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Gen-Navigator

Nomadische Vor- / Urkultur
(Über 99% der Menschheitsgeschichte ist Nomadengeschichte)

 


Öko-Navigator Seßhafte Ur-, Früh-, Hoch- und Spätkultur
(25% davon sind nomadische Vor-/Urkultur)
Archaikum, Proterozoikum, Algonkium
1.1)
Archaikum
1.2) Proterozoikum
1.3) Algonkium
Paläozoikum, Mesozoikum, Neozoikum
2.1) Paläozoikum
2.2) Mesoozoikum
2.3) Känozoikum

Tertiär (Paleozän, Eozän, Oligozän, Miozän, Pliozän)  Quartär (Pleistozän, Holozän)              2.3.1) Prähominisierung

2.3.2) Hominisierung
                 
2.3.3) Sapientisierung
                                  
  2.3.4) Historisierung

(Prähominide Periode)
(Archanthropine Periode)
(Paläanthopine Periode)
(Neanthropine Periode)
NACH OBEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

NACH OBEN
Entstehung des Universums: Chaos-Ära Quark-Ära (4 Kräfte) Hadronen-Ära Leptonen-Ära Strahlungs-Ära
    Jüngste (noch „aktuelle“) Ära
Stern-Ära (Materie-Ära): Galaxien unsere Milchstraßeunser Zentrum unsere Sterne unser Sonnensystem

 

Die 4 wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung des Planeten Erde

Universum
Alter, Zeit, Ort und Art des Universums: Grundvoraussetzung für die Entstehung unseres Sonnensystems. Das Universum ist 13-18 Mrd. Jahre alt, eines (unter verschiedenen Universumstypen) mit Blasenstruktur (in Anordnung der Galaxien) und anders als z.B. folgende Universien: ein geschlossenes Universum hätte wohl keine Materie entwickelt, ein zu schnell expandierendes Universum keine Zeit gehabt, Galaxien und damit auch unser Sonnensystem zu produzieren. Universum

Galaxis (Milchstraße)
Alter und Art der Milchstraße. Zeit und Ort vergangener Sternengenerationen, Supernovae vor der Entstehung unseres Sonnensystems. Die Zeit und der Ort einer oder mehrerer ehemaliger Sonnen waren deshalb wichtig, weil unsere Sonne hier die 2., 3. oder sogar 4. Sternengeneration werden mußte, damit die späteren Planeten ihre Schwermetalle (oberhalb Fe, Ni), die wir Lebewesen brauchen und die nur durch Supernovae entstehen können, erhalten konnten. Eine oder mehrere Supernovae waren dafür nötig. Zeit und Ort waren außerdem günstig für die Entstehung unseres Planetensystems, weil keine großen, aber kleine Störungen aus dem interstellaren Raum kamen. Das ist ideal, denn Evolution braucht Streß, wenn auch mehr Eustreß (+) als Distreß (-). Milchstraße

Sonne
Alter, Ort und Art der Sonne. Sie ist ein durchschnittlich großer Stern, der die schwereren Elemente (= die, die schwerer als Eisen sind) von einem oder mehreren „Vorfahren“ (mit mehr als 1,44 Sonnenmassen und endend als Neutronenstern oder gar als Schwarzes Loch) „geerbt“ hat und seinen Drehimpuls zu 99% auf die Planeten „übertragen“ hat. Die Sonne, der Energie- und Materialspender, übertrug ihren Drehimpuls in der Frühzeit des Sonnensystems auf die werdenden Planeten, die dadurch Eigendrehung, d.h. „Tag und Nacht“ bekamen. Wenn die Sonne nicht binnen kurzer Zeit (ca. 1 Mio. Jahre) einen fast zur Sonne, dann zum großen, auf ideale Distanz befindlichen und relativ selbständigen Jupiter bekommen, sondern einfach ihr Material in die Unendlichkeit geblasen hätte, wäre unser Planetensystem mit der unserigen Evolution nicht entstanden. Sonne

Jupiter
Größter Sonnenbegleiter: Beschützer der kleinen, inneren, schwermetallischen Planeten und des Lebens. Jupiter, Energie- und Materialspender, gibt viel mehr Energie ab als er bekommt, ist größer als alle anderen Planeten zusammen und wäre fast eine Sonne geworden. Seine Entfernung zur Sonne (5 AE) ist in mehrfacher Hinsicht ideal. Jupiter erhielt den größten Teil an Wasserstoff und Helium, der von der Sonne im Frühstadium des Sonnensystems ins Weltall geblasen und von Jupiter zum Teil in seinen Tiefen bis zum flüssigen bzw. festen Zustand gebrütet wurde. (Moleküle). Der Übergang in den „metallischen Zustand“ des Wasserstoffs erfolgt bei etwa 20000 bis 25000 km Tiefe. Dieser metallische Wasserstoff nimmt dabei infolge des hohen Druckes die für Metalle typische Gitterstruktur an und wird dadurch in einen stark elektrisch leitenden Materiezustand versetzt. Jupiters Volumen beträgt 1335 Erdvolumen (rd. 0,102% des Sonnenvolumens) und seine Gesamtmasse 318 Erdmassen (rd. 0,001% der Sonnenmasse), damit die Masse aller anderen Planeten um das Zweieinhalbfache übertreffend. Seine Wolkenformationen sind sehr schnell veränderlich. Jupiters außerordentlich heißer Kern, 10 Erdmassen umfassend, ist ein Kraftwerk, das die größten Stürme des Sonnensystems antreibt und wie ein Dynamo das enorme Magnetfeld erzeugt. Jupiters Magnetosphäre hat gigantische Ausmaße und Stärken. Von der Erde aus erscheint das Magnetfeld so groß wie die Sonne, d.h. es ist mindestens fünfmal größer als die Sonne, denn Jupiter ist von der Erde auch fünfmal weiter weg als die Sonne. Tatsächlich ist Jupiters Magnetfeld mit 11 Mio. km Ausstrahlung fast achtmal größer als der Durchmesser der Sonne (1,392 Mio. km; Jupiters Durchmesser: 0,143 Mio. km) und damit die größte Struktur im Sonnensystem. Jupiters magnetischer Schweif erstreckt sich sogar bis zur Saturnbahn (650 Mio. km = 4,33 AE). Magnetfeld und Strahlungsgürtel, die innerhalb der Magnetosphäre liegen, sind 10000mal stärker als bei der Erde. Der Energieprotz Jupiter bildet mit seinen Monden ein Miniatur-Sonnensystem. Das Verhältnis ausgestrahlter zu eingestrahlter Energie beträgt 1,67 : 1, d.h. Jupiter gibt mehr Energie ab als er selbst bekommt. Im System der Sonne hat Jupiter eine ganz außerordentliche Funktion:

