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Mitte

Mitte und Dualismus Eine Mitte existiert wegen und trotz Dualismus Tafel

 

 

DualismusDualismusTafel                           
Deutscher DualismusDeutscher DualismusPartikularismus                                         


NACH OBEN Mit dem Thema „Dualismus“ lassen sich mehrere Bibliotheken füllen. Ein Beispiel ist der „Deutsche Dualismus“ (Deutscher DualismusDeutscher Dualismus), denn er bestimmte die Politik auch vor und nach seinem Höhepunkt (bzw. Tiefpunkt), dem Partikularismus (Partikularismus). „In der Wendung vom Ständestaat zum absoluten Staat, der alles nur in bezug auf sich gelten läßt, haben die Dynastien des Abendlandes ... den Nichtstand, das »Volk«, zu Hilfe gerufen und damit als politische Größe anerkannt.“ (Spengler Spengler). Das Ergebnis dieser Wende heißt Sieg; z.B. in Spanien und Frankreich für den „absoluten Staat“, in England für den „oligarchischen Ständestaat“, aber in Deutschland wurde im Westfälischen Frieden (1648 Westfälischer Friede von 1648) „für die große Fronde der Reichsfürsten (Fürsten) gegen den Kaiser das englische, für die kleine Fronde den Landesfürsten (Fürsten) gegenüber das französische Verhältnis durchgesetzt. Im Reich regieren die Stände, in deren Gebieten aber die Dynastie. Von da an war das Kaisertum wie das englische Königtum ein Name, umgeben mit Resten des spanischen Prunks aus dem frühen Barock (Barock).“ (Spengler Spengler). Später, in der Wendung vom absoluten Staat zum „zivil-revolutionären“ Standesstaat (Spengler), ist zwar der Absolutismus mehr oder weniger gewichen, aber nicht der Dualismus. Das folgende Schema bezieht sich auf den Dualismus aller abendländischen Kulturphasen (vgl. mit Klick z.B. den maximierten Dualismus [4 | 4] und den durch „Einheit“ minimierten Dualismus [1 | 1]):
WEITER    






Tierkreis als Kulturkreis

 

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Der Dualismus scheint aus dem Nichts zu kommen - er ist plötzlich da (wie eine erworbene SpracheSpracherwerb !), aber tiefenpsychologisch war er immer schon da. Im Abendland offenbarte sich der Dualismus erstmals mit der Heraufkunft der abendländischen Nationen, nämlich als Ständestaat-Dualismus (vgl. „2“ u.l. in der Abbildung Abbildung). So auch in Deutschland, nur eben spezifisch: als Deutscher Dualismus, und zwar als ein Ständestaat-Dualismus zwischen Kaiser und Reich (ReichsfürstenFürsten / Reichsfürsten), im Interregnum (1254-1273 Interregnum (1254-1273)) und durch die „Goldene Bulle“ von 1356 (Goldene Bulle von 1356); fortgeführt wurde er während der Reformation (Reformation) und der Gegenreformation (Gegenreformation) unter der Oberfläche des konfessionellen Dualismus zwischen Katholiken und Protestanten (vgl. „3“ u.l. in der Abbildung Abbildung), bis er seinen Höhepunkt (für Deutschland: Tiefpunkt) im „30jährigen Krieg“ (1618-1648 Dreißigjähriger Krieg (1618-1648)) erreichte und im „Westfälischen Frieden“ (1648 Westfälischer Friede von 1648), seinem Ergebnis, verstärkte Bestätigung fand (vgl. „4“ in der Abbildung Abbildung). Insbesondere das Ausland erkannte seit dem 30jährigen Krieg Deutschlands Kleinstaaterei (Partikularismus (Föderalismus bzw. Separatismus)) als riesige Chance und war seitdem natürlich stets bestrebt, eine andere Entwicklung vehement zu bekämpfen. Der Deutsche Dualismus steht also auch im Zusammenhang mit dem Ausland. Aber begrifflich steht er stets für zwei deutsche Rivalen. Der Deutsche Dualismus zwischen Österreich und Preußen begann im 18. Jahrhundert und beherrschte die politische Bühne v.a. in der 2. Hälfte des 18 Jahrhunderts (vgl. „3“ u.r. in der Abbildung Abbildung). Seit Ende des 18. bzw. Beginn des 19 Jahrunderts, besonders aber seit 1814/15 gab es zwischen den beiden deutschen Großmächten auch eine Interessensidentität, eine österreichisch-preußische Zusammenwirkung, und zwar bis 1866, als der Deutsche Bund (Deutscher Bund) aufgelöst wurde (vgl. „2“ in der Abbildung [Abbildung]). Man kann sich leicht vorstellen, welches Glück vor allem Frankreich und England durch den Deutschen Dualismus beschert wurde und welches Unglück sie empfanden, als der eine Schwächung erfuhr. Frankreich hatte hier Glück im Unglück, denn die Gleichgewichtspolitik (Pentarchie Pentarchie: Österreich, Preußen, England, Rußland, Frankreich), die auf dem Wiener Kongreß (1814-1815 Wiener Kongreß) durch Restauration (Restauration) wieder zum Zuge kommen sollte (und auch kam!), machte Frankreich bei den Friedensverhandlungen zu einem fast gleichberechtigten Partner, obwohl es allein die Schuld für die Revolutionskriege und die Napoleonischen Kriege trug. Der Wiener Kongreß trug mit seinem Restaurationswillen wesentlich dazu bei, daß die während der Befreiungskriege (1806-1814) angekündigten deutschen Einheitsbestrebungen eingeschränkt wurden, sich weder die „Großdeutschen“, die ein Deutsches Reich unter Einschluß Österreichs (wie im 1. Deutschen Reich, nur einheitlicher) wollten, noch die „Kleindeutschen“, die es unter Ausschluß Österreichs wollten, durchsetzen konnten, aber immerhin (nur) ein harmloserer Deutscher Dualismus in einem (nur) Deutschen Bund übrig blieb. Erst Bismarck (Bismarck) löste das Problem des Deutschen Dualismus mit den Einheitskriegen (1864, 1866, 1870/71) und schloß bei der Gründung des preußisch geführten 2. Deutschen Reiches die Österreicher einfach aus (vgl. „1“ in der Abbildung Abbildung), obwohl er sie hätte annektieren können (!), und Hitler schloß dann die Österreicher, weil sie ins Deutsche Reich zurückkehren wollten, einfach wieder mit ein. Bismarcks Reich, der weltweit erste Staat mit einem glänzend funktionierenden Sozialsystem, bedeutete für das Abendland die bis heute längste Friedensperiode (keiner kannte die Politik im Ausland so gut wie Bismarck), und der Deutsche Dualismus war von 1871 bis 1945 deswegen aus der Welt geschafft, weil Bismarck ein Einheitsreich geschmiedet hatte (wenn auch nur kleindeutsch, also ohne Österreich). - Ein Resümee ist, daß der Deutsche Dualismus ein Nachteil für Deutschland und ein Vorteil für das Ausland ist: ein von Deutschen selbst gemachtes Angebot an die Ausländer, antideutsche Politik zu betreiben. Die Tatsache, daß sich die Staaten des europäischen Auslands gegen die Deutsche Einheit auch 1990 noch vehement wehrten, ist ein Indiz dafür, daß das ausländische Europa sich Deutschlands Kleinstaaterei bzw. den Deutschen Dualismus immer noch sehnsüchtig wünscht. Gleiches gilt seit 1968 für Deutschlands linke Politiker! Heute sieht man also wieder „rot“ (vgl. „2“ o.r in der Abbildung Abbildung).

