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GLOBALISIERUNG ist ABENDLÄNDISCHE GESCHICHTE
–   Nicht die Globalisierung, sondern der Globalismus ist eine Phase   –

Die Kulturgeschichte

des Abendlandes ist eine Geschichte der Globalisierung. Nachdem die drei für das Abendland unentbehrlichen Faktoren aufeinander getroffen waren - Germanentum, Römerreich, Christenheit -, wurde sie mittels einer zunächst noch wenig konkrete Formen annehmenden „Mythomotorik“ des jungen Abendlandes möglich. Der Gedanke an ein Reich spielte also von Beginn an eine ganz besonders wichtige, weil „kulturgenetisch“ bedingte Rolle, nämlich reichshistorisch (römisch), reichsreligiös (christlich) und reichskybernetisch (germanisch), denn eine „Kultur“ kann nur dann Kultur werden, wenn sie auch sich selbst steuern kann. Ohne die Germanen gäbe es keine Abendland-Kultur, kein Europa. Ohne die Germanen hätte sich das Abendland nicht zu einer selbständigen Kultur entwickeln können. Die Germanen sind die Gründer Europas.

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Tafel   Cäsarismus ist Spätmoderne mit Befruchtung: Global(imperial)ismus, globale Wanderungen und globale Schlüpfung.   Befruchtung und Schlüpfung

Kinder- und Jugenüberschuß
Gerechtigkeit für Familien
Globalkapitalismus und Verausländerung
Textauszug aus Sloterdijks „Zorn und Zeit“
Mit den Rechten des liberalistischen Westens gegen die Rechte des liberalistischen Westens
Blick in die Zukunft (III)
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Zu „Kinder- und Jugendüberschuß“ und der Tatsache, daß von den von ihm untersuchten 67 Nationen mit Kinder- und Jugendüberschuß 60 Nationen mit Krieg, Bürgerkrieg, Terror(ismus) o.ä. zu tun haben, meint Gunnar Heinsohn: „Gewiß kann man für jede Nation zusätzlich auch nach ureigenen landestypischen Tötungsgründen jenseits eines Youth Bulge (Zum Thema „Youth Bulge“ ) fahnden. Aber man würde ähnliche Gründe auch bei anderen Nationen finden, in denen nicht oder kaum getötet wird, so daß man am Ende doch einer Einbeziehung des Youth Bulge nicht ausweichen könnte. Man würde ganz ähnlich verfahren wie bei der stereotypen Erforschung von großtötenden Diktatoren. Weil diese Männer psychologisch und allgemeinmedizinisch extrem genau seziert werden, findet man bei ihnen fast immer irgendwelche »Mörder«-Anlagen als oberflächlich überzeugende Ursache ihres bösen Tuns. Würde man aber auch alle unauffällig gebliebenen Staatslenker ebenso intensiv angehen, verlören sich die meisten Gewißheiten recht schnell, weil viel verrücktere Herrscher oft ganz harmlos geblieben sind.“ (Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht, 2003, S. 54-55 Heinsohn).
Rangfolge nach Bevölkerungswachstum, nach Unter-15-Jährigen in absoluten Zahlen, nach Unter-15-Jährigen in Prozent (Stand: 2003) Demographie
RangBevölkerungswachstumin % Unter-15-J. absolutin Mio. (in %)Unter-15-J. relativin %FruchtbarkeitRate
  1Ver. Arabische Emirate7,4Indien345 (33%) Uganda49,8Timor-Leste7,6
  2Timor-Leste5,3China306 (24%) Timor-Leste49,5Niger7,2
  3Pälastina4,1Indonesien  64 (31%)Niger48,9Angola7,0
  4Somalia3,2Pakistan  60 (40%)Tschad48,0Somalia6,9
  5Belize3,2USA  59 (21%)D. R. Kongo47,9Afghanistan6,8
  6D. R. Kongo3,0Nigeria  57 (44%)Somalia47,8D. R. Kongo6,7
  7Angola3,0Brasilien  49 (28%)Angola47,6Guinea-Bissau6,6
  8Jemen3,0Bangladesch  45 (28%)Mali47,2Mali6,4
  9Salomonen3,0Mexiko  34 (33%)R. Kongo46,9R. Kongo6,3
10Saudi-Arabien2,9Äthiopien  32 (47%)Burkina Faso46,9Burkina Faso6,2
Quelle: Fischer Weltalmanach, 2006, S. 500-507; Gunnar Heinsohn, Weltmacht und Söhne, 2003, S. 60-70.. Rot = 30% und mehr Unter-15-Jährige
Was an dieser Tabelle zuerst auffällt, ist das Fehlen eines europäischen Landes. Die europäischen Länder rangieren, was das Bevölkerungswachstum , den prozentualen Jungen-Anteil und die Fruchtbarkeit angeht, an den letzten Stellen, und, was den absoluten Jungen-Anteil angeht, noch (noch!) relativ weit vorn (nur die größeren Länder, versteht sich). Dagegen rangieren sie beim prozentualen Alten-.Anteil an den ersten Stellen, doch beim absoluten Alten-Anteil ebenfalls relativ weit vorn (nur die größeren Länder, versteht sich). Weiterhin fällt auf, daß vor allem die Schwarzafrikaner und die Moslems am meisten an Zahl zunehmen sowie prozentual die meisten Jungen haben (Nachwuuchs-Überschuß) und daß die Länder Indien, China, USA, Mexiko, Brasilien zwar noch (noch!) einen hohen absoluten Jungen-Anteil haben, aber beim Bevölkerungswachstum, beim prozentualen Jungen-Anteil und bei der Fruchtbarkeit nur knapp (USA, China) vor den Europäern an den letzten Stellen bzw. nur an den mittleren Stellen (Indien, Brasilien, Mexiko) rangieren, also tendenziell dem Schicksal der Europäer folgen. Das heißt: Moslems und besonders Schwarzafrikaner sind demographisch (weiterhin!) auf dem Vormarsch, viele von ihnen haben demographisch sogar zusätzlich aufgerüstet, weil sie diejenigen sind, die am meisten in Krieg, Bürgerkrieg und Terror(ismus) verwickelt sind (Islamismus und Primitivismus) !
Nur ein wankender Hegemon muß sich rüsten
„Jeder versteht, daß der ab 81 n.Chr. errichtete römische Limes für die Schwächung des Römischen Imperiums steht. Alle wissen, daß die chinesische Mauer gebaut wird, als man die Kraft zu militärischen Offensiven gegen feindliche Stämme nicht mehr aufbringt. Seit die USA - mit dem Ballistic Missile Defense System - einen Schutzschild bis hoch in den Weltraum zu bauen beginnen, ist offensichtlich geworden, daß es sich in abnehmender Machtkurve befindet - trotz seiner überregenden Technologie. Star Wars ist nicht Ausdruck für einen dynamischen Eroberungswillen, sondern die schlichte Abwesenheit eines solchen. Auch Limes und Mauer sind zu ihrer Zeit unübertroffene Leistungen der besten Militäringenieure eines Hegemon, aber eben eines wankenden. .... Die Vorstellung, daß die USA gerade jetzt ihren Einflußgipfel erstiegen hätten und deshalb ein Weltgewaltmonopol zum Schutze der Zivilisation aufrichten könnten und sollten (vgl. Sibylle Tönnies, Auf dem Weg zum Weltstaat, 2002), hat gewiß ihren Charme. Die USA jedoch haben guten Grund, sich ganz anders zu sehen. Sie können schlichtweg nicht beliebig oft ihren einzigen Sohn herausschicken, um draußen zehn andere vom Kämpfen abzuhalten. Gleichwohl verfallen auch sie gelegentlich in die ihnen fast immer vorgehaltene Selbstüberschätzung, wenn etwa der Präsident die aktuelle militärische Kraft eines Landes als »unprecedented« (historisch noch nie dagewesen) bezeichnet (vgl. George W. Bush, National Security Strategy of the United States of America, 20.09.2002; www.whitehouse.gov). Unprecedented ist US-Amerikas Macht lediglich zwischen 1941 und 1949, als man (mit Hilfe der Verbündeten; HB) die beiden Großreiche Deutschland und Japan schlägt, das Britische Empire und die Sowjetunion über Wasser hält ....“ (Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht, 2003, S. 127-128 Heinsohn).
Entwicklungshilfe für die Entwicklungsländer und die exkommunistischen Länder
„Die Vermittlung von ökonomischem Wissen ist die beste Entwicklungshilfe. - Lassen sich die exkommunistischen Staaten wenigstens so weit attraktiv machen, daß ihr demographisches Ausbluten aufhört und sie womöglich sogar Einwanderungsattraktivität gewinnen?  Sie brauchen dafür keine anderen Ratschläge als die übrigen Entwicklungsländer. Gebt uns frei, dann werden wir reich und mächtig wie ihr, tönt es um 1960 aus Europas Kolonien. Gebt uns Entwicklungshilfe, denn ihr seid noch reicher geworden, seit ihr uns nicht mehr ausbeutet, heißt es kaum zehn Jahre später. Laßt freie Märkte zu, rufen die Gelehrten der alten Herrenländer. Also gibt man Preise frei, kauft Maschinen oder bekommt diese sogar geschenkt und doch wird die Armut größer. Ist es möglich, daß die Berater ihr eigenes System nicht verstehen?  Wenn man den weniger entwickelten Ländern helfen will, dann darf man ihnen kein Geld geben. Die denken sonst in der Tat, daß auf rätselhafte Weise riesige Tresore voll mit dem edlen Papier gerade in den OECD-Staaten (gemeint sind: Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Südkorea, Spanien, UK, USA) gelandet sind, die somit ruhig mal etwas abgeben könnten. Doch die haben keine Kisten, sondern für die Geldschaffung belastbares Eigentum. Die Etablierung von Eigentum wiederum erfordert nur ganz geringen technischen Aufwand. Bloße Besitztümer müssen um Eigentumstitel ergänzt und dabei breit gestreut werden. Diese Verteilung muß in Dokumenten über die Eigentumstitel fixiert werden. Kataster und Grundbücher sind anzulegen. Man muß also schreiben und Urkundenstempel herstellen können. Man muß an Gesetze gebundene Polizei und unabhängige Gerichte schaffen, die in die Eigentumstitel - ohne Ansehen der Macht ihrer Halter - vollstrecken können. All diesen Anforderungen können auch die Nicht-OECD-Länder (Nicht-OECD-Staaten) ohne großartige Gedankenverrenkungen nachkommen. Keine Hilfe zur Selbsthilfe kann sich segensreicher auswirken als die Information über die Mechanismen der Geldschaffung. Ein akademisch ungeehrter Außenseiter wie Hernando de Soto aus dem Entwicklungsland Peru muß daherkommen, um dem Entwicklungsland Ägypten zu zeigen, wie der Weg aus der Armut auszusehen hat. Neun Zehntel der Immobilien Ägyptens - so findet er heraus - können nicht für die Kreditaufnahme belastet werden, weil sie lediglich unvollstreckbarer Besitz sind. »Totes Kapital« nennt der Peruaner das ein wenig dunkel. Durch Umwandlung des bisherigen Besitztitel in Eigentumstitel - jetzt in der Sprache dieses Autors - würde der Preis des gänzlich neu geschaffenen Eigentums »dreißigmaI höher als der Marktwert aller Firmen liegen, die an der Kairoer Börse registriert sind« (Hernando de Soto, Totes Kapital und die Armen in Ägypten, 2001, S. 35). Wenn etwa 70 Prozent der Weltgeldschaffung immer noch mit Grundeigentum besichert ist, Entwicklungsländer aber kaum 10 Prozent ihres Landes als solches Eigentum zur Verfügung haben, dann sind Elend und zugleich extreme Unterschiede in den Einkommen unvermeidlich. Die OECD-Staaten (OECD-Staaten) und eine noch einmal so große Gruppe - insgesamt 59 Länder - schaffen auf ihren Eigentumsstrukturen 96 Prozent des Weltbruttosozialprodukts und halten zugleich 98 Prozent der Weltbörsenkapitalisation. Die übrigen 140 Länder erbringen nur 4 bzw. 2 Prozent. Der »große Satan« ist niemand anders als ihre eigene Nichtvereigentümerung. Die Dauerrede von den reichen Nationen, die endlich ihre Privilegien mit den armen Völkern teilen sollten, könnte aus dem Bereich bloßer Torheit herausfinden, wenn diese «Vorrechte» als vollstreckbare Eigentumstitel identifiziert und ins allgemeine Bewußtsein gehoben würden. Die Nationen, die sie noch nicht haben, würden dann nicht mehr nach Teilung des anderswo Geschaffenen, sondern nach Ausbreitung dieser Rechte auch bei sich rufen. Sollte es einmal gelingen, die ungeheure Wohlstandsverhinderung durch Abschottung des Besitzes gegen seine Vereigentümerung zu überwinden, wäre in vielen Ländern erstmals eine realistische Zukunftsperspektive gegen Apathie oder Terror gesetzt. Zugleich wäre die intellektuelle Phantasie vom Markt als angeblichem Essenzial des Wirtschaftens vom Tisch (als auch theoretisch durchdachten Wegweiser für eine solche Offnung; vgl. Ulf Heinsohn, Eigentum und Entwicklung, 2001, S. 295-335).“ (Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht, 2003, S. 146-147 Heinsohn).

