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Erdgeschichte und EvolutionErdgeschichte und Evolution Erdgeschichte und EvolutionErdgeschichte und Evolution
Vor-/Urgeschichte Archaikum, Proterozoikum, AlgonkiumPaläozoikum, Mesozoikum, NeozoikumTertiär (Paleozän, Eozän, Oligozän, Miozän, Pliozän)Quartär (Pleistozän, Holozän)PaläolithikumAltpaläolithikumMittelpaläolithikum JungpaläolithikumMesolithikumNeolithikum
- Tafeln und Bilder -
[1][2][3][4][5][6][7]

Vor-/Urgeschichte

Erstes Leben 1) Kryptozoikum

- Ursuppe und wirbelloses Leben (Invertebrata) -

(1.1)
Archaikum
(einschließlich
Hadaikum [4,6-3,8] *
)
4,6 *  -  2,5
Milliarden Jahre v.C.

(1.2)
Proterozoikum

2,5 - 0,8
Milliarden Jahre v.C.
(1.3)
Algonkium

0,8 - 0,57
Milliarden Jahre v.C.

Erde
- Erde (bis sie so aussah, vergingen einige Milliarden Jahre!) -
Auf dem Bild wird der westliche Teil von der Sonne beschienen,
während auf dem östlichen Teil Nacht ist.

Aus dem Weltraum gesehen, scheint die Erde nur ein ganz gewöhnliches Mitglied der Gruppe der inneren Planeten zu sein. Tatsächlich nimmt sie aber eine Sonderstellung ein, weil ihre Atmosphäre Sauerstoff enthält. Diese Lufthülle hat, weil Jupiter sie schützt, die Entwicklung höherer Lebensformen auf unserem Planeten ermöglicht und sichert deren Fortbestehen, solange Jupiter verhindert, daß die das Leben stark gefährdenden Asteroiden und Kometen die Erde treffen. (Meteoriten). Zugleich schützt die Erdatmosphäre die Lebewesen vor den schädlichen Bestandteilen der Sonnenstrahlung. Die Sonne spendet also Leben und Tod zugleich.
Sonne

Im frühen „Kindheitstadium“ der Sonne, d.h. bevor sie „zur Ruhe kam“, war die Erde ein heißer, luftloser Gesteinskörper. Atmosphäre und Ozeane entstanden - wie die Atmosphären der Venus und des Mars - durch Ausgasung von Materie aus dem heißen Erdinnern im Laufe der allmählichen Abkühlung der Kruste. Starke vulkanische Aktivität förderte neben Lava und Asche gewaltige Gasmengen zutage, v.a. Kohlendioxid und Wasserdampf. Stickstoff und Schwefelverbindungen wurden in geringen Mengen freigesetzt.

Die Vermutung liegt nahe, daß ein Planet wie die junge Erde eine an Kohlendioxid und Wasserdampf reiche Atmosphäre besitzt. Tatsächlich haben Venus und Mars Kohlendioxid-Atmosphären, und nur die Erde besitzt heute eine Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre. Grund dafür war die Entwicklung des Lebens auf der Erde, das Kohlendioxid unter Freisetzung des Sauerstoffs spaltete und Kohlenstoff in organischen Ablagerungen wie Kohle speicherte. Ein Teil des Kohlendioxids wurde auch im Wasser der Ozeane gelöst. Die Sauerstoff-Atmosphäre der Erde signalisiert das Vorhandensein von Leben; die Kohlendioxid-Atmosphären von Venus und Mars zeigen an, daß dort kein Leben existiert. Weil Jupiter für alle inneren Planeten Platz geschaffen hat und sie schützt, fragt man sich natürlich, warum er offenbar die Erde besonders bevorzugt hat. Merkur und Venus liegen im Einflußbereich der Sonne; deshalb kann hier Jupiter zwar dafür sorgen, daß die Sonne die beiden Planeten nicht an sich reißt oder gar verschluckt, was sie ohnehin im „Greisenalter“ tun wird (Sonne), er kann die beiden aber nicht vor der Hitze, der Strahlungsenergie der Sonne schützen.

Jupiter hat offenbar tatsächlich der Erde mehr Glück zukommen lassen als dem Mars, denn auch der Mars hatte in der Vergangenheit fließendes Wasser und damit zumindest primitives Leben. Wegen seiner geringen Masse (10% der Erdmasse) war seine Anziehungskraft jedoch zu schwach, um die ursprünglich viel dichtere Atmosphäre zu halten. Dadurch kühlte der Mars in dem Maße ab, wie seine atmosphärischen Gase in den Weltraum entwichen. Der Mars war ohnehin niemals so warm, daß der Treibhauseffekt hätte wirksam werden können, und für eine längerfristige Evolution eignet er sich auch nicht so gut wie die Erde. Als hätte Jupiter das gewußt, ließ er der Erde mehr Material zukommen als dem Mars. Die Masse der Erde wuchs so auf das 10fache der Marsmasse an und erhielt dadurch auch eine viel stärkere Anziehungskraft als sie vorher gehabt hatte. Der riesige Jupiter hatte nämlich durch seine enorme Anziehungskraft viel Materie, die eigentlich für den Mars bestimmt war, in Richtung auf die Erdbahn abgelenkt und sich so als „Geburtshelfer der Erde“ erwiesen und später der Erde auf ähnliche Weise auch noch den Mond geschenkt. Jupiter, Schützer des Lebens

Einzellige
Prokaryonten:

Bakterien

Sauerstoffbildende
Bakterien

Blaualgen

Stromatolithen

Ozonschicht

Blaugrünalgen

Einzellige
Eukaryonten:

Grünalgen

Atembare
Atmosphäre

Enorme Zunahme
an atmenden Lebewesen

Geschlechtliche
Fortpflanzung

Vielzellige
Euykaryonten:

Hohltiere
( z.B. Quallen,
Federkorallen)

Würmer

Gliederwürmer

Seefedern

Dreibeintiere

Vermutlich gibt es Leben auf der Erde von ihrem Anfang an. Wegen der Abdrücke im Gestein kann man das Aussehen urzeitlicher Lebewesen bestimmen. Die Fossilien werden nur um so undeutlicher, je weiter man zeitlich zurückgeht. Vergleichbar sind die ersten Stufen des Erdlebens mit dem Leben im mütterlichen Uterus, an das man sich nicht erinnern und das man auch mit den besten Urinstinkten kaum erfahrbar machen kann.

Die ersten Lebewesen hatten keine harten Teile - Schalen oder gar Knochen - und haben überhaupt keine Spuren hinterlassen. Man weiß also nicht genau, wie das Leben entstanden ist. Höchstwahrscheinlich entstand durch chemische Prozesse in den ersten Meeren ein Molekül mit der einzigartigen Fähigkeit, sich zu reproduzieren, d.h. sich selbst zu kopieren. Dazu lagerte es Atome der im Wasser ringsum aufgelösten Substanzen an die eigenen Atome an. Das neue Molekül konnte sich ebenfalls fortpflanzen und so vermehren.

Nach einer bemerkenswerten Theorie entstanden diese „Reproduktionsmoleküle“ im Kopf eines Kometen, der - als Meteorit- auf die Erde prallte und die Moleküle dabei freisetzte. Man weiß, daß Kometen die für die Entstehung des Lebens wichtigen Moleküle enthalten. Deshalb kann das Leben auf der Erde auch durch Kometenmaterie entstanden sein. Meteoriten enthalten häufig Kohlenstoffverbindungen - so könnten diese für den Aufbau des Lebens so wichtigen Bausteine auf die Erde gekommen sein. Möglich könnte auch sein, daß die Proteine und Nukleinsäuren auf der Erde selbst entstanden sind. Als sehr wahrscheinlich gilt, daß vor etwa 4,8 Mrd. Jahren ein Meteorit, der in etwa die Ausmaße des Planeten Mars hatte, auf die Erde schlug und dadurch der Erdtrabant „Mond“ entstand. Der Mond bremste die damals schnelle Eigenrotation der Erde, wodurch die Evolution beschleunigt wurde. Allerdings hätte die Evolution nie eine Chance bekommen, wenn nicht Jupiter den Großteil aller Kometen „verschlucken“ und die Planetoiden im sogenannten Asteroidengürtel auf ihre Bahnen verweisen, ab und zu aber auch einen „Glücksmeteoriten“ schicken würde. Jupiter lenkte auch den Großteil der für Mars bestimmten Materie auf die Erdbahn ab und ist deshalb der Geburtshelfer der Erde. Und zur „Taufe“ schickte Jupiter der Erde den Mond.

Auf der Erde waren die Bedingungen für die Entwicklung von Leben also günstig. Das Wasser blieb flüssig und bildete Ozeane, und das Kohlendioxid aus der Ausgasung des Erdinneren ging teils in die Atmosphäre ein, teils wurde es in den Ozeanen gelöst. Der entstehende schwache Treibhauseffekt wurde kompensiert durch die Bildung leuchtendweißer Wolken aus Wassertröpfchen, die einen Teil der Sonneneinstrahlung in den Raum reflektierten. Unser Planet stabilisierte sich bei einer Durchschnittstemperatur von +15°C am Boden - ideal für die Entstehung von Leben, das sich natürlich zuerst im Meer entwickelte und dann auf das Land übergriff. Von da an wurde in zunehmendem Maße Kohlendioxid in Sauerstoff umgewandelt.
(Vgl. Archaikum, Proterozoikum, AlgonkiumPaläozoikum, Mesozoikum, Neozoikum)

Erstes Leben Ohne Feuer kein Wasser! Wasser braucht Feuer, um erhalten zu bleiben. Wenn z.B. unsere Erde nicht die vom Feuer verursachte Dynamik erfahren hätte, die sie heute noch erfährt, hätte auch das Wasser und hätte auch das, was wir unter Luft verstehen, keine Chance gehabt. Die „Spuren“ des Lebens werden aber zunächst an der Oberfläche erkannt: Wasser ist der Schlüssel zu allem Leben. Die heutige Lufthülle ist ebenso ein Produkt des Lebens, wie sie Voraussetzung des höheren Lebens ist. (Vgl. die sonnen- / planetensystemischen Voraussetzungen für diese „Internbedingungen“). Die Uratmosphäre enthielt jedoch kaum Sauerstoff, und ohne Sauerstoff können luftatmende Lebewesen nicht existieren. Dieses Gas wurde erst vom Leben selbst erzeugt: von mikroskopisch kleinen Organismen, die den Sauerstoff als Stoffwechselprodukt ausscheiden. Früheste Lebensformen wandelten also die Atmosphäre immer mehr in ein sauerstoffreiches Gasgemisch um, wodurch sich dann tierisches, Sauerstoff-atmendes-Leben entwickeln konnte.

Vgl. den Unterschied zu den Erdbedingungen

Erstes Leben
Bildung des Lebens heißt Bildung einer Zelle (kleinstes Lebewesen; vgl. Einzeller), eines winzigen Gebildes mit dem Reproduktionsmolekül und allem, was es zum Leben braucht. Danach entwickelten sich mehrzellige Lebewesen, auch Vielzeller genannt. Vielleicht haben sich verschiedene Zellen vereint, z.B. je 2 Zellen (Wirt und Parasit), oder es sind aus einer Zelle mehrere entstanden. Die Zellen bildeten jedenfalls verschiedene Strukturen aus, sogenannte Organe, die jeweils ganz spezielle Aufgaben hatten. Deshalb nennt man ein Lebewesen ja auch „Organismus“.

Organische Chemie hat nicht umsonst nur eine Grundlage: Kohlenstoff.

Chemische Zusammensetzung der Erdatmosphäre
Stickstoff (78,084%), Sauerstoff (20,946%), Argon 40 (0,934%), Kohlendioxid (0,033%),
Neon (0,000018%), Helium (0,000005%), Methan (0,000002%), Krypton (0,000001%),
Wasserstoff (0,0000005%), Stickoxide (0.0000005%), Xenon (0,00000009%)
Weitere Spuren: Ozon, Kohlenmonoxid, Argon 36, Radon u.s.w..
Ein weiterer Anteil an Wasserdampf in den untersten Schichtem der Atmosphäre ist wetterabhängig.

Erdgliederung in Höhen und Tiefen

Irgendwann, nämlich im bereits biologisch „sichtbar“  (phanerozoisch) gewordenen Paläozoikum, entstanden aus einigen dieser Organe Schalen oder Skelette, die dann als Fossilien im Gestein zurückblieben. Die geologische Zeitrechnung umfaßt eine so unermeßliche Spanne, daß die Geologen sie, um sie verständlicher zu machen, in Bereiche unterteilen, in (nach: Inhalt/Zeit): Gruppe/Ära, Formation/Periode (vgl. jedoch meinen, d.h. den meinen Zwecken dienenden Begriff „Periode“), Abteilung/Serie, Stufe/Alter, Zone/Horizont. Jeder Bereich ist durch irgendein Ereignis in der Geschichte der Fossilien charakterisiert. Das erste Auftreten von Tieren mit harten Schalen bezeichnet z.B. den Beginn des Paläozoikums, das Aussterben der Dinosaurier das Ende des Mesozoikums. Außerdem gibt es natürlich noch übergeordnete Einteilungen: 2 „Unterreiche“ des Tierreiches sind in Einzeller und Vielzeller aufgegeteilt; ihre chemisch-biologische Geschichte gehört als „kryptisches Zoikum“ ins Archaikum, Proterozoikum, Algonkium. Danach wird der Stamm Chordatiere (Chordata) in Unterstämme unterteilt, z.B. in Wirbellose (Invertebrata) und Wirbeltiere (Vertebrata), denn ihre biologische Geschichte gehört als „phanerisches Zoikum“ ins Paläozoikum, Mesozoikum, Neozoikum.

Weitere wichtige Daten der Erde:

Oberfläche: 510,101 Mio. km²
(71% Wasser und 29% Land)
Volumen: 1 083 319,78 Mio. km³
Mittlere Dichte: 5,513 bis 5,521 g/cm³
Masse: 5,977 · 1024 kg
Masse der Erdatmosphäre: 5,157 mal 1018 kg

Große Halbachse der Bahn: 149,6 Mio. km (= 1 AE)
Mittlere Bahngeschwindigkeit: 29,79 km/s
Entweichungsgeschwindigkeit: 11,2 km/s
Bahnexzentrizität: 0,017
Schwerebeschleunigung am Äquator: 980 cm/s²
Äquatordurchmesser: 12 756 km
Neigung des Äquators gegen die Bahnebene: 23,45°
Siderische Rotationszeit: 23 h 56 m 04,1 s
Albedo (Rückstrahlvermögen): 0,37

Die Erde ist nahezu kugelförmig, genauer: sie hat die Gestalt eines abgeplatteten Rotationsellipsoids. In aller Strenge ist der Erdkörper jedoch nicht durch eine einfache geometrische Figur beschreibbar, denn neben geometrischen müssen auch physikalische Messungen (Schweremessungen) treten, die dazu führen, von der Erdfigur als dem „Geoid“ zu sprechen.

Erdsatelliten:

Erstes Leben Ohne Pflanzen, z.B. die urpflanzlichen Mikroorganismen (Bakterien, Blaualgen u.a.), könnte es auf der Erde kein Leben geben. (Vgl. kosmische Voraussetzungen und irdische „Internbedingungen“). Nur sie sind imstande, sich aus Rohstoffen Nahrung zu schaffen, und so müssen alle Tiere sich von Pflanzen oder pflanzenfressenden Tieren ernähren. Die ersten Lebensformen können deshalb nur Pflanzen gewesen sein. Mikroorganiche Pflanzen lebten bereits in den Urmmeeren, z.B. einfache Blaualgen und - wohl zur gleichen Zeit - auch Grünalgen, die bereits aus einer Chlorophyll enthaltenden Zelle bestanden.

Erstes Leben In über 4 Mrd. Jahre alten Gesteinen sind Reste bakterienähnlicher Mikroorganismen gefunden worden, von denen einige bereits die Photosynthese beherrschten. Der freigesetzte Sauerstoff sammelte sich allmählich in der Erdatmosphäre an, so daß sich atmende Lebewesen entwickeln konnten. In den oberen Luftschichten baute sich ein Ozonschild auf, der die schädliche ultraviolette Strahlung der Sonne absorbierte. Den urzeitlichen Bakterien und Algen hat man also die Anreicherung mit stark sauerstoffhaltigem Gas zu verdanken. Sie verbrauchten bei der Photosynthese Kohlendioxid (und Wasser) und produzierten Sauerstoff als Stoffwechselprodukt. Blaualgenkolonien, die u.a. zur Bildung von Stromatolithen beitrugen, erzeugten noch mehr Sauerstoff. Zunächst wurde dieser von Gesteinen am Meeresboden aufgenommen, wodurch später der eisenhaltige Sandstein entstehen sollte. Wahrscheinlich waren nicht nur die uralten Blaualgen, sondern die ebenso uralten Bakterien und anderen Mikroorganismen verantwortlich für die durch Kalkausfällung gebildeten Stromatolithen, die so etwas wie Kalkkrusten sind und deren Enstehung im warmen, seichten Gewässern bis ungefähr 3,5 Mrd. Jahre zurückreicht. Die Untersuchung wird deshalb erleichtert, weil ähnliche Gebilde auch in späteren Zeiten entstanden und bis in die Gegenwart hinein entstehen.

Durch ihr Vorkommen im Wasser vor den gefährlichen UV-Strahlen der Sonne geschützt, konnten diese Algen und Bakterien kaum merklich die Erdatmosphäre verändern. Diese Art von Leben dauerte insgesamt, d.h. ohne wesentliche Veränderungen, mindestens 2 Mrd. Jahre. (Vgl. Übersicht).

Flughöhe
(in km)
0
200
500
1000
2000
5000
7000
35790
384000

 

 

 

 

 


- Mond -
(Daten)

Masse:
0,0123
Erdmassen

Radius:
1738 km
= 0,2725
Erdäquator-
Radien

Mittlere
Albedo:
0,07

Bahnknoten-
Umlaufzeit:
18,61 Jahre
(tropisch)

Perigäum-
Umlaufzeit:
8,85 Jahre

Äquator-
Neigung
gegen die
Ekliptik:
1° 32,5'

Äquator-
Neigung
gegen die
Bahnebene:
6° 41'

Siderische Umlaufzeiten

1 h 24 m 25 s
1 h 28 m 25 s
1 h 34 m 32 s

1 h 45 m 02 s
2 h 07 m 09 s
3 h 21 m 12 s
4 h 16 m 31 s
 23 h 56 m 04 s *
   27 h 07 m 43 s **

* Dieser Satellit bewegt sich in derselben Zeit um die Erde, in der sich diese um ihre eigene Achse dreht. Er verbleibt also, von kleinen Störungen abgesehen, immer über demselben Punkt der Erdoberfläche („geostationärer Satellit“ oder „synchroner Satellit“).

** Der Mond bewegt sich auf dieser Bahn, abgesehen von der Bahnexzentrizität.

Mond

Mittlere Entfernung des Mondes von der Erde:
384 403 km
= 0,00257 AE
= 60,3 Erdradien
= 1,28 Lichtsekunden

Entfernung im Perigäum:
356 410 km
Entfernung im Apogäum:
406 740 km

Bahnneigung gegen die Ekliptik: 5° 8' 43''

Siderische Umlaufzeit:
27d 7h 43m 11,5s

Oberfächentemperatur:
+ 130°C. (Tagseite)
- 150°C (Nachtseite)

Mittlere Dichte:
3,341 g/cm³

Kreisbahngeschwindigkeiten
(in km/s)
7.912
7,791
7,619
7,356
6,903
5,924
5,463
3,07
1,02

Der einzige natürliche Erdsatellit ist der Mond, wie auch immer er zur Erde kam. (Vgl. Jupiter).

Künstliche Erdsatelliten sind die mit Raketen in eine Umlaufbahn um die Erde geschossenen Körper. Ein Erdsatellit muß in etwa die sogenannte Zirkular- oder Kreisbahngeschwindigkeit haben, damit er eine stabile Bahn bekommt. Bei der Zirkular- oder Kreisbahngeschwindigkeit wird nämlich die Anziehungskraft der Erde durch die Zentrifugalkraft aufgehoben. Für einen Körper an der Erdoberfläche beträgt die Kreisbahngeschwibdigkeit 7,912 km/s. Wegen des Luftwiderstands der Erdatmosphäre kann aber ein Erdsatellit nicht unmittelbar über der Erdoberfläche in den Umlauf gebracht werden. Erst oberhalb etwa 160 bis 180 km Höhe ist die Atmosphärendichte so gering, daß ein Erdsatellit zumindest einige Umläufe ausführen kann, bis er schließlich in den dichten Schichten der Erdatmosphäre verglüht oder abstürzt. Deshalb wird ein Erdsatellit mittels einer Trägerrakete zunächst vertikal durch die dichtesten Schichten der Erdatmosphäre transportiert. Erst später neigt sich die Flugbahn der Trägerrakete, um endlich etwa in die Horizontale einzumünden. (Vgl. Tafel).


Voraussetzungen für die Entstehung der Erde Die wichtigsten Voraussetzungen für unser Leben Voraussetzungen
PHYSIKALISCHCHEMISCH

U
N
I
V
E

R
S
A
L

I) Universum

II) Galaxis mit „Lebenszone“

III) Sonne mit „Lebenszone“

IV) Jupiter

H

C

N

O

E
L
E
M
E
N
T
A
R
T
E
R
R
E
S
T
R
I
S
C
H

a) Erde in der „Lebenszone“ des Sonnensystems

b) Erde mit einer Masse, die die Atmosphäre dauerhaft halten kann

c) Erde mit einem heißen Kern (geologischer Aktivität, Magnetfeld)

d) Erde mit Mond, der sie leicht „bremst“

H-C-N-O
CH4
NH3
H2O
M
O
L
E
K
U
L
A
R

Voraussetzungen für die Entstehung der Erde Chemische Bedingungen Vorausetzungen für unser Leben

Systematik

(A)
Aminosäuren

-Verbindungen (Proteine [Eiweiße]: Bau- / Betriebsstoffe der Zellen und Nukleinsäuren)

(A.1)
Prokaryonten

(Einzeller ohne Zellkern

(A.2)
Eukaryonten

(Ein- und Mehrzeller mit Zellkern u.a.)

(A.3)
Pflanzen

(alle durch Chlorophyll [Blattgrün] zur Photosynthese Befähigten, die aus den Protophyten [Urpflanzen wie z.B. die einzelligen Bakterien, Blaualgen, Blaugrünalgen] hervorgingen: Grünalgen, Armleuchter-Algen usw, - bis zu den heutigen Pflanzen)

(A.4)
Tiere

(also auch Menschen)

Kohlenstoff ist in Form der Carbonate ein wichtiges gesteinsbildendes Mineral. Als Kohlendioxid kommt Kohlenstoff im Wasser und in der Erdatmosphäre vor; er ist Bestandteil aller lebenden Organismen, durch deren Verwesung sich in den verschiedenen Erdzeitaltern ausgedehnte Lager von Kohlenstoff und Kohlenstoff-Verbindungen in Form von Kohle, Erdöl und Erdgas gebildet haben. Auch darum die Einteilung in:
Archaikum, Proterozoikum, AlgonkiumPaläozoikum, Mesozoikum, Neozoikum

Kohlenstoff (C) besitzt als einziges Element (mit geringerer Qualität auch Silicium (Si)) die Fähigkeit, durch Ein- und Mehrfachbindungen mit sich selbst Ketten und Ringe von fast beliebiger Länge und Anordnung zu bilden. Kohlenstoff-Verbindungen sind also die zentralen „Moleküle“ für das Leben. Kohlenstoff bildet die Grundlage der organischen Chemie:

Aminosäuren (Carbonsäuren) sind u.a. Bausteine für Proteine (Eiweiße).

Nur Mikroorganismen und Pflanzen können alle Aminosäuren aufbauen, Tiere und Menschen können durch Aminierung und Transaminierung der a-Ketocarbonsäuren 12 Aminosäuren synthetisieren, die restlichen müssen dem Organismus mit der Nahrung zugeführt werden. Diese letzteren Aminosäuren nennt man auch „unentbehrliche“ oder essentielle Aminosäuren. Für den Menschen sind es Valin, Leucin, Iosleucin, Lysin, Methionin. Threonin, Phenylalanin, Tryptophan.

Vulkane bliesen Wasserdampf und Gase in die Uratmosphäre der jungen Erde; Blitze und andere Entladungen atmosphärischer Elekrizität begleiteten die Regengüsse; gelöste Mineralien sammelten sich in den Gewässern. Diese wiederum waren eine Vorbedingung für das Leben auf der Erde. Im Wasser konnten sich organische Verbindungen zusammenschließen und die für die Entstehung des Lebens notwendigen komplexen Strukturen entwickeln.


Archaikum, Proterozoikum, AlgonkiumPaläozoikum, Mesozoikum, Neozoikum

Systematik

Die seit den Anfängen der Erdgeschichte existierenenden Moleküle wurden zu den 20 Aminosäuren synthetisiert, die später in den Eiweißkörpern aller Lebewesen vorhanden sein sollten.

Damit Aminosäuren bzw. „Ursuppen-Gemische“ entstehen konnten, brauchte die Ur-Erde nicht nur Energie in Form von
Wärme und elektrischen Funken (Blitze), sondern auch

(1)
H-C-N-O
(H, C, N, O)

(1.1)
Methan
(CH4)

(1.2)
Ammoniak
(NH3)

(1.3)
Wasser
(H2O)

Elemente-VerteilungElemente-Verteilung

Bildung einer Aminosäure:
Moleküle des Wasserstoffs, Stickstoffs und Kohlenmonoxids konnten verbunden werden, um bestimmte organische Zwischenstufen zu bilden. Bei weiteren Reaktionen wurden diesen Einheiten Wassermoleküle entzogen, so daß eine Aminosäure entstehen konnte.

Eiweißkette:
2 Aminosäuren können sich durch Wasserabspaltung vereinigen. Die neue Verbindung kann eine Untereinheit in der langen Polymerkette eines Eiweißkörpers bilden, der ein Baustein des Lebens ist.

Man kann leicht erkennen, worauf diese biochemischen und biologischen Prozesse letztendlich zurückgehen: auf chemisch-physikalische, d.h. astronomische, kosmische Kräfte. Sehr wichtig z.B.:

- Sonnenenergie,
insbesondere Wärmeenergie):
Sonnensystem-Klima

- Erdenergie
Elektrische Ladungen (Blitze), Urgewitter:
Urerde-Klima

Vgl. die 4 wichtigsten Voraussetzungen für die Evolution auf der Erde:
I) Universum
II) Galaxie
III) Sonne
IV) Jupiter

Vgl. Evolutionsperioden

Die 4 wichtigsten chemischen Elemente für das Leben:

1) H
2) C
3) N
4) O

Diese 4 Elemente sind (neben He) auch die häufigsten im Universum.

Kohlenstoff (C)
ist besonders wichtig für alle lebenden Organismen:

Die 4-wertigen C-Atome verknüpfen sich als 1fach-, 2fach- oder 3fach-Bindungen zu einem stabilen Kohlenstoffgerüst. Die noch frei bleibenden Valenzen der C-Atome können zur Bindung mit Wasserstoff (H) u.a. Elementen benutzt werden.

Besonders wichtige organische Kohlenstoff-Verbindungen sind Fette, Kohlenwasserstoffe. Kohlenhydrate, Proteine u.a..

Besonders wichtige anorganische Kohlenstoff-Verbindungen sind Carbide, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Kohlensäure und ihre Salze u.a.

Die Masse des Isotops C 12 (99,98% des natürlichen C), wird seit 1961 als Bezugsmasse für die Atommasse, das radioaktive C 14 zur Altersbestimmung verwendet.

Ein Bio(-Chemie)-Physiker beschreibt das so: „Der wesentliche Unterschied zwischen belebter und unbelebter Materie zeigt sich in den Verbindungen der Elemente. Unbelebte Materie bevorzugt einfache, um nicht zu sagen simpelste chemische Verbindungen, auch wenn sie scheinbar so kompliziert strukturiert sind wie in einem Kristall. Beispielsweise setzt sich das Sauerstoffmolekül der Luft aus nur zwei Sauerstoffatomen zusammen. Kochsalz besteht aus einem Natriumatom und einem Chloratom, Wasser aus einem Sauerstoff- und zwei Wasserstoffatomen. Ganz anders in Lebewesen: Belebte Materie bevorzugt einfache, um nicht zu sagen simpelste chemische Verbindungen, auch wenn sie scheinbar so kompliziert strukturiert sind wie in einem Kristall. Beispielsweise setzt sich das Sauerstoffmolekül der Luft aus nur zwei Sauerstoffatomen zusammen. Kochsalz besteht aus einem Natriumatom und einem Chloratom, Wasser aus einem Sauerstoff- und zwei Wasserstoffatomen. Ganz anders in Lebewesen: Belebte Materie zeigt eine schier unglaubliche Vielfalt an Bindungsmöglichkeiten und besteht immer aus hoch komplizierten Molekülen, die so groß sind, daß sie sogar unter dem Mikroskop zu erkennen sind: gewaltige Komplexe von Tausenden von Wasserstoff-, Sauerstoff- und Stickstoffatomen, eingebunden in Gerüsten aus Kohlenstoffketten, die das Ganze zusammenhalten. Gerade das Element Kohlenstoff ist der Schlüssel zum Geheimnis des Lebens auf der Erde. Kohlenstoff ist nämlich in der Lage, mit praktisch jedem Element Verbindungen einzugehen. Aber auch mit seinesgleichen kann es sich in unterschiedlichen Bindungsformen zusammentun, denn nur die langen makromolekularen Ketten aneinander gereihter Kohlenstoffatome sowie die Kohlenstoffringmoleküle öffnen der organischen Welt die Tür zum Leben. Wie aber konnte es zu diesen komplexen Molekülen kommen?  Offenbar haben sich bei der Entstehung von Leben zunächst recht einfache Moleküle zu stetig komplizierteren Verbindungen bis hin zu den Makromolekülen der Eiweißbausteine zusammengefunden. Dabei ist die Ordnung immer mehr gewachsen, und die Entropie der Biosphäre, also der lebenden Welt, hat sich ständig verringert! Das scheint im Widerspruch zu stehen zu den Gesetzen der Thermodynamik, die doch für geschlossene Systeme eine stete Zunahme der Entropie fordern. Die Erde und ihre Biosphäre sind aber alles andere als abgeschlossene Systeme. Sie sind offen, und in einem offenen System kann die Entropie an bestimmten Orten auch abnehmen. (Offenes System). Die Erde ist ein solcher Ort im Universum, ihr wird fortwährend von außen Energie zugeführt, hauptsächlich in Form von Sonnenlicht. (Sonnenlicht). Andererseits verliert sie auch wieder Energie durch Abstrahlung von Wärme in die kalte Umgebung des Universums. Prozesse, die dem Drang nach Unordnung entgegenwirken und aus Unordnung Ordnung schaffen wie beim Aufbau komplexer Moleküle aus einzelnen Atombausteinen, laufen nur ab, wenn ein permanenter Fluß von Energie durch das System garantiert ist. Das hört auch nicht auf, wenn das Leben erst einmal entstanden ist, denn nun beginnt es sich unaufhaltsam zu vermehren, und die Ordnung erfaßt immer größere Bereiche. Aus Ordnung wird wieder Ordnung. Immer dann, wenn sich ein biologischer Organismus verdoppelt, wird aus einem bereits sehr geordneten chemischen System ein weiteres, ebenfalls sehr geordnetes System, und auch das geht nicht ohne eine äußere Energiequelle. Für Physiker ist also das Leben ein sehr geordneter, aber auch ein äußerts unwahrscheinlicher Zustand der Materie. Es kann sich nur deshalb gegen den allgemeinen natürlichen Trend zur Unordnung behaupten, weil es ständig Energie aus seiner Umgebung aufnimmt und zum Aufbau und Erhalt von Ordnung verwendet. .... Erst nachdem einfache, einzellige Lebewesen (Einzeller) auf der Erde die Verwendung von Sonnenenergie zum Aufbau von Kohlenhydraten entdeckten, stieg der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre. Diese einfachen Lebensformen haben die Atmosphäre der Erde so umgebaut, daß sich für späteres Leben günstigere Umstände ergaben. Die Einzeller waren und sind die Architekten einer Atmosphäre, die das Leben schützt. Aus der Erde wurde auf diese Weise ein planetares biologisches System - das Biosystem Erde. Um bestehen zu können, benötigt das Leben gleichmäßig sprudelnde Energiequellen. Große Energiebeträge in kurzer Zeit zerstören eher das Leben und erhöhen somit wieder den Grad der Unordnung. Als Energiequellen besonders geeignet sind Sterne, für uns auf der Erde ist das die Sonne. Letztlich müssen die Lebewesen aber die aufgenommene Energie, wenn auch in veränderter Form, wieder loswerden können, da sie ansonsten an Überhitzung zugrunde gehen würden. Zumeist geschieht dies durch Abgabe von Wärme an die Umgebung: Der Mensch schwitzt, die Pflanze verdunstet Wasser. Die Energiesenke ist der eiskalte Raum des Universums. Die Drehung um ihre Achse erleichtert es der Erde, die aufgenommene Energie wieder an das Universum abzugeben und so ihre Temperatur zu regeln. Würde die Erde alle Energie in ihrer Atmosphäre speichern, so wäre es hier ähnlich heiß wie auf dem Planeten Venus: etwa 400 bis 500 Grad Celsius. Würde sie dagegen alle Energie, die sie von der Sonne erhält, komplett abstrahlen, so wäre es auf unserem Planeten dermaßen kalt, daß sogar vierzigprozentiger Wodka gefrieren würde: nämlich minus 30 Grad Celsius. Damit haben wir ein weiteres Kriterium für Leben gefunden: Leben kann nur entstehen und sich fortentwickeln, wenn es in ein größeres System eingebettet ist, das sich im Zustand des thermodynamischen Ungleichgewichts befindet. Das übergeordnete System, zu dem unsere Erde gehört, ist das Sonnensystem, ein System weitab vom thermodynamischen Gleichgewicht. Die Biosphäre der Erde konnte und kann sich nur organisieren, weil sie sich genau zwischen der heißen Sonne und dem kalten Weltraum befindet. Diese fundamentale Regel gilt für alle Lebensvorgänge im gesamten Universum! Anders ausgedrückt heißt das: Wo immer sich auf einem Himmelskörper Leben entwickeln soll, darf es nicht so heiß sein wie auf einem Stern und nicht so kalt wie im Weltraum. Gleichgültig wo immer im Universum es Lebewesen gibt, sie müssen Energie aufnehmen und abgeben können, und die zum System gehörenden Quellen müssen einen gleichmäßigen Strom passender Energie liefern. Dabei spielen die Formen der Lebewesen und ihre inneren biochemischen Vorgänge keine Rolle. Ohne Energiezufuhr gibt es kein Leben! Da die Energie des Universums in den Sternen steckt, muß man folglich davon ausgehen, daß Leben auch nur auf solchen Planeten existieren kann, die einen Stern umkreisen, und zwar so, daß die vom Stern abgestrahlte Energie vom Planeten aufgenommen und wieder abgegeben werden kann. Man sieht, das Leben stellt ganz schön hohe Anforderungen an seine Umgebung. Doch selbst wenn alle Bedingungen erfüllt sind, wird Leben erst dann entstehen können, wenn das System auch zu einer höheren Ordnung fähig ist. Ein Kristall bleibt stets ein Kristall, auch wenn er noch so viele Bausteine anlagert und immer weiter wächst. Bei der Verbindung von zwei Molekülen jedoch entsteht bereits etwas Neues, etwas mit höherer Ordnung. Wenn also aus Unordnung Ordnung geworden ist, dann besteht der nächste Schritt darin, aus der Ordnung eine noch höhere Ordnung herzustellen. Selbstorganisation, also die Erschaffung von Ordnung aus Unordnung, ist der entscheidende Weg, der vom unbelebten Zustand ins Reich des Lebens führt. Der Schritt, aus Ordnung höhere Ordnung zu schaffen, bedeutet Differenzierung und weitergehende Strukturierung eines biologischen Systems. Nun haben wir endlich auch den dritten Begriff aus der allgemeinen Definition von Leben geklärt, und weil die Definition so außerordentlich wichtig für unser Thema ist, wiederholen wir sie hier noch einmal: Jede Art von Leben, auch außerirdisches, muß ein dissipatives, sich selbst organisierendes Nichtgleichgewichtssystem sein.“ (Harald Lesch, Big Bang, zweiter Akt, 2003, S. 42-47). Oder so formuliert: „Leben ist ein sich selbst organisierendes Nichtgleichgewichtssystem, das mit seiner Umgebung Energie und Materie austauscht. Dies ist die physikalische Definition von Leben ....“  (Ebd., S. 225). Mehr

Ein geschlossenes (thermodynamisches) System bedeutet Abnahme an Ordnung bzw. Zunahme an Chaos (Unordnung, als Maß: Entropie), und wenn seine Entropie den größtmöglichen Wert besitzt, ist es im Gleichgewicht. Das Leben ist ein offenes System innerhalb eines geschlossenen Systems; es ist Ablösung, Emanzipation vom Unbelebten, Kampf gegen die Entropie, Widerstand gegen den Zerfall, Distanzierung vom (thermodymischen) Gleichgewicht; der Tod ist das Erreichen des (thermodymischen) Gleichgewichts.

Ein offenes System (außerhalb des thermodynamischen Gleichgewichts) gebiert aus Chaos Ordnung.

Einzelne Strukturen - wie etwa Lebewesen - bleiben in Raum und Zeit nur so lange stabil, wie sie durch Aufnahme von Energie ihr Fließgleichgewicht aufrechterhalten können. Fließgleichgewicht bedeutet aber nicht thermodynamisches Gleichgewicht. „Die Lebewesen bauen die Ungleichgewichte über die aktive Aufnahme von Energie auf ... und ... können daher die Intensität ihrer Fließgleichgewichte ändern. .... Aktives Leben bedeutet in jedem Fall die Aufnahme von Energie, die das lebende System fern vom Gleichgewicht hält.“ (Josef H. Reichholf, Stabile Ungleichgewichte, 2008, S. 98). Lebewesen sind offen, aber weniger als Ökosysteme. „Ökosysteme sind offen. Lebewesen sind das nur eingeschränkt.“ (Ebd., S. 101).

Offene Rahmenbedingungen üben einen starken selektiven Druck auf Lebewesen aus und wirken damit kreativ, während gleichzeitig das Angebot der Vielfalt im Gang ist. So sind Vielfalt (Möglichkeit, Zufall) und Zwang (Notwendigkeit, Schicksal) als Gegensatz die 2 Seiten des Universums, die 2 Varianten eines Phänomens. Sie sind auch in dem Ei, aus dem Klone oder Zwillinge hervorgehen. Anpassung und Distanz

Weil Kohlenstoff als die chemische Basis für das Leben der universelle Normalfall zu sein scheint, kann „das Vorhandensein der Photosynthese nicht auf einem Zufall beruhen, sondern sie muß aus einem Wettbewerb unterschiedlicher Verfahren hervorgegangen sein mit dem Ziel, den Fortbestand des Lebens sicherzustellen. Die ultimative, über lange Zeiträume dauerhaft stabile Energiequelle eines Planeten ist nun mal die elektromagnetische Strahlung seines Zentralgestirns. Die Photosynthese, also die Energiegewinnung aus Sternenlicht, ist folglich der konsequenteste Weg aus einer drohenden Energiekrise, wenn die ursprünglich vom Leben genutzten Ressourcen erschöpft sind. Und wie schon mehrmals erwähnt, entsteht bei der Photosynthese der unvermeidbare Sauerstoff.“ (Harald Lesch, Big Bang, zweiter Akt, 2003, S. 292). Mehr


Sauerstoff in der Atmosphäre, Meteoriteneinschläge, totale Verbrennungen und Vereisungen der Erde

Sauerstoff in der Atmosphäre, Meteoriteneinschläge, totale Verbrennungen und Vereisungen der Erde

Sauerstoff in der Atmosphäre, Meteoriteneinschläge, totale Verbrennungen und Vereisungen der Erde

Erstes Leben Die Arbeit der photosynthetisierenden Algen zeigte sich anfangs beispielsweise im „Rosten“ ozeanischer Ablagerungen. Die rote Verfärbung der um diese Zeit gebildeten Sedimente - eisenhaltiger Sandstein - läßt erkennen, daß es damals genug freien Sauerstoff gab, um den Vorgang des Oxidierens in Gang zu bringen. Doch trotz dieser neuen Quelle stieg der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre zunächst nur geringfügig an. Das im Meerwasser gelöste zweiwertige Eisen verband sich nämlich umgehend mit dem Sauerstoff zu dreiwertigem, schwer löslichem Eisenoxid, das sich als eisenreicher Schlamm in mächtigen Schichten auf den Meeresboden ablagerte. Erst nachdem die Ozeane von zweiwertigem Eisen befreit waren, konnte endlich der gasförmige Sauerstoff in nennenswerten Mengen in die Atmosphäre entweichen. Vor ca. 1,8 Mrd. Jahren konnte der überschüssige Sauerstoff auch in immer größeren Mengen in die Erdatmosphäre eingehen.

Erstes Leben Wahrscheinlich gab es also vor ca. 1,8 Mrd. Jahren eine atembare Atmosphäre, wodurch sich Sauerstoff verbrauchende Organismen ungehindert ausbreiten konnten, denn „nachdem die Ozeane von zweiwertigem Eisen befreit waren, konnte endlich der gasförmige Sauerstoff in nennenswerten Mengen in die Atmosphäre entweichen. Mit dem Überschreiten der Sauerstoffkonzentration von einem Prozent des heutigen Wertes war nun eine Konzentration erreicht, welche die Existenz von Sauerstoff atmenden Organismen erlaubte. Jetzt tauchten neue Organismen auf, die einen gewaltigen Entwicklungsschritt darstellten: Zellen mit Zellkernen. Diese neuen Bewohner der Erde sollten den ganzen Planeten unter ihre Herrschaft bringen - sie sollten die Welt verändern. Schlagen wir also ein neues Kapitel auf: betrachten wir die neuen Organismen, die Zellen mit Zellkern, die so genannten Eukaryonten. Niemand weiß genau, wie aus einer Vielzahl von Zellen ohne klar umrissenen Kern die Zellen mit einem echten Zellkern hervorgegangen sind. Wie wurden aus Prokaryonten Eukaryonten?  Zweifellos gab es in dieser Entwicklung ... jede Menge Zwischenschritte. Letztlich war der Sprung in der Zellentwicklung jedoch gewaltig, denn in den Eukaryonten zeigt sich der höchste Grad an Kompliziertheit, zu dem sich Zellen auf der Erde entwickelt haben.“ (Harald Lesch, Big Bang, zweiter Akt, 2003, S. 146-148). Auf den Übergang von den Prokaryonten zu den Eukaryonten folgte der Übergang von der nur zellteilenden Fortpflanzung zu der geschlechtlichen Fortpflanzung (vgl. Sex) und danach der Übergang von den Einzellern - über die Zweizeller - zu den Vielzellern. Mit den ersten Vielzellern begann bereits das nächste Stadium:

Erstes Leben Vor ca. 0,8 Mrd. Jahren war das Stadium der eben erwähnten Übergänge zu Ende, und es begann das Stadium der Vielzeller und darum die Entwicklung zu höheren Strukturen der Lebewesen. Zunächst wurde wahrscheinlich aus einem Einzeller ein aus Wirt und Parasit bestehender Zweizeller: eine „Symbiose“. Es ist allerdings nicht ganz sicher, ob den vielzelligen Lebewesen eine lange Entwicklungsgeschichte vorausging oder ob sie sich relativ rasch aus einem Lebewesen entwickelt hatten, das auch schon organische Nahrung kannte. Dieses Stadium war ein Stadium des ersten „höheren Aufbaus“ des Lebendigen, dem z.B. Hohltiere (Quallen, Federkorallen u.ä.) und Würmer, auch Gliederwürmer, Seefedern und Dreibeintiere angehörten. Gibt es dazu Beweise?  Beispielsweise wurden ungefähr 700 Mio. Jahre alte Fossilien vermehrt in Sandstein gefunden, dessen Ort zu jener Zeit ein Meeresstrand gewesen sein muß: Hohltiere (Coelenteraten, namentlich Quallen und Federkorallen) wie auch Würmer wurden an den Strand gespült und im Schlamm konserviert. (Vgl. Abbildung).

Ebenfalls von großer Bedeutung für die Entstehung von höherem Leben war die Bildung von Kollagen (auch Leimbildner, Gerüsteiweiße bzw. Skleroproteine genannt). Kollagen ist ein Strukturprotein des Bindegewebes (genauer: der extrazellulären Matrix) - so ist z.B. Kollagen Typ I ein fibrilläres Kollagen, das in vielen Bindegeweben der Säugetiere, am häufigsten in Haut und Knochen, aber auch in Sehnen und in der Hornhaut des Auges, vorkommt und u.a. von spezialisierten Zellen (Fibroblasten, Myofibroblasten und Osteoblasten) produziert wird. Zur Entstehung von Kollagen bedarf es genügend Sauerstoff. Erst als die Atmosphäre der Erde mit etwa 20% Sauerstoff angereichert war (Vgl. Abbildung), nach der zweiten totalen Vereisung der Erde, konnte Kollagen sich voll entfalten. (Vgl. Abbildung). Und damit war bereits das Phanerozoikum erreicht.

 

„Flagellaten-Theorie“ und bisheriges Fazit

Flagellaten (Flagellatea, Mastigophora, Geißelträger, Geißelinfusorien) sind eine Klasse der Einzeller mit rund 10 Ordnungen, von denen die Hälfte wegen des Vorkommens von Plastiden (Zellorganellen) und der dadurch bedingten Fähigkeit zur Assimilation als pflanzliche Flagellaten (Phytoflagellaten, Geißelalgen), die andere Hälfte wegen des Fehlens von Plastiden und der heterotrophen Ernährung als tierische Flagellaten (Zooflagellaten, Geißeltierchen) zusammengefaßt werden. Der Zellkörper der Flagellaten ist langgestreckt bis rundlich, mit einer Geißel oder mehreren als Organelle der Fortbewegung. Flagellaten besiedeln Gewässer, feuchte Orte, auch Schnee. Einige befallen als Parasiten Tier und Mensch und rufen sehr gefährliche Erkrankungen hervor, z.B. die Schlafkrankheit und Surra (Marathi, verursacht durch den im Blut parasitierenden Flagellaten Trypanosoma evansi).

Geißel (Flagellum, Flagelle) ist ein fadenförmiges, bewegliches Organell zur Fortbewegung bei Einzellern bzw. zum Stofftransport bei bestimmten Zellen der Vielzeller. Geißeln sind meist länger als die Zelle, an deren Vorderende sie in den meisten Fällen ansetzen. Den männlichen Keimzellen (Samenzellen, Spermatozoen) vielzelliger Tiere dienen Geißeln zur Fortbewegung.

Nachdem die Prokaryonten für eine sehr lange Zeit, ca. 3 Mrd. Jahre lang (!), die Vorarbeit geleistet und mittels Photosynthese zunächst mehr den Meeresboden als die Atmosphäre mit Sauerstoff angereichert hatten, konnten vor 1,8 Mrd. Jahren die ersten Eukaryonten entstehen, die auch die Photosynthese wesentlich effektiver beherrschten, also die Atmosphäre mit genügend Sauerstoff anreicherten, d.h. sie atembar machten, und nachdem sie auch noch den Sex erfogreich getestet hatten, konnten vor 0,8 Mrd. Jahren die ersten Vielzeller entstehen. Zwar entwicklten sich nicht alle Eukaryonten zu Vielzellern, manche blieben Einzeller; doch die Zahl der Vielzeller nahm so enorm zu, daß diese Entwicklung zu höheren Lebenstrukturen wohl durch nichts zu bremsen war. Quallen und andere skelettlose Tiere lebten in den Meeren schon vor ca. 750 Mio. Jahren. Abdrücke im Schlamm haben sich als Fossilien z.B. im Ediacara-Sandstein der Flinders-Ranges in Südaustralien erhalten. Zu ihnen gehören: den heutigen Quallen ähnelnde Arten, wurmartige kriechende Tiere, Seefedern, Gliederwürmer, unbekannte „Dreibein-Tiere“ sowie grabende Würmer. (Siehe Abbildung rechts).

Es war vor allem den Blaualgen zu verdanken, daß die Atmosphäre mit immer mehr Sauerstoff angereichert wurde und dadurch allerdings auch immer mehr Methan in der Atmosphäre abgebaut wurde - sogar bis hin zur völligen Vereisung der Erde. Vgl. Abbildung

Vermutliche Entwicklung der Lebewesen

Vermutet wird, daß von den Flagellaten
alles höhere pflanzliche und tierische Leben
seinen Ausgang nahm.
Photosynthese
Erst langsame, später rapide Zunahme
des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre.

Quallen, Wurmartige, Seefedern, Gliederwürmer, Dreibeiner u.a..

 

Erstes Leben 2) Phanerozoikum

- Rasch entwickeltes Leben der Wirbeltiere (Vertebrata) -
(2.1)
Paläozoikum
570 - 250
Millionen Jahre v.C
(2.2)
Mesozoikum
250 - 65
Millionen Jahre v.C
(2.3)
Känozoikum
seit 65
Millionen Jahren v.C
Kambrium
*(570-495)
Ordovizium
*(495-443)
Silur
*(443-417)
Devon

*(417-358)
Karbon
*(358-295)
Perm
*(295-250)

Gastropoden (Schnecken)
Arthropoden
(Gliederfüßer)
(v.a. Trilobiten)
Brachiopoden
(Armfüßer) Echinodermen (Stachelhäuter)
Kopffüßer, Fische, Krebse
Wirbeltiere (Wirbelfische)
Graptolithen (Kragentiere)
Haie, Seeskorpione
Erste Landpflanzen
Bäume
Quastenflosser

Erste Landtiere (Quastenflosser-Nachfahren)
Insekten, Spinnen
Erste Amphibien
Steinkohlewälder, Moose
Erste Reptilien
Nadelbäume
Nacktsamer

Trias
(250-200)
Buntsandstein
Muschelkalk
Keuper

Jura
(200-142)
Lias
Dogger
Malm

Kreide
(142-65)
Unterkreide
Oberkreide

Thecodonten
Ichthyosaurier

Dinosaurier, Flugsaurier
Reiche marine Fauna
Erste Säugetiere

Große Reptilien
Plesio- und Pliosaurier
Erste Vögel
Amerika und Antarktis trennen sich von Afrika

Höhepunkt und Ende der Dinosaurier und Flugsaurier
Erste Primaten
Bedecktsamer
Heutige Vegetation
Südatlantik entsteht

Tertiär
(65-4 / 2,8)
Paläozän
(65-53)

Eozän
(53-37)
Oligozän
(37-23)
Miozän
(23-5)
Pliozän
(5 - 4 bzw. 2,8)

Quartär
(
seit 4 / 2,8)
Pleistozän
Holozän

Zukunft

Herrschaft der Säugetiere
Gräser
Herrentiere
(Primaten)
Nordatlantik entsteht
Polarmeere entstehen
Golf von Aden, Kalifornien und rotes Meer entstehen
Höhere Säugetiere, v.a.
Menschenaffen
(Pongide)
Rasche Entwicklung der Primaten (Herrentiere)

Prähominisierung
Hominisierung
Sapientisierung
Historisierung

* Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon (alle mit jeweils: Unter-, Mittel-, Ober-), Karbon (Silesium, Dinantium), Perm (Rotliegendes, Zechstein)
Das PHANEROZOIKUM umfaßt 3 Ären (Paläozoikum, Mesozoikum, Känozoikum) mit bis heute insgesamt 11 Formationen (vom Kambrium bis zum Quartär) und 31 Abteilungen (vom Unterkambrium bis zum Holozän). Das Phanerozoikum ist „sichtbares“ Leben: Bio-Natursymbol.

(Vgl. auch: Übersicht und Klima im Phanerozoikum)

 

NACH OBEN 2.1) Paläozoikum (570 Mio. - 250 Mio.)

Tiere mit Körperstütze und Skelett - außen (Wirbellose) und innen (Wirbeltiere)

(2.1.1)
Kambrium
(570-495)

Phanerozoikum
Trilobiten
(Gliederfüßer)

Phanerozoikum
Lingula
(Armfüßer)

Phanerozoikum
Fisch
und
Schwämme
(unten)

(2.1.2)
Ordovizium
(495-443)

Phanerozoikum
Schwämme
mit
„Vor-Insekt“
(unten)

(2.1.3)
Silur
(443-417)

Phanerozoikum
Hai

Phanerozoikum
Quastenflosser
im Wasser

(2.1.4)
Devon
(417-358)

Phanerozoikum
Quastenflosser
an Land

Phanerozoikum
Amphibie

(2.1.5)
Karbon
(358-295)

 

Phanerozoikum
(Eryops)


Reptilien
(Platyhystrix)Phanerozoikum

 

(2.1.6)
Perm
(295-250)

 

Phanerozoikum
Pareiasaurus

Wenn man an ein Tier denkt, dann im allgemeinen an ein Wirbeltier (Vertebrata) - ein Tier mit Knochen. Unter den Fossilien sind die Wirbeltiere, verglichen mit den Wirbellosen (Invertebrata), recht selten. Einige kaulquappenartige Fossilien aus dem frühen Paläozoikum belegen den Übergang von den Stachelhäutern (Seesterne, Seelilien, Seegurken) zu den ganz einfachen Wirbeltieren. Von diesen bescheidenen Anfängen an ist die Entwicklung der Wirbeltiere seit dem Plaäozoikum nachgewiesen, und zwar über alle paläozoische Foramtionen hinweg. Im Kambrium begann diese Entwicklung mit verschiedenen Fischformen und hatte ihren ersten Höhepunkt im Devon mit dem Quastenflosser, der vom Wasser- zum Landtier wurde, das im Karbon die vielen Amphibien und unterschiedlich entwickelten Reptilien quasi erst ermöglichte. Dagegen waren natürlich die frühesten, kambrischen Formen der Wirbeltiere lediglich wurmartige Tiere mit einer Knochenkammer im Kopf für das Gehirn und einem beweglichen Rückrat als Körperstütze. Sie hatten weder Kiefer noch Gliedmaßen noch andere Wirbeltiermerkmale. Diese „Kieferlosen“ stammen, wie erwähnt, aus dem späten Kambrium, ihre Blütezeit lag aber zwischen dem Ordovizium und dem späten Devon. Die einzigen heutigen Vertreter sind das Neunauge und der Inger - aalartige Schmarotzer. Anders als die heutigen Exemplare waren viele frühe Kieferlose gepanzert. Meistens bestand die Panzerung aus breiten Kopfschilden, während der übrige Körper mit knochigen Schuppen bedeckt war. Der Mund befand sich normalerweiseauf der Unterseite des Körpers - wahrscheinlich suchten die Tiere im schlammigen Boden nach Nahrung. Erfolgreiche Fischfamilien waren u.a. die Stachelhaie oder die Plattenhäuter, räuberische und gefährliche Fische, die die Meere unsicher machten. Sie waren wie einige Kieferlose an Kopf und Vorderkörper gepanzert.

Die Gliederfüßer, eine sehr erfolgreiche und heute immer noch verbreitete Tierart, waren wohl die ersten Tiere mit einem Außenskelett. Dies ist eine feste Hülle aus Chitin, die den ganzen Körper umschließt, aber gegliedert und damit beweglich ist. Das Skelett dient nicht nur als Schutz, sondern stützt auch die Muskeln und Organe. Es erlaubt dem Tier, sich besser zu bewegen als Tiere mit einem weichen Körper. Diese äußerst bedeutsame Veränderung in der Entwicklung tierischen Lebens scheint sich wohl vor ungefähr 580-570 Millionen Jahren ereignet zu haben, weshalb man hier auch das Palözoikum mit seiner ersten Formation Kambrium beginnen läßt. Zahlreiche Arten entwickelten Schalen und Außenskelette. Die ersten weitverbreiteten Gliederfüßer waren die Trilobiten. Sie waren im Kambrium die beherrschende Lebensform in den Meeren, wegen dramatischer Klimaveränderungen mußten sie wie viele andere Tierarten am Ende des Perm, d.h. am Ende des Paläozoikums, aussterben. Wahrscheinlich war ein Meteorit die Ursache. (Jupiters Schutz vor Meteoriten).

Im Ordovizium lebten in den Meeren neben den unzähligen Trilobiten auch stachlige Paracybeloides, die schwimmen konnten, am Grund jagende Chasmops mit vorstehenden Augen, im Schlamm wühlende, spatenförmige Flexicalymene und in Schwärmen auftretende winzige, garnelenartige Agnostus. Die Gliederfüßer diversifizierten sich immer weiter, und zu Beginn des Silur stachen die Eurypteriden, die Seeskorpione, am meisten hervor. Die ersten Seeskorpione waren nur einige Zentimeter lang. Sie hatten einen ausgeprägten Kopf, an dem 2 zangenbewehrte Arme saßen. Dahinter folgten 4 Beine zum Laufen und ein Flossenpaar. Die Seeskorpione wurden immer größer, bis vor etwa 410 Mio. Jahren der Pterygotus 2 Meter Länge erreichte. Danach wurden sie seltener und starben schließlich aus.

- Land- und Lufteroberung -

Den Übergang vom Ordovizium zum Silur kann man auch als Übergang der Pflanzen vom Wasser auf das Land bezeichnen. Das war ein enormer Entwicklungsschritt, denn diese Pflanzen mußten selbst für sich sorgen können. Sie mußten außerdem Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen und die Verdunstung durch die Blätter steuern. Eine dieser Pflanzen war Cooksonia. Sie war nur etwa 5 cm hoch und bestand aus nur einem Stengel mit Blättern. Ihre feste Zellschicht verhinderte das Austrocknen, und einfache Wurzeln erlaubten die Aufnahme von Wasser. Die Vermehrung erfolgte durch Sporen, die sich an der Stengelspitze bildeten.

Im oberen Silur erschienen die ersten, mit einem Skelett aus Knochen versehenen Knochenfische, die aber die erfolgreichen Knorpelfische nicht verdrängten - dafür waren die Knorpelfische zu erfolgreich, wie die noch heute lebenden Haie und Rochen beweisen. Wahrscheinlich entwickelten sich die Knochenfische aus den knorpeligen Stachelhaien, weil deren Aufbau mehere Knochen aufwies, einschließlich Kopfpanzerung, Kiemenskelett und Schultergürtel. Die Knochenfische waren immer in 2 große Gruppen unterteilt: in Strahlenflosser und Fleischfloser. (Knochenfische (Fleischflosser und Strahlenflosser)). Heute gibt es fast nur noch die Strahlenflosser. Ihre Flossen sind wie Fächer gespreizt und mit parallelen Knochenstreben verstärkt. Die frühen Formen hatten auch kräftige Knochenschuppen und eine Schwanzflosse, die einer Haischwanzflosse ähnelt, wobei die Flosse unten aus dem Schwanz wuchs.

Seit dem Übergang vom Ordovizium zum Silur und in den folgenden 70 Mio. Jahren, also bis ins Devon, entwickelten sich viele Arten von Landpflanzen, z.B. Pilze, Schachtelhalme und Bärlapp. Vor etwa 380 Mio. Jahren tauchten die ersten Farne auf, die seither unvermindert gedeihen. Gleichzeitig mit den Landpflanzen entwickelten sich auch zum ersten Mal die erfolgreichen Insekten. Doch die ersten geflügelten Insekten traten erst vor etwa 350 Mio. Jahren (Karbon) auf, und 90 Mio. Jahre später (Perm) existierten bereits zahlreiche Insektenarten, z.B. Schaben, Heuschrecken und Käfer. Dagegen teilte sich bereits im Devon die schon erwähnte Knochenfischgruppe der Fleischflosser (Knochenfische (Fleischflosser und Strahlenflosser)) in Quastenflosser und Lungenfische, denn es bildeten sich bei ihnen die Flossen aus kräftigen, knochenverstärkten Fleischlappen. Die Flossen selbst waren nur ein Saum dieser Lappen. Die Tiere entwickelten sich neben den Strahlenflossern (Knochenfische (Fleischflosser und Strahlenflosser)) im frühen, d.h. im unteren Devon. Das eigentlich wichtige an den Fleischflossern jedoch war, daß diese Fische eine Lunge hatten, so daß sie nötigenfalls außerhalb des Wassers atmen konnten. Darüber hinaus ermöglichten die kräftigen Flossenlappen die Eroberung des festen Landes. Aus Quastenflossern und Lungenfischen entwickelten sich die „Land-Wirbeltiere“.

Der Übergang von nur im Wasser zu nur an Land lebenden Wirbeltieren kam mit den Amphibien. Heute sind uns diese Tiere als Frösche, Kröten, Molche und Salamander bekannt, aber ihr heutiger Stellenwert täuscht über ihre große Bedeutung für die Evolution hinweg. Im Devon, vor 400 Mio. Jahren, bedeckten die ersten Wälder die Flußufer und sumpfigen Deltas. Zwischen den Bodenpflanzen tummelten sich unzählige Insekten, Spinnen und Tausendfüßer. Fische verließen das Wasser und ernährten sich von diesen wirbellosen Tieren. Warum die Fische an Land gingen, weiß man nicht genau. Vielleicht lebten die Quastenflosser in seichten Gewässern, die hin und wieder austrockneten. Wenn sie an Land überleben konnten, bis Regen die Gewässer wieder füllte, wurde diese Fähigkeit von Generation zu Generation weitergegeben. Vielleicht haben aber auch die an Land lebenden Wirbellosen, von denen sie sich ernähren konnten, die Wirbeltiere veranlaßt, das Wasser zu verlassen und an Land zu leben. Oder aber das Leben in den Seen und Flüssen war durch Raubfische so gefährlich geworden, daß einige Quastenflosser es für sicherer hielten, die meiste Zeit an Land zu verbringen. Jedenfalls entwickelten sich vor 370 Mio. Jahren, d.h. gegen Ende des Devon und im Übergang zum Karbon, die ersten Amphibien aus den Quastenflossern.

Eine typische Amphibie ist ein angepaßtes Landtier mit 4 Beinen zur schnellen Fortbewegung an Land, einer Lunge zum Atmen und Augen, die auch über Wasser klar sehen können. Zur Fortpflanzung muß die Amphibie aber zurück ins Wasser. Sie durchlaufen ein Krötenstadium im Wasser, bevor sie erwachsen sind.

Das Karbon war eine ideales Zeitstufe für die Amphibien. Gewaltige Deltas ließen waldreiche Sümpfe zwischen den flachen Gewässern entstehen, die weite Bereiche der nördlichen Halbkugel bedeckten. Auf dem dicht bewachsenen Boden jagten echsenartige Amphibien nach Insekten. Schlangenartige Formen wie Ophiderpeton durchwühlten den Waldboden nach Würmern und Tausendfüßern. Andere kehrten zum Leben ins Wasser zurück. Kleine Keraterpeton machten in den Sümpfen Jagd auf wirbellose Tiere. Riesenmonster wie der 4,5 m große Eogyrinus lebten ähnlich wie Krokodile in den offenen Gewässern zwischen den bewaldeten Inseln und lauerten auf Fische oder kleine Amphibien. Die waldreichen Sümpfe hielten sich bis ins anschließende Perm, doch an anderer Stelle breiteten sich weite Wüsten aus. Es gab damals viele im Wasser lebenden Amphibien, aber auch hoch angepaßte Landformen entwickelten sich. Diplocaulus war z.B. ein im Wasser lebender Lurch mit bumerangförmigen Kopf. Der übrige Körper war wahrscheinlich ebenfalls breit und flach, so daß das Tier einem Plattfisch ähnelte. Die Landbewohner jedoch waren riesig, wie der 2 m große Eryops mit massigem Körper, gedrungenen Beinen und großem Schädel. Knöcherne Rückenplatten stützten beim Landaufenthalt die Muskeln: das Kiefergelenk läßt erahnen, daß das Tier das Maul nur im Wasser öffnen konnte. Tiere wie Eryops hielten sich wahrscheinlich die meiste Zeit an Land auf, vermehrten und ernährten sich aber im Wasser.

Andere Landbewohner waren so gut an das Landleben angepaßt, daß sie oft als Reptilien eingestuft wurden, nicht als Amphibien. So der 3 m lange Diadectes, der vielleicht das erste pflanzenfressende Landwirbeltier war.

Während die Amphibien in feuchten Karbonwäldern lebten und zur Fortpflanzung ins Wasser zurückkehrten, lebten die Reptilien völlig unabhängig vom Wasser dauerhaft an Land. Dazu entwickelten sie das hartschalige Ei, das auf dem festen Land abgelegt werden konnte. Das bisher älteste Reptil wurde in frühem Karbongestein in Schottland gefunden. Zu den ältesten Reptilien gehört auch die Ordnung der Kotylosaurier. Sie stammen ebenfalls aus dem Karbon. Die frühesten Reptilien waren die schläfengrubenlosen Anapsiden - eidechsenartige Tiere, die Insekten und andere Wirbellose jagten und verschiedene Formen entwickelten. Im trockenen Klima des Perm breiteten die Reptilien sich rasch aus und verdrängten die Amphibien.

Die Pareiasaurier hatten z.B. einen auffallend massigen Körperbau. Pflanzenfresser benötigen zum Verdauen der Nahrung einen großen Magen, brauchen andererseits nicht so leicht gebaut zu sein wie jagende Fleischfresser. Einige Pareiasaurier waren bis zu 2,50 m groß und hatten einen kurzen Schwanz und einen massigen Schädel. Die Gruppe der Pareiasaurier war auf das späte Perm beschränkt. (Vgl. Oberperm bzw. „Zechstein“).

Einige Reptilien kehrten sehr schnell zum Leben im Wasser zurück. Mesosaurus sah fast wie ein etwa 1 m langes Krokodil aus, dessen Maul vor spitzen, feinen Zähnen starrte. Wahrscheinlich dienten sie als Sieb, das bei der Nahrungssuche kleine wirbellose Tiere zurückhielt. Interessant bei diesem Süßwassertier ist, daß man fossile Spuren in Südafrika und Südamerika gefunden hat. Da es den Atlantik nicht überqueren konnte, wurde dies lange Zeit als der früheste biologische Beweis für die Kontinentalverschiebung (Kontinentalverschiebungen)) gewertet. Südamerika und Südafrika waren im frühen Perm (Unterperm bzw. „Rotliegendes“), als Mesosaurus die Seen und Flüsse bevölkerte, ein einziger Kontinent, und bis zum Ende des Perm existierte auf dem Globus nur ein einziger Kontinent namens „Pangäa“ (Kontinentalverschiebungen)).

Am Ende des Paläozoikums verschwanden die so erfolgreichen Trilobiten ziemlich plötzlich - plötzlich deshalb, weil sie über die gesamte paläozoische Ära hinweg stark vertreten waren, insbesondere zu Beginn der Ära, d.h. in den ersten beiden paläozoischen Formationen Kambrium und Ordovizium. Man weiß, daß am Ende des Paläozoikums ein riesiger Vulkanausbruch das Klima der Erde drastisch veränderte, und man nimmt an, daß er die Ursache für das Aussterben der Trilobiten und anderer erfolgreicher paläozoischer Tiere war. Man muß aber auch berücksichtigen, daß die Pflanzenwelt sich bis dahin derart geändert hatte und die von ihr abhängigen Tiere vielleicht auch deshalb ausstarben. (Massenaussterben und mögliche Gründe). Jedenfalls sollte nach diesem „Schnitt“ eine neue Ära beginnen, und die schon im Paläozoikum „zur Welt gekommenen“ Reptilien traten ihre unumschränkte Herrschaft in der mesozoischen Ära an, und zwar schon bald als gewaltige Riesenechsen (Dinosaurier). Zu diesen Riesen konnten sie nur werden, weil ein riesiger Vulkanausbruch am Ende des Paläozoikums zum drastischen Sinken des Sauerstoffgehalts in der Atmosphäre führte und sie wegen ihres Luftsackes für ein Leben in einer Atmosphäre mit niedrigem Sauerstoffgehalt besser geeignet waren als die säugetierähnlichen Reptilien, die wahrscheinlich den Siegeszug angetreten hätten, wenn der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre nicht gesunken wäre. Die „Vorläufer“ der Säugetiere, die ja gegen Ende des Paläozoikums schon sehr groß waren, hätten den Kampf gegen die „Vorläufer“ der Dinosaurier, die ja gegen Ende des Paläozoikums noch sehr klein waren, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gewonnen, wenn nicht die geologischen Ereignisse dazu geführt hätten, daß aus „vorhersehbaren“ Gewinnern (große, mittlerweile gut an die Umwelt angepaßte säugetierähnliche Reptilien) doch noch Verlierer (immer kleiner werdende, schlecht an die Umwelt angepaßte säugetierähnliche Reptilien) und auch aus „vorhersehbaren“ Verlierern (kleine, mittlerweile schlecht an die Umwelt angepaßte andere Reptilien) doch noch Gewinner (immer größer werdende, gut an die Umwelt angepaßte andere Reptilien) werden konnten: Noch ein Beispiel

NACH OBEN 2.2) Mesozoikum (250 Mio. - 65 Mio.)

Herrschaft der Saurier und Schattendasein der Säugetiere

(2.2.1)
Trias (250-200)

 

 


Ornithosuchus

 


Pterodactylus

 



Tyrannosaurus Rex


Brachiosaurus


Syntarsus,
Vulcanodon

 

 


(2.2.2)
Jura
(200-142)


Große Karte


Hesperornis

 

 


(2.2.3)
Kreide (142-65)




Iguanodon


Deinonychus,
Iguanodon

Schon in den letzten beiden Formationen der paläozischen Ära waren Reptilien sehr erfolgreich, insbesondere die Reptilien-Gruppe der Anapsiden. (Anapsiden im Karbon und im Perm). Ihr folgte in der Trias die Reptilien-Gruppe der Synapsiden - Reptilien mit Schläfengrube, die zu den beherrschenden Landbewohnern wurden. Obwohl die Reptilien also zu echten Landtieren geworden waren, entwickelten sich einigen Reptilien-Gruppen, darunter die Ichthyosaurier, wieder zu Wassertieren. Zu den erfolgreichsten Meeresreptilien des Mesozoikums gehörten die Plesiosaurier (Flossenechsen). Sie waren eine Sonderform der Diapsiden (Reptilien mit 2 Schläfenöffnungen). Die Flossenechsen werden in die langhalsigen Plesiosaurier und die kurzhalsigen Pliosaurier unterteilt. Die Reptilien mit 2 Schläfenöffnungen entwickelten sich zu den erfolgreichsten Reptilien des Mesozoikums. Zu ihnen gehören fast alle heute lebenden Reptilien einschließlich der Schlangen und Eidechsen und die Archosaurier, die Großsaurier. Die Archosaurier erschienen bereits in den letzten beiden Formationen der letzten Ära. (Karbon (358-295) und Perm (295-250)). Aus ihnen gingen die Thecodonten (Urwurzelzähner) hervor.

Von den Thecodonten stammen 4 Entwicklungslinien ab:

i) die Krokodile, die es noch heute gibt
ii) die Flugsaurier (Flugsaurier)
iii) eine 1. Dinosaurierlinie (Dinosaurier (2 Ordnungen))
iv) eine 2. Dinosaurierlinie, aus der die Vögel hervorgingen (Compsognathus und der erste Vogel Archaeopteryx (Kreidezeit))

Die frühesten Diapsiden, mit 2 Schläfenöffnungen ausgestattete Reptilien, waren vor der meozischen Ära noch klein und echsenähnlich. (Perm (295-250)). Sie lebten vorher auch wie Eidechsen, bildeten jetzt jedoch allmählich und je nach Lebensform die verschiedensten Formen und Größen aus. Viele gaben die kriechende Haltung ihrer Vorfahren auf und nahmen eine aufrechte Haltung an, wie die säugetierähnlichen Reptilien oder der 4 Meter große Ornithosuchus. Die Ornithosuchiden gehörten zur Gruppe der Thecodonten. Ihre aufrechte Haltung hatte sie zu guten Jägern gemacht, woraufhin andere Thecodonten, wie Desmatosuchus, einen starken Schutzpanzer ausbildeten. Die Thecodonten gelten als „Zwitterstadium“ zwischen Dinosaurien und den einfacheren Reptilien. Euparkeria z.B. konnte auf 4 Beinen oder behend auf den Hinterbeinen laufen. Einige Nachkommen der Thecodonten lernten fliegen und wurden im Zeitalter der Dinosaurier zu Königen der Lüfte - die Pterosaurier oder Flugsaurier. Die ersten Flugkenntnisse zeigte der kleine Sharovipteryx, der zwischen Hinterbeinen und Schwanz eine Flughaut hatte. Die Flugsaurier erschienen in der späten Trias (Keuper). Einer der ersten war Eudimorphodon. Sein Körper war behaart. Das Haarkleid der Flugsauriergruppen belegt, daß diese Tiere Warmblüter waren. Sie hatten ein fast so großes Gehirn wie die heutigen Vögel und konnten sehr gut sehen. (Compsognathus und der erste Vogel Archaeopteryx (Kreidezeit)). Etwa zur gleichen Zeit traten die säugetierähnlichen Reptilien auf, die Warmblüter waren - wie heutige Säugetiere - und deren Zähne und Beine denen der Säugetiere stark ähnelten. (Vgl. die säugetierähnlichen Reptilien zur Zeit des Perm). Die Beine eines Reptils sitzen seitlich am Körper. Beim höherentwickelten säugetierähnlichen Reptil saßen sie unter dem Körper, wie bei einem Säugetier. Aus den säugetierähnlichen Reptilien gingen die ersten Säugetiere hervor. (Säugetierähnliche Reptilien und Säugetiere). Erste Säugetiere gab es also bereits in der Trias. Der Begriff „DINOSAURIER“ umfaßt 2 große Ordnungen:

     SAURISCHIAORNITHISCHIA
(Eidechsenhüften-Dinosaurier)(Vogelbecken-Dinosaurier)
Theropoden und Sauropoden Ornithopoden, Stegosaurier,
Ankylosaurier, Ceratopsier

Die Unterordnung Theropoden (Raubtierfuß-Dinosaurier) umfaßt die fleischfressenden Dinosaurier, die ersten Dinosaurier aus der späten Trias (Keuper). Die frühesten Formen wie Saltopus und Coelophysis waren den Thecodonten sehr ähnlich, aus denen sie hervorgingen. Sie waren aktive Jäger und hatten Huhn- bis Krokodilgröße. Bis zum Jura hatten sie sich in mehrere Linien aufgeteilt. In große, schwerfällige, drachenartige Ungetüme, wie den 10 Meter lanegn Allosaurus und den kleineren Ceratosaurus, und ziemlich kleine, flinke Formen, wie Coelurus und Compsognathus. (Compsognathus und der erste Vogel Archaeopteryx (Kreidezeit)).

Die Unterordnung Sauropoden (Elefantenfuß-Dinosaurier) hatten einen massigen Körper, einen langen Hals mit kleinem Schädel und meistens einen sehr langen Schwanz. Anders als die fleischfressenden Theropoden liefen die pflanzenfressenden Sauropoden auf 4 Beinen. Barapasaurus hatte z.B. ein ziemlich kräftiges Rückrat, um das Körpergewicht zu halten, aber einige Hals- und Rückenwirbel waren hohl, um Gewicht zu sparen. Die Sauropoden entwickelten sich in 2 Linien weiter. Ein Beispiel für die erste Linie ist Brachiosaurus aus dem späten Jura mit auffällig langem Hals. Er ereichte bis zu 70 Meter Länge, die Größe eines dreistöckigen Hochhauses, das Gewicht von mindestens 3 Elefanten. Ein ausgewachsener Mann hätte ihm nur bis zu den Knien reichen können. Die Schultern, höher als das Becken, boten dem aufragenden Hals einen festen Halt. Die Hohlwirbel des Brachiosaurus glichen eher einem Strebegerüst - extrem stabil, aber ganz leicht. Auch Barapasaurus' Hohlwirbel bildeten sich immer mehr ins Extrem aus. Eine andere Linie der Sauropoden entwickelte sich eher in die Länge als in die Höhe. Diplodocus war 26 Meter lang, aber relativ niedrig und schlank, hatte einenen Schlangenhals und einen peitschenartigen Schwanz. Zum Fressen konnte er sich kurz auf die Hinterbeine stellen.

Überwiegend auf 2 Beinen laufende, pflanzenfressende Dinosaurier waren die Ornithopoden (Vogelfüßler). Das vogelartige Becken ließ zwischen den Beinen viel Platz für den großen Darm des Pflanzenfressers, so daß sich das Tier auf den Hinterbeinen halten konnte. Einige frühe Formen wie Lesothosaurus aus der Trias waren nur echsengroß, im Jura und in der frühen Kreide entwickelten sie sich jedoch zu sehr viel größeren Tieren: Iguanodon ist wohl einer der bekanntesten und typischsten Vertreter. In der Kreide entwickelten sich auch zahlreiche hochspezialisierte Ornithopoden, die sogenannten Pachcephalosauriden oder „Knochenköpfe“. In Form und Größe ähnelten sie stark dem Iguanodon, hatten allerdings ein massives Schädeldach. Es ist denkbar, daß die Tiere in Rudeln im Gebirge lebten und die Männchen Rangkämpfe durch Kopfstoßen austrugen.

Im Jura trat eine Gruppe vierbeiniger Vogelbecken-Dinosaurier auf, die mit einer Doppelreihe großer Rückenplatten oder -stacheln bewehrt waren, einen massigen Körper und einen winzigen Kopf hatten - die Stegosaurier (Rückenplatten-Dinosaurier).

Bullige Reptilien mit undurchdringlichem Panzer und Stacheln waren die Ankylosaurier (Panzer-Dinosaurier). Obwohl sie als Vogelbecken-Dinosaurier eingestuft werden, hatte ihr Becken keinerlei Ähnlichkeit mehr mit dem eines Vogels. Sie waren sehr breit und schwer, um das Gewicht des Panzers überhaupt tragen zu können.

Die Ceratopsier (Horn-Dinosaurier) waren mit ihrem gepanzerten Schädeln eine andere Unterordnung der Ordnung Vogelbecken-Dionosaurier. Der früheste uns bekannte Vertreter dieser Gruppe war Psittacosaurus aus der frühen asiatischen Kreide. Spätere Formen waren größer, schwerer und vierfüßig. Der Schädelwulst wurde mehr und mehr zu einem dicken knöchernen Kragen, der als Schutz diente. Einer dieser ersten Vertreter war Protoceratops aus der asiatischen Kreide. Er war 2,5 Meter lang und von ziemlich schwerem Körperbau. Der 9 Meter große Triceratops war der größte und gleichzeitig letzte Ceratopsier.

Vögel kann man als die einzigen noch lebenden Dinosaurier bezeichnen. Man weiß sicher, daß sie im späten Jura (Malm) auftraten und eindeutig aus den Dinosauriern hervorgingen; ihre Vorfahren waren die Theropoden (Raubtierfuß-Dinosaurier). Einer der kleinsten Dinosaurier war Compsognathus aus der späten europäischen Kreide. Er war 60 cm lang und wie ein Huhn gebaut, mit langen Hinterbeinen, einem kompakten Körper und einem sehr beweglichen Hals. Der erste Vogel, Archaeopteryx, lebte zeit- und gebietsgleich und ist im Grunde ein gefiederter Compsognathus. Der einzige Unterschied im Skelett der beiden Tiere waren die längeren Vordergliedmaßen und Finger des Archaeopteryx sowie das Vorhandensein eines Gabelbeins, das wohl die Schultern beim Fliegen verstärkt hat. Um aus Archaeopteryx einen heutigen Vogel zu machen, wären nur verbesserte Flugeigenschaften nötig gewesen.

Die ersten Säugetiere dürften mindestens 220 Mio. Jahre alt sein, wie gesagt, denn die ältesten Säugetierfunde stammen aus der oberen Trias, und die aus Jura und Kreide bekannten Vertreter der Ordnung Pantotheria waren z.B. so groß wie die heutigen Mäuse und Ratten.

Zur Klasse der Säugetiere zählt ja z.B. auch die Ordnung der Primaten, und deren Geschichte begann mit den Ur-Primaten vor ungefähr 100 Mio. Jahren: mitten in der Kreide, also noch im Mesozoikum. Der Ur-Primat dürfte einem Spitzhörnchen ähnlich gesehen und auf dem Boden oder im unteren bis mittleren Astbereich der Bäume nach Insekten gejagt haben. Weil damals die tagaktiven Dinosaurier herrschten, hatten die Ur-Primaten nachtaktiv zu sein, und dabei half ihnen die allen Säugetieren gemeinsame Warmblütigkeit, denn erst sie ermöglicht nämlich, auch in kühlen Nächten beweglich und reaktionsschnell zu sein. Zwar hatten die Ur-Primaten mit den heutigen Primaten, die keine Dinosaurier mehr kennen und tagaktiv sind, bereits eine gewisse Ähnlichkeit, aber nur sehr wenig mit den heutigen Affen, noch viel weniger mit den heutigen Menschenaffen, geschweige denn mit den heutigen Menschen. (). Also: Als Stammvater aller Herrentiere (Primaten; Bezeichnung als Ordnung: Primates) gilt ein kleines Säugetier, das am hellen Tag wegen der Dinosaurier kaum zu sehen war und in der dunklen Nacht wegen seiner Warmblütigkeit mit hoher Beweglichkeit und Reaktionsschnelligkeit seine Nahrung (vor allem wahrscheinlich: Insekten) fand.

Als das Mesozoikum endete, war die Zeit der Dinosaurier vorbei und die Zeit - das Känozoikum - der Säugetiere endlich gekommen, denn sie waren bereits in der Trias aus den säugetierähnlichen Reptilien hervorgegangen. (Säugetierähnliche Reptilien). Während aber ihre Vorfahren bereits im Jura ausstarben, lebten sie im Schatten der Riesenechsen weiter - meistens in Höhlen. Ab jetzt konnten auch die Säuger endlich zu Riesen werden, denn sämtliche Dinosaurier und viele andere Saurier aus der Klasse der Reptilien waren ausgestorben. Nur warum? Auch das Mesozoikum ging mit einer Katastrophe zu Ende. Ein Meteorit traf die Erde vor etwa 65 Mio. Jahren, und die Dinosaurier starben aus. Das sind 2 überzeugende Fakten. Doch statt zu bedenken, daß es im Laufe der Evolution schon meherer Massenaussterben gegeben hat, wird nicht selten nur eine Schlußfolgerung zugelassen: „Meteoritentod“ - der Meteorit ließ die Saurier aussterben. Auch wenn es so war, muß dennoch auch berücksichtigt werden, daß die Pflanzenwelt sich bis dahin derart geändert hatte und die von ihr abhängigen Tiere vielleicht auch deshalb ausstarben. (Gründe für tierisches Massensterben). Jedenfalls sollte nach diesem „Schnitt“ eine neue Ära beginnen, und die schon im Mesozoikum „zur Welt gekommenen“ Säugetiere traten ihre unumschränkte Herrschaft in der känozoischen Ära an - mit rasch zunehmender Größe und Intelligenz: Noch ein Beispiel

NACH OBEN 2.3) Känozoikum (seit 65 Mio.)

Herrschaft der Säugetiere und Aufstieg der Herrentiere

Erstes Leben Tertiär (65-4/ 2,8)

 


Große Karte

Werfen
zur Abwehr
von
Freßfeinden

NACH OBENPhanerozoikum
Tertiär-
Quartär-
Übergang
(4- 2,8)

 

Große Karte

Werfen
zum Erwerb
von Aas
durch
Vertreibung der
Konkurrenten

 

 

Werfen
in
innerartlichen
Auseiander-
setzungen

Sprache

Das Känozoikum, d.h. die letzten 65 Mio. Jahre, ist fraglos das Zeitalter der Säugetiere: der Klasse Mammalia. Die Säugetiere erschienen etwa zur gleichen Zeit wie die Dinosaurier, verbrachten jedoch das ganze Mesozoikum als kleine, unbedeutende, mausartige Tiere zwischen den Großreptilien. Doch ab jetzt konnten sie den Platz der Dinosaurier einnehmen. Nachdem nämlich die Dinosaurier ausgestorben waren, geschah zweierlei: die Säugetiere traten deren Erbe als Herrscher an, und zahllose Vögel erschienen.

Die Säugetier-Klasse bildete, wie eine Ära zuvor die Reptilien-Klasse, sehr viele Ordnungen aus, auch die Ordnung Herrentiere (Primaten). Die frühesten Primaten lebten vor ca. 100 Mio. Jahren: in der Kreide, also noch von den Dinosauriern beherrscht. Der Primat Purgatorius lebte vor 65 Mio. Jahren, also im beginnenden Känozoikum, d.h. in seiner ersten Formation Tertiär und dessen erster Serie Paläozän. Die damalige Primaten-Ordnung hatte wenig Ähnlichkeit mit der Unterordnung Simiae, den heutigen Affen. Schon gar nicht ähnelte sie der Familie Pongidae, den heutigen Menschenaffen. Deshalb werden die alten Primaten-Vertreter Halbaffen genannt, d.h. sie entwickelten eine eigene Unterordnung: Prosimiae. Ein recht typischer Halbaffe war Plesiadapis, der vor etwa 60 Mio. Jahren in Nordamerika lebte, also bereits im frühesten Tertiär (Paläozän) . Das Tier sah mit dem langen Schwanz und kleinen Krallenfüßen eher wie ein Eichhörnchen oder ein Spitzhörnchen aus. Trotz einiger Unterschiede zu anderen Primaten wiesen die Halbaffen bereits einige Primaten-Merkmale auf. Sie hatten 5 Finger und 5 Zehen, ein Schlüsselbein und nach vorn gerichtete Augen. Die Halbaffen waren weltweit etwa 20 Mio. Jahre lang sehr verbreitet, aber mit dem Aufkommen der intelligenteren Affen und Menschenaffen wurden die Halbaffen fast verdrängt. Auf Madagaskar kann man sie jedoch heute noch als dominante Form der Primaten beobachten. Die Insel wurde von Afrika getrennt, bevor die Affen sich entwickelt hatten, so daß die einzigen Primaten auf Madagaskar Halbaffen sind, bekannt als Lemuren. In Asien und Afrika hielten sich bis heute kleine Loris, weil sie nachtaktiv sind und den Affen bei der Suche nach Nahrung nicht ins Gehege kommen. Die Koboldmakis aus Indonesien sind ebenfalls überlebende nachtaktive Halbaffen. Vor ungefähr 45 Mio. Jahren (Eozän) entwickelte sich eine Gruppe der Halbaffen weiter zu den Affen und diese in ca. 10 Mio. Jahren zu den Menschenaffen. (Menschliche Vor- / Urgeschichte).

Vor etwa 65-37 Mio. Jahren, im Unter-Tertiär (Paläozän und Eozän), entwickelten sich mehrere bodenbewohnende, fleischfressende Vögel. Sie nahmen den Platz der großen fleischfressenden Dinosaurier ein - und wurden ihnen auch äußerlich immer ähnlicher (!). Diatryma war 2 Meter groß und jagte in den Wäldern Nordamerikas kleine Säugetiere. Große fleischfressende Säugetiere gab es zu der Zeit noch nicht, und Diatryma war der Hauptjäger. Die Evolution der Vögel verlief auffallend ähnlich wie die der Säugetiere. Außerdem sind beide Klassen Warmblüter.

Säugetiere sind warmblütige Wirbeltiere, die ihre Jungen lebend zur Welt bringen und säugen und normalerweise behaart sind. Ihre Ahnen waren die säugetierähnlichen Reptilien, die sich zu Warmblütern entwickelt hatten und behaart waren. Von ihnen zu den Säugetieren war es nur ein kleiner Schritt. (Säugetierähnliche Reptilien und SäugetiereSäugetierähnliche Reptilien und Säugetiere). Die ersten echten Säugetiere waren kleine, mausartige Insektenfresser. Die Insektenfresser, wie die heutigen Spitzmäuse und Igel, waren den primitiven Säugern - den „Ursäugern“ - äußerlich immer ähnlich. Palaeoryctes wäre von einer heutigen Spitzmaus nicht zu unterscheiden, und Deinogalerix sah wie ein heutiger, aber 30 cm langer, Igel aus. Es hat jedoch immer einige interessante Seitenlinien gegeben, weil viele Insekten unter den verschiedensten Bedingungen leben und sich daher die verschiedensten Insektenfresser entwickelten, die ihnen nachstellten. Leptictidium aus dem deutschen Eozän hatte sehr lange Hinterbeine und einen langen Schwanz. Hüpfend machte es Jagd auf schnelle Beutetiere. Meistens findet man diese Anpassung bei Wüstentieren, doch Leptictidium lebte in dichtem Unterholz. Einige Säugetiere erhoben sich in die Luft. Der eozäne Planetotherium aus Nordamerika sah fast wie ein heitiger Lemur aus. Mit einer zwischen den Beinen ausgespannten Flughaut konnte er von Baum zu Baum gleiten. Die Fledermäuse, echte fliegende Säuger, sind eng verwandt mit den Insektenfressern. Icaronycteris, die erste uns bekannte Fledermaus, hatte mehr Zähne als eine heutige, das Brustbein war schwächer ausgebildet, und der Schwanz war nicht mit den Flügeln verbunden. Bei heutigen Fledermäusen sind die Merkmale verbessert.

Wo Pflanzenfresser leben, da kommen bald auch Fleischfresser auf, die sie jagen und fressen. Die uns bekannten Fleischfresser Katzen, Hunde, Wiesel u.a. gab es damals noch nicht oder waren in einer „vorläuferischen“ Ordnung vereint. Sie waren eine gemischte Gruppe räuberischer Säugetiere: Creodonten („Urraubtiere“).

Ordnung „URRAUBTIERE“ (Creodonten)

Familie der OxyaenidenFamilie der Hyaeodontiden
(flinke Jäger)(hyänen- und hundeähnliche Jäger)
(Unter-Tertiär [Eo-, Oligozän])(Unter-, Mittel-Tertiär [Paläo-, Eo-, Oligozän])

Zur Ordnung Raubtiere gehören auch unsere heutigen Raubtiere, die weit aktiver und intelligenter sind als sie primitiven Creodonten. Die Raubtiere gingen im Paläozän vor etwa 60 Mio. Jahren wahrscheinlich aus den Insektenfressern hervor. Doch erst vor 35 Mio. Jahren, im Oligozän (Mittel-Tertiär), breiteten sie sich aus und verdrängten die Creodonten. Man kennt 3 evolutionäre Hauptlinien:

Ordnung „RAUBTIERE“ (Carnivare)
Unterordnung Landraubtiere (Fissipedia)
8 Familien (heute Heute: 8 Raubtier-Familien)

3 evolutionäre Hauptlinien im i) Unter-, ii) Mittel-, iii) Ober-Tertiär:
i) Mustelinen (z.B. Miacis [marderartig], Potamotherium [otterartig])
ii) Canoiden (Nachfahren von i), z.B. Hesperocyon) Hunde, Bären u.a.
iii) Viverriden (Nachfahren von ii), i), z.B. Smilodon) Hyänen, Katzen u.a.

Miacis aus dem deutschen Eozän sah wie ein Baummarder aus und lebte auch so. Er jagte in den Bäumen und fraß Vögel, Eier und Kleinsäuger. Potamotherium war ein 1,5 Meter langer Riesenotter, der in den Flüssen Frankreichs jagte. Die aus den Musteliden hervorgegangenen Canoiden erschienen im Übergang vom Eozän zum Oligozän (Mittel-Tertiär). Hesperocyon war einer der ersten. Mit dem langen Körperbau und den kurzen Beinen ähnelte er wohl eher einem seiner musteliden Ahnen, doch Zähne und Ohren weisen ihn als frühen Hund aus. Die Gruppe entwickelte sich noch zu dieser Zeit zu hundeähnlichen Tieren wie Daphoneus, der aber viel längere, hundeartige Beine hatte. Ein Seitenzweig brachte Tiere hervor, die halb Hund, halb Bär waren, obwohl Bären selbst erst später erschienen. Die 3. der oben angegebenen Hauptlinien, die Viverriden, war auch die bis dahin am weitesten entwickelte. Katzen z.B., als Famile Felida genannt, gelten als die höchstentwickelten Raubtiere. Viele alte Formen bildeten lange Eckzähne aus, mit denen sie große Tiere reißen konnten. Die großen Säbelzahnkatzen des Pliozän und Pleistozän (Quartär), wie z.B. Smilodon, machten wahrscheinlich Jagd auf Elefanten. Katzen sind nahezu weltweit verbreitet - sie fehlen nur in Australien, auf den Südseeinseln, auf Madagaskar sowie in der Antarktis und Arktis nördlich der Baumgrenze. Heute gibt es 36 Katzenarten.

Wenn ein Umfeld mit einem Nahrungsangebot entsteht, entwickelt sich immer gleich danach irgendeine Tierart, die dieses Angebot nutzt. Semiolinguistisch heißt das: ein Bio-Natursymbol erfordert immer auch schon ein Öko-Kultur-Ursymbol. (Paläozoikum, Mesozoikum, Neozoikum). Die Meeressäugetiere Robben, Seelöwen und Wale entwickelten sich z.B. aus verschiedenen an Land lebenden Vorfahren. Die Wale haben sich dem Leben im Meer am meisten angepaßt, weisen keine Spuren säugetierähnlicher Gliedmaßen mehr auf und haben mittlerweile eine fischartige Gestalt. Der älteste uns bekannte Verteter ist Pakicetus aus dem pakistanischen Eozän.

Und noch eine leicht nachvollziehbare Logik: Weil die auf Bäumen lebenden Tiere seit dem Aussterben der Dinosaurier auch tagsüber ungebhindert auf die Bäume klettern konnten, um sich dort an den Früchten satt zu fressen, vollzog sich zwischen beiden eine besondere Art der Ko-Evolution, denn die Bäume mit Früchten begannen sich effektiver zu verbreiten, seit jene Tiere den Samen dieser Bäume zu verschleppen begannen. Und die Bäume bildeten Samen aus, die mit leckerem Fruchtfleisch umgeben waren und ihren schmackhaften Inhalt durch leuchtende Farben weithin signalisierten. Die Primaten verspeisten die Früchte und schieden die Samen nach der Verdauung aus - wo auch immer sie waren. Da der optische Sinn - vor allem über die Farbe - besonders geeignet ist, die Güte einer Frucht und ihres Inhalts zu beurteilen, dürfte hier, so glauben jedenfalls nicht wenige Forscher, die evolutive Erklärung dafür liegen, daß die meisten Affen drei Sorten von Farbsehzellen besitzen, nämlich für: Rot, Grün, Blau (RGB)! Im Verlauf der nächsten Millionen Jahre brachte die immer perfekter werdende Anpassung weitere typische Merkmale der Affen hervor: Greif-Hand mit abspreizbarem Daumen, um Äste umfassen, Früchte abpflücken und Werkzeuge „handhaben“ zu können. Krallen wurden zu Fingernägeln, die Schneidezähne wurden zum Abbeißen, die Backenzähne zum Kauen von Nahrung optimiert. Die Augen richteten sich immer weiter nach vorn aus und ermöglichten so das räumliche Sehen, durch das vor allem die Entfernungen besser abschätzbar wurden - für das Leben in Bäumen ein entscheidender Vorteil, wie jedenfalls jene bereits erwähnten Forscher glauben. Für Primaten gilt auch die Regel, in sozialen Verbänden zu leben - eine Gemeinschaftsregel - und die Ausnahme davon ist, dies gerade nicht zu tun. Unsinn scheint ebenfalls eine Erfindung der Primaten zu sein.

Obwohl den Halbaffen noch ziemlich ähnelnd, hatten die spätestens vor etwa 35 Mio. Jahren im Oligozän erschienen Menschenaffen (Familie Pongidae) bereits menschenaffenähnliche Zähne und nach vorn gerichtete Augen. Aegyptopithecus lebte vor mehr als 30 Mio. Jahren und war gut an das Klettern und die Nahrungssuche auf Bäumen angepaßt. Menschenaffen des heutigen Typs erschienen allerdings erst vor 20 Mio. Jahren, d.h. im frühen Miozän. Das Miozän war ohnehin die Zeit der raschen Entwicklung aller Primaten. (Menschliche Vor- / Urgeschichte).

Im Miozän wurde durch die Ausbreitung des Graslands in allen Erdteilen die Evolution spezialisierter Weidetiere gefördert. Das nutzten Tiere aus der Ordnung Nagetiere (Rodentia) mit ungewähnlich stark entwickelten Schneidezähnen, und das nutzten insbesondere die Huftiere (Ungulata) mittels ihrer, auch für spezielle Grasarten entwickelten Zähne. Huftiere werden unterteilt in 2 Ordnungen: Paarhufer und Unpaarhufer. Heute sind die Paarhufer die zahlenmäßig verbreitetsten Pflanzenfresser der Erde. Die wahrscheinlich primitivsten und verbreitetsten dieser Ordnung sind die Familien Schweine und Pekaris (Nabelschweine). Die heute wichtigste Unterordnung sind die Pecora, zu denen die Giraffen, Hirsche, Antilopen und Kühe gehören. Eine weitere Unterordnung bilden die zahlreichen Kamele, die sich im Miozän zu Graslandtieren entwickelt hatten. Zu Wüsten- und Bergtieren wurden sie erst später. Eng mit den Kamelen verwandt waren die Basthornträger, eine ausgestorbene Gruppe, die den Hirschen ähnelte, aber ein ganz seltsames Geweih hatte. In der anderen Ordnung, den Unpaarhufern, waren die Pferde wohl die erfogreichsten des Graslands. Ihre Evolution ist bekannt, beginnend im frühen Eozän mit dem Hyracotherium. Als die Wälder dem Grasland wichen - im Miozän -, reduzierten sich die 4 Zehen der vorderen und die 3 Zehen der hinteren Gliedmaßen allmählich auf 1 Zeh pro Fuß, was eine bessere Gewichtsverteilung und ein leistungsfähigeres Laufbein ergab. Die Zähne wurden groß, kräftig und spezialisiert auf Eignung für hartes Gras. Auch Nashörner und die ausgestorbenen Brontotherien gehören zur Ordnung der Unpaarhufer.

Pliopithecus war der letzte mit einem Schwanz ausgerüstete Menschenaffe der Familie Pongidae. Er lebte vor 18 Mio. Jahren im europäischen Miozän. In Ostafrika lebte ungefähr zur gleichen Zeit der 2 Meter große und sehr starke Proconsul. Er ernährte sich im Dschungel von der üppigen Vegetation. Von Samen und Wurzeln ernährte sich vor ungefähr 14 Mio. Jahren der 1 Meter große Ramapithecus im weiten Flachland Osteuropas, Indiens und Afrikas.

Viele dieser Menschenaffen waren auch schon „zweibeinig“, d.h. sie konnten auf den Hinterbeinen stehen. „Zweibeinigkeit“ ist ein wesenlicher Schritt in der Evolution hin zum Menschen. (Menschliche Vor- / Urgeschichte).

Nicht alle Primaten des Miozäns überlebten. Oreopithecus, der schon vor etwa 9 Mio. Jahren lebte, ging aufrecht wie alle Prähominiden: das in der Toskana gefundene Skelett des Oreopithcus bambolii weist z.B. eine s-förmige Wirbelsäule und damit korrelierende Fußformen und Beinschenkel auf. Damals stand nahezu ganz Italien unter Wasser, nur der Gebirgszug des Apennin ragte als Insel aus dem Urmeer Tethys. Oreopithecus bambolii wagte wahrscheinlich seine Fußmärsche, weil die Insellage die großen Raubtiere hatte aussterben lassen und für die übrig gebliebenen Tiere danach ein Paradies entstanden war; sogar Elefanten wurden kleiner. Aber vor etwa 6,5 Mio. Jahren senkte sich der Meeresspiegel wieder, die Po-Ebene wurde trocken, so daß Bären und Säbelzahntiger ungehindert die ehemalige Insel erreichen, kurzbeinige Ziegen und Mini-Elefanten niedermetzeln und letztendlich auch Oreopithecus bambolii ausrotten konnten. Schade - er hätte alle Chancen gehabt, zum Vorgänger der Menschheit zu werden.

Der größte Menschenaffe, den es je gab, erhielt den treffenden Namen Gigantopithecus, denn er war über 3 Meter groß und lebte vor 5 Mio. bis vor 700 000 Jahren. Demnach hätte er zwischen 300 und 550 kg gewogen. Es sind jedoch keine endgültigen Aussagen über Größe und Gewicht zu treffen, da bisher nur Kieferelemente und Zähne gefunden wurden. Diese übertreffen im Vergleich zu lebenden Menschenaffen deren Gegenstücke deutlich. 1935 fand der deutsche Paläontologe Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald in chinesischen Apotheken die ersten Zähne eines Gigantopithecus, doppelt so groß wie die eines Gorillas. Früher benutzten die Chinesen große Knochen und Steine zum Zermahlen von Blättern, zudem wurden und werden dort zu Pulver zerkleinerte Fossilien, den „Drachenknochen“, heilende Wirkungen nachgesagt. 1956 wurde ein vollständiger Unterkiefer entdeckt. Man unterscheidet die beiden Arten Gigantopithecus blacki aus Südchina und Gigantopithecus bilaspurensis aus Nordindien. Die erstere Art ist die bekanntere.

Es gibt also nicht nur eine Wiege der Menschheit, sondern mehrere. Vermutlich haben die Prähominiden sich unabhängig voneinander in mehreren Entwicklungslinien aufgerichtet. Einige davon sind ausgestorben, die anderen führen zu uns heutigen Menschen. Unsere Urahnen begannen nicht erst aufrecht zu gehen, als sie aus dem Urwald in die Grassteppe umzogen. Sie waren dazu bereits in der Lage, als sie noch auf Bäumen lebten. Nicht die Tatsache, daß ihr Gehirn größer und leistungsfähiger wurde, versetzte sie in die Lage, auf zwei Beinen zu gehen. Es war umgekehrt: weil sie auf zwei Beinen gingen, brauchten sie ein besseres Gehirn. Zwischen Bipedität und aufrechtem Gang besteht zwar noch ein Unterschied, aber selbst als ein gemeinsamer Faktor reichen sie allein noch nicht aus für eine menschentypische Zerebralisation.

Der auch Toumai genannte Sahelanthropus tschadensis lebte vor etwa 7 Mio. Jahren an einem von Galeriewäldern umstandenen See (also nicht in der Savanne!), rund 2500 km westlich des Rift-Valley-Grabens, ging auf zwei Beinen und hatte ein weniger äffisch aussehendes Gesicht als der viel später lebende Australopithecus afarensis - auch Lucy genannt. Beide sind als Prähominiden zu bezeichnen, weil sie in ihrer Bipedität und ihrem typisch vormenschlichen aufrechten Gang etwa gleich weit entwickelt waren - allerdings waren sie durch mehrere Millionen Jahre getrennt! Australopithecus

Eine besonders interessante Ordnung bilden die Rüsseltiere (Proboscidea). Elefanten sind heute die einzig rezente, seit dem Eozän bekannte Familie der Rüsseltiere. Mit 5,5 - 7,5 Meter Körperlänge, 4 Meter Schulterhöhe und 6 Tonnen Gewicht sind sie heute die größten und schwersten Landsäugetiere. Von einer einstmals zahl- und artenreichen Gruppe sind heute nur noch 2 Elefantenarten übriggeblieben. Der erste uns bekannte Elefant war Moeritherium aus dem ägyptischen Eozän. In Größe und Gestalt entsprach er etwa einem Tapir, und wahrscheinlich lebte er vorwiegend im Wasser, wo er mit dem kurzen Rüssel Wasserpflanzen ausriß. Ein Seitenzweig der Hauptlinie der Elefanten brachte die Dinotherien hervor, die zwischen Miozän und Pleistozän (Quartär) in ganz Europa, Asien und Afrika verbreitet waren. Diese Tiere hatten, anders als die Elefanten, 2 abwärts gerichtete Stoßzähne, die aus dem Unterkiefer wuchsen. Die Stoßzähne der eigentlichen Elefanten wuchsen aus Ober- und Unterkiefer. Grompotherium aus Miozän und Pliozän aller Kontinente hatte 4 Stoßzähne. Bei Platybeledon waren Unterkiefer und Stoßzähne schaufelartig erweitert, und bei schließendem Maul verschwanden die Stoßzähne im Kiefer. Der Rüssel, mit dem das Tier Zweige, Sträucher oder Flußpflanzen abriß, war ebenfalls sehr breit.

Als die Eiszeit nahte und es in den Gebieten, die heute als gemäßigte Zonen gelten, kälter wurde, paßten sich die vielen hier lebenden Elefanten dem Klima an, indem sie sich eine zottige oder wollige Behaarung und lange gebogene Stoßzähne zulegten. Die Gattung Mammut (Mammuthus) war in Europa, Asien und Nordamerika beheimatet, wobei es in Amerika auch die Gattung Mastadon gab, die brustwarzenähnliche Höcker an den Backenzähnen hatte. Weil beide Gattungen aus dem Jung-Tertiär stammen, könnte man meinen, daß das Pleistozän (Quartär) schon früher begonnen haben könnte als allgemein amgenommen. Das Pleistozän gilt nämlich auch als ein Synonym für die Eiszeit (Diluvium). Aber es gab damals eine Mammutart mit sehr dichter, langer Behaarung, die nur in Kälteregionen vorkam und deswegen auch Kältesteppenmammut genannt wird - das heute bekannteste Mammut: Mammontheus primigenius. Trotzdem bleibt die Datierung für das Ende des Pliozäns bzw. den Beginn des Pleistozäns kompliziert. Man sollte deshalb von eine Übergangszeit annehmen, die vor ca. 4 Mio. Jahren begann und vor ca. 2,8 Mio. Jahren endete.

Für die ersten Menschen kann man wahrscheinlich dasselbe Geburtsdatum ansetzen wie für die ersten Mammute, denn beide „Überlebenskünstler“ entstanden wohl zur gleichen Zeit und verbrachten eine lange Zeit miteinander. Ihre Gemeinsamkeit hat auch einen klimatischen Namen: Eiszeit (Pleistozän, Diluvium).

In Afrika lebten mehrere australopithecinische Prähominiden. Australopithecus anamensis lebte vor 4,2 Mio. Jahren und hatte ungefähr die Gehirngröße wie der etwas später erschienene Australopithecus afarensis. Beidegingen wie ein Vormensch aufrecht, aber ihre Schädel ähnelten noch dem eines Menschenaffen und bargen Gehirne von etwa 400 bis 500 cm³. Das entspricht etwa den Gehirnen heutiger Schimpansen, liegt aber weit unter den 1300 bis 2000 cm³ heutiger Menschenhirne. Mit 450 bis 550 cm³ besaß Australopithecus africanus ein etwas größeres Gehirn als seine Vorgänger. Er erschien wohl vor 3 Mio. Jahren, war schlank, etwa 1,4 Meter groß und hatte Zähne und Gliedmaßen ähnlich wie heutge Menschen. Australopithecus robustus hatte einen größeren Schädel und viel kräftigere Zähne und Kiefer. Dieser „robuste“ Typ war offenbar deutlich größer und schwerer als die anderen Australopithecinen. Er war an die Aufnahme harter Nahrung wie Grassamen angepaßt. Australopitecus africanus dagegen ernährte sich vielseitiger von Früchten, Wurzeln und Tieren. Wahrscheinlich hat er auch die Reste geschlagener Beutetiere verzehrt oder selbst kleine Tiere gejagt. Eine andere Art, Australopithecus boisei, war noch größer und schwerer als seine Zeitgenossen.

Vor etwa 2,7 Mio. Jahren lebte bereits ein Vertreter der Gattung Homo: Homo rudolfensis vefügte über ein Gehirn mit 600 bis 800 cm³ Volumen. Vor etwa 2 Mio. Jahren lebte ein den Australopithecinen sehr ähnliches Wesen, das aber ein größeres Gehirn (ca. 650 cm³) hatte. Dieser Mensch konnte auch richtig greifen (und begreifen?): Homo habilis, der „geschickte Mensch“, stellte seine Werkzeuge selbst her. Gehirne mit diesen Ausmaßen beendeten die Übergangszeit, und das eigentliche Quartär konnte beginnen. Vor etwa 1,9 Mio. Jahren erschien die Art Homo erectus, die sich zur erfolgreichsten Art der Frühmenschen entwickeln sollte. Homo erectus erreichte bis zu 1,65 Meter Körpergröße, bis zu 65 kg Körpergewicht; sein Hirnvolumen wuchs von zunächst 750 cm³ bis auf 1250 cm³. Der Schädel war langgestreckt, aber niedrig, mit starken Augenbrauenwülsten und einem vorspringenden Kiefer. Homo erectus war wohl der erste aus Afrika auswandernde Mensch und nutzte bereits das Feuer. Auch der sogenannte Pekingmensch zählt zur Art Homo erectus (Homo erectus pekinensis). Das steinzeitliche Kultur-Ursymbol konnte erst durch den erfolgreichen und „weltoffenen“ Homo erectus zu einem ersten Kultursymbol erweitert werden. Durch den Feuergebrauch, der mit Sicherheit zum Sprachgebrauch führte, wurde Homo erectus auch zum entscheidenden Faktor in der sprachlichen Menschwerdung (Menschwerdung mit Sprache (Feuer)). Dieser „aufrechte Mensch“ war bisher die wohl einzige Menschenart, die 1,86 Mio. Jahre überlebte, denn Homo erectus lebte mindestens bis vor 40 000 Jahren, vielleicht sogar bis vor 25 000 Jahren. (Zum Vergleich).

Paläozän
(65 Mio. - 53 Mio.)


Purgatorius


Plesiadapis


Diatryma (geiselensis)

 

 

Eozän
(53 Mio. - 37 Mio.)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Hesperocyon und Daphoneus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oligoozän
(37 Mio. - 23 Mio.
)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aegyptopithecus

 

 

 

Mioozän
(23 Mio. - 5 Mio.)

 

 

 


Proconsul


Dryopithecus und Oreopithecus


Gigantopithecus


Anteil der Hominoiden an der
Geschichte des Universums:
ca. 0,05787' %

Pliozän
(5 Mio. - 4 bzw. 2,8 Mio.)

 


Anteil der Hominiden an der
Geschichte des Sonnensystems:

ca. 0,05787' %

 


Mammut

 

 


Australopithecus afarensis

 

 

 

Menschen-Fazit:

PRIMATES (ORDNUNG)
A) Primatisierung zu den Unterordnungen:
Aa) Prosimiae (Prosimiasierung) Ab) Simiae (Simiasierung)

HOMINOIDEA (ÜBERFAMILIE)
B) Hominoidisierung zu den Familien:
Ba) Pongidae (Pongidisierung) Bb) Hominidae (Hominisierung)

Vgl. dazu auch die Vorschau
Bis heute haben Menschen nur rd. 0,058 % Anteil an der Geschichte des Lebens auf der Erde.

Kosmischer Kalender
von der Entstehung des Weltalls vor etwa 15 (13-18 Universum) Mrd. Jahren bis heute:

1. Januar
URKNALL“

1. September
SONNE

5. September
ERDE

25. September
LEBEN
(im Wasser)

21. Dezember
LANDLEBEN
(der Pflanzen)

24. Dezember
SAURIER

29. Dezember
PRIMATEN

30. Dezember
AFFEN
(Simiae)

31. Dezember
2130 Uhr

MENSCHEN


Zerebralisation
(inklusive
Neokorti-
kalisierung)

Insulation

Körper-
ausschaltung

Pädomorphose
bzw. Neotenie

Übertragung
(Sprache)

Unsere ältesten Ahnen aus der Ordnung der Herrentiere (Primates) lebten also vor ungefähr 100 Mio. Jahren in der Kreide unter der Herrschaft der tagaktiven Dinosaurier als nachtaktive Urform (Ur-Primaten) und seit Beginn des Tertiär vor etwa 65 Mio. Jahren als auch tagaktive Frühform (Früh-Primaten). Sie, beide Formen also, jagten auf Ästen und Zweigen der Bäume und Sträucher und auch auf dem Boden nach Nahrung, zumeist: Insekten. Die Ur-Primaten ähnelten vermutlich den heutigen Tupajas (Spitzhörnchen) und die Früh-Primaten vermutlich den heutigen madagassischen Mausmakis. Der Ursprungsort der ältesten Herrentiere ist der europäisch-nordamerikanische Raum („Norderde“ Laurasia), der in der Ober-Kreide noch zusammenhing. (Kontinentalverschiebung). Aus den Halbaffen gingen im Eozän die Neuweltaffen in Süd- und Mittelamerika hervor. Die Neuweltaffen sind eine der beiden Zwischenordnungen der „höheren Affen“ (Ordnung Simiae), zu der auch die Altweltaffen gehören. Die Altweltaffen in Europa und Asien waren in vielen Merkmalen höher entwickelt als die Halbaffen, von denen sie abgeleitet wurden. Im späten Alt-Tertiär gelangte eine Stammgruppe der Altweltaffen nach Afrika, wo sich dann die weitere Evolution vollzog. Aegyptopithecus erschien im Oligozän, und zwar vor mehr als 30 Mio. Jahren. Er war etwa so groß wie die jetzigen Kapuzineraffen und wog etwa 5 bis 6 kg. Sein Kopf glich demjenigen der heutigen Lemuren auf Madagaskar, während Körper und Bewegungen südamerikanischen Brüllaffen geähnelt haben dürften. Im Miozän führte die schnell fortschreitende Entwicklung der Körpergröße und des Gehirns zu den ersten typischen Menschenaffen (Pongidae). Die ursprünglichsten Menschenaffen waren die Dryopithecinen, die in der Zeitspanne von etwa 23 bis 9 Mio. Jahren (Miozän) in Europa, Asien und Afrika lebten. Nahe stand dem Dryopithecus-Formenkreis z.B. auch der Waldaffe Ramapithecus. Zur Gattung Ramapithecus gehörig gelten wohl auch die Art Graecopithecus freyberghi aus Griechenland und die Art Rudapithecus hungaricus aus Rudabánya in Ungarn. Der Waldaffe Ramapithecus lebte bis vor 8 Mio. Jahren oder sogar bis vor 5 Mio. Jahren, denn er hatte viel Ähnlichkeit mit dem vor etwa 5 Mio. Jahren, also zu Beginn des Pliozän, auftretenden frühesten Australopithecus-Vormenschen. Übrigens: der vor 7 Mio. Jahren lebende Sahelanthropus tchadensis sah schon viel weniger äffisch aus als die erst viel später lebenden Australopithecinen. Doch wer nun genau als der menschliche Vorfahre anzusehen ist, weiß keiner so recht. Von der Linie der Menschenaffen (Pongidae) trennte sich eine Linie bereits vor 11 bis 8 oder 7 Mio. Jahren, also noch im Miozän. Doch welche Formen gehörten ihr an?  Welche Form ist die für uns entscheidende?  War es überhaupt eine?  All dies sind offene Fragen geblieben. Das Bindglied ist bisher immer noch nicht bekannt. („Missing Link“).

Als im Miozän aus klimatischen Gründen die Urwälder schrumpften und sich offene Savannen und Steppen ausbreiteten, behielt ein Teil der Menschenaffen die gewohnte Lebensweise im Urwald bei, während andere in die baumarme Landschaft wechselten. Zum Aufrechtgehen waren sie jedenfalls schon fähig, bevor sie die Bäume verließen. Nachdem man sich vollständig auf die „Zweibeinigkeit“ umgestellt hatte und die Hand nicht mehr der Fortbewegung diente, war der Vormensch aus den ehemaligen Rahmenbedingungen, aus dem dem „Ei“ „geschlüpft“, also „intrauterinär geboren“. (Schlüpfung aus dem Ei). In Anpassung an die Bedingungen der offenen Landschaft begann er aber, den aufrechten Gang zu verbessern, und während er das tat, war er bereits ein Urmensch: einer, der die Hände geschickt (habil) einsetzen konnte, um Beute, Nachkommen und andere Objekte zu transportierem sowie menschenspezifische Werkzeuge und menschenspezifische Waffen herzustellen. Die Savanne war sozusagen die letzte „offene“ ökologische Bedingung für die menschliche Entwicklung, die ansonsten nur an „geschlossene“, die Außenwelt möglichst ausschließende, eben „distanzierungsartige“ Bedingungen mit „Inselcharakter“ geknüpft war. Der Übergang vom Urmenschen zum Frühmenschen vollzog sich dann wie eine „Geburt“, wie ein Fall aus den engeren in die weiteren Bedingungen, die noch viel mehr Lernprozesse abverlangten. Der Frühmensch Homo erectus (der Aufgerichtete) lernte, das Feuer und die Sprache zu benutzen und wurde so zum Kultursymbolträger der Hominisierung. Auch das geschah nicht ohne die verschiedenen Arten der Distanzierung. (Tafel (Hominisierung)). Distanz-Anpassung

 

Zur Menschwerdung gehört auch die Prähominisierung ! Obwohl einige Fachleute sich gern nur nach phänotypischen Merkmalen richten und die Menschwerdung als Hominisierung bezeichnen, begann die Menschwerdung mit der Prähominisierung, nämlich durch ein kompliziertes Geflecht von sich gegenseitig verstärkenden und abschwächenden Faktoren aus 3 Bereichen:

EXOGEN:
Umweltveränderungen mit entsprechenden Notwendigkeiten zur Anpassung.

ENDOGEN:
Bedingungen für die Weiterentwicklung von Organen.

AUTOGEN:
Herstellung selbstgeschaffener Bedingungsänderungen (Distanzierungsart).

 

Mechanismen (1-5) ZEREBRALISATION Vgl. Akkumulationstendenzen
(Vernetzung aus den 3 Bereichen und Synthetisierung der anderen 4 Mechanismen)
ermöglichte den Überbau der zurückgedrängten Instinktprogrammierung durch Konditionierung (Versuch und Irrtum)und Kognitionierung (Vorstellung und Denken).

Mechanismen (1) PRÄSOZIALISATION Vgl. Akkumulationstendenzen
führte zu einer Ablösung der Herdenstruktur (Besamung der Weibchen nur durch das Alpha-Tier) durch die monogame Sippenstruktur sowie die Vorstufe zur (später enorm verstärkte) Entwicklungsverzögerung (Neotenie) und Institutionalisierung der Sozialbezüge mit dem Vorteil eines verlängerten „Moratoriums“ (des Aufschubs durch die Abhängigkeit des Nachwuchses von der Elterngenereation).

Mechanismen (2) TECHNISIERUNG Vgl. Akkumulationstendenzen
legte - mit dem Steinkeil beginnend - den Grund für die Ausweitung der rezeptiven und produktiven Bewältigung der Umwelt (um zur Welt zu kommen).

Mechanismen (3) GRAZIALISIERUNG Vgl. Akkumulationstendenzen
bedeutet die Verfeinerung des Körpers und seiner Organe, wodurch zwar die Naturanpassung verschlechtert, aber die Kulturgestaltung vorbereitet wurde. Hierzu gehört auch die im Zusammenhang mit der Neotenie und dem Aufschub stehende Pädomorphose.

Mechanismen (4) ENKULTURATION Vgl. Akkumulationstendenzen
erweiterte das Betätigungsfeld des Menschen über das bloße Überleben hinaus: mittels Sprache, Weltanschauung, Kunst und Wissenschaft schuf sich der Mensch eine geistige Welt, welche seine faktische überlagert. Durch Sprache, die eine 1. Entwicklungsstufe während der Hominisierungsperiode im Altpaläolithikum, dann eine (metasprachliche) 2. Entwicklungsstufe während der Sapientisierungsperiode im Mittel- und Jungpaläolithikum durchlief, und durch Schrift (seit ca. 6000 Jahren) wurde die erworbene Erfahrung unabhängig vom Individuum und der erfahrungserhaltenden Sippe. Der einzelne Mensch kann sich die technisch-kulturellen Errungenschaften der rund 500000 Generationen, von den subhumanen Waldbewohnern zu den aufrechtgehenden Steppenläufern, aneignen. Viele dieser Erfahrungen wurden allerdings vergessen. Der Jetzt-Mensch hat nicht nur einen großen Wissensschatz gewonnen, er ist auch partiell an Naturerfahrung verarmt.

 

Kosmos-bedingte Prähominisierung-Hominoidisierung


Anteil der Hominoiden an der Geschichte des Universums:

ca. 0,05787' %

System-bedingte Prähominisierung-Hominisierung


Anteil der Hominiden an der Geschichte des Sonnensystems:

ca. 0,05787' %

Struktur-bedingte Prähominisierung-Sapientisierung


Anteil der Sapienten an der Geschichte des Phanerozoikums:

ca. 0,05787' %

Funktionsbedingte Prähominisierung-Historisierung


Anteil des Homo sapiens sapiens an der Menschwerdung:

ca. 0,05787' %

Funktionsbedingte Hominisierung-Enkulturation


Anteil einer
Einzel-Kultur
an der Hominisierung

ca. 0,05787' %

Funktionsbedingte Sapientisierung-Kulturphasierung


Anteil einer Kulturphase
an der Sapientisierung:

ca. 0,05787' %

Funktionsbedingte Historisierung-Kulturgeneration


Anteil einer Generation
an der Historisierung:

ca. 0,05787' %

 

„Survival of the fittest“ ist nach Charles Darwin (1809-1882) die Anpassung in der Natur; doch schon an der Schwelle zur Kultur des Höheren Lebens, besonders zu derjenigen der Säugetiere oder zu derjenigen der Vögel, spätestens aber und ganz besonders zu derjenigen der Hominoiden schlägt sie um in eine Distanzierungsart, weil nicht mehr allein die körperlichen (angepaßten) Waffen entscheidend sind, sondern auch und besonders die außerkörperlichen, die vorgefundenen und später modifizierten Gegenstände als Waffen und Werkzeuge dienstbar gemacht werden. Innerhalb einer solchen Distanzgruppe (z.B. einer Menschenaffen- oder Menschengruppe) ist deshalb die Anpassungsart nicht verschwunden („survival of the attractives“: attraktive Gesichter, Mode u.s.w.). Anpassung und Distanz sind immer schon zwei Seiten einer Medaille (Jäger/Gejagte). Der Unterschied liegt zwischen körperlicher und außerkörperlicher Art, zwischen Natur und Kultur, zwischen Schicksal und Technik, zwischen Müssen und Können, zwischen Indikativ und Konjunktiv, zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit, zwischen Zwang und Eigenwille (WilleWille).

„Wir haben die Kunst, damit wir an der Wahrheit nicht zugrunde gehen.“ (Friedrich Nietzsche Nietzsche)
Wir haben das Gesetz, damit wir an unserem Können nicht scheitern.“ (Peter Sloterdijk)

Die Sprache, die aus der Distanzierung zur Natur hervorgegangen ist und die Kunst bis hin zur Technokratie ermöglicht hat, bietet wiederum die Schwelle an, die von der Kultur zur Natur führt; sie kann auch als Bremse fungieren, wenn die offenen Rahmenbedingungen ungeheuerlich werden und Geschlossenheit erzwingen. Rahmenbedingungen

Erstes Leben Quartär (seit 4 Mio. / 2,8 Mio.)

Fortsetzung: (Quartär)

 

Anhang:

Kalender und 24-Stunden-Uhr für die Geochronologie
„Kosmischer Kalender“„Kosmischer Kalender“
K r y p t o z o i k u m :
Archaikum (einschließlich Hadaikum **), Proterozoikum, Algonkium.
P h a n e r o z o i k u m :
Paläozoikum (Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm),
Mesozoikum (Trias, Jura, Kreide),
Känozoikum (Tertiär, Quartär).

 

WWW.HUBERT-BRUNE.DE

Anmerkungen:

Was die Kosmologie angeht, so ist klar: Ein Planet mit Leben wie z.B. unsere Erde braucht mindestens ein Universum, eine Galaxie, eine Sonne und einen Jupiter als Voraussetzungen (Voraussetzungen), denn ohne sie geht gar nichts. Besonders leuchtet uns ein: Leben braucht Sonne ! „Das Leben auf der Erde ist geronnenes Sonnenlicht, ist Manifestation kosmischer Energie. Auch eventuelles Leben anderswo im Universum braucht Sterne als Energiespender ....“ (Harald Lesch, Big Bang, zweiter Akt, S. 31). Wir sind alle Sternwesen! „Wir sind aus Sternenstaub gemacht“, um Friedrich von Hardenberg, der sich Novalis nannte, zu zitieren. Was aber die chemischen Elemente betrifft, so ist ebenfalls klar: Ein Leben, in dem Kohlenstoff die zentrale Rolle spielt, braucht mindestens die vier für das Leben am wichtigsten Elemente H, C, N, O (H,C,N,O). Kohlenstoff (C) spielt dabei die unangefochtene Hauptrolle, denn ohne Kohlenstoff kann unser Leben nicht aufgebaut werden: „Die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten des Kohlenstoffs, sich mit allen möglichen Elementen zu den unterschiedlichsten Verbindungen zusammenzutun, eröffneten ein schier unendliches Experimentierfeld für immer kompliziertere Vorstufen des Lebens. .... – Alles dreht sich im Kreis – .... Im Meer der Unwahrscheinlichkeit experimentierte die Natur in stets neuen Versuchsreihen mit den zur Verfügung stehenden Bausteinen. Dabei entstanden Ketten aus Kohlenstoff-, Sauerstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff- und Phosphoratomen, die sich immer mehr falteten, umbauten, neu strukturierten und somit zunehmend komplexere Verbindungen errichteten. (Das Molekül ist das kleinste, d.h. aus mindestens zwei Atomen bestehende, nach außen neutrale, kleinste Teilchen eines Stoffs). Mit jeder neuen Faltung dieser riesigen, dreidimensionalen Molekülverbände entfernten sich die »Noch-nicht-Lebewesen« vom Gleichgewicht in ihrer Umgebung. ... Die Vorgänge sind Kreisprozesse. Kreisprozesse sind gekennzeichnet durch eine Abfolge von chemischen Reaktionen, die mit dem Verbrauch eines Reaktionspartners beginnen und diesen am Ende wieder freisetzen. (Vgl. Abbildung). Entsteht beispielsweise durch Zufuhr von Energie aus zwei Molekülen ein anderes Molekül, so wird die Energie im neuen Molekül in den gegenseitigen Bindungen der beteiligten Atome als so genannte Bindungsenergie gespeichert. .... Wird in einer späteren chemischen Reaktion das Molekül in seine Auzsgangskomponenten aufgebrochen, so wird die Bindungsenergie wieder frei, und die Komponenten, aus denen das Molekül zusammengesetzt war, stehen für den Aufbau neuer Moleküle zur Verfügung. Damit ist der Kreis geschlossen. Mithilfe von Molekülen läßt sich also Energie transportieren, denn wie Speditionsunternehmen wandern Moleküle mit ihrer Bindungsenergie durch ein bilologisches System, werden dort in komplexen chemischen Reaktionen umgebaut und zerlegt und geben dabei ihre Bindungenergie an das System ab.“ (Harald Lesch, ebd., S. 48-50). Halten wir zunächst einmal fest: Alle Lebewesen sind sowohl Sternwesen als auch Kohlenstoffeinheiten, um den sich Kohlenstoffeinheit nennenden Astrophysiker Harald Lesch zu zitieren. Zur Wiederholung: „Beginnen wir beim Kohlenstoff. Daß dieses Element in der Lage ist, komplexe Ketten- und Ringmoleküle zu bilden, und mit fast allen anderen Elementen Bindungen eingehen kann, wissen wir bereits. Deshalb gibt es auch weit mehr Verbindungen mit Kohlenstoff als ohne ihn. Für das Leben ist das außerordentlich wichtig, denn für die Speicherung von Information, wie beispielsweise des genetischen Codes, sind komplexe Moleküle unverzichtbar. Deshalb steht der Kohlenstoff auch im Mittelpunkt unserer Betrachtungen, und wir müssen erklären, woher die beneidenswerte Bindungsfähigkeit der Kohlenstoffatome kommt. .... Ein Element mit weniger als vier Außenelektronen in der zweiten Schale wird seine Elektronen eher abgeben, um nur noch eine Schale mit zwei Elektronen zu besitzen, während ein Element mit mehr als vier Außenelektronen dazu tendiert, seine Außenschale auf acht Elektronen aufzufüllen. In beiden Fällen aber wird ein Zustand erreicht, den man als gesättigt bezeichnet. ... Beim Kohlenstoff mit seinen vier Außenelektronen wird die Sache etwas komplizierter. Der kann sich zunächst nicht entscheiden, ob er Elektronen abgeben oder aufnehmen soll, und zieht andere Wege vor. Eine Möglichkeit, eine Verbindung einzugehen, besteht darin, sich mit vier anderen Atomen je ein Elektron zu teilen. Auf diese Weise entstehen vier so genannte Einfachbindungen. Es kann aber auch vorkommen, daß ein Kohlenstoffatom zwei oder sogar drei Elektronen mit nur einem anderen Atom oder auch mit seinesgleichen gemeinsam hat. Dann spricht man von einer Doppel- oder Dreifachbindung. Moleküle, deren Atome sich über Doppel- oder Dreifachbindungen miteinander vereinigen, sind stabiler als solche mit Einfachbindungen. Mit Sauerstoff zum Beispiel bildet Kohlenstoff Kohlendioxid, ein sehr stabiles Gas mit je einer Doppelbindung zwischen dem Kohlenstoffatom und den beiden Sauerstoffatomen. Diese Fähigkeit des Kohlenstoffs sowohl zu Einfach- als auch zu Mehrfachbindungen ist es, die einerseits die universelle Verwendungsfähigkeit dieses Elements begründet und andererseits für die biochemische Dynamik und die Stabilität der Verbindungen verantwortlich ist. Letzteres ist besonders wichtig, denn auch die komplexesten Moleküle sind für das Leben wertlos, wenn sie entweder schnell wieder zerfallen oder so stabil sind, daß sie nicht mehr aufgebrochen werden können, um mit anderen Molekülen oder Atomen neue Verbindungen einzugehen. Das Leben ist ja keine statische Angelegenheit, sondern es »lebt« davon, daß es Energie in Form von Molekülen aufnimmt, diese Moleküle über chemische Prozesse in andere Moleküle überführt und die dabei frei werdende Energie für das eigene Sein verwendet. Leben ist also ein hoch dynamischer Prozeß der Energieumwandlung auf molekularer Ebene mit Molekülen, die auch mal »loslassen« können. »Stabilität« und »Flexibilität« sind die Zauberworte der biochemischen Welt. Während die Ketten- und Ringverbindungen der Kohlenstoffchemie die »Wirbelsäule« der organischen Welt bilden, sind die Elemente Sauerstoff und Stickstoff für Kraft und Stabilität zuständig. Ihre Fähigkeit, sich über mehr als ein Elektronenpaar mit dem Kohlenstoff zu verbinden, führt zu dauerhaften und doch wieder lösbaren Komplexen. Weil bei der Reaktion des Sauerstoffs mit anderen Atomen, der so genannten Oxidation, Energie frei wird, bezeichnen die Chemiker Oxidationsreaktionen auch als exotherme Prozesse. Derartige Verbindungen stellen Zustände niedrigster Energie dar und sind deshalb stabiler. Im allgemeinen laufen chemische Reaktionen ohne äußere Einflüsse immer in Richtung geringerer Energie ab, so wie Wasser ohne äußere Einflüsse eben nur den Berg hinunter fließt und nicht hinauf. Übrigens rührt der Name »Stickstoff« daher, daß dieses Gas in der Lage ist, ein Feuer zu ersticken. Der aggressive Sauerstoff hingegen fördert die Verbrennung. Ein zu hoher Gehalt an Sauerstoff in der Erdatmosphäre hätte Flächenbrände globalen Ausmaßes zur Folge. Das würde zu einer Zerstörung des Sauerstoff erzeugenden Biomaterials führen, was wiederum den Sauerstoffgehalt der Atmosphäre absenken und so die Feuer allmählich zum Verlöschen bringen würde. Doch zu wenig Sauerstoff ist für das Leben auch nicht förderlich, man denke nur an die Bergsteiger auf den Gipfeln des Himalaja. Der gegenwärtige Sauerstoffgehalt der irdischen Atmosphäre ist das Resultat eines sich selbst regelnden, eng verzahnten Biosystems. - Allein mit Kohlenstoff und den Gasen Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff ist die Elementarpalette des Lebens noch nicht komplett.“  (Harald Lesch, ebd., S. 127-128). Das Leben braucht neben den 4 wichtigsten Elementen noch weitere 11 und noch dazu 10 für einige spezielle Formen des Lebens - das sind zusammen: 25 (25 Elemente). Im Vergleich zu den kosmischen Gaswolken und vor allem im Vergleich zu den Sternen, z.B. der Sonne, gibt es auf unserem Planeten Erde verhältnismäßig wenig Kohlenstoff, aber in der auf diesem Planeten Erde lebenden Materie (also: in den Lebewesen) verhältnismäßig viel Kohlenstoff, was wirklich sehr erstaunlich ist, denn diese Lebewesen sind ja doch Teil dieses Planeten Erde. Wie schon gesagt (Lesch). Wieso also sind wir Lebewesen auf unserem Planeten Erde von diesem so relativ klar abgegrenzt, so relativ deutlich abgeschlossen, so relativ verschieden?  Wir Lebewesen sind chemisch-biochemisch eher Kohlenstoffwesen, weil wir unter dem Aspekt der C-Häufigkeit physikalisch-astrophysisch eher Sonnenwesen als Erdwesen („Erdlinge“), eher Sternwesen als Planetenwesen sind. Und wir wissen ja: Wasserstoff, Helium und auch ein bißchen Lithium und Beryllium wurden schon zu einer Zeit, als es noch keinen Stern gab, vom Universum produziert (Plasma-ÄraMaterie-Ära), aber alle anderen 89 Elemente wurden später und werden immer noch (und nur !) von den Sternen produziert, nämlich entweder bei ihrer eigenen Energieumwandlung durch Brennen (bis hin zum 26. Element Eisen oder gar 28. Element Nickel; vgl. PSE) oder bei ihrer eigenen Energiezuführung durch Kollaps (bis hin zum 92. Element Uran). Um beim Thema zu bleiben: Das 6. Element Kohlenstoff wurde und wird von den Sternen bei ihrer Energieumwandlung durch Brennen produziert. Unser Fazit lautet also: Lebewesen sind sowohl Sternwesen als auch Kohlenstoffeinheiten, um noch einmal Harald Lesch, der sich Kohlenstoffeinheit nennt, zu zitieren.

„Die Zusammensetzung der belebten Materie ähnelt also weit mehr der in den Sternen und kosmischen Gaswolken als der unseres Planeten. Das ist in der Tat überraschend. Anscheinend ist es den Lebewesen ziemlich egal, was sich an chemischen Elementen auf einem Planeten im »Angebot« befindet. Läßt sich das irgendwie verstehen?“  (Harald Lesch, Big Bang, zweiter Akt, S. 125). Ja !

Für das Leben am wichtigsten sind die Elemente H, C, N, O; dann braucht das Leben aber auch die Elemente Mg, P, S, K, Ca, Mn, Fe, Cu, Zn, Mo, J; und speziell brauchen einige Formen des Lebens noch die Elemente B, F, Na, Al, Si, Cl, V, Co, Se, Ag. Bezogen auf die Ordnungszahlen: 1, 6, 7, 8; dann auch 12, 15, 16, 19, 20, 25, 26, 29, 30, 42, 53; und speziell noch 5, 9, 11, 13, 14 17, 23, 27, 34, 47. Vgl. Periodensystem der Elemente: PSE.

Aminosäuren sind Carbonsäuren, d.h. organische Säuren, bei denen der Wasserstoff (H) der Kohlenstoffkette (-C-) durch die Aminogruppe ersetzt ist, z.B. Aminoessigsäure (CH2•NH2•COOH). Aminosäuren enthalten in ihrem Molekül eine oder mehrere Aminogruppen (NH2). Die 2-Aminosäuren (a-Aminosäuren), die mit Ausnahme der Aminoäthansäure optisch aktiv sind, bilden die Bausteine der Proteine, d.h. der Eiweiße bzw. Eiweißstoffe: hochmolekulare Verbindungen (Polypeptide), also organische Soffe, aus denen die lebende Substanz des Pflanzen- und Tierkörpers besteht. Über Proteine erfolgt die Übersetzung der Information eines DNS-Abschnitts in ein Merkmal (z.B. rote Blütenfarbe), wobei die unterschiedlich Reihenfolge der 4 Basen (Guanin Cytosin, Adenin, Thymin) bestimmt, welches Merkmal ausgebildet wird. (Vgl. Gen-Code). Die 4 Schritte dazu sind:

1) Transkription (Umkopieren)
Im Zellkern wird von der DNA (= DNS = Desoxyibonukleinsäure) eine einstränginge Kopie der Erbinformation erstellt.
Diese Kopie heißt Boten-RNA (Messenger RNA [= RNS = Ribonukleinsäure]).

2) Translation (Übersetzen)
Die Boten-RNA lagert sich im Zellplasma an ein Ribosom (aus Nukleinsäuren und Proteinen bestehende Partikel) an.
Kürzere Transport-RNA-Moleküle bringen Aminosäuren zum Ribosom. Jede der 20 verschiedenen Aminosäuren besitzt ihre eigene Transport-RNA. Die Basenabfolge der Boten-RNA bestimmt die Anlagerung der Transport-RNA und damit die Reihenfolge der Aminosäuren.

3) Struktur der Proteine (Eiweiße)
Strukturen der Proteine entsstehen, wenn sich Aminosäuren zu Aminosäuren verknüpfen.
Proteine sind entweder selbst Merkmale oder steuern als Enzyme (Bio-Katalysatoren) den Stoffwechsel, der zur Ausbildung eines Merkmals führt. Die Grundbausteine dieser Proteine sind 20 verschiedene Aminosäuren. Die Aminosäuren werden zu Aminosäureketten verknüpft.
Ein Protein-Molekül besteht aus etwa 100-1000 Aminosäure-Molekülen.
Anzahl und Reihenfolge der Aminosäuren bestimmen die Struktur des Proteins.

4) Aufgaben des Proteins (Bau- / Betriebsstoff der Zellen)
Proteine sind Bau- und Betriebstoffe der Zellen. Besonders wichtig sind sie als Enzyme (Bio-Katalysatoren),
die den Soffwechsel der Zelle und damit auch die Ausprägung von Mermalen steuern.

Alle Enzyme und zahlreiche Hormone sind Proteine. Beim Aufbau der Proteine unterscheidet man:
I) Primärstruktur (Aufeinanderfolge der Aminosäuren)
II) Sekundärstruktur (z.B. Wasserstoffbrücken zwischen CO- und NH-Gruppen)
III) Tertiärstruktur (z.B. kovalente Bindungen und elektrostatische Wechselwirkungen
zwischen polaren Substituenten wie -COOH un NH2)
IV) Quartärstruktur (Aggregation mehrerer, in sich abgeschlossener, Polypeptidketten zu einem Molekül; z.B. Insulin)

(Vgl. Genetik und Natur-Seelenbild sowie Gen-Code)

 

Aminosäuren (Carbonsäuren) sind von besonderer Bedeutung, weil sie die Grundbausteine des Lebens sind; sie selbst sind zwar nur Monomere, doch über den Prozeß der Polymerisation bilden sie Polymere, aus denen Leben besteht. Aminosäuren „bilden eine Gruppe ähnlich strukturierter Moleküle aus etwa 10 bis 30 Atomen, die in den Kohlenstoffketten verbunden sind: An einem stets gleichen Grundgerüst einer Amin- (NH2) und einer Karboxylgruppe (CO2H) sind über eine freie Einfachbindung die unterschiedlichsten Molekülkomplexe angedockt. Da sich Aminosäuren auch unter den unwirtlichsten Bedingungen im Weltall bilden, könnte es sein, daß sich das Leben im ganzen Universum aus Aminosäuren aufbaut. Man findet sie in Kometen und Meteoriten, in der Atmosphäre des Jupiter und in interstellaren Gaswolken. Die Unwirtlichkeit des Universums beruht hauptsächlich auf der enormen Kälte und der fehlenden Abschirmung der Moleküle gegen hoch energetische, hochgradig zerstörerische Ultraviolettstrahlung. Trotz allem bilden sich vielfach Kohlenstoffverbindungen bis hin zu Aminosäuren. Im Zentrum unserer Milchstraße hat man beispielsweise Glycin entdeckt, die einfachste aller Aminosäuren. .... Es muß also gelungen sein, das Molekül zu erzeugen, es dann aber vor weiter UV-Strahlung zu schützen. Die Strahlung durfte folglich nur einmal wirksam werden. .... Die Bindungsfähigkeit von Kohlenstoff beweist sich eben auch unter den ungünstigen Umständen im Weltraum, die sich gänzlich von den Bedingungen im Labor oder in der irdischen Natur unterscheiden. Kommen wir zurück zu den Aminosäuren. Weshalb sind sie so wichtig für das Leben auf der Erde?  Aminosäuren bauen Eiweiße, auch Proteine genannt, auf. Doch Aminosäuren sind Monomere, also kleine Moleküle, und von ihnen ist es noch ein langer Weg bis zu den einfachsten Lebewesen. Das Leben fordert weit höher entwickelte Moleküle, von denen manche mehr als 10 000 Atome umfassen, so genannte Makromoleküle. Damit aus den monomeren Aminosäuren derartige Riesenmoleküle werden wie die Proteine entstehen, bedarf es eines Prozesses, den die Chemiker als Polymerisation bezeichnen. Bei diesem Vorgang reiht sich eine Vielzahl unterschiedlicher Aminosäuren zu langen Ketten aneinander, wobei die einzelnen Aminosäuren durch so genannte Peptidbindungen (H-C-N-O) miteinander verknüpft sind. Diese spezielle Methode, aus unterscheidlichen einfachen Molekülen größere, ja sogar riesige Moleküle aufzubauen, unterscheidet die belebte von der unbelebten Materie. Lebende Materie besteht hauptsächlich aus langen kettenförmigen Molekülen, den Polymeren, in denen sich ein bestimmtes Muster mit kleinen Änderungen immer wiederholt, wogegen sich die unbelebte Natur mit relativ simplen Molekülen zufrieden gibt. Auf der Erde kommen vier Arten von organischen Polymeren vor: nämlich die bereits erwähnten Proteine, die Kohlenhydrate, Lipide und Nukleinsäuren. Die Proteine (griechisch »Proteion« = das Erste), die Eiweißkörper, sind makromolekulare hochpolymere Substanzen und die wichtigsten Baustoffe biologischer Organismen. Aus den Aminosären baut sich die ganze Vielfalt dieser Eiweißkörper auf. Proteine sind die Alleskönner, die das Leben erst möglich machen. Sie sind universell verwendbar .... - Die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate werden im Organismus abgebaut und liefern dabei die für Biosynthese, Körperwärme und Muskelarbeit nötige Energie, Lipide sind Fette und Öle. Von besonderer Bedeutung sind noch die Nukleinsäuren, die sich aus Zucker, Phosphorsäure und einem Nukleinsäürebasenrest aufbauen. Die wichtigste unter ihnen ist die Desoxyribonukleinsäure (DNS) ... - Aus den verfügbaren Monomeren kann theoretisch eine Vielzahl an Polymeren entstehen, die sich zu noch komplexeren Molekülen miteinander verbinden. Eigenartigerweise nimmt das Leben aber gar nicht alle diese vielen Möglichkeiten biochemischer Verbindungen wahr. Beispielsweise besteht ein typisches Proteinmolekül aus einigen hundert Aminosäuren. Proteine unterscheiden sich nur in der Auswahl der Aminosäuren und der Reihenfolge, in der diese zu einer Polymerkette verknüpft sind. Und jetzt kommt die Überraschung: Theoretisch sind Hunderte verschiedener Aminosäuren möglich, aber von den über 260 bekannten Aminosäuren verwendet das Leben nur ganze 20. Hier zeigt sich ein ausgeprägtes Auswahlverfahren, dessen Grund uns völlig unbekannt ist. Ein Eiweißmolekül, das aus 100 dieser 20 verschiedenen Aminosäuren besteht, könnte auf 20100 unterschiedliche Arten und Weisen zusammengesetzt sein. Das ist eine so große Zahl, daß man noch nicht einmal einen Namen dafür hat. Im Vergleich dazu beträgt die Anzahl aller Teilchen im gesamten Universum nur 1080. Die Zahl der möglichen Variationen unter den Eiweißmolekülen ist also um viele Größenordnungen größer als die Anzahl der Teilchen im Universum. Doch ungeachtet dieser astronomischen Vielfalt produzieren und verwenden die meisten Lebewesen auf diesem Planeten nur knapp 100 000 Arten von Proteinmolekülen. Diese Besonderheit, hoch spezialisierte, chemische Verbindungen aufzubauen und eine weitaus größere Zahl von Molekülarten gewissermaßen abzulehnen, gehört zu den bezeichnenden Eigenheiten des uns bekannten Lebens. Extraterrestrisches Leben auf Kohlenstoffbasis könnte ohne weiteres andere Aminosäurestrukturen verwenden und damit die Zahl der Möglichkeiten noch einmal erheblich vergrößern. Aber auch dort werden nur bestimmte Molekülarten in Betracht kommen, aber eben Molekülarten mit anderer Zusammensetzung. Fassen wir kurz zusammen: Leben ist einerseits sehr anpruchslos, denn es begnügt sich mit den einfachsten Atomsorten wie Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff - alles Elemente, die im Kosmos weit verbreitet sind. Andererseits ist das Leben aber ausgesprochen wählerisch, wenn es darum geht, diese Atome miteinander zu kombinieren. Möglicherweise ist das Leben auf der Erde das Ergebnis ungezählter chemischer Versuchsreihen. Das, was erfolgreich getestet wurde, ist erhalten geblieben, und alle erfolglosen Experimente sind längst in Vergessenheit geraten. Auf anderen Planeten herrschen sicherlich andere Spielregeln, aber die betreffen nicht die Grundausstattung mit Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff, sondern nur deren Kombinationsmöglichkeiten.“ (Harald Lesch, Big Bang, zweiter Akt, S. 130-136).

Stoffwechsel (Metaobolismus) ist die Gesamtheit der biochemischen Umwandlungen im Organismus, d.h. die Gesamtheit der biochemischen Vorgänge, die in jedem Lebewesen bzw. in Teilen von ihm ablaufen und dem Aufbau, Umbau und der Erhaltung der Körpersubstanz sowie der Aufrechterhaltung der Körperfunktionen dienen. Die Stoffwechselvorgänge laufen biochemisch durch Enzyme (Bio-Katalysatoren; alle Enzyme sind Proteine, und Proteine sind Bau- und Betriebstoffe der Zellen) gesteuerte Reaktionen ab. Selbstverständlich verbrauchen die Stoffwechselprozesse Energie, die durch Abbau zelleigener Substanzen exergon (Energie liefernd; katabolisch) im Vorgang der Disimilation (Energie liefernder Abbau) gewonnen wird. Die durch die Dissimilation verbrauchten Substanzen und die für den Abbau und das Wachstum erforderlichen Zellsubstanzen werden durch Reaktionen endergon (Energie verbrauchend; anabolisch) im Vorgang der Assimilation (Energie verbrauchender Aufbau) ersetzt. Einteilung: Baustoffwechsel, Betriebsstoffwechsel, Intermediärstoffwechsel, Hungerstoffwechsel, Luxusstoffwechsel, Fettstoffwechsel, Eiweißstoffwechsel, Mineralstoffwechsel, Nukleinsäurestoffwechsel (auch genannt: Nukleotidstoffwechsel).

Photosynthese: Sonnenlicht wird genutzt, Wasser und Kohlendioxid sind „Nahrung“, und der freigesetzte Sauerstoff sammelt sich in der Erdatmosphäre an. Photosynthese geschieht also unter der Einwirkung von Licht oder anderer elektromagnetischer Strahlung und führt zur Synthese einer chemischen Verbindung. Bei der Photosynthese wird Lichtenergie in chemische Energie umgewandelt, mit deren Hilfe das im Wasser und in der Luft vorhandene CO2 organisch in Form von Glucose gebunden wird. Die chemische Reaktion heißt: Sonnenlicht + Kohlendioxid + Wasser => Kohlenhydrate + Sauerstoff   (noch genauer ist die chemische Reaktionsgleichung: Sonnenlicht + 6 CO2 + 6 H2O => C6H12O6 [Kohlenstoffkette] + 6 O2).   Wichtige Prozesse! Pflanzenzellen bekommen ihr Blattgrün (Chlorophyll) durch biologisch äußerst bedeutsame Pigmente, die zusammen in einer Gruppe unter dem Namen „Chlorophyll“ laufen. Chlorophyll verleiht diesen Pflanzenzellen ihre grüne Farbe und befähigt sie dadurch zur Photosynthese. Chlorophyll ermöglicht den Pflanzen also nicht nur, zu wachsen, sondern auch Sauerstoff zu produzieren. Für die Entwicklung von Leben war das ein notwendiger Prozeß, weil er atmende Lebewesen erst möglich machte. Deshalb ist die durch Aminosäuren bzw. Chlorophyll möglich werdende Photosynthese (noch im Wasser!) eingebettet in die „erdbezogenen Voraussetzungen“ der Evolution. (Vgl. den Unterschied zwischen den kosmischen Voraussetzungen und den ihnen untergeordneten „erdeigenen Internbedingungen“). Folgend eine nähere Chlorophyll-Beschreibung:

Chlorophyll

Der Grundbaustein eines Chlorophyllmoleküls ist das Pyrrol, eine 5gliedrige heterocyklische Verbindung, die ein Sickstoffatom (N) im Ring enthält. Im Chlorophyll vereinigen sich 4 Pyrrolkerne über Methinbrücken (-CH=) zu einem ringförmigen Porphingerüst. Das Zentrum des Porphinrings ist von einem komplexen Magnesiumatom (Mg) besetzt, Am 3. Pyrrolring setzt ein 5gliedriger, isocyklischer Ring an, dessen Carboxylgruppe (-COOOH) mit Methylalkohol (CH3OH) verestert ist. Als Seitenketten sind 4 Methyl- (-CH3), eine Äthyl- (-C2H5) und eine Vinylgruppe (-CH2=CH-) sowie ein Propionsäurerest (-C2H4COOH) vorhanden. Der Propionsäurerest ist mit einem langkettigen Alkohol verestert. Typisch für alle assimilierenden Pflanzenzellen (mit Ausnahme der Zellen photosynthetisch tätiger Bakterien) ist das blaugrüne Chlorophyll a. In allen Blütenpflanzen und in zahlreichen Klassen der Kryptogamen (Grünalgen, Moose, Farne u.a.) wird es vom gelbgrünen Chlorophyll b begleitet, bei dem die Methylgruppe des 2. Pyrrolrings durch eine Aldehydgruppe (-CHO) ersetzt ist. Bei verschiedenen Algenklassen treten an die Stelle des Chlorophyll b die Chlorophylle c, d, e. Die Fähigkeit der Chlorophyllmoleküle zur Absorption sichtbaren Lichtes beruht wesentlich auf dem Vorhandensein der zahlreich konjugierten Doppelbindungen. (Vgl. auch: Aminosäuren).

 

Die Zelle (Zytus [zu griech. „kytos“: „Höhlung“, „Urne“] bzw. Cellula [zu lat. „cella“: „Vorratskammer“, „Gefängnisraum“]) ist das kleinste Lebewesen, die kleinste lebende Einheit und der Grundbaustein aller Lebewesen - anders gesagt: die kleinste eigenständig lebensfähige und daher über einen eigenen Energie- und Stoffwechsel verfügende Grundeinheit aller Lebewesen. Eine alle Lebensfunktionen ausübende Zelle ist ein Einzeller; alle übrigen Zellen sind also Zellen der Vielzeller. Die lebende, aktiv tätige Zellmasse ist das Protoplasma. Spezielle Funktionen der Zelle sind an bestimmte Zellstrukturen gebunden. Man unterscheidet prinzipiell zwei Zelltypen: die Protozyten der Prokaryonten (Bakterien, Blaualgen, Blaugrünalgen) und die Euzyten der Eukaryonten (alle übrigen Lebewesen). Die Protozyten sind sehr viel einfacher gebaut als die Euzyten. Weniger deutlich, aber doch im einzelnen zeigen sich auch Unterschiede zwischen tierischen und pflanzlichen Zellen. Übrigens: die sich mit der Zelle beschäftigende Wissenschaft heißt Zytologie, und diese Zellenlehre ist immer auch eine Höhlen- bzw. Urnenlehre (vgl. griech:„kytos“: „Höhlung“, „Urne“).

Einzeller (Protisten) sind diejenigen Lebewesen, deren Körper aus nur einer Zelle besteht. Es gibt pflanzliche Einzeller (Protophyten) und tierische Einzeller (Protozoen). Die Aufgaben der Organe der Vielzeller übernehmen bei den Einzellern die Organellen (Strukturen, die in ihrer Funktion den Organen der Vielzeller entsprechen; z.B. Augenfleck, kontaktile Vakuole, Nahrungsvakuole, Zellmund, Geißel). Einzeller können Prokaryonten oder auch Eukaryonten sein, doch Vielzeller können nur Eukaryonten sein.

Vielzeller sind diejenigen Lebwesen, die aus zwei und mehr Zellen bestehen. Soweit es sich dabei z.B. um Tiere handelt, sind die Vielzeller (Metazoa) ein weltweit verbreitetes Unterreich des Tierreichs, dessen über 1 Million Arten im Gegensatz zu den Protisten (Einzeller: Protophyten und Protozoa) aus zahlreichen Zellen zusammengesetzt sind, die in mindestens zwei Schichten angeordnet und im Erwachsenenzustand in Körperzellen (Somazellen) und Keimzellen (Geschlechtszellen) gesondert sind. Zu den Vielzellern zählen die Mesozoen (leben zumindest zeitweise parasitär, besonders in Weichtieren, Strudel-, Ringelwürmern), Parazoa (nach den Mesozoen die niederste Abteilung der Vielzeller) und die bereits echte Gewebe aufweisenden Gewebetiere (Eumetazoa, Histozoa). Die letzteren umfassen die überwiegende Masse der Tiere, von den Hohltieren (Coelenterata, Radiata) bis zu den Wirbeltieren (Vertebrata,Vertebraten). Ob Tier oder Pflanze: Vielzeller sind Eukaryonten, dagegen sind Einzeller entweder Prokaryonten oder Eukaryonten.

Die einfachsten und ältesten Zellen sind Bakterien sowie blaue und blaugrüne Algen. „Diese »Urviecher«, die man auch als Prokaryonten bezeichnet, sind nur wenig strukturiert, sie besitzen noch keinen klar umrissenen Zellkern. Die nächst höhere Entwicklungsstufe stellen die so genannten Eukaryonten dar, Zellen mit mehreren inneren Membransystemen und einer Reihe von Zellbestandtteilen wie dem Zellkern, den Chloroplasten, dem Golgi-Apparat und schließlich den Mitochondrien. Eukaryonten ... sind ... die Prototypen irdischen Lebens, der gesamten Flora und Fauna. Durch ihre halb durchlässigen Grenzmembranen wird die Zelle zu einer teilweise abgeschlossenen System- und Funktionseinheit mit einer gewissen Eigenständigkeit. Physikalisch gesprochen ermöglicht diese Abgrenzung der Zelle die Aufrechterhaltung eines Zustands weitab vom thermodynamischen Gleichgewicht. Damit gleicht die Zelle einer sehr kompakten und sehr effizienten chemischen Fabrik, in der die notwendigen Kreisprozesse, von äußeren Einflüssen mehr oder weniger ungestört, ablaufen können. .... Man unterscheidet zwei Arten von Zellen: einfache Zellen ohne Zellkern, die Prokaryonten, und komplexe Zellen, die Eukaryonten. Bakterien sind prokaryontische Zellen, während sich Pflanzen und Tiere aus eukaryontischen Zellen zusammensetzen. Alle Zellen bestehen in erster Linie aus dem Zellplasma, umgeben von einer Zellmembran oder einer Zellwand. Bei den Prokaryonten schwimmt die Erbinformation tragende DNS frei in diesem Plasma. Eukaryontische Zellen sind komplizierter aufgebaut. Man findet zahlreiche, mit speziellen Aufgaben betraute Zellorganellen wie beispielsweise den Zellkern, die Mitochondrien, den Golgi-Apparat, die Ribosomen und das endoplasmatische Reticulum. ... Der erste Sauerstoff gelangte nicht infolge der Einwirkung von Lebewesen in unsere Atmosphäre, sondern entstand bei der Spaltung von Wasserdampfmolekülen durch den ultravioletten Strahlungsanteil der Sonne. Damit bekamen die Organismen auf der Erde schon mal einen Vorgeschmack von diesem Gas. Sauerstoff war nämlich für die damaligen Einzeller ein ausgesprochen starkes Zellgift, an dem sie schnell zugrunde gingen. Er muß daher anfänglich als intensiver Auslesefaktor zugunsten solcher Organismen gewirkt haben, die Sauerstoff zunächst ertragen und später sogar ausnutzen konnten. Auf der nächsten Stufe biologischer Entwicklung, bei den Zellen mit Zellkern, den Eukaryonten, finden wir kaum noch Arten, die ohne gasförmigen Sauerstoff auskommen können. .... Trotz dieser neuen Quelle stieg der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre zunächst nur geringfügig an. Das im Meerwasser gelöste zweiwertige Eisen verband sich nämlich umgehend mit dem Sauerstoff zu dreiwertigen, schwer löslichem Eisenoxid, das sich als eisenreicher Schlamm in mächtigen Schichten auf den Meeresboden ablagerte. Erst nachdem die Ozeane von zweiwertigem Eisen befreit waren, konnte endlich der gasförmige Sauerstoff in nennenswerten Mengen in die Atmosphäre entweichen. Mit dem Überschreiten der Sauerstoffkonzentration von einem Prozent des heutigen Wertes war nun eine Konzentration erreicht, welche die Existenz von Sauerstoff atmenden Organismen erlaubte. Jetzt tauchten neue Organismen auf, die einen gewaltigen Entwicklungsschritt darstellten: Zellen mit Zellkernen. Diese neuen Bewohner der Erde sollten den ganzen Planeten unter ihre Herrschaft bringen - