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Wochenschau Tagesschau
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Spengler Spengler-Zitate Spengler
„JAHRE DER ENTSCHEIDUNG“, 1933
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„Einleitung“ (S. VII-XII)
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„Der politische Horizont“ (S. 1-15)
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„Die Weltkriege und Weltmächte“ (S. 16-57)
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„Die weiße Weltrevolution“ (S. 58-146)
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„Die farbige Weltrevolution“ (S. 147-165)
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NACH OBEN „Einleitung“ (S. VII-XII):

„Dies Buch ist aus einem Vortrag »Deutschland in Gefahr« entstanden, den ich 1929 in Hamburg gehalten habe, ohne auf viel Verständnis gestoßen zu sein. Im November 1932 ging ich an die Ausarbeitung, immer noch der gleichen Lage in Deutschland gegenüber. Am 30. Januar 1933 war es bis zur Seite 106 gedruckt. Ich habe nichts daran geändert, denn ich schreibe nicht für Monate oder das nächste Jahr, sondern für die Zukunft. Was richtig ist, kann durch ein Ereignis nicht aufgehoben werden. Nur den Titel habe ich anders gewählt, um nicht Mißverständnisse zu erzeugen: Nicht die nationale Machtergreifung ist eine Gefahr, sondern die Gefahren waren da, zum Teil seit 1918, zum Teil sehr viel länger, und sie bestehen fort, weil sie nicht durch ein Einzelereignis beseitigt werden können, das erst einer jahrelangen und richtigen Fortentwicklung bedarf, um ihnen gegenüber wirksam zu sein. Deutschland ist in Gefahr. Meine Angst um Deutschland ist nicht kleiner geworden. Der Sieg vom März war zu leicht, um den Siegern über den Umfang der Gefahr, ihren Ursprung und ihre Dauer die Augen zu öffnen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. XISpengler). Naeher

„Niemand kann wissen, zu was für Formen, Lagen und Persönlichkeiten diese Umwälzung führt und was für Gegenwirkungen sie von außen zur Folge hat. Jede Revolution verschlechtert die außenpolitische Lage eines Landes, und allein um dem gewachsen zu sein, sind Staatsmänner vom Range Bismarcks nötig (Bismarck). Wir stehen vielleicht schon dicht vor dem zweiten Weltkrieg mit unbekannter Verteilung der Mächte und nicht vorauszusehenden - militärischen, wirtschaftlichen, revolutionären - Mitteln und Zielen. Wir haben keine Zeit, uns auf innenpolitische Angelegenheiten zu beschränken. Wir müssen für jedes denkbare Ereignis »in Form« sein. Deutschland ist keine Insel. Wenn wir nicht unser Verhältnis zur Welt als das wichtigste Problem gerade für uns sehen, geht das Schicksal - und was für ein Schicksal! - erbarmungslos über uns hinweg. Deutschland ist das entscheidende Land der Welt, nicht nur seiner Lage wegen, an der Grenze von Asien, weltpolitisch heute dem wichtigsten Erdteil, sondern auch weil die Deutschen noch jung genug sind, um die weltgeschichtlichen Probleme in sich zu erleben, zu gestalten, zu entscheiden, während andere Völker zu alt und starr geworden sind, um mehr als eine Abwehr aufzubringen. Aber auch großen Problemen gegenüber enthält der Angriff das größere Versprechen des Sieges. Das habe ich beschrieben. Wird es die gehoffte Wirkung tun?“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. XI-XIISpengler).

NACH OBEN „Der politische Horizont“ (S. 1-15):

„Was die augenblickliche Weltlage betrifft, so sind wir alle in Gefahr, sie falsch zu sehen. Seit dem (us-) zamerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1861-1865), dem deutsch-französischen Krieg (1870) und der viktorianischen Zeit hat sich bis 1914 ein so unwahrscheinlicher Zustand von Ruhe, Sicherheit, friedlichem und sorglos fortschreitendem Dasein über die weißen Völker verbreitet, daß man in allen Jahrhunderten vergebens nach etwas ähnlichem sucht.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 10Spengler).

„Der Mensch ist ein Raubtier. Ich werde es immer wieder sagen. All die Tugendbolde und Sozialethiker, die darüber hinaus sein oder gelangen wollen, sind nur Raubtiere mit ausgebrochenen Zähnen ....  Seht sie doch an: sie sind zu schwach, um ein Buch über Kriege zu lesen, aber sie laufen auf der Straße zusammen, wenn ein Unglück geschehen ist, um ihre Nerven an dem Blut und Geschrei zu erregen, und wenn sie auch das nicht mehr wagen können, dann genießen sie es im Film und in den illustrierten Blättern. (Mehr dazu). Wenn ich den Menschen ein Raubtier nenne, wen habe ich damit beleidigt, den Menschen - oder das Tier? Denn die großen Raubtiere sind edle Geschöpfe in vollkommenster Art und ohne die Verlogenheit menschlicher Moral aus Schwäche.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 14Spengler).

NACH OBEN „Die Weltkriege und Weltmächte“ (S. 16-57):

„Die Grenze der abendländischen Kultur lag immer dort, wo die deutsche Kolonisation zum Stillstand gekommen war.“ Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 17Spengler).

„Auf dem Wiener Kongreß siegte noch einmal das 18. Jahrhundert über die neue Zeit. Das hieß seitdem »konservativ«. Es war nur ein scheinbarer Sieg, dessen Erfolge das ganze Jahrhundert hindurch beständig in Frage gestellt war. Metternich, dessen politischer Blick - was man auch gegen seine Person sagen mag - tiefer in die Zukunft drang als der irgendeines Staatsmannes nach Bismarck, sah das mit unerbitterlicher Klarheit: »Mein geheimster Gedanke ist, daß das alte Europa am Anfang seines Endes ist. Ich werde, entschlossen mit ihm unterzugehen, meine Pflicht zu tun wissen. Das neue Europa ist anderseits noch im Werden; zwischen Ende und Anfang wird es ein Chaos geben.« Nur um dieses Chaos zu verhindern, entstand das System des Gleichgewichts der großen Mächte, beginnend mit der Heiligen Allianz zwischen Österreich, Preußen und Rußland. Verträge wurden geschlossen, Bündnisse gesucht, Kongresse abgehalten, um nach Möglichkeit jede Erschütterung des politischen »Europa« zu verhindern ....“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 19Spengler).

„Was Metternich unter dem Chaos verstand, das er durch seine entsagungsvolle, unschöpferische, nur auf die Erhaltung des Bestehenden gerichtete Tätigkeit solange als möglich von Europa fernhalten wollte, war aber weniger der Verfall dieses Staatensystems mit seinem Gleichgewicht der Mächte als der daneben hergehende Verfall der Staatshoheit selbst in den einzelnen Ländern, die uns seitdem selbst als Begriff so gut wie verloren gegangen ist. Was wir heute als »Ordnung« anerkennen und in »liberalen« Verfassungen festlegen, ist nichts als eine zur Gewohnheit gewordene Anarchie. Wir nennen das Demokratie, Parlamentarismus, Selbstregierung des Volkes, aber es ist tatsächlich das bloße Nichtvorhandensein einer ihrer Verantwortung bewußten Autorität, einer Regierung und damit eines wirklichen Staates.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 23-24Spengler).

„Menschliche Geschichte im Zeitalter der hohen Kulturen ist die Geschichte politischer Mächte. Die Form dieser Geschichte ist der Krieg. Auch der Friede gehört dazu. Er ist die Fortsetzung des Krieges mit andern Mitteln: der Versuch des Besiegten, die Folgen des Krieges in der Form von Verträgen abzuschütteln, der Versuch des Siegers, sie festzuhalten. Ein Staat ist das »In Form sein« (im Sinne des modernen Sports: vgl. Untergang des Abendlandes lI, S.1004ff. Spengler) einer durch ihn gebildeten und dargestellten völkischen Einheit für wirkliche und mögliche Kriege. Ist diese Form sehr stark, so besitzt sie als solche schon den Wert eines siegreichen Krieges, der ohne Waffen, nur durch das Gewicht der verfügungsbereiten Macht gewonnen wird. Ist sie schwach, so kommt sie einer beständigen Niederlage in den Beziehungen zu anderen Mächten gleich. Staaten sind rein politische Einheiten, Einheiten der nach außen wirkenden Macht. Sie sind nicht an Einheiten der Rasse, Sprache oder Religion gebunden, sondern sie stehen darüber. Wenn sie sich mit solchen Einheiten decken oder kreuzen, so wird ihre Kraft infolge des inneren Widerspruches in der Regel geringer, nie größer. Die innere Politik ist nur dazu da, um die Kraft und Einheit der äußeren zu sichern. Wo sie andere, eigene Ziele verfolgt, beginnt der Verfall, das Außer-Form-geraten des Staates.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 24Spengler).

„Zum »In Form sein« einer Macht als Staat unter Staaten gehört aber vor allem die Stärke und Einheit der Führung, des Regierens, der Autorität, ohne welche der Staat tatsächlich nicht vorhanden ist. Staat und Regierung sind dieselbe Form, als Dasein oder als Tätigkeit gedacht. Die Mächte des 18. Jahrhunderts waren in Form, die durch die dynastische, höfische, gesellschaftliche Tradition streng bestimmt und in weitem Maße mit ihr identisch war. Das Zeremoniell, der Takt der guten Gesellschaft, die vornehmen Manieren des Handelns und Verhandelns sind nur ein sichtbarer Ausdruck davon. Auch England war »in Form« : die Insellage ersetzte wesentliche Züge des Staates und im regierenden Parlament war eine durchaus aristokratische, sehr wirksame Form, die Geschäfte zu behandeln, durch alten Brauch festgelegt. Frankreich geriet in eine Revolution, nicht weil »das Volk« sich gegen den Absolutismus auflehnte, der hier gar nicht mehr vorhanden war, nicht wegen des Elends und der Verschuldung des Landes, die anderswo viel größer waren, sondern weil die Autorität in Auflösung begriffen war. Alle Revolutionen gehen vom Verfall der Staatshoheit aus. Ein Aufstand der Gasse kann diese Wirkung gar nicht haben. Er folgt nur daraus. Eine moderne Republik ist nichts als die Ruine einer Monarchie, die sich selbst aufgegeben hat.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 24-25Spengler).

„Mit dem 19. Jahrhundert gehen die Mächte aus der Form des dynastischen Staates in den des Nationalstaates über. Aber was heißt das?  Nationen, das heißt Kulturvölker gab es natürlich längst. Im großen und ganzen deckten sie sich auch mit den Machtgebieten der großen Dynastien. Diese Nationen waren Ideen, in dem Sinne wie Goethe von der Idee seines Daseins spricht: die innere Form eines bedeutenden Lebens, die unbewußt und unvermerkt sich in jeder Tat, in jedem Wort verwirklicht. »La nation« im Sinne von 1789 war aber ein rationalistisches und romantisches Ideal, ein Wunschbild von ausdrücklich politischer, um nicht zu sagen sozialer Tendenz. Das kann in dieser flachen Zeit niemand mehr unterscheiden. Ein Ideal ist ein Ergebnis des Nachdenkens, ein Begriff oder Satz, der formuliert sein muß, um das Ideal zu »haben«. Infolgedessen wird es nach kurzer Zeit zum Schlagwort, das man gebraucht, ohne sich noch etwas dabei zu denken. Ideen dagegen sind wortlos. Sie kommen ihren Trägern selten oder gar nicht zum Bewußtsein und sind auch von anderen kaum in Worte zu fassen. Sie müssen im Bilde des Geschehens gefühlt, in ihren Verwirklichungen beschrieben werden. Definieren lassen sie sich nicht. MIt Wünschen oder Zwecken haben sie nichts zu tun. Sie sind der dunkle Drang, der in einem Leben Gestalt gewinnt und über das einzelne Leben hinaus schicksalhaft in eine Richtung strebt: die Idee des Römertums, die Idee der Kreuzzüge, die faustische Idee des Strebens ins Unendliche.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 25-26Spengler).

„Die wirklichen Nationen sind Ideen, auch heute noch. Was aber der Nationalismus seit 1789 meint, wird schon dadurch gekennzeichnet, daß er die Muttersprache mit der Schriftsprache der großen Städte verwechselt, in der jeder lesen und schreiben lernt, mit der Sprache also der Zeitungen und Flugblätter, durch die jeder über das »Recht« der Nation und ihre notwendige Befreiung von irgend etwas aufgeklärt wird. Wirkliche Nationen sind, wie jeder lebendige Körper, von reicher innerer Gliederung; sie sind durch ihr bloßes Dasein schon eine Art von Ordnung. Der politische Rationalismus versteht aber unter »Nation« die Freiheit von, den Kampf gegen jede Ordnung. Nation ist ihm gleich Masse, formlos und ohne Aufbau, herrenlos und ziellos. Das nennt er Souveränität des Volkes. Er vergißt, was bezeichnend ist, das gewachsene Denken und Fühlen des Bauerntums, er verachtet Sitte und Brauch des echten Volkslebens, zu denen auch, und zwar ganz besonders, die Ehrfurcht vor der Autorität gehört. Er kennt keine Ehrfurcht. Er kennt nur Prinzipien, die aus Theorien stammen. Vor allem das plebejische der Gleichheit, das heißt den Ersatz der verhaßten Qualität durch die Quantität, der beneideten Begabung durch die Zahl. Der moderne Nationalismus ersetzt das Volk durch die Masse. Er ist revolutionär und städtisch durch und durch.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 26Spengler).

„Am verhängnisvollsten ist das Ideal der Regierung des Volkes »durch sich selbst«. Aber ein Volk kann sich nicht selbst regieren, so wenig eine Armee sich selber führen kann. Es muß regiert werden und es will das auch, solange es gesunde Instinkte besitzt. Aber es ist etwas ganz anderes gemeint: der Begriff der Volksvertretung spielt in jeder solchen Bewegung sofort die erste Rolle. Da kommen die Leute, die sich selbst zu »Vertretern« des Volkes ernennen und als solche empfehlen. Sie wollen gar nicht »dem Volke dienen«; sich des Volkes bedienen wollen sie, zu eigenen, mehr oder weniger schmutzigen Zwecken, unter denen die Befriedigung der Eitelkeit der harmloseste ist. Sie bekämpfen die Mächte der Tradition, um sich an ihre Stelle zu setzen. Sie bekämpfen die Staatsordnung, weil sie ihre Art von Tätigkeit hindert. Sie bekämpfen jede Art von Autorität, weil sie niemandem verantwortlich sein wollen und selbst jeder Verantwortung aus dem Wege gehen. Keine Verfassung enthält eine Instanz, vor welcher die Parteien sich zu rechtfertigen hätten. Sie bekämpfen vor allem die langsam herangewachsene und gereifte Kulturform des Staates, weil sie sie nicht in sich haben wie die gute Gesellschaft, die society des 18. Jahrhunderts, und sie deshalb als Zwang empfinden, was sie für Kulturmenschen nicht ist. So entsteht die »Demokratie« des Jahrhunderts, keine Form, sondern die Formlosigkeit in jedem Sinne als Prinzip, der Parlamentarismus als verfassungsmäßige Anarchie, die Republik als Verneinung jeder Art von Autorität. So gerieten die europäischen Staaten außer Form, je »fortschrittlicher« sie regiert wurden. Das war das Chaos, das Metternich bewog, die Demokratie ohne Unterschied der Richtung zu bekämpfen - die romantische der Befreiungskriege wie die rationalistische der Bastillestürmer, die sich dann 1848 vereinigten - und allen Reformen gegenüber gleich konservativ zu sein. In allen Ländern bildeten sich seitdem Parteien, das heißt neben einzelnen Idealisten Gruppen von Geschäftspolitikern zweifelhafter Herkunft und mehr als zweifelhafter Moral: Journalisten, Advokaten, Börsianer, Literaten, Parteifunktionäre. Sie regierten, indem sie ihre Interessen vertraten. Monarchen und Minister waren stets irgendwem verantwortlich gewesen, zum mindesten der öffentlichen Meinung. Nur diese Gruppen waren niemand Rechenschaft schuldig. Die Presse, entstanden als Organ der öffentlichen Meinung, diente längst dem, der sie bezahlte; die Wahlen, einst Ausdruck dieser Meinung, führten die Partei zum Siege, hinter der die stärksten Geldgeber standen. Wenn es trotzdem noch eine Art von staatlicher Ordnung, von gewissenhaftem Regieren, von Autorität gab, so waren es die Reste der Form des 18. Jahrhunderts, die sich in Gestalt der wenn auch noch so konstitutionellen Monarchie, des Offizierkorps, der diplomatischen Tradition, in England in den uralten Bräuchen des Parlaments, vor allem des Oberhauses, und seiner zwei Parteien erhalten hatten. Ihnen verdankt man alles, was an staatlichen Leistungen trotz der Parlamente zustande kam. Hätte Bismarck sich nicht auf seinen König stützen können, so wäre er sofort der Demokratie erlegen. (Bismarck). Der politische Dilettantismus, dessen Tummelplatz die Parlamente waren, betrachtete diese Mächte der Tradition denn auch mit Mißtrauen und Haß. Er bekämpfte sie grundsätzlich und hemmungslos ohne Rücksicht auf die äußeren Folgen. So wird die Innenpolitik überall ein Gebiet, das weit über seine eigentliche Bedeutung hinaus die Tätigkeit aller erfahrenen Staatsmänner notgedrungen an sich zog, ihre Zeit und Kraft vergeudete, und über dem man den ursprünglichen Sinn der Staatsleitung, die Führung der Außenpolitik, vergaß und vergessen wollte. Das ist der anarchische Zwischenzustand, der heute als Demokratie bezeichnet wird und der von der Zerstörung der monarchischen Staatshoheit durch den politischen, plebejischen Rationalismus zum Cäsarismus der Zukunft hinüberführt, der heute mit diktatorischen Tendenzen sich leise zu melden beginnt und bestimmt ist, das Trümmerfeld geschichtlicher Traditionen unumschränkt zu beherrschen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 26-28Spengler).

