien überlegene Wirtschaft der USA eindeutige Fakten (Wirtschaftsfakten im Jahr 2000). Die USA-Demographie ist positiv, dagegen die EU-Demographie negativ (Vgl. Tabelle). Die Europäer, so hofft besonders die derzeitige Bush-Administration, lassen sich auf Grund ihrer internen Querelen, die es zu schüren gilt, auf niedrigerem Niveau halten. Aber China könnte mit seinen ca. 1,3 Milliarden Menschen (Vgl. Tabelle) für die USA zum einzigen ernst zu nehmenden Konkurrenten werden. „Die wirtschaftlich-industriellen Fortschritte im Reich der Mitte sind phänomenal, und die dortige Weltraumtechnik ... wäre auch in der Lage, das sakrosankte Territorium der USA mit nuklearbestückten Interkontinentalraketen zu erreichen. .... Würde eine Hegemonialmacht, die in Vietnam versagte, die Torheit begehen, sich zu Lande mit dem gigantischen Drachen am Westrand des Pazifik in einen Kampf auf Leben und Tod einzulassen?  .... Die Zeit arbeitet für dieses neu entstandene, unbesiegbare Imperium, dessen Wirtschaftsmetropole Shanghai weder mit Singapur noch mit Tokio rivalisieren will, sondern mit New York.“ (Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand, 2004, S. 46-47).

Die zweite Religiosität „erscheint in allen Zivilisationen, sobald diese zur vollen Ausbildung gelangt sind und langsam in den geschichtslosen Zustand hinübergehen, für den Zeiträume keine Bedeutung mehr haben. Daraus ergibt sich, daß die abendländische Welt von dieser Stufe noch um viele Generationen entfernt ist. Die zweite Religiosität ist das notwendige Gegenstück zum Cäsarismus, der endgültigen politischen Verfassung später Zivilisation. Sie wird demnach in der Antike etwa von Augustus an sichtbar, in China etwa mit Schi Hoang-ti. .... Die ganze Welt der primitiven Religion dringt mächtig wieder hervor in einem volkstümlichen Synkretismus, der auf dieser Stufe keiner Kultur fehlt. .... Die zweite Religiosität entsteht nicht durch Aufbau oder Entfaltung einer Idee (wie die erste Religiosität); vielmehr enthält die zweite, nur anders erlebt und ausgedrückt, den Bestand der ersten Religiosität.“Zuerst verliert sich der Rationalismus, dann kommen die Gestalten der Frühzeit zum Vorschein,zuletzt ist es die ganze Welt der primitiven Religion, die vor den großen Formen des Frühglaubens zurückgewichen war und nun ineinem volkstümlichen Synkretismus, der auf dieser Stufe keiner Kultur fehlt, mächtig wieder hervordringt. ... Damit sind die Möglichkeiten der Physik als des kritischen Weltverstehens erschöpft, und der Hunger nach Metaphysik meldet sich wieder.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922; S. 941-942).Für die Zukunft des Abendlandes kann man also getrost einen Synkretismus prophezeien, der seine schleichende Gangart auf eine marschierende Offensive umstellen wird. Welche Religion, ob z.B. Judentum-Orthodoxie, Christentum-Orthodoxie, Islam-Orthodoxie, Buddhismus, Hinduismus oder sogar Primitiv-Religion, das Abendland am meisten beeinflussen wird oder sogar meherere Religionen, ist eine noch offene Frage. Daß das Abendland auf eigenen Wegen bleiben wird, ist zwar nicht auszuschließen, aber eher unwahrscheinlich. Synkretismus ist eine Vermischung verschiedener Religionen oder auch nur einzelner ihrer Phänomnene. Indem der Synkretismus Bestandteile aus verschiedenen Religionen unter einem ganz bestimmten Prinzip der Auswahl zusammenfaßt, zeigt er Intentionen zur religiösen Harmonisierung. Da also hierzu immer mehr als eine Seite gehört, bleibt abzuwarten, ob das Abendland ein „Seinerseits“ oder ein „Andererseits“ bevorzugen wird. Zur Zeit jedenfalls erlaubt es sich noch den Luxus, sich vom „Andererseits“ angezogen zu fühlen.

„Die Konsequenzen aus der Einführung des Begriffs Verwöhnung ins moralische Feld reichen weit. .... Tatsächlich, Gerechtigkeit ohne Großzügigkeit ist Ressentiment; Großzügigkeit ohne den Willen zur Proliferation der Verwöhnung bleibt Egoismus. Freiheit bedeutet daher: den Egoismus der Anderen bejahen können. Die Endlichkeit der Freiheit zeigt sich nun freilich darin, daß auch der Großzügige sich früher oder später gegen den Expansionismus der fremden Freiheit zur Wehr setzen muß. Wenn wir ... noch gar nicht wissen, was der verwöhnte Körper zu werden vermag, ahnen wir doch, welche Konflikte zwischen den Trägern entwickelter Verwöhnungen und den Prätendenten auf künftige Teilhabe an Verwöhnungsmitteln bevorstehen. Von diesen bilden die Immigrantenströme, die Zugang ins große Treibhaus fordern, die milderen Vorboten.“ (Peter Sloterdijk, Sphären III - Schäume, 2004, S. 807).

 

- Protest(anten) -
Globalisierung sei ein immer auch von Protest begleiteter „Vorgang“, so hört man. Das ist auch richtig. „Aber der Protest gegen die Globalisierung ist auch die Globalisierung selbst .... Die weltweite Bewegung der sogenannten Globalisierungsgegner bietet durch ihr bloßes Bestehen den Beweis für die Unhintergehbarkeit des neuen status quo. Indem die Kritiker auf Dysfunktionen des Weltsystems hinweisen, bezeugen sie sein Funktionieren. Ebensowenig könnten Gegner der Erdrotation sich dem Schicksal entziehen, den täglichen Umlauf des Bodens unter ihren Füßen mitzumachen. .... Die naive Annahme einer potentiellen Offenheit aller für alle wird von den Globalisierungstatsachen ad absurdum geführt. Im Gegenteil, die unvermeidliche Endlichkeit des Interesses von Menschen für Menschen wird im Gang der Weltvernetzung immer offenkundiger - es verändert sich nur der moralische Akzent, und zwar in Richtung auf die Forderung nach zunehmender Belastbarkeit trotz steigender Entnervung. Man sollte nicht überrascht sein, wenn sich zeigt, wie mit fortschreitender Weltvernetzung die Symptome der Misanthropie anwachsen. Wenn Menschenfurcht eine naturwüchsige Antwort auf unwillkommene Nachbarschaft bedeutet, läßt sich angesichts der erzwungenen Fernnachbarschaften der meisten mit den meisten eine misanthropische Epidemie ohne Beispiel vorhersehen. Das wird nur jene in Erstaunen setzen, die vergessen haben, daß die Ausdrücke »Nachbar« und »Feind« herkömmlich nahezu Synonyme waren.“ (Peter Sloterdijk, Sphären II - Globen, 1999, S. 1003 und ders., Im Weltinnenraum des Kapitals, 2005, S. 218-220 und S. 239).

Die Gegner der Globalisierung (des Abendlandes) verstärkten ihre Proteste seit etwa 2000 immer mehr. Und ausgerechnet Papst Johannes Paul II. rief im Heiligen Jahr 2000 die Gläubigen auf, der „Globalisierung der Wirtschaft“ (Wirtschaftsfakten im Jahr 2000) eine „Globalisierung der menschlichen Solidarität“ entgegenzusetzen. Dieser Papst konnte ja auch nicht wissen, daß er so mit der kirchlichen Tradition brach und sogar, als wäre er ein „Ketzer“, die Geschichte der abendländische Kultur, also auch die Geschichte der abendländischen Kirche, stark in Verruf brachte. Alle Päpste vor ihm hatten auch weltliche Politik betrieben! War Papst Johannes Paul II. wirklich nur ein „Polenpapst“ ?  Vielleicht gab es auch darum diesen ungeheuren Protest beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Davos-Kultur) im Januar 2001 sowie bei der Konferenz der amerikanischen Staats- und Regierungschefs in Quebec im April und Mai 2001. Spätere Treffen, z.B. der „G7“, wurden in entlegenen Orten abgehalten, doch der Protest der Gegner („Attac“ u.a.) ging weiter.

Das Gegenstück zum Weltwirtschaftsforum ist das Weltsozialforum - so wie bekanntlich das Gegenstück zum Kapitalismus der Kommunismus (Sozialismus) ist. „Attac“ setzte sich nach seiner Gründung (11./12.12.1998) zunächst insbesondere für eine stärkere Aufsicht über die Finanzmärkte auch durch die Einführung der so genannten Tobin-Steuer, einer Devisen-Umsatzsteuer auf internationale Geldströme mit hochspekulativen Charakter, und die Entschuldung der Entwicklungsländer ein. Mit Anwachsen der globalisierungskritischen Bewegung und seit den schweren Ausschreitungen während des EU-Treffens im Juni 2001 in Göteborg und des G7-Gipfels in im Juli 2001 in Genua erhielt das Netzwerk vermehrten Zulauf. Nach den Miltiärangriffen der USA auf Afghanistan ab Oktober 2001 erweiterte sich die Bewegung um das pazifistische Spektrum. An dem 4. Weltsozialforum in Bombay (16.-21.01.2004) nahmen rund 100000 Teilnehmer aus 130 Ländern teil. (Entstanden war ja das Weltsozialforum 2001 als Gegeninitiative zum Weltwirtschaftsforum von Davos Davos-Kultur). Das Weltsozialforum war bewußt vom brasilianischen Porto Alegre ins indische Bombay verlegt worden, um den Anspruch von Attac, ein globalisierungskritisches Netzwerk zu sein, Ausdruck zu verleihen. Für Attac ist die „einzig akzeptable Globalisierung die weltweite Vernetzung der Menschen zur Durchsetzung politischer Freiheit und sozialer Gerechtigkeit“ (gibt es denn auch eine unsoziale Gerechtgkeit ?).

Attac zog am Ende des 4. Weltsozialforums eine „positive“ Bilanz: entstanden waren nämlich neue Netzwerke zu den Themen Steuerflucht und Kapitaltransfer; außerdem hatte sich eine Initiative zur Gründung von Attac-Indien gebildet. Es wurde ein internationaler Aktionstag gegen die Besetzung des Irak ausgerufen. Bereits am 6/7.02.2004 hatten etwa 10000 Attac-Anhänger anläßlich der in München stattfindenden Konferenz für Sicherheitspolitik demonstriert: gegen eine weitere „Militarisierung“ der EU (!?!?).

Im Vorfeld der Wahlen zum EU-Parlament (13.06.2004) startete Attac eine Kampagne zur Unterstützung der Tobin-Steuer (Tobin-Steuer) auf EU-Ebene. Witere Kampagnen richteten sich gegen das „General Agreement on Trade in Services“ (GATS) und gegen „Steuerparadiese“. Das Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO), das unter anderem auf Liberalisierung und Privatisierung von Dienstleistungen - inklusive Bildung, „Kultur“, Gesundheitsvorsorge und Wasserversorgung - abzielt, sieht Attac verantworlich für die Aushöhlung sozialer Dienstleistungen. Die Initiative gegen Steuerparadiese soll Steuergerechtigkeit zwischen multinationalen und kleinen Unternehmen wie auch zwischen Kapital- und Arbeitseinkommen herstellen. Aus dem ehemaligen „real existierenden Sozialismus“ ist also ein „real existierendes Weltsozialforum“ geworden - der Unterschied zwischen beiden ist lediglich, daß die Initiative zur „Welt-Revolution“ nicht mehr von Staaten, sondern von Weltnetzwerken ausgehen soll -, ansonsten ist es derselbe alte Traum. Was unsere Kulturgeschichte angeht, so ist auch diese „Reaktion“ (und die „westlichen“ Globalismus-Gegner sind ja selbst auch Globalisten) ein Indiz dafür, daß im Abendland - auch „Westen“ genannt - die Globalismus-Phase (22-24) bereits begonnen hat. Diese Phase ist offener als jede andere. (22-24). Natürlich ist der Protest gegen den Globalismus auch der Globalismus selbst; für Sloterdijk gehört er sogar zur „unvermeidlichen und unentbehrlichen Immunreaktion der lokalen Organismen gegen die Infektionen durch das höhere Weltformat.“ (Peter Sloterdijk). Es ist dasselbe alte Spiel: Verlierer solidarisieren sich gegen Sieger, um im Falle eines Erfolges ihrer Gerechtigkeitsforderungen noch größere Ungerechtigkeiten durchzusetzen. Der Unterschied zwischen Siegern und Verlierern ist noch nie beseitigt worden - allenfalls relativiert -, doch ist er längst wieder absoluter geworden und wird sogar noch absoluter werden; und diese Reabsolutierung ist es, die uns Anlaß dazu geben muß, z.B. in Erinerung an Nietzsches Wort „Wiederkehr“, die Probleme der Verlierer auch ernst zu nehmen. (Wiederkehr). Wer jedoch die Verhältnisse nur umkehren will, der will die Gerechtigkeit nur für sich und bereitet dadurch noch mehr Menschen noch mehr Ungerechtigkeit. Es kann also nur um Relativierung gehen, und die muß primär ausgehen von den Siegern, den Führern im Abendland, im sogenanten „Westen“.

„Heute läuft der Westen (das Abendland) Gefahr, daß der »Krieg gegen das Böse«, den Präsident George W. Bush (Bush) zur Vernichtung des weltweiten Terrorismus in Gang brachte und dem keine zeitlichen oder geographischen Grenzen gesetzt sind, zur »Mutter aller Lügen« wird.“ (Peter Scholl-Latour, Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?, 2002, S. 9). Ich belehre nicht, ich erzähle, war der Grundsatz von Montaigne (1533-1592), und Leopold von Ranke (1795-1886) wußte: „Der Historiker muß alt werden, da man große Veränderungen nur verstehen kann, wenn man persönlich welche erlebt hat.“ (Kultur-Kenntnis). Darf man also feststellen, daß auch das Ende der NATO naht?  Und wie ?  „Die Osterweiterung der NATO wird sich als Rammbock gegen die immer noch höchst fragile EU erweisen. (EUEU-Reform). Die neuen bzw. künftigen Mitglieder der Allianz (die meisten Länder des ehemaligen Ostblocks) richten sich ohnehin militärisch weit stärker auf Washington aus als auf Brüssel oder gar Berlin oder Paris. .... Der von Washington seit Jahrzehnten propagierte »zweite europäische Pfeiler« der NATO beruhte von Anfang an auf bewußter Irreführung. Eine auch nur begrenzte Eigenständigkeit der europäischen Verteidigung wurde mit allen Mitteln hintertrieben. Jeder Versuch eines Alleingangs (z.B. atomare Nuklear-Abschreckung) stieß sofort auf rigorosen Widerspruch aus Washington. Die Abhängigkeit sollte ... bleiben. .... Die Bundeswehr kommt an einer Reorientierung nicht vorbei, die weit über die vorliegenden Reformpläne hinausgeht. .... Ein abwehrfähiges Europa von morgen könnte sich allenfalls auf einen eng begrenzten Kreis von Partnern beschränken. .... Die Europäer sind weit verwundbarer als die durch zwei Ozeane getrennten Vereinigten Staaten von Amerika. .... Kurzum, alle Prämissen eines fatalen »Untergangs« sind gegeben. So unrecht hatte Oswald Spengler wohl nicht.“ (Peter Scholl-Latour, Kampf dem Terror - Kampf dem Islam ?, 2002, S. 45-48).