Jupiter schützt die inneren Planeten


1.)
durch seine exakte Sonnen-Distanz und Anziehungskraft davor, daß die Sonne sie nicht an sich reißt,
2.) davor, daß Objekte aus dem Rand des Sonnensystems (die Kometen) sie nicht zu häufig treffen,
3.) davor, daß Objekte aus dem Asteroidengürtel (die Planetoiden) sie nicht zu häufig treffen,
4.) vor Langeweile, weshalb er ihnen (etwa alle 100 Mio. Jahre) einen Meteoriten schickt.

Ohne Jupiter träfen „Tod“ bringende Meteoriten die Erde etwa alle 100 000 Jahre!
Dank Jupiter treffen „Revolution“ bringende Meteoriten die Erde etwa alle 100 Mio. Jahre !

Ganz abgesehen davon, daß es auch ohne Jupiter kein Planetensystem, folglich keine Planeten, keine Erde, keinen günstigen Sonne-Erde-Abstand und keine irdische Evolution gäbe, hätte dieses Gedankenexperiment folgende Konsequenzen:

Im ersten Fall hätte das Leben keine Chance bekommen, allenfalls das primitive Leben. Ein Intervall von 100000 Jahren bedeutet Tod bringenden Distreß. Im zweiten Fall hat das Leben eine ideale Chance, weil Jupiter nicht nur höher entwickeltes Leben ermöglicht, sondern ihm durch „einschlagend-einschlägige“ Überraschungen auch neue Lebensformen, neue „Qualitäten“ verleiht. Ein Intervall von 100 Mio. Jahren bedeutet „Revolution“ bringenden Eustreß, der zwar einige Lebensformen tötet, andere aber erst ermöglicht. Wenn es z.B. vor etwa 65 Mio. Jahren keinen Meteoriteneinschlag gegeben hätte, würden wahrscheinlich, wenn auch andersartig, die Dinosaurier heute noch die Erde beherschen, die Säugetiere an der Weiterentwicklung hindern und Menschenmögliches verhindern. 5 bekannte evolutionäre Massenaussterben (= revolutionärer Neubeginn) (Vgl. Übersicht).

 

Meteoriten

- Unheil als Chance -
Die Evolution auf der Erde war also einerseits nur möglich wegen der 4 Voraussetzungen (I-IV) für die „Geburt des Planetensystems“ und andererseits wegen der davon abhängigen 4 Jupiter-Bedingungen (1-4) für die „Geburt der inneren Planeten“, die der „Geburtshelfer“ Jupiter schützt oder pädagogischer: durch seine Anziehung „erzieht“. Anzieher und Erzieher haben die Gemeinsamkeit, daß sie hin und wieder ihren „Kindern“ Streß bereiten: positiven (Eustreß) wie negativen (Distreß). Das Leben braucht Streß, und ohne Jupiter wäre in unserem Sonnensystem kein Leben möglich. Jupiter ist letztendlich der Garant für Leben, für die Evolution. Der ideale Abstand der Erde von der Sonne, wie überhaupt die Lebenszone im Sonnensystem, ist dem idealen Abstand des Jupiter von der Sonne zu verdanken. Also auch jedes „Neuleben“ durch „Massenaussterben“. 5 bekannte evolutionäre Massenaussterben (= revolutionärer Neubeginn)

Als „Geburtshelfer der Erde“ lenkte Jupiter durch seine enorme Anziehungskraft viel Materie, die eigentlich für den Mars bestimmt war, in Richtung auf die Erdbahn ab. Sowohl die Vermeidung als auch die Ermöglichung verschiedener Meteoriten-Einschläge bringen die Evolution voran, und das bedeutet, daß diese Zufälle, Koinzidenzen und Ereignisse nur deshalb geschehen oder nicht geschehen, weil Jupiter sie zuläßt oder nicht zuläßt. Deshalb erhielt dieser Gasgigant auch den Namen aus der antiken Mythologie: Jupiter (Zeus). Meteoriten enthalten häufig Kohlenstoffverbindungen - so könnten diese für den Aufbau des Lebens so wichtigen Bausteine auf die Erde gekommen sein. Möglich könnte auch sein, daß die Proteine und Nukleinsäuren auf der Erde selbst entstanden sind. Als sehr wahrscheinlich gilt, daß vor etwa 4,6 Mrd. Jahren ein Meteorit, der in etwa die Ausmaße des Planeten Mars hatte, die Erde traf und dadurch der Erdtrabant „Mond“ entstand. Der Mond bremste die damals schnelle Eigendrehung der Erde und machte dadurch die Evolution früher möglich als sie es ohne dieses Ereignis geworden wäre. Allerdings hätte die Evolution niemals eine Chance bekommen, wenn nicht Jupiter den Großteil aller Kometen einsammeln oder „verschlucken“, die Planetoiden im sogenannten Asteroidengürtel auf ihre Plätze und Bahnen verweisen, ab und zu aber auch einen „Glücksmeteoriten“ schicken würde. Denn: Jupiter ist der Geburtshelfer der inneren Planeten, also auch der Erde. Und der Erde schickte er bald danach auch den Mond (vielleicht als Geschenk zur „Taufe“?).