„Zu den ernsthaftesten Zeichen des Verfalls der Staatshoheit gehört die Tatsache, daß im Lauf des 19. Jahrhunderts der Eindruck herrschend geworden ist, die Wirtschaft sei wichtiger als die Politik. Unter den Leuten, die heute irgendwie den Entscheidungen nahe stehen, gibt es kaum einen, der das entschieden ablehnt. Man betrachtet die politische Macht nicht etwa nur als ein Element des öffentlichen Lebens, dessen erste, wenn nicht einzige Aufgabe es ist, der Wirtschaft zu dienen, sondern es wird erwartet, daß sie sich den Wünschen und Ansichten der Wirtschaft vollkommen füge, und zuletzt, daß sie von den Wirtschaftsführern kommandiert werde. Das ist denn auch in weitem Umfang geschehen, mit welchem Erfolg, lehrt die Geschichte dieser Zeit.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 28Spengler).

„In Wirklichkeit lassen sich Politik und Wirtschaft im Leben der Völker nicht trennen. Sie sind, wie ich immer wiederholen muß, zwei Seiten desselben Lebens, aber sie verhalten sich wie die Führung eines Schiffes und die Bestimmung seiner Fracht. An Bord ist der Kapitän die erste Person, nicht der Kaufherr, dem die Ladung gehört. Wenn heute der Eindruck vorherrscht, daß die Wirtschaftsführung das mächtigere Element ist, so liegt das daran, daß die politische Führung der parteimäßigen Anarchie verfallen ist und die Bezeichnung einer wirklichen Führung kaum noch verdient, und daß deshalb die wirtschaftliche höher zu ragen scheint. Aber wenn nach einem Erdbeben ein Haus zwischen Trümmern stehen geblieben ist, so ist es deshalb nicht das wichtigste gewesen. In der Geschichte, solange sie »in Form« verläuft und nicht tumultuarisch und revolutionär, ist der Wirtschaftsführer niemals Herr der Entscheidungen gewesen. Er fügte sich den politischen Erwägungen ein, er diente ihnen mit den Mitteln, die er in Händen hatte. Ohne eine starke Politik hat es niemals und nirgends eine gesunde Wirtschaft gegeben, obwohl die materialistische Theorie das Gegenteil lehrt. Adam Smith, ihr Begründer, hatte das wirtschaftliche Leben als das eigentliche menschliche Leben behandelt, das Geldmachen als den Sinn der Geschichte, und er pflegte die Staatsmänner als schädliche Tiere zu bezeichnen. Aber gerade in England waren es nicht Kaufleute und Fabrikbesitzer, sondern echte Politiker wie die beiden Pitt, die durch eine großartige Außenpolitik, oft unter leidenschaftlichstem Widerspruch der kurzsichtigen Wirtschaftsleute, die englische Wirtschaft zur ersten der Welt gemacht haben. Reine Staatsmänner waren es, welche den Kampf gegen Napoleon bis an die Grenzen des finanziellen Zusammenbruchs führten, weil sie weiter sahen als bis zur Bilanz des nächsten Jahres, wie es jetzt üblich ist. Aber heute besteht die Tatsache, daß infolge der Belanglosigkeit der leitenden Staatsmänner, die zum großen Teil selbst an Privatgeschäften interessiert sind, die Wirtschaft maßgebend in die Entscheidungen hineinredet, aber nun auch die Wirtschaft in ihrem vollen Umfang: nicht nur die Banken und Konzerne, mit oder ohne parteimäßige Verkleidung, sondern auch die Konzerne für Lohnsteigerung und Arbeitsverkürzung, die sich Arbeiterparteien nennen. Das letzte ist die notwendige Folge des ersten. Darin liegt die Tragik jeder Wirtschaft, die sich selbst politisch sichern will. Auch das begann 1789, mit den Girondisten, welche die Geschäfte des wohlhabenden Bürgertums zum Sinn des Vorhandenseins staatlicher Gewalten machen wollten, was nachher unter Louis Philipp, dem Bürgerkönig, weitgehend zur Tatsache wurde. Die berüchtigte Parole: »Enrichissez-vous« wird zur politischen Moral. Sie wurde zu gut verstanden und befolgt, nämlich nicht nur von Handel und Gewerbe und von den Politikern selbst, sondern auch von der Klasse der Lohnarbeiter , welche nun - 1848 - die Vorteile des Verfalls der Staatshoheit auch für sich ausnützte. Damit gewinnt die schleichende Revolution des ganzen Jahrhunderts, die man Demokratie nennt und die in Revolten der Masse durch Wahlzettel oder Barrikaden, der »Volksvertreter« durch parlamentarische Ministerstürze und Budgetverweigerungen dem Staat gegenüber in periodische Erscheinung tritt, eine wirtschaftliche Tendenz. Auch in England, wo die Freihandelslehre des Manchestertums von den Trade Unions auch auf den Handel mit der Ware »Arbeit« angewendet wurde, was Marx und Engels dann im Kommunistischen Manifest theoretisch ausgestaltet haben. Damit vollendet sich die Absetzung der Politik durch die Wirtschaft, des Staates durch das Kontor, des Diplomaten durch den Gewerkschaftsführer: hier und nicht in den Folgen des Weltkrieges liegen die Keime für die Wirtschaftskatastrophe der Gegenwart. Sie ist in ihrer ganzen Schwere nichts als eine Folge des Verfalls der staatlichen Macht.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 28-30Spengler).

„Die geschichtliche Erfahrung hätte das Jahrhundert warnen sollen. Niemals haben wirtschaftliche Unternehmungen ohne Deckung durch eine machtpolitisch denkende Staatsleitung ihr Ziel wirklich erreicht. Es ist falsch, wenn man die Raubfahrten der Wikinger, mit denen die Seeherrschaft der abendländischen Völkerwelt beginnt, so beurteilt. Ihr Ziel war selbstverständlich das Beutemachen - ob an Land und Leuten oder an Schätzen, das ist die zweite Frage. Aber das Schiff war ein Staat für sich, und der Plan der Fahrt, der Oberbefehl, die Taktik waren echte Politik. Wo aus dem Schiff eine Flotte wurde, kam es sofort zu Staatsgründungen, und zwar mit sehr ausgesprochenen Hoheitsregierungen wie in der Normandie, in England und Sizilien. Die deutsche Hansa wäre eine wirtschaftliche Großmacht geblieben, wenn Deutschland selbst es politisch geworden wäre. Seit dem Ende dieses mächtigen Städtebundes, den politisch zu sichern niemand als Aufgabe eines deutschen Staates empfand, schied Deutschland aus den großen weltwirtschaftlichen Kombinationen des Abendlandes aus. Es wuchs erst im 19. Jahrhundert wieder in sie hinein, nicht durch private Bestrebungen, sondern einzig und allein durch die politische Schöpfung Bismarcks, welche die Voraussetzung für den imperialistischen Aufstieg der deutschen Wirtschaft gewesen ist.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 30Spengler). Vgl. Bismarck Bismarck

„Der maritime Imperialismus, der Ausdruck für das faustische Streben ins Unendliche, begann große Formen anzunehmen, als mit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 die Wirtschaftswege nach Asien politisch gesperrt wurden. Das ist der tiefere Anlaß für die Entdeckung des Seewegs nach Ostindien durch die Portugiesen und die Entdeckung Amerikas durch die Spanier, hinter denen Großmächte der Zeit standen. Die treibenden Motive im einzelnen waren Ehrgeiz, Abenteurerlust, Freude an Kampf und Gefahr, Hunger nach Gold und nicht etwa »gute Geschäfte«. Die entdeckten Länder sollten erobert und beherrscht werden; sie sollten die Macht der Habsburger in den europäischen Kombinationen stärken. Das Reich, in dem die Sonne nicht unterging, war ein politisches Gebilde, das Ergebnis einer überlegenen Staatsleitung und erst insofern ein Feld für wirtschaftliche Erfolge. Es wurde nicht anders, als England den Vorrang gewann, nicht durch seine wirtschaftliche Stärke, die zunächst gar nicht vorhanden war, sondern durch das kluge Regiment des Adels, seien es nun Tories oder Whigs. Durch Schlachten ist England reich geworden, nicht durch Buchführung und Spekulation. Deshalb ist das englische Volk, so »liberal« es dachte und redete, doch in der Praxis das konservativste von Europa gewesen: konservativ im Sinne der Erhaltung aller Machtformen der Vergangenheit bis auf die geringsten zeremoniellen Einzelheiten, mochte man auch darüber lächeln, sie zuweilen verachten; solange keine stärkere neue Form zu sehen war, behielt man die alten alle: die beiden Parteien, die Art, wie die Regierung in ihren Entscheidungen sich vom Parlament unabhängig erhielt, Oberhaus und Königtum als retardierende Momente in kritischen Lagen. Dieser Instinkt hat England immer wieder gerettet, und wenn er heute erlischt, so bedeutet das nicht nur den Verlust der politischen, sondern auch den der wirtschaftlichen Weltstellung. Mirabeau, Talleyrand, Metternich, Wellington verstanden nichts von der Wirtschaft. Das war sicherlich ein Einwand. Aber es wäre schlimmer gewesen, wenn an ihrer Stelle ein wirtschaftlicher Fachmann versucht hätte, Politik zu machen. Erst als der Imperialismus in die Hände wirtschaftlicher, materialistischer Geschäftemacher gerät, als er aufhört, machtpolitisch zu sein, sinkt er von den Interessen der wirtschaftlichen Führerschicht sehr schnell in den Bereich des Klassenkampfes der ausführenden Arbeit herab, und so zersetzen sich die großen Nationalwirtschaften und ziehen die Großmächte mit sich in den Abgrund.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 30-32Spengler).

NACH OBEN „Die weiße Weltrevolution“ (S. 58-146):

„So sieht das Zeitalter der Weltkriege aus, in dessen Anfängen wir uns erst befinden. Aber dahinter erscheint das zweite Element der ungeheuren Umwälzung, die Weltrevolution. Was will sie? Worin besteht sie? Was hat das Wort im tiefsten Grunde zu bedeuten? Man versteht seinen vollen Inhalt heute so wenig wie den geschichtlichen Sinn des ersten Weltkrieges, der eben hinter uns liegt. Es handelt sich nicht um die Bedrohung der Weltwirtschaft durch den Bolschewismus von Moskau, wie es die einen, und nicht um die »Befreiung« der Arbeiterklasse, wie es die andern meinen. Das sind nur Fragen der Oberfläche. Vor allem: diese Revolution droht nicht erst, sondern wir stehen mitten darin, und nicht erst seit gestern und heute, sondern seit mehr als einem Jahrhundert. Sie durchkreuzt den »horizontalen« Kampf zwischen den Staaten und Nationen durch den vertikalen zwischen den führenden Schichten der weißen Völker und den andern, und im Hintergrund hat schon der weit gefährlichere zweite Teil dieser Revolution begonnen: der Angriff auf die Weißen überhaupt von seiten der gesamten Masse der farbigen Erdbevölkerung (Farbige), die sich ihrer Gemeinschaft langsam bewußt wird.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 58Spengler).

„Dieser Kampf herrscht nicht nur zwischen den Schichten von Menschen, sondern darüber hinaus zwischen den Schichten des Seelenlebens bis in den einzelnen Menschen hinein. Fast jeder von uns hat diesen Zwiespalt des Fühlens und Meinens in sich, obwohl er das gar nicht weiß. Deshalb kommen so wenige zu der klaren Einsicht, auf welcher Seite sie wirklich stehen. Aber gerade das zeigt die innere Notwendigkeit dieser Entscheidung, die weit über das persönliche Wünschen und Wirken hinausgeht. Mit den Schlagworten, welche der herrschenden Mode des Denkens entstammen, Bolschewismus, Kommunismus, Klassenkampf, Kapitalismus und Sozialismus, mit denen jeder die Frage genau umschrieben glaubt, weil er nicht in die Tiefe der Tatsachen zu sehen vermag, ist da sehr wenig gewonnen. Das gleiche hat sich in allen vergangenen Kulturen auf der gleichen Stufe zugetragen, so wenig wir im einzelnen davon wissen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 58-59Spengler).

„Aber von der Antike wissen wir genug. Der Höhepunkt der revolutionären Bewegung liegt in der Zeit von Tib. und C. Gracchus bis auf Sulla, aber der Kampf gegen die führende Schicht und deren gesamte Tradition begann schon ein volles Jahrhundert früher durch C. Flaminius, dessen Ackergesetz von 232 Polybius (II, 2 I Polybios) mit Recht als den Anfang der Demoralisation der Volksmasse bezeichnet hat. Diese Entwicklung wurde nur vorübergehend durch den Krieg gegen Hannibal unterbrochen und abgelenkt, gegen dessen Ende bereits Sklaven in das »Bürgerheer« eingestellt worden sind. Seit der Ermordung der beiden Gracchen - und ihres großen Gegners, des jüngeren Scipio Afrikanus - schwinden die staatserhaltenden Mächte altrömischer Tradition schnell dahin. Marius, aus dem niederen Volk und nicht einmal aus Rom stammend, stellte das erste Heer auf, das nicht mehr auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht, sondern aus besoldeten, ihm persönlich anhängenden Freiwilligen gebildet war, und griff mit ihm rücksichtslos und blutig in die inneren Verhältnisse Roms ein. Die alten Geschlechter, in denen seit Jahrhunderten staatsmännische Begabung und sittliches Pflichtbewußtsein herangezüchtet worden waren und denen Rom seine Stellung als Weltmacht verdankte, wurden zum guten Teil ausgerottet. Der Römer Sertorius versuchte mit den barbarischen Stämmen Spaniens dort einen Gegenstaat zu gründen, und Spartakus rief die Sklaven Italiens zur Vernichtung des Römertums auf. Der Krieg gegen Jugurtha und die Verschwörung Catilinas zeigten den Verfall der herrschenden Schichten selbst, deren entwurzelte Elemente jeden Augenblick bereit waren, den Landesfeind und den Pöbel des Forums für ihre schmutzigen Geldinteressen zu Hilfe zu rufen. Sallust hatte vollkommen recht: Am baren Gelde, nach dem der Pöbel und die reichen Spekulanten gleich gierig waren, sind die Ehre und Größe Roms, seine Rasse, seine Idee zugrunde gegangen. Aber diese großstädtische, von allen Seiten her zusammengelaufene Masse wurde -wie heute -nicht von innen heraus mobilisiert und organisiert, um ihr »Recht« auf Selbstregierung, ihre »Freiheit« vom Druck der herrschenden Schichten zu erkämpfen, sondern als Mittel für die Zwecke von Geschäftspolitikern und Berufsrevolutionären. Aus diesen Kreisen hat sich die »Diktatur von unten« als die notwendige letzte Folge der radikalen demokratischen Anarchie entwickelt, damals wie heute. Polybius, der staatsmännische Erfahrung und einen scharfen Blick für den Gang der Ereignisse besaß, sah das schon dreißig Jahre vor C. Gracchus mit Sicherheit voraus: »Wenn sie hinter hohen Staatsämtern her sind und sie nicht auf Grund persönlicher Vorzüge und Fähigkeiten erhalten können, dann verschwenden sie Geld, indem sie die Masse auf jede Art ködern und verführen. Die Folge ist, daß das Volk durch dies politische Strebertum ans Geschenknehmen gewöhnt und begehrlich nach Geld ohne Arbeit wird: Damit geht die Demokratie zu Ende, und es tritt die Gewalt und das Recht der Fäuste an ihre Stelle. Denn sobald die Menge, die von fremdem Eigentum zu leben und die Hoffnung für ihren Unterhalt auf den Besitz anderer zu gründen sich gewöhnt hat, einen ehrgeizigen und entschlossenen Führer findet, geht sie zur Anwendung der Macht ihrer Fäuste über. Und jetzt, sich zusammenrottend, wütet sie mit Mord und Vertreibung und eignet sich den Besitz der anderen an, bis sie völlig verwildert in die Gewalt eines unumschränkten Diktators gerät.« (VI, 9.). .... »Die eigentliche Katastrophe wird jedoch durch die Schuld der Masse herbeigeführt werden, wenn sie durch die Geldgier der einen sich geschädigt glaubt, während der Ehrgeiz der andern, ihrer Eitelkeit schmeichelnd, sie zur Selbstüberschätzung verführt. In der Wut wird sie sich erheben, wird bei allen Verhandlungen nur der Leidenschaft Gehör geben, wird denen, welche den Staat leiten, keinen Gehorsam mehr leisten, ja ihnen nicht einmal Gleichberechtigung zugestehen, sondern in allem das Recht der Entscheidung für sich fordern. Wenn es dahin kommt, wird der Staat sich mit den schönsten Namen schmücken, denen der Freiheit und Regierung des Volkes durch sich selbst, aber in Wirklichkeit wird er die schlimmste Form erhalten haben, die Ochlokratie, die Diktatur des Pöbels.« (VI, 57 Polybios).“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 59-60Spengler).