- (Globale Expansion) -
„Mein Land begrüßt die wachsende Einigung Europas und ...“ (es liegt am Öl ?)
„daß Amerika und die Europäische Union Sicherheit und Gerechtigkeit anstreben.
Wir sind nicht deshalb hunderte von Kilometern ins Herz des Irak vorgedrungen,
haben nicht deshalb bittere Verluste erlitten und 25 Millionen Menschen befreit,
um vor einer Bande von Gangstern und Attentätern zurückzuweichen. Wir werden
dem irakischen Volk helfen, ... ein friedliches und demokratisches Land aufzubauen.
Indem wir es tun, verteidigen wir unser Volk vor der Gefahr.“ (G.W. Bush, 19.11.03)

„In den Vereinigten Staaten ist der Islam die am stärksten wachsende Glaubensgemeinschaft. .... Schon im Jahr 2010 soll es in den Vereinigten Staaten mehr Muslime als Juden geben.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 44). „Gelobt sei Jesus Christus“ - diese Worte und auch das Kreuzzeichen wirken auf immer mehr Abendländer nicht nur unzeitgemäß, sondern geradezu lächerlich, konstatiert Peter Scholl-Latour, denn er weiß, daß z.B. deutsche Minister es beim Amtseid mehrheitlich vermeiden, den Zusatz „so wahr mir Gott helfe“ anzufügen. Dagegen fällt es schon schwer, sich einen Senator der USA vorzustellen, der die Beteuerung „so help me God“ verweigerte. Die Europäer sind offenbar keiner religiösen Überzeugung mehr fähig (das beklagen nicht nur Moslems, sondern sogar die Amerikaner!). War das antike Griechenland das erste antike Opfer der (kulturellen) Pseudomorphose bzw. des (religiösen) Synkretismus, so ist das abendländische Europa das erste abendländische Opfer der (kulturellen) Pseudomorphose bzw. des (religiösen) Synkretismus. Was es z.B. bedeutet, wenn die Türkei Vollmitglied der EU würde, kann man sich leicht vorstellen, und die USA unterstützen mit „guten Gründen“ (Islamismusgefahr bekämpfen, Ölleitung sichern!) die EU-Vollmitgliedschaft der Türkei - dabei ist sie nicht nur kulturhistorisch (Türkei), sondern auch geographisch Nonsens: „Anatolien ist Klein-Asien und nicht Klein-Europa.“ (Peter Scholl-Latour, Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?, 2002, S. 51). So verhält es sich auch mit Rußland (Rußland). Und natürlich auch mit Israel, doch die „Totengräber des Abendlandes“ wünschen sich den Synkretismus bzw. die Pseudomorphose geradezu herbei und verniedlichen den Prozeß mit der doch nur verräterischen Worthülse „Multi-Kulti“. Multi-Kulti

„Historische Pseudomorphosen nenne ich Fälle, in welchen eine fremde Kultur so mächtig über dem Lande liegt, daß eine junge, die hier zu Hause ist, nicht zu Atem kommt und nicht nur zu keiner Bildung reiner, eigener Ausdrucksformen, sondern nicht einmal zur vollen Entfaltung ihres Selbstbewußtseins gelangt.“  (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 784).

 

- Vakuum-Ideologien -
Sämtliche Strömungen (auch die „katholisierenden“, auch sogar die „nihilisierenden“) der aktuellen Politik im westlichen Kontinental-Europa „stehen in einer Linie mit den neuen Pragmatismen, die Europa endlich auf den Kurs einer ideologiefreien Marktwirtschaft anglo-amerikanischen Typs bringen wollen. .... Beim Übergang vom Existentialismus zum Konsumismus erreichten die Europäer die noch immer anhaltende Nachkriegs-Nichtigkeit. Durch ihren Aufenthalt im chronischen Nuklearismus hatte sich bei vielen von ihnen ein extremer Grad der Empfindung für die Entwertung aller Dinge eingespielt. .... Jeder Zeitgenosse jener Jahre wird für den Rest seiner Lebenszeit vom nuklearen Nihilismus imprägniert bleiben.“ (Peter Sloterdijk, Falls Europa erwacht, 1994, S. 16 und 18f.).

- Postmoderne Kondition -

„Du hast nur dieses Leben, also friß dich selber auf, laß nichts von dir übrig, die Reste kommen in den schwarzen Plastiksack. Wir treiben auf dem Ozean der Appetite, Erlebnisbereitschaft hat die Welt entgrenzt. Zwar haben die letzten Konservativen sich Reste eines unzeitgemäßen Glaubens an den Geist ernster Missionen und objektiver Aufgaben bewahrt; die Mehrheiten sind längst zur glaubenlosen Internationale der Endverbraucher konvertiert.“ (Peter Sloterdijk, Falls Europa erwacht, 1994, S. 20f.).

In den USA kam nach dem 11. September 2001 nicht ein einziges Mal die elementare Erkenntnis zur Sprache, daß „der Terrorismus kein Gegner, sondern ein modus operandi, eine Kampfmethode, ist, die sich sofort über beide Seiten eines Konflikts verteilt - weswegen »Krieg gegen den Terrorismus« eine Nonsensformulierung darstellt.“ Ein einzelner Terrorakt bildet nie einen absoluten Anfang. „Jeder Terroranschlag versteht sich als Gegenangriff (in einer Serie, die jeweils als vom Gegner eröffnet beschrieben wird). Deswegen ist Terrorismus selbst antiterroristisch verfaßt. .... Der Terror expliziert die Umwelt unter dem Aspekt der Verletzbarkeit; der Ikonoklasmus expliziert die Kultur aus der Erfahrung ihrer Parodierbarkeit; die Wissenschaft expliziert die erste Natur unter den Gesichtspunkten ihrer Ersetzbarkeit durch prothetische Geräte und ihre Integrierbarkeit in technische Verfahren.“ (Peter Sloterdijk, Luftbeben, 2002, S. 25 und 107).

- Viktimologischer Luxus -

Eine Vorzugsbehandlung genießen bei uns gemäß der Viktimologie ja die Vertreter nichtkonventioneller Lebensstile, homosexueller Orientierung sowie Zuwanderer aus der 2. und 3. Welt, denn, so die Viktimologie, sie seien systematisch „diskriminierte“ Minderheiten, die unser „Therapiestaat“ zu schützen habe vor der Mehrheit als dem bösen „Tätervolk“ - und das, obwohl bei uns schon längst der „Kult der Schuld“ etabliert ist und kaum noch jemand wagt, Minderheiten anzugucken oder gar anzusprechen, denn es könnte sich ja dabei um „Diskriminierung“, „Rassismus“ o.ä. handeln. „Der Verwaltungsstaat beruft sich auf die Leiden der angeblich Benachteiligten, um einen Kampf gegen die traditionellen Moralvorstellungen der Mehrheitsgesellschaft, ihre »Vorurteile«, zu führen. Traditionelle Familienformen löst der Wohlfahrtsstaat auf und schafft sich eine Klientel atomisierter, abhängiger Individuen. Die Folge ist eine Kultur- und Moralrevolution, die aber nicht von subversiven Gruppen, etwa den Intellektuellen, ausgeht, wie viele Konservative stets glaubten, sondern zentrales Projekt des therapeutischen Verwaltungsstaats ist, behauptet Gottfried (Gottfried). Als Instrumente des revolutionären »social engineering« dienen Wohlfahrtsprogramme für ausgesuchte Minderheiten und »Opfer«-Gruppen, in den USA besonders »affirmative action«, außerdem auch Antidiskriminierungsgesetze, die traditionelle liberale Grundfreiheiten aushebeln und durch Gesinnungskontrolle ersetzen.“ (Felix Menzel, Die alte Vision von der geplanten Gesellschaft, in: Junge Freiheit, 25.03.2005 JF). Die Dekadenz ist mittlerweile so weit, daß schon als Verbrecher gilt, wer innerhalb einer Nation einer Mehrheit angehört. Eine nationale Mehrheit ist auf übernationaler Ebene wahrscheinlich und auf globaler Ebene garantiert eine Minderheit, und weil die Macht seit längerem schon nicht mehr von den Nationen, sondern vom Globalsystem ausgeht, dem die Nationen zu gehorchen haben, kann das altbewährte Spiel eben doch reibungslos weitergehen: Mächtige fressen Ohnmächtige, Große fressen Kleine, Masse frißt Einzelne, Mehrheit frißt Minderheit ....

Lug und Betrug
„ D a s   O p f e r   ( f ) l o g   d i r e k t   i n   d a s   O p f e r . “

Im moralischen Raum unserer „Überfluß-Gesellschaft“ hat sich ein „neuartiger viktimologischer Luxus entfaltet. Zu dessen Durchsetzung und Verzweigung trägt ein Medienverbund aus korporativen Verbänden, Anwaltskanzleien, Kulturwissenschaften und Moralfeuilletonisten das Nötige bei. Die Luxusviktimologien beruhen auf der Entdeckung, daß die moralische Sensibilität der Öffentlichkeit in der Superinstallation eine symbolische Ressource ist, die sich materiell bewirtschaften läßt. Weil Helden nach der Aufklärung nur noch als Opfer möglich sind, muß der Ehrgeiz den Umweg über den Viktimismus nehmen. Dies gilt für Einzelne wie für Korporationen und Staaten. Unzählige wetteifern mit amateurischen und professionellen Mitteln um den Vorzug, sich auf diversen Bühnen als Opfer präsentieren zu dürfen - besser noch als Super-Opfer, als Angegriffener der Angegriffenen, als Jude der Juden, als Paria der Parias, als Verdammter der Verdammten dieser Erde. .... Sogar Weltmächte schrecken nicht davor zurück, nach den viktimologischen Prämien zu greifen: Das politische Gebaren der Bush-Administration in den Vereinigten Staaten von Amerika seit dem 11. September 2001 zeugt für das geschichtliche Novum, daß eine Supermacht sich bei gebotener Gelegenheit als Superopfer auszugeben beschlossen hat - eine Position, die unabsehbare politische Risiken in sich birgt, um von den moralischen Disproportionen nicht zu reden. ... Von den USA ausgehend, wo victimspeak seit den 1970er Jahren Verkehrssprache ist, macht sich der aggressive Sensibilismus der Opferstatuskulturen im Klima des gesamten Wohlstandstreibhauses bemerkbar (Sykes). ... Aber es versteht sich, daß diese Phänomene außer psychologischen Motiven massive ökonomische Gründe haben.“ (Peter Sloterdijk, Sphären III - Schäume, 2004, S. 841-842). Der viktimistische Schadensersatzprozeß ist zu einer der größten Säulen der Umverteilung geworden und breitet sich immer mehr aus, besonders intensiv über die Advokato-Mediokratie.

Übertriebene Umverteilung aber, das lehrt die Geschichte, führt über den Stau in den Bankrott - eine Pleite, die keinem hilft, außer denjenigen, die sowieso immer für ein „Dagegen“ zu haben sind, weil sie es stets meinen zu verspüren. Diese Erfolglosen sind im „Reich des Kapitals“ die Geschöpfe der Zustände, gegen die sie sich wenden. Nur die Mystik erlaubt den Oppositionellen, daß sie sich selbst überhaupt feststellen und ihr Dagegen-Sein spüren können. Wenn Linke oder Globalisierungsgegner wie die Global-Terroristen behaupten, sie seien Ausgebeutete oder Ausgegrenzte, hilft ihnen nur eine terminologische Entscheidung. (Sloterdijk). Hinter ihrem Haß auf die Reichen wie auf das Reich des Kapitals steckt ihre Erfolglosigkeit. Durch einen globalen Krieg Erfolglosigkeit in Erfolg ummünzen - das ist „Internationaler Terrorismus“. Wer diesen Krieg für sich entscheiden wird, hängt ab von uns (UNS!).

 

- Krieg in unseren Städten -
Terrorismus ist mittlerweile Alltag in jeder deutschen Großstadt, in der es Ghettos gibt. Ghettos werden nicht zufällig von zwei Minderheiten gegründet: von der deutschen Regierung und von den Ausländern selbst. Die von der deutschen Regierung „verabschiedeten“ Gesetze nötigen Deutsche, diese Gebiete zu verlassen. Wenn Deutsche sie nicht verlassen, dann erleben sie den Terror eben direkt, dann sind sie mitten drin und trotzdem nur dabei. Das „Deutsche Skandal-Fernsehen“ berichtet schon. Die Berichte machen die Minderheit groß, weil sie die Mehrheit klein machen müssen. Nicht nur die regierende oder herrschende Minderheit trägt also Verantwortung, sondern auch die alles in Szene setzenden Medien, ohne die der Terrorismus keine „effektive“ Bühne bekäme. (Vgl. Medieneffekte). Daß es viele von Ausländern begangene Gewalttaten gegen Deutsche gibt, wird genauso verschwiegen wie die Tatsache, daß vielen Ausländern von den herrschenden und möchte-gern-herrschenden Deutschen ans Herz gelegt wird, besser negative als positive Vorurteile gegenüber Deutschen zu haben. Wenn allerdings ein Deutscher, wie neulich in der TV-Sendung „Domian“ geschehen, über eine von Ausländern begangene Gewalttat erzählt, dann immer auch in Verbindung mit dem suggestiv verordneten Gebet: „Übrigens, das möchte ich betonen, ich bin nicht ausländerfeindlich!“. Ebenfalls mit diesen Worten „entschuldigte“ sich eine Frau (am 25.11.2003 bei „Domian“), obwohl sie auf sehr grausame Weise von einem Ausländer vergewaltigt worden war. Über 70% der jährlich in Deutschland registrierten Straftaten begehen Ausländer. Die deutsche Bundesregierung aber „dolmetscht“ die Statistik ins Xenophile: sie bezieht die Anzahl deutscher Straftäter auf die Anzahl ausländischer Straftäter aus einem Staat (0,7%!) - dabei sind es 100 Staaten (70%)! (Quelle: Bundes-Innenministerium und Westfalenblatt, 22.03.2001). Quelle Straftaten


- „Parallelgesellschaften“ und ihre Folgen -
Multikulturelle Konsequenz = Multikulturelle Bürgerkriege

In den 1950er Jahren hätte niemand geglaubt, daß es im Abendland einmal Moscheen geben werde, doch heute tragen sie hier bereits „den Beinamen Fatih (der Eroberer) in Anlehnung an Fatih Sultan Mehmet, den Eroberer, der 1453 Istanbul und damit das frühere christliche Konstantinopel (Byzanz) in seine Gewalt brachte. Doch man stelle sich einmal vor, in der laizistischen Türkei würde eine christliche Gruppe eine Kirche bauen und diese nach Gottfried von Bouillon benennen, der Jerusalem im Ersten Kreuzzug 1099 (Kreuzzüge) von den Muslimen eroberte. Allein das Ansinnen wäre eine Provokation, die in der Türkei zum Aufschrei führen würde.“ (Udo Ulfkotte, Der Krieg in unseren Städten, 2003, S. 104).

