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Erdgeschichte und EvolutionErdgeschichte und Evolution Erdgeschichte und EvolutionErdgeschichte und Evolution
Vor-/Urgeschichte Archaikum, Proterozoikum, AlgonkiumPaläozoikum, Mesozoikum, NeozoikumTertiär (Paleozän, Eozän, Oligozän, Miozän, Pliozän)Quartär (Pleistozän, Holozän)PaläolithikumAltpaläolithikumMittelpaläolithikum JungpaläolithikumMesolithikumNeolithikum
- Tafeln -
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Vor-/Urgeschichte

Meteoriten enthalten häufig Kohlenstoffverbindungen - so könnten diese für den Aufbau des Lebens so wichtigen Bausteine auf die Erde gekommen sein. Möglich könnte auch sein, daß die Proteine und Nukleinsäuren auf der Erde selbst entstanden sind. Als sehr wahrscheinlich gilt, daß vor etwa 4,6 Mrd. Jahren ein Meteorit, der in etwa die Ausmaße des Planeten Mars hatte, auf die Erde schlug und dadurch der Erdtrabant „Mond“ entstand. Der Mond bremste die damals schnelle Eigenrotation der Erde, wodurch die Evolution beschleunigt wurde. Allerdings hätte die Evolution nie eine Chance bekommen, wenn nicht Jupiter den Großteil aller Kometen „verschlucken“ und die Planetoiden im sogenannten Asteroidengürtel auf ihre Bahnen verweisen, ab und zu aber auch einen „Glücksmeteoriten“ schicken würde. Jupiter lenkte auch den Großteil der für Mars bestimmten Materie auf die Erdbahn ab und ist deshalb der Geburtshelfer der Erde. Und zur „Taufe“ schickte Jupiter der Erde den Mond. (Vgl. Jupiter; ).

 

Erdgeschichte

- Erdgeschichtliche Bodenschätze -

Seit etwa 4,8 Mrd. Jahren, als das Kryptozoikum mit der ersten erdgeschichtlichen Ära namens Archaikum begann, gibt es ununterbrochen Ansammlungen und Konzentrationen von Rohstoffen bzw. Bodenschätzen. Dies geschieht im Zusammenhang mit der Bildung, Umbildung und Aufarbeitung von magmatischen, vulkanischen, Gangfüllungs- und sedimentären Gesteinen - besonders während der zahlreichen Gebirgsbildungen durch Einwirkung von hohen Drücken und Temperaturen (Gesteinsmetamorphose), durch Verdichtung und Reifung im Gefolge von Überlagerung (Diagenese, Inkohlung), durch Bakterien in organischen Substanzen (Kohlenwasserstoffe), aber auch durch klimatisch gesteuerte geologische Faktoren (Salze, Wasser).

Die wirtschaftliche Entwicklung der menschlichen Geschichte ist abhängig vom Vorhandensein und der Ausbeutungsmöglichkeit der Vorkommen von Trinkwasser, auch Mineral-, Thermal- und Heilwasser sowie von den Lagerstätten der Gesteine, die der Mensch den Bedürfnissen seiner Wirtschaft nutzbar zu machen versteht. Die Entwicklung der Weltwirtschaft erzwingt somit die Erschließung immer weiterer, entfernterer oder tieferer Bezirke der Erde. In den Regionen mit abbauwürdigen Anreicherungen sind diese im Regelfall erster Anlaß für Siedlung, Vertriebs- und Verkehrseinrichtungen, Handwerk und Handel (Industrie- und Bergbaugebiete, Ölprovinzen, Bohrinseln u.ä.). Land- und Forstwirtschaft werden vom Boden und seiner Qualität, das Bauwesen vom Vorhandensein von Naturstein, Ziegelrohgut, Dachschiefer, auch von der Festigkeit des Baugrundes gesteuert. Und um Lagerstätten (Salz, Minette-Eisenerze) führte man Kriege!

 

Menschliche

Die Vor- und Urgeschichte des Menschen reicht vom Beginn der Menschwerdung über den ersten Gebrauch von Feuer und Sprache bis zu schriftlich überlieferten historischen Ereignissen, d.h. bis in die Historiographik (Neanthropinen-Moderne) als letztes Viertel der Neanthropinen-Periode (= Historisierung als Menschen-Moderne) innerhalb der gesamten Anthropinen-Periodik. Mit Beginn der Historiographik entstanden nämlich erst jene Kulturen, die auch eine Zivilisation auszubilden in der Lage waren. Zu ihnen zählen neben anderen Mesopotamien (Tafel), die Antike (Tafel), das Abendland (Tafel). Vgl. 8 Kulturen (Historienkulturen)



STEINZEIT

HöhleFeuer (1. Gebrauch)FeuerHütteMegalithHaus


Die Dreigliederung der Steinzeit (Alt-, Mittel-, Neu-) bezieht sich auf das Kultur-Ursymbol „Stein“, obwohl das 1. Kultursymbol „Feuer“ eine viel deutlichere Sprache spricht. Doch die Steine sind immerhin das Vorsprachliche an der menschlichen Sprachentwicklung, also eine Voraussetzung für die menschliche Sprache.

 

1) Altsteinzeit (Paläolithikum)
HöhleFeuerFeuerHütte
Vom Werfen zum Entwerfen
Mit dem Beginn des Werfens (Wurf auch als Ur-Entwurf) sowie der Herstellung erster Werkzeuge, zuerst aus Felsgestein, später aus Feuerstein sowie aus Knochen und Holz, die nach Form und Funktion genormt waren, definiert man heute den Beginn des Paläolithikums. (Vgl. Kultur-Ursymbol). Die Geräte dienten den aufrecht gehenden Menschen der Altsteinzeit u.a. dazu, die damaligen Tiere zu jagen. Die Wirtschaftsweise war demzufolge die eines Wildbeuters, ähnlich der heutigen Buschmänner. Man lebte in kleinen Gruppen, deren Größe für die Jagd günstig ist, in temporären Lagerplätzen. Die Rohstoffe für die Herstellung der Werkzeuge wurden aus der nächsten Umgebung bezogen, die Produktion derselben erfolgte innerhalb der Gruppe.