Wenn man den weniger entwickelten Ländern helfen will, dann darf man ihnen also kein Geld geben. Was ihnen nur hilft, ist das, was man ihnen auch nur geben sollte: Ökonomisches Wissen - und sonst nichts.

NACH OBEN Gerechtigkeit für Familien

Laut Max Eichenhain könnte unsere individualistische Kultur „durch unsere unfaßbare Dummheit ... durch die kollektivistische Kultur des Islams abgelöst werden. Auch diese wird dann in nicht allzu ferner Zukunft individualistisch werden, denn der Islam Mohammeds wird sich in modernen Industriegesellschaften sicherlich noch weniger behaupten als das Christentum.“ (Max Eichenhain, 2034 - Abschied vom Abendland, 2007, S. 139). Doch in dieser durchaus nicht dummen Vorhersage könnte auch ein Denk-Fehler stecken; denn möglich ist z.B. auch, daß der Islam (die magische Kultur) die moderne Industriegesellschaft, gerade weil sie ein Teil der abendländischen Kultur ist, beseitigen oder aufsaugen wird, oder das unsere Kultur es doch noch schaffen wird (und vielleicht sogar gerade wegen der Gefahr durch den Islam), sich selbst zu retten.

„Alles ist schon lange berechnet und veröffentlicht worden - aber nichts Ernsthaftes wurde unternommen. Dabei ist die Lösung so einfach und naheliegend, nämlich Gerechtigkeit für Familien! Sonst nichts!Keine Almosen, nur Gerechtigkeit!“  (Max Eichenhain, 2034 - Abschied vom Abendland, 2007, S. 139).

„Ja, wir werden systematisch ein groß angelegtes Familiennetzwerk aufbauen und langfristig und hartnäckig Gerechtigkeit fordern. Wenn wir keine Änderungen erzwingen können, so gehen wir unter ....“  (Max Eichenhain, 2034 - Abschied vom Abendland, 2007, S. 140).

„Eine einzige Forderung ist zu erfüllen: Es darf kein Nachteil sein, Kinder zu haben!Weder ein Nachteil für das Einkommen noch für die Rente und auch nicht für eine mittlere Karriere!Allerdings sollen Kinder auch keinen finanziellen Gewinn bewirken, denn sonst wirkt die Förderung als Kinderzuchtprämie für die meiste muslimsiche Unterschicht. Also keine finanziellen Nachteile, keine Vorteile. Diese neue Politik für Familien wird noch besser so formuliert: Kinderlose müssen sich genauso wie die Eltern an allen Kosten der Kindererziehung beteiligen, ebenso für einige Jahre am Ausfall des Erwersbseinkomens der Mütter oder Väter, um einen gleichen Rentenanspruch zu erwerben. Als »kinderlos« gelten dann auch alle Eltern, deren Kinder aus dem haus sind.“  (Max Eichenhain, 2034 - Abschied vom Abendland, 2007, S. 140).