„Wer (von uns) begeistert sich noch für Multikulti, wenn in den muslimischen Ghettos westlicher Großstädte Frauen verprügelt und Bomben gebastelt werden? .... Die alten Modelle werden neu auf ihre Nützlichkeit überprüft - der liberale Philipp Longman vom »Foreign Affairs« sieht eine zwangsläufige Rückkehr zum Patriarchat, weil es sich als stabilste und krisensicherste Familienform erwiesen hat. .... Frank Schirrmachers »Methusalem-Komplott« hat einen kalten soziobiologischen Blick auf die Welt geworfen .... Mit »Minimum« hat er das Katastrophenszenario fortgeschrieben und klargemacht, daß es die Familien sein werden, die in den Erschütterungen, die vor uns liegen, die besten Überlebenschancen haben. Mein Buch »Die vaterlose Gesellschaft« (Matussek) ist aktueller als je zuvor. Vor acht Jahren hatte ich mit dieser Polemik vor dem Abräumen der Väter gewarnt, die völlig chancenlos vor den Familiengerichten dastehen und gedemütigt werden. Die nächste Generation ist einfach in den Zeugungsstreik gegangen. Nun braucht das Land Väter, und sie fehlen. Damals hatte ich Prügel bezogen von der feministischen Medienmafia in den Redaktionsstuben, die sich ihr Single-Elend mit teuren Chardonnays als »Selbstverwirklichung« schönsoff, und von ganzen Geschwadern der »neuen« Männer, die sich, politisch korrekt, aus der Verantwortung stahlen. Und nun prophezeit Philipp Longman die Rückkehr der »starken Vaterfigur« wie ein Naturgesetz! Nun waren die von mir beschworenen bürgerlichen Tugenden selbst im »Stern« wieder diskussionsfähig geworden.“ (Matthias Matussek, Wir Deutschen, 2006, S. 82-85).

„Der Jubel über die vermeintlich großen Erfolge in der Terrorbekämpfung läßt die westlichen Politiker vergessen, daß der eigentliche Kampf gegen den islamistischen Terror erst noch beginnen wird, und zwar nicht allein auf den Schlachtfeldern im Nahen Osten und in den arabischen Ländern. Was nunmehr droht, ist ein Krieg, der in den europäischen Städten geführt werden wird. Dabei heißt der Gegner nicht mehr nur Al Qaida. Die Sympathisanten des Terrors sind heute bis in die Reihen von Milli Görüs und vieler anderer bislang in Deutschland hofierter muslimischer Gruppen und Vereine zu finden.“ (Udo Ulfkotte, Der Krieg in unseren Städten, 2003, S. 109).

„Deutsche Beamte ermitteln nicht so, wie sie es tun könnten, denn es gibt ja „die höhere Anweisung, bloß nicht zu sehr gegen ausländische Mitbürger vorzugehen, da man schließlich nicht als ausländerfeindlich gelten wolle.“ (Udo Ulfkotte, Der Krieg in unseren Städten, 2003, S. 209).

„Dabei ist der sogenannte „Al-Qaida-Terror“ nur ein Synonym für die Hilflosigkeit der westlichen Welt.“ Und die sogenannten „Schläfer“ stellen die westlichen Sicherheitsbehörden vor kaum zu bewältigende Probleme. Diese Schläfer verstehen es tatsächlich, sich perfekt an wechselnde Umgebungen anzupassen und ihren Umfeld zu suggerieren, harmlose Mitbürger zu sein.“ (Udo Ulfkotte, Der Krieg in unseren Städten, 2003, S. 216f.).

„Auf der Damaszener Grabinschrift des Saladin (der 1187 Jerusalem eroberte) - nach wie vor eine Ikone des Islam - findet sich der Satz, das Ziel des dort Begrabenen sei gewesen, 'Jerusalem vom Schmutz der Ungläubigen zu befreien'. Saladins Geist lebt bis heute fort, und mit Friedfertigkeit hat dieser Geist nichts zu tun.“ (Udo Ulfkotte, Der Krieg in unseren Städten, 2003, S. 237). Die Einnahme Jerusalems, 1187, führte übrigens zum 3. Kreuzzug (1189-1192 Kreuzzüge), an dem der deutsche Kaiser Friedrich I. - entsprechend seiner Idee von der universalen Stellung des Kaisers als Spitze des gesamtabendländischen Unternehmens -, der französische König Philipp II. August und der englische König Richard I. Löwenherz teilnahmen und in Zwistigkeiten gerieten. Deutsch-französisch-englische Zwistigkeiten wären heute das, was dem islamistischen Terrorismus sehr entgegen käme!

„Deutschland ist seit langem ein potenter Wegbereiter für den Aufstieg der Islamisten. Bereits beim Weltmuslimtag im Oktober 1984 in Ankara, an dem auch Vertreter von Milli Görüs teilnahmen, hob einer der Redner hervor: 'Der Islam wird die Welt beherrschen. Und in Deutschland sind die Muslime schon stark'. Wilhelm Heitmeyer stellte vor einigen Jahren in einer empirischen Untersuchung unter 1200 türkischen Jugendlichen in Deutschland fest, daß 37,5% der 15 bis 21 Jahre alten in Deutschland lebenden Türken bereit sind, mit 'körperlicher Gewalt gegen Ungläubige vorzugehen'. Wer dieses Gewaltpotential sowie das nicht zu leugnende Erstarken des Fundamentalismus verdrängt, spielt mit einer Zeitbombe. Es ist mehr als blauäugig zu erwarten, daß die dritte Generation jener türkischen Einwanderer, die nun mehrheitlich deutsche Staatsbürger werden, sich alle problemlos integrieren oder sogar assimilieren werden. So gesehen ist es nur eine Frage der Zeit, bis die von der Politik verdrängten Probleme zu Unruheherden in deutschen Städten führen werden (EU-Politik). Das Bundeskriminalamt über Milli Görüs (IGMG): 'Eine Selbstisolierung der türkischen Wohnbevölkerung in Deutschland wird damit institutionalisiert, und Kontakte zu Deutschen werden auf ein Minimum reduziert, wie überhaupt eine friedliche Koexistenz von Christen und Muslimen in Westeuropa nur zweckgebunden und vorübergehend beabsichtigt erscheint. Die tatsächlichen Bestrebungen der IGMG werden offensichtlich verschleiert. Die Einrichtung einer islamischen Staatsordnung ist Glaubensgebot und damit elementarer Bestandteil der Religion. In der Konsequenz islamisch-fundamentalistischen Gedankenguts schließt dies ein auf Dauer angelegtes multireligiöses Miteinanderleben in gegenseitiger Toleranz aus.'... Vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung in Osteuropa, Nordafrika und der arabischen Welt wird Europa bald einem hohen demographischen Druck ausgesetzt sein. Das Aufkommen von Gewalt durch oder gegen die zukünftigen Einwandererkommunen, die Verlagerung explosiver Probleme anderer Regionen in das Herz Europas, das Überschwappen von Unruhen aus der Dritten Welt sind oft beschriebene und real existierende Gefahren.“ (Udo Ulfkotte, Der Krieg in unseren Städten, 2003, S. 237ff.).

„Unser Land ist nicht mehr nur Ruheraum, sondern längst Aktionsbasis, mit allen Konsequenzen. Dazu gehört, daß hier Haßprediger auftreten und Straftäter einreisen (eingeschleust! Schleuser und Geldbeschaffer), um Material und Geld zu beschaffen. Es ist fahrlässig, wenn man nun, wie Teile der Union, versucht, die Ängste der Menschen angesichts der Attentate zu instrumentalisieren. Denn so nährt man die in der Politik rechts wie links verbreitete Illusion, Deutschland könne alles regeln. .... Präzisere Gesetze, eine starke Abwehr, der geschärfte Sinn für die sozialen Hintergründe des Hasses sind wichtig. Aber wir können damit dem Terror nicht entfliehen, wir müssen uns ihm stellen.“ (Guido Heinen, Der Terror ist längst da, in: Die Welt, 22.11.2003).

„Dem Zufall, den vertraulichen Warnungen der CIA, der Wachsamkeit der deutschen Sicherheitsbehörden, aber auch der mangelnden Professionalität der Attentäter war es zu verdanken, daß die Bundesrepublik Anfang September 2007 vor monströsen Sprengstoffanschlägen einer gewissen »Islamischen Jihad-Union« verschont bleib.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 300).

- Aufstände und Partisanenkriege -

„Man kann einen Aufstand zum Erfolg führen, wenn lediglich zwei Prozent der Bevölkerung am aktiven Partisanenkrieg teilnehmen, unter der Voraussetzung, daß sie über eine breite Masse passiver Sympathisanten verfügen. Den Kämpfern wird dabei extreme Beweglichkeit, Ausdauer und Unabhängigkeit von Versorgungswegen abverlangt .... Die Rebellen müssen dort aktiv werden, wo der Feind sich nicht befindet.“ (Thomas Edward Lawrence, Aufstand in der Wüste, 1927).

„Folgende Prinzipien werden aus der neuen Situation abgeleitet: Nicht mehr das offene Land, sondern die Städte bieten den Freischärlern den besten Schutz. .... Mehr denn je bewahrheitet sich die These von Clausewitz, wonach Zufall und Ungewißheit jede militärische Aktion stärker bestimmen als eine noch so ausgeklügelte Planung. .... In der derzeitigen Phase des asymmetrischen Krieges kommt der ... technischen Überlegenheit nur noch begrenzte Bedeutung zu. Von einem erdrückenden Aufwand feindlicher Mittel bedroht, wird die Aufstandsbewegung ihr Heil in der Zerstreuung ihrer Kampfgruppen suchen und darauf verzichten, feste Stellungen zu verteidigen.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 306).

„Dem Terrorismus, der unweigerlich und unvermeidbar auf uns zukommt, begegnet man am besten mit kalter Entschlossenheit und - soweit es geht - mit Gelassenheit. Beunruhigend ist hingegen der Mangel an Kompetenz, der medienbezogene Konformismus, die bündnisfixierte »political correctness«, die die paralamentarische Debatte in Berlin so realitätsfern erscheinen läßt.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 307).

„Mit grimmiger Heiterkeit kann ich feststellen, daß ausgerechnet jene früheren Wortführer eines utopischen Ultra-Pazifismus sich heute als Bellizisten in die Brust werfen. Unter den Journalisten plädieren vor allem diejenigen für einen unbegrenzten und verstärkzen Einsatz deutscher Truppen, die niemals ihren Fuß auf afghanischen Boden setzten oder sich allenfalls unter massiven Schutz zu einer Stippvisite aufrafften. Ein deutscher General erklärte vor laufender Kamera, wenn Deutschland nicht in Afghanistan verbleibe, dann komme Afghanistan zu uns. Er täte gut daran, einen Blick auf die Landkarte zu werfen. Was sich zur Stunde im Irak, im Nahen Osten, demnächst auf den Balkan und übermorgen in Nordafrika abspielt, ist für Europa unenedlich wichtiger als die Behauptung von isolierten Stützpunkten im hintersten Winkel Zentralasiens.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 309).

„Die deutsche Öffentlichkeit unterliegt einer permanenten Desinformation. Wer will denn schon zur Kenntnis nehmen, daß das abscheuliche Attentat vom 11.09.2001 in den USA nicht das Werk afghanischer Freischärler, sondern saudi-arabischer Studenten war. Al Qaida ist keine afghanische, sondern eine saudische Organsiation. Finanziert wird sie - so berichten US-Medien - zu einem wesentlichen Teil durch den Trust »Dar-el-Maal-el-Islami« des hoch angesehenen Prinzen Mohammed el Faisal und seinesgleichen. Vergessen wir nicht, daß Osama bin Laden seine »grüne Fremdenlegion« in enger Zusammenarbeit mit der CIA rekrutierte, um sie gegen den sowjetischen Überfall auf Afghanistans einzuzsetzen. Sogar an der Aufstellung der Taliban-Horden des Mullah Omar waren us-amerikanische und pakistanische Geheimdienstler maßgeblich beteiligt. Viel zu spät entdeckten sie, daß sie sich mit unheimlichen Gesellen eingelassen hatten.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 309-310).

„Die am Hundukusch befindlichen Truppen sind dem Oberbefehl der NATO, das heißt de facto dem us-amerikanischen Kommando untergeordnet. In diesem Feldzug, der sich auf abenteuerliche Weise »out of area« abspielt, könnte die ohnehin obsolete Bündnisstruktur vollends zu Bruch gehen.“ (Peter Scholl-Latour, ebd., S. 310).

„Was die bevorzugte Sonderstellung der Deutschen bei den Afghanen betrifft, so muß mit Ernüchterung festgestellt werden, daß us-amerikanische Dienste, die sich durch Tarnung mit deutschen Fähnchen und Nummernschildern einen gewissen Schutz vor den Taliban versprechen, diese Praxis inzwischen aufgegeben haben.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 310).

„Eine zusätzliche Täuschung der Öffentlichkeit findet statt, wenn der Tod von Bundeswehrsoldaten in Kundus und die Entführung von zwei deutschen Ingenieuren in der Provinz Wardak zu Schicksalfragen hochgespielt werden. natürlich kann die Berliner Regierung nicht ein strategisches Projekt aufgeben, weil dabei Soldaten ums leben kommen. Das gehört leider zu jeder kriegerischen Aktion. Erst recht darf sie sich nicht durch kriminelle Banden erpressen und zu einer politischen Kursänderung drängen lassen, weil deutsche Zivilisten auf schändliche Weise als Geiseln mißbraucht werden. Diese zutiefst schmerzlichen Erfahrungen berühren jedoch nicht den wesentlichen Punkt, nämlich die Frage, ob der NATO-Einsatz am Hindukusch überhaupt Sinn macht. Die Antwort kann nur ein deutliches Nein sein.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 310-311).

„Es gibt keine NATO-Kontrolle über Afghanistan, weder im umkämpften Süden und Osten noch im relativ ruhigen Norden, wor die Bundeswehr ihre Schutzburgen aufgebaut hat. Von den Soldaten, die dort gewissenhaft ihren Dienst versehen, existiert in der Heimat meist ein falsches Bild. Diese mit Logistik und Versorgungseinrichtungen überfrachtete Truppe, die sogar ihre gesamte Verpflegung aus Deutschland einfliegen läßt, als ob es in Afghanistan kein vorzügliches Hammel- oder Rindfleisch sowie herrliche Früchte gäbe, sind in ihren jeweiligen Basen regelrecht eingesperrt.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 311-312).

„Die Berliner Regierung hat lange genug »Feigheit vor dem Freunde« praktiziert. Sie muß endlich von deer us-amerikanischen Führung ernsthaft und zwingend eine Erklärung verlangen, welches ihre langfristige Planung ist und wie sie sich eine Weiterführung dieser »mission impossible« am Hindukusch vorstellt. Wer möchte schon darauf warten, daß die US-Verbände plötzlich und ohne Vorwarnung den Rückzug natreten wie 1994 nach den Rückschlägen in Mogadischu während er UNO-Aktion in Somalia. Damals mußte das Bundeswehr-Kontingent, das in der Nähe der äthiopischen Grenze kampierte, sich beeilen, um rechtzeitig den Einschiffungshafen zu erreichen.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 316).