Jupiter übt eine so tyrannische Macht in der Nachbarschaft aus, daß einige Kleinplaneten - die Gruppe der Trojaner - wie Satelliten in seinem Bann gehalten werden. In einem Abstand von einem Sechstel (60°) folgen sie genau Jupiters Bahn um die Sonne, nämlich 60° vor dem Jupiter die Planetoiden der „griechischen Helden“ und 60° hinter dem Jupiter die Planetoiden der „trojanischen Helden“. Noch bevor der erste dieser Kleinplaneten entdeckt wurde, bewies der Mathematiker J. L. Lagrange (1736-1813), daß sich auf der Umlaufbahn eines jeden Planeten zwei Punkte befinden müssen, an denen die Gravitation sich stabilisiert und Materie sich sammelt. Jeder dieser Punkte wird durch die dritte Ecke eines gleichseitigen Dreiecks markiert, das durch die Verbindungslinie zwischen ihm, den Planeten und der Sonne gebildet wird. Die Punkte werden mit Hilfe von zwei gleichseitigen Dreiecken gefunden, deren gemeinsame Seite durch die Verbindungslinie zwischen Sonne und Planeten gebildet wird. Die Lagrangeschen Punkte (Librationspunkte) befinden sich dort, wo die Dreiecke vor und hinter dem Planeten seine Bahn berühren. (Vgl. Schema).

Im Magnetfeld des Jupiter wird eine Synchrotronstrahlung erzeugt, die mit Radioteleskopen von der Erde aus vor allem im Dezimeter-, aber auch im Meterwellenbereich aufgenommen werden kann. Sie ist die bei einer bis nahe an die Lichtgeschwindigkeit erfolgten Beschleunigung eines Elektrons (oder eines anderen Teilchens) im Magnetfeld abgegebene Strahlung. Die Bezeichnung geht auf den Umstand zurück, daß diese Strahlung erstmals in einem Synchrotron, einem Teilchenbeschleuniger, nachgewiesen wurde. Einergiereiche geladene Teilchen emittieren diese elektromagmetische Strahlung, wenn sie durch ein Magnetfeld auf gekrümmte Bahnen gezwungen werden. Das Spektrum einer Synchrotronstrahlung weicht völlig von einer thermischen Strahlung ab, die z.B. ein heißes Gas aussendet.


Entstehung einer Synchrotronstrahlung bei der Bewegung der Elektronen in Magnetfeldern.

*

- Kleinplaneten (Planetoiden / Asteroiden) -

Die zwei Planetoidengruppen Achill und Patroklos befinden sich auf Jupiters Bahn um die Sonne an zwei Orten relativer Stabilität. Planetoiden an anderen Punkten sind durch die Anziehungskraft anderer Planeten aus der Bahn gezogen worden.

Die „griechischen Helden“ bewegen sich etwa 60 Grad vor dem Jupiter, die „trojanischen Helden“ etwa 60 Grad hinter dem Jupiter. Tatsächlich führen die Trojaner jedoch noch zusätzliche Schwingungen (Schwingungen) in Gestalt nierenförmiger Bahnen um die jeweiligen Librationspunkte aus. (Schema). Die Perioden dieser Schwingungen betragen mindestens 148 Jahre, bei sehr großen Schwingungen sogar wesentlich länger. Die „Trojaner“ sind also, wie bereits gesagt, ein Teil der sogenannten „Jupitergruppe“, das heißt: eine Gruppe von Planetoiden (Kleinplaneten, auch Asteroiden genannt, obwohl das Wort ein wenig irreführend ist), deren halbe große Bahnachse etwa der des Jupiter entspricht. Dagegen ist die „Jupiterfamilie“ eine Kometenfamilie, die durch die Störung des massereichen Jupiter auf nahe an ihm vorbeiziehende Kometen entstanden ist. Das Aphel der Bahnen dieser Kometen liegt durchweg ungefähr auf der Jupiterbahn oder knapp dahinter. Deren Umlaufzeiten um die Sonne liegen zwischen 6 und 7 Jahren, Jupiters Umlaufzeit beträgt dagegen fast genau 12 Jahre. Die Jupiterfamilie besitzt vermutlich etwa 70 bis 100 Mitglieder, vielleicht auch noch mehr. Besteht also die Jupiterfamilie aus Kometen, jedoch die Jupitergruppe aus Kleinplaneten (Planetoiden, Asteroiden), so sind die Jupitersatelliten Jupiters Trabanten („Monde“), diese Satelliten sind Mitglieder eines gigantischen Planetensystems, eines „Mini-Sonnensystems“. (Mini-Sonnensystem). Und natürlich beeindrucken Jupiter und seine Satelliten auch allein schon durch Größe. Beispielsweise ist Jupiters Satellit Ganymed mit seinem Durchmesser (5262 km) 384 km größer als Merkur (4878 km) und 1532 km kleiner als Mars (6794 km). Zur Übersicht nun einige Daten zu den Satelliten, die den Planeten Jupiter umkreisen:

Jupiter Jupitersatelliten Jupiter- und Sonnensystem
 NameMitterer AbstandDurchmesser in kmUmlaufzeit in Tagen
1XVI) Metis    127 960    44     0,2948Innere
Monde
2XV) Adrastea   128 980    16     0,2983
3V) Amalthea   181 300  168     0,4981
4XIV) Thebe   221 900    98     0,6745
5I) Io   421 6003643     1,7690Äußere
Monde
6II) Europa   671 4003138      3,5510
7III) Ganymed 1 070 0005262    7,1550
8IV) Kallisto 1 883 0004821  16,6890
9XVIII) Themisto 7 507 000      9238,7200Äußerste
Monde
10XIII) Leda11 094 000    18238,7200
11VI) Himalia11 480 000  160250,5700
12X) Lysithea11 720 000    38259,2200
13VII) Elara11 737 000    78259,6500
.........    ......
31XII) Ananke21 200 000    28631 (R)   
.........    ......
47XI) Carme22 600 000    46692 (R)   
.........    ......
51VIII) Pasiphae23 500 000    56735 (R)   
.........    ......
55IX) Sinope23 700 000    38758 (R) 
.........    ......
61XLVIII) Cyllene24 349 000      2737,8000
62XLIX) Kore24 543 000      2779,2000
.........    ......
*   (R) = Rücklaufige Bahn
*Es existieren noch mehr Jupitersatelliten: Jupiter hat die meisten Monde im Sonnensystem.