„Die Kernpunkte einer neuen Familienpolitik lauten zusammengefaßt:
90% Lohnfortzahlung ....
90% Lohnfortzahlung für Mütter in den ersten 3 Jahren nach der Geburt, dann 45 % bis zum Schuleintritt, anschließend 22,5 % bis zum 18. Lebensjahr, selbstverständlich zu bezahlen durch den Steuerzahler. Wir schlagen 90% vor und nicht 100%, weil einige Kosten wie Wegekosten oder angemessene Kleidung entfallen. Als Obergrenze der Lohnfortzahlung soll die Bemessungsgrenze für die Krankenversicherung gelten. Das gilt für Mütter, die erst nach dem 3. Lebensjahr des Kindes höchstens halbtags und erst nach dem 6. Lebensjahr ganztags erwerbstätig sind - oder auch ganztags ihre Kinder betreuen. Nach dem 3. Lebensjahr soll ein kostenloser Kindergarten zur Verfügung stehen. Die Lohnfortzahlung gilt auch für Mütter, die zwar eine Ausbildung Ihaben, zum Beispiel Studentinnen mit Abitur, aber noch nicht berufstätig waren. Ihr fiktiver Lohn muß so hoch sein wie der vergleichbare Durchschnittslohn von Abiturientinnen des jeweiligen Großraumes. Selbstverständlich gilt das auch für Väter, die Erziehungsarbeit leisten. Allerdings wird sich das Rollenverständnis der Männer bzw. der Gesellschaft nur allmählich ändern lassen. Die Basis der Lohnfortzahlung ist das jeweils niedrigere Einkommen der beiden Eltern. Die Leistungen gelten pro Kind und addieren sich, verfallen nicht, aber erreichen maximal 90%. Bei Zwillingen erhält ein Elternteil also 6 Jahre lang 90% Lohnfortzahlung, dann 3 Jahre 90%, dann 12 Jahre 45%. Bei drei Kindern zwischen 6 und 18 Jahren ergeben sich 67,5%.
Rentenanspruch ....
Die äquivalenten Bruttobeträge aus der Lohnfortzahlung werden wie ein Erwerbseinkommen auf die Rente angerechnet. Die Rente entspricht damit der Rente von vergleichbaren erwerbstätigen Frauen - eine einfache und gerechte Lösung, sofern man die Erziehungsarbeit der Erwerbsarbeit gleichstellt.
Ganztags erwerbstätige Mütter ....
Ganztags erwerbstätige Mütter haben nach dem 1. Lebensjahr des Kindes einen Rechtsanspruch auf eine kostenfreie ganztägige Kinderkrippe und nach dem 3. Lebensjahr auf einen kostenfreien ganztägigen Kindergarten. Die Eltern erhalten Gutscheine für die Kindergärten und Kinderkrippen, um sich die besten aussuchen zu können. Das stärkt den Wettbewerb. Ab dem Schuleintritt werden 22,5% Lohnfortzahlung pro Monat als Erziehungsentgelt bis zum 18. Lebensjahr bezahlt. Die Kosten für professionelle, geprüfte Tagesmütter werden bis zur Höhe der Kosten für Kinderkrippen bezuschußt. Wenn irgend möglich sollte die Tagesmutter in die Wohnung des zu betreuenden Kindes kommen. Eine Betreuung zuhause, zum Beispiel durch Großeltern, Verwandte oder Bekannte können die Eltern großzügig steuerlich geltend machen,um eine Aufwandsentschädigung bezahlen zu können. Säuglinge vom Kreißsaal in die Krippe abzuschieben, statt sie zu stillen und zu umsorgen, entbehrt jeder Humanität und hat nachweislich schwere seelische Schäden zur Folge. Das kann zwar nicht verboten werden, darf aber in keiner Weise staatlich gefördert werden. Es ist erwiesen, daß ein Säugling mindestens eine ständige Bezugsperson braucht. Das kann auch die Großmutter sein.
Stipendium für alle ....
Nachdem das Abitur nach 12 Jahren möglich war, sollte auch die Zeit für normale Studienabschlüsse auf 5 Jahre begrenzt werden. Jeder, der studieren oder eine weitere Ausbildung absolvieren will, erhält maximal 5 Jahre lang ein staatliches Stipendium. Die Hochschulen würden dadurch faktisch gezwungen, die Studienzeiten entsprechend zu verkürzen. Für einige wenige Studiengänge wäre eine Verlängerung um bis zu 1 Jahr denkbar. Damit endet jede finanzielle Belastung der Eltern nach 18 Jahren. Das Stipendium von 600 Euro monatlich ist zinsfrei, aber inflationsgesichert zurückzuzahlen. Den 10% besten Studenten wird die Hälfte erlassen, den 10% bis 25% besten ein Viertel und den 25% bis 50% besten einer Studienrichtung je Universität oder Ausbildungsinstitution ein Achtel. Die Rückzahlung hat 1 Jahr nach dem Studium oder der Ausbildung zu beginnen und ist nach 10 Jahren zu beenden. Sie beträgt 300 Euro pro Monat. Jede Schwangerschaft unterbricht die erlaubte Studienzeit und die Rückzahlung sofort und die Rückzahlung für Vater und Mutter 3 Jahre lang nach der Geburt. Für die ersten beiden Kinder werden beiden Ehepartnern je ein Viertel der bis dahin verbliebenen Schulden für Stipendien erlassen, beim dritten Kind wird der Rest erlassen. In der ehemaligen DDR hatte man den Kinderrabatt »Abkindern« genannt. Die Kosten sind unglaublich niedrig, ansteigend auf rund 1,7 Milliarden Euro pro Jahr im Gleichgewichtszustand nach sechzehn Jahren, weniger als das heutige Bafög - ohne den »Kinderrabatt«. Das kommt daher, daß das Kindergeld ab 18 entfällt, als Stipendium ausbezahlt wird und dann größtenteils zurückgezahlt werden muß. Die ersten zehn Jahre spart der Staat sogar Geld, weil die Zinsen niedriger sind als das Kindergeld. Bei 700 Euro Stipendium kostet der Vorschlag maximal 2,6 Milliarden Euro, etwa so viel wie das heutige Bafög, das aber heute nicht zwei Millionen Empfänger bekommen, wie in dieser Rechnung, sondern wesentlich weniger. Der »Kinderrabatt« kostet maximal 3,5 Milliarden Euro bei 600 Euro Stipendium und 4,2 Milliarden Euro bei 700 Euro Stipendium. All das ist durchaus finanzierbar.
Wiedereinstieg in den Beruf ....
Fortbildungsgutscheine sollen proportional zum ausbezahlten Erziehungsentgelt ausgegeben werden, einlösbar sowohl beim alten als auch bei einem neuen Arbeitgeber. Der springende Punkt ist aber folgender: Wenn junge Mütter oder Väter ihren erlernten Beruf wieder ausüben wollen, darf ihre anteilige Arbeitslosigkeit in ihren erreichbaren Großräumen nur 25% der Durchschnittsarbeitslosigkeit vergleichbarer Arbeitssuchender betragen. Der Staat hat so lange Zuzahlungen als Anreiz für die Arbeitgeber zu erhöhen, bis die Wiedereinsteiger beschäftigt sind bzw. deren anteilige Arbeitslosigkeit unter besagte 25% sinkt. Bewerben sich zum Beispiel 100 Sekretärinnen nach einigen Jahren Kinderpause um eine Arbeitsstelle, so müssen 95 eine Arbeitsstelle bekommen und nur 5 dürfen arbeitslos bleiben, wenn 20% aller Sekretärinnen in dem erreichbaren Großraum arbeitslos sind. Das wird in verschiedenen Großräumen unterschiedlich viel kosten. Vielleicht würden manche Frauen den Weg über ein Kind wählen, um beruflich unterzukommen.
Kindergeld ....
Das Kindergeld soll ab dem 3. Kind erhöht werden und soll für alle Kinder entsprechend den realen Kosten mit dem Lebensalter steigen. Der Steuerfreibetrag ist grundsätzlich zusätzlich zu gewähren. Sowohl die Lohnfortzahlung als auch das Kindergeld sind zu versteuern.
Wohngeld ....
Wohngeld soll für Familien ab 3 Kindern gewährt werden - solange bis das drittjüngste Kind 18 Jahre alt geworden ist.
Wahlrecht für Kinder ....
Wahlrecht für Kinder, das von den Eltern ausgeübt wird: 0,5 Stimmen pro Kind und Elternteil. In unserer alternden Gesellschaft bekommen dann die Familien mehr Gewicht in der Politik.
Ja, das wäre alles: einfach, einleuchtend und gerecht! Vorausgesetzt natürlich, daß man die Erziehungsarbeit, also die sogenannte Humankapitalbildung (HumankapitalHumankapital) der Berufsarbeit gleichstellt! Das ist heute nicht so: Nach offizieller Buchführung vermehrt heute das Bruttosozialprodukt, wer Schweine großzieht, nicht aber, wer Kinder großzieht.“ (Max Eichenhain, 2034 - Abschied vom Abendland, 2007, S. 140-143).

„Wir bräuchten für meinen Vorschlag weder 50% noch 10% des Bruttosozialproduktes, sondern ansteigend von 0,8% im ersten Jahr auf etwa 3% nach 10 Jahren zusätzlich zu dem, was heute für Familien ausgegeben wird! Das haben wir in Computersimulationen errechnet. Es entspricht nach 10 Jahren 65 Euro pro Einwohner und Monat. Aber das Geld würde nicht verpulvert werden, also der Wirtschaft entzogen, sondern müßte nur umverteilt werden, letztlich von denen, die keine Kinder haben, oder nur eines, zu den Familien mit zwei und mehr Kindern. Lächerliche 3%, und wenn wieder wesentlich mehr Kinder geboren würden, maximal 4% des Bruttoinlandproduktes. Also in 10 Jahren etwa der wirtschaftliche Zuwachs von 2 Jahren. Auch wenn dreimal so viel umzuverteilen wäre, sollte uns die Rettung (des Abendlandes) diese lächerliche Summe wert sein.“ (Max Eichenhain, 2034 - Abschied vom Abendland, 2007, S. 144).

„Noch ein Grund: Die finanzielle Belastung geschiedener Männer ist erheblich. Wenn es nicht so klappt, wie sich die emanzipierte Frau von heute die Ehe vorgestellt hat, dann haut sie ab. Die Männer sind allerdings auch nicht besser. Dein Vorschlag würde dieses finanzielle Problem mit einem Schlag lösen. Nicht nur der Vater, sondern alle, also alle zukünftigen Rentenbezieher hätten dann für die Kosten der Kinder aufzukommen!“  (Max Eichenhain, 2034 - Abschied vom Abendland, 2007, S. 144).