Michel

„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche.
Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nicht zu säen. Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen,
dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und
sie meinten, damit ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf der Erde.
Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie.
Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute
mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“

Napoleon I. (1769-1821Napoleon)

 

„Michel! fallen dir die Schuppen
Von den Augen?  Merkst du itzt,
Daß man dir die besten Suppen
Vor dem Maule wegstibitzt?

Als Ersatz ward dir versprochen
Reinverklärte Himmelsfreud
Droben, wo die Engel kochen
Ohne Fleisch die Seligkeit!

Michel! wird dein Glaube schwächer
Oder stärker dein Apptit?
Du ergreifst den Lebensbecher,
Und du singst ein Heidenlied!

Michel ! fürchte nichts und labe
Schon hienieden deinen Wanst,
Später liegen wir im Grabe,
Wo du still verdauen kannst.“

Heinrich Heine (1797-1856Heine)


„Dem Franken selbst krümmt man kein Härchen,
Der offen über Deutschland spricht;
Allein das wahre »Wintermärchen«
Verzeiht man einem - Deutschen nicht.

Grüb' jeder nur mit scharfem Stichel
Die Fehler aller frei herauf -
Leicht gingen dann dem deutschen Michel
Die blauen Augen endlich auf.“

Rainer Maria Rilke (1875-1926Rilke)

Michel

Der „deutsche Michel“ („Deutscher Michel“), den schon Sebastian Franck (1499-1542 Franck) in seiner Sprichwörtersammlung (1541) in der Bedeutung eines einfältigen Menschen treffend beschrieb und in den 1830er und 1840er Jahren in den politischen Auseinandersetzungen als Spottname für den gutmütigen, aber einfältigen Deutschen, der sich seiner Machthaber nicht zu erwehren weiß, gebraucht wurde, steht mit seinem ganz besonderen Kennzeichen der Zipfelmütze für Verschlafenheit. Das Micheltum ist deutsch und antideutsch zugleich! (Das Deutsche im Antideutschen, das Antideutsche im Deutschen). Es ist „der bis zur Wucht eines Schicksals herausgebildete Mangel an Tatsachensinn“ (Spengler). Das Micheltum ist „verzweifelt deutsch im übelsten Sinne“ (Spengler) und deshalb antideutsch, weil es zwanghaft gegen die deutsche Geschichte ankämpft, also immer nur allem Ausländischen dient und so Deutschland eine Entfaltung aufzwingt, „die seine äußere Geschichte zu einer dichten Folge verzweifelter Katastrophen gestaltet.“ (Spengler).

Klar ist, daß und wie sehr das Ausland vom deutschen Dualismus, vom deutschen Partikularismus, von der deutschen Kleinstaaterei und überhaupt vom deutschen Micheltum (Michel) profitierte und heute immer noch profitiert und wie sehr das Ausland um diesen Vorteil fürchten mußte und muß. Die angeblich ewige Angst vor Deutschland ist die Angst vor dem Verlust des Vorteils, den man Deutschland verdankt. Deutschlands Energie wurde und wird fast immer für das Ausland verpulvert und verschwendet, seine Potenz und damit auch seine potentielle Gefahr trotzdem erhalten. Der bedeutsamste Ausdruck dieser Symbiose sind, und zwar seit Beginn der „Neuzeit“, fast alle Kriege, Diplomatien, Friedensverhandlungen, dazu natürlich auch noch, und zwar seit Beginn der „Moderne“, alle „Revolutions- und Befreiungskriege“, die Weltkriege, der „Kalte Krieg“, die ohne Militär und darum extrem zynissch geführten Kriege von Wirtschaft, Technik und Kunst (Kunst als circenses verstanden, denn Kunst als „moderne Kunst“ ist nur noch Gewerbe, also: Wirtschaft!). Eine Ausnahme, weil langfristig, erreichte Bismarck (1815-1898 Bismarck), und zwar nicht zufällig zu Beginn einer ganz bestimmten Phase (Phase) - ich nenne sie „Krise“ (Krise), weil eine solche „Midlife-Crisis“ (Spengler) jede Kultur durchlebt -, in der Deutschland diese Symbiose zunächst genial auflöste (Bismarcks „Sättigung“) und erst nach dem 1. Weltkrieg, noch mehr nach dem 2. Weltkrieg (in beiden Fällen war eben nur einer der vielen Gegner unterschätzt worden: die USA) und noch sehr viel mehr nach „1968“ wieder zu ihr zurückkehrte, weil sie für das Ausland und das deutsche Micheltum so sympathisch ist. Es gilt für jede Kultur, daß in der Phase der Krise der Versuch aller einzelnen, aber vor allem aller großen Kulturnationen, einmal ganz andere Seiten aufzuziehen (mit oder ohne therapeutische Hilfe), besonders stark und extrem totalitär ist. Erst nach dieser Phase tritt mit der neuen Phase, die ich „Befruchtung“ (Befruchtung) nenne, eine wie von einem geistigen „Blitz“ ausgelöste „Erleuchtung“ ein, jedoch nur dann, wenn die einzelnen Kulturnationen sich bewußt machen, daß ihr Zwist, den sie in der vorherigen Phase (Krise) auf der ganzen Welt verbreiteten, nun als Feedback zurückkommen kann. Die Weltpolitik, die man selbst schuf, verschwindet ja nicht, weil ein Teil der Welt seinen Weltfrieden geschlossen hat. (Spengler). Die eigene Lebensgeschichte verschwindet ja auch nicht, weil man eine Therapie gemacht hat. Das wird von den hiervon Betroffenen häufig vergessen. Der letzte und wichtigste Schritt einer Therapie ist doch, daß der „Leidende“ (Patient) seine Vergangenheit, nachdem sie durch die Gegenposition in ein anderes Licht gerückt worden ist, auch wieder akzeptiert. Wenn er das nicht tut, bleibt er Leidender. Sein Leiden wird sogar noch größer, wenn er bei der therapeutischen Gegenposition bleibt, sich daran klammert, in ihr verharrt und deshalb erstarrt. Während sein Leiden expandiert, werden seine ehemaligen Qualitäten zu Stein, zu Beton, zu Stahl - wie seine Weltstadt (Spengler) -, und weil auch viel Glas dabei ist, kann jeder seine zerbrechliche Seele sehen. Dieser Mensch - ein Raubtier ohne Zähne (Spengler) - vereinsamt oder verkümmert als Haustier, als Beute der anderen Menschen, der „Herrenmenschen“ (Nietzsche), und das sind Raubtiere mit Zähnen! (Spengler). Deshalb bleibt der Weltfriede, für den im gesamten Europa und darum vor allem in Deutschland das Micheltum so schwärmt, reine Theorie, reine Religion, reine Theologie. Denn während man hier an die politische Wirkung der Therapiegespräche glaubt, sie also religiös, wie im Ritus, immer wiederholt, kommt die reine Praxis, weil sie hier gemieden oder aufgeschoben wird, von draußen auf diese „Passiven“ (Patienten, Leidenden, Duldenden) zurück, z.B. auch als Global-Terrorismus. (Global-Terrorismus). Die Weltpolitik geht weiter, weil sie Fakt geworden ist, und es ist egal, durch wen und mit wem, wer aktiv und wer passiv ist; entscheidend ist lediglich, daß es diese Opposition gibt. Die Geschichte braucht z.B. ein Micheltum (Michel) nur als Mittel zum Zweck, besonders dann, wenn der Michel aus Deutschland stammt, weil es ein Land mit viel Energie, mit starker Potenz ist und deshalb immer eine potentielle Gefahr darstellt, die der Michel mit einer realen Gefahr verwechselt, weil er nicht weiß, daß er nur dem Ausland dient. Auch darum mehr zum Thema Bediente und Bedienende:

NACH OBEN Wie Ausländer antideutsche Politik betreiben, ist bekannt, Deutsche selbst aber tun dies, indem sie quasi per Wiederholungszwang und damit in umgekehrter Chronologie die Rolle der ANDEREN für sich beanspruchen, also mit der „Mauer“ im Kopf die „Deutsche Teilung“ (Deutsche TeilungAntideutsche Politik) begrüßen und, von ihr ausgehend, mit der „Bedingungslosen Kapitulation“ im Hinterkopf den Roosevelt-Churchill-Stalin-Pakt trotz Bomben- und Kommunistenterror sich zu eigen und immer wieder gut machen (Wiedergutmachung als ewig deutscher Reparationen-Auftrag; Holocaust als Neu-Religion), den Kindern dabei nicht nur deutsche Schuld als Erbsünde, sondern auch Schulden in unendlicher Höhe aufbürden - Lasten und Reparationen im Sinne des „Versailler Diktats“ (Versailler Diktat) -, bis sie, z.B. über den „Wiener Kongreß“ (Wiener Kongreß) und den konvenienten „Deutschen Dualismus“ (Deutscher Dualismus), in der absoluten Kleinstaaterei (Partikularismus) angekommen sind und sie auch feierlich besiegeln dürfen, als „Westfälische Friedensreiter“ (Westfälischer Friede). Erst wenn der Westfälische Friede (Westfälischer Friede), wenn die Kleinstaaterei wieder erzwungen ist, scheinen sie zufrieden zu sein, aber natürlich ist dieser Schein trügerisch, weshalb unsere Politiker auch mehr als die anderen zwanghaft betrügerisch sind. Doch wenn der Zwang zur Wiederholung nicht veränderbar sein sollte (was ich bezweifle), wäre es doch ratsam für unsere Zwangspolitiker, nicht immer nur beim für Deutschland so äußerst negativ ausgefallenen Westfälischen Frieden stehen zu bleiben, sondern den Weg der deutschen Geschichte noch weiter zu verfolgen, z.B. bis zu Karl dem Großen, denn eine EU in den Grenzen seines Reiches (Deutschland, Frankreich, Benelux, Schweiz, Österreich, Nord-Italien) wäre mit ihrer großen Einwohnerzahl völlig ausreichend, vor allem aber hätte sie Qualität! (EU-Reform). Die EU hatte mit 15 Staaten (380 Mio. Ew.) schon Probleme genug - sie vollzieht seit 01.05.2004 mit 25 Staaten (465 Mio. Ew.) und seit 01.01.2007 mit 27 Staaten (495 Mio. Ew.) nur einen quantitativen Schritt nach oben, ansonsten aber quantitative Schritte und Sprünge nach unten.

Eine weltweite EU, eine „Global-EU“, wird es nicht geben! Die „Europa-Beitrittsländer“ mit dem „Termin“ Mai 2004 hatten schon lange vor ihrem Beitritt deutlich gemacht, was sie unter EU verstehen. Daß diesen Ländern die Europa-Integration so leicht gemacht wurde, lag besonders an den deutschen Politikern, die die antideutsche Politik des Auslands vertreten. (Antideutsche Politik). Dazu zählen vor allem die Leute, die 1989 bis 1990 der ehemaligen DDR das Recht auf Integration (Wiedervereinigung) verbieten, aber die gesamte nicht-deutsche Welt sofort integrieren wollten. Deutschen sollte also wieder einmal verboten werden, was jedem anderen Volk wie selbstverständlich zum Geschenk gemacht wird.

Die neue EU ist keine EU mehr (im ursprünglichen Sinne), und überhaupt wird sie verkümmern, falls das abendländische Europa nicht erwacht. (EuropaZukünftige Bürgerkriege?). Für viele der Alptraum schlechthin: noch bevor über die EU-Beitrittsländer zum 01.05.2004 abgestimmt wurde, „verhandelten“ unsere Politiker bereits mit weiteren Beitrittsländern (!). Falls die EU überhaupt je aus ihrem Traum erwacht - ihr Trauma endlich überwindet -, wird sie schon begreifen müssen, daß auch ihr Grenzen gesetzt sind (wurden), denn nicht alle Kulturen favorisieren den unendlichen Raum, und die am 01.05.2004 beigetretenen Kandidaten sind keine echten Abendländer. (Abendland). Wenn die EU sich lieber im postmodernen Paradies einer Frührentner-Multi-Kultur sehen will und vielleicht sogar den Tod der abendländischen Kultur idealisiert, dann sollte sie gar nicht erst überlegen, wie sie auch noch z.B. die Türkei oder Israel integrieren kann, sondern ob nicht eher umgekehrt die magische Kultur (Magische Kultur) schon längst angefangen hat, die EU als Hauptteil einer pseudomorphen Kultur ganz gehörig auszuwaschen. - Gehirnwäsche! PseudomorphoseEUAbbildungß

Wenn überhaupt, dann können nur wir - die Deutschen - die Aufgabe lösen, ein einheitliches Europa zu schaffen, denn die Deutschen sind das größte Volk Europas, und außerdem ist unsere geographische bzw. geopolitische Lage die des „Herzens“, was für Europa heißt: „Westliche Mitte“. „Wir sind das Volk in der Mitte Europas. Wir haben neun Nachbarn mit sechs verschiedenen Sprachen. Deutsch ist der größte Sprachraum. Wir Deutsche sind der geborene Integrator Europas. Wenn wir es nicht in die Hand nehmen, wird es niemand tun. Und dieser Aufgabe müssen wir uns stellen, indem wir dort unsere Verantwortung sehen.“ (Klaus von Dohnanyi, in: Matthias Matussek, Wir Deutschen, 2006, S. 131). Und auch die Hymne stammt ja von zwei Deutschen: Beethoven (Beethoven) und Schiller (Schiller). „Ist es nicht erstaunlich, daß nach dem Zweiten Weltkrieg die Hymne Europas, und auch jetzt die Hymne der UNO, aus der Musik eines deutschen Komponisten und dem Gedicht eines deutschen Dichters besteht?  Darüber muß man schon nachdenken. Schiller übrigens, der sein Gedicht »An die Freude« im Enthusiasmus über die französische Revolution geschrieben hatte, hat später dieses Gedicht als schlecht bezeichnet - als er sich von der Revolution und ihrer Schrecken wieder abgewandt hatte.“ (Klaus von Dohnanyi, ebd., S. 131). Vielleicht werden wir unsere Einstellung zur EU aber auch genau so ändern, wie damals Schiller seine Einstellung zur Revolution änderte.

Wer über Deutschland und die Deutschen sprechen und Politik betreiben will, sollte zuvor zweierlei wissen: 1.) „Mitte“ als „Mittellage“ heißt „Herz“ als „Herzlage“, das bedeutet für Europa: „Westliche Mitte“, also Deutschland, nämlich Deutschlands geographisch-politische (anders gesagt: geopolitische, geostrategische) Lage, und in der Mitte ist immer auch der „Kern“; 2.) „Michel“ heißt derjenige Deutsche, der diese Mitte so klein redet oder gar macht, weil der Rand namens Nachbarn es so will. Merke also: Auch der Rand macht Fehler, und zwar meistens mehr als die Mitte mit ihrem Kern, und nur dann, wenn die Mitte den Rand, an dem die Fäulnis immer zuerst auftritt, so sehr unterstützt, daß sie sich selbst vergißt (verschläft, verträumt), ist die Gefahr für Europa größer als für den Fall, daß der Rand die Mitte mit ihrem Kern unterstützt, was aber unsere Nachbarn deswegen nicht taten, nicht tun, wohl auch nicht tun werden, weil sie egoistischer und darum auch gefährlicher agierten (das beweist die Vergangenheit), agieren (das beweist die Gegenwart), wohl auch agieren werden (das wird wohl die Zukunft beweisen). Wer für die Geschichte Europas bis heute eine Bilanz ziehen will, muß feststellen, daß nicht die Deutschen, sondern die an Deutschland direkt oder indirekt angrenzenden Nachbarn die meisten Verbrechen begangen haben. Das beweist die europäische Geschichte!

 

NACH OBEN Anmerkungen:


Besonders heutzutage ist typisch deutsch, nicht deutsch sein zu wollen; nur es wird nicht bewußt, daß gerade das Nicht-deutsch-sein-wollen das typisch Deutsche ist. Und früher war typisch deutsch, deutsch sein zu wollen; nur es wurde nicht bewußt, wenn man trotzdem nicht deutsch, ja sogar antideutsch war. Beide Fälle sind aber immer nur dasselbe Problem: Micheltum (Michel) ! Negatives Unikum

„Es ist eine Spezialität der postfaschistischen Deutschen, bewußt kein auserwähltes Volk mehr zu sein. Auf diese Weise präsentieren sie sich erneut als negatives Unikum.“ (Peter Sloterdijk, Eurotaoismus, 1989, S. 296 Peter Sloterdijk). Peter Sloterdijk

Phase ist für mich der Inbegriff einer wohltemperierten Abrundung durch geistig-politische Tätigkeiten in einer bestimmten Zeitspanne, oft ausgedrückt durch technische und künstlerische Richtungen, aber auch durch ökonomisch-politische und geistig-metaphysische Richtungen. Sie kann nur 60-80 Jahre andauern, wie im Falle des Rokoko, oder 200-300 Jahre, die etwa jeweils Karolingik, Romanik und Gotik ausmachten. Eine Phase umfaßt im Mittel etwa 180 Jahre. Ein Kulturquartal (Quartal) umfaßt 3 Phasen und damit durchschnittlich 500-600 Jahre, manchmal auch nur 300-350 Jahre, wie im Falle der abendländischen Jugend (Renaissance, Barock und Rokoko). Ein Kulturquartal ist eine Jahreszeit in dem Sinne, daß an ihr erkennbar wird, was sie ist, wenn sie gewissermaßen innehält. Winter, Frühling, Sommer und Herbst sind wie unterirdisches Wachstum, zarte Blüten, Hochblüte und Verfall, wie die pflanzliche Welt immer wieder bezeugt, aber nicht nur sie: die 4 Jahreszeiten (Jahreszeiten) sind wie uterines, kindliches, jugendliches und erwachsenes Leben, z.B. auch vergleichbar mit dem der Säugetiere. Das erwachsene Leben kann mehrere Quartale umfassen; in dem Falle teilen die Älteren (Elter[e]n) ihr Leben mit den Kindern, Enkelkindern oder gar Urenkelkindern. In Kulturen war und ist dies auch möglich: China, Indien und die magische Kultur existieren als Zivilisationen („Erwachsene“) schon länger als das Abendland. Vgl. dazu auch: Oswald Spengler (28.05.1880 - 08.05.1936), Der Untergang des Abendlandes, 1917 (Band I), 1922 (Band II).

Quartal meint eine Jahreszeit (= 3 Phasen Phase) oder ein Viertel der Uhrzeit (z. B. 0-6, 6-12, 12-18, 18-24 Uhr).

Seelenbild der Antike und Seelenbild des Abendlandes sind gegensätzlich: apollinisch und faustisch; ihre Ursymbole ebenfalls: Einzelkörper und Unendlicher Raum. Wie ein Dogma gegenüber aller Erfahrung, gelten auch Seelenbild und Ursymbol allgemein als unbeweisbar, deshalb sei hier darauf hingewiesen, daß der Unterschied zwischen Antike und Abendland sogar am Beispiel „Parallelenaxiom“ deutlich werden kann: Euklid (Euklid) hat in seinen „Elementen“ (um 312 v. Chr.) die mathematische Entsprechung für das antike Beispiel gegeben und Gauß (Gauß) ca. 2112 Jahre später (um 1800) die für das abendländische. Sie stehen - wie unzählige andere Beispiele auch - für einen metaphysischen Mittelpunkt, um den eine Kultur kreist, während sie von Seelenbild und Ursymbol angetrieben und angezogen wird. (Vgl. Oswald Spengler, 1917, S. 155, 227ff., 234, 390 Spengler). Vgl. dazu auch das Germanentum (Germanen).

„Historische Pseudomorphosen nenne ich Fälle, in welchen eine fremde Kultur so mächtig über dem Lande liegt, daß eine junge, die hier zu Hause ist, nicht zu Atem kommt und nicht nur zu keiner Bildung reiner, eigener Ausdrucksformen, sondern nicht einmal zur vollen Entfaltung ihres Selbstbewußtseins gelangt.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 784). Auch eine junge Kultur kann so mächtig sein, daß sie eine alte dort, wo sie zu Hause ist, überlagert. Das Beispiel zwischen der (alten) apollinischen Kultur, auch kurz „Antike“ genannt, und der (jungen) magischen Kultur, auch „Persien/Arabien“ genannt, macht es deutlich: „Solange die Antike sich seelisch aufrecht hielt, bestand die Pseudomorphose darin, daß alle östlichen Kirchen zu Kulten westlichen Stils wurden. Dies ist eine wesentliche Seite des Synkretismus. ... Mit dem Hinschwinden der apollinischen und dem Aufblühen der magischen Seele seit dem zweiten Jahrhundert kehrt sich das Verhältnis um. Das Verhängnis der Pseudomorphose bleibt, aber es sind jetzt Kulte des Westens, die zu einer neuen Kirche des Ostens werden. Aus der Summe von Einzelkulten entwickelt sich eine Gemeinschaft derer, welche an diese Gottheiten und Übungen glauben, und nach dem Vorgange des Persertums und Judentums entsteht ein neues Griechentum als magische Nation.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 800-801).

Spengler: „Darin liegt die Bedeutung des Kampfes gegen die Fronde, und die Mächte der großen Stadt konnten für sich zunächst nur einen Vorteil darin erblicken. Der Herrscher steht hier im Namen des Staates, der Sorge für alle, und er bekämpft den Adel, weil dieser den Stand als politische Größe aufrecht erhalten will.“ (Oswald Spengler, Der absolute Staat, Fronde und Tyrannis, in: Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 1039).

Oswald Spengler (28.05.1880 - 08.05.1936), Wallenstein, in: Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 1046.

Standesstaaten, diese Tatsache wollte Spengler „unzweideutig ausgesprochen“ wissen: „es gibt nur Standesstaaten, Staaten, in denen ein einzelner Stand regiert. Man verwechsle das nicht mit Ständestaat, dem der einzelen nur vermöge seiner Zugehörigkeit zu einem Stande angehört. Das letzte ist der Fall in der älteren Polis, in den Normannenstaaten von England und Sizilien, aber auch in dem Frankreich der Verfassung von 1791 und in Sowjetrußland. Das erste bringt dagegen die allgemeine geschichtliche Erfahrung zum Ausdruck, daß es stets eine einzelne Schicht ist, von welcher, gleichviel ob verfassungsmäßig oder nicht, die politische Führung ausgeht. Es ist immer eine entschiedene Minderheit, welche die welthistorische Tendenz eines Staates vertritt, und innerhalb dieser wieder eine mehr oder weniger geschlossene Minderheit, welche die Leitung kraft ihrer Fähigkeiten tatsächlich, und oft genug im Widerspruch mit dem Geist der Verfassung in Händen hat. Und wenn man von revolutionären Zwischenzeiten und von cäsarischen Zuständen absieht, die als Ausnahme die Regel bestätigen, ... - so ist es die Minderheit innerhalb eines Standes, welche durch Tradititon regiert, weitaus am meisten innerhalb des Adels ... .“ (Oswald Spengler, Stand und Staat, in: Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 1016-1017).

Sebastian Franck (1499-1542 Franck) konverierte als katholischer Geistlicher zum Luthertum und übte das Amt eines Gemeindepredigers aus, dann überwarf er sich mit den Protestanten, weil er wegen seiner Ablehnung jeglichen dogmatisch geprägten Christentums in Widerspruch zu den Lutheranern geriet, und trat verschiedenen Sekten bei. Die Verfolgung zwang ihn zu einem unsteten Wanderleben. Sein Leben und seine Werke sind von kaum zu überbietender Vielfalt. Werke u.a.:
- „Von den greuwlichen laster der trunckenheit“, 1528
- „Die Türkenckronik“, 1530
- „Chronica, Zeytbuch und geschychtbibel“, 1531
- „Cosmographia“ (Weltbuch), 1534
- „280 Paradoxa aus der Heiligen Schrift“, 1534
- „Germaniae Chronicon“, 1538
- „Sprichwörtersammlung“ (u.a. „deutscher Michel“), 1541

Fürst (zu althochdeutsch furisto, der Vorderste) ist seit dem Mittelalter die Bezeichnung für die höchste Schicht des hohen Adels, die durch ihre besondere Königsnähe an der Herrschaft über das Reich, besonders in seiner territiorialen Gliederung, teilhatte (Reichsadel), v.a. Herzöge und Herzogsgleiche sowie Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte der Reichsabteien. Ihnen stand das Recht der Königswahl zu und die Pflicht, bei Entscheidungen in Reichssachen mitzuwirken. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation konnten zunächst alle freien, dann alle Reichsfürsten den König wählen. Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts kristallisierten sich bei der Wahl des Königs immer mehr entscheidende Fürsten heraus. Spätestens aber im 13. Jahrhundert ergab sich aus den Fürsten heraus der engere Kreis der Königswähler, die Kurfürsten, deren Sonderstellung in der Goldenen Bulle von 1356 festgelegt wurde. Weltliche und geistliche Reichsfürsten hatten Sitz und Stimme im Reichstag. Seit dem staufisch-welfischen Thronstreit (1198) mußten die Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier sowie der Pfalzgraf bei Rhein (die Rheinpfalz) an einer gültigen Wahl beteiligt sein. Der Sachsenspiegel (1224-1231) zählt 2 weitere Kurfürsten als Vorwähler oder Erstwähler auf: den Herzog von Sachsen und den Markgrafen von Brandenburg. Mit der Doppelwahl von 1527 traten zum ersten mal die 7 Kurfürsten (einschließlich des vom Sachsenspiegel abgelehnten Königs von Böhmen) als alleinige Wähler auf. Als Rudolf von Habsburg gewählt wurde (1273 Deutsche Kaiser), war das Kurfürstenkollegium (Kurkollegium) ein geschlossener Wahlkörper. Seine Entstehung - vom Sachsenspiegel aus dem Besitz der Erzämter erklärt - war also letztlich ein Ergebnis des Interregnums (Interregnum (1254-1273)): eine Verhinderung der erblichen Thronfolge, ein Erwerb von Reichsgut und wichtigen Reichsrechten durch die Kurfürsten. Das Wahlrecht schränkte sich auf 3 geistliche und 4 weltliche Kurfürsten ein, die vom Kandidaten Sonderrechte (Kapitulationen) und politisches Mitspracherecht (Willebriefe) forderten, ein schwaches Königtum wünschten und deshalb die Krondynastie wechselten. Die Kurfürsten wurden häufig zu Gegenspielern des Königtums. Zur Gültigkeit der Wahl mußten mindestens 4 Kurfürsten anwesend sein. Die Mehrheitswahl wurde zuerst im Kurverein von Rhense (1338 Kurverein von Rhense) für rechtsmäßig erklärt und 1356 in der Goldenen Bulle als Reichsgrundgesetz festgelegt, die auch die Beratung von Reichsangelegenheiten durch die Kurfürsten auf Kurfürstentagen verbriefte. Im 15. Jahrhundert wurde das Kurfürstenkollegium zur 1., vom Reichsfürstenrat getrennten Kurie des Reichstages. Die böhmische Kurwürde ruhte 1519 bis 1708 mit Ausnahme der Beteiligung an der Königswahl; die Kur des geächteten Pfalzgrafen bei Rhein wurde 1623 Bayern übertragen, der Pfalz aber 1648 (Westfälischer Friede von 1648) eine 8. Kurwürde zugestanden. Braunschweig-Lüneburg (Hannover) hatte seit 1692 eine 9. (1708 vom Reichstag bestätigt), nach der Vereinigung Bayerns mit der Kurpfalz 1777 die 8. Kurwürde inne (seit 1778). 1803 wurden die Kurstimmen von Trier und Köln aufgehoben, die Mainzer Kur auf Regensburg-Aschaffenburg übertragen. Neugeschaffen wurden die Kurfürstentümer Salzburg (1805 auf Würzburg übertragen), Württemberg, Baden und Hessen-Kassel. Am Ende des 1. Deutschen Reiches gab es 10 Kurfürsten. (Vgl dazu die entsprechenden Phasen 6-8, 8-10, 10-12, 12-14, 14-16, 16-18, 18-20).

Kurverein von Rhense war der Zusammenschluß der Kurfürsten (ohne Böhmen) am 16.07.1338 in Rhense (Rhens, Rhein-Lahn-Kreis) zur Verteidigung des Reichsrechts und ihrer Kurrechte besonders gegen päpstliche Ansprüche. In einem Rechtsspruch setzten die Kurfürsten (Fürsten / Reichsfürsten) fest, daß der von ihnen oder ihrer Mehrheit zum Römisch-Deutschen König gewählte nicht der päpstlichen Anerkennung bedürfe.