„Warum ich dem deutschen Einsdatz am Hindukusch einen solchen Raum im Rahmen einer Betrachtung über die Fragmentierung Europas gewidmet habe? An dieser Stelle könnte die ... Bundesrepublik, die ihre außenpolitischen Richtlinien in der Ökologie und im Humanitätsdusel zu suchen vorgibt, von der Nemesis geschichtlicher Unerbittlichkeit eingeholt werden. Für ... Berlin droht Afghanistan eines Tages den gleichen negativen Stellenwert zu gewinnen wie der Irak-Feldzug für ... Washington. Kein geringerer als Brent Scowcroft, der frühere Sicherheitsberater des Präsidenten Bush senior, fragt sich bereits, ob die NATO an diesem Einsatz in Zentralasien zerbrechen wird.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 317).

„In den Talk-Shows über Afghanistan offenbart sich eine skandalöse Diskrepanz zwischen den nüchternen, meist pessimistischen Aussagen all derer, die sich an Ort und Stelle aufhielten und in engem Kontakt mit der dortigen Bevölkerung lebten - darunter befinden sich auch die Repräsentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz -, und einer Riege von besserwisserischen, beschwichtigenden Politikern jeder Couleur, die sich krampfhaft an getürkte Statistiken und folgenschwere Fehleinschätzungen klammert. Die traurige Realität am Hindukusch wird in Berlin konsequent negiert.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 346-347).

„Es ist reale Gefahr im Verzug, wenn der außenpolitische Sprecher einer großen Koalitionspartei behauptet, der asymmetrische Krieg und das Auftreten von »illegal combatans« seien eine originäre, völlig neue Entwicklung unserer Tage. Diese Kampfweise ist in Wirklichkeit so alt wie David und Goliath. Was der Staat USA als verbrecherischen Terrorismus brandmarkt, war von jeher die Grundregel eines jeden Partisanenkampfes, einer jeden Guerilla und der meisten Befreiungskriege.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 347).

„Die Methodik, die technische Kapazität des Widerstandes haben sich jedoch - parallel zu den atemberaubenden Rüstungsfortschritten der regulären Streikräfte in den USA - gründlich gewandelt. Die Kämpfer des Untergrundes verfügen jetzt ebenfalls über gesteigerte Vernichtungskraft und ausgeklügelten Erfindergeist.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 347).

„Man verschone uns mit der Vokabel »feiger Mord«, wenn ein verzweifelter Kamikaze sich selbst in die Luft sprengt, während der ihm nachstellende Bomberpilot aus 10000 Meter Höhe seine tödliche Ladung ausklinkt und absolute persönliche Sicherheit genießt.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 347).

„Die resignative Formel »mundus vult decipi« - »die Welt will betrogen werden« - muß allzuoft als Regierungsrezept herhalten. Wann werden die deutschen Politiker auf die erwiesenennaßen falsche Argumentation verzichten, die exakte Planung, die präzise Ausführung des Anschlags vom 11.09.2001 seien in den Höhlen des Hindukusch errfolgt. Mag sein, daß Osama Bin Laden, der bis 1991 als Rekrutierungs-Agent der CIA in diesem Raum tätig war, nach seiner plötzlichen, religiös motivierten Kehrtwendung gegen die USA den Auftrag zur Zerstörung des World Trade Center erteilte. Das hätte er aber auch von jedem beliebigen Punkt der Erde aus tun können. In den viel genannten El-Qaida-Lagern Afghanistans fand nicht viel mehr statt als infanteristische Grundausbildung und eine rudimentäre Anleitung zum Bau von Sprengsätzen. Das Spezialtraining der überwiegend saudischen Todeskandidaten als Piloten vollzog sich ausschließlich in den USA, und nur dort konnten die Flugpläne eingesehen und koordiniert werden, die den Todesengeln den Zeitplan vorgaben. Im übrigen läßt sich die übliche Behauptung nicht aufrechterhalten, beim Anschlag vom 11. September 2001 habe es sich um eine bislang vorstellbare, infernalistische Premiere gehandelt. Schon 1993 hatten die Komplizen des Scheich Omar Abdurrahman, eines blinden ägyptischen Predigers, der - im Besitz der »Green Card« - ebenfalls die Werbetrommel für islamische Freiwillige ... gerührt hatte, mit unzulänglichen Mitteln versucht, das Fundament des gleichen New Yorker Wolkenkratzer-Komplexes zu sprengen. Dafür büßt Scheich Omar heute in den USA eine lebenslange Haftstrafe ab.“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 348).

„Wenn unsere maßgeblichen Parlamentarier außerstande sind, die jüngsten Ereignisse zu deuten und statt dessen gezielten Fälschungen erliegen, wie verhält es sich dann erst bei ihrer Bewertung weiträumiger geschichlicher Vorgänge. Auf welches Augurernspiel der Zukunftserkundung lassen sie sich dann ein?“ (Peter Scholl-Latour, Zwischen den Fronten, 2007, S. 348).

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„Nur ein Dummkopf kann sich heute schämen, ein »alter Europäer« zu sein.“ (Peter Scholl-Latour, Rumsfeld gegen das »Alte Europa«, in: Weltmacht im Treibsand, 2004, S. 14). Rumsfeld

„Eines haben Europäer und Iraker gemeinsam. Ihre Zukunft wird durch die türkische Frage überschattet. .... Die Aufnahme (in die EU!Türkei und EU) beinhaltet das freie Niederlassungsrecht für die Bürger aller Mitgliedsstaaten. Die türkischen Deutschland-Experten und Soziologen in Ankara und Istanbul hegen nicht den geringsten Zweifel, daß somit eine gewaltige Migration aus Anatolien in Richtung Deutschland stattfände, eine rapide Zuwanderung von mindestens 10 Millionen Menschen, darunter ein überproportional großer Anteil von Kurden. Die Bundesrepublik Deutschland verlöre damit nicht nur ihre ohnehin fragwürdige christliche, sondern auch ihre nationale Identität. Bei aller Sympathie für die Türken, bei aller Anerkennung ihres Fleißes, ihrer Disziplin, käme es dann auf deutschem Boden - zumal in den Wohngebieten der kleinen Leute - zu einem fatalen Kulturschock, ja zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, an denen gemessen die Streitfälle Nordirland oder Baskenland, mit denen London und Madrid sich plagen, als Lappalie erschienen. Sehr bald würden im Bundestag türkische, vielleicht auch islamisch orientierte Parteien entstehen, die jede Regierungsbildung beeinflussen und - wie heute schon in gewissen Ballungsgebieten von Türken mit deutschem Paß - das Zünglein an der Waage bilden.“ (Peter Scholl-Latour, Die türkische Lüge, in: Weltmacht im Treibsand, 2004, S. 28-29).

„Ob die Bombenanschläge, die im Dezember 2003 jüdische Kultstätten und britische Einrichtungen in Istanbul verwüsteten - die Täter waren ausschließlich Türken -, das Hochkommen einer extrem-islamistischen Welle der Republik Atatürks signalisieren, bleibt noch dahingestellt. Aber wer von der Geschichtsträchtigen Metropole Konstantinopel als einem Ort der Toleranz, der multikutltuellen Entfaltung und einer Freizügigkeit der Sitten schwärmt, sollte einmal das dortige Fatih-Viertel aufsuchen, wo die Frauen schwarzverhüllt gehen und die Scharia schon wieder das tägliche Leben bestimmt.“ (Peter Scholl-Latour, Die türkische Lüge, in: Weltmacht im Treibsand, 2004, S. 29-30).

Konflikte zu Beginn des 21. Jahrhunderts, so lautet der Titel des 2003 erschienenen Buches von Hans-Ulrich Wehler (Wehler): „Mit aktuellen politischen Fragen beschäftigen sich die folgenden Essays. Da gibt es zuerst eine die Einwände zuspitzende Polemik gegen den politischen Masochismus, der in der mutwillig herbeigeführten Gefahr einer Selbstzerstörung der EU durch den Beitritt der Türkei seinen Ausdruck findet.“ (Hans-Ulrich Wehler, Konflikte zu Beginn des 21. Jahrhunderts, 2003, S. 8). Wehlers polemischem Essay über die Frage des EU-Beitritts der Türkei ist es zu verdanken, daß die breite Öffentlichkeit dieses Thema überhaupt registriert.

„Wehler ist bekanntermaßen gegen den EU-Beitritt der Türkei, er sorgt sich um die »Pest« des Islamismus und die Auswirkungen eines »assimilations- und bildungsfernen«, »ethnischen Subproletariats«. Welche Politiker, welche Partei wären imstande, seine Bedenken aufzunehmen?“ (Thorsten Hinz, Zweierlei Fußnoten, in: Sezession, Oktober 2008, S. 51). Mehr

„Der politische Masochismus, sich ohne Not gleichzeitig in mehrere Klingen zu stürzen und vitale Interessen der EU und ihrer Mitgliedsstaaten rigoros zu mißachten, sucht in der neueren Geschichte seinesgleichen. (Vgl. Michel-Politik). Die türkische Vollmitgliedschaft in der EU wäre eine Fehlentscheidung infolge leichtfertiger Versprechen, die möglichst bald revidiert werden sollten. (Türkei). Jetzt hat die Stunde einer die Opposition mobilisierenden, kritischen Öffentlichkeit in Europa geschlagen. Denn die Konferenz von Kopenhagen hat das Tauziehen um den Beitritt keineswegs beendet. Vielmehr ist endlich die öffentliche Diskussion über dieses riskante Unternehmen in Gang gekommen. Man wird abwarten müssen, ob sich die Berliner Regierung, offenbar unter massivem amerikanischen Druck stehend, endlich für eine offensive Verfechtung ihres protürkischen Kurses entscheiden wird, um doch noch eine Legitimation für eine derart eklatante Verletzung vitaler europäischer und deutscher Interessen zu gewinnen. (Türkei). Bisher ist das Ideal des mündigen Bürgers kraß mißachtet worden. Und von der vielbeschworenen Generationsgerechtigkeit kann auch keine Rede sein. Die Fehlentscheidung würde den Jüngeren auf unabsehbare Zeit geradezu aberwitzige finanzielle und politische Kosten aufbürden.“ (Hans-Ulrich Wehler, Konflikte zu Beginn des 21. Jahrhunderts, 2003, S. 51-52). Dazu kommt übrigens noch das Problem der Demographie (Demographie) !

Die EU hat nicht einmal „riskiert ..., ihre Grenzen im Osten, Südosten und Mittelmeer zu definieren. (HuntingtonAbbildung). Freundschaftliche Nachbarschaft darf nicht quasi-automatisch auf Vollmitgliedschaft in der EU hinauslaufen. Sie muß ein Privileg bleiben, Dutzende von anderen Möglichkeiten erlauben auch noch enge Beziehungen. Weißrußland, die Ukraine, Rußland selber haben nie zu Europa gehört.“ Wehler betont immer wieder, daß dort das Europäische immer schon fehlte, fehlt und wohl auch in Zukunft fehlen wird, denn es gab dort z.B. keine Reformation, keine Renaissance, keine Wissenschaftsrevolution, keine Aufklärung u.s.w.; es gab dort „kein Bürgertum, keine autonomen Städte, keinen Adel und keine Bauernschaft wie in Europa. (Rußland) ... Die entschiedene Grenzdefinition steht auch im Mittelmeeraum an. Die maghrebinischen Staaten gehören nicht zu Europa, Israel auch nicht. Es war schon falsch, dem egoistischen Drängen Griechenlands im Hinblick auf Zypern nachzugeben. Im Südosten aber besitzt das Grenzproblem seit der Entscheidung von Helsinki (wo Außenminister Fischer vor der USA-Politik eingeknickt ist Türkei) dramatische Züge. Was spricht ... für einen Beitritt der Türkei ?  Nichts, scheint es, was die übergroßen Risiken, die damit verbunden sind, wettmachen könnte. Die muslimische Türkei hat 450 Jahre lang gegen das christlich geprägte Europa nahezu unablässig Krieg geführt. Das ist im Kollektivgedächtnis der europäischen Völker, aber auch der Türkei tief verankert. A limine spricht nichts dafür, einen solchen Staat aus einem anderen Kulturkreis (Türkei) in die EU aufzunehmen. .... Warum sollte ... ein muslimischer Staat zu Europa - das nun einmal durch völlig andere Einflüsse geprägt worden ist - hinzustoßen und seine Fundamentalismusprobleme danach ungehindert in die EU exportieren dürfen?  In der Bundesrepublik z.B. werfen 32 000 in radikalen Organisationen vereinigte türkische Muslims hinreichend Probleme auf. Warum sollte, wie man schätzt, einem Potential von 40 Millionen arbeitslosen oder arbeitsarmen Anatoliern die Freizügigkeit in eine erweiterte EU eröffnet werden?  Überall in Europa erweisen sich die muslimischen Minderheiten als nicht integrierbar und igeln sich in ihrer Subkultur ein. Sie kann man nur durch die strikte Verpflichtung zum Sprachunterricht, zum regelmäßigen Schulbesuch, zur Bindung der Staatsbürgerrechte an ein Examen (wie etwa in Holland) allmählich auflockern. Aber warum sollte man diese Diaspora millionenfach vermehren und damit die willige Bereitschaft zum multikulturellen Zusammenleben einer extremen Belastungsprobe aussetzen?  (Multi-Kulti). Warum sollte sich die EU freiwillig im Südosten so famose Nachbarn wie den Irak und Syrien schaffen und dazu noch das explosive Kurdenproblem in diesen Ländern freiwillig schultern?  Die politische Raison rät dringend von einer solchen neuen Bürde ab, die durch keine anderwertigen Vorzüge wettgemacht würde. Und schließlich das m.E. durchschlagende Argument: Die Osterweiterung der EU ... wird alle, buchstäblich alle Ressourcen der EU bis zur Zerreißprobe beanspruchen. Wie kann man, da diese enorme Belastung längst klar zu erkennen ist, politisch so von Sinnen sein, daß man sich eine völlige Überlastung aller restlichen Machtressourcen auflädt, wen die EU-Mitgliedschaft der Türkei geradewegs die Zerreißprobe heraufführen würde?  Der Preis für Europa wäre unerträglich, der überzeugende Gewinn ist bisher nicht erkennbar.“ (Hans-Ulrich Wehler, Konflikte zu Beginn des 21. Jahrhunderts, 2003, S. 65-66). Rußland

„In meinen Augen sind die russischen Gebiete nie Teil Europas gewesen. Sie haben kein europäisches Bürgertum, keine Bürgerstädte, kein europäischen Adel, keine europäischen Bauern gehabt; sie haben keine Reformation erlebt, keine Wissenschaftsrevolution, keine Aufklärung; und seit Peter dem Großen jagt nun Rußland - und die Bolschewiken haben das noch mal 70 Jahre getan - in einer atemlosen Aufholjagd hinter Europa her, um endlich sozusagen europaähnlich zu werden, aber es ist nicht Europa! (Rußland). Und dasselbe gilt seit Kemal Atatürk, also seit den 1920er Jahren, für die Türkei in noch viel strengerem Maße.“ (Hans-Ulrich Wehler, im Fernsehsender ZDF: Wo endet Europa?, in: Im Glashaus - Das Philosophische Quartett, 02.05.2004). Vorsicht vor dem „Trojanischen Pferd“! (Türkei). Übrigens: ähnlich wie Wehler argumentiert auch Huntington (Huntington).

Zwischen Europa und der Türkei „gibt es einen riesigen Unterschied, weil das die Grenze zwischen zwei Kulturkreisen ist mit denkbar unterschiedlichen Traditionen. .... Es ist eine tiefe Kluft .... Noch nie ist in der Geschichte eine Union geglückt über Kulturgrenzen hinweg .... In der jetzigen Europäischen Union mit ihren neuen Mitgliedern sind 85% der Menschen der Meinung, daß Religion in der Politik keine dominierende Rolle spielen sollte, 12% sind dieser Meinung, die streuen aber über Polen, Süditalien und Spanien, also erzkatholische Gebiete; in der Türkei sind es 69%, die der Meinung sind, daß Religion eine maßgebliche Rolle in der Politik spielen sollte. Der zweite große Umfrageteil beschäftigte sich damit, daß gefragt wurde, ob die Demokratie ein bevorzugungswertes System sei. 90% der Angehörigen der alten und der der neuen EU waren dieser Meinung .... In der Türkei waren 68% der Meinung, nein, man braucht autoritäre Führung durch große Persönlichkeiten.“ (Hans-Ulrich Wehler, im Fernsehsender ZDF: Wo endet Europa?, in: Im Glashaus - Das Philosophische Quartett, 02.05.2004). Türkei

Es „entfallen sozusagen alle schlüssigen Argumente, die Türkei zu diesen 450 Millionen Europäern auch noch zu addieren und den kompletten Imperial Overstretch, sozusagen die Überdehnung aller Ressourcen, in Kauf zu nehmen.“ (Hans-Ulrich Wehler, im Fernsehsender ZDF: Wo endet Europa?,  in: Im Glashaus - Das Philosophische Quartett, 02.05.2004). Türkei

„Wenn man die EU als Wertegemeinschaft erhalten will, muß ihre Begrenzung vereinbart werden. Europa kann nicht beliebig ausgeweitet werden, es riskiert, wie alle Großstaaten, eine Überdehnung.“ (Richard Wagner, Der deutsche Horizont. Vom Schicksal eines guten Landes, 2006, S. 375).

„Die Türkei befindet sich außerhalb des europäischen Kulturkreises. Ihre Modernisierung, wie sie seit Atatürk angestrebt wurde, ignoriert die islamische Grundierung der eigenen Gesellschaft. Nicht diese ist laizistisch, sondern der Staat. So mußte der politische Laizismus ein Papiertiger bleiben, der mit polizeilichen Mitteln am Leben erhalten wird. Wer die Fernsehbilder vom 8. März 2005 aus Istanbul gesehen hat, die Polizisten, die brutal Frauen zusammengeschlugen, muß wissen, was das bedeutet. Die Türkei bekennt sich nicht zu ihren historischen Verbrechen. Sie verharmlost bis heute den Völkermord an den Armeniern und die Verfolgung der Aramäer, der Schriftsteller Orhan Pamuk, Friedenpreisträger des Börsenvereins des Deutschen Buchhanndels, sah sich als Folge seiner Kritik an diesem Tatbestand im Herbst 2005 mit einer Anklage wegen »Herabsetzung des Türkentums« konfrontiert. Es ist kein Einzelfall. Mit ähnlichen Vorwürfen wurde auch der für Versöhnung plädierende Chefredakteur der armensich-türkischen Wochenzeitung Agos Hrant Dink traktiert. - Man kann aus Europa nicht den Weltstaat machen. Das ist eine leere Utopie. Wer nicht erkennen will, daß ... Werte ... historisch gewachsene und religiös grundierte kulturelle Voraussetzungen haben, der hat nichts verstanden und wird auch nichts verstehen.“ (Richard Wagner, Der deutsche Horizont. Vom Schicksal eines guten Landes, 2006, S. 375-376). Türkei

„Religionen sind nicht austauschbar. Der Vergleich, anläßlich der Kopftuchdebatte, zwischen Kreuz und Kopftuch ist schlicht falsch. Das Kreuz, dessen Tragen im übrigen freiwillig ist, verletzt, im Unterschied zum Kopftuch, nicht die Rechte der Frau. Der Islam, das beweisen die bereits existierendeen Konflikte mit Immigrantengruppen, und, wohlgemerkt, auch innerhalb von ihnen, ist in mancher Hinsicht mit den westlichen Werten unvereinbar. Schon weil er gegen die Gleichberechtigung der Geschlechter agiert, die Bildungsmöglichkeiten und die Bewegungsfreiheit der Frauen einschränkt. In der Türkei gab es 2003 unter den Männern 6,5 Prozent Analphabeten, unter den Frauen waren es 23,4 Prozent. Hat das wirklich nichts mit dem Islam zu tun?“  (Richard Wagner, Der deutsche Horizont. Vom Schicksal eines guten Landes, 2006, S. 376-377).

„Zu einem funktionierenden Europa gehört seine geographische Begrenzung.“ (Richard Wagner, Der deutsche Horizont. Vom Schicksal eines guten Landes, 2006, S. 378).

„Sobald alle Argumente abgehakt sind, pflegen die Befürworter des Türkei-Beitritts zu einer Visionskeule zu greifen. Die Demokratisierung eines großen muslimischen Landes, heißt es dann bedeutungsvoll, würde den gesamten islamischen Raum verändern und alles zum Guten wenden. Wer so redet, hat keine Ahnung. Die Türkei ist nie Vorbild für Arabien gewesen, sie war in osmanischer Zeit vielmehr Konkurrent und Unterdrücker. Die Türkei hat nicht den geringsten Einfluß auf die arabische Welt.“ (Richard Wagner, Der deutsche Horizont. Vom Schicksal eines guten Landes, 2006, S. 379). Türkei

Und was bedeutet es z.B., wenn auf dem Balkan nicht etwa die Fahnen der UNO oder der NATO geschwenkt werden - denn es war „Der Westen“, der die Moslems gegen die Christorthodoxen verteidigt hat -, sondern die Fahnen Saudi-Arabiens und der Türkei?  Slawen und Albaner schwenkten ihre morgenländischen Fahnen, und Huntington (Huntington) weiß auch warum: „Sie zeigten im wahrsten Sinne des Wortes Flagge und demonstrierten der Welt, wer ihre wahren und wer ihre weniger wahren Freunde waren. .... In der Welt nach dem Kalten Krieg zählen Flaggen und andere Symbole kultureller Identität wie Kreuze, Halbmonde und sogar Kopfbedeckungen; denn Kultur zählt, und kulturelle Identität hat für die meisten Menschen höchste Bedeutung. Die Menschen entdecken heute neue, aber oft eigentlich alte Identitäten und marschieren hinter neuen, aber oft eigentlich alten Fahnen im Kriege mit neuen, aber eigentlich alten Feinden. Eine grimmige Weltanschauung für diese neue Ära formuliert der ... Demagoge in Michael Dibdins Roman Dead Lagoon: »Ohne wahre Feinde keine wahren Freunde! Wenn wir nicht hassen, was wir nicht sind, können wir nicht lieben, was wir sind. Das sind die alten Wahrheiten, die wir heute, nach dem sentimentalen Gesülze von hundert Jahren, unter Schmerzen wieder entdecken. Wer diese Wahrheit leugnet, der verleugnet seine Familie, sein Erbe, seine Kultur, sein Geburtsrecht, sein ganzes Ich! Das wird ihm nicht so leicht vergessen«. An der betrüblichen Wahrheit dieser alten Wahrheiten können Staatsmänner und Wissenschaftler nicht vorbeigehen. Für Menschen, die ihre Identität suchen und ihre Ethnizität neu erfinden, sind Feinde unabdingbar, und die potentiell gefährlichsten Feindschaften begegnen uns an den Bruchlinien zwischen den großen Kulturen der Welt ().“ (Samuel Phillips Huntington, Kampf der Kulturen, 1996, S. 17-18).

Huntingtons zentrales Thema seines Buches (Kampf der Kulturen) lautet: „Kultur und die Identität von Kulturen ... prägen heute, in der Welt nach dem kalten Krieg, die Muster von Kohärenz, Desintegration und Konflikt. Die fünf Teile diese Buches entwickeln diese Hauptaussage weiter. Teil Eins. Zum erstenmal in der Geschichte ist globale Politik multipolar als auch multikulturell; Verwestlichung ist etwas anderes als Modernisierung; und wirtschaftliche und soziale Modernisierung erzeugt weder eine universale Kultur irgendeiner Art noch die Verwestlichung nichtwestlicher Gesellschaften. Teil Zwei. Das Machtgleichgewicht zwischen den Kulturkreisen verschiebt sich: Der Westen verliert an relativem Einfluß; asiatische Kulturen verstärken ihre wirtschaftliche, militärische und politische Macht; der Islam erlebt eine Bevölkerungsexplosion mit destabilisierenden Folgen für muslimische Länder und ihre Nachbarn; und nichtwestliche Kulturen bekräftigen selbstbewußt den Wert ihrer eigenen Grundsätze. Teil Drei. Eine auf kulturellen Werten basierende Weltordnung ist im Entstehen begriffen: Gesellschaften, die durch kulturelle Affinitäten verbunden sind, kooperieren miteinander. Bemühungen, eine Gesellschaft von einem Kulturkreis in einen anderen zu verschieben, sind erfolglos; und Länder gruppieren sich um die Führungs- oder Kernstaaten ihrer Kultur. Teil Vier. Seine universalistischen Ansprüche bringen den Westen zunehmend in Konflikt mit anderen Kulturkreisen, am gravierendsten mit dem Islam und China. Auf lokaler Ebene bewirken Bruchlinienkriege (im wesentlichen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen) den »Schulterschluß verwandter Länder«, die Gefahr einer breiteren Eskalation und damit Bemühungen von Kernstaaten um Eindämmung und Unterbindung dieser Kriege. Teil Fünf. Das Überleben des Westens hängt davon ab, daß die Amerikaner ihre westliche Identität bekräftigen und die Westler sich damit abfinden, daß ihre Kultur einzigartig, aber nicht universal ist, und sich einigen, um diese Kultur zu erneuern und vor der Herausforderung durch nichtwestliche Gesellschaften zu schützen. Ein weltweiter Kampf der Kulturen kann nur vermeiden werden, wenn die Mächtigen dieser Welt eine globale Politik akzeptieren und aufrechterhalten, die unterschiedliche kulturelle Wertvorstellungen berücksichtigt.“ (Samuel Phillips Huntington, Kampf der Kulturen, 1996, S. 19-20). Huntington

„Von der Vorstellung einer im Wesentlichen nach Staaten aufgeteilten Welt, in der Staaten gegeneinander Krieg führen und Frieden schließen, müssen wir uns verabschieden. Der Trend .. geht zur Entstaatlichung, Privatisierung und Kommerzialisierung eines Krieges ...“. (Udo Ulfkotte, Der Krieg in unseren Städten, 2003, S. 177f.). Wie bereits mehrfach erwähnt: „Privatkriege“ hat uns Spengler bereits 1917 prognostiziert! (Vgl. auch: „Weltfriede“ der Cäsaren).

 

Islamismus Islamismus und Primitivismus Primitivismus

Ein islamisches Abendland wünschen sich natürlich die fundamentalistischen Islamisten. Weil die Islamisten aber keine Verbindung eingehen, sondern ihre Religion allein behaupten wollen, käme für das Abendland ein derartiger Wiederholungszwang einem erneuten „Geburtstrauma“ gleich. Ein solches wird nicht selten unbewußt angestrebt, aber häufiger noch bewußt gefürchtet. Die Europäer werden sich wahrscheinlich in Zukunft noch bittend und flehend an die US-Amerikaner wenden, wenn sie sich vor dem Islam nicht mehr werden retten können. Ob „Terrorismus“ dann noch das „treffende Argument“ sein wird oder eher (nach antikem Muster): „Anarchie“ ?

Die Losung des Westens (= Abendlandes) kann nicht die Nonsensformel „Kampf gegen den Terror“ sein, sondern „Kampf gegen den Islamismus“. Deshalb forderte z.B. Tony Blankley (*1948) vom US-Kongreß die Kriegserklärung an den Islamismus! Mit Recht!

- Was ist Islam? -

Die von Mohammed (um 570 - 632) gestiftete Religion, die sich als Vollendung der jüdischen und christlichen Religion versteht, ist monotheistisch und kennt nur die unbedingte Ergebung (Kismet) in den Willen Allahs, der als absoluter Herrscher angesehen wird. (Islam = Ergebung [in Gottes Willen]). Die religiösen Glaubenssätze und Pflichten sind genau festgelegt; zu ihnen gehören die „5 Pfeiler“: 1) Glaubensbekenntnis: Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet; 2) Gebet: fünfmal am Tag, kniend auf öffentlichen Anruf hin, in ritueller Reinheit; 3) Almosen geben; fast zu einer geregelten Steuer ausgebildet; 4) Fasten: 30 Tage im Monat Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang; 5) Wallfahrt (Hadsch) nach Mekka: mindestens einmal im Leben. Im heiligen Buch des Islam, dem Koran, ist Mohammeds Lehre, die von den Anhängern des Islam als geoffenbarte Wahrheit betrachtet wird, in Suren niedergelegt. Neben dem Koran bildete sich aus mündlichen Überlieferungen über Mohammeds Entscheidungen und Verhaltensweisen in konkreten Fragen und Situationen die Sunna. Die Einschätzung der Wichtigkeit der Sunna neben dem Koran ist das unterscheidende Kennzeichen für die Sunniten (ca. 90% der Moslems) und die Schiiten (ca. 10% der Moslems). Insgesamt gibt es ungefähr 1,2 Mrd. Moslems. (Vgl. Tabelle). Seinen Ausgang nahm der Islam in Mekka, wo die Kaaba, das arabische Nationalheiligtum, unter dem Schutz der Koreischiten stand. Diesem Stamm gehörte Mohammed an; im September 622 (Beginn islamischer Zeitrechnung) mußte er sich dem Zugriff der Koreischiten durch die Auswanderung (Hidschra) nach Medina entziehen. (Vgl. Tabelle). Von hier aus verbreitete er seine Lehre, und bald konnte er mit kriegerischen Mitteln Mekka zurückgewinnen und die Kaaba zum äußeren Mittelpunkt des Islam machen. Nach dem Tod Mohammeds breiteten seine Nachfolger (Kalifen) in langen Kämpfen den Islam aus.