NACH OBEN Globalkapitalismus und Verausländerung

„Die Bevölkerungszunahme findet also gerade dort statt, wo sie am wenigsten stattfinden sollte: in den Europa rassisch und kulturell fremdesten Weltgegenden, in denen das blanke Unvermögen zu tragfähigen Wirtschafts- und Staatsstrukturen regiert. Die demographische Explosion dort stößt auf die demographische Implosion Europas, das – weil seine Regierungen vom Bau der »Festung Europa« nichts wissen wollen – die brennenden Vermehrungskonflikte der Dritten Welt in sich aufnimmt. .... Dramatisch ist vor dem Hintergrund des mehr als nur latenten Kulturen- und Religionskrieges der Bevölkerungssprung in der islamischen Welt, die ihre Einwohnerschaft im 20. Jahrhundert von 150 auf über 1200 Millionen verachtfacht hat. Der Philosoph Peter Sloterdijk warnte in einem Beitrag für das Magazin Cicero vor dem Sturm muslimischer Jungmänner-Horden auf das einwanderungsoffene Europa. Unter der Überschrift »Die Bevölkerungswaffe der Islamisten« führte er aus: »Die neuen Mobilisationen - ob sie nun korantheologisch legitim sind oder nicht - könnten, bei gleich bleibend hohen Geburtenraten, allein in der arabischen Hemisphäre bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts ein Reservoir von mehreren hundert Millionen junger Männer beeinflussen, die einen existentiell anderen Sinnhorizont wahrscheinlich allein im Aufbruch zu politisch-religiös bemäntelten Selbstvernichtungsprojekten finden.« (Sloterdijk). Der Elan des Islamismus resultiere »zum größten Teil aus dem Vitalitätsüberschuß einer unaufhaltsam anschwellenden Riesenwelle von arbeitslosen und sozial hoffnungslosen männlichen Jugendlichen zwischen 15 und 30 Jahren – mehrheitlich zweite, dritte, vierte Söhne, die ihren aussichtslosen Zorn nur durch die Beteiligung an den nächstbesten Aggressionsprogrammen ausleben können. … Dazu gehört der Drang zum Losschlagen gegen nahe und ferne Feinde, lieber heute als morgen.« (Sloterdijk).“ (Jürgen Gansel, Die Arbeitsnomaden von Kosmopolis. Über den Zusammenhang von Globalkapitalismus und Verausländerung, 2006).
Die Globalkapitalismus-Vormacht USA
„Es ist fatal, daß Europa auch deshalb zum Invasionsgebiet der arabischen Welt mit ihrem demographischen Unruhepotential wird, weil es sich in Globalisierungskriege der Vereinigten Staaten einbinden läßt. Diese Globalisierungsvormacht ist in mehrerlei Hinsicht Verursacherin und Profiteurin der völkerzerstörenden Wanderungsbewegungen. Einerseits strangulieren die USA mit ihrer neokolonialen Ausplünderungspolitik – ausgeführt von Weltbank, Welthandelsorganisation und Internationalem Währungsfonds – ganze Volkswirtschaften und treiben die Menschen auch damit in die Migration. Andererseits sorgen die USA durch politischen Druck dafür, daß Europa statt einer Abschottungs- eine Grenzerweiterungs- und Grenzöffnungspolitik betreibt. Nach innen geschieht dies durch die Dauererweiterung der EU .... Nach außen geschieht es durch die Öffnung der Grenzen, indem Europa – anstatt eine Art militärischen Verteidigungsfall auszurufen – die afrikanischen Flüchtlingsboote noch regelrecht an seine Küsten lotst. .... Indem die USA ihren europäischen Vasallen eine Politik der Entgrenzung aufzwingen, erzwingen sie die Entstaatlichung und Entnationalisierung und damit die Entsozialisierung der europäischen Staatenwelt. Planvoll soll der Konkurrenzkontinent Europa durch fremdrassige Flüchtlingsmassen zersetzt werden, weil interventionsfähige Nationalstaaten gestaltend ins Räderwerk der Globalisierung greifen und ethnisch homogene Völker beträchtliche Gemeinschaftskräfte freisetzen können. Starke Nationalstaaten und intakte Völker sind natürliche Schutzräume und Solidarverbände, die den Globalkapitalisten im Weg stehen und deshalb ausgeschaltet werden sollen. Durch Auflösung nationaler Grenzen und Identitäten wollen die Amerikaner einen Weltarbeitsmarkt mit 6,6 Milliarden Welteinheitsmenschen schaffen, die als moderne Arbeitsnomaden auf dem ganzen Globus den Profitinteressen einiger Weniger dienen. Hierin liegt auch die neue Dimension des Kapitalismus. Das Transnationale war zwar seit jeher im Kapitalismus angelegt, und schon immer erstrebte er eine weltweite Zirkulation von allem, was profitabel und nicht niet- und nagelfest ist: wirtschaftshistorisch waren dies zuerst Waren, dann Kapital und schließlich Dienstleistungen. Aber noch nie konnte der Kapitalismus in dem Maße wie heute Arbeitskräfte in sein globales Austauschprogramm einbeziehen.“ (Jürgen Gansel, Die Arbeitsnomaden von Kosmopolis. Über den Zusammenhang von Globalkapitalismus und Verausländerung, 2006).
Einwanderung im Profitkalkül
„Für ... die Globalkapitalisten ... ist der Mensch ein ethnokulturelles Neutrum ohne jede organische Gemeinschaftsbindung. Deutsche oder Russen, Türken oder Chinesen sind für sie als Völker mit Eigenwert und spezifischer Identität gar nicht existent. Entscheidend ist die marktgerechte Verfügbarkeit vieler austauschbarer Ausbeutungsobjekte: wenn sich durch Geburtenmangel das Arbeitskräfteangebot verknappt, steigen die Löhne und die Arbeitskraft wird teurer; steigt hingegen das Arbeitskräfteangebot, sinken die Löhne und die Arbeitskraft wird billiger. Zur Durchsetzung von Sozialdumping hat das Globalkapital also großes Interesse daran, sich überall ein multiethnisches Arbeitskräftereservoire unterschiedlicher Qualifikationsstufen zu halten. Schon hinter der Türken-Anwerbung in der 1960er Jahren stand – neben der Regierung in Ankara, die ihr schnell anwachsendes anatolisches Proletentum loswerden wollte – maßgeblich die deutsche Industrie. Die Bundesregierung wollte ihre Anwerbeabkommen zuerst auf europäische Länder beschränken. Daß sie sich dann doch für die folgenschwere Hereinholung von Türken entschied, in deren Folge die Ausländerzahl in West-Deutschland von 700 000 (1961) auf drei Millionen (1971) stieg, ist dem Druck der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände geschuldet. Sie forderte die Regierung auf, die im Anwerbeabkommen mit der Türkei festgelegte Befristung der Aufenthaltserlaubnis mit einer Art Personalrotation zu streichen. Der frühere Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Josef Stingl, stellte fest: »Damals haben Herr Schleyer und mit ihm die meisten Arbeitgeber eine solche Politik der Rotation ... abgelehnt ....« Profitmaximierung durch Import einer Reservearmee von Lohndrückern stand für die Wirtschaftslenker schon damals über den sozialen Lebensinteressen der Deutschen. Nachgerade obszön ist es, wenn die Globalkapitalisten ihre Einwanderungsforderungen mit dem Geburtenmangel begründen, weil sie ihn selbst maßgeblich verschulden. Sinkende Realeinkommen und soziale Abstiegsangst führen nämlich genauso zum Geburtenboykott wie die Marktgebote totaler Flexibilität und Mobilität, die Familienbindungen zum Karrierehindernis machen. Gerade die Menschen im fortpflanzungsbesten Alter sind durch die verschärfte Arbeitsmarktlage gezwungen, ihre ganze Energie auf ein berufliches Überleben statt auf die Zeugung neuen Lebens zu richten. Die demographische Krise Europas hängt mit diesen familienfeindlichen Sozialbedingungen zusammen. Hinzu kommt ein vom Globalkapital über Medien und Werbeindustrie geschaffenes Gesellschaftsklima, in dem konsum- und spaßgesellschaftliche Selbstverwirklichung jede Bereitschaft zur Übernahme von Familienverantwortung abtötet. Eine Beleidigung des Verstandes ist es zudem, die sinkende Zahl von Europäern im arbeitsfähigen Alter als Zuwanderungsargument anzuführen. Es ist doch eine Binsenweisheit, daß die Arbeitsgesellschaft in einer fundamentalen Krise steckt und für immer weniger Menschen überhaupt Arbeit vorhanden ist. Angesichts chronischer Massenarbeitslosigkeit weitere Einwanderung zu fordern, ist vollendeter Irrsinn, zumal Arbeit systematisch in Niedriglohnländer verlagert wird und immer mehr Industrie- und selbst Dienstleistungsarbeitsplätze der Automatisierung und Rationalisierung zum Opfer fallen. Der Globalkapitalismus befördert also selbst den Geburtenmangel, für dessen buchhalterischen Ausgleich er dann Ausländermassen anheuert. .... In Deutschland will man das alles nicht zur Kenntnis nehmen und bläst weiter in das Horn des Multikulturalismus. ... So verkündet die Wochenzeitung Die Zeit schwärmerisch ...: »Insgesamt ist jeder zwölfte Arbeitnehmer in Deutschland ein Migrant ...« .... Will noch jemand anzweifeln, daß die Arbeitslosigkeit unter Deutschen maßgeblich mit der Verausländerung zusammenhängt?“  (Jürgen Gansel, Die Arbeitsnomaden von Kosmopolis. Über den Zusammenhang von Globalkapitalismus und Verausländerung, 2006).
Der europäische Wanderzirkus
Unabhängig von außereuropäischer Zuwanderung findet in der EU eine erhebliche Binnenmigration statt, die vom neoliberalen Über-Regime in Brüssel unter dem Stichwort der „Freizügigkeit“ auch genau so gewollt ist. Alles soll in Bewegung sein, kein Stein auf dem anderen bleiben, nichts dem Markttreiben entzogen sein. Alles soll zirkulieren und von einem Ort zum anderen vagabundieren: Waren und Kapital, Dienstleistungen, Wissen und Arbeitskräfte. Das marktradikale Tabula-rasa-Prinzip hat in Europa einen wahren Wanderzirkus entstehen lassen: Ständig verlagern Unternehmen ihre Produktionsstandorte, um neue Subventionen abzugreifen und von lokalem Sozial- und Steuerdumping zu profitieren. Der Zug der Geldmacher führt immer weiter ostwärts. .... Überall ... sind Unternehmensabwanderungen in den slawischen oder asiatischen Osten zu verzeichnen. Hauptanreiz ist die ausreichende Zahl preiswerter Fachkräfte.“ (Jürgen Gansel, Die Arbeitsnomaden von Kosmopolis. Über den Zusammenhang von Globalkapitalismus und Verausländerung, 2006).
Rückholung und Rückführung
Darüber hinaus muß Europa alles Erdenkliche tun, um nicht mehr als Wanderungsmagnet für das Menschenmaterial anderer Weltregionen zu wirken. Deshalb ist der kleinste Einwanderungsanreiz zu beseitigen, den Ausländerbehörden ein Sonderrecht für Abschiebemaßnahmen einzuräumen und endlich ein restriktives Grenzregime zu errichten. Das alles entscheidet über Sein und Nichtsein Europas.“ (Jürgen Gansel, Die Arbeitsnomaden von Kosmopolis. Über den Zusammenhang von Globalkapitalismus und Verausländerung, 2006).