Der Partikularismus (Föderalismus, Separatismus, Dualismus Dualismus) in Deutschland, erstmals im Interregnum (1254-1273 Interregnum (1254-1273)) durch die Stärkung der Reichsfürsten (vgl. Kurfürsten Fürsten / Reichsfürsten) angekündigt, erreichte seinen Höhepunkt (für Deutschland: Tiefpunkt) mit dem „Westfälischen Frieden“ (Westfälischer Friede von 1648), der 1648 geschlossen wurde und dessen Bedeutung vor allem darin bestand, daß mit dem Sieg des fürstlichen Libertätsprinzips die Territorialisierung des Reiches für bis zu 360 landeshoheitliche Einzelstaaten legalisiert wurde. Danach erfuhr der Partikularismus erst allmählich eine Schwächung, die aber während der Befreiungskriege (1806-1814) verstärkt angekündigt und durch den diese Ankündigung wieder relativierenden Wiener Kongreß (1814-1815 Wiener Kongreß; vgl. Deutscher Bund Deutscher Bund) immerhin so realisiert wurde, daß nur noch 10% der landeshoheitlichen Einzelstaaten übrig blieben. Eine ausgesprochen gefestigte Einheit, wie sie vor dem Interregnum bestanden hatte, wurde erst wieder mit der Gründung des Zweiten Deutschen Reiches (1871) erreicht, beibehalten bis zum Ende des Dritten Deutschen Reiches (1945). Seit 1945 aber hat in Deutschland der partikularistisch-dualistische Separatismus - Föderalismus ist nur das beschönigende Wort dafür (Separatismus) - wieder allmählich zugenommen (vgl. Bundesrepublik Deutschland). Beispielsweise lag der Anteil der vom Bundestag zu verabschiedenen Gesetze, die auch den Bundesrat (vgl. Föderalismus) passieren müssen, in den 1970er Jahren noch bei 30%, in den 1990er Jahren aber schon bei über 80% (!). Auch das seit Ende des 2. Weltkrieg forcierte EU-Projekt ist (neo-) partikularistisch, nämlich als Ausdruck der Absicht aller nichtdeutschen Staaten, einen möglichst hohen Anteil am mächtigen Potential Deutschlands zu bekommen, indem sie sich diese Ausnutzung durch garantierte EU-Rechte sichern. Ohne Deutschland, weil es „Europas Motor“ (Motor) war und ist, läuft nichts in Europa. Schon deshalb hätte heute ein in Deutschland übertrieben praktizierter Partikularismus - Föderalismus, Separatismus u.ä. Start-Ziel-Austauschbarkeiten - sehr fatale Auswirkungen auf ganz Europa, wenn nicht sogar auf die ganze Welt. Oder ist der „Untergang des Abendlandes“ sogar gewollt? Untergang

Dualismus bedeutet Doppelherrschaft, und zwar bei Rivalität oder bei Interessenidentität. Beides betrifft den Deutschen Dualismus (Deutscher Dualismus): im 18 Jahrhundert (v.a. 2. Hälfte) die Rivalität zwischen Österreich und Preußen, von 1815 bis 1848 die Interessenidentität zwischen Österreich und Preußen und von 1850 bis 1866 die teilweise Interessenidentität bzw. teilweise Rivalität zwischen Österreich und Preußen. In gewisser Weise kann man auch von einem „Deutschen Konfessionsdualismus“ sprechen, denn unter allen deutschen Regionen repräsentieren ihn wohl am deutlichsten und am geschlossensten das mehrheitlich katholische Österreich und das mehrheitlich protestantische Preußen auch die seit der Reformation (Reformation) und bis zum Westfälischen Frieden (Westfälischer Friede) sich bekämpfenden Katholiken und Protestanten. Auch wenn dabei die konfessionellen Unterschiede immer weniger eine Rolle spielten und es immer mehr nur noch um Machtpolitik ging, die im Dreißigjährigen Krieg besonders deutlich wurde, so konnte seitdem ein wie auch immer gearteter Dualismus in Deutschland sich immer wieder Bahn schaffen. Insbesondere das Ausland erkannte seit dem Dreißigjährigen Krieg Deutschlands Kleinstaaterei als riesige Chance und war seitdem natürlich stets bestrebt, eine andere Entwicklung vehement zu bekämpfen. Man kann sich leicht vorstellen, welches Glück vor allem Frankreich und England hierdurch beschert wurde und welches Unglück sie empfanden, als sich dies änderte. Dies und sonst nichts ist der Grund für die antideutsche Politik des Auslands (Antideutsche Politik). Die Tatsache, daß sich die Staaten des europäischen Auslands gegen die Deutsche Einheit (Deutsche Teilung) auch 1990 noch vehement wehrten, ist ein Indiz dafür, daß das ausländische Europa sich Deutschlands Kleinstaaterei bzw. den Deutschen Dualismus immer noch sehnsüchtig wünscht. Gleiches gilt seit „1968“ für Deutschlands linke Politiker. (Vgl. PartikularismusPartikularismus & die Tafel zum DualismusTafel zum Thema "Dualismus").

Der Wiener Kongreß (1814-1815 Wiener Kongreß), die von Ende September 1814 bis Juni 1815 erfolgte Zusammenkunft der europäischen Monarchen und Staatsmänner zum Zweck der politischen Neuordnung Europas nach dem Sturz Napoleons I. (Napoleon I.), erarbeitete - ein verhandlungstechnisches Novum - seine Ergebnisse in Kommissionen und trat formell erst durch seinen Schlußakt ins Leben. Eine herausragende Rolle spielte vor allem der österreichsiche Staatskanzler Klemens W. von Metternich (1773-1859 Metternich), aber auch der britische Außenminister R. S. Viscount Castlereagh (1769-1822), der preußische Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg (1750-1822), der russische Zar Alexander I. (1777-1825) und (wie erstaunlich !) der französische Vertreter C. M. de Talleyrand (1754-1838), dessen diplomatisches Geschick seinem Land eine nahezu gleichberechtigte Position zurückgewann (!). Der Wiener Kongreß war besonders gekennzeichnet durch das Spannungsverhältnis zwischen der grundlegenden Zielvorstellung des Gleichgewichts europäischer Mächte, das auf einer Restauration (Restauration) vorrevolutionärer Zustände und dem Grundsatz dynastischer Legitimität beruhen sollte, und den Großmachtrivalitäten sowie den faktischen Beharrungskräften der politischen Veränderungen im Gefolge Napoleon(ist)ischer Herrschaft. Im 1. Pariser Frieden (1814) wirkte Metternich im Sinne der europäischen Gleichgewichtspolitik (also im Interesse der Engländer !) auf die Schonung Frankreichs hin. Auf dem unter Metternichs Vorsitz tagenden Wiener Kongreß betrieb er erfolgreich die Wiederherstellung der politischen und sozialen Ordnung in Europa nach den Grundsätzen der Legitimität. Die „Heilige Allianz“ (Österreich-Preußen-Rußland) formte Metternich zu einem Bund der Fürsten gegen die nationalen und liberalen Regungen der Völker. Als führender europäischer Staatsmann trat Metternich auch auf den Kongressen der Jahre 1820-22 auf, die er zum Instrument legitimistischer Interventionspolitik machte. Im Deutschen Bund (1815-1866 Deutscher Bund)setzte er in Zusammenarbeit mit Preußen die rücksichtslose Unterdrückung der freiheitlichen und nationalen Bewegung - vor allem durch die Karlsbader Beschlüsse (1819 Karlsbader Beschlüsse) - sowie die Festschreibung des monarchischen Prinzips (1820) durch. Als Verfechter dieses Prinzips war Metternich zu keinem Zugeständnis bereit. Das „System Metternich“ war ausgerichtet auf die Erhaltung der politischen und sozialen Ordnung, die auf dem Wiener Kongreß im vorrevolutionären Sinne restauriert worden war. Die Stabilität dieser auf monarchischer Legitimität gegründeten Friedensordnung sah Metternich am besten im Gleichgewicht der 5 Großmächte gesichert, wobei er der Zusammenarbeit der 3 konservativen Großmächte (Österreich, Preußen, Rußland) einen besonderen Wert beimaß. Metternichs politisches Denken war geprägt von kompromißloser Ablehnung der „französischen Revolution“. Die Mittel seiner Politik waren u.a. Kongreßdiplomatie (Kongreßdiplomatie) und militärische Interventionen, Polizeimaßnahmen und Zensur.