Die Gleichsetzung der strenger gegliederten Gemeinschaft der Gläubigen mit dem Organismus des Staates „folgt mit Notwendigkeit aus dem Weltgefühl der magischen Menschen und führt zur Verwandlung der Herrscher in Kalifen - Beherrscher vor allem der Gläubigen, nicht eines Gebietes - und damit zur Auffassung der Rechtgläubigkeit als der Voraussetzung wirklicher Staatsangehörigkeit, zur Pflicht der Verfolgung falscher Religionen - der heilige Krieg des Islam ist so alt wie diese Kultur selbst und hat ihre ersten Jahrhunderte vollkommen erfüllt -, zur Stellung der im Staate nur geduldeten Ungläubigen unter eigenes Recht und Verwaltung - denn das göttliche Recht ist Ketzern versagt - und damit zur Wohnweise des Ghetto.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922; S. 868). Heiliger Krieg des Islam ist also ein heiliger Krieg einer Kultur. Deshalb ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der magischen Kultur:

„Die magische Kultur ist geographisch und historisch die mittelste in der Gruppe hoher Kulturen (), die einzige, welche sich räumlich und zeitlich fast mit allen andern berührt ().“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 785). Spengler nannte die magische Kultur auch „Arabien“; ihr Seelenbild ein dualistisches: „Geist und Seele“, ihr Ursymbol die „Welthöhle“: „Die Welt, wie sie sich vor dem magischen Wachsein ausbreitet, besitzt eine Art von Ausgedehntheit, die höhlenhaft genannt werden darf, so schwer es dem Menschen des Abendlandes auch ist, im Vorrat seiner Begriffe auch nur ein Wort ausfindig zu machen, mit dem er den Sinn des magischen »Raumes« wenigstens andeuten könnte. Denn »Raum« bedeutet für das Empfinden beider Kulturen durchaus zweierlei. Die Welt als Höhle ist von der faustischen Welt als Weite mit ihrem leidenschaftlichen Tiefendrang ebenso verschieden wie von der antiken Welt als Inbegriff körperlicher Dinge.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 840). In der magischen Kultur gilt stets der „Consensus“: die Übereinstimmung der Gelehrten als Grundlage für die religiöse (= „wahre“) Lehre. Das arabische Wort „Idschma“ ist auch in diesem Sinne zu verstehen, und es gilt heute noch als eines der vier Grundprinzipien der islamischen Rechtslehre. Der magischen Kultur haftet an, daß sie mit Schuldzuweisungen arbeitet, d.h. jedem Subjekt Schuld zuspricht. Und „was die Weitergabegewalten zuletzt immer über den Geist der Freisprüche siegen läßt, ist die Positivierung der Versprechen und die Nationalisierung der Universalien. Eben dies ist das Prinzip der magischen Nationen, die Oswald Spengler entdeckt und benannt hat - und die man auch Taufnationen oder Religionsnationen nennen könnte.“ (Peter Sloterdijk, Zur Welt kommen, zur Sprache kommen, 1988, S. 172f.). Das unter dem römischen Kaiser Hadrian zwischen 118 und 128 neu erbaute Pantheon war vielleicht der erste architektonische Beweis dafür, daß auch die Pseudomorphose zwei Seiten hat: „Etwas von der Aura esoterischer Einsamkeit, die dieses großartig hochgesinnte und zugleich schrankenlos zugängliche Gebäude umgibt, hat Oswald Spengler in seiner genialischen Bemerkung eingefangen, das Pantheon sei »die früheste aller Moscheen« gewesen. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte [1], 1917, S. 273). Mit dieser Wendung verband Spengler seine dunkle These, daß Rom im Jahr 125 nach Christus längst im Begriff gewesen sei, aus dem Kreis des antiken »Seelentums« auszutreten und in den Bann jener »magischen Kultur« zu geraten, die sich im Vorderen Orient unter zahlreichen pseudomorphotischen Anverwandlungen an fremde Volks- und Kulturkörper zu entfalten begann. Der Akzentwechsel vom antiken zum magischen Seelentum sei es letztlich gewesen, der für die Durchdringung des römischen Reiches durch eine pseudomorphotische Religion, das frühe Christentum in seiner hellenisierten Form, verantwortlich war (welches seinerseits ein Seelengeschwister des späteren Islam darstellte, des Prototyps einer Religion der unterwerfungfordernden und hingabegewährenden Unübersichtlichkeit). An Spenglers Hinweis ist sicher soviel richtig, daß Rom in der Pantheon-Zeit einen Sinnwandel der Immanenz durchlebte und daß sich der Modus, in dem die Götter ihre innerweltliche Präsenz bekundeten, einer folgenschweren Veränderung unterworfen war. Es spricht vieles dafür, daß die spätantiken Massen beim Eintritt ins Pantheon nur wenig noch von dem erfuhren, was in dem Gipfelgespräch zwischen Caesarismus, Philosophie und Architektur erwogen und verwirklicht worden war. Die Zeit gehörte mehr und mehr den Mystagogen und den Aposteln, die eine Entmathematisierung des Himmels betrieben - man würde heute von einer Wiederverzauberung der Welt sprechen. Diesen Agenten eines völlig veränderten, bekennend alogischen, telepathischen, mirakelsüchtigen Immanenzgefühls ist es zu verdanken, daß die späteren Kuppeln, insbesondere die des byzantinischen Ostens, nicht mehr die pantheologische Bauform wiederholen, die der noetischen Partizipation des Menschen am Gestaltoptimum des Welthauses ein Denkmal setzen wollte, dauerhaft wie opus caementitium, sondern zunehmend die allseitige Umschlossenheit des menschlichen Raumes durch ein undurchdringliches Weltgeheimnis bezeugen; Oswald Spengler hat das am raumphilosophisch relevanten Zentralsymbol der magischen Kultur, dem Welthöhlenempfinden, suggestiv erläutert. Diesen Wandel macht der Unterschied zwischen dem Pantheon und der Kirche der Hagia Sophia zu Konstantinopel vollendet klar. Wo der römische Kugeltempel dem Weltgedanken der antiken Philosophie zu seiner ultimativen Selbsterklärung in bautechnischer Kristallisation verholfen hatte (in einem Gebäude, das man als Weltkind aus irgendeiner Provinz betrat, um es als Grieche und als Neophyt der Philosophie zu verlassen), dort setzte die Kirche der Heiligen Weisheit ein Empfinden von numinos durchleuchteter und magisch umzingelter Immanenz ins Werk (so daß man es nicht betreten konnte, ohne auf der Stelle zum Araber ante litteram, zum verzückten Debütanten in Gotteszaubersachen zu werden).“ (Peter Sloterdijk, Sphären II - Globen, 1999, S. 449-452). Und: „Die arabische Kultur bleibt problematisch, weil sie nie einen eigenen Körper ausbilden, sich nie überzeugend territorialisieren konnte und darum nur als höhere Gespenstergeschichte möglich war - Spengler nennt das vornehm eine Pseudomorphose. (Pseudomorphose). Vergessen wir nicht, daß nach ihm das Christentum in seinem ersten Zyklus nur eine Metastase der übervölkisch herumspukenden arabischen Seele gewesen sein soll.“ (Peter Sloterdijk / Hans-Jürgen Heinrichs, Die Sonne und der Tod, 2001, S. 226-227).

Eine Schöpfung der magischen Kultur sind die bekannten monotheistischen Religionen. ().

„Die Religion vermittelt Werte und Normen menschlichen Handelns, begründet Mentalität und Einstellung zum Leben und damit eben auch zum Wirtschaften. Der kalvinistische Unternehmertyp wurde im „Westen“ - dem christlichen Abendland - zu einem Vorbild jener, die Kapital durch harte Arbeit zu mehren suchen. Diese Orientierung im Diesseits fehlt dem Islam.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 28).

„Wirtschaftlich entsteht ein Teufelskreislauf: Wo Eliten neutralisiert sind, das Binnenwachstum durch Machtkämpfe oder gerinegn Ausbildungsstand (in islamischen Staaten oft 40 bis 50% Analphabetentum!) behindert wird, die innere Sicherheit bedroht ist, werden Investoren abgeschreckt. Instabile Regime sind Gift für Auslandsinvestitionen.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 29).

„Der Reichtum ist in vielen arabischen Staaten extrem ungleich verteilt. Teilen also müssen nicht die westlichen Industriestaaten, sondern zuerst die Herrscher jener korrupten Gemeinwesen, die auf dem Rücken ihrer Bevölkerungen ein Leben im Luxus führen. .... Die Attentäter des 11. September (2001) ... gehörten zumindest der Mittelschicht an, ihre Hintermänner der Oberschicht. .... Daher gibt es nicht den Weg, sich vom islamistischen Terrorismus durch reichliche Gabe von Entwicklungshilfe freizukaufen.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 198).

Islamischer Glaube und moderne Ökonomie sind anscheinend unvereinbar - auch sogar trotz der Tatsache, daß „kaum ein Teil der Welt von den Ressourcenbedürfnissen des Westens mehr profitiert hat als Arabien. Nirgends sind so große Geldströme hingeleitet worden, und nirgends hat man mit einem solchen Geldsegen so wenig angefangen wie in der arabischen Welt. Man nehme zum Vergleich die Tigerstaaten Südostasiens, und es wird schnell klar, daß der Grundantrieb für die Modernisierung die auf Religion und Arbeitsethos begründete Mentalität ist. Die wahre Ursache für das Unglück der arabischen Welt ist ... die Immobilität des Islam als Instrument in der Hand des in seinen traditionellen Allmachtsphantasien und damit verbundenen Kränkungen lebenden arabischen Mannes. Seine Hysterien sind hausgemacht und nicht ein Ergebnis imperialistischer Machenschaften oder gar ein Dritte-Welt-Problem. - Eine solche Analyse scheint jedoch im heutigen Europa wenig Chancen zu haben. Die Europäer widmen sich lieber den Idiosynkrasien, die auf ihren Kriegsängsten beruhen. Die von zwei Weltkriegen traumatisierten nationalen Gemeinschaften wollen und können keinen rationalen Blick auf den Begriff »Krieg« werfen. .... Es gibt in der deutschen Öffentlichkeit kaum eine Sensibilität für die Thematisierung der Verbrechen des Islamismus. Man bedenke bloß den geringen Stellenwert, den in der deutschen Öffentlichkeit Attentate auf eigene Landsleute ... hatten und haben.“ (Richard Wagner, Der deutsche Horizont. Vom Schicksal eines guten Landes, 2006, S. 282-283).

Norbert Bolz behauptet: „Richard Nixon meinte einmal, den westlichen Staaten fehle a mission beyond peace. Das war natürlich im Blick auf die Nachweltkriegsordnung gemeint. Aber nach dem 11.09.2001 waren viele versucht zu sagen Hier ist sie! Und diese Mission liegt auf exakt der Ebene, die bisher Sean Connery, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis vorbehalten war - dort, wo die große Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse tobt. Real betroffen vom Terror sind, soweit man sieht, die US-Amerikaner und die Israelis. (Auch immer mehr Europäer !). Die Sympathisanten leiden am Leiden der Betroffenen - und befriedigen damit »das seelische Komfortbedürfnis nach Legitimität des Glückes«. Gemeint ist ganz konkret das Glück, unbetroffen, geschützt, vom Ernstfall verschont zu sein. Das Schuldgefühl, das man als Nation der Unbetroffenen entwickelt, hat Deutschland in ähnlichen Situationen durch einen Ablaßhandel bewältigt, den die Neue Ernsthaftigkeit heute als Scheckbuchdiplomatie denunziert.“ (Norbert Bolz, Das konsumistische Manifest, 2002, S. 21). Nach dem 2. Weltkrieg hat Deutschland fast immer (also gab es auch Ausnahmen) Geld bezahlt, um vom Ernstfall verschont zu bleiben. Ob das aber „nicht feige, sondern lebensklug“ ist, wie Norbert Bolz meint, möchte ich doch stark bezweifeln, denn: was kurzfristig klug erscheint, entpuppt sich mittelfristig und vor allem langfristig oft als Fehler.

Bolz glaubt zu wissen: „Der Fundamentalismus ist die präzise Reaktionsbildung gegen den Ausschluß der Konsum- und Kommunikationslosen. .... Die Politik des liberalistischen Westens mißversteht sich als globale, das heißt, sie verwechselt sich mit der Weltgesellschaft - und braucht deshalb einen globalen Feind. .... Wenn wir unser Problem nun etwas höher abstrahieren, erreichen wir die Ebene der Grundparadoxie des Liberalismus: Wie verhält sich eine aufgeklärte Kultur der Toleranz angesichts religiöser Intoleranz?  Wenn etwa das »Reich Gottes« gepredigt wird, dann kann der moderne Staat das tolerieren, solange es irgendwie metaphorisch, also spirituell und innerlich gemeint ist - nicht aber als Aufruf zur politischen Theokratie. Der säkulare Staat kann den Gläubigen also nicht in seinem Glauben ernst nehmen. Wie in anderen Lebensbereichen auch, wird die Forderung nach Gleichheit vom Staat in Form von Gleichgültigkeit erfüllt. Unter Soziologen ist seit Max Weber unstrittig, daß sich das spezifisch Moderne unserer Gesellschaft darin zeigt, daß die einzelnen »Wertsphären« (wie etwa Wirtschaft, Technik, Kunst; aber eben auch Religion!) »ausdifferenziert« sind, das heißt, daß sie autonom operieren und einer je eigenen Logik folgen. Das ist nicht für jedes System ein Glück. Ausdifferenzierung heißt nämlich für die Religion Säkularisierung. Säkularisierung bewirkt aber kein Erlöschen der Religion, sondern ihre Vervielfältigung. Man könnte hier von einer List der Unvernunft sprechen, die darin besteht, daß gerade die Säkularisierung theologische Gehalte im Profanen rettet. Deshalb müßte man, um die Religion zu neutralisieren, auch die Säkularisierung säkularisieren. .... Religion ist das soziale System, das eigentlich nicht anerkennen kann, nur ein soziales System zu sein. Wir (wir!) können uns den Prozeß der Modernisierung aber gar nicht anders denken denn als fortschreitende Ausdifferenzierung sozialer Systeme, die autonom operieren. Und das impliziert eben die Unabhängigkeit der Politik von der Religion. Die islamische Kultur hat das - nämlich Modernisierung qua Säkularisierung - jedoch bis heute nicht erreicht. Anders gesagt: Atatürks Projekt ist gescheitert. Nach wie vor ordnen die Muslime die Welt mit der Unterscheidung der zwei Rechtskreise »Islam« und »Ungläubige«.“  (Norbert Bolz, Das konsumistische Manifest, 2002, S. 25-27).

Atatürks Projekt ist also gescheitert! Und gerade mit der Unterscheidung der zwei Rechtskreise »Islam« und »Ungläubige« manifestert der Islam, daß er eine Religion ist, die sich noch ernst nimmt. Er beansprucht nämlich, einen privilegierten Zugang zur „Wahrheit“ zu haben. Aber diesen Anspruch kann der moderne (abendländische) Staat natürlich nicht anerkennen. Für Bolz wäre es deshalb „sinnvoll, im Blick auf die gesellschaftliche Stellung der Religion Toleranz von Respekt zu unterscheiden. Toleranz nimmt die anderen nicht ernst. Stanley Fish spricht in diesem Zusammenhang von Boutique-Multikulturalismus; der reicht vom Palästinenserschal über den Urlaub in Nepal bis zu fernöstlichen Managerweisheiten. Und wenn man diese eminent moderne Haltung des Boutique-Multikulturalismus auf die eigene religiöse Überlieferung anwendet, dann resultiert die sogenannte Zivilreligion. Das heißt im Klartext: Man glaubt zwar nicht an einen Gott, aber man schätzt die verhaltenssichernde Kraft der Rituale - etwa bei der Taufe, bei der Beerdigung und an Weihnachten. Oder man beschwört »christliche Werte«, wenn man politisch nicht mehr weiter weiß. .... Mit dieser Form der Toleranz kann sich eine Religion, die sich ernst nimmt, nicht begnügen. Sie fordert Anerkennung und Respekt. Respekt kann aber gerade auch darin bestehen, die andere Auffasung zu bekämpfen .... Wir können das Andere nur anerkennen, wenn wir unserer Toleranz eine Grenze setzen. .... Religion, die es ernst meint, ist nicht tolerant. Deshalb kann sie von der Religion der Toleranz, also dem Liberalismus, nicht toleriert werden. Man sollte sich hier nicht von humanistischen Seminarerfahrung der Religionswissenschaftler und der politischen Korrektheit der Politiker irreführen lassen, die uns heute unisono einreden wollen, der Islam sei eine Religion des Friedens. Eine Religion predigt Toleranz, solange und wo sie noch nicht an der Macht ist. Und umgekehrt ist Macht immer ein Maß dafür, wie weit man sich nicht anpassen muß. Ich bin immer dann tolerant, wenn meine tiefsten Überzeugnungen nicht berührt werden, und ich bin immer dann kompromißbereit, wenn ein Sieg unwahrscheinlich ist.“ (Norbert Bolz, Das konsumistische Manifest, 2002, S. 27-28).