Wer trägt für die islamistische Bedrohung die Verantwortung ?  Wird Deutschland, wird Europa zum „Multikulti-Pulverfaß“ ?  Niemand garantiert, daß die erzwungene »Multikulti-Gesellschaft«, ohne die es keine Islam-Bedrohung gäbe, nicht zu Bürgerkriegen führt. Wie lange noch können wir gleichgültig bleiben?  Nichts spricht gegen ein vernünftiges „Rückwanderungsgesetz“ !

„Die Islamisierung Europas ist nicht nur reale Gefahr, sie ist auch Programm.“ (Frank Schirrmacher). „Der Koran ist inhaltlich menschenverachtend, undemokratisch, verfassungswidrig, frauenfeindlich. .... Zur Durchsetzung ihrer Ziele beantragen Muslime in Deutschland bzw. Europa, auf Kosten der Steuerzahler, gezielt Asyl und erhalten dafür auch gefälschte Dokumente von ihren Herkunftsländern. Der Imam Omar Abdel Kafi auf dem 25. Jahrestreffen der »Islamischen Gemeinschaft« im September 2003 in Berlin: »Wir müssen die ganze Welt besiedeln und zum Isdlam bekehren.« Der Muslim ... Bassam Tibi: »Friede heißt für Muslime: Dominanz des Islam«.“ (Wolfgang Link ).

NACH OBEN Textauszug aus Sloterdijks „Zorn und Zeit“

„Nichtsdestoweniger gelang es den islamistischen Aktivisten, sich dem Westen der postbipolaren Ära, zuerst den USA, dann dem hilflosen Europa, quasi von einem Tag zum anderen als Feindsubstitut aufzudrängen. .... Obschon materiell zunächst nicht besonders gefährlich (solange seine Agenten keinen Zugang zu ABC-Waffen erhalten und die Migrationskontrolle hinreichend streng bleibt), hält er den psychopolitischen Tonus der irritierten Kollektive im Westen auf der gewünschten Höhe. Für die Anhänger der liberalen Idylle hingegen bleibt der islamische Terror ein unwillkommener Gast - gewisermaßen ein verückter Sprayer, der die Fassaden der feindlosen Gesellschaft mit obszönen Botschaften verunstaltet.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 339).

„Indem er das angegriffene Kollektiv imaginär unter Streß setzt, trägt er dazu bei, daß sich in diesem, trotz jüngst wieder enorm vertiefter sozialer Differenzen, das Gefühl ausbildet, einer realen Soldargemeinschaft, das heißt einer um ihre Zukunft ringende Überlebenseinheit, anzugehören. Zudem erzeugt der neue Terror dank seiner undifferenzierten Feindschaft gegen die Lebensart des Westens ein Klima diffuser Einschüchterung, in der die Fragen der politischen und existentiellen Sicherheit einen deutlichen Vorsprung vor solchen der sozialen Gerechtigkeit erlangen - quod erat operandum.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 340).

„Mit der Überhöhung des sekuritären Imperativs zum alles beherschenden Motiv der aktuellen Mediendemokratien hat sich der Zeitgeist nach dem 11. September 2001 auf ein neues Ökosystem von Drohungen und Abwehrmaßnahmen umgestellt - wobei für diesmal, so frivol es klingt, die Bedrohungstendenzen des islamistischen Terrors aus der Sicht des radikalisierten Kapitalismus summarisch »in die richtige Richtung« deuten. Sich aus den mittlerweile wohlbekannten nahöstlichen Quellen bedroht fühlen bedeutet jetzt: Gründe sehen, warum man eventuell bereit sein könnte, sich mit dem Abdriften der westlichen politischen Kultur in postdemokratische Zustände abzufinden. Der war on terror besitzt die ideale Eigenschaft, nicht gewonnen werden zu können - und daher nie beendet werden zu müssen. Diese Aussichten verheißen den postdemokratischen Trends ein langes Leben. Sie schaffen die Voraussetzungen, unter denen sich demokratisch gewählte Staatsführer ungestraft als Oberkommandierende gebärden können. Wo das politische Denken sich auf Beratungen des Oberkommandos beschränkt, sind Konzepte wie Demokratie und unabhängige Rechtskultur nur noch Chips in einem strategischen Spiel. (Vgl. Eliot A. Cohen, Supreme Command: Soldiers, Statesmen, and Leadership in Wartime, 2002.).“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 340).

„Die psychopolitischen Schicksale der Vereinigten Staaten von Amerika während der ersten und zweiten Bush-Administration illustrieren diese Zusammenhänge mit einer Fülle unmißverständlicher Beispiele. Binnen weniger Jahre wurde die Welt Zeuge, wie eine dissensfrohe Demokratie unter der wissentlich und willentlich heraufbeschworenen Fiktion des von der ganzen Nation zu führenden Überlebenskrieges ein jähes Artensterben auf dem Gebiet der politischen Meinungsvielfalt erlebte. Über Nacht geriet das politische Feld der Nation unter den Einfluß homogenisierender Kräfte.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 340-341).

„Der sogenannte Fundamentalismus in politischem Gebrauch stellt, wie man leicht erkennt, weniger eine Sache des Glaubens dar als eine Aufreizung zum Handeln, genauer der Bereitstellung von Rollen, durch welche große Zahlen potentieller Akteure in den Stand gesetzt werden, von der Theorie zur Praxis überzugehen - eher noch von der Frustration zur Praxis. Allgemein gilt hier, was die demographische Forschung ans Licht gebracht hat: »Die Religion liefert ... zusätzliches Öl für ein Feuer, dessen Ausgangsbrennstoff nicht von ihr stammt.« (Vgl. Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht - Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, 2003, S. 31 Heinsohn).“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 343).

„Als Matrix radikaler Aktivierungen ist der Islamismus dem Kommunismus ebenbürtig, möglicherweise überlegen, da er sich gegenüber seiner Herkunftskultur nicht als Bewegung des radikalen Bruchs, sondern der revolutionären Wiederherstellung präsentieren kann.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 343-344).

„Der ... politisch bei weitem bedeutendste Grund für die unvermeidlich wachsende Dynamik des politischen Islam (auch wenn er zur Stunde, nach einer Serie von Niederlagen, von seiner ersten Attraktivität einiges verloren zu haben scheint) ergibt sich aus der demographischen Dynamik seines Rekrutierungsfeldes. .... Sein Elan resultiert zum größten Teil aus dem Vitalitätsüberschuß einer unaufhaltsam anschwellenden Riesenwelle von arbeitslosen und sozial hoffnungslosen männlichen Jugendlichen zwischen fünfzehn und dreißig Jahren - mehrheitlich zweite, dritte und vierte Söhne, die ihren aussichtslosen Zorn nur durch die Beteiligung an den nächstbesten Aggressionsprogrammen ausleben können. Indem die islamistischen Organisationen in ihren Basisländern Gegenwelten zu den bestehenden Ordnungen schaffen, kreieren sie Gitter von alternativen Positionen, in denen sich zornige junge Männer mit Ambitionen wichtig fühlen dürfen - dazu gehört der Drang zum Losschlagen gegen nahe und ferne Feinde, lieber heute als morgen.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 344).