Jupiters „Mini-Sonnensystem“ könnte tatsächlich eine Klein-Kopie des Sonnensystems sein. Vielleicht wären Sonne und Jupiter ein Doppelsternsystem geworden, wenn nicht der „Schöpfer“ etwas anderes vorgehabt hätte. Jupiter ist die Kleinkopie der Sonne, während sein Mond Europa die Kleinkopie der „Erde“ sein könnte. Wahrscheinlich stieg aus noch unbekannten Gründen (innere Erwärmung durch Gezeiteneinwirkung seitens der Nachbarsatelliten?) in einer verhältnismäßig späten Zeit der Europa-Entwicklung Wasser an die Oberfläche. Dort erstarrte es und bildete den vielleicht 10 bis 100 km dicken Eispanzer, der die frühere Oberfläche bedeckte. Vielleicht befindet sich aber unter der Eisschicht auch eine matschige Wasserschicht mit einer Dicke von etwa 100 km. Jedenfalls ist Europa schon heute für uns Menschen eines der interessantesten Objekte im Sonnensystem und könnte in Zukunft ein wichtigeres Ziel der Weltraumkolonisierung werden als unser Mond (Erdmond) oder der Planet Mars. (Vgl. Terraforming). Die Kolonisation des Weltraumes begann schon mit Wernher von Braun (23.03.1912 - 16.06.1977). Es wird nämlich häufig vergessen, wie wenig ernst die damalige Politik und deren Vertreter die Weltraumforschung nahmen und daß sie, wie die meisten der technischen Errungenschaften, als Kriegstechnik begann. (Vgl. Deutsche V2).

Wenn die oben erwähnten 4 Voraussetzungen (I-IV) gegeben sind, dann sind die Aussichten günstig für die Entstehung eines offenbar außergewöhnlichen Sonnensystems, denn die meisten Sternsysteme sind laut Forschung Doppelsternsysteme (75%) oder Sterne mit je einem jupitergroßen Planeten. Daß die Existenz eines Universums eine Grundvoraussetzung (I) sein muß, ist evident. Aber dennoch muß auch ein (solches!) Universum erst einmal entstehen. (Weltall-Navigator). Ein Sonnensystem wie das unsrige, gekennzeichnet durch kleine, schwermetallische Planeten und große, gasartige Planeten, konnte gemäß der zweiten Voraussetzung (II) nicht in einer ersten, vielleicht auch noch nicht in einer zweiten Sternengeneration entstehen. Schon allein aus dem Grunde kommt die Möglichkeit nicht in Betracht, daß unser Sonnensystem älter sein könnte als man heute annimmt (um 5 Mrd. Jahre). Auch die Störungen wären wohl zur früheren Zeit und (logischerweise) an ungünstigeren Orten größer gewesen, so daß jedes Sonnensystem, das zu einem unsrigen hätte werden sollen, stark gefährdet gewesen wäre. Eine weitere Bedingung (III) ist natürlich die Sonne, die beim näheren Betrachten gar nicht so sehr wegen ihrer durchschnittlichen Größe, wohl aber wegen ihres außergewöhnlichen Verhaltens deutlich macht, daß sie mit ihrem kleineren Konkurrenten Jupiter einen „Deal“ machte, etwa nach dem Motto: „Du wirst Chef des Lebens, wenn du mir nicht zu nahe kommst und mich als Alleinherrscher respektierst, denn ich bin sowieso das absolutes Zentrum und die mächtigere Sonne“. (99,8% Masse des Sonnensystems). Die optimale Entfernung von Sonne und Jupiter sorgte dafür, daß die kleineren Planeten Platz bekamen. Weil Jupiter „verzichtete“, indem er keine Sonne und kein sonnennaher Begleiter wurde, hat er seine Helfer- und Schützerfunktion inne. Jupiter schützt

1) die inneren Planten vor der Sonne ... (siehe oben)
2) die inneren Planten vor den Kometen ... (siehe oben)
3) die inneren Planten vor den Planetoiden ... (siehe oben)
4) das höhere Leben, die Evolution vor Langeweile ... (siehe oben)

Für andere Planeten gäbe es keinen Platz, wenn Jupiter in der Nähe der Sonne wäre. In dem Falle würden nämlich alle Planeten aus dem System „gekickt“. Sonne und Jupiter haben sich geeinigt, indem sie sich näher gekommen sind, um auf Distanz bleiben zu können. Der „Revolutionär“ Jupiter kam als rhetorischer Demokrat oder planetarisch (aus)gewählter Volksvertreter, um insbesondere den „Kleinen“ Platz zu schaffen, ihnen Reichtum durch Materie zukommen zu lassen. Diese „Bürgerliche Revolution“ der Planeten, deren Beschützer und Fürsprecher Jupiter ist, ist zum universellen Idealfall einer „konstitutionellen Monarchie“ geworden. Nur was schon im Kosmos war, ist auch in der Kultur !