„Für die Muslime ist der Koran das Wort Gottes. Dagegen heißt Aufklärung, die heilige Schrift als Literatur zu lesen. Der Gott der Frommen ist immer einwertig - man kann nicht mit ihm diskutieren. Gott sprach - aber erst mit dem Teufel kommt dann Dialog in den Logos. Damit ist aber der Dialog, dieses Lieblingskind der Liberalen, des Teufels. .... Wenn der Dialog beginnt, hat der Liberalismus schon gewonnen. Und dafür haben die Frommen ein untrügliches Gespür. Es ist deshalb absurd, sich irgendeinen politischen Fortschritt vom »Dialog der Religionen« zu versprechen. Wenn sich die Fundamentalisten auf einen »Dialog« einlassen würden, gäbe es gar keinen Grund mehr für einen Dialog.“ (Norbert Bolz, Das konsumistische Manifest, 2002, S. 28-29).

„Gebetsmühlenartig wiederholt man bis tief in die sozialdemokratische Linke hinein die liberalen Monstranz-Begriffe Demokratie, Toleranz und Dialog - und verstellt sich damit jeden Zugang zum Problem. Es ist nämlich, erstens, eine liberale Illusion zu glauben, Demokratisierung wäre gleichbedeutend mit Verwestlichung. Gerade durch fundamentalistische Appelle gewinnt man heute Wahlen. Daß die Herrschaft des Volkes nicht in den Kosmopolitismus, sondern in den Provinzialismus führt, hat Samuel Huntington (Huntington) als das demokratische Paradoxon bezeichnet. Es ist, zweitens, intellektuell unredlich, wechselseitige Toleranz als Heilsformel zu propagieren, ohne vorab das liberale Urdilemma des Umgangs mit der Intoleranz zu reflektieren. Und drittens: Auch hinter dem liberalen Dialog steht nicht etwa die Vernunft selbst, sondern ein Glaube: »faith in talk«. Wie schon für Carl Schmitt ist für Stanley Fish das ewige Gespräch der Kern des Liberalismus. Dessen Commitment, also die selbstverpflichtende Wertbindung, ist paradox: »the deferring of commitment«. Die Liberalen können den Konflikt fundamentaler Glaubensüberzeugungen nur als Meinungsstreit modellieren, denn es gibt für sie prinzipiell keinen Konflikt, den man nicht in rationaler Deliberation auflösen könnte. Was aber eine Religion von einer bloßen Meinung unterscheidet, ist der Anspruch auf privilegierten Zugang zur Wahrheit. Und deshalb gibt es keine liberale Antwort auf die heute so dringliche Frage: Wie soll man mit Leuten diskutieren, die von der Überlegenheit ihrer Kultur überzeugt sind?  Der Fundamentalismus konfrontiert den Liberalismus mit Konflikten, die nicht auf Interessenkonflikte reduzierbar sind. Wer fromm ist, hat kein Interesse am Marktplatz der Ideen: Er hat die Wahrheit - und deshalb kein Interesse an einer anderen Wahrheit. Man kann es auch so sagen: Religion, die sich ernst nimmt, ist dogmatisch. Und im Dogma haben wir den eigentlichen Gegensatz zum liberalen Dialog. Es codifiziert die Wahrheit des rechten Glaubens und kann deshalb in unseren westlichen Spitzenwerten wie »Offenheit« und »othering« nur gottlose Verirrungen sehen. Für den Frommen sind die westlichen Werte schon deshalb unattraktiv, weil sie sich, inhaltlich völlig unbestimmt wie sie sind, bei näherem Hinsehen ganz in Verfahrensfragen auflösen: Variabilität, Offenheit, Andersheit, Dialogizität. Diese Neutralität unserer Spitzenwerte ist der Preis, den wir für unsere universalistischen Ansprüche zahlen müssen. ... Die neutralen Prinzipien des Liberalismus können nur operieren, wenn sie zuvor das geopfert haben, was die Leute wirklich interessiert. Vor allem der liberale Spitzenwert der Diversität entwertet alle anderen Werte. So könnte die westliche Welt im Zerrspiegel des Fundamentalismus etwas zu sehen bekommen, was sonst im blinden Fleck ihres universalistischen Selbstverständnisses verborgen bleibt. Die Lektion lautet: Es gibt keine Rationalität und Toleranz ohne Grenzen, das heißt ohne Exklusion. Und Liberalismus war bisher vor allem auch die Kunst, diese Geste unsichtbar zu machen. Die liberale Neutralität war stets eine Geste der Exklusion, die sich als Geste der Inklusion tarnte.“ (Norbert Bolz, Das konsumistische Manifest, 2002, S. 29-32).


- Was ist Islamismus? -
„Spätestens mit der Gründung des Staates Israel (14.05.1948) und der Unterstützung des jüdischen Staates in nachfolgenden Jahrzehnten, der Besetzung der Ölquellen und der wirtschaftlichen Ausbeutung der Region durch westliche Unternehmen wurde die Saat des politischen Islamismus gesät.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 33).

„Daß der Terrorismus überhaupt in der arabischen Welt Fuß gefaßt habe, liege weniger an der Religion, sondern viel mehr an der Übertragung des Palästina-Konflikts auf die Globalisierung. Solange die Palästinenser durch Israel gedemütigt und unterworfen würden und solange die Araber und die Muslime glaubten, die Globalisierung sei nur ein Projekt des Westens; um diese Demütigung und Unterwerfung auf sie alle zu übertragen, werde es auch weiterhin einen Nährboden für Terroristen wie Bin Laden und die Al Qaida geben.“ (Muhammed Sid-Ahmed, in: Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 39f.).

„Die israelische Regierung antwortete auf die von Hamas und PIJ (Paläst. Islam. Dschihad) ausgehende Gefahr mit der international kritisierten 'präventiven' Tötung potentieller Attentäter.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 166).

Laut Huntington (Huntington) waren die politischen Manifestationen der „Islamischen Resurgenz“ zunächst gar nicht so weitreichend wie ihre sozialen Manifestationen, aber trotzdem „die wichtigste politische Einzelentwicklung in muslimischen Gesellschaften im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts.“ Die Anhänger der islamistischen Bewegungen „sind ganz überwiegend Träger und Ergebnis der Modernisierungsprozesse. Es sind mobile und modern orientierte jüngere Menschen, die sich im wesentlichen aus drei Gruppen rekrutieren. (I.) Das Kernelement sind, wie bei den meisten revolutionären Prozessen, Studenten und Intellektuelle. In den meisten Ländern war die fundamentalistische Eroberung der Kontrolle über Studentengewerkschaften und ähnliche Organisationen die erste Phase im Prozeß der politischen Islamisierung, wobei der islamische »Durchbruch« an den Universitäten in den siebziger Jahren in Ägypten, Pakistan und Afghanistan einsetzte und dann auf andere muslimische Länder übergriff. Die Anziehungskraft des Islamismus auf Studenten war besonders stark an technischen Instituten, Ingenieursfakultäten und naturwissenschaftlichen Fachbereichen. .... Eine Studie über die militanten Führer islamistischer Gruppen ... fand heraus, daß sie fünf Hauptmerkmale hatten: (1.) Sie waren jung, überwiegend zwischen zwanzig und vierzig. (2.) 80 Prozent von ihnen waren Hochschüler oder Absolventen von Hochschulen. (3.) Mehr als die Hälfte von ihnen kam von Elite-Colleges oder aus den intellektuell anspruchsvollsten Bereichen technischer Spezialisierung wie (beispielsweise) Medizin oder Ingenieurwissenschaften. (4.) Über 70 Prozent kamen aus der unteren Mittelschicht, aus »bescheidenen, aber nicht ärmlichen Verhältnissen«, und waren in ihrer Familie die erste Generation mit höherer Bildung. (5.) Sie hatten ihre Kindheit in Kleinstädten oder ländlichen Gebieten verlebt, wohnten aber jetzt in Großstädten. - (II.) Bildeten Studenten und Intellektuelle die militanten Kader und Stoßtrupps islamistischer Bewegungen, so rekrutierte sich die Masse der aktiven Mitglieder aus der urbanisierten Mittelschicht. In einem gewissen Umfang kamen sie aus Gruppen, die man oft der »traditionellen« Mittelschicht zurechnet: Kaufleute, Händler, kleine Ladeninhaber, Basarbesitzer. In noch größerem Umfang jedoch gehörten Fundamentalisten den eher »modernen« Teilen der Mittelschicht an. Unter islamistischen Aktivisten »finden sich wahrscheinlich überdurchschnittlich viele der gebildetsten und intelligentesten jungen Leute in der jeweiligen Population«, darunter Ärzte, Juristen, Ingenieure, Wissenschaftler, Lehrer und Beamte. - (III.) Das dritte Schlüsselelement im islamistischen Rekrutierungspotential waren jüngste Migranten in die Städte. In der gesamten islamischen Welt erlebten in den siebziger und achtziger Jahren urbane Populationen dramatische Zuwachsraten. Die hilfsbedürftigen Migranten in den Großstädten, zusammengepfercht in verfallenden und oft primitiven Slumvierteln, profitierten von den sozialen Dienstleistungen, die von islamistischen Organisationen angeboten wurden.“ (Samuel Phillips Huntington, Kampf der Kulturen, 1996, S. 172-174). Huntington

„Das generelle Unvermögen liberaler Demokratie, im muslimischen Gesellschaften Fuß zu fassen, ist bereits seit Ende des 19. Jahrunderts ein immer wiederkehrendes Phänomen. Dieses Unvermögen hat seine Quelle zumindest in der für westliche liberale Konzepte unwirtlichen Natur der islamischen Kultur ...“  (Samuel Phillips Huntington, Kampf der Kulturen, 1996, S. 177).

„Die islamische Renaissance war auch, so wird argumentiert, »ein Produkt des westlichen Verlusts an Macht und Prestige«.“ (Samuel Phillips Huntington, Kampf der Kulturen, 1996, S. 180).

„Unterdessen wird das muslimische Bevölkerungswachstum (Huntington) erhebliche destabilisierende Auswirkungen auf das globale Machtgleichgewicht haben. Die riesigen Zahlen von jungen Leuten mit Hochschulreife werden der Islamischen Resurgenz weiter Auftrieb geben und verstärkt muslimische Militanz, muslimischen Militarismus und muslimische Migration fördern. Infolgedessen werden die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts die anhaltende Resurgenz nichtwestlicher Macht und Kultur sowie den Zusammenprall der Völker nichtwestlicher Zivilisationen mit dem Westen und miteinander erleben.“ (Samuel Phillips Huntington, Kampf der Kulturen, 1996, S. 189).

„Samuel P. Huntington hat früh (1996 HuntingtonHuntington) darauf hingewiesen, daß auch in islamischen Ländern die Religion bestenfalls eine nachgeordnete Rolle für die Ausübung des Terrors spielt: „In allen Gesellschaften sind junge Männer die entscheidenden Gewalttäter; in muslimischen Gesellschaften finden sie sich in überreichlicher Zahl. In den 2020er Jahren wird der muslimische Youth Bulge (Youth Bulge) schrumpfen. Das Zeitalter muslimischer Kriege könnte dann Vergangenheit sein“ (Huntington, 2001/2002, 12/13; Hervorhebung G.H.). Als gäbe es einen untergründigen Dialog zwischen der demographischen Analyse und dem Führer der islamistischen Bewegung, hat Osama Bin Laden in einer – am 7. Oktober 2002 ausgestrahlten – Ankündigung nicht etwa mit seinen Frommen, Wahren und Gerechten gedroht, sondern gleich umfassend mit der »Jugend des Islam« oder gar der »Jugend Gottes«. Sind Youth Bulges einmal in Bewegung geraten, schneidern sie sich Rechtfertigungen für ihr furchtbares Tun selbstverständlich auch aus der Religion und Moral ihrer Herkunftsgebiete. Dabei gibt es dann auch Spezialitäten: Wenn ein Selbstmordattentäter schon vor Vollzug der Tat die Paradieseinweisung von einem besonders ehrwürdigen Mullah mit Brief und Siegel verbürgt bekommt, hat man ihm den Rückzug verstellt. Denn ohne Tat verliert er das Heil für immer, während seine Brüder, die sich nicht zum Töten gemeldet haben, auf den traditionellen Wegen in eine gute Ewigkeit streben können. So gewiefte Mittel haben andere nicht, aber 2000 japanische Kamikazes vor 1945 und 200 tamilische Selbstsprenger bis 2002 zeigen, daß derselbe Effekt auch anders erreicht werden kann. Gleichwohl liefert die bald siebzigjährige Glorifizierung des Judenmordes durch Selbstauslöschung in der palästinensischen Öffentlichkeit einen Faktor eigenen Gewichts. Wenn – bei einem Gebäralter von 17 Jahren – bereits vier Generationen die Gleichsetzung von Ruhm und Ehre mit solchem Töten verinnerlicht haben, braucht es für den Schritt zur Tat nicht mehr viel. .... Es stimmt schon, daß der islamische Religionsstifter als erfolgreicher Heerführer und Machtpolitiker vor die Welt tritt, während der christliche als Wanderprediger hingerichtet wird. Der eine tötet, der andere vergibt seinen Henkern. Religion und Staatsgewalt liegen im Islam von Beginn an in einer Hand, während die christliche Kirche gegen die römische Herrschaft heranwachsen muß und auch danach nur in Ausnahmefällen direkt die Regierungen stellt. ....“ (Gunnar Heinsohn auf einem Vortrag in Hannover, 10.02.2003 HeinsohnHeinsohn).

Der Fernsehjournalist Claus Kleber berichtet von einer Analyse der us-amerikanischen Politik gegenüber dem Islamismus, verfaßt von einem CIA-Mann, der sich, so Kleber, im November 2004 als Michael Scheuer zu erkennen gab. Dieser „Anonymous“ habe in Langley (Virginia) aus ungezählten Agentenberichten und gelehrten Abhandlungen sein festes Weltbild gefügt. „Für ihn ist Osama Bin Laden eine äußerst gefährliche, aber faszinierende historische Figur, der die neokonservativen Phantasien in Washington weder strategisch noch taktisch gewachsen sind (USA) - ein einzelner Mann, der eine Weltmacht herausfordert und ... eine Chance hat zu gewinnen, zumindest aber unvorstellbaren Schaden anzurichten: »Dieser Krieg wird länger dauern, als unsere Kinder leben, und er wird wahrscheinlich zum größten Teil auf amerikanischen Boden stattfinden.« (Anonymous, Imperial Hubris - Why the West is Losing the War Against Terror, 2004, S. 11). Die Bitterkeit darüber, daß erst unentschlossene und dann falsch entschlossene ... Politik den Untergang unserer (abendländischen) Art der Zivilisation riskiert, spricht aus jeder Seite diese erschreckenden Buches. Für den Kampfesmut der Afghanen empfindet Amonymous fast ehrfürchtigen Respekt, für ihren Charakter nur Verachtung. Der Westen (das Abendland) ist für ihn in Afghanistan auf dem besten Weg in eine Katastrophe: »Die Afghanen, auf die es ankommt, sind muslimische, tribalistische Fremndenhasser. In Afghanistan bedeutet längerer Kontakt mit einer fremden Kultur nicht nur Verachtung - das gibt es anderswo -, in Afghanistan bedeutet er Krieg.« (Anonymous, ebd., 2004, S. 48f.). »Imperial Hubris« ist keine beruhigende Bettlektüre ... Als wir Khost erreichen, gerade noch vor Einbruch der gefährlichen Dunkelheit, wissen die Leute in der kleinen Stadt längst, daß nach langer Zeit wieder einmal Menschen aus dem Westen die Reise unternommen haben. Wir werden herzlich empfangen. Mohammed Schah hatte hinterlassen, daß er Deutsche bringen würde. Mit unserem Land verbinden Afghanen die Erinnerung an eine lange Freunschaft, an Entwicklungshilfe seit Kaisers Zeiten.“ (Claus Kleber, Amerikas Kreuzzüge, 2005, S. 164-166). Kleber und sein Team waren so außerordentlich willkommen, daß Klebers Erinnerung an das finstere Urteil des namenlosen CIA-Autors sofort verflog.

„Bin Laden wurde 1999 mit den Worten zitiert: 'Wir sehen es nicht als ein Verbrechen, wenn wir uns um nukleare, chemische und biologische Waffen bemühen. Unser heiliges Land ist von israelischen und amerikanischen Truppen besetzt. Wir haben das Recht, uns zu verteidigen und unser heiliges Land zu befreien'.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 107).

„Mit antizionistischen und antisemitischen Äußerungen agiert die Organisation (des 'Emirs der Gläubigen und Kalifen der Muslime', Metin Kaplan, aus Köln!) gegen Juden und den Staat Israel: 'Wenn es einen islamischen Staat gegeben hätte, dann wäre noch nicht einmal so etwas wie der Name Israel übriggeblieben.' („Ümmet-i Muhammed“, Nr. 332 vom 22.06.2000). Entsprechende Parolen enthält auch die Homepage des 'Kalifenstaates' im Internet. Hierin heißt es am 13.10.2000: 'Die Muslime können es sich auf keinen Fall gefallen lassen, sich von den Ungläubigen falsche Grenzen setzen zu lassen, die die Freiheit, die Unabhängigkeit und die gemeinsamen Interessen [der Muslime] einschränken. Dieser Zustand kann von denjenigen, die an den Islam glauben, nicht hingenommen werden. .... Oh Ihr Muslime! Haltet diese Entwicklung auf! .... Bereitet der Herrschaft einer Handvoll stinkender und ängstlicher Juden ein Ende.'“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 137f.).

„Extremistische Ausländerorganisationen schleusen [...] ihre eigenen Funktionäre und Mitglieder“ (nach Europa und Nordamerika). Durch „Erschleichung von Sozialleistungen, ... illegale Spendenpraxis, Geldsammlungen für angeblich humanitäre Zwecke, Zweckentfremdung von Spendengeldern sowie betrügerische Praxis bei der Vermittlung von Kinderpatenschaften sichern sie sich einen weiteren kontinuierlichen Geldzufluß.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 142). Schleuser und Geldbeschaffer

„Die Hintermänner der Terroristen planen Medieneffekte ganz bewußt ein. Mit ihrer Hilfe wurde die Symbolfigur Bin Laden für einen Teil der Araber zum Helden, ja zu einem Markenzeichen oder 'Label' für eine bestimmte Art des Vorgehens. Terrorismus als globale Bedrohung zielt heute unabhängig von der dahinterstehenden Ideologie darauf ab, durch 'Skandalisierung' möglichst weltweit Aufmerksamkeit zu erzeugen.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 193).

„Die Abwehrkämpfe gegen Unterdrückung (auch von Muslimen durch Muslime, z.B. von Schiiten durch Sunniten) werden zukünftig stärker noch als in der Vergangenheit auch in jenen Staaten ausgefochten werden, in denen Teile dieser Bevölkerungsgruppen Zuflucht gefunden haben: den Vereinigten Staaten, aber auch in Westeuropa. .... All jene, die für die Vorherrschaft des Islam kämpfen, lehnen westliche Gesellschaftssysteme ab, bedienen sich westlicher Staaten aber gern als Ruheraum, wo ihre Kämpfer unerkannt leben können (außerdem genießen sie die westlichen Gesetze, weil sie so lasch sind und Freiheit auch dann garantieren, wenn der Täter überführt ist, obwohl er es ist, der als 'Opfer' die westlichen Gerichte überführt!)“. (Vgl. Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 194f.).

„Von Bosnien bis Tschetschenien haben die früher in Afghanistan kämpfenden Mudschahedin bewiesen, daß zu ihrem Kampf auch die Globalisierung des Terrors gehört. .... Zunächst in Großbritannien, aber seit Jahren auch in Frankreich und Deutschland konnten Werber solcher Afghanistan-Brigaden junge Muslime für den bewaffneten Kampf gewinnen. Die dabei geschaffenen Netzwerke dürften nur schwerlich noch zu zerschlagen sein. .... Wenn ein Feind ein Gesicht und einen Namen hat, dann kann man ihn zielgerichtet bekämpfen. Der globalisierte Terrorismus aber hat beides nicht.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 195f.).

„Doch die Globalisierung des Terrors wäre auch mit einer amerikanischen Aktion im Irak nicht beendet. Von Somalia über zentralasiatische Republiken bis hin nach Südostasien gibt es ein zumindest informelles Terrornetzwerk, das die Welt noch lange in Atem halten wird.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 197f.).


- Primitiv-Relgionen -
„Die Ablehnung der Globalisierung ist nicht ein Kennzeichen allein der arabisch-muslimischen Welt. .... Was den Muslimen als Gegengewicht gegen Globalisierung/Amerikanisierung die Rückbesinnung auf den Islam ist, ist den Afrikanern die Rückkehr des Fetischwesens, die Renaissance der Naturreligionen. Das Okkulte ... äußert sich heute von Kinshasa bis nach Tansania wieder in 'Hexenverbrennungen'. Alte Frauen, denen man vorwirft, einen 'bösen Blick' zu haben, werden ... in Afrika getötet. Und in manchen Gegenden wird Kindern wieder die Haut abgezogen, die dann als Fetisch auf Märkten verkauft wird. Auch vor dieser Entwicklung schließen wir, wie wir es lange Zeit vor dem Aufkommen des militanten Islamismus getan haben, die Augen. Berichte über die oben genannten Vorkommnisse, die Rückkehr des Voodoo-Wesens, dienen allenfalls dazu, bunte Spalten in Gazetten zu füllen. Die Hintergründe aber interesiieren uns nicht. Dabei ist es eine Frage der Zeit, bis die Gewalttätigkeiten unzufriedener Afrikaner auch westliche Kulturen erreichen werden. In den vergangenen Jahren wurden in den Ölfördergebieten fast wöchentlich Mitarbeiter westlicher Ölgesellschaften Opfer jener Jugendlichen, die immer lautstärker Jobs, Schulen und Wohlstand verlangen. Auch bei ihnen gehen - nicht nur in Nigeria - Radikalisierung und Rückbesinnung auf 'afrikanische Werte' Hand in Hand.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 43). Jede Kultur behält immer auch ihren Anteil an primitiver Kultur. Diese geht nie ganz verloren. Wenn aber eine zivilisierte Religion sich absolut einer fremden primitiven Religion unterwirft, dann waren für die zivilisierte Kultur schon vor der absoluten Unterwerfung die letzten Tage gezählt.

Was können wir
bloß noch tun?

- Nachrichtendienst und politische Computerlinguistik -
„Über die Intelsat-Satelliten laufen heute fast 90 Prozent aller weltweiten Telefongespräche sowie der internationale Fax- und Datenaustausch aus den großen Netzwerken (z.B. Internet). Die NSA (National Security Agency) wertet in jeder Minute mit ihren 20000 Mitarbeitern mehrere Millionen Daten aus. Die eingehenden Daten werden mit Hilfe von Computern auf Stichworte oder Schlüsselbegriffe hin durchgescannt. Für jedes Land der Welt hat die NSA dabei - mit Hilfe amerikanischer Unternehmen eine eigene Stichwortliste erarbeitet. Darin enthalten sind Begriffe, die in Zusammenhang stehen mit Drogenhandel, Mafia, Korruption, Terror, Geldwäsche, aber auch - auf Wunsch der weltweit tätigen Firmen - Patentangelegenheiten, Verhandlungsabgebote und Firmendaten. .... Heute gibt es kaum noch Gespräche, die nicht abgehört werden können. .... Stichworte, Textbausteine oder Ziffernkobinationen, ... ausgewertet ..., ... von der NSA an die Regierung weitergeleitet, ...: täglich etwa 48 Nachrichten aus der weltweiten Datenflut landen letztlich als Notizen auf dem Schreibtisch des Nationalen Sicherheitsberaters des amerikanischen Präsidenten im Weißen Haus in Washigton.“ (Udo Ulfkotte, Propheten des Terrors, 2001, S. 130 und S. 132).

In dem ungelösten „Palästinenser-Problem“, das von 135 bis 1948 (also über 1800 Jahre lang) ein ungelöstes „Juden-Problem“ war, sieht die Mehrheit der Weltbevölkerung den Grund für den islamischen Terror und in Israel den Grund für die Gefährdung des Weltfriedens. Der islamische Fundamentalismus scheint heute die weltweit massenwirksamste Form zu sein, Antisemitismus und Antiamerikanismus zu instrumentieren. Für Norbert Bolz z.B. konkretisiert sich natürlich im Antiamerikanismus „der Haß gegen die Lebensform des westlichen Konsumismus. Eine faszinierende Zuspitzung bekommt diese Antithetik durch die Einsicht, daß der Konsumismus zunehmend selbst Züge einer Weltreligion angenommen hat.“ (Norbert Bolz, Das konsumistische Manifest, 2002, S. 9). Laut Bolz sind Orient und Okzident heute Synonyme für den Kampf zweier „Weltreligionen“; er nennt sie „Antiamerikanismus“ und „kapitalistischer Konsumismus“. Bolz will die Moral nicht ethisch, sondern ökonomisch begründen: „nämlich aus der Evolution der Kooperation. Es ist intelligent, nett zu sein. Wer dagegen Erfolg sucht, indem er die Dummheit der anderen ausnutzt, zerstört damit die Umwelt, in der er Erfolg haben kann. Je komplexer das Wirtschaftssystem, um so mehr hängt der eigene Erfolg vom Erfolg des anderen ab. Wer die Dinge so sieht, wird nicht mehr versuchen, den westlichen Universalismus der Menschenrechte zu exportieren, sondern die 'Risikostaaten' mit dem konsumistischen Virus zu infizieren. Deshalb ist es richtig, Wirtschaftsbeziehungen auch mit denen zu pflegen, die unseren ethischen Standards nicht entsprechen. Der pragmatische Kosmopolitismus ist konkret Konsumismus. Wir plädieren also für Händler und gegen Helden - man könnte auch sagen: für Konsumbürgerlichkeit.“ (Norbert Boltz, Das konsumistische Manifest, 2002, S. 14-15). Ob es aber ausreicht, einfach nur nett zu sein und zu versuchen, die „Risikostaaten“ mit dem „konsumistischen Virus“ zu infizieren, wie Bolz naiv behauptet, ist äußerst fraglich.

 

- Blick in die Zukunft -
Cato (234-149)
Weil die abendländische Kultur an sich schon Globalisierung ist und zur Zeit in ihre besonders symbolhaltige Phase (Globalismus) eintritt, ist für die abendländischen Menschen äußerste Vorsicht geboten, denn: (1.) „Auf jedem Pfade zum Cäsarismus findet sich ein Cato“ (Oswald Spengler, ebd., S. 1118 Tafel), und (2.) „Die Kriege im Zeitalter des Weltfriedens sind Privatkriege, furchtbarer als alle Staatenkriege, weil sie formlos sind. Denn der Weltfriede - der oft schon dagewesen ist - enthält den privaten Verzicht der ungeheuren Mehrzahl auf den Krieg, damit aber auch die uneingestandene Bereitschaft, die Beute der andern zu werden, die nicht verzichten.“ (Oswald Spengler, ebd., S. 1106 Tafel). Die abendländischen Menschen sollten schon wissen, auf welcher Seite sie stehen im Gigantenkampf zwischen zwei, wahrscheinlich sogar mehreren Kulturen. Denn sicher ist, daß im Globalismus (Cäsarismus) die Gewaltpolitik genauso enorm zunehmen wird wie der primitive Charakter der politischen Formen, der Zerfall der unterlegenen Nationen in eine formlose Bevölkerung und deren Zusammenfassung in überlegene größere Nationen bzw. in ein Imperium. Für welche Seite sie sich auch immer entscheiden werden, den zunehmenden primitiv-despotischen Charakter werden sie nicht verhindern können.

Ich möchte sehr gern noch einmal den Weltenbummler Peter Scholl-Latour
(dieser Name ist ein Programm) zu Wort kommen lassen. Er hat es verdient:

„Nach Verlassen der Fatih-Moschee und ihres öden Fabrikgeländes stand ich im Nieselregen auf der Görlitzer Straße und sah mich nach meinem geparkten Auto um. Mein Blick fiel auf eine evangelische Backsteinkirche, die wohl um die Jahrhundertwende gebaut worden war. Über dem neuromanischen Portal war die Begegnung Christi mit den Jüngern von Emmaus dargestellt. Darunter stand in gotischer Schrift ein Zitat aus dem Lukas-Evangelium. In der Wilhelminischen Epoche sollte dieser Bibelspruch wohl Zeugnis geben von lutherischer Zuversicht und gläubiger Geborgenheit in Gott. Aber der Zeitgeist hatte sich gewandelt. Im Vorfeld des zutiefst verwirrten Okzidents und auch im Kontrast zu der sendungsbewußten Moslemgemeinde der nahen Fatih-Moschee klang die Einladung der Jünger von Emmaus wie der Schrei einer millenarischen Angst: ’Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden‘.“ (Peter Scholl-Latour, Allah ist mit den Standhaften, 1983, S. 766).

Übrigens: Fatih heißt „der Eroberer“! Fatih (der Eroberer)

 

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