„Diese Diktatur droht heute den weißen Völkern nicht etwa, sondern wir befinden uns unter ihrer vollen Herrschaft, und zwar so tief und so selbstverständlich, daß wir es gar nicht mehr bemerken. Die »Diktatur des Proletariats«, das heißt seiner Nutznießer, der Gewerkschaften und der Parteifunktionäre aller Richtungen, ist eine vollzogene Tatsache, ob die Regierungen nun von ihnen gebildet oder infolge der Angst des »Bürgertums« von ihnen beherrscht werden. Das hatte Marius gewollt, aber er scheiterte an seinem völligen Mangel staatsmännischer Begabung. Davon besaß sein Neffe Cäsar um so mehr, und er hat die furchtbare Revolutionszeit durch seine Form der »Diktatur von oben« beendet, die an die Stelle der parteimäßigen Anarchie die unumschränkte Autorität einer überlegenen Persönlichkeit setzte, eine Form, der er für immer den Namen gegeben hat. Seine Ermordung und deren Folgen konnten nichts mehr daran ändern. Von ihm an gehen die Kämpfe nicht mehr um Geld oder Befriediegung des sozialen Hasses, sondern nur noch um den Besitz der absoluten Macht.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 60-61Spengler).

„Mit dem Kampf zwischen »Kapitalismus« und »Sozialismus« hat das gar nichts zu tun. Im Gegenteil: die Klasse der großen Finanzleute und Spekulanten, die römischen equites, was seit Mommsen ganz irreführend mit Ritterschaft übersetzt wird, haben sich mit dem Pöbel und seinen Organisationen, den Wahlklubs (sodalicia) und bewaffneten Banden wie denjenigen des Milo und Clodius, immer sehr gut verstanden. Sie gaben das Geld her für Wahlen, Aufstände und Bestechungen, und C. Gracchus hat ihnen dafür die Provinzen zur unumschränkten Ausbeutung unter staatlicher Deckung preisgegeben, in denen sie namenloses Elend durch Plünderung, Wucher und den Verkauf der Bevölkerung ganzer Städte in die Sklaverei verbreiteten, und darüber hinaus die Besetzung der Gerichte, in denen sie nun über ihre eigenen Verbrechen urteilen und sich gegenseitig freisprechen konnten. Dafür versprachen sie ihm alles und sie ließen ihn und seine ernstgemeinten Reformen fallen, als sie ihren eigenen Vorteil in Sicherheit gebracht hatten. Dieses Bündnis zwischen Börse und Gewerkschaft besteht heute wie damals. Es liegt in der natürlichen Entwicklung solcher Zeiten begründet, weil es dem gemeinsamen Haß gegen staatliche Autorität und gegen die Führer der produktiven Wirtschaft entspringt, welche der anarchischen Tendenz auf Gelderwerb ohne Anstrengung im Wege stehen. Marius, ein politischer Tropf wie viele volkstümliche Parteiführer, und seine Hintermänner Saturninus und Cinna dachten nicht anders als Gracchus; und Sulla, der Diktator der nationalen Seite, richtete deshalb nach der Erstürmung Roms unter den Finanzleuten ein furchtbares Gemetzel an, von dem sich diese Klasse nie wieder erholt hat. Seit Cäsar verschwindet sie als politisches Element vollständig aus der Geschichte. Ihr Dasein als politische Macht war mit dem Zeitalter der demokratischen Parteianarchie aufs engste verbunden und hat es mithin nicht überlebt.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 61-62Spengler).

„Diese Revolution von der Dauer mehr als eines Jahrhunderts hat im tiefsten Grunde mit »Wirtschaft« überhaupt nichts zu tun. Sie ist eine lange Zeit der Zersetzung des gesamten Lebens einer Kultur, die Kultur selbst als lebendiger Leib begriffen. Die innere Form des Lebens zerfällt und damit die Kraft, ihr durch schöpferische Werke, deren Gesamtheit die Geschichte der Staaten, Religionen, Künste bildet, nach außen hin Ausdruck zu geben, nachdem sie bis zur äußersten Höhe ihrer Möglichkeiten gereift war. Der einzelne Mensch mit seinem privaten Dasein folgt dem Zuge des Ganzen. Sein Tun, Sichverhalten, Wollen, Denken, Erleben bilden mit Notwendigkeit ein wenn auch noch so geringes Element in dieser Entwicklung. Wenn er das mit bloßen Wirtschaftsfragen verwechselt, so ist das schon ein Zeichen des Verfalls, der auch in ihm vor sich geht, ob er das nun fühlt und erkennt oder nicht. Es versteht sich von selbst, daß Wirtschaftsformen in demselben Grade Kultur sind wie Staaten, Religionen, Gedanken und Künste. Was man aber meint, sind nicht die Formen des Wirtschaftslebens, die unabhängig vom menschlichen Willen heranwachsen und vergehen, sondern der materielle Ertrag der wirtschaftlichen Tätigkeit, den man heute mit dem Sinn von Kultur und Geschichte schlechtweg gleichsetzt und dessen Sinken man ganz materialistisch und mechanistisch als »Ursache« und Inhalt der Weltkatastrophe betrachtet.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 62Spengler).

„Der Schauplatz dieser Revolution des Lebens, ihr »Grund« zugleich und ihr Ausdruck ist die Großstadt, wie sie in der Spätzeit aller Kulturen sich zu bilden beginnt. (Spengler). In dieser steinernen und versteinernden Welt sammelt sich in immer steigendem Maße entwurzeltes Volkstum an, das dem bäuerlichen Lande entzogen wird, »Masse« in erschreckendem Sinne, formloser menschlicher Sand, aus dem man zwar künstliche und deshalb flüchtige Gebilde kneten kann, Parteien, nach Programmen und Idealen entworfene Organsisationen, in dem aber die Kräfte natürlichen, durch die Folge der Generationen mit Tradition gesättigten Wachstums abgestorben sind, vor allem die natürliche Fruchtbarkeit allen Lebens, der Instinkt für die Dauer der Familien und Geschlechter. Der Kinderreichtum, das erste Zeichen einer gesunden Rasse, wird lästig und lächerlich. (Spengler). Es ist das ernsteste Zeichen des »Egoismus« großstädtischer Menschen, selbständig gewordener Atome, des Egoismus, der nicht das Gegenteil des heutigen Kollektivismus ist - dazwischen besteht überhaupt kein Unterschied; ein Haufen Atome ist nicht lebendiger als ein einzelnes -, sondern das Gegenteil des Triebes, im Blute von Nachkommen, in der schöpferischen Sorge für sie, in der Dauer seines Namens fortzuleben.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 62-63Spengler).

„Die liberale Presse hallt wider von Verwünschungen der Gefängnisse, in denen die Märtyrer der Freiheit schmachten, und kein Wort fällt zugunsten der zahllosen Verteidiger der staatlichen Ordnung bis zum einfachen Soldaten und Polizisten herab, die in Ausübung ihrer Pflicht in die Luft gesprengt, zu Krüppeln geschossen, abgeschlachtet worden sind. Als Schopenhauer (Schopenhauer) in seinem Testament eine Summe für die Hinterbliebenen der Soldaten bestimmt hatte, die 1848 in Berlin gefallen waren - niemand sonst hatte an diese Opfer der Revolution gedacht -, erhob sich unter Führung von Gutzkow (Gutzkow) ein Literatengeschrei über diese Schmach. Aus demselben Geist stammt das Mitleid mit dem bolschewistischen Massenmörder Trotzki, als ihm die »bürgerlichen« Regierungen Westeuropas den staatlichen Schutz für den Besuch eines Kurortes verweigerten.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 86Spengler).

„Der Handarbeiter ist nur Mittel für die privaten Ziele der Berufsrevolutionäre. Er soll sich schlagen, um ihren Haß gegen die konservativen Mächte und ihren Hunger nach Macht zu befriedigen. Wollte man nur Arbeiter als Vertreter von Arbeitern anerkennen, so würden die Bänke auf der linken Seite aller Parlamente sehr leer werden. Unter den Urhebern der theoretischen Programme und den Führern revolutionärer Aktionen ist kein einziger, der wirklich jahrelang in einer Fabrik gearbeitet hätte. Die politische Bohême Westeuropas, in welcher der Bolschewismus sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt, setzt sich aus denselben Elementen zusammen wie die, welche den revolutionären Liberalismus seit 1770 ausgebildet hat. Es ist der geistige Mob, an der Spitze die Gescheiterten aller akademischen Berufe, die geistig Unfähigen und seelisch irgendwie Gehemmten, woraus die Gangsters der liberalen und bolschewistischen Aufstände hervorgehen. Die »Diktatur des Proletariats«, das heißt ihre eigene Diktatur mit Hilfe des Proletariats, soll ihre Rache an den Glücklichen und Wohlgeratenen sein, das letzte Mittel, die kranke Eitelkeit und die gemeine Gier nach Macht zu stillen, die beide aus der Unsicherheit des Selbstgefühls hervorwachsen, der letzte Ausdruck verdorbener und fehlgeleiteter Instinkte.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 88-89Spengler).

„Unter all diesen Juristen, Journalisten, Schulmeistern, Künstlern, Technikern pflegt man einen Typus zu übersehen, den verhängnisvollsten von allen: den gesunkenen Priester. Man vergißt den tiefen Unterschied zwischen Religion und Kirche. Religion ist das persönliche Verhältnis zu den Mächten der Umwelt, wie es sich in Weltanschauung, frommen Brauch und entsagenden Sichverhalten ausdrückt. Eine Kirche ist die Organisation einer Priesterschaft, die um ihre weltliche Macht kämpft. Sie bringt die Formen des religiösen Lebens und damit die Menschen, die an ihnen hängen, in ihre Gewalt. Sie ist deshalb die geborene Feindin aller anderen Machtgebilde ....“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 89Spengler).

„»Mein Reich ist nicht von dieser Welt« ist der tiefe Ausspruch, der von jeder Religion gilt und den jede Kirche verrät. Aber jede Kirche verfällt mit der Tatsache ihres Daseins den Bedingungen geschichtlichen Lebens: sie denkt machtpolitisch und materiell-wirtschaftlich; sie führt Krieg auf diplomatische und militärische Art und teilt mit anderen Machtgebilden die Folgen von Jugend und Alter, Aufstieg und Verfall. Und vor allem ist sie im Hinblick auf konservative Politik und Tradition in Staat und Gesellschaft nicht ehrlich und kann es als Kirche gar nicht sein. Alle jungen Sekten sind im tiefsten Grunde staats- und besitzfeindlich, gegen Stand und Rang und für allgemeine Gleichheit eingenommen. Und umgekehrt hat jede revolutionäre Bewegung die ganz ungewollte und oft gar nicht bemerkte Tendenz, kultische Formen anzunehmen. Der Kult der Vernunft in der französischen Revolutuion ist ein bekanntes Beispiel. Das Mausoleum Lenins ist ein anderes. Und die Politik altgewordener Kirchen, so konservativ sie in bezug auf sich selbst sind, ist immer in Versuchung in bezug auf den Staat und die Gesellschaft liberal, demokratisch, sozialistisch, also einebnend und zerstörend zu werden, sobald der Kampf zwischen Tradition und Mob beginnt.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 90Spengler).

„Eine Religion ist das, was die Seele der Gläubigen ist. Eine Kirche ist so viel wert, als das Priestermaterial wert ist, aus dem sie sich zusammensetzt.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 91Spengler).

„Es ist lange her, seit der weltpolitische Blick Leos XIII. (1810-1903; Papst: 1878-1903) Schule machte und in Deutschland ein echter Kirchenfürst wie Kardinal Kopp (1837-1914; Kardinal: 1887-1914) den Klerus regierte. Damals war die Kirche sich bewußt, eine konservative Macht zu sein, und wußte sehr genau, daß ihr Schicksal mit dem der übrigen konservativen Mächte auf der »rechten« Seite stand und daß davon die Aussicht abhing, das revolutionäre Zeitalter als Macht zu überdauern. Das hat sich schnell geändert. Die seelische Disziplin ist erschüttert. Die pöbelhaften Elemente im Priestertum tyrannisieren durch ihre Tätigkeit die Kirche bis in die höchsten Stellen hinauf ....“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 91Spengler).

„Nun sind alle kommunistischen Systeme des Abendlandes tatsächlich aus christlich-theologischem Denken erwachsen, Morus' Utopia, der Sonnenstaat des Dominikaners Campanella, die Lehren der Lutherschüler Karlstadt und Thomas Münzer und der Staatssozialismus Fichtes. Was Fourier, Saint Simon, Owen, Marx und hundert andere an Zukunftsidealen zusammenträumten und -schrieben, geht ... auf priesterlich-moralische Entrüstung und auf scholastische Begriffe zurück, die im nationalökonomischen Denken und in der öffentlichen Meinung über Gesellschaftsfragen in aller Hinsicht ihr Wesen trieben.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 92Spengler).

„Auch der Marxismus ist eine Religion, ... er hat seine Heiligen, Apostel, Märtyrer, Kirchenväter, seine Bibel und seine Mission; er hat Dogmen, Ketzergerichte, eine Orthodoxie und Scholastik und vor allem eine volkstümliche Moral oder vielmehr zwei - gegenüber Gläubigen und Ungläubigen - wie nur irgendeine Kirche. Und daß seine Lehre durch und durch materialistisch ist - macht das einen Unterschied?  Sind alle die Priester, die sich agitatorisch in Wirtschaftsfragen mischen, es weniger? .... Sobald man die Begriffe Armut, Hunger, Elend, Arbeit und Lohn zusammenwirft - mit dem moralischen Unterton in den Worten reich und arm, recht und unrecht - und daraufhin für soziale und wirtschaftliche Forderungen proletarischer Art, für Geldforderungen also eintritt, ist man Materialist. Und dann tritt mit innerer Notwendigkeit an Stelle des Hochaltars das Parteisekretariat, an Stelle des Opferstockes die Wahlkasse, und der Gewerkschaftsbeamte wird der Nachfolger des heiligen Franz. Dieser Materialismus der späten großen Städte ist eine Form des praktischen Urteilens und Handelns, mag daneben der »Glaube« sein wie er will. Es ist die Art, die Geschichte, das öffentliche und das eigene Leben »wirtschaftlich« zu sehen und unter Wirtschaft nicht den Lebensberuf und Lebensinhalt zu verstehen, sondern die Methode, mit wenig Anstrengung soviel Geld und Genuß als möglich zu erbeuten: panem et circenses. Den meisten kommt es heute gar nicht zum Bewußtsein, wie materialistisch sie denken und sind. Man kann eifrig beten und beichten und beständig das Wort »Gott« im Munde führen, man kann sogar Priester von Beruf und Überzeugung und trotzdem Materialist sein. Gerade diese Mode unter heutigen Rednern und Schreibern beweist, daß es sich um ein Schlagwort, einen leeren Begriff und um nichts weniger als den Ausdruck religiöser Erneuerung und innerlichen Erlebens handelt. Es gibt tiefe Religionen und religiöse Überzeugungen großer Menschen, die atheistisch, pantheistisch oder polytheistisch sind, in China, Indien, der Antike und heute im Abendland. Das altgermanische Wort god war ein Neutrum pluralis und ist erst von der christlichen Propaganda in ein Maskulinum singularis verwandelt worden. Wie man das undurchdringliche Geheimnis der Umwelt zu deuten versucht und ob man es versucht, hat mit dem Rang des religiösen Schauens und Verhaltens gar nichts zu tun. Aber hier verwechselt man religiös mit konfessionell, der Anerkennung bestimmter Lehren und Vorschriften, und mit klerikal, der Anerkennung der Ansprüche einer Priesterschaft. In Wirklichkeit hängt die Tiefe einer Religion von der Persönlichkeit dessen ab, in dem sie lebt. Ohne Laienfrömmigkeit ist selbst eine ausgesprochene Priesterreligion nicht lebensfähig. Die christliche Moral ist wie jede Moral Entsagung und nichts anderes. Wer das nicht empfindet, ist Materialist. »Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen« - das heißt, diesen harten Sinn des Lebens nicht als Elend empfinden und nicht durch Parteipolitik zu umgehen suchen. Aber für proletarische Wahlpropaganda ist der Satz allerdings nicht brauchbar. Der Materialist will lieber das Brot essen, das andere im Schweiße ihres Angesichts erarbeitet haben, der Bauer, der Handwerker, der Erfinder, der Wirtschaftsführer. Indessen das berühmte Nadelöhr, durch das manches Kamel hindurchgeht, ist nicht nur für den »Reichen« zu eng, sondern auch für den, der durch Streik, Sabotage und Wahlen Lohnsteigerungen und Arbeitszeitverkürzungen erpreßt, und auch für den, der diese Tätigkeit um seiner Macht willen leitet. Es ist die Nützlichkeitsmoral von Sklavenseelen: Sklaven nicht nur durch die Lebenslage - das sind wir alle ohne Ausnahme durch das Schicksal unserer Geburt in eine Zeit und an einen Ort - sondern durch die gemeine Art, die Welt von unten zu sehen. Ob man das Reichsein beneidet oder geringschätzt, ob man den, der sich auf Grund persönlicher Vorzüge zu einem Führerrang hinaufgearbeitet hat - etwa ein Schlosserlehrling zum Erfinder und Besitzer einer Fabrik -, anerkennt oder haßt und hinabziehen möchte, darauf kommt es an. Aber dieser Materialismus, dem Entsagen unverständlich und lächerlich bleibt, ist nichts als Egoismus, von einzelnen oder Klassen, der parasitische Egoismus der Minderwertigen, die das Wirtschaftsleben der anderen und der Gesamtheit als Objekt betrachten, aus dem man mit möglichst geringer Anstrengung möglichst viel Lebensgenuß - panem et circenses - saugt. Hier wird die persönliche Überlegenheit, der Fleiß, der Erfolg, die Freude an der Leistung als böse, als Sünde und Verrat betrachtet. Es ist die Moral des Klassenkampfes, die das alles unter der Bezeichnung Kapitalismus, die von Anfang an moralisch gemeint war (Spengler), zusammenfaßt und dem Haß des Proletariers als Ziel bezeichnet, wie sie auf der anderen Seite versucht, die Lohnempfänger mit der Unterwelt der großen Städte zu einer politischen Front zu verschmelzen. Nur »der Arbeiter« darf und soll Egoist sein, nicht etwa der Bauer oder Handwerker. Er allein hat Rechte statt Pflichten. Die anderen haben nur Pflichten und kein Recht. Er ist der privilegierte Stand, dem die anderen mit ihrer Arbeit zu dienen haben. Das Wirtschaftsleben der Nationen ist um seinetwillen da und muß allein mit Rücksicht auf sein Behagen organisiert werden, ob es dabei zugrunde geht oder nicht. Das ist die Weltanschauung, welche die Klasse der Volksvertreter aus der akademischen Hefe, vom Literaten und Professor bis zum Priester, entwickelt hat und durch die sie die unteren Schichten der Gesellschaft demoralisiert, um sie für ihren Haß und ihren Hunger nach Macht mobil zu machen. Deshalb sind Marx gegenüber vornehm und konservativ denkende Sozialisten wie Lassalle, der Anhänger der Monarchie, und Georges Sorel, der die Verteidigung von Vaterland, Familie und Eigentum als vornehmste Aufgabe des Proletariats betrachtete ..., unbequem und werden nie mit ihrer wahren Meinung zitiert. Unter den vielen Arten des theoretischen Sozialismus oder Kommunismus hat naturgemäß die gemeinste und in ihren letzten Absichten unehrlichste gesiegt, die, welche am rücksichtslosesten daraufhin entworfen war, den Berufsrevolutionären die Macht über die Massen zu verschaffen. Ob wir sie Marxismus nennen oder nicht, ist gleichgültig. Welche Theorie die revolutionären Schlagworte für die Propaganda liefert, oder hinter welchen nichtrevolutionären Weltanschauungen sie sich verbirgt, ist ebenso gleichgültig. Es kommt nur auf das praktische Denken und Wollen an. Wer gemein ist, gemein denkt, gemein fühlt und handelt, wird nicht anders dadurch, daß er sich ein Priestergewand auf den Leib zieht oder nationale Fahnen schwenkt. Wer irgendwo in der Welt heute Gewerkschaften oder Arbeiterparteien gründet oder führt (den linken Flügel der englischen sehr nationalen Arbeiterpartei und des deutschen Nationalsozialismus ebenso wie spanische Anarchistenclubs und amerikanische und japanische Gewerkschaften, so wenig sie von Marx gelegentlich hören wollen), unterliegt beinahe mit Notwendigkeit sehr bald der marxistischen Ideologie, die unter dem Sammelbegriff Kapitalismus jede politische und wirtschaftliche Führung, die Gesellschaftsordnung, die Autorität und das Eiegentum verleumdet und verfolgt. Er findet alsbald in seiner Gefolgschaft die schon zur Tradition gewordene Auffassung des Wirtschaftslebens als Klassenkampf und wird dadurch von ihr abhängig, wenn er Führer bleiben will. Der proletarische Egoismus ist nun einmal in seinen Zielen und Mitteln die Form, in welcher die »weiße« Weltrevolution sich ... vollzieht und es macht wenig aus, ob sie sich eine soziale oder sozialistische Bewegung nennt und ob ihre Führer mit Betonung Christen sein wollen oder nicht.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 93-96Spengler).

„Es gibt Narren - wenn Ford ernst gemeit hat, was er sagte und schrieb, gehört er dazu -, die glauben, daß die gesteigerte »Kaufkraft« der Arbeiter die Wirtschaft auf der Höhe halte. Aber haben die unbeschäftigten Massen Roms seit der Gracchenzeit das getan?  Man redet von Binnenmarkt, ohne darüber nachzudenken, was das in Wirklichkeit ist. Man mache doch die Probe auf dies neue Dogma der »weißen« Gewerkschaften und entlohne die Arbeiter statt mit geld mit den Erzeugnissen ihrer eigenen Arbeit, mit Lokomotiven, Chemikalien und Pflastersteinen, für deren verkauf sie selbst zu sorgen hätten. Sie wüßten nichts damit anzufangen. Sie würden entsetzt darüber sein, wie wenig diese Dinge wert sind. Es würde sich außerdem zeigen, daß zum Geldausgeben höherer Art derselbe Grad von Kultur gehört, dieselbe Durchgeistigung des Geschmacks wie zum geldverdienen durch überlegene Leistungen. Es gibt vornehmen und gemeinen Luxus, daran ändert man nichts. Es ist der Unterschied zwischen einer Oper von Mozart und einem Operettenschlager. Den Luxuslöhnen entspricht nun einmal kein verfeinertes Luxusbedürfnis. es ist allein die Kaufkraft der höheren Gesellschaft, welche eine Qualitätsindustrie möglich macht. Die niederen Schichten ernähren nur eine Vergnügungsindustrie, »circenses«, heute wie im alten Rom. Aber dieser vulgäre Luxus der großen Städte - wenig Arbeit, viel Geld, noch mehr Vergnügen - übte eine verhängnisvolle Wirkung auf die hart arbeitenden und bedürfnislosen Menschen des flachen Landes aus. Man lernte dort Bedürfnisse kennen, von denen die Väter sich nichts hatten träumen lassen. Entsagen ist schwer, wenn man das Gegenteil vor Augen hat. Die Landflucht begann, erst der Knechte und Mägde, dann der Bauernsöhne, zuletzt ganzer Familien, die nicht wußten, ob und wie sie das väterliche Erbe gegenüber dieser Verzerrung des Wirtschaftslebens halten könnten. Es war in allen Kulturen auf dieser Stufe das gleiche. Es ist nicht wahr, daß Italien seit der Zeit Hannibals durch den Großgrundbesitz entvölkert worden wäre. Das »paenem et circenses« der Weltstadt Rom hat es getan, und erst das menschenleer und wertlos gewordene Land führte zur Entwicklung der Latifundienwirtschaft mit Sklaven. Sonst wäre es Wüste geworden. Die Entvölkerung der Dörfer begann 1840 in England, 1880 in Deutschland, 1920 im mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Der Bauer hatte es satt, Arbeit ohne Lohn zu tun, während die Stadt ihm Lohn ohne Arbeit versprach. So ging er davon und wurde »Proletarier«. Der Arbeiter selbst war unschuldig daran. Er empfindet seine Lebenshaltung gar nicht als Luxus, im Gegenteil. Er ist elend und unzufrieden geworden wie jeder Privilegierte ohne eignes Verdienst. Was gestern das Ziel ausschweifender Wünsche war, ist heute selbstverständlich geworden und erscheint morgen als Notstand, der nach Abhilfe schreit. Der Arbeiterführer hat den Arbeiter verdorben, als er ihn zum Prätorianer des Klassenkampfes wählte. Zur Zeit des kommunistischen Manifestes sollte er zu diesem Zweck seelisch zum Proletarier gemacht werden, heute wird er zu gleichem Zweck mit der Hoffnung gefüttert, es eines Tages nicht mehr zu sein. Aber hier wie dort hat die unverdiente Höhe des politischen Lohnes dahin geführt, immer mehr für unentbehrlich zu halten. Aber kann dieser Lohn, der eine selbständige Größe neben der Wirtschaft geworden ist, überhaupt noch bezahlt werden?  Womit?  Von wem ?  Bei genauem Zusehen zeigt sich, daß die Vorstellung vom Ertrag der Wirtschaft sich unter dem Druck der Lohnerpressungen unbemerkt verändert hat. Nur ein gesundes Wirtschaftsleben kann fruchtbar sein. Es gibt einen natürlichen, ungezwungenen Ertrag, solange der Lohn der ausführenden Arbeit als Funktion von ihm abhängt. Wird dieser eine unabhängige - politische - Größe, ein ununterbrochener Aderlaß, den kein lebender Körper erträgt, so beginnt eine künstliche, krankhafte Art und Berechnung des Wirtschaftens, ein Wettrennen zwischen dem Absatz, der an der Spitze belieben muß, wenn nicht das Ganze erliegen soll, sich verbluten soll, und den vorauseileneen Löhnen samt Steuern und sozialen Abgaben, die indirekte Löhne sind. Das fieberhafte Tempo der Produktionssteigerung geht zum großenTeil von dieser geheimen Wunde des Wirtschaftslebens aus. Die Bedarfsreizung durch alle Mittel der Reklame greift um sich; der Fernabsatz unter farbigen Völkern (Farbige) wird auf jede denkbare Weise ausgedehnt und erzwungen. Der wirtschaftliche Imperialismus der großen Industriestaaten, der mit militärischen Mitteln Absatzgebiete sichert und in ihrer Rolle als solche zu erhalten sucht, wird in seiner Intensität auch durch Selbsterhaltungstrieb der Wirtschaftsführer bestimmt, welche der beständige lohnpolitische Druck der Arbeiterparteien zur Abwehr aufruft.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 116-118Spengler).

„Alle Arbeiterorganisationen sind bauernfeindlich, ob sie es zugeben oder bestreiten. Aus dem gleichen Grunde wurde der Preis für Kohle und Eisen unter parlamentarischem Druck festgesetzt, ohne Rücksicht auf die Kosten der Förderung eben durch die Löhne; ebenso wurden Vorzugspreise aller Art für die Arbeiterschaft erzwungen, die dann durch Erhöhung der Normalpreise für »die andern« ausgeglichen werden mußten. Ob der Absatz darunter litt oder unmöglich wurde, war eine Privatangelegenheit des Unternehmertums, und je mehr es in seiner Stellung erschüttert wurde, desto siegreicher fühlten sich die Gewerkschaften. Eine Folge dieser Wirkungen des Klassenkampfes war der steigende Bedarf der produktiven Wirtschaft an »Kredit«, an »Kapital«, also an eingebildeten Geldwerten, die nur so lange vorhanden sind, als man an ihre Existenz glaubt, und die sich bei dem geringsten Zweifel in Form eines Börsenkrachs in nichts auflösen. Es war der verzweifelte Versuch, zerstörte echte Werte durch Wertphantome zu ersetzen. Die Blütezeit einer neuen hinterlistigen Art von Banken begann, welche die Unternehmungen finanzierten und damit ihre Herren wurden. Sie gaben nicht nur Kredit, sondern sie erzeugten ihn auf dem Papier als gespenstisches, heimatlos schweifendes Finanzkapital. In immer rascherem Tempo wird alter Familienbesitz in Aktiengesellschaften umgewandelt, beweglich gemacht, um mit dem so erlangten Geld die Lücken im Kreislauf von Ausgabe und Einnahme zu füllen. Die Verschuldung der erzeugenden Wirtschaft - denn zuletzt sind Aktien nichts als eine Schuld - wuchs ins Ungeheure, und als deren Verzinsung neben der Lohnzahlung eine für diese bedenkliche Größe zu werden begann, tauchte das letzte Mittel des Klassenkampfes auf, die Forderung nach Enteignung der Werke durch den Staat: damit sollten die Löhne der wirtschaftlichen Errechnung endgültig entzogen und zu Staatsgehältern werden, die von den regierenden Arbeiterparteien nach freiem Ermessen festgesetzt wurden und für die der Steuerbolschewismus die Mittel von der übrigen Nation zu beschaffen hatte. Die letzten, entscheidenden Folgen dieses Wahnsinns der Luxuslöhne treten seit 1900 rasch zutage: die zunehmende Verödung des bäuerlichen Landes führte immer größere Massen in den Bereich des großstädtischen panem et circenses und verführte die Industrie zu immer größerer Ausdehnung der Werke, für deren Absatz man noch keine Sorge zu haben glaubte. In die Vereinigten Staaten wanderten 1900-14 fünfzehn Millionen ländlicher Menschen aus Süd- und Osteuropa ein, während die Farmentwicklung bereits abnahm. (Die reine Farmentwicklung kam um 1900 zum Stillstand, nahm um 1920 jährlich um 100 000, seit 1920 um eine halbe Million und seit 1925 um eine Million ab). In Nordeuropa erfolgte eine Binnenwanderung von gleichem Ausmaß.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 119-120Spengler).

„Die Überbezahlung der weißen Arbeit beruhte auch auf der Unterbezahlung der farbigen. Ebenso wird die Kaufkraft der weißen Löhne gesteigert, indem man die Konkurrenz der mit farbigen Löhnen gewonnenen Nahrungsmittel auf die Bauern des eigenen Landes loslöst, die ihrerseits an die hohen Tariflöhne und Abgaben gebunden sind.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 119-120Spengler).

„Noch um 1880 gab es nur in Nordeuropa und Nordamerika Kohlenlager, die ausgebeutet wurden. Jetzt sind sie in allen Erdteilen bekannt und erschlossen. Das Monopol der weißen Arbeiterschaft auf Kohle ist zu Ende. Darüber hinaus aber hat sich die Industrie von der Bindung an die Kohle weitgehend befriet, durch Wasserkraft, Erdöl und elektrische Kraftübertragung. Sie kann wandern und sie tut es, und zwar überall fort aus dem Bereich der weißen Gewerkschaftsdiktaturen zu Ländern mit niedrigen Löhnen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 122Spengler).

„Die Zerstreuung der abendländischen Industrie ist seit 1900 in vollem Gang. Die Spinnereien Indiens sind als Filialen der englischen Fabriken gegründet worden, um »dem Verbraucher näher zu sein«. So war es ursprünglich gemeint, aber die Luxuslöhne Westeuropas haben eine ganz andere Wirkung hervorgebracht. ... Die Flucht der hochentwickelten Verfahren zu den Farbigen (Farbige) schreitet fort und die weißen Luxuslöhne beginnen Theorie zu werden, da die dafür angebotene Arbeit nicht mehr gebraucht wird.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 122Spengler).

„Schon um 1900 war die Gefahr ungeheur. Der Bau der »weißen« Wirtschaft war bereits untergraben. Er drohte unter dem Druck der politischen Löhne, des Sinkens der persönlichen Arbeitsdauer, der Sättigung aller fremden Absatzmärkte, des Entstehens fremder, von den weißen Arbeiterparteien unabhängiger Industriegebiete bei der ersten weltgeschichtlichen Erschütterung einzustürzen. Nur der unwahrscheinliche Friede seit 1870, den die Angst der Staatsmänner vor nicht absehbaren Entscheidungen über die »weiße« Welt gebreitet hatte, hielt die allgemeine Täuschung über die unheimlich schnell näherrückende Katastrophe aufrecht. Die düsteren Vorzeichen wurden nicht bemerkt und nicht beachtet. Ein verhängnisvoller, flacher, fast verbrecherischer Optimismus - der Glaube an den unentwegten Fortschritt, der sich in Ziffern aussprach - beherrschte Arbeiterführer und Wirtschaftsführer, um von Politikern ganz zu schweigen, unterstützt von der krankhaften Aufblähung des fiktiven Finanzkapitals, das alle Welt für wirklichen Besitz, wirkliche, unzerstörbare Geldwerte hielt. Aber schon um 1910 erhoben sich einzelne Stimmen, die daran erinnerten, daß die Welt im Begriff sei, mit Erzeugnissen der Industrie einschließlich der industrialisierten Großlandwirtschaft übersättigt zu werden. Es wurde hier und da die Verständigung zwischen den Mächten über eine freiwillige Kontingentierung der Produktion vorgeschlagen. Aber das verhallte in den Wind. Niemand glaubte an ernsthafte Gefahren. Niemand wollte daran glauben. Es war außerdem falsch begründet, von einseitigen Wirtschaftsbetrachtern nämlich, die nur die Wirtschaft wie eine unabhängige Größe sahen und nicht die viel mächtigere Politik der schleichenden Weltrevolution, die sie in falsche Formen und Richtungen gedrängt hatte. Die Ursachen lagen tiefer, als daß sie durch Nachdenken über Fragen der Konjunktur auch nur berührt worden wären. Und es war bereits zu spät. Noch eine kurze Frist der Selbsttäuschung war gegeben: Die Vorbereitung des Weltkrieges, die zahllose Hände in Anspruch nahm oder wenigstens der Produktion entzog, Soldaten der stehenden Heere und Arbeiter für die Herstellung des Kriegsbedarfs. Dann kam der große Krieg, und mit ihm, nicht von ihm bewirkt, sondern nur nicht länger aufgehalten, der wirtschaftliche Zusammenbruch der weißen Welt. Er wäre auch so gekommen, nur langsamer, in weniger erschreckenden Formen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 122-123Spengler).

„Indessen nun zeigen sich die Dinge wie sie sind. Die mitleidlose Logik der Geschichte nimmt ihre Rache an den Rächern - dem gemeinen Denken, den Neidischen, den Träumern, den Schwärmern, die für die großen und kalten Tatsachen der Wirklichleit blind gewesen sind.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 124-125Spengler).

„Die weiße Welt wird vorwiegend von Dummköpfen regiert - wenn sie regiert wird, woran man zweifeln darf.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 126Spengler).

„Aber inzwischen arbeiten die »Farbigen« (Farbige) billig und lange, bis an die Grenze ihrer Arbeitskraft, in Rußland unter der Knute, anderswo aber schon mit dem stillen Bewußtsein der Macht, die sie damit über die verhaßten Weißen, die Herren von heute - oder von gestern? -  in der Hand haben.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 127Spengler).

„Da ist das Schlagwort der »Abschaffung« der Arbeitslosigkeit, der »Arbeitsbeschaffung« - von überflüssiger und zweckloser Arbeit nämlich, da es notwendige, ertragreiche und zweckvolle unter diesen Bedingungen nicht mehr gibt -, und niemand sagt sich, daß die Kosten dieser Produktion ohne Absatz, dieser Potemkinschen Dörfer in einer Wirtschaftswüste, wieder durch den Steuerbolschewismus einschließlich der Herstellung fiktiver Zahlungsmittel von den Resten des gesunden Bauerntums und der städtischen Gesellschaft eingetrieben werden müssen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 127-128Spengler).

„Es gibt nur eine Art von Dumping, die im Wirtschaftsleben natürlich begründet und deshalb erfolgreich ist, die durch billigere Löhne und die größere Arbeitsleistung ....“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 128Spengler).

„Diese Weltrevolution ist nicht zu Ende. Sie wird die Mitte, vielleicht das Ende dieses Jahrhunderts überdauern. Sie schreitet unaufhaltsam fort, ihren letzten Entscheidungen entgegegen, mit der geschichtlichen Unerbitterlichkeit eines großen Schicksals, dem keine Zivilisation der Vergangenheit ausweichen konnte und das alle weißen Völker der Gegenwart seiner Notwendigkeit unterwirft. Wer ihr Ende predigt oder sie besiegt zu haben glaubt, der hat sie gar nicht verstanden. Ihre gewaltigsten Jahrzehnte brechen gerade erst an. Jede führende Persönlichkeit im Zeitalter der gracchischen Revolution, Scipio so gut wie sein Gegner Hannibal, Sulla nicht weniger als Marius, jedes große Ereignis, der Untergang Karthagos, die spanischen Kriege, der Aufstand der italischen Bundesgenossen, Sklavenrevolten von Sizilien bis Kleinasien sind nur Formen, in denen diese tief innerliche Krise der Gesellschaft, das heißt des organischen Baues der Kulturnationen, ihrer Vollendung entgegegengeht. Es war im Ägypten der Hyksoszeit, im China der »Kämpfenden Staaten« und überall sonst in den »gleichzeitigen« Abschnitten der Geschichte ebenso, wie wenig wir auch davon wissen mögen. Hier sind wir alle ohne Ausnahme Sklaven des »Willens« der Geschichte, mitwirkende, ausführende Organe eines organischen Geschehens:
Und wer sich vermißt, es klüglich zu wenden,
Der muß es selbst erbauend vollenden. (Schiller).
In diesem ungeheuren Zweikampf großer Tendenzen, der sich über die weiße Welt hin in Kriegen, Umstürzen, starken Persönlichkeiten voller Glück und Tragik, gewaltigen Schöpfungen von dennoch flüchtigem Bestande abspielt, erfolgt heute noch die Offensive von unten, von der städtischen Masse her, die Defensive von oben, noch schwächlich und ohne das gute Gewissen ihrer Notwendigkeit. Das Ende wird erst sichtbar werden, wenn das Verhältnis sich umkehrt .... Es gibt in solchen Zeiten zwei natürliche Parteien, zwei Fronten des Klassenkampfes, zwei innerliche Mächte und Richtungen, mögen sie sich nennen, wie sie wollen, und nur zwei, gleichviel in welcher Zahl Parteiorganisationen vorhanden sind und ob sie da sind. Die fortschreitende Bolschewisierung (Bolschewismus) der Massen in den Vereinigten Staaten beweist es, der ... Stil in ihrem Denken, Hoffen und Wünschen. Das ist eine »Partei«. Noch gibt es kein Zentrum des Widerstandes in diesem Lande, das kein Gestern und vielleicht kein Morgen hat (USA). Die glänzende Episode der Dollarherrschaft und ihrer sozialen Struktur, mit dem Sezessionskrieg 1865 beginnend, scheint vor dem Ende zu stehen. Wird Chikago das Moskau der neuen Welt sein?  In England hat die Oxford Union Society, der größte Studentenclub der vornehmsten Universität des Landes, mit erdrückender Mehrheit (russisch: „Bolschewiki“ Bolschewismus) den Beschluß gefaßt: Dies Haus wird unter keinen Umständen für König und Vaterland kämpfen. Das bedeutet das Ende der Gesinnung, die alle Parteibildungen bis dahin beherrscht hatte. Es ist nicht unmöglich, daß die angelsächsischen Mächte im Begriff sind zu vergehen. Und das westeuropäische Festland? Am freiesten von diesem weißen Bolschewismus ist - Rußland, in dem es keine »Partei« mehr gibt, sondern unter diesem Namen eine regierende Horde altasiatischer Art. Hier gibt es auch keinen Glauben mehr an ein Programm, sondern nur noch die Furcht vor dem Tode - durch Entziehung der Lebensmittelkarte, des Passes, durch Verschickung in ein Arbeitslager, durch eine Kugel oder den Strang.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 129-131Spengler).

„Was heißt denn »links«?  Schlagworte des vorigen Jahrhunderts wie Sozialismus, Marxismus, Kommunismus sind veraltet; sie sagen nichts mehr. Man gebraucht sie, um sich nicht Rechenschaft darüber ablegen zu müssen, wo man wirklich steht. Aber die Zeit verlangt Klarheit. »Links« ist, was Partei ist, was an Partei glaubt, denn das ist eine liberale Form des Kampfes gegen die höhere Gesellschaft, des Klassenkampfes seit 1770, der Sehnsucht nach Mehrheiten, nach dem Mitlaufen »aller«, Quantität statt Qualität, die Herde statt des Herrn. Aber der echte Cäsarismus aller endenden Kulturen stützt sich auf kleine starke Minderheiten.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 132-133Spengler).

„Das ist die große Gefahr der Mitte dieses Jahrhunderts, daß man fortsetzt, was man bekämpfen möchte. Es ist das Zeitalter der Zwischenlösungen und Übergänge. Aber solange das möglich ist, ist die Revolution nicht zu Ende. Der Cäsarismus der Zukunft wird nicht überreden, sondern mit der Waffe siegen. Erst wenn das selbstverständlich geworden ist, wenn man die Mehrheit als Einwand empfindet, sie verachtet, wenn jemand die Masse, die Partei in jedem Sinne, alle Programme und Ideologien unter sich sieht, ist die Revolution überwunden.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 133-134Spengler).

„Auch im Faschismus besteht die gracchische Tatsache zweier Fronten - die linke der unteren städtischen Masse und die rechte der gegliederten Nation vom Bauern bis zu den führenden Schichten der Gesellschaft -, aber sie ist durch die napoleonische Energie eines Einzelnen unterdrückt. Aufgehoben ist der Gegensatz nicht und kann es nicht sein (Faschismus) und er wird in schweren Diadochenkämpfen in dem Augenblick wieder zutage treten, wo diese eiserne Hand das Steuer verläßt. Auch der Faschismus ist ein Übergang. Er hat sich von der städtischen Masse her entwickelt, als Massenpartei mit lärmender Agitation und Massenreden. Tendenzen des Arbeitersozialismus sind ihm nicht fremd. Aber solange eine Diktatur »sozialen« Ehrgeiz hat, um des »Arbeiters« willen da zu sein behauptet, auf den Gassen wirbt und populär ist, so lange ist sie Zwischenform. Der Cäsarismus der Zukunft kämpft nur um Macht, für ein Reich und gegen jede Art von Partei. Jede ideologische Bewegung glaubt an das Endgültige ihrer Leistungen. Sie lehnt den Gedanken ab, daß »nach ihr« die Geschichte weitergehe. Noch fehlt ihr die cäsarische Skepsis und Menschenverachtung, das tiefe Wissen um die Flüchtigkeit aller Erscheinungen. Der schöpferische Gedanke Mussolinis war groß, und er hat eine internationale Wirkung gehabt: Man sah eine mögliche Form, den Bolschewismus zu bekämpfen. Aber diese Form ist in der Nachahmung des Feindes entstanden und deshalb voller Gefahren: Die Revolution von unten, zum guten Teil von Untermenschen gemacht und mitgemacht, die bewaffnete Parteimiliz - im Rom Cäsars durch die Banden von Clodius und Milo vertreten -, die Neigung, die geistige und wirtschaftliche Führerarbeit der ausführenden Arbeit unterzuordnen, weil man sie nicht versteht, das Eigentum der anderen gering zu achten, Nation und Masse zu verwechseln, mit einem Wort: die sozialistische Ideologie des vorigen Jahrhunderts. Das alles gehört zur Vergangenheit.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 134Spengler).

„Hier muß endlich das entscheidende Wort über »Preußentum« und »Sozialismus« (Spengler) gesagt werden. Ich hatte 1919 beide verglichen, eine lebendige Idee und das herrschende Schlagwort eines vollen Jahrhunderts, und bin - ich möchte sagen: selbstverständlich - nicht verstanden worden. .... Ich hatte gezeigt, daß in der von Bebel zu einer gewaltigen Armee geschmiedeten Arbeiterschaft, ihrer Disziplin und Gefolgstreue, ihrer Kameradschaft, ihrer Bereitschaft zu den äußersten Opfern jener altpreußischen Stil fortlebte, der sich zuerst in den Schlachten des Siebenjährigen Krieges bewährt hatte. Auf den einzelnen »Sozialisten« als Charakter, auf seine sittlichen Imperative kam es an, nicht auf den in seinem Kopf gehämmerten Sozialismus .... Und ich zeigte, daß dieser Typus des In-Form-Seins für eine Aufgabe seine Tradition bis zum Deutschritterorden zurückführt, der in gotischen Jahrhunderten - wie heute wieder - die Grenzwacht der faustischen Kultur gegen Asien hielt.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 135-136Spengler).

„Aber die Flachköpfe kommen nicht aus dem marxistischen Denken des vorigen Jahrhunderts heraus. Sie verstehen überall in der Welt den Sozialismus nicht als sittliche Lebensform, sondern als Wirtschaftssozialismus, als Arbeitersozialismus, als Massenideologie mit materialistischen Zielen. Der Programmsozialismus jeder Art ist Denken von unten, auf gemeinen Instinkten ruhend, Apotheose des Herdengefühls, das sich heute allenthalben hinter dem Schlagwort »Überwindung des Individualismus« versteckt, und das Gegenteil von preußischen Empfinfen, das an vorbildlichen Führern die Notwendigkeit einer disziplinierten Hingabe erlebt hat und damit die innere Freiheit der Pflichterfüllung besitzt, das Sich-selbst-befehlen, Sich-selbst-beherrschen im Hinblick auf ein großes Ziel.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 136-137Spengler).

„Der Arbeitersozialismus in jeder Form dagegen ist - ich habe das schon gezeigt (Spengler) - durchaus englischer Herkunft und zugleich mit der Herrschaft der Aktie als der siegreichen Form des heimatlosen Finanzkapitals um 1840 entstanden. (Spengler). Beides ist Ausdruck des freihändlerischen Manchestertums: Dieser »weiße« Bolschewismus ist Kapitalismus von unten, Lohnkapitalismus, wie das spekulierende Finanzkapital seiner Methode nach Sozialismus von oben, von der Börse her ist. Beide entstammen derselben geistigen Wurzel, dem Denken in Geld (Spengler), dem Handel mit Geld auf dem Pflaster der Weltstädte - ob als Lohnhöhe oder Kursgewinn, ist eine Nebenfrage. Zwischen wirtschaftlichem Liberalismus und Sozialismus besteht kein Gegensatz. Der Arbeitsmarkt ist die Börse des organisierten Proletariats. Die Gewerkschaften sind Trusts für Lohnerpressung von derselben Tendenz und Methode wie die Öl-, Stahl- und Banktrusts nach angloamerikanischem Muster, deren Finanzsozialismus die persönlich und fachmännisch geleiteten Einzelunternehmen durchdringt, unterwirft, aussaugt und bis zur planwirtschaftlichen Enteignung beherrscht. Die verheerende, enteignende Eigenschaft der Aktienpakete und Beteiligungen, die Trennung des bloßen »Habens« von der verantwortlichen Führerarbeit des Unternehmers, der gar nicht mehr weiß, wem eigentlich sein Werk gehört, ist noch lange nicht genug beachtet worden. Die produktive Wirtschaft ist zuletzt nichts als das willenlose Objekt für Börsenmanöver. Erst mit der Herrschaft der Aktie hat die Börse, bis dahin ein bloßes Hilfsmittel der Wirtschaft, die Entscheidung über das Wirtschaftsleben an sich genommen. Diese Finanzsozialisten und Trustmagnaten wie Morgan und Kreuger entsprechen durchaus den Masseführern der Arbeiterparteien und den russischen Wirtschaftskommissaren: Händlernaturen mit dem gleichen Parvenügeschmack. Von beiden Seiten her werden, heute wie zur Gracchenzeit, die konservativen Mächte des Staates, des Heeres, des Eigentums, der Bauer wie der Unternehmer bekämpft.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 137-138Spengler).

„Aber der preußische Stil fordert nicht nur den Vorrang der großen Politik vor der Wirtschaft, deren Disziplinierung durch einen starken Staat, was die freie Initiative des privaten Unternehmergeistes vorallssetzt und nichts weniger ist als parteimäßige, programmatische Organisation und Überorganisation bis zur Aufhebung der Idee des Eigentums, welche gerade unter germanischen Völkern Freiheit des wirtschaftlichen Willens und Herrschaft über das Eigene bedeutet. (Das altgermanische Wort eigan bedeutet herrschen: nicht nur etwas »haben«, sondern unumschränkt darüber verfügen Spengler). »Disziplinierung« ist die Schulung eines Rassepferdes durch einen erfahrenen Reiter und nicht die Pressung des lebendigen Wirtschaftskörpers in ein planwirtschaftliches Korsett oder seine Verwandlung in eine taktmäßig klappernde Maschine. Preußisch ist die aristokratische Ordnung des Lebens nach dem Rang der Leistung. Preußisch ist vor allem der unbedingte Vorrang der Außenpolitik, der erfolgreichen Leitung des Staates in einer Welt von Staaten, über die Politik im Innern, die lediglich die Nation für diese Aufgabe in Form zu halten hat und zum Unfug und zum Verbrechen wird, wenn sie unabhängig davon eigene, ideologische Zwecke verfolgt. Hierin liegt die Schwäche der meisten Revolutionen, deren Führer durch Demagogie emporgekommen sind, nichts anderes gelernt haben und deshalb den Weg vom parteimäßigen zum staatsmännischen Denken nicht zu finden wissen - wie Danton und Robespierre. ... Aber die Zukunft gehört den großen Tatsachenmenschen, nachdem seit Rousseau Weltverbesserer sich auf der Bühne der Weltgeschichte gespreizt haben und ohne bleibende Spur verschwunden sind. Preußisch ist endlich ein Charakter, der sich selbst diszipliniert, wie ihn Friedrich der Große besaß und in dem Wort vom ersten Diener seines Staates umschrieben hat. Ein solcher Diener ist kein Bedienter, aber wenn Bebel meinte, daß das deutsche Volk eine Bedientenseele besitze, so hatte er für die meisten recht. Seine eigene Partei bewies es 1918. Die Lakaien des Erfolges sind bei uns zahlreicher als anderswo, obwohl sie zu allen Zeiten und in allen Völkern die menschliche Herde gefüllt haben. Es ist gleichgültig, ob der Byzantinismus seine Orgien vor dem Geldsack, dem politischen Glück, einem Titel oder nur vor Geßlers Hut vollzieht.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 138-139Spengler).

„Wenig reden, viel leisten, mehr sein als scheinen. Von dieser Idee des preußischen Daseins wird die endliche Überwindung der Weltrevolution ausgehen. Es gibt keine andere Möglichkeit. Ich hatte schon 1919 gesagt: Nicht jeder ist Preuße, der in Preußen geboren ist; dieser Typus ist überall in der weißen Welt möglich, und wirklich, wenn auch noch so selten, vorhanden. Er liegt der vorläufigen Form der nationalen Bewegungen - sie sind nichts Endgültiges - überall zugrunde, und es fragt sich, in welchen Grade es gelingt, ihn von den rasch veraltenden, populären, parteimäßig-demokratischen Elementen des liberalen und sozialistischen Nationalismus zu lösen, die ihn einstweilen beherrschen. Das schweigende Nationalgefühl der Engländer um 1900, das heute unsicher geworden ist, der prahlerisch gehaltlose Chauvinismus der Franzosen, der in der Dreyfusaffäre lärmend zutage trat, gehörten dazu, dort am Kultus der Flotte, hier an dem der Armee hängend. Amerika besitzt dergleichen nicht und es braucht ihn, wenn es die kommende Katastrophe zwischen dem lauernden Kommunismus und der schon untergrabenen Hochfinanz als Nation überdauern soll. Die preußische Idee richtet sich gegen den Finanzliberalismus wie gegen den Arbeitersozialismus. Jede Art von Masse und Mehrheit, alle was »links« ist, ist ihr verdächtig. Vor allem richtet sie sich gegen die Schwächung des Staates und seinen herabwürdigen Mißbrauch für Wirtschaftsinteressen. Sie ist konservativ und »rechts« und wächst aus den Urmächten des Lebens hervor, soweit sie in nordischen Völkern noch vorhanden sind: Dem Instinkt für Macht und Eigentum, für Eigentum als Macht, für Erbe (Spengler), Fruchtbarkeit und Familie - denn das gehört zusammen - für Rangunterschiede und gesellschaftliche Gliederung .... Der Nationalismus der Gegenwart ist mit der in ihm verborgen liegenden monarchischen Gesinnung ein Übergang. Er ist eine Vorstufe des kommenden Cäsarismus, mag der auch in noch so weiter Ferne zu liegen scheinen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 139-140Spengler).

„Die keltisch-germanische »Rasse« ist die willensstärkste, welche die Welt gesehen hat. Aber dies »Ich will« - Ich will! - das die faustische Seele bis an den Rand erfüllt, den letzten Sinn ihres Daseins ausmacht und jeden Ausdruck der faustischen Kultur in Denken, Tun, Bilden und Sichverhalten beherrscht, weckte das Bewußtsein der vollkommenen Einsamkeit des Ich im unendlichen Raum.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 144Spengler).

„Sobald die geforderten Opfer die Vorteile überwogen, war es mit der großen Armee zu Ende.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 146Spengler).

„Es wird Zeit, daß die »weiße« Welt und Deutschland zuerst sich auf solche Tatsachen besinnt. Denn hinter den Weltkriegen und der noch unbeendeten proletarischen Weltrevolution taucht die größte aller Gefahren auf, die farbige, und alles, was in den weißen Völkern noch an »Rasse« vorhanden ist, wird nötig sein. um ihr zu begegnen. Deutschland vor allem ist keine Insel, wie die politischen Ideologen meinen, die an ihm als Objekt ihre Programme verwirklichen möchten. Es ist nur ein kleiner Fleck in einer großen und gärenden Welt, allerdings in entscheidender Lage. Aber es hat allein das Preußentum als Tatsache in sich. Mit diesem Schatz von vorbildlichem Sein kann es der Erzieher der »weißen« Welt, vielleicht ihr Retter werden.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 146Spengler).

NACH OBEN „Die farbige Weltrevolution“ (S. 147-165):

„Die abendländische Zivilisation dieses Jahrhunderts wird nicht von einer, sondern von zwei Weltrevolutionen größten Ausmaßes bedroht. Sie sind beide noch nicht in ihrem wahren Umfange, ihrer Tiefe und ihren Wirkungen erkannt worden. Die eine kommt von unten, die andere von außen: Klassenkampf und Rassenkampf. Die eine liegt zum großen Teil hinter uns, wenn auch ihre entscheidenden Schläge - etwa in der angloamerikanischen Zone - wahrscheinlich noch bevorstehen. Die andere hat erst im Weltkrieg mit Entschiedenheit begonnen und gewinnt sehr rasch feste Tendenz und Gestalt. In den nächsten Jahrzehnten werden beide nebeneinander kämpfen, vielleicht als Verbündete: es wird die schwerste Krise sein, durch welche die weißen Völker - ob einig oder nicht - gemeinsam hindurchgehen müssen, wenn sie noch eine Zukunft haben wollen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 147Spengler).

„Auch die »Revolution von außen« hat sich gegen jede der vergangenen Kulturen erhoben. Sie ging stets aus dem zähneknirschenden Haß hervor, den die unangreifbare Überlegenheit einer Gruppe von Kulturnationen, welche auf den zur Höhe gereiften politischen, militärischen, wirtschaftlichen und geistigen Formen und Mitteln beruhte, ringsum bei den hoffnungslos Unterlegenen, den »Wilden« oder »Barbaren«, den rechtlos Ausgebeuteten hervorrief. Dieser Kolonialstil fehlt keiner Hochkultur. Aber ein solcher Haß schloß eine geheime Verachtung der fremden Lebensform nicht aus, die man allmählich kennenlernte, spöttisch durchschaute und zuletzt hinsichtlich der Grenzen ihrer Wirkung abzuschätzen wagte. Man sah, daß sich vieles nachahmen ließ, daß anderes unschädlich gemacht werden konnte oder nicht die Kraft besaß, die man ihm anfangs in starrem Entsetzen zugeschrieben hatte. (Spengler). Man schaute den Kriegen und Revolutionen innerhalb der Welt dieser Herrenvölker zu, wurde durch zwangsweise Verwendung in die Geheimnisse der Bewaffnung (Beispiele), Wirtschaft und Diplomatie eingeweiht. Man zweifelte endlich an der wirklichen Überlegenheit der Fremden, und sobald man fühlte, daß deren Entschlossenheit zu herrschen nachließ, begann man über einen möglichen Angriff und Sieg nachzudenken. So war es im China des dritten Jahrhunderts v. Chr., wo die Barbarenvölker nördlich und westlich des Hoangho und südlich des Jangtsekiang in die Entscheidungskämpfe der Großmächte hineingezogen wurden, in der arabischen Welt der Abbasidenzeit, wo türkisch-mongolische Stämme erst als Söldner, dann als Herren auftraten, und so war es vor allem in der Antike, wo wir die Ereignisse genau übersehen können, die vollkommen denen gleichen, in die wir unwiderruflich hineinschreiten.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 147-148Spengler).

„Die Barbarenangriffe auf die antike Welt beginnen mit den Keltenzügen seit 300 v. Chr., die immer wieder gegen Italien erfolgten, wo in der Entscheidungsschlacht bei Sentinum (295) gallische Stämme die Etrusker und Samniten gegen Rom unterstützten und noch Hannibal sich ihrer mit Erfolg bedient hat. Um 280 eroberten andere Kelten Makedonien und Nordgriechenland, wo infolge der innerpolitischen Kämpfe jede staatliche Macht zu existieren aufgehört hatte, und wurden erst vor Deiphi aufgehalten. In Thrakien und Kleinasien gründeten sie Barbarenreiche über einer hellenisierten, zum Teil hellenischen Bevölkerung. Etwas später beginnt auch im Osten, in dem zerfallenen Reich Alexanders des Großen, die barbarische Reaktion unter zahllosen Aufständen gegen die hellenische Kultur, die Schritt für Schritt zurückweichen muß (Meyer), so daß seit 100 etwa Mithridates in Verbindung mit ... »Wilden« ;(Skythen und Bastarnen) und auf das immer stärkere Vordringen der Parther von Ostiran gegen Syrien rechnend hoffen durfte, den im vollen Chaos der Klassenkämpfe befindlichen römischen Staat zu zerstören. Er konnte erst in Griechenland aufgehalten werden. Athen und andere Städte hatten sich ihm angeschlossen, auch keltische Stämme, die noch in Makedonien saßen. In den römischen Heeren herrschte offene Revolution. Die einzelnen Teile kämpften gegeneinander, und die Führer brachten sich gegenseitig um, selbst vor dem Feinde (Fimbria). Damals hörte das römische Heer auf, eine nationale Truppe zu sein, und verwandelte sich in die persönliche Gefolgschaft von Einzelnen. Was Hannibal 218 gegen Rom geführt hatte, waren nicht eigentlich Karthager gewesen, sondern überwiegend Leute aus den wilden Stämmen des Atlas und Südspaniens, mit denen Rom dann seit 146 furchtbare und endlose Kämpfe zu führen hatte - die Verluste in diesen Kriegen waren es, die zur Auflehnung des römischen Bauerntums in den gracchischen Unruhen geführt haben - und mit denen der Römer Sertorius später einen gegen Rom gerichteten Staat zu gründen versuchte. Seit 113 erfolgte der keltisch-germanische Angriff der Kimbern und Teutonen, der erst nach der Vernichtung ganzer römischer Heere von dem Revolutionsführer Marius zurückgewiesen werden konnte, nachdem dieser von der Besiegung Jugurthas zurückgekehrt war, der Nordafrika gegen Rom in Waffen gebracht und durch Bestechung der römischen Politiker jahrelang jede Gegenwirkung verhindert hatte. Um 60 begann eine zweite keltisch-germanische Bewegung (Sueven, Helvetier), der Cäsar durch die Eroberung Galliens entgegentrat, während zur selben Zeit Crassus gegen die siegreichen Parther fiel. Aber dann war es mit dem Widerstand durch Ausdehnung zu Ende. Der Plan Cäsars, das Alexanderreich wieder zu erobern und damit die Parthergefahr zu beseitigen, blieb unausgeführt. Tiberius mußte die Grenze in Germanien zurückverlegen, nachdem es nicht gelungen war, die in der Varusschlacht vernichteten Truppen zu ersetzen und beim Tode des Augustus der erste große Aufstand der Grenzlegionen stattgefunden hatte. Seitdem herrschte ein System der Defensive. Aber die Armee füllte sich mehr und mehr mit Barbaren. Sie wird eine unabhängige Macht. Germanen, Illyrier, Afrikaner, Araber kommen als Führer empor, während die Menschen des Imperiums im Fellachentum eines »ewigen Friedens« versinken, und als vom Norden und Osten her die großen Angriffe begannen, schloß nicht nur die Zivilbevölkerung Verträge mit den Eindringenden ab und ging freiwillig in ein Untertanenverhältnis zu ihnen über: Der späte Pazifismus einer müden Zivilisation.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 148-149Spengler).

„Aber immerhin war durch Jahrhunderte eine planmäßige Abwehr dieser Zustände möglich, weil der Orbis terrarum des römischen Reiches ein geschlossenes Gebiet war, das Grenzen hatte, die verteidigt werden konnten. Viel schwerer ist die Lage beim heutigen Imperium der weißen Völker, das die ganze Erdoberfläche umfaßt und die »Farbigen« einschließt. Die weiße Menschheit hat sich in ihrem unbändigen Drang zur unendlichen Ferne überallhin zerstreut, über Nord- und Südamerika, Südafrika, Australien und über zahllose Stützpunkte dazwischen. Die gelbe, braune, schwarze und rote Gefahr lauert innerhalb des weißen Machtbereiches, dringt in die kriegerischen und revolutionären Auseinandersetzungen zwischen den weißen Mächten ein, beteiligt sich an ihnen und droht die Entscheidung zuletzt selbst in die Hand zu bekommen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 149-150Spengler).

„Was alles gehört denn zur »farbigen« Welt?  (Farbige). Nicht nur Afrika, die Indianer - neben Negern und Mischlingen - in ganz Amerika, die islamischen Völker, China, Indien bis nach Java hin, sondern vor allem Japan und Rußland, das wieder eine asiatische, »mongolische« Großmacht geworden ist. Als die Japaner Rußland besiegten, leuchtete eine Hoffnung über ganz Asien auf: Ein junger asiatischer Staat hatte mit westlichen Mitteln eine große Macht des Westens in die Knie gezwungen und damit den Nimbus der Unüberwindlichkeit zerstört, der »Europa« umgab. Das wirkte wie ein Signal, in Indien, in der Türkei, selbst im Kapland und der Sahara: Es war also möglich, den weißen Völkern die Leiden und Demütigungen eines Jahrhunderts heimzuzahlen. Seitdem sinnt die tiefe Schlauheit asiatischer Menschen über Mittel nach, die dem westeuropäischen Denken unzugänglich und überlegen sind. Und nun legte Rußland, nachdem es 1916 von Westen her die zweite entscheidende Niederlage erlitten hatte, nicht ohne die spöttische Befriedigung des verbündeten England, die »weiße« Maske ab und wurde wieder asiatisch, aus ganzer Seele und mit brennendem Haß gegen Europa. Es nahm die Erfahrungen von dessen innerer Schwäche mit und baute daraus neue, heimtückische Methoden des Kampfes auf, mit denen es die gesamte farbige Bevölkerung der Erde im Gedanken des gemeinsamen Widerstandes durchdrang. Das ist, neben dem Sieg des Arbeitersozialismus über die Gesellschaft der weißen Völker, die zweite wirkliche Folge des Weltkrieges, der von den eigentlichen Problemen der großen Politik keines dem Verstehen näher gebracht und keines entschieden hat. Dieser Krieg war eine Niederlage der weißen Rassen, und der Friede von 1918 war der erste große Triumph der farbigen Welt: Es ist ein Symbol, daß sie im Genfer »Völkerbund« - der nichts ist als das elende Symbol für schmachvolle Dinge - heute über die Streitfragen der weißen Staaten untereinander mitreden darf.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 150-151Spengler).

„Nicht Deutschland, das Abendland hat den Weltkrieg verloren, als es die Achtung der Farbigen verlor. Die Tragweite dieser Verschiebung des politischen Schwergewichts ist zuerst in Moskau begriffen worden. In Westeuropa begreift man sie noch heute nicht. Die weißen Herrenvölker sind von ihrem einstigen Rang herabgestiegen. Sie verhandeln heute, wo sie gestern befahlen, und werden morgen schmeicheln müssen, um verhandeln zu dürfen. Sie haben das Bewußtsein der Selbstverständlichkeit ihrer Macht verloren und merken es nicht einmal. Sie haben in der »Revolution von außen« die Wahl der Stunde aus der Hand gegeben, an Amerika und vor allem an Asien, dessen Grenze heute an der Weichsel und den Karpathen liegt. Sie sind seit der Belagerung Wiens durch die Türken zum erstenmal wieder in die Verteidigung gedrängt worden, und werden große Kräfte, seelisch wie militärisch, in der Hand sehr großer Männer aufbringen müssen, wenn sie den ersten gewaltigen Sturm überstehen wollen, der nicht lange auf sich warten lassen wird.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 151Spengler).

„In Rußland sind 1917 beide Revolutionen, die weiße und die farbige, zugleich ausgebrochen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 151Spengler)

„In Mexiko entstand Anfang 1914 in führenden indianischen Kreisen der »Plan von San Diego«, wonach eine Armee von Indianern, Negrn und Japanern in Texa und Arizona einbrechen sollte. Die weiße Bevölkerung sollte massakriert, die Negerstaaten selbständig werden und ein größeres Mexiko als rein indianischer Rassestaat entstehen. (In der Stadt Mexiko steht eine Staatue des letzten Aztekenkaisers Guatemozin. Niemand würde es wagen, für Ferdinand Cortez dasselbe zu tun.). Wäre der Plan zur Ausführung gekommen, so hätte der Weltkrieg mit einer ganz anderen Verteilung der Mächte und auf Grund anderer Probleme begonnen. Die Monroedoktrin in Gestalt des Dollarimpüerialismus mit ihrer Spitze gegen Lateinamerika wäre damit vernichtet worden.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 153-154Spengler)

„In Afrika ist es der christliche Missionar, vor allem der englische Methodiist, der in aller Unschuld - mit seiner Lehre von der Gleichheit aller Menschen vor Gott und der Sünde des Reichtums - den Boden pflügt, auf dem der bolschewistische Sendbote sät und erntet.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 156Spengler)

„Außerdem folgt von Norden und und Osten her, heute schon gegen den Sambesi vordringend (Nyassaland), der islamische Missionar seinen Spuren mit weit größerem Erfolg. Wo gestern eine christliche Schule stand, steht morgen eine Moscheehütte. Der kriegerische, männliche Geist dieser Religion ist dem Neger verständlicher als die Lehre vom Mitleid, die ihm nur die Achtung vor den Weißen nimmt; und vor allem ist der christliche Priester verdächtig, weil er ein weißes Herrenvolk vertritt, gegen das sich die islamische Prpaganda, mehr politisch als dogmatisch, mit kluger Entschiedenheit richtet. (Aber es gibt auch eine äthiopische, europafeindliche Methodistenkirche, die von den Vereinigten Staaten her Mission treibt und z.B. 1907 in Natal und 1915 in Nyassaland Aufstände hervorgerufen hat.).“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 156Spengler)

„Diese farbige Gesamtrevolution der Erde schreitet unter sehr verschiedenen Tendenzen vor ....“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 156Spengler)

„Die altägyptische Zivilisation hat seit 1000 v. Chr. sehr viele Herren gewechselt - Libyer, Assyrer, Perser, Griechen, Römer -, sie war zur Selbstregierung nie wieder fähig, aber immer wieder zu einem siegreichen Aufstand.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 156-157Spengler).

„Die große geschichtliche Frage ist, ob der Sturz der weißen Mächte gelingt oder nicht. .... Und was besitzt die weiße Welt an Kräften des seelischen und materiellen Widerstandes gegen diese Gefahr?  Sehr wenig, wie es zunächst scheint. Auch ihre Völker sind an der Kultur müde geworden. (Wie früher schon die Völker der 7 anderen Kulturen 8 Kulturen). Im Feuer der hohen Form und im Ringen auch innerer Vollendung hat sich die seelische Substanz verzehrt. Vielfach ist nur noch Glut, oft nur Asche übrig, aber das gilt nicht überall. Je weniger ein Volk in den Wirbel vergangener Geschichte führend hineingezogen wurde, desto mehr Chaos, das Form werden kann, hat es bewahrt. Und wenn der Sturm großer Entscheidungen darüber hinbraust, wie 1914, schlagen die verborgenen Funken plötzlich als Flammen empor. Gerade in der germanischen Rasse, der willensstärksten, die es je gegeben hat, schlafen noch große Möglichkeiten.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 157Spengler).

„Aber wenn hier von Rasse die Rede ist, so ist das nicht in dem Sinne gemeint, wie er heute unter Antisemiten in Europa und Amerika Mode ist, darwinistisch, materialistisch nämlich. Rasseeinheit ist ein groteskes Wort angesichts der Tatsache, daß seit Jahrtausenden alle Stämme und Arten sich gemischt haben, und daß gerade kriegerische, also gesunde, zukunftsreiche Geschlechter von jeher gern einen Fremden sich eingegliedert haben, wenn er »von Rasse« war, gleichviel zu welcher Rasse er gehörte. Wer zuviel von Rasse spricht, der hat keine mehr. Es kommt nicht auf die reine, sondern auf die starke Rasse an, die ein Volk in sich hat. (Spengler). Das zeigt sich zunächst in der selbstverständlichen, elementaren Fruchtbarkeit, dem Kinderreichtum ....“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 157Spengler).

„Das Weib von Rasse will nicht »Gefährtin« oder »Geliebte« sein, sondern Mutter, und nicht die Mutter eines Kindes als Spielzeug oder Zeitvertreib, sondern vieler: Im Stolz auf den Kinderreichtum, im Gefühl, daß Unfruchtbarkeit (SpenglerSpengler) der härteste Fluch ist, der ein Weib und durch sie das Geschlecht treffen kann, redet der Instinkt von starken Rassen. Aus ihm stammt die Ureifersucht, mit der ein Weib dem anderen den Mann zu entreißen sucht, den es selbst als Vater seiner Kinder besitzen will. Die geistigere Eifersucht der großen Städte, die wenig mehr ist als erotischer Appetit und den anderen Teil als Genußmittel wertet, das bloße Nachdenken über die gewünschte oder gefürchtete Kinderzahl verrät schon den erlöschenden Trieb der Rasse zur Dauer, der sich nicht durch Reden und Schreiiben wieder erwecken läßt. Die Urehe - oder was alte Volkssitte sonst an tiefgewurzelten Bräuchen kennt, um die Zeugung zu heiligen - ist nichts weniger als sentimental. Der Mann will tüchtige Söhne haben, die seinen Namen und seine taten über den eigenen Tod hinaus in die Zukunft dauern und wachsen lassen, wie er selbst sich als Erbe des Rufes und des Wirkens seiner Ahnen fühlt. Das ist die nordische Idee der Unsterblichkeit. Eine andere haben diese Völker nicht gehabt und nicht gewollt. Darauf beruht die gewaltige Sehnsucht nach Ruhm, der Wunsch, in einem Werk unter den Nachkommen fortzuleben, seinen Namen auf Denkmälern verewigt zu sehen oder zum mindesten ein ehrenvolles Gedächtnis zu erhalten. Deshalb ist der Erbgedanke von der germanischen Ehe nicht zu trennen. Wenn die Idee des Eigentums verfällt, löst sich der Sinn der Familie in nichts auf. Wer sich gegen die eine wendet, greift auch die andere an. Der Erbgedanke, der am Dasein jedes Bauernhofes, jeder Werkstatt, jeder alten Firma haftet, an ererbten Berufen (deshalb gibt es Offiziers-, Richter- und Pfarrergeschlechter; darauf beruhen Adel, Patriziat und Zünfte), und in der Erbmonarchie seinen höchsten symbolischen Ausdruck gefunden hat, bürgt für die Stärke des Rasseinstinktes. Der Sozialismus greift ihn nicht nur an, sondern ist durch sein bloßes Vorhandensein schon ein Zeichen für dessen Niedergang.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 158-159Spengler).

„Aber der Verfall der weißen Familie, der unentrinnbare Ausdruck großstädtischen Daseins, greift heute um sich und verzehrt die »Rasse« der Nationen. (Spengler). Der Sinn von Mann und Weib geht verloren, der Wille zur Dauer. Man lebt nur noch für sich selbst, nicht für die Zukunft von Geschlechtern. Die Nation als Gesellschaft, ursprünglich das organische Geflecht von Familien, droht sich von der Stadt her in eine Summe privater Atome aufzulösen, deren jedes aus seinem und dem fremden Leben die größtmögliche Menge von Vergnügen - panem et circenses - ziehen will. Die Frauenemanzipation der Ibsenzeit will nicht die Freiheit vom Mann, sondern vom Kinde, von der Kinderlast, und die gleichzeitige Männeremanzipation die von den Pflichten für Familie, Volk und Staat. Die ganze liberal-sozialistische Problemliteratur bewegt sich um diesen Selbstmord der weißen Rasse. Es war in allen anderen Zivilisationen ebenso. (Spengler).“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 158-159Spengler).

„Die Folgen liegen vor unseren Augen. Die farbigen Rassen der Welt waren bisher doppelt so stark wie die weißen. Aber ... Indien hat 1921-31 um 34 Millionen zugenommen. In Afrika werden die Neger bei ihrer ungeheuren Fruchtbarkeit sich noch gewaltiger vermehren, seitdem die europäische Medizin dort »eingebrochen« ist und die starke Auslese durch Krankheiten verhindert. Demgegenüber haben Deutschland und Italien einen Geburtenüberschuß von weniger als einer halben Million, England, das Land der öffentlich empfohlenen Geburteneinschränkung, weniger als die Hälfte davon, Frankreich und das alteingesessene Yankeetum der Vereinigten Staaten (ebenso das weiße Element in Südafrika und Australien) keinen mehr. Das letztere, die bisher herrschende »Rasse« germanischer Prägung, schwindet seit Jahrzehnten rasch dahin. Die Zunahme der Bevölkerung liegt ganz auf Seiten der Neger .... In Frankreich haben manche Departments seit 50 Jahren über ein Drittel der Bevölkerung verloren. In einzelnen ist die Geburtenzahl um die Hälfte niedriger als die der Todesfälle. Einige kleine Städte und viele Dörfer stehen fast leer. .... Es gibt schwarze Geistliche, Offiziere und Richter. Diese Zugewanderten, weit über ein Zehntel der Einwohnerschaft, halten mit ihrer Fruchtbarkeit allein die Kopfzahl der »Franzosen« annähernd auf der gleichen Höhe. Aber der echte Franzose wird in absehbarer Zeit nicht mehr Herr in Frankreich sein. Die scheinbare Zunahme der weißen Gesamtbevölkerung der ganzen Erde, so gering sie im Verhältnis zum Anschwellen der Farbigen ist, beruht auf einer vorübergehenden Täuschung: Die Zahl der Kinder wird immer kleiner, und nur die Zahl der Erwachsenen nimmt zu, nicht weil es mehr sind, sondern weil sie länger leben.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 159-160Spengler). Siehe auch: Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Spengler Spengler Spengler

„Aber zu einer starken Rasse gehört nicht nur eine unerschöpfliche Geburtenzahl, sondern auch eine harte Auslese durch die Widerstände des Lebens, Unglück, Krankheit und Krieg. Die Medizin des 19. Jahrhunderts, ein echtes Produkt des Rationalismus, ist von dieser Seite her betrachtet ebenfalls eine Alterserscheinung. Sie verlängert jedes Leben, ob es lebenswert ist oder nicht. Sie verlängert sogar den Tod. Sie ersetzt die Zahl der Kinder durch die Zahl der Greise. Sie kommt der Weltanschuung panem et circenses entgegen, indem sie den Wert des Lebens am Quantum der Lebenstage mißt und nicht an deren Gehalt. Sie verhindert die natürliche Auslese und steigert dadurch den Rasseverfall.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 160Spengler). Siehe auch: Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Demographie Spengler Spengler Spengler

„Eine Auslese, wie sie der englische Kolonialdienst und das preußische Offizierskorps - auch die katholische Kirche - heranbildeten, indem sie unerbittlich und ohne Rücksicht auf Geld und Abkunft nur die sittliche Haltung und die Bewährung in schwierigen Lagen gelten ließen, wird ... unmöglich, wenn das vorhandene Material nirgends über den Durchschnitt hinausragt. Die Auslese des Lebens muß vorangegangen sein; dann erst kann die des Standes folgen. Ein starkes Geschlecht hat starke Eltern nötig:“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 161Spengler).

„Etwas vom Barbarentum der Urzeit muß noch im Blute liegen, unter der Formenstrenge alter Kultur, das in schweren Zeiten hervorbricht, um zu retten und zu siegen. - Dies Barbarentum ist das, was ich starke Rasse nenne (Spengler), das Ewig-Kriegerische im Typus des Raubtieres Mensch. Es scheint oft nicht mehr da zu sein, aber es liegt sprungbereit in der Seele. Eine starke Herausforderung, und es hat den Feind unter sich. Es ist nur dort erstorben, wo der Pazifismus der späten Städte seinen Schlamm über die Generationen wälzt, den müden Wunsch nach Ruhe um jeden Preis, ausgenommen den des eigenen Lebens. Das ist die seelsiche Selbstentwaffnung nach der leiblichen durch Unfruchtbarkeit (SpenglerSpengler). ....“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 161-162Spengler). Spengler

„Die große Geschichte ist anspruchsvoll. Sie verzehrt die rassemäßig besten Elemente. Sie hat das Römertum in ein paar Jahrhunderten verzehrt. Als mit der Entdeckung Amerikas die nordische Völkerwanderung, die tausend Jahre vorher in Südeuropa (und Nordafrika Vgl. Karte) zum Stillstand gekommen war, in großem Stile wieder begann und sich über die Meere hin fortsetzte, gingen die kraftvollen Geschlechter Spaniens von großenteils nordischer Abkunft nach drüben, wo sie kämpfen, wagen und herrschen konnten. Die wertvollste Aristokratie spanischer Prägung saß um 1800 dort, und das starke Leben erlosch im Mutterlande. Ebenso hat sich die zum Herrschen berufene Oberschicht Frankreichs an der großen Politik seit Ludwig XIII. und nicht nur an ihr verbraucht - auch die hohe Kultur bezahlt sich teuer - und noch mehr die angelsächsische am englischen Weltreich. Was hier an überlegenen Geschlechtern vorhanden war, sandte die Männer nicht in die Kontore und kleinen Ämter der heimatlichen Insel. Sie folgten dem Wikingerdrang nach einem Leben in Gefahr und gingen überall in der Welt in zahllosen Abenteuern und Kriegen zugrunde, wurden vom Klima verdorben oder blieben in der Ferne, wo sie zum Beispiel in Nordamerika die Grundlage einer neuen Herrenschicht gebildet haben. Was übrig blieb, wurde »konservativ«, das bedeutet hier: unschöpferisch, müde, voll von unfruchtbarem Haß gegen alles Neue und Unvorhergesehene. Auch Deutschland hat sehr viel von seinem besten Blut in fremden Heeren und an fremde Nationen verloren.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 162Spengler).

„Der Kampf um den Planeten hat begonnen. Der Pazifismus des liberalen Jahrhunderts muß überwunden werden, wenn wir weiterleben wollen. Wie weit sind die weißen Völker schon in ihn hineingeschritten?  Ist das Geschrei gegen den Krieg eine geistige Geste oder die ernsthafte Abdankung vor der Geschichte auf Kosten der Würde, der Ehre, der Freiheit?  Aber das Leben ist Krieg. Kann man seinen Sinn verabschieden und es doch behalten?  Das Bedürfnis nach fellachenhafter Ruhe, nach Versicherung gegen alles, was der Trott der Tage stört, gegen das Schicksal in jeder Gestalt, scheint das zu wollen: eine Art Mimikry gegenüber der Weltgeschichte, das Sichtotstellen menschlicher Insekten angesichts der Gefahr, das happy end eines inhaltleeren Daseins, durch dessen Langeweile Jazzmusik und Niggertänze den Totenmarsch einer großen Kultur zelebrieren. Aber das kann nicht sein und das darf nicht sein. Der Hase täuscht vielleicht den Fuchs. Der Mensch kann den Menschen nicht täuschen. Der Farbige durchschaut den Weißen, wenn er von »Menschheit« und ewigem Frieden redet. Er wittert die Unfähigkeit und den fehlenden Willen, sich zu verteidigen. Hier tut eine große Erziehung not, wie ich sie als preußisch bezeichnet habe und die man meinetwegen auch »sozialistisch« nennen mag - was kommt auf Worte an!“  (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 163Spengler).

„Wir können uns nicht erlauben, müde zu sein. Die Gefahr pocht an der Tür. Die Farbigen sind nicht Pazifisten. Sie hängen nicht an einem Leben, dessen Länge sein einziger Wert ist. Sie nehmen das Schwert auf, wenn wir es niederlegen. Sie haben den Weißen einst gefürchtet, sie verachten ihn nun nun. In ihren Augen steht das Urteil geschrieben, wenn weiße Männer und Frauen sich vor ihnen so aufführen, wie sie es tun, zu Hause oder in den farbigen Ländern selbst. Einst packte sie Entsetzen vor unserer Macht - wie die Germanen vor den ersten römischen Legionen. Heute, wo sie selbst eine Macht sind, reckt sich ihre geheimnisvolle Seele auf, die wir nie verstehen werden, und sieht auf den Weißen herab wie auf etwas Gestriges.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 163-164Spengler).

„Aber die größte Gefahr ist noch gar nicht genannt worden: Wie, wenn sich eines Tages Klassenkampf und Rassenkampf zusammenschließen, um mit der weißen Welt ein Ende zu machen?  Das liegt in der Natur der Dinge, und keine der beiden Revolutionen wird die Hilfe der andern verschmähen, nur weil sie deren Träger verachtet. Gemeinsamer Haß löscht gegenseitige Verachtung aus. Und wie, wenn sich an ihre Spitze ein weißer Abenteurer stellt, wie wir schon manche erlebt haben, einer, dessen wilde Seele im Treibhaus der Zivilisation nicht atmen konnte und in gewagten Kolonialunternehmen, unter Piraten, in der Fremdenlegion sich an Gefahren zu sättigen versuchte, bis er hier plötzlich ein großes Ziel vor Augen sieht?  Mit solchen Naturen bereitet die Geschichte ihre großen Überraschungen vor. Der Ekel tiefer und starker Menschen an unseren Zuständen und der Haß tief Enttäuschter könnte sich schon zu einer Auflehnung steigern, die Vernichtung will. Auch das war der Zeit Cäsars nicht fremd. Jedenfalls: Wenn in den Vereinigten Staaten das weiße Proletariat losbricht, wird der Neger zur Stelle sein und hinter ihm werden Indianer und Japaner auf ihre Stunde warten. Das schwarze Frankreich würde in solchem Falle ebensowenig zögern, die Pariser Szenen von 1792 und 1871 zu übertreffen. Und würden die weißen Führer des Klassenkampfes je verlegen sein, wenn farbige Unruhen ihnen den Weg öffneten?  Sie sind in ihren Mitteln nie wählerisch gewesen. Es würde sich nichts ändern, wenn Moskau als Befehlsgeber verstummen sollte. Es hat sein Werk getan. Das Werk setzt sich selbst fort. Wir haben vor den Augen der Farbigen unsre Kriege und Klassenkämpfe geführt, uns untereinander erniedrigt und verraten; wir haben sie aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Wäre es ein Wunder, wenn sie das endlich auch für sich täten?“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 164-165Spengler).

„Hier erhebt die kommende Geschichte sich hoch über Wirtschaftsnöte und innerpolitische Ideale. Hier treten die elementaren Mächte des Lebens selbst in den Kampf, der um alles oder nichts geht. Die Vorform des Cäsarismus wird sehr bald bestimmter, bewußter, unverhüllter werden. Die Masken aus dem Zeitalter parlamentarischer Zwischenzustände werden ganz fallen. Alle Versuche, den Gehalt der Zukunft in Parteien aufzufangen, werden rasch vergessen sein. Die faschistischen Gestaltungen dieser Jahrzehnte werden in neue, nicht vorauszusehende Formen übergehen und auch der Nationalismus heutiger Art wird verschwinden. Es bleibt als formgebende Macht nur der kriegerische, »preußische« Geist, überall, nicht nur in Deutschland. Das Schicksal, einst in bedeutungsschweren Formen und großen Traditionen zusammengeballt, wird in der Gestalt formloser Einzelgewalten Geschichte machen. Die Legionen Cäsars wachen wieder auf. Hier, vielleicht schon in diesem Jahrhundert, warten die letzten Entscheidungen auf ihren Mann. Vor ihnen sinken die kleinen Ziele und Begriffe heutiger Politik in nichts zusammen. Wessen Schwert hier den Sieg erficht, der wird der Herr der Welt sein. Da liegen die Würfel des ungeheuren Spiels. Wer wagt es sie zu werfen?“  (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung, 1933, S. 165Spengler).

 

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Anmerkungen:


Polybios (um 200 - um 120 Polybios) unterschied 3 Gattungen der Geschichtsschreibung. Die von ihm gepflegte Gattung nannte er pragmatikh istoria, die Tatsachen-Geschichte für ernste Leser, die lesen, um zu lernen. Wichtig waren ihm 3 Teile bzw. Forderungen, die der pragmatische Historiker zu erfüllen hat: Studium der Quellen, der Schauplätze der Geschichte und politisch-militärische Erfahrung. Timaios und andere Schreibtischhistoriker wurden von Polybios abgekanzelt. Neben den in den Zielsetzungen der führenden Männer liegenden aitai (Ursache, Grund) des historischen Geschehens gibt es noch eine andere gewaltige verursachende Macht, das Unberechenbare, das Irrationale, von Polybios gelegentlich mit Ausdrücken um automaton umschrieben, meist aber Tyche (Schicksal, Zufall) genannt. Außer den politisch-militärischen Betrachtungen streute der leidgeprüfte, philosophisch veranlagte Historiker auch häufig allgemein-moralische Reflexionen in sein Werk ein, darunter manche sehr feine Bemerkung. Polybios wurde nicht nur bedeutend als der Historiker, der eine Fülle geschichtlichen Stoffes übermittelte, sondern auch und vielleicht noch mehr als Geschichtsphilosoph. Er vertrat die Vorstellung von einem Kreislauf der Verfassungen und betrachtete die römische Mischverfassung als die beste. Polybios hatte stärkste Wirkung auf die gesamte spätere Geschichtsschreibung - griechische und römische. Besonders stark beeinflußte er Poseidonios (um 135 - 51 ), der zum einflußreichsten Denker der mittleren Stoa wurde (Stoa), und Strabon (um 63 v. Chr. - um 19 n. Chr. Strabon) sowie Titus Livius (59 v. Chr. - 19 n. Chr. Livius). Polybios' Hauptwerk Historien (40 Bücher zur [römischen] „Weltgeschichte“ von 264 bis 144) wurde von Poseidonios und von Strabon fortgesetzt. Auch Oswald Spengler (1880-1936 Oswald Spengler) war von Polybios beeindruckt. Polybios

Ferdinand von Schill (1776-1809), preußischer Offizier, der sich in den Koalitionskriegen vor allem bei der Verteidigung von Kolberg (1807) auszeichnete. 1809 versuchte er vergeblich mit seinem Husarenregiment eine allgemeine Erhebung gegen Napoleon I. auszulösen und fiel in Stralsund im Straßenkampf; 11 Offiziere seines Korps wurden in Wesel standrechtlich erschossen, mehr als 500 Soldaten auf französische Galeeren geschickt.

Ein Versuch der Interpretation zu Oswald Spenglers Jahre der Entscheidung von Jürgen Naeher (*1947Naeher): „1933, in jenem für die Welt folgenreichen Jahr, in dem er selber einen Ruf des sächsischen Kulturministers (14. Juni) ablehnt (nachdem Spengler bereits [u.a.] G. Misch, 05.01.1919, dessen ›prinzipieller‹ Anfrage vom 08.11.1918, eine Absage erteilt hatte [vgl. Briefe, S. 116-121 Universität Göttingen]), wird er mit Hitler, für beide eher enttäuschend, in Bayreuth konferieren (25. Juli). Und er entscheidet sich, den Vortrag (Deutschland in Gefahr Spengler) zu einer politischen Schrift, Jahre der Entscheidung, auszuarbeiten. Es erscheint nurmehr der Erste Teil (18. August). Kurz darauf lehnt er Goebbels' Ansinnen ab, sich mittels eines Aufsatzes an der Propaganda zur anstehenden Volksabstimmung zu beteiligen. Er demonstriert noch einmal, daß seine Charakterisierung des Führers, der historisch je notwendigen Führer, nicht dem Nationalsozialismus gewidmet ist. Für einen zumal, der im Zusammenhang solcher Apologie einräumen mußte: »Zugegeben, daß sie [die Grundform, welche Menschen kennen muß, die zum Führergeboren sind] widernatürlich und künstlich ist - aber das ist ja ›Kultur‹« (MuT, S. 50) - für einen solchen Denker kann ohnehin nur erneuter Ekel der Preis solcher Einsichten sein. Und dieser Ekel hat sich angesichts der Tatsachen in jenen Jahren der Entscheidung durchaus gesteigert. Seiner Philosophie, die seit dem Untergang des Abendlandes »Schicksal gegen Kausalität« setzt, ist es keineswegs »notwendig«, sich dem Gang der Ereignisse - zumal in Gestalt der damaligen - ohne weiteres zu fügen. »Ent-scheidung« bleibt: als ein Akt des Sich-dem-Schicksal-anheim-Gebens. Ent-scheidung kann bei Spengler gedeutet werden als das Aufheben der (bloß begrifflichen Unter-)Scheidung (die Interpretation folgt hier zur Verdeutlichung der teilweisen Analogie zu einem Entscheidungsbegriff, wie ihn in der Tradition der Lebensphilosophie pointiert Heideggers Fundamentalontologie vertritt Heidegger). Nicht ohne weiteres irrational, soll sie doch zum Entschluß, dem Gegenteil von äußerlich logischem Schließen werden. Denn es soll eine immanente »Logik des Schicksals« am Werk sein, die es zu «erfüllen», in diesem Sinne zu «erkennen», zu erfahren gilt und der sich so «entschlossen» als irgend möglich - und in diesem Sinne «bewußt» - zu fügen ist. In dieser letztlich metaphysischen Logik hat ein Hitler für Spengler offensichtlich nur einen »chaotisch-zufälligen« Platz. So, wie ihm schon die Novemberrevolution von 1918 als kontingent, als nicht notwendig und in diesem Sinne als »Sinn-widrig« erschien. Kriterium bleibt die Erfahrung von existential begriffenem »Ekel« (vgl. die Verwandtschaft mit dem «Ekel» von Jean-Paul Sartre Sartre).“ (Jürgen Naeher, Oswald Spengler, 1984, S. 127 Naeher).

Bolschewismus war und ist der im kommunistischen Sprachgebrauch bis zu Stalins Tod (1953) übliche Sammelname für Theorie und Praxis des Sowjetkommunismus (einschließlich Marxismus-Leninismus, Stalinismus) und der von ihm beeinflußten kommunistischen Parteien und sonstigen Organisationen des Weltkommunismus. Bolschewiki (russ. „Mehrheit“) nannten sich Lenin (1870-1924) und seine Anhänger auf Grund einer Mehrheit (von 2 Stimmen), die ihre Fraktion 1903 bei einer Abstimmung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands erreichte. 1918 bis 1952 war Bolschewiki der Beiname der Kommunistischen Partei Rußlands bzw. der Sowjetunion: KPR (B), seit 1925 KPdSU (B).

Die USA sind ein Land ohne Gestern und vielleicht ohne Morgen, aber sie sind „Pragmatiker“ - das wußte Spengler ebenso, wie er das „deutsche Problem“, das „Micheltum“ (Spengler), und die Antwort auf die Frage, ob der Deutsche notwendigerweise ein Romantiker sei, sehr gut kannte. Aber er kannte eben auch die vielen Vorzüge, Chancen und Möglichkeiten, die gerade die Deutschen, und zwar als die einzigen neben den Engländern, sowohl für die Vergangenheit (trotz Michelei, Partikularismus, Kleinstaaterei, Dualismus Partikularismus, Kleinstaaterei, Dualismus) als auch für die Gegenwart („Geduld statt Resignation“ Spengler) und für die Zukunft auszeichne. Seine „Hoffnung für Deutschland“ beruhte darauf, „daß wir dasjenige Volk sind, das die stärksten Individualitäten der Technik, Wissenschaft und Organisation in Wirtschaft, Heer und Verwaltung seit einem Jahrhundert hervorgebracht und offenbar diese Kraft der Produktion bei weitem noch nicht erschöpft hat.“ (Oswald Spengler, Das heutige Verhältnis zwischen Weltwirtschaft und Weltpolitik, 1926, in: Politische Schriften, S. 338 Spengler). Daß das Land ohne Gestern und vielleicht ohne Morgen - die USA - den folgenden 2. Weltkrieg gewinnen würde, konnte Spengler zwar noch nicht wissen, aber er sah voraus, daß der nächste Entscheidungskampf ( 2. Weltkrieg) wie schon der vorhergegangene (1. Weltkrieg) wieder unter Germanen ausgefochten und nur eines von zwei germanischen Völkern, nämlich entweder Deutsche oder Angelsachsen, aus ihm als Sieger hervorgehen würde - bis zur nächsten Entscheidung. Ähnliche Kämpfe hatte es zuvor in allen anderen Kulturen gegeben; insbesondere aber die antiken Verhältnisse hatten Spengler klar gemacht, daß es auch für das Abendland gar keine andere Möglichkeit gebe - nur eben noch wesentlich komplizierter, vernetzter (globaler), schrecklicher, grausamer, extrem raubtierhaft: deshalb unser heutiger Begriff Raubtier-Kapitalismus (Raubtier-Kapitalismus Globalismus Globalismus). Aber es sind Tatsachen: Raubtier-Kapitalismus, Globalismus, Cäsarismus oder wie immer man es nennen mag, ohne dabei die Gegenstücke wie Befruchtung, Goldenes Zeitalter, Ewiger Weltfriede, Synkretismus u.s.w. zu vergessen, sind Begriffe für Tatsachen, die nicht Spenglers Zeit, sondern unsere heutige Zeit und vor allem unsere Zukunft der nächsten Jahrhunderte betreffen. Entweder erleben wir sie passiv oder aktiv (!). Und auf diese Zukunft wollte Spengler hinaus und nicht auf die unmittelbar vor ihm sich anbahnende nationale oder nationalsozialistische Bewegung, deren Revolution für ihn nur eine vorübergehende Erscheinung (Spengler) sein konnte und von der er sich bald angewidert zurückzog, nachdem er (spätestens ab 1933) ihre lächerlichen Seiten endgülig entlarvt hatte (Spengler), seitdem sogar lieber in Isolation leben wollte als sie zu unterstützen: Spengler starb 1936 (wahrscheinlich von allen guten Geistern verlassen). Er hatte stets versucht, Deutschland für den Ernst der Weltlage noch mehr in Form zu bringen, indem er eben wegen dieser Ernsthaftigkeit als der bevorstehenden größten bisher dagewesenen Krise nicht nur auf deren Gefahr, sondern auch auf die diese Gefahr eher noch verstärkende Vorgestrigkeit hinwies, weil der Ewiggestrige wie der ansonsten auch sympathische „deutsche Michel“ (Michel) davon nichts wissen will, weil er wie der Biedermeier eben auch nur Biedermännisches im Sinn hat: Romantik (bzw. Neo-Romantik oder Romantizismus), Idealismus (bzw. Neo-Idealismus oder Ideologien). Spengler wollte den Vorgestrigen mit ihrem Mangel an Tatsachensinn die Augen öffnen, indem er unter anderem viele Beispiele dafür anführte, daß man auch passiv Anteil an der Weltpolitik nimmt und daß man vor dem Schicksal nicht weglaufen kann, auch wenn man es noch so will und statt handelndes Subjekt lieber mißhandeltes Objekt bleiben möchte. Der Begriff Zucht bedeutete für Spengler in diesen Zeiten der weltweit größten Krise, die Zahl der Vorgestrigen kleiner und die Zahl der Übermorgigen größer zu machen. Schließlich hatte schon Friedrich Nietzsche (1844-1900 Nietzsche) die Deutschen „von vorgestern“ und „von übermorgen“ genannt (vgl. Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886 Nietzsche). Und letztendlich gibt es Freiheit nur in Träumen (Schiller, 1759-1805 Schiller). Um das „Ziellose der Freiheitsschwärmerei“ zu sehen - das wußte Spengler - braucht man schon „das unbestechliche Auge Goethes“ (Spengler). Wofür haben sich z.B. die Schillschen Offiziere (Spengler) unbewußt geopfert?  Für die Freiheit Quiz?  Für die Demokratie Quiz?  Für Deutschland Quiz?  Für England Quiz?

Raubtier-Kapitalismus nennen die heutigen Kritiker die als Globalisierung getarnte US-Amerikanisierung, in der keine Heilswirkung zu finden sei, sondern lediglich die Macht der Plutokratie (Scholl-Latour). Folgendes wird leider zu oft vergessen oder verdrängt: „Der Mensch ist ein Raubtier. Ich werde es immer wieder sagen.“ (Spengler Spengler). Für den us-amerikanischen Kolumnisten William Pfaff ist „die Globalisierung die letzte Illusion der Aufklärung“. Eine zügellose Marktwirtschaft bietet den Wenigen viel und den Vielen wenig. In der sogenannten Mitte verschafft sich die gähnende Leere immer mehr Platz. Oder ist auch das nur Schein, eine Täuschung oder gar ein „Schwarzes Loch“? (Schwarzes Loch). Die weltumspannende Verbreitung der Demokratie oder der Menschenrechte ist ein grausamer Witz, wie auch Scholl-Latour meint. (Scholl-Latour). Geld regiert die Welt - jedenfalls indirekt. (Beispiele). Quantitäten und Mengenregulationen wie Umfrageergebnisse, Quotenregelungen, McDonaldisierung u.s.w. dominieren die Qualitäten - aber eben auch nur quantitativ ! Dominanz

Globalik oder Globalismus ist eine andere Umschreibung für die heute beginnende abendländische Phase (Cäsarismus oder Befruchtung Befruchtung). Gemeint ist nicht die Globalisierung im allgemeinen Sinne, denn die ist so alt wie das Abendland selbst, sondern die in der heutigen Phase konkret gewordene Globalisierung. Während also Globalisierung allgemein ein Synonym für die Kulturgeschichte des Abendlandes ist, bezeichnet Globalik oder Globalsismus deren Vollendung. Auf bestimmte Weise versucht jede Kultur, globalisierend zu wirken, d.h. ihre Sphäre auszuweiten oder aufzublähen, bis so etwas wie ein möglichst umfangreiches, vor allem aber reiches Imperium entstanden ist. Deshalb ist jede - wie auch immer geartete - Globalisierung mit Imperialismus (Raubtier-Kapitalismus Raubtier-Kapitalismus) verbunden. Das Abendland ist jedoch die einzige Kultur, die den Globus von Anfang an mitmeinte, denn es war der Katholizismus, der ALLE, das ALL umfassen wollte, bis die weltliche Kugel tatsächlich erobert, umspannt, umrundet und mit einem künstlichen Schutzschirm versehen werden konnte. In der heutigen Phase der Globalik schließen die Satelliten denjenigen Kreis der Kommunikation und Technik, der geistig schon durch die katholische Kirche globales Immunsystem geworden war. Kulturelles Erbe (Kulturgenetisches Erbe), Ursymbol (Ursymbol) und Seelenbild (Ursymbol) heißen die Motive, Zeit und Raum heißen die günstigen Umstände, die das Abendland erfolgreich werden ließen.

Seelenbild der Antike und Seelenbild des Abendlandes sind gegensätzlich: apollinisch und faustisch; ihre Ursymbole ebenfalls: Einzelkörper und Unendlicher Raum. Wie ein Dogma gegenüber aller Erfahrung, gelten auch Seelenbild und Ursymbol allgemein als unbeweisbar, deshalb sei hier darauf hingewiesen, daß der Unterschied zwischen Antike und Abendland sogar am Beispiel „Parallelenaxiom“ deutlich werden kann: Euklid hat in seinen „Elementen“ (um 312 v. Chr.) die mathematische Entsprechung für das antike Beispiel gegeben und Gauß ca. 2112 Jahre später (um 1800) die für das abendländische. Sie stehen - wie unzählige andere Beispiele auch - für einen metaphysischen Mittelpunkt, um den eine Kultur kreist, während sie von Seelenbild und Ursymbol angetrieben und angezogen wird. (Vgl. Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 155, 227ff., 234, 390 Spengler). Vgl. dazu auch das Germanentum. Germanen

„Und, nebenbei gesagt, wie klein, flach, beschränkt und unwürdig steht neben dem englischen Satz: »Right or wrong, my country!« der deutsche: »Juden hinaus!«, eine bloße Negation unter völliger Verkennung der Tatsache, daß die gefährlichsten antideutschen Züge, der Hang zu internationaler und pazifistischer Schwärmerei, der Haß gegen Autorität und Machterfolge tief gerade im   d e u t s c h e n   Wesen begründet sind. Angehörige der eigenen Rasse sind immer gefährlicher als die einer fremden, die schon als Minderheit die Anpassung vorziehen muß, wenn man sie ernsthaft vor die Wahl stellt. Der englische Instinkt tut das - und mit großem Erfolge: jeder Fremde wird als Engländer anerkannt, wenn er und so lange er sich für die Größe Englands mit seinen Talenten, Mitteln und Beziehungen einsetzt.“ (Oswald Spengler, Neubau des Deutschen Reiches, 1924, in: Politische Schriften, S. 203Spengler).

„Ich verstehe unter »Farbigen« auch die Bewohner Rußlands und eines Teils von Süd- und Südosteuropa.“ (Oswald Spengler, Der Mensch und die Technik - Beitrag zu einer Philosophie des Lebens, 1931, S. 85Spengler).

„Abgesehen davon, daß in einem südlichen Lande mit halbtropischem Lebensstil und entsprechender »Rasse«, und außerdem mit schwacher Industrie, also unentwickeltem Proletariat, die nordische Schärfe des Gegensatzes nicht vorhanden ist. In England etwa hätte diese Art von Faschismus nicht entstehen und sich nicht behaupten können.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 134).

Vgl. Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 77ff. und ders., Politische Schriften (Preußentum und Sozialismus), 1919, S. 75ff..Spengler

Vgl. Oswald Spengler, Politische Schriften (Politische Pflichten der deutschen Jugend), 1924, S. 139ff. und ders., Politische Schriften (Neubau des Deutschen Reiches), 1924, S. 269.Spengler

Vgl. Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 566.Spengler

„Das altgermanische Wort eigan bedeutet herrschen: nicht nur etwas »haben«, sondern unumschränkt darüber verfügen.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 138).

„Von dem ererbten Bauernhof, der Werkstatt, der Firma mit alten Namen bis zur Erbmonarchie. Die Republik ist seit 1789 eine Form der Opposition gegen den Erbgedanken, nicht anderes.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 140).

„Das Urteil Jugurthas über Rom.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 147).

„Die Libyer und »Seevölker« durch die Ägypter des Neuen Reiches, die Germanen durch Rom, die Türken durch die Araber, die Neger durch Frankreich.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 147).

Vgl. Eduard Meyer (1855-1930 Eduard Meyer), Blüte und Niedergang des Helleninsmus in Asien (1925), Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 148.

Vgl. Oswald Spengler, Unfruchtbarkeit und Zerfall (Spengler), in: Der Untergang des Abendlandes (Spengler), 1917-1922, S. 678-687. Unter anderem heißt es hier: „Der letzte Mensch der Weltstädte will nicht mehr leben, wohl als einzelner, aber nicht als Typus, als Menge; in diesem Gesamtwesen erlischt die Furcht vor dem Tode. Das, was den echten Bauern mit einer tiefen und unerklärlichen Angst befällt, der Gedanke an das Aussterben der Familie und des Namens, hat seinen Sinn verloren. ... Kinderreichtum ... wird etwas Provinziales. Der kinderreiche Vater ist in Großstädten eine Karikatur ....“ (Oswald Spengler, ebd., S. 679 und 681). Spengler

„Ich wiederhole: Rasse, die man hat, nicht eine Rasse, zu der man gehört. Das eine ist Ethos, das andere - Zoologie.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 161Spengler). Spengler

NACH OBEN Quos Jupiter vult perdere dementat: „Wen Jupiter verderben will, dem raubt er den Verstand“.

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