Das Paläolithikum wird unterteilt:
1.1) Altpaläolithikum
1.2) Mittelpaläolithikum
1.3) Jungpaläolithikum

1.1) Im Altpaläolithikum gab es vornehmlich eine Geröllsteinkultur (pebble tools sowie chopper, chopping tool, Faustkeile) mit ersten Nebenprodukten (Kern-Abschläge bzw. faustkeilige Kerngeräte); weiterhin bedeutet es die Entwicklung primären Sprachkulturgutes, d.h. einer Grundausstattung alljeder menschlichen Kultur, die sich in dem ersten Feuergebrauch und damit der rein kulturellen (früh-) menschlichen Sprache, manifestierte. In weiterer Konsequenz mußte eine solche Primärsprachkultur zur Religion führen. Sicherlich gab es religiöse Vorstellungen bereits im Altpaläolithikum, z.B. Jagdzauber und Magie.

1.2) Im Mittelpaläolithikum waren die Ur-Reiligionskulturen schon so weit entwickelt, daß sie für die Nachwelt auch Spuren hinterließen, z.B. die der Neandertaler: Grab mit Beigaben. Religiöse Weltanschauungen setzen aber nicht nur eine rein kulturelle Sprache und eine typisch menschliche Sprachentwicklung voraus, sondern auch eine kulturell-natürliche Sprache als Metasprache. Deshalb erreichte die Sprachentwicklung die Stufe der Metasprache sehr wahrscheinlich schon mit dem Höhepunkt der Hominisierung, also noch im Altpaläolithikum und lange vor der Sapientisierung. (Vgl. Altpaläolithikum und 1. Kultursymbol). Ökonomisch war das Mittelpaläolitikum quasi eine Art Abschlag-Industrie, und zwar in fast ganz Eurasien und Afrika. Dabei dienten die Abschläge häufig als Rohlinge, aus denen bei Bedarf kompliziertere Artefakte (Abschlaggeräte) hergestellt wurden. Ein Tauschhandel fand jedoch nur in geringstem Umfang statt.

1.3) Im Jungpaläolithikum aber änderte sich die aneignende Wirtschaftsweise, indem der Mensch eine spezialisierte Jagd betrieb und sich auf Mammut-, Wildpferd- oder Rentierjagd konzentrierte. Deshalb wurden auch die Waffen technisch verbessert, worunter die fein gearbeiteten Speerspitzen hervorragen. Einige Funde belegen sogar einen allmählichen Beginn der Seßhaftigkeit, ein entwickeltes Gemeinschaftsleben und eine Züchtung von Wölfen. Der Ahnenkult begann ebenfalls schon im Jungpaläolithikum, wenn auch als ein nomadischer Prototyp des höheren Jägertums - vergleichbar mit dem heutigen Ahnenkult der Hirtennomaden. Auch die Indogermanen waren wohl Hirtennomaden, jedenfalls ist für deren Sprache kein Wort für „Heimat“ rekonstruierbar. (Indogermanisch (Bopp)). Geordneteres Gemeinschaftsleben verdrängte langsam das Hordenleben (Wildbeuter), Zelte und Hütten endgültig das Wohnen in Höhlen und unter Felsdächern. Ein Hauptmerkmal der Religion war der Glaube an eine Fruchtbarkeitsgöttin (Magna Mater). Allgemein jedoch bleibt festzuhalten, daß der Mensch auch während des Jungpaläolithikums noch als Teil der Natur in ihr lebte und auch bestrebt war, durch sein Verhalten nicht in das Gleichgewicht der natürlichen Kreisläufe, die ihm Nahrung und Überleben boten, einzugreifen. Dies änderte sich grundlegend mit der Einführung der produzierenden Wirtschaftsweise.

* Im Jungpaläolithikum gab es auch schon erste Ansätze zur produzierenden Wirtschaftsweise.

 

2) Mittelsteinzeit (Mesolithikum)

Megalith

Im Sinne des Dreiperiodensystems stellt das Mesolithikum die Übergangszeit vom Paläolithikum zum Neolithikum dar. Die Lebensweise des Paläolithikums, das Jagen und Sammeln, dauerte unter neuen Lebensbedingungen, die der von etwa 10700 bis 8600 v. Chr. erfolgte Rückgang der pleistozänen Eisdecke ermöglichte, fort. Ein Kennzeichen für das Mesolithikum ist - neben den „Megalithkulturen“ - die schon dem späten Jungpaläolithikum bekannte Bearbeitung des Feuersteins: Mikrolithen (kleine Spitzen und Klingen) lassen sich aus dieser Zeit vermehrt finden. (Vgl. Feuerstein). Technische Neuerungen waren auch Beile und Querbeile - anfangs noch ohne Steinschliff. Wegen der Rohstoffquellen in bestimmten Gebieten begann der Handel und damit der Verkehr (Boote und Kufenschlitten). Weil besonders in Europa, Nordafrika und Palästina bereits die Domestikation der Tiere (Wolf zu Hund; bes. in der Maglemosekultur in Nordeuropa) und Pflanzen praktiziert wurde und im Spätmesolithikum örtlich auch Anfänge des Ackerbaues und der Töpferei anzunehmen sind, muß das Mesolithikum einerseits als eine Art Kryptoneolithikum bzw. Protoneolithikum, andererseits wegen der zumeist paläolithischen Verhaltensweisen noch als spätes Paläolithikum (Jungpaläolithikum) eingestuft werden. Das Mesolithikum ist, wie der Name schon verrät, ein Mittler und Vermittler paläolithischer und neolithischer Phänomene. Während das Mesolithikum also eine vergangene Übergangsstufe darstellt, ist das Epipaläolithikum eine zeitlose Übergangsstufe, weil viele heutige Menschengruppen sich immer noch im Zustand dieser ewigen Steinzeit befinden oder nach dem Überschreiten wieder zu ihr zurückkehren. Im Epipaläolithikum und im Mesolithikum - am „Vorabend des Neolithikums“ -, scheint es bereits zumindest Ansätze ortsfester Freilandsiedlungen gegeben zu haben. Ackerbau war aber nur unzureichend und in den seltensten Fällen bekannt.

* Im Mesolithikum bzw. Epipaläolithikum gab bzw. gibt es Ansätze zur produzierenden Wirtschaftsweise.