Fassen wir kurz zusammen:

Die wichtigsten Voraussetzungen für unser Leben
PHYSIKALISCHCHEMISCH

U
N
I
V
E

R
S
A
L

I) Universum

II) Galaxis mit „Lebenszone“

III) Sonne mit „Lebenszone“

IV) Jupiter

H

C

N

O

E
L
E
M
E
N
T
A
R
T
E
R
R
E
S
T
R
I
S
C
H

a) Erde in der „Lebenszone“ des Sonnensystems

b) Erde mit einem heißen Kern (geologischer Aktivität, Magnetfeld)

c) Erde mit einer Masse, die die Atmosphäre dauerhaft halten kann

d) Erde mit Mond, der sie leicht „bremst“

H-C-N-O
CH4
NH3
H2O
M
O
L
E
K
U
L
A
R


Wer die „Menschen-Kultur“ und die vor uns liegende Weltraumbesiedlung nachvollziehen will, der muß sich natürlich noch auf weitere („feinere“) Implikationen einstellen. Von der Entstehung des Universums bis zur menschlich-terraformigen Kultur („Neonomadentum“) sind das:


4 Naturkräfte
4 Naturkräfte (Wechselwirkungen) für die „Geburt des Universums“
4 Universumsperioden bis zur „Geburt der Galaxien bzw. Sterne (Sonnen)“
4 Voraussetzungen für die „Geburt unseres Planetensystems“
4 Jupiter-Bedingungen für die „Geburt unserer inneren Planeten“
4 Erde-Bedingungen für die „Geburt des Lebens auf der Erde“
4 Evolutionsperioden bis zur „Geburt der Menschen-Kultur“
* 4 Menschheitsperioden bis zur „Geburt der Terraform-(Menschen)-Kultur“ *
* 4 Menschenperioden: Prähominisierung, Hominisierung, Sapientisierung, Historisierung.
Auch die Historisierung (inklusive Historienkulturen und Historismus) wird vollendet.

Als Periodik umfaßt die Menschen-Kultur 4 Menschheitsperioden, und die letzte Menschheitsperiode, in der die Neanthropinen die Historisierung begründeten, ist als Menschen-Moderne aufzufassen, weil sie als Neanthropinen-Kultur selbst wiederum eine Moderne hervorbrachte: die Neanthropinen-Moderne. Mit ihr wird der Unterschied zwischen Evolution und Geschichte deutlich, denn Neanthropinen-Moderne bedeutet Historiographik und deswegen Historienkultur(en). Jede der Historienkulturen entwickelte eine nur für sie typische Moderne, die ich auch Historismus nenne. Ob aber die Historienkulturen als eine Historienkultur auch so gelten werden, daß ihre je spezifischen Modernen ebenfalls als eine Moderne auch eine neue Kultur bis dahin entwickelt haben werden, wird sich erst später zeigen - in Zukunft!

Kulturmodell


6   ¿ A n a l o g i e n?  6
Histori(zi)smus als 6. Kultur bzw. 5. Moderne der 1. Kultur? *  - Zukunft
Historien-Kultur(en) als 5. Kultur bzw. 4. Moderne der 1. Kultur *
Historisierung als 4. Kultur bzw. 3. Moderne der 1. Kultur *
Menschen-Kultur als 3. Kulltur bzw. 2. Moderne der 1. Kultur *
Höheres Leben als als 2. Kultur bzw. 1. Moderne der 1. Kultur *
Universum (die Natur) als 1. Kultur *
Multiversum als 1. Natur? *
Zukunft
Stern-
Ära
Plasma-
Ära
Leptonen-
Ära
Hadronen-
Ära
Quark-
Ära
Planck-
Ära
Universum
5   ¿ A n a l o g i e n?  5

Erläuterung:

Das, was wir nicht so richtig verstehen, ist das, womit besonders Naturwissenschaftler ein Problem haben, weil sie es immer nur erklären, aber eben nicht verstehen - womit besonders Kulturwissenschaftler ein Problem haben, weil sie es immer nur verstehen, aber eben nicht erklären. Natur und Kultur sind aber wohl nur dann unüberwindbare Gegensätze, wenn man ihre gegensätzlichen Vorzeichen auch nur als Anzeichen oder Kennzeichen des Gegensatzes von Tod und Leben ansieht. „Das Mittel, tote Formen zu erkennen, ist das mathematische Gesetz. Das Mittel, lebendige Formen zu verstehen, ist die Analogie. Auf diese Weise unterscheiden sich Polarität und Periodizität der Welt.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 4). Wo aber liegt dann die Grenze Ein typisches Problem für Abendländer: „Wir kennen keine Grenze.“ (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 24). Wo also soll man einen Schnitt machen, wenn die eigene Kultur eine Grenze dazu noch verbietet - per „Ge-setz“ (Martin Heidegger)?  Außerdem gibt es zu viele „Missing Links“. Bindeglieder fehlen: zum „Wissen“ (betrifft v.a. Philosophie[-Metaphysik] und Physik), zum „Leben“  (betrifft v.a. Physik-Chemie und Biologie), zum „Menschen“  (betrifft v.a. Biologie-Ökologie und Ökonomie), zur „Seele“  (betrifft v.a. Ökonomie-Soziologie und Semiotik), zur „Sprache“  (betrifft v.a. Semiotik-Psychologie und Linguistik) und zur „Weisheit“  (betrifft v.a. Linguistik-Mathematik und Philosophie). All diese Probleme lassen sich wissenschaftlich überhaupt nicht lösen, im Gegenteil: durch die Wissenschaft werden diese Probleme nur noch größer, unendlicher und deshalb nur noch abendländischer. Die größten Probleme hat man natürlich mit dem Anfang (z.B. mit der Frage, ob unser Universum aus einem ihm übergeordneten Multiversum hervorgegangen sein könnte, oder z.B. mit der Planck-Ära, die auch Chaos-Ära genannt wird, nicht so ganz richtig verstanden wird und auch nicht mehr rein naturwissenschaftlich erklärt werden kann) und mit dem Ende (die Zukunft des Universums wird nicht richtig verstanden und kann nicht mehr rein naturwissenschaflich erklärt werden), während man im Mittelteil einigermaßen erfolgreich ist. Für die Kulturwissenschaft gilt dies unter umgekehrten Vorzeichen ebenfalls, denn sie ist im Mittelteil kaum erfolgreich und kann Anfang und Ende zwar immer mehr richtig verstehen, will beide aber nicht mehr rein kulturwissenschaftlich verstehen, sondern nur noch naturwissenschaftlich erklären.