Kein Zufall, daß die „Kongreßdiplomatie“ ein von R. S. Castlereagh - also für England (!) - 1815 (Wiener Kongreß Wiener Kongreß Wiener Kongreß) organisiertes Verfahren war, denn sie diente der Außenpolitik (Zusammenkünfte der Monarchen und ihrer Minister) zur sozialkonservativen europäischen Friedenssicherung - nach den Befreiungskriegen (!) -, und deshalb diente sie vor allem der englischen Außenpolitik.

Die Restauration (Restauration), die von 1814/15 (Wiener Kongreß Wiener Kongreß) bis etwa 1848/52 andauerte, wollte zu vorrevolutionären Verhältnissen zurückkehren, aber ohne die sozialen, rechtlichen und territorialen Veränderungen, die die französische Revolution und die Napoleonische Neuordnung Europas hinterlassen hatten, in vollem Umfang rückgängig zu machen. Hinter der Restaurationspolitik stand die Gleichgewichtspolitik - als Ablenkungspolitik eine Politik der Engländer! Metternich (1773-1859 Metternich) wollte mit seiner Politik nicht einfach nur die Gegenwart durch die Vergangenheit sichern, sondern die Zukunft möglichst weit aufschieben, weil er deren Schrecken voraussah,: „Mein geheimster Gedanke ist, daß das alte Europa am Anfang seines Endes ist. Ich werde, entschlossen mit ihm unterzugehen, meine Pflicht zu tun wissen. Das neue Europa ist anderseits noch im Werden; zwischen Ende und Anfang wird es ein Chaos geben“ Spengler

Der Deutsche Bund (1815-1866), ein Zusammenschluß der souveränen deutschen Fürsten und freien Städte zu einem Staatenbund, wurde auf dem Wiener Kongreß (1814-1815 Wiener Kongreß) gegründet und bestand anfangs aus 38, seit 1817 aus 39 und zuletzt aus 33 Mitgliedern, die nach innen souverän, jedoch an die Mehrheitsbeschlüsse des Deutschen Bundes gebunden waren. Organ des Bundes war die in Frankfurt (Main) unter österreichischem Vorsitz tagende Bundesversammlung aller Gesandten, deren Arbeitsfähigkeit in der Praxis von der österreichisch-preußischen Zusammenarbeit abhängig war. Unter dem Einfluß Metternichs und mit preußischer Zustimmung wurde der Deutsche Bund seit 1819 (z.B. durch die Karlsbader Beschlüsse Karlsbader Beschlüsse) und verstärkt nach 1830, ein Instrument zur Unterdrückung der Einheits- und Verfassungsbewegung. Als Institution von der „Revolution“ 1848 überrollt, wurde der Deutsche Bund 1850 wiederhergestellt. Nach Ausbruch der „Revolution“ mußte z.B. Metternich als verhaßter Exponent der Reaktion am 13.03.1848 zurücktreten und ins Ausland fliehen, bevor er im September 1851 nach Wien zurückkehrte. Doch der sich seit 1850 verschärfende österreichisch-preußische Gegensatz (Deutscher Dualismus Deutscher Dualismus) führte zum Ende des Deutschen Bundes. Nach dem Deutschen Krieg (1866) wurde er aufgelöst. Mit dem Sieg über Österreich im Deutschen Krieg erreichte Otto von Bismarck (1815-1898 Bismarck) die Gründung des Norddeutschen Bundes (1866), eines Bundestaates von 22 Mittel- und Kleinstaaten sowie freien Städten, der eine Zwischenstufe im Prozeß der Entstehung des 2. Deutschen Reiches bildete. Wirtschaftlich und militärisch stand der Norddeutsche Bund unter preußischer Vorherrschaft. Über Zollparlament und Zollbundesrat (Deutscher Zollverein) waren auch die süddeutschen Staaten mit dem Norddeutschen Bund verbunden. Er war als Provisorium gedacht, da französischer Widerstand 1866 den Weg zu einer formellen nationalstaatlichen Lösung der deutschen Frage versperrte. Die liberalen und föderalistischen Elemente des Norddeutschen Bundes waren ein Entgegenkommen an die süddeutschen Staaten, seine dahinter sichtbare Tendenz zur Absicherung der preußischen Vorherrschaft Ausdruck der Reichsgründung „von oben“. Zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges (1870-71) schlossen sich die süddeutschen Staaten dem Norddeutschen Bund an, der im Dezember 1870 den Namen Deutsches Reich annahm. Der Sieg über Frankreich vollendete die kleindeutsche Reichsbildung (weil ohne Österreich) als das 2. Deutsche Reich - mit der Kaiserproklamation am 18.01.1871 in Versailles.

 

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© Hubert Brune, 2001 ff. (zuletzt aktualisiert: 2014).