„Diese zahlenmäßig enormen Gruppen bilden die natürliche Gefolgschaft von Agitatoren aus der älteren Generation, deren Predigtstoffe sich wie von selbst aus der Empörungsbereitschaft ihrer Klientel ergeben - wobei die islamische Tradition lediglich die semantischen Formen zur Vertextung von aktuellen Wut- und Gewaltspannungen bereitstellt. Einem Laborversuch ähnlich, konnte man diese Verhältnisse bei der Anzettelung der »spontanen Unruhen« wegen der Mohammed-Karikaturen im Februar 2006 beobachten. Während sich brave Europäer über Entschuldigungen bei vorgeblich oder wirklich beleidgten Muslimen den Kopf zerbrachen, drehten anonyme Aktivisten im Irak weiter am Rad der Provokation oder besser: der kriegerischen Selbststimulierung, indem sie die Goldene Moschee von Samarra, eines der wichtigsten schiitischen Heiligtümer nördlich von Bagdad, durch einen Bombenanschlag zerstörten, mit dem Ergebnis, daß bei Gegenangriffen Dutzende sunnitischer Gotteshäuser verwüstet wurden. Die Vorgänge sprechen eine deutliche Sprache. Sie sagen mehr über den Anlaßhunger der zum Losschlagen bereiten Gruppen als über einen vorgeblich unausweichlichen Konflikt der Kulturen. Es täte den Agitatoren leid, wenn sie zur Kenntnis nehmen müßten, daß es den äußeren Anlaßgebern wirklich leid tut.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 344-345).

„In dieser Sicht ist es zulässig zu sagen, daß der Islam, in islamistischer Verwendung, sich zu einem religiösen Readymade wandeln konnte, das sich ausgezeichnet zu mobilisatorischen Zwecken eignet! (Zur Logik des Readymades außerhalb und innerhalb der Kunstsphäre vgl. Boris Groys, Similierte Readymades, 1977 ). Seine Tauglichkeit hierzu geht auf Merkmale der muslimischen Glaubenslehre zurück, die von Anfang an den Kampf gegen die »Ungläubigen« auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Der unvorbereitete Leser des Koran kommt nicht umhin zu staunen, wie ein heiliges Buch, ohne Furcht davor, sich selbst zu dementieren, nahezu auf jeder Seite den Feinden des Propheten und des Glaubens die Pein ewigen Feuers anzudrohen vermag. Über dieses Befremden helfen auch die Erklärungen der Gelehrten kaum hinweg, die die polemischen Passagen des Korans aus dem historischen Kontext herleiten wollen: Der Prophet übe da eine Art von frühsozialistischer Kritik an den Reichen seiner Zeit, den arroganten und rücksichtslosen Händlern von Mekka, die nichts mehr hören wollten von den egalitären und generösen Werten der altarabischen Stammeskultur. An diese habe Mohammeds Lehre angeknüpft, als er sein Gefolge zur Fürsorge für die Schwachen verpflichtete. Auch der zunächst plausibel scheinende Hinweis auf das monotheistische Privileg des Eiferns für Gott und gegen die Ungläubigen liefert keine ganz zureichende Erklärung, da ebenso evident ist: Kein Mensch würde sich um die dunklen Koranstellen kümmern, wären da nicht die Millionen zählenden gewalthungrigen Gottsucherbanden, die sich die Worte zu ihren kommenden Taten zurechtlegen (indessen die vergleichbar heißen Stellen der alttestamentarischen Rachepsalmen das spärliche Publikum von Kirche und Synagoge seit langem kaltlassen).“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 345-346).

„Die neuen Mobilisationen - ob sie nun korantheologisch legitim sind oder nicht - könnten, bei gleichbleibend hohen Geburtenraten, allein in der arabischen Hemisphäre bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts ein Reservoir von mehreren hundert Millionen junger Männer beeinflussen, die einen existentiell attraktiven Sinnhorizont wahrscheinlich allein im Aufbruch zu politisch-religiös bemäntelten Selbstvernichtungsprojekten finden. In Tausenden von Koranschulen, die jüngst überall aus dem Boden gestampft werden, wo es aufkochende Jungmännerüberschüsse gibt, werden die unruhigen Scharen in den Begriffen des Heiligen Krieges gedrillt. Nur ein kleiner Teil hiervon wird sich im externen Terrorismus manifestieren können, der bei weitem größere dürfte in lebenverbrauchende Bürgerkriege auf arabischem Boden investiert werden - Kriege, ... bei denen allerdings die quantitativen Proportionen vorhersehbar ins Monströse anwachsen. Riesenhafte Vernichtungsschlachten zwischen schiitischen und sunnitischen Kriegsparteien sind nicht undenkbar - die Zerstörungen von Moscheen und heiligen Stätten der jeweils anderen Seite liefern hierzu allem Anschein nach das Vorspiel. Daß Israel weitere Bewährungsproben vor sich hat, ist nicht zu verkennen. Ohne eine weitsichtige Politik der Abschüttung kann die jüdische Enklave die nächsten Jahrzehnte nicht überstehen. Die Wahrheit ist: Selbst Kenner der Lage besitzen heute nicht die geringste Vorstellung davon, wie der machtvoll anrollende muslimische Youth Bulge, die umfangreichste Welle an genozidschwangeren Jungmännerüberschüssen in der Geschichte der Menschheit, mit friedlichen Mitteln einzudämmen wäre. Zu den genozidalen Potentialen des 21. Jahrhunderts, insbesondere im Nahen Osten, vgl. Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht, 2003 (Heinsohn). Derselbe Autor statuiert trocken: Die nächsten zwanzig Friedensnobelpreise für Leute, denen zur gewaltlosen Auflösung dieser Spannungen etwas einfällt !“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 346-347).

„Die heutigen wie die kommenden Träger des islamistischen Expansionsgedankens gleichen in keiner Weise einer Klasse von Arbeitern und Lohnempfängern, die sich zusammenschließen, um durch die Eroberung der Staatsmacht ihrer Misere ein Ende zu setzen. Viel eher stellen sie ein aufgebrachtes Subproletariat dar, schlimmer: eine desperate Bewegung aus ökonomisch Überflüssigen und sozial Unverwendbaren, für die es in ihren eigenen Systemen viel zuwenig akzeptable Positionen gibt, selbst wenn sie durch Staatsstreiche oder Wahlen an die Macht gelangten. Aufgrund der demographischen Gegebenheiten werden die Feindbilder solcher Bewegungen nicht soziologisch zu definieren sein, wie es bei der marxistisch begriffenen »Ausbeuterklasse« der Fall war, sondern nur religiös, politisch, kulturell - sie richten sich intern gegen die in den Augen der Aktivisten verachtungswürdigen Eliten, die dem Westen politisch zu weit entgegenkommen, extern gegen den Westen als solchen, sofern dieser als Inbegriff kränkender, zersetzender und obszöner Kulturimporte porträtiert wird. Naturgemäß werden ihre Führer früher oder später den Versuch wagen, die Rentenstaaten des Vorderen Orients in ihre Gewalt zu bekommen, um die Kommandohöhen der Umverteilung von riesenhaften, auf dem Erdölgeschäft beruhenden Reichtümern zu besetzen. Damit könnten sie ihre Klientel vorübergehend durch Teilhabe am Öl-Manna beruhigen. Da die steigenden Energiepreise der nächsten Jahrzehnte der provozierenden Reformfaulheit der bestehenden Öltheokratien zu Hilfe kommen, sind Aufstände in diesen Ländern mehr als wahrscheinlich.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 347-348).

„Sosehr es also zutrifft, daß die islamistische Theokratie auf dem formal und materiell totalitären Anspruch beruht, alle Lebensvollzüge in einer virtuell islamisierten Weltgesellschaft nach koranischem Recht zu ordnen, so wenig wäre sie imstande, den ökonomischen, politischen, technischen und künstlerischen Tatsachen des gegenwärtigen Zeitalters zu begegnen. .... Daran vermag die extreme demographische Dynamik der islamischen Welt fürs erste nichts zu ändern, deren Einwohnerschaft sich zwischen 1900 und 2000 von 150 Millionen auf 1,2 Milliarden vermehrte - was einer Verachtfachung entpricht. Die »Bevölkerungswaffe« ... muß sich aber bei fehlenden Expansions- und Auswanderungschancen gegen ihren Besitzer wenden. Wenn einer der Hamas-Führer, der palästinensische Arzt Abdel Aziz Rantisi jüngst verkündet, das kommende Jahrhundert werde das Jahrhundert des Islam sein, unterläuft ihm die zeitübliche Verwechslung von Kultur und Biomasse. Recht behalten könnte er nur in dem unwahrscheinlichen Fall, daß der islamischem Welt als ganzer in Kürze der Ausgang aus ihrer selbstverschuldeten Rückständigkeit gelänge. Wie dies vonstatten gehen könnte, davon haben selbst die wohlwollendsten Interpreten zur Stunde nur ohnmächtige Vorstellungen.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 348-349).

„Die Lehre des 11. September 2001 lautet, daß die Feinde des Westens sich alles nur von der rächerischen Umdrehung westlicher Werkzeuge gegen ihre Urheber versprechen. Der Islamophile Friedrich Nietzsche müßte heute seine Urteile modifizieren. Die Vorwürfe, die er in seinem Fluch auf das Christentum erhob, haben sich wie hinter seinem Rücken einem anderen Adressaten angepaßt. Der radikale Islamismus unserer Tage bietet das erste Beispiel einer puren rächerischen Ideologie, die nur strafen kann, aber nichts hervorbringt.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 349).

„Entscheidend für den Gang der Dinge bleibt die Tatsache, daß die Köpfe des Islamismus in ihrer heutigen Ausrichtung völlig außerstande sind, die nächsten Kapitel der »kulturellen Evolution« (Anführungszeichen von mir; HB) mitzugestalten oder gar vorzuschreiben, mögen ihre Herkunftsländer das »Siegesbanner der Fortpflanzung« (Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht - Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, 2003, S. 24 Heinsohn) noch so stolz vor sich hertragen. Der Islam hat bisher wenig vorzuweisen, was ihn befähigte, die technologischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Existenzbedingungen für die Menschheit des 21. Jahrhunderts kreativ fortzubilden. Es wäre bereits eine titanische Leistung, sollte ihm die Modernisierung der eigenen Bestände in absehbarer Zeit gelingen. Sicher ist nur, daß er aus seinem dogmatischen Schlummer erwacht ist. Nach jahrhundertelanger Stagnation kehrt er auf die Weltbühne zurück - um verlegen zu entdecken, unfähig zu sein, an den kulturellen Großtaten des kosmopolitischen, moderaten und schöpferischen Islam bis zum 13. Jahrhundert anzuknüpfen. Es könnte hundert Jahre dauern, bis seine Vorsprecher weniger durch Drohungen als durch Leistungen von sich reden machen.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 350-351).

„Für den Westen wird dies keine leere Wartezeit. Da in der islamischen Welt mehrere demographisch explosive Staaten mit Plänen für aggressive Reichspolitiken an der Rampe stehen - vor allem der Iran und Pakistan, in geringerem Maß auch Ägypten und Marokko -, wird man sich in den kommenden Jahrzehnten einer Reihe von inkohärenten, doch momentan verbündbaren Offensiven gegenüberstehen ....“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 351).

„Für die erste Hälfte des 21. Jahrhunderts bilden die islamistischen Jugendbewegungen in einem Dutzend Ländern des Nahen und Mittleren Ostens die ausstrahlungsmächtigsten Unruheherde auf den Krisenweltkarten der strategischen Anlysten. Doch was auch immer die islamistischen Vorstöße zu einer Politik des Zorns in den nächsten Jahrzehnten in die Welt setzen- und die kommenden zwanzig, dreißig Jahre könnten zu den fatalsten Perioden aller Zeiten geraten, wenn worst-case-Annahmen sich materialisieren: Ihre Projekte werden aus immanenten Gründen schwerlich über das Niveau einer politischen schwarzen »Romantik« (Anführungszeichen von mir; HB) hinausgehen. So wäre das Prinzip von Mobilmachungen zu bezeichnen, die auf dem Umweg über gottgewollte Kämpfe ein dunkles Ziel anstreben: die Selbstvernichtung der Überflüssigen.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 351-352).

„Wer an der Forderung festhält, die Weltgeschichte müsse sich als das Weltgericht vollziehen, hat enttäuschende Zeiten vor sich.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 352).
Konklusion
„Nach allem, was im Gang dieser Untersuchung gesagt wurde, wäre es abwegig, zu behaupten, der Zorn habe seine besten Zeiten hinter sich.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S.352).

„Grundrechte auf Leben, Freiheit und Eigentum ...:  Nur in den Gegenden der Welt, wo diese Normen respektiert werden, sind wirkliche Aufhellungen in Gang. .... Friedrich Nietzsche (hat) - ... therapeutsich völlig stimmig - diese Prämissen erfolgreicher Zivilisierungen durch ein hygienisches Programm ergänzt, das die Befreiung vom Geist des Ressentiments auf die Tagesordnung bringt. Nietzsches Sorge galt der Ablösung der toxischen Figur »rachsüchtige Demut« durch eine Intelligenz, die sich ihrer thymotischen Motive neu vergewissert. .... Intendiert ist eine Meritokratie .... Große Politik geschieht allein im Modus von Balanceübungen. Balance üben heißt keinem Kampf ausweichen, keinen überflüssigen provozieren. Es heißt auch den Wettlauf mit den entropischen Prozessen, vor allem der Umweltzerstörung und der Demoralisierung, nicht verloren geben. Hierzu gehört auch, sich immer wieder mit den Augen der anderen sehen zu lernen. Was vormals die überforderte religiöse Demut leisten sollte, wird eine Rationalitätskultur erbringen müssen, die auf Beobachtungen zweiter Ordnung aufbaut. Nur sie kann die maligne Naivität stoppen, indem sie den Geltungswillen mit Selbstrelativierung verbindet. Für die Lösung dieser Aufgabe ist Zeit vonnöten - aber diese ist nicht mehr die geschichtliche Zeit des Epos und des tragischen Drams (vgl. die Vision vom »Ende der Geschichte« (?!?); HB). Die wesentliche Zeit ist als Lernzeit für Zivilisierungen zu bestimmen. Wer nur »Geschichte« machen will, fällt hinter diese Definition zurück. Das Wort Übung darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß immer unter Bedingungen des Ernstfalls geübt wir, um seinen Eintritt zu verhindern. Fehler sind nicht erlaubt und doch wahrscheinlich. Bei günstigem Verlauf könnte sich ein Set von interkulturell verbindlichen Disziplinen herausbilden, den man erstmals zu Recht mit einem Ausdruck bezeichnen dürfte, der bisher stets voreilig verwendet wurde: Welkultur.“ (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, 2006, S. 354-356).

NACH OBEN Mit den Rechten des liberalistischen Westens gegen die Rechte des liberalistischen Westens

Den Westen mit seinen eigenen „Waffen“ schlagen bedeutet für die Gegner des Westens, insbesondere für die nichtwestlichen Zuwanderer: mit seinem liberalistischen „Spielzeug“ besiegen, denn die Rechte des libearlistischen Westens in Anspruch zu nehmen, fällt ihnen spielend leicht, doch die Rechte des liberalistischen Westens als Normen anzunehmen, fällt ihnen dagegen sehr schwer (anders gesagt: fällt ihnen nicht einmal im Traum ein). Sie benutzen die Gesetze des Westens, um den Westen besiegen zu können. Sie mißbrauchen die westlichen Gesetze, um sie erfolgreicher bekämpfen zu können. Ihre Kampfparole heißt also: Mit den Rechten des liberalistischen Westens gegen die Rechte des liberalistischen Westens!  Mit anderen Worten: Der größte Förderer und Befürworter des Untergangs des Westen ist der Westen selbst. Er hält den Feinden, die ihm unentwegt auf die rechte Wange schlagen, auch noch die linke Wange hin. Der Westen ist so dekadent und pervers, daß man ihn nur noch als eine Paradoxie oder als Parodie seiner selbst, als Ironie, als eine Witzfigur bezeichnen kann. Der Westen macht sich permanent lächerlicher - und das nur, weil die westliche Bevölkerung ihr Pro-Kopf-Einkommen und die westlichen Machthaber ihre Macht retten wollen. Das ist extrem gefährlich! Der Westen - insbesondere sein ältester Teil: West- und Mitteleuropa i.e.S. (Definition) - läuft immer mehr Gefahr, von seinen nichtwestlichen Zuwanderern völlig ausgehöhlt zu werden, um in nicht allzu ferner Zukunft eine völlig fremdbestimmte „Pseudomorphose“ zu erleben. Der Körper des Westens scheint zu verfaulen, einige seiner Organe scheinen von der Krebskrankheit befallen zu sein.

Nur weil der Westen sich seines riesigen Vorsprungs im Bereich der Technik (einschließlich: Wissenschaft) und im Bereich der Wirtschaft noch (noch!) gewiß sein kann, nur weil es in beiden Bereichen noch (noch!) so funktioniert, wie die Westler es sich vorstellen, wollen sie von denjenigen Symptomen nichts wissen, die ihre Krankheit schon jetzt verraten; dabei sind die beiden Bereiche doch auch schon betroffen. Die Tatsache, daß aufgrund des eklatanten Nachwuchsmangels nicht nur die Probleme der Reproduktion, sondern mittel- bis langfristig auch die Probleme der Produktion exponentiell wachsen, zeigt ja, wie sehr die Demographie mit Technik/Wissenschaft und Wirtschaft verquickt ist und deren Probleme, wenn sie nicht durch Erhöhung der Geburtenrate behoben werden (und sie können nur auf diese Weise behoben werden), ebenso exponentiell wachsen. „Eine Gesellschaft entspricht von außen betrachtet einem Lebewesen, mit den Menschen als Zellen. Altern die Menschen, dann altert die Gesellschaft.“ (Peter Mersch, Die Familienmanagerin, 2006, S. 124 Tafel). Kranken die Menschen, dann krankt die Gesellschaft. Sterben die Menschen aus, dann stirbt die Gesellschaft aus. Jede westliche Gesellschaft hat zu niedrige Geburtenraten, besonders in seiner Mittel- und Oberschicht (das ist besonders fatal!). Bevölkerung (bzw. Demographie), Technik/Wissenschaft (bzw. Bildung/Intelligenz) und Wirtschaft (bzw. Ökonomie) korrelieren miteinander. Hat einer dieser Bereiche extreme Werte, wird sich das mittel- bis langfristig auch auf die anderen Bereiche auswirken. Ist die Geburtenrate seit einer Generation zu niedrig - besonders in den wichtigen Schichten (historisch gesehen beginnt der Geburtenrückgang von oben herab, d.h. beim Adel bzw. bei der Oberschicht, setzt sich über die Mittelschicht fort und endet bei der Unterschicht) -, wird zwar zunächst (zunächst!) der durchschnittliche Intelligenz-Quotient (IQ) dadurch nur wenig beeinflußt und das Pro-Kopf-Einkommen (PKE) sogar steigen, aber später, unter der Voraussetzung unqualifizierter Zuwanderung (und mit dieser haben wir es fast ausnahmslos zu tun) sehr wahrscheinlich sogar schon nach einer Generation (z.B. dann, wenn die Kinder der Zuwanderer in den Schulklassen einen Anteil von 20% erreicht und so das Leistungssniveau aller Schüler dieser Schulklassen gesenkt haben Tafel), ansonsten nach zwei Generationen werden sowohl der durchschnittliche Intelligenz-Quotient als auch das Pro-Kopf-Einkommen gesunken sein.

Sogar dann, wenn sie es wollten, könnten die Politiker des Westens an dem Trend gegenwärtig kaum etwas ändern, weil ausgerechnet diejenigen Gesetze und Institutionen, die sie selbst ins Leben gerufen haben - z.B. die UNO (UNTERGANG NACH ORGANISATIONSPRINZIPIEN) oder die EU (EUROPAS UNTERGANG) -, ihnen jetzt verbieten, was sie eigentlich tun müßten und einige Mutige unter ihnen auch tun wollen. So sind z.B. die sogenannten „Menschenrechte“, auf die sich UNO und EU so gerne berufen, nichts anderes als ein Ausdruck des modernen abendländischen Individualismus, der ja nur der Zivilglaube des modernen abendländischen Liberalismus ist, bezogen auf die die gesamte Menschengeschichte könnte man auch sagen: ein Ausdruck des modernen Anthropozentrismus abendländischer Prägung. „Man kann es an den Artikeln der Erklärung von 1948 sehr gut zeigen: sie sind alle falsch formuliert - alle -, und zwar fangen nämlich alle mit every-one oder no-one an, also: das ONE ist das Subjekt des Rechts, und das ist anthropologisch falsch! Wir müssen das Rechtssubjekt anders konstruieren: nicht Individuen können Rechte oder Pflichten haben, sondern man muß Individuen so beschreiben, daß sie als Teile von etwas erscheinen. Ich sage, Individuen gibt es nicht, sondern es gibt nur Beziehungen. Es gibt keine Individuen! .... Also: dieser metaphysische individualistische Ansatz ist anthropologisch falsch und führt notwendigerweise auch in Fehlformulierungen auf allen Ebenen, denn der Mensch ist ein Wesen, das immer von seinem Alliierten her gedacht werden muß und nicht nur von seinem Selbsterhaltungsimpuls. Das ist ein Denkfehler, ... in dem wir alle noch befangen sind; und es ist wirklich eine Jahrhundertaffäre, das zu bewältigen. Es hat ... damit zu tun, daß man Menschen von vornherein falsch beschreibt, wenn man sie nicht als Paarwesen ansieht. Es gibt keine Individuen, es gibt nur Paare und ihre Entfaltungen. Und dann hat man ein anderes Rechtssubjekt, und man hat dann nur Gruppen - die Minimalgruppe ist das Paar. Dann kommt man zu einer ganz anderen Beschreibung des Rechtssubjekts; ... die Rechte entstehen aus der Tatsache, daß man an etwas teilhat. Und so entwickelt sich eine ganz andere Figur. Ich glaube, das moderne Recht ist der intimste Partner des modernen Individualismus und von daher auch Handlanger dieser entsetzlichen Auswüchse, die der Kapitalismus in seinen übelsten Gestalten weltweit hervorruft.“ (Peter Sloterdijk, in der TV-Sendung: Baden-Badener Disput, 1998 Sloterdijk). Dies bedeutet u.a. auch, daß die Nichtabendländer sich auf diese von den Abendländern begründeten, sogenannten „Menschenrechte“ ausgerechnet im Kampf gegen die Abendländer mit Erfolgsaussichten berufen können.

 

- Blick in die Zukunft -
Cato (234-149)
Weil die abendländische Kultur an sich schon Globalisierung ist und zur Zeit in ihre besonders symbolhaltige Phase (Globalismus) eintritt, ist für die abendländischen Menschen äußerste Vorsicht geboten, denn: (1.) „Auf jedem Pfade zum Cäsarismus findet sich ein Cato“ (Oswald Spengler, ebd., S. 1118 Tafel), und (2.) „Die Kriege im Zeitalter des Weltfriedens sind Privatkriege, furchtbarer als alle Staatenkriege, weil sie formlos sind. Denn der Weltfriede - der oft schon dagewesen ist - enthält den privaten Verzicht der ungeheuren Mehrzahl auf den Krieg, damit aber auch die uneingestandene Bereitschaft, die Beute der andern zu werden, die nicht verzichten.“ (Oswald Spengler, ebd., S. 1106 Tafel). Die abendländischen Menschen sollten schon wissen, auf welcher Seite sie stehen im Gigantenkampf zwischen zwei, wahrscheinlich sogar mehreren Kulturen. Denn sicher ist, daß im Globalismus (Cäsarismus) die Gewaltpolitik genauso enorm zunehmen wird wie der primitive Charakter der politischen Formen, der Zerfall der unterlegenen Nationen in eine formlose Bevölkerung und deren Zusammenfassung in überlegene größere Nationen bzw. in ein Imperium. Für welche Seite sie sich auch immer entscheiden werden, den zunehmenden primitiv-despotischen Charakter werden sie nicht verhindern können.

Vergessen wir nicht: Nicht Religionen, Weltanschauungen, Ideologien, Stammesfehden oder Armut sind die Hauptgründe für den weltweit anwachsenden Terrorismus, sondern das ewige Streben des Menschen nach Geltung, Positionen u.ä., also: Macht! Um die zu erlangen, wird jedes Mittel eingesetzt, also auch die Unterdrückung bzw. Herabwürdigung der Frauen zu „Gebärmaschinen“, damit die von ihnen zur Welt gebrachten Kinder und unter ihnen vor allem die Söhne die väterliche Macht der Männer unterstützen, verteidigen und erweitern. Dieser letzte Satz mag als Bekenntnis zum Feminismus mißdeutet werden, in Wahrheit steht er hier aus Gründen der Vernunft. Das Abendland hat den Rest der Welt stark gemacht, denn es war und ist die abendländische Technik, die letztendlich allen Menschen eine höhere Lebenserwartung, einen beispiellosen Luxus, also ein besseres Leben ermöglichte und ermöglicht. Die Kehrseite davon ist, daß die meisten Nichtabendländer ihre den Abendländern zu verdankende und von ihren „Gebärmaschinen“ auch noch verstärkte Bevölkerungsexplosion fast genau zu der Zeit auf ihrem Höhepunkt erlebten, als im Abendland gerade der Bevölkerungsrückgang, also tendenziell (!) das Aussterben der Abendländer und ihres Liberalismus und Individualismus begann. Noch mehr als den Tod der Abendländer selbst wünschen sich die meisten Nichtabendländer den Tod des Liberalismus und Individualismus. Wenn also die Abendländer ihr Leben doch noch verlängern können und wollen, dann sollten sie dem äußeren Feind, dem nichts so verhaßt ist wie der abendländische Liberalismus und Individualismus, zuvorkommen und sich zumindest teilweise vom Liberalismus und Individualismus trennen. Die Maximen von Liberalismus und Indfividualismus sind für die Abendländer zur Droge geworden, und eine Droge ist nur vorübergehend angenehm und schon bald nur noch schädlich - ein innerer Feind. Besser ein Ende des Liberalismus und Individualismus (also: ein Ende eines Teils der abendländischen Kultur) als ein Ende der gesamten abendländischen Kultur. Noch haben die Abendländer nämlich selber die Wahl: mit dieser Droge bald sterben oder ohne diese Droge länger leben. Gefahr des Sterbens des Westens (Abendlandes)Tod durch Liberalismus

 

„Der Zorn aber zeigt sich,
drängt sich ins Mienenspiel,
und je größer er ist,
desto heller lodert er auf.“
(L. A. Seneca, De ira, I, 1)

 

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