 

3) Neusteinzeit (Neolithikum)

Haus

Produziernde Wirtschaftsweise der Seßhaften

Aus noch nicht geklärten Gründen, aber hinreichenden Indizien wie Klimaveränderung, Nahrungsmangel, Bevölkerungsdruck oder einfach nur aus Gründen der Luxurierung (vielleicht war sie sogar am bedeutendsten - leider wird sie in der Wissenschaft immer noch unterschätzt Mehr) begann der Mensch zunächst Wildgetreide zu ernten und damit Vorräte anzulegen, dann selbst anzubauen und später Tiere zu halten, womit er seine Lebensweise steuern konnte. Zahlreiche kulturelle Innovationen stellten sich zwangsläufig als Folge der Einführung der produzierenden Wirtschaftsweise ein: sie erlaubte es dem Menschen seßhaft zu werden, indem er mehrere Jahre hindurch den selben Boden bebauen konnte; dies hatte wiederum zur Folge, daß er begann, feste Häuser zu konstruieren, Baukonzeptionen zu entwerfen. Hier entstand die markt-städtische Architektur ! Die ersten Seßhaften entwickelten nicht nur einen, dem höheren Jägertum vielleicht, den Wildbeutern (Jäger und Sammler) jedoch nicht bekannten Ahnenkult, sondern auch den ersten Architekturkult in den ersten Städten, die als Märkte an Flüssen errichtet wurden. Der Quader wurde zum Grundelement der Architektur. Es entstanden auch erste Sakralbauten, und man begann jetzt auch mit dem polygonalen Mauerbau. Diese „immunologische“ Sphäre diente dem Schutz vor Feinden, aber auch der Identität sozio-ökonomischer Gemeinschaften. Macht in einer Stadt hatte z.B. in Mesopotamien ein Priesterkönig als Stellvertreter Gottes, dem die Stadt gehörte. Als Konsequenz aus der Ökonomie gab es weitere technologische Neuerungen: die vielseitige Wirtschaft erforderte nämlich neue Geräte für neue Funktionen; daraus erwuchs das Bedürfnis nach neuen, besseren Rohstoffen, die oft von weither eingetauscht werden mußten, womit der Handel und damit die Kommunikation gefördert wurden. Anhäufung von Reichtum entstand dadurch, daß man begann, mehr als notwendig einzutauschen. Eine wichtige Innovation war die Erfindung der Keramik - heute das wichtigste archäologische Arbeitsmittel für die Gliederung urgeschichtlicher Zeitabschnitte -, oder die Einführung der künstlichen Bewässerung zur Sicherung des landwirtschaftlichen Ertrages. Durch den Anbau konnten in einem kleinen Siedlungsraum mehr Leute als vorher ernährt werden, d.h. es entstanden Zusammenschlüsse mehrerer Familien, die in einer Dorfgemeinschaft lebten. Die Rodung, Bebauung und Ernte der Felder oder die künstliche Bewässerung waren nur als Gemeinschaftsleistungen möglich, so daß die in einem Dorf lebende Gesellschaft organisiert werden mußte. Eine völlig neue Sozialstruktur hatte die nunmehr notwendigen Gemeinschaftsarbeiten und das Funktionieren einer dörflichen Gesellschaft zu gewährleisten. Der Vegetationszyklus „Säen, Reifen, Ernten“ fand seinen Niederschlag in religiösen Vorstellungen und wurde verglichen mit dem Lebenszyklus: „Geburt, Werden, Tod“. Mit dem Beginn der produzierenden Wirtschaftsweise war ein starker Bevölkerungsanstieg verbunden: durch den Anbau von Getreide und durch die spätere Tierhaltung konnten mehr Menschen ernährt werden; diese größer werdende Gemeinschaft konnte wiederum mehr Felder bewirtschaften, womit wieder mehr Menschen Ernährung fanden u.s.w.. Der Mensch bekam hierdurch auch ein anderes Verhältnis zu Grund und Boden, den er, wollte er ihn langfristig bewirtschaften, ständig beanspruchen und in seinem Besitz halten mußte. Daraus erwuchsen nicht nur andere Beziehungen zum Eigentum, sondern auch Machtansprüche und somit Konfliktstoffe mit benachbarten Gemeinschaften. Gruppenaggressionen, die man bei Jäger- und Sammlervölkern kaum findet, waren die Folge. Weil die Einführung der produzierenden Wirtschaftsweise eine derart tiefgreifende Erschienung darstellt, kann mit Recht von einer Revolution gesprochen werden- vergleichbar nur mit der späteren Industriellen Revolution, die im 18. Jahrhundert begann. (Vgl. hierzu die neolithischen Teilperioden   und die analogen industriellen Kulturphasen    ).

Beide Revolutionen sorgten für den Übergang bzw. Beginn eines neuen Menschen-Zeitalters: die Seßhaften für die Frühgeschichte vieler Frühkulturen, die Bürgerlichen für die Industrie-Moderne der abendländischen Spätkultur. Die Welt wurde auf den Kopf gestellt:

Umweltbedingungen begünstigten nicht nur die Neolithische Revolution, sondern umgekehrt griff der Mensch durch sie auch in die Umwelt ein und verursachte durch unüberlegten Raubbau oft irreparable Schäden, z.B. Bodenerosion, Versteppung und Verkarstung als Folge der Rodung von Wäldern u.s.w.. Nach neuesten Erkenntnissen soll z.B. in Amerika (Mexiko), wo der Ackerbau (v.a. Mais) mit ersten Züchtungsexperimenten um 5000 v. Chr. im „Tehuacan-Tal“ begann, eine solche Umweltkatastrophe zum Untergang der „Maya“ beigetragen haben, denn im 10. Jh. n. Chr. wurden dort die Städte nicht nur wegen der Angriffe von außen verlassen, sondern auch wegen des Mangels an Nahrungsmitteln - verursacht durch das Auslaugen des Bodens bei gleichzeitiger Übervölkerung.

 

Rohstoffe und Bodenscchätze
Kalt- und Warmphasen im Pleistozän

 

Stein

- Vorsprachkultur des Menschen -

Vielleicht war tatsächlich das Werk der Steine auf geistiger Ebene die Vorform der menschlichen Sprache, und zwar z.B. so, daß sich zunächst aus dem Kontext einer bestimmten Situation heraus eine Vorform des Textes ergab, später der erste erfolgreiche Schlag eine Vorform des Satzes und der erste treffende Wurf die erste Synthesis aus Subjekt (Stein), Kopula (Aktion) und Objekt (Tier bzw. Feind). Der Stein ist zunächst das Kultur-Ursymbol der Überfamilie (Hominoidae) und als Werkzeug zur Herstellung von weiteren Werkzeugen ein Merkmal zur Unterscheidung der Menschen von den anderen hominoiden Familien.


Feuer

- Primäre Sprachkultur des Menschen -

Feuer besitzt ambivalenten Charakter: es ist eine zerstörende und reinigende Größe zugleich und damit evolutionär wie revolutionär enorm entwicklungsfördernd. Der Kult des Feuers - der wärmenden, erhellenden und erhaltenden Kraft (bzw. Energie) - wurde auch später, z.B. mit dem häuslichen Herd-Feuer oder mit dem Stammes- und Staats-Feuer gepflegt. Feuerkulte haben auch den Zweck, den Lauf der Sonne magisch zu beeinflussen; die Sonnenwend-Feuer gehören in diesen Zusammenhang. Ohne den Feuergebrauch wäre der Mensch dem Affendasein verhaftet geblieben. Nicht zufällig entwickelte der Mensch diese Fähigkeit während der Eiszeit. Das Feuer ist auf progressive und konservativ-traditionelle Art ein Übertragungsmittel, d.h. der Projektor oder Motor für Kommunikation und deshalb die erste wirkliche Sprachkultur des Menschen. Erst seit der Mensch das Feuer gebrauchte, gebrauchte er auch eine menschliche Sprache. Feuer ist die rein natürliche (kosmische) Sprache, die menschliche Sprache das rein kulturelle Feuer. Menschliche Sprache gehört natürlich-kulturell zur Sprache aller Lebewesen, aber rein kulturell ist sie eine nat(ion)al erworbene Sprache eines Volkes, und kulturell-natürlich ist sie Metasprache: „Sprache-über-Sprache“ (Sprache höherer Ebene), mit der die Sprache (Objektsprache als Sprache niederer Ebene) beschrieben wird, z.B. auch als Sprachtheorie, im weiteren Sinne aber sogar überhaupt als Theorie (ursprüngliche Bedeutung: Gottesanschauung) oder Theologie, Philosophie, Mathematik, Weltanschauung u.ä.. (Vgl. Übersicht und „Erstes Kultursymbol“).

- Die Quadratur des Machtkreises -

In Vor- bzw. Urkulturen werden die Naturreligionen zunehmend durch Wirtschaft und Technik zugunsten medialer Kunst (Kommunikation) eingeengt; fast gleichzeitig erfolgt der umgekehrte Prozeß: die künstlichen Medien (vielfältiger Sprachkontakt) verbreiten durch Technik und Wirtschaft neue (bzw. differenziertere) Naturreligionen.
Diese Regel (Periode) gilt nicht nur für Vor- bzw. Urkulturen, sondern auch für Früh-, Hoch- und Spätkulturen (Zivilisationen).
Diese Periode erklärt letztlich auch den neuzeitlichen Glauben an die Naturwissenschaft bzw. die heutige neue Naturreligion als eine technisch-ökonomisch motivierte „Natur-Geisteswissenschaft“.
Macht ist der Kreis, der wegen der Pi-Transzendenz auf ein Quadrat nicht projeziert werden kann, aber mit dem Quadrat“ flächengleich“ ist:

KULTUR
Wirtschaft
Technik
Kunst

(Vgl. Glaubensgeschichte, die 4 Ebenen, die 5 Akkumulationstendenzen).


Wirtschaftlich umfaßt die Urgeschichte 2 Hauptstufen:

I.) Aneignende Wirtschaftsweise (primär nomadisch)
II.) Produzierende Wirtschaftsweise (primär seßhaft)

Für die Urgeschichte der archäologisch faßbaren, d.h. materiellen Kulturen sind die sozio-ökonomischen Veränderungen grundlegend, weil sie jene besonders tiefgreifend prägen. Wirtschaftliche Innovationen ziehen fast immer einen Wandel der Gesellschaft nach sich. Die Veränderungen bedeuten nicht zwangsläufig eine progressive Aufwärtsentwicklung. Daher geben v.a. die urgeschichtlichen Entwicklungsstufen (Paläolithikum, Mesolithikum, Neolithikum) lediglich den durch sozio-ökonomische Gegebenheiten bedingten Zustand einer archäologischen Kultur an, der nur innerhalb einzelner Kulturregionen auch eine chronologische Bedeutung hat. Die Graphik zu diesem Thema hat auch deshalb lediglich Gültigkeit für Vorderasien, Nordafrika und Europa (Alte Welt) und ist nur unter Berücksichtigung der zeitlichen Verschiebungen zwischen den einzelnen Regionen als eine Kontinuität zu betrachten.

Das Paläolithikum (Altsteinzeit) deckt sich zeitlich in etwa mit der Eiszeit (Pleistozän bzw. Diluvium). Menschengeschichtlich ist das Paläolithikum identisch mit der gesamten anthropinen Vor- und Urgeschichte, nämlich als Bedingung für unser heutiges Dasein. Die Eiszeit war unsere Chance. Sie hat unsere Urkultur, die Steinzeit, erst ermöglicht und alle menschlichen Erscheinungen hervorgebracht: vom Vormenschen bis zum Jetztmenschen. (Vgl. Anthropine Perioden). Das Altpaläolithikum (Ältere Altsteinzeit) war die Zeit der Prähominiden und der Archanthropinen, das Mittelpaläolithikum (Mittlere Altsteinzeit) die der Paläanthropinen und das Jungpaläolithikum (Jüngere Altsteinzeit) die der Neanthropinen. Evolutionär bzw. sozio-biologisch sind das Mesolithikum (Mittelsteinzeit) und das Neolithikum (Neusteinzeit) auch noch zum Jungpaläolithikum zu zählen, nicht aber sozio-ökonomisch. Sozio-ökonomisch stellen Mittel- und Neusteinzeit den Übergang zu denjenigen Kulturen dar, die wir üblicherweise als solche bezeichnen: die seßhaften und in der Konsequenz historisch werdenden Kulturen, die durch die produzierende Ökonomie - die Neolithische Revolution -, erst zu Früh-, Hoch und Spätkulturen bzw. Zivilisationen werden konnten.

Das Jungpaläolithikum, auch oberes Paläolithikum oder Spätpaläolithikum genannt, stellt sozusagen den Einleitungszyklus der neanthropinen Periode dar, weil hier der dominant werdende und danach einzig übrig bleibende Familienvertreter Homo sapiens sapiens seine Einzelkarriere begann, nachdem er der Homo sapiens neanderthalensis verdrängt hatte und mit seiner Höhlenkunst sowie seinem Schmuckkult erste Kunstwerke schuf. Wer Kunstwerke hinterläßt, der will sich und seiner Welt mitteilen, eine Spur hinterlassen und (wie ein Kleinkind !) voller Stolz auch am nächsten Tag noch sagen können: „DAS BIN ICH GEWESEN“. Die Geschichte der künstlerischen Selbstreferenz begann also in den Höhlen. (Vgl. Kunst). Gleichzeitig wurden ab jetzt die zuvor noch nicht von Menschen bewohnten Kontinente besiedelt, so daß die Erde eine erste menschliche Voll-Besetzung erlebte, die sich in dem Begriff Neue Welt als restglobaler Lebensraum ausdrückt. Isolierungen und Nischen wurden für menschliche Insulaner von nun an rar. Ab jetzt formten sich auch die heute bekannten Großrassen: Europide, Negride, Mongolide und Australide. Bald darauf entstand in Europa auch die Vor- bzw. Urkultur der Indogermanen. Der erste Bergbau fiel ebenfalls in die Zeit des Jungpaläolithikums, und zwar vor ungefähr 17000 bis 20000 Jahren. Er diente insbesondere der Gewinnung von Feuerstein in offenen Gruben und in unterirdischen Steinbrüchen (v.a. in Jura- und Kreidekalken). Zum Abbau wurden Werkzeuge aus Hirschgeweihen oder Feuerstein benutzt; nachgewiesen sind auch erste Spuren des Feuersetzens zur Lockerung des Gesteins.

Die Indogermanen, deren Sprache rekonstruiert werden kann, besaßen offenbar kein Wort für „Heimat“, weshalb sie schon vor der Neolithischen Revolution existiert haben müssen - wahrscheinlich seit dem Jungpaläolithikum als nicht-seßhafte Hirten, die den Ort je nach Zustand der Weide wechselten.

Überhängige paläolithisch geprägte Erscheinungen bezeichnet man als Epipaläolithikum (vgl.“Vierperiodensystem“). In Gebieten Afrikas und auch anderswo leben noch heute Menschen in einer „Altsteinzeit“. Weil diese Zeit allgemein (aber fälschlicherweise) als vergangen angesehen wird, fehlt ein angemessener Begriff für „Altsteinzeiten“, die chronologisch hinter der Altsteinzeit liegen. Ein Begriff, der sowohl die Endphase der Altsteinzeit als auch die „zeitlosen“ Altsteinzeiten“ abdeckt, ist meiner Meinung nach gefunden: Epipaläolithikum ist gewissermaßen eine Bezeichnung für die Entwicklungsstufe noch dem Paläolithikum verhafteter, von paläolithischen Traditionen geprägter, chronologisch aber in die Nacheiszeit „überhängender“ (Ur)Kulturen. So repräsentiert z.B. das Natoufien in Palästina einerseits die Neolithische Revolution im Fruchtbaren Halbmond, andererseits lassen sich neben protoneolithischen Zügen auch epipaläolithische nachweisen (z.B das Jagen und Sammeln). Wenn das Ende des Paläolithikums im Regelfall etwa für die Zeit zwischen 10500 v. Chr. und 4500 v. Chr. anzusiedeln ist (Europa: um 8000 v. Chr.), so sind epipaläolithische Gruppen zeitlich jünger als dieses Ende, aber in allen wesentlichen (ur)kulturellen Zügen den Traditionen des Paläolithikums verhaftet geblieben. Sie führten bzw. führen die Altsteinzeit weiter, als wären sie die Urvertreter derErzkonservativen. Epipaläolithische Gruppen werden häufig auch mit gleichzeitigen, mehr oder weniger stark protoneolithisch beeinflußten Gruppen zum Mesolithikum zusammengefaßt.

Im Mesolithikum ersetzten neuere Arten die eiszeitliche Flora und Fauna. Mesolithische Feuersteinindustrien sind häufig erkennbar an einer Fülle von Mikrolithen: sehr kleine Geräte aus einer Klinge (länglicher Abschlag mit parallelen Seitenflächen) oder einem Abschlag (Bruchstück eines größeren Steines. Im Mesolithikum war Ackerbau im Sinne einer Vorratshaltung zwar noch nicht bekannt, aber das Ende dieser Teilperiode entspricht dem langsamen Aufkommen und der Verbreitung der „neolithischen Lebensweise“, die auf Ackerbau und Viehzucht beruhte. (Seßhaftwerdung). Im Vorderen Orient, wo die klimatischen Veränderungen durch das Fehlen des Eises weniger ausgeprägt waren als in Nordeuropa, gab es schon bald nach dem Ende des Pleistozäns Ackerbau. Hier währte die mesolithische Teilperiode nur kurz und unterschied sich wenig von den vorhergehenden. Je weiter man sich jedoch von den frühen Zentren des Ackerbaus entfernt, desto länger ist ihre Zeitdauer anzusetzen. In England z.B. erfolgte der Übergang vom Mesolithikum zum Neolithikum erst im späten 4. Jahrtausend v. Chr..

In der mesolithisch-neolithischen Religion spielte der Glaube an ein Fortleben nach dem Tode eine große Rolle. Aus Angst vor der Wiederkehr wurden Leichname umschnürt oder verbrannt. Der Ahnenkult dieser Zeit ergänzte den noch vorhandenen Fruchtbarkeitskult und war auf religiöser Ebene verbunden mit dem Glauben an einen Himmelsgott - zumeist identisch mit dem Donner- und Blitzgott. Die Sorge für die Toten wurde jedenfalls überall praktiziert, aber auch der Glaube an Zauber und Dämonen - fast wie heute!

Vom ersten Stadium des Anbaus bis zur voll ausgebildeten Ackerbaugesellschaft vollzog sich die Entwicklung in verschiedenen Stufen. Die erste und wichtigste Stufe begann mit der Einführung des Bodenbaus, wobei archäologisch zwischen reinen Erntekulturen und geplantem Anbau kaum getrennt werden kann. Doch ist für Anbau die Vorratshaltung kennzeichnend und damit die früheste Stufe - das Protoneolithikum - definiert. Mit der Einführung der Viehhaltung zusätzlich zum Ackerbau, begann das Akeramische Neolithikum. Durch den neolithischen, seßhaften Architekturbeginn bedingt entstanden die ersten Städte, z.B. Çatal Hüyük, Haçilar oder das vorbiblische Jericho. Das akeramische oder präkeramische Neolithikum wurde zum Keramischen Neolithikum, als alle Arten der Töpferei bzw. Töpfer- oder Tonwaren, wofür die Keramik als Sammelbezeichnung steht, auftauchten. Keramik (Töpferkunst) war wahrscheinlich schon im Jungpaläolithikum bekannt, wurde aber erst im Neolithikum erneut erfunden und in Umlauf gebracht. Keramik ist eine der wichtigsten Erungenschaften der Menschen und eine der bedeutendsten Äußerungen vergangener (Ur)Kulturen.

Die Einteilung der Vor- und Urgeschichte in Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit ist mehrfach auf andere aufzugliedernde Phänomene ausgeweitet und nuanciert worden. (Dreiperiodensystem). Auch die Aufgliederung der Steinzeit in Altsteinzeit (Paläolithikum), Mittelsteinzeit (Mesolithikum) und Neusteinzeit (Neolithikum) und weiterhin die des Paläolithikums in Alt-, Mittel- und Jungpaläolithikum beruhen auf diesem Ordnungsprinzip des Dänen Christian Jürgensen Thomsen (29.12.1788 - 21.05.1865). Man hat aber auch erkannt, daß zwischen der Endphase des Neolithikums und der Bronzezeit eine Stufe erster Metallverarbeitung lag: das Chalkolithikum - auch Kupfersteinzeit oder Aeneolithikum genannt und in das Metallikum überführend (Kupfermetallikum). Übergangs- und Überhangsformen im Feld zwischen Jungpaläolithikum, Mesolithikum und Neolithikum bezeichnet man als Epipaläolithikum und in speziellen Fällen auch als Protoneolithikum. Ähnlich gliederte man alle anderen Stufen in Unterstufen. Das Dreiperiodensystem, das anfangs durch die Stratigraphie (Schichtungsbefund) Bestätigung zu finden schien, ermöglichte so etwas wie eine (ur)kulturelle Zuordnung aller archäologischen Funde. Seine Schwächen liegen aber darin, daß es keine absolute Datierung ermöglicht: primitive (Ur)Kulturen altsteinzeitlichen Typs haben sich bis heute in Afrika, Australien, Neuguinea und anderswo erhalten, solche neolithischen Typs auch dort und anderswo. Außerdem fiel in dem einen oder anderen Gebiet die eine oder die andere Entwicklungsstufe aus und war ihre Abfolge nicht notwendigerweise überall die gleiche - z.B. gibt es in Afrika weite Gebiete ohne Bronzezeit, wo auf die Steinzeit unmittelbar die Eisenzeit folgte. Oft überlappen die einzelnen Stufen einander. Feuersteingeräte blieben z.B. noch lange im Gebrauch, nachdem der Mensch bereits gelernt hatte, mit Metall umzugehen. Es dauerte lange, bis man Steingeräte ganz aufgab. Oft sind es jungpaläolithische, mesolithische und protoneolithische bis neolithische Züge, die gleichzeitig zusammentrafen und zusammentreffen. (Vgl. Epipaläolithikum). Das Dreiperiodensystem macht nur Sinn mit dem zeitlich-zeitlosen Zusatz, wie der Begriff Epipalälithikum beweist; es funktioniert also nur als eine Art Vierperiodensystem, in dem eine der 4 Komponenten jeweils aus dem dreiperiodischen, d.h. engeren Rahmen fällt, weil sie eine von der Zeit relativ unabhängige Ausnahme bedeutet. (Nicht denkbar sind Modische ohne Alt- bzw. Nichtmodische oder Farben ohne Grau bzw. Schwarz-Weiß-Kontrast).

In meinem Vierperiodensystem sind deshalb auch Vor-/Urkultur, Frühkultur, Hochkultur, Spätkultur in dem Sinne zu verstehen, daß nur die Komponente Vor-/Urkultur sowohl Anfang als auch Ende einer Kultur bedeuten kann, während die anderen 3 Komponenten (Kulturquartale) genau das nicht sein können, sondern immer Übergangscharakter haben. Nur eine Vor- bzw. Urkultur kann sowohl kultureller Anfang als auch kulturelles Ende sein.

Genauso verhält es sich mit meiner Aufgliederung der anthropinen Periodik in eine Vor-/Ur-, Früh-, Hoch- und Spätperiode (vgl. die Jahreszeiten Winter, Frühling, Sommer, Herbst). Die zum Menschen führende Evolution stellt dabei die Vor- bzw. Urperiode dar, in die wir am Ende auch wieder „münden“ werden, während die Frühperiode durch die Hominisierung gekennzeichnet ist, die Hochperiode durch die Sapientisierung und die Spätperiode durch die Historisierung, die uns am Ende wieder der Urperiode zuführen wird, und zwar entweder mit einem zivilisierten Quantensprung bzw. einer technisch herbeigeführten Mutation (und Selbstdomestikation) oder durch den Menschheitstod, den die Evolution bzw. Planetengeschichte selbst herbeiführen und mit Ausnahme einiger Spuren nicht registrieren wird. Für das Universum ist das Leben der Ausnahmefall.

Im Falle des Menschen decken sich die Perioden mit folgenden erdgeschichtlichen Ären bzw. Formationen. (Vgl. Tabelle):

Eine derartige Systematik bedeutet, daß die jeweils ältere Periode jede jüngere einschließt und daß alle Perioden dennoch auch als eine chronologisch abgegrenzte Folge zu verstehen sind. So ergibt sich eine Evolutionsspirale. Das Periodensystem macht deutlich, daß der Mensch ein durch und durch quartäres Wesen ist. Ohne Eiszeit wären wir wohl auf den Bäumen geblieben. Und ohne Feuer? Ohne Wärme und Licht?  Ohne Energie ?  Ohne Sprache? Schützend?

Zu beachten ist, daß in allen Perioden die Präfixe „Vor“ und „Ur“ enthalten sind; d.h. daß Vor- bzw. Urkulturen permanent möglich sind, z.B. auch für die bis in die tiefsten Verhältnisse der Evolution reichende menschliche „Regression“!Vor- bzw. urgeschichtliche Zustände sind also nicht nur zu jeder Zeit existent, sondern auch räumliche Entwicklungskriterien. Bis heute besteht die Geschichte der Menschheit zu 99% aus Vor- bzw. Urverhalten. (Vgl. Nomaden).
Zu 99% sind auch 2 Familien der menschenartigen
Überfamilie (Hominoide) genetisch miteinander verwandt: die Familie der
Hominiden (Menschen, und zwar alle!) und die Familie der
Pongiden (Schimpanse, Bonobo, Gorilla, Orang Utan)

 

Bildkunst als Vor- bzw. Urhistoriographie (Beispiele)
Diese beiden Beispiele sind von mir dewegen gewählt worden, weil sie als Hauptgegenstand kulturgeschichtlicher Analyse zu meinem Kernthema „WERDENDE UND GEWORDENE KULTUREN“ avanciert sind. Die ANTIKE und das ABENDLAND sind deshalb besonders gut analysierbar, weil ihr Seelenbild und ihr Ursymbol Gegensätze darstellen:
Beispiel (Kultur) Stufe der Historiographie Text zur Kulturgeschichte
Mesopotamien *
Antike *
Abendland *
Vor-/Urkultur (bis ca. 3550 v.C.)
Vor-/Urkultur (bis ca. 1425 v.C.)
Vor-/Urkultur (bis ca. 750 n.C.)
Frühherbstliche Kulturphase  Mittelwinterliche Kulturphase  Spätherbstliche Kulturphase

 

Geschichtsstufe
Historiographische Werkzeuge
Hauptmotive
Nächste Stufe
(1) Bildkunst
(1) Religion, Gedenkbild
  

Fortsetzung:

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Anmerkungen:

 

Becher und Keramik Indogermanen-Kulturen entstanden wahrscheinlich aus einer einzigen indogermanischen Vor-/Urkultur im Paläolithikum (wohl im Jungpaläolithikum). Die indogermanischen Sprachen sind auch nur unter Annahme einer gemeinsame Ursprache erklärbar. Das Indogermanische, der Name wurde 1823 von H. J. Klaproth für die 1812 bis 1816 von Franz Bopp entdeckte Sprachfamilie geprägt, umfaßt die äußersten Glieder der Gruppe im Südosten (Ceylon) und Nordwesten (Island). Bezogen auf das Wort „Hundert“ wurden die indogermanischen Sprachen unterschieden in eine westliche (Kentum-Sprachen; phonetisch: [k]) und eine östliche Gruppe (Satem-Sprachen; phonetisch [sch]). Weltweite Untersuchungen an Menschen aus den 1970er und 1980er Jahren haben ergeben, daß sprachliche und genetische Merkmale der Indogermanen weitgehend übereinstimmen. Aus linguistischer, archäologischer und anthropologischer Sicht dürften Trichterbecherkultur () mit ihren Nachfolgekulturen, darunter die Schnurkeramiker (), ferner die Bandkeramiker () und die Ockergrabkultur () als Kulturen der Indogermanen angesehen werden. Damit ist aber nur eine Zeitspanne erfaßt, die das Neolithikum betrifft (für Europa etwa 4500 v. Chr. bis 1800 v. Chr.). Ungeklärt bleibt auch die Herkunft der Glockenbecherkultur (). Obwohl man andere Möglichkeiten einer indogermanischen Herkunft nicht ganz ausschließen kann, darf als gesichert angenommen werden, daß die Indogermanen zum größten Teil der nordischen Rasse entstammen und deshalb nur ein europäischer Ursprung dieses Volkstums in Betracht kommt.

Feuerstein; ein hartes, brüchiges Kieselgestein von derartig mikrokristalliner Struktur, daß es sich leicht zu Abschlägen und damit zu Artefakten beliebiger Form verarbeiten läßt. Weit verbreitet, war es vor dem Aufkommen der Metallverarbeitung wichtigstes Rohmaterial für menschliche Werkzeuge und Waffen, zugleich eines der wichtigsten Handelsgüter der Steinzeit, d.h. seit dem Jungpaläolithikum. Nur noch Obsidian (natürliches vulkanisches Glas) und die widerstandsfähigeren Gesteine, die im Neolithikum das Rohmaterial für Reibsteine bildeten, wurden ihm für bestimmte Zwecke vorgezogen. Ihre Form erhielten Feuersteine gewöhnlich durch Abschlag (bzw. Schlagretusche oder Dengeln), in geringerem Umfang durch Druckretusche, Reiben und Schleifen.

Megalithkulturen sind die im Mesolithikum bis Spätneolithikum (End-Neolithikum) aufgekommenen, in der Kupfersteinzeit (Chalkolithikum) und Bronzezeit (Bronzemetallikum) fortgesetzten Gewohnheiten einiger vor- bzw. urgeschichtlicher und frühgeschichtlicher Kulturen (siehe: Periodik), megalithische Gräber und Kultmale zu errichten; z.B. Menhire (Lange Steine), Alignments bzw. Steinkreise, bestimmte Henge-Monumente und verschiedene Typen von Kammergräbern. Megalithkulturen gab es auch im Nahen Osten, in Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika, obwohl man sie gewöhnlich nur auf Europa bezieht, wo sie tatsächlich am ausgeprägtesten waren und als Relikte heute noch mehr als anderswo zu bestaunen sind. Hier, in Europa, waren einge Megalithkulturen mit Keramik der Chaséen verbunden, andere mit Töpferware der Seine-Oise-Marne-Kultur, der Pasteur-des-Plateaux und der Glockenbecherkultur () in West-, Südwest- und Mitteleuropa, insbes. in Nordwestdeutschland und ganz England sowie in Südirland. In Norddeutschland, Dänemark, Südschweden und westlichen Teile Osteuropas waren die Megalithkulturen verbunden mit Gefäßen der Trichterbecherkultur (Vorläufer der Schnurkeramik- bzw. Streitaxtkultur). Der Transport und die Bearbeitung der Megalithe setzen eine relativ differenzierte Sozialstruktur voraus.

Erster Bergbau erfolgte auf den Feuerstein in Jura- und Kreidekalken bereits vor ungefähr 20000 Jahren, also noch im Jungpaläolithikum. Gold wurde schon vor 6000 Jahren aus Flußseifen gewonnen; die ersten der Pharaonendynastien besaßen Goldschmuck. Die Sumerer verwendeten 3000 v. Chr. in Mesopotamien Bitumen mit Sand vermischt als Mörtel. n der Bronzezeit (seit 19. Jh. v. Chr.) wurden die Kupfer-, in der Eisenzeit (seit 11. bzw. 8. Jh. v. Chr.) die Eisenvorkommen in Abbau genommen, Tongefäße nicht selten mit Graphit behandelt. (Vgl. Bergbaugeschichte).

Einer der Vertreter dieser Theorie, daß Menschen aus Gründen der Luxurierung seßhaft und zu Ackerbauern und Viehzüchtern geworden sind, ist z.B. Josef H. Reichholf (*1945). Die immer noch „aktuelle“ Theorie, daß Menschen aus Gründen des Fleischmangels seßhaft und zu Ackerbauern und Viehzüchtern geworden sind, lehnt Reichholf ab. Nicht weil einst das Fleisch knapp geworden war, sondern weil es im Gegenteil Fleisch von wilden Tieren im Überfluß gab, kam es laut Reichholf zur Seßhaftigkeit, zu Ackerbau und Viehzucht - in der Folge also auch zu Höfen und Dörfern und in der weiteren Folge zu Städten und Staaten. Der Ertrag des wilden, noch nicht gezüchteten Getreides reichte zur Ernährung anfangs auch gar nicht aus. Aber es war bereits, nach dem Vorbild überreifer Beeren und Früchte, die Gärung entdeckt worden: Getreidekörner wurden zu einem alkoholischen Gebräu angerührt und dessen berauschende Wirkung erkannt. Der erste Zweck des Getreides, das erst in der Folge zu einer effektiven Nahrungsquelle kultiviert wurde, war ein frühes Bier, das aus dem Fleisch-Fest ein kultisches Begängnis machte. Wie gesagt: Für die immer noch gängige Hypothese eines akuten Mangels an Jagdwild, der, kombiniert mit Bevölkerungsdruck, den menschlichen Ackerbau erzwungen haben müsse, sieht Reichholf keinerlei Belege. „Warum sollte ausgerechnet dort, wo die passenden Wildpflanzen wuchsen, aus denen Getreide werden konnte, das Wild so selten geworden sein?“  Denn: „Wo gutes Gras wächst, sammelt sich auch das Wild.“ Es sei auch prinzipiell falsch, „Fortschritte“ des Menschen immer nur durch Ressourcenknappheit und Existenzangst zu begründen. Vielmehr stehe am Beginn der schrittweisen Domestikation der Überfluß an Tieren: Man begann - natürlicherweise nur, weil es genug davon gab -, die Tiere nicht gleich aufzuessen, sondern mit der Zeit die Wildformen von Schafen, Rindern und Ziegen als „lebende Fleischreserve“ zu fangen und zu halten. „Zähmung und Züchtung“, so Reichholf, „erfolgten nicht der Not gehorchend.“ Und dann kam die Fleischparty. Jene beginnende Vorratswirtschaft in einer noch wesentlich nomadischen Kultur habe sich gewissermaßen in kollektiven Feiermahlzeiten entladen. Josef Reichholf verweist hier auf Funde wie die erst unlängst entdeckte, bisher älteste menschliche (noch nomadische!) Kultstätte von Göbleki Tepe in Anatolien, die mindestens 12 000 Jahre alt ist; dort finden sich Reliefs von Wildtieren. Und solche Kultereignisse seien eben auch große Besäufnisse gewesen, für die das Getreide ursprünglich verwendet worden sei. In der Tat hängen ja Rausch und religiöse Transzendenz in vielen Kulturen zusammen; für die Exstase zuständige Priester oder Schamanen kennen sich mit Zauberformeln, Geheimsprache und halluzinogenen Pilzen aus - oder, wie in diesem kulturentscheidenen Fall, mit dem Rezept fürs Bier. Auf frühen sumerischen Darstellungen sieht man Menschen feierlich mit Strohhalmen aus Tonkrügen trinken, das würde zum ungefilterten Bierbrei der Frühzeit passen; ähnliche Praktiken sollen durch Wanderungen über die Beringstraße bis zu den südamerikanischen Indios gelangt sein, wo das „Chicha“-Bier in Amazonien durch Spucke zum Gären gebracht wird. Die Aborigines sind hingegen vor ca. 40 000 Jahren nach Australien gelangt, haben Ackerbau und Viehzucht nicht entwickelt und - interessanterweise - auch nicht die geringste Alkoholverträglichkeit. Reichholf unterscheidet denn auch zwischen den alkoholunverträglichen Nomaden (Rauchern) und den alkoholverträglichen Seßhaften (Säufern).

4 Ebenen: Kultur, Wirtschaft, Technik, Kunst.
Diese 4 Ebenen oder Dimensionen sind in einer „gesunden“ Kultur ständig präsent. Sie sind syntagmatisch und paradigmatisch analysierbar, lassen sich also nicht nur gesamtkulturell (historisch, also nachhinein oder längsschnittlich), sondern beispielhaft kulturgegenwärtig (momentan, also querschnittlich) verstehen. Beispielseise ist die Erfindung der mechanischen Uhren nur zu verstehen, wenn man berücksichtigt, daß die Erfinder (Deutsche) ein ganz besonders ausgeprägtes abendländisches Seelenbild repräsentieren und mit ganz besonders starkem Willen nach dem kultureigenen Ursymbol streben [1) Kultur], daß dadurch nachweislich sowohl die ökonomische [2) Wirtschaft] als auch die technische Ebene [3) Technik] revolutioniert bzw. stärker dimensioniert wurden und daß sich dadurch auch die künstlerische Ebene [4) Kunst] änderte. Weil an dieser Stelle der Rahmen nicht gesprengt werden soll, soll der Hinweis genügen, daß sich im übrigen Text genügend Stellen befinden, die auf das Thema näher eingehen, z.B. der Text zur maschinellen Mobilmachung oder der „skeptische“ Beitrag zur Moderne (vgl. dazu auch die Vorschau, die auf weitere Textstellen verweist). Für alle Kulturen, aber insbesonder für die abendländische, gilt, daß diese „Vierdimensionalität“ um so stärker ausfällt, je mehr sie Mobilität verleiht.

Seelenbild der Antike und Seelenbild des Abendlandes sind gegensätzlich: apollinisch und faustisch; ihre Ursymbole ebenfalls: Einzelkörper und Unendlicher Raum. Wie ein Dogma gegenüber aller Erfahrung, gelten auch Seelenbild und Ursymbol allgemein als unbeweisbar, deshalb sei hier darauf hingewiesen, daß der Unterschied zwischen Antike und Abendland sogar am Beispiel „Parallelenaxiom“ deutlich werden kann: Euklid hat in seinen „Elementen“ (um 312 v. Chr.) die mathematische Entsprechung für das antike Beispiel gegeben und Gauß ca. 2112 Jahre später (um 1800) die für das abendländische. Sie stehen - wie unzählige andere Beispiele auch - für einen metaphysischen Mittelpunkt, um den eine Kultur kreist, während sie von Seelenbild und Ursymbol angetrieben und angezogen wird. (Vgl. Oswald Spengler, 1917, S. 155, 227ff., 234, 390). Vgl. dazu auch das Germanentum.

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© Hubert Brune, 2001 ff. (zuletzt aktualisiert: 2014).