„Große Vereinheitlichte Theorie“ (G.U.T.) - das ist das Stichwort für die einzige Wechselwirkung während der Planck-Ära, aber eben auch für das, was wir nicht so richtig verstehen. Das Universum begann nicht bei Null, sondern etwas später. Vor der Planck-Zeit war es so klein, daß eine Quantenunschärfe dominierte, die mit den heutigen Theorien nicht zu beschreiben ist. Virtuelle Teilchen entstanden spontan aus dem Vakuum und zerstrahlten wieder. Diese Vorgänge unterlagen keinen kausalen Zusammenhängen und waren daher unvorhersehbar. Die heute bekannten 4 Naturkräfte (Gravitation, elektromagnetische Kraft, starke und schwache Kernkraft) waren noch in einer einzigen, allumfassenden Kraft vereint (gravitativelektronuklear). Die Planck-Ära endet mit einer ersten Aufspaltung dieser Kraft.
Unser Universum „verhält“ sich offenbar so wie ein Luftballon, den man langsam aufbläst. Dieser Ballon scheint am Anfang einmal leer gewesen zu sein. Unser Universum existiert nicht seit aller Ewigkeit, es besitzt ein ständig größer werdendes, aber endliches Volumen und auch die in ihm enthaltene Materie ist nicht unerschöpflich. Die allgemeine Relativitätstheorie und das beobachtete Auseinanderdriften der Galaxien legten den Grundstein für die „Urknall“-Theorie zur Entstehung des Universums. Verfolgt man die Bewegung der Galaxien zurück, dann gelangt man zu einem einzelnen Ursprungspunkt, an dem alles begann. Mit dem Urknall entstanden Materie, Raum und Zeit in einer gewaltigen Explosion aus einer punktuellen Energiekonzentration (Singularität) vor ungefähr 13 bis 20 Milliarden Jahren (neuste Messungen der Kosmischen Hintergrundstrahlung - des „Explosions-Blitzes“sozusagen - ergaben ein Weltalter von 13,7 Milliarden Jahren). Seitdem dehnt sich der Raum in genau der Weise aus, die von Einsteins Gravitations-Gleichungen vorrausgesagt wird. Das Nachglühen des Urknalls kann noch heute in Form der Kosmischen Hintergrundstrahlung nachgewiesen werden, deren Energie in Folge der Ausdünnung nur noch wenig über dem absoluten Nullpunkt liegt. Der Urknall war überall - ja: er ist noch überall. Er ereignete sich nicht irgendwo im Raum, sondern der Raum selbst entstand erst mit dem Urknall und wurde und wird von dessen Energie komplett ausgefüllt.
Die „Weltformel“ ist noch nicht gefunden, obwohl immer mehr Leute „erklären“, sie bereits gefunden, aber noch nicht verstanden zu haben. Trotz Optimismus bleibt vorerst die Skepsis: „Ich bin nicht sicher, ob der Mensch klug genug ist, um eine physikalische Weltformel zu finden. Aber ich habe in meinem Forscherleben immerhin einen starken Trend zur Einfachheit erlebt. Nicht weil die Mathematik einfacher geworden wäre, im Gegenteil - sie wird immer schwieriger, immer esoterischer. (Esoterik) .... Wir sind verdammt, wenn wir die Weltformel nicht finden, aber wir sind auch verdammt, wenn wir sie finden.“ (Steven Weinberg, 2001). So weit so gut, Primär-Natur.

Die Quark-Ära begann, als sich die „Gravitation“ von der Einheitskraft (Einzel-Wechselwirkung; vgl. G.U.T.) abspaltete; es folgten weitere Abspaltungen: die „Starke Kernkraft“ von der 1. Rest-Einheitskraft (der „Elektronuklearen Wechselwirkung“), dann die „Schwache Kernkraft“ von der 2. Rest-Einheitskraft (der „Elektroschwachen Wechselwirkung“), der „Elektromagnetismus“ von der 3. Rest-Einheitskraft (falls sie nicht mit dieser identisch ist). Die Aufspaltung der „Elektronuklearen Wechselwirkung“ (1. Rest-Einheitskraft) in die „Elektroschwache Wechselwirkung“ (2. Rest-Einheitskraft) und die „Starke Kernkraft“ liefert den Antrieb für ein plötzliches Aufblähen des Raums um mehrere Grössenordnungen (ca. 1050faches Volumen). Da die „Elektroschwache Kraft“ nicht sofort weiter in ihre Teilkräfte zerfällt, unterkühlt das Universum und es entsteht eine negative Vakuumenergie mit einer negativen Gravitation. Dadurch expandiert der Weltraum kurzzeitig mit Überlichtgeschwindigkeit, was jedoch keinen Verstoß gegen die spezielle Relativitätstheorie darstellt, da sich der Raum als Ganzes ausdehnt. Mikroskopische Quanten-Fluktuationen werden zu makroskopischen Störungen aufgeblasen, die als Keimzellen für die grossräumigen Strukturen des Universums dienen und noch heute als geringe Abweichungen in der ansonsten gleichförmigen kosmischen Hintergrundstrahlung registriert werden können. Darüber hinaus löst die Inflation das Horizontproblem und sorgt für das einheitliche Erscheinungsbild des Weltalls. Inflationäre Expansion bedeutet also extremste Inflation des Universums, eine vorübergehende explosive Ausdehnung des Weltalls allergrößten Ausmaßes. Danach spaltete sich die „Elektroschwache Kraft“ in die „Elektromagnetische Kraft“ und die „Schwache Kraft“ auf, Seitdem sind also alle heutigen 4 Naturkräfte getrennt. Analog dazu darf man behaupten, daß die Natur-als-1.-Kultur in ihrem „Uterus“ Kultur als Leben beinhalten kann, falls sie zuvor „befruchtet“ worden ist, und das scheint ja so zu sein. Doch die „Kulturlebensformel“ (z.B.  ª • ¨ / ©²  =  §  oder:  Wirtschaft  •  Kunst  /  Technik ²  =  Kultur  ?) bleibt trotz Optimismus ebenfalls von der Skepsis beherrscht. So weit so gut, Primär-Kultur.

In der Hadronen-Ära bildeten sich strukturierte Teilchen - hauptsächlich Protonen und Neutronen - und deren Antiteilchen, und beide vernichteten sich ständig, wobei die dadurch frei gewordene Energie zur sofortigen Neubildung herangezogen wurde. Am Ende dieser Ära sank die Temperatur so weit, daß der Prozeß nicht mehr stattfinden konnte, und wenn nicht die Teilchen gegenüber den Antiteilchen einen kleinen Überschß von 1 : 1 Milliarde gehabt hätten, wäre die Vernichtung aller Materie im Universum erfolgt. Das Universum hätte dann nicht mehr Materie, sondern nur noch Energie beinhaltet. - Analog dazu kann man fragen, was es bedeutet, wenn das Höhere Leben sich gar nicht hätte entwickeln können, und die Antwort geben, daß es unter bestimmten Bedingung - z.B. unter der, daß die Erde eine zeimlich chaotische Rotation und folglich ein ziemlich chaotisches Klima wie zu Anfang behalten hätte - sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit niemals entwickelt hätte. Es waltet also auch bezüglich der 2. Kultur, die ja die 1. Moderne der 1. Kultur und für uns Menschen überlebensnotwendig ist, die Skepsis, und diese ist nun eine ganz besonders starke Skepsis. Sie sollte so stark sein wie die „Starke Kernkraft“ (Wechselwirkung), und die kümmert sich ausgerechnet um die Hadronen.

In der Leptonen-Ära zerstrahlten Elektronen und Positronen. Als das Universum 1 Sekunde alt war, betrug seine Temperatur 6 Milliarden Grad, und bei derart hohen Temperaturen enthält ein einziges Photon soviel Energie, wie (gemäß Einsteins Formel E = mc²) der Masse eines Elektrons entspricht. Stoßen zwei Photonen bei Temperaturen oberhalb von 6 Milliarden Grad zusammen, so reicht deren Energie aus, um ein Paar von Materieteilchen entstehen zu lassen: ein Elektron und dessen Antiteilchen (Positron). Wie schon erwähnt, können Teilchen und Antiteilchen normalerweise nicht koexistieren. Sobald sie sich nämlich nahekommen, vernichten sie sich gegenseitig unter Aussendung von Photonen der genannten Energie. Liegt die Temperatur jedoch oberhalb des Schwellenwertes von 6 Milliarden Grad, so stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Vernichtung ein. (Solche Schwellenwerte gibt es natürlich nicht nur für Elektronen und Positronen, sondern für alle Teilchen; z.B. liegt die entsprechende Temperatur für Protonen und Neutronen und deren Antiteilchen bei ca. 10 Billionen Grad). Als die Zerstrahlung der Elektron-Positron-Paare zu Ende war, waren so viele Elektronen übrig geblieben, daß ihre negativen Ladungen die positiven Ladungen der Protonen ausgleichen konnten. (Es gab aber in dieser Ära noch keine Kernfusionen, keine Nukleosynthesen, denn die begannen erst in der nächsten Ära). - Was dieses ganze Umherschwirren von Elementarteilchen nun aber auch analog zur Menschen-Kultur (auch: Menschheitsperiodik, bestehend aus 4 Menschheitsperioden) bedeutet, kann man ermessen, wenn man bedenkt, daß es in der Menschen-Kultur bisher zum größten Teil nur Nomaden gegeben hat - ähnlich wie Elementarteilchen umherschwirrend, sich gegenseitig vernichtend, nur mit dem sehr notwendigen Unterschied, nämlich der Bindung der Menschen in Gruppen von Anfang an. Denn dies ist nicht anders zu denken, weil umherschwirrende „Individuen“ niemals eine Überlebenschance gehabt hätten. Eine Analogie zu Elementarteilchen trifft vielleicht auf primitive Lebewesen zu, nicht aber auf Menschen - die heutigen menschlichen Ausnahmen bestätigen diese Regel. Wir können also die Analogien für die leichten Elementarteilchen nur in den leichten Elementarmenschen namens moderne Individuen finden.

Die Strahlung herrschte während der Plasma-Ära, die dewegen auch Strahlungs-Ära genannt wird. Bei einem Abfall der Temperaturen von 1 Mrd. K auf 3000 K setzten die ersten Kernfusionsprozesse ein - später sogar bis hin zu Beryllium (OZ 4 im Periodensystem der Elemente). Das Ende dieser Ära lag zwischen 100 000 und 1 Mio. Jahre. Als das Universum ca. 300000 Jahre alt war, entkoppelten sich Materie und Strahlung. War das Universum zuvor undurchsichtig, konnte sich die Strahlung jetzt frei bewegen, das Universum durchsichtig werden: Kosmische Hintergrundstrahlung, auch „Feuerwand“ genannt, heißt das Stichwort, denn sie wurde jetzt frei. Wer sie beobachtet, blickt also zurück in eine Zeit, in der das Weltall ca. 300000 Jahre alt war und nur ein Tausendstel seiner heutigen Größe hatte. - Die Analogien zur Historisierung sind offensichtlich, denn mit der Historisierung begannen kulturelle „Fusionsprozesse“, die über die Höhlenkunst, die Domestikation und Seßhaftwerdung, die sich dann auch noch ganz plötzlich rapide entwickelte („Neolithische Revolution“), schließlich mittels Schrift die Historiographie ermöglichten; und erst durch die Historiographie wurde die Menschwerdung tatsächlich auch „durchsichtig“ - als sei mit der schriftsprachlichen Historie die menschliche „Feuerwand“ endlich frei geworden. Die Historiographik als letzte Teilperiode des Historismus und dessen Moderne ermöglichte eine völlig neue Kulturart: die Historienkultur(en). Die Evolution war damit natürlich nicht beendet, doch die Menschen-Entwicklung fuhr von nun an und fährt erst seitdem zweigleisig: auf der evolutionären M-Bahn und auf der historischen H-Bahn. So wie für das Universum das Freiwerden der Feuerwand, der kosmischen Hintergrundstrahlung, sowohl die Plasma-Ära (Strahlungs-Ära) als auch die nächste Ära, die Stern Ära (Materie-Ära) betrifft, so die Historiographik sowohl die Historisierung als auch die Historienkultur(en). Das ist doch wirklich mal 'ne gute Nachricht - im feuerlichsten Sinne des Wortes.

Die Stern-Ära, die auch Materie-Ära genannt wird, ist die Epoche, die heute immer noch andauert. Durch Dichteschwankungen in der Materie oder andere Ursachen entstanden Galaxien bzw. Galaxienhaufen. Diese Ära begann erst, nachdem die Temperatur des Universums auf 3000 K gesunken war: ca. 300000 Jahre nach dem Urknall. Kosmische Hintergrundstrahlung heißt auch Feuerwand, wie bereits erwähnt. Daß sie damals frei wurde, bedeutet das Durchsichtigwerden des Universums und die Grenze der sichtbaren Welt - gebildet durch die strahlende Feuerwand: das heiße Plasma des Urknalls, das aus allen Richtungen zu uns leuchtet. Dadurch dürfte die Urknall-Theorie (vom „Feuerball“) bewiesen sein. Die Feuerwand leuchtet aus allen Richtungen zu uns. Sie ist also isotrop. Weil die Stern-Ära eben Stern-Ära oder Materie-Ära heißt, ist klar, daß in dieser Zeit natürlich auch Sterne in den Galaxien entstanden. - Was die Analogien betrifft, so wären die Urgalaxien wie die Ur-/Vorkultur-Formen der Historienkulturen und alle weiteren Entwicklungen der Galaxien (Frühformen, Hochformen, Spätformen) vergleichbar mit Frühkultur-Formen, Hochkultur-Formen, Spätkultur-Formen. Die Frage wäre nur, in welchen Formen die Galaxien heute fit sind?  Doch Vorsicht! Denn die Galaxien sind nicht wirklich das echte Analogon zu den Historienkulturen. Das Analogon zu den Historienkulturen sind die Planeten. Sie drehen sich um sich selbst und um ihre Sonne wie um eine Technik, und die ist für Historienkulturen eben nur eine Menschen-Technik. Gerade dadurch wird klar, daß für eine der Technik zu nahe kommende Kultur (und die Abendland-Kultur ist eine solche „Exzentrizitätskultur“ !) die sehr gefährlichen Auswirkungen ähnlich wären wie für einen der Sonne zu nahe kommenden Planeten.

Für die Zukunft des Universums ergeben sich mehrere Möglichkeiten, z.B: (I) Geschlossener, elliptischer Raum. Die Expansion führt zu einer bestimmten Zeit zu einem maximalen Weltradius. Darauf geht die Expansion in Kontraktion über. Sie endet u.U. in einem Big Crunch. (II) Euklidischer, parabolischer Raum. Die Expansionsgeschwindigkeit nimmt ab und strebt in unendlich ferner Zeit dem Wert Null zu. Der Weltradius erreicht dann einen endlichen Wert. (III) Offener, hyperbolischer Raum. Die zunächst sehr rasche Expansion wird zwar in ferner Zukunft etwas langsamer, hört aber niemals auf. Der Weltradius geht gegen unendlich. (IV) Die Expansionsgeschwindigkeit wird immer mehr beschleunigt. Der Grund dafür ist nicht bekannt, vermutet wird z.B. eine kosmologische Konstante. Unendliche Fortdauer (Ausnahme: Fall ins Schwarze Loch). - Für die Zukunft der Kultur gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten, z.B. folgende 4 Fälle: (I) Historismus. Eine neue Kulturart wird historistisch sein. Weil heute fast nur noch historische Kulturen existieren und in ihren je spezifischen Historismen (Modernen) verhaftet sind, werden sie die eine Möglichkeit zur Bewirkung etwas kulturell völlig Neuem wählen und ihre je spezifischen Kulturtechniken so einsetzen, daß sie auch „befruchtend“ wirken, und weil nur noch eine Historienkultur - die Abendland-Kultur - auch in den nächsten Jahrhunderten ihre Phase der „Befruchtung“ durchleben wird, wird sie bis zum Erreichen ihres Zivilisationshöhepunktes versuchen, ihren „Globalismus“ auch auf alle anderen Menschen zu übertragen. Ob die abendländische Kulturtechnik alle nicht-abendländischen Menschen positiv oder negativ beeinflussen wird, ist aber schwer zu prognostizieren. (II) Ewigkeitsfall. Alles bleibt, wie es ist. Es wird also keine neuen Historienkulturen und auch keine wirklich relevante neue Kulturart geben. (III) Ende der Geschichte. Alle Historienkulturen werden verschwinden, z.B. ganz einfach dadurch, daß jede Art von Historiographie - das heißt: jede Historien-Kultur (Historiographik) - nach ihrer „Verwirklichung“ zunächst zum Verlernen, dann zum Vergessen und letztendlich zum Verschwinden gebracht werden wird. (IV) Ende der Menschheit. Alle Menschen werden verschwinden. Wahrscheinlich durch den Menschen selbst, d.h. wegen seines Willens, den Kampf gegen die Natur zu gewinnen, oder aus allgemeinen kosmischen Gründen, wozu z.B. Einschläge von Asteroiden, Kometen u.ä. zählen, obwohl natürlich auch Menschen ein kosmisches Unglück verursachen können. Kein Wunder also und vielleicht auch nur eine Maßnahme zur Vorsicht und zum Eigenschutz, wenn der Kosmos bzw. die Natur die untergeordneten Menschen für ihre „Sünden“ zum „Tode“ verurteilen und dieses Urteil auch vollstrecken würde. Ich plädiere übrigens eindeutig für Fall I, weil die anderen Fälle zu langweilig und zu traurig sind.

© Hubert Brune, 2001 ff. (zuletzt aktualisiert: 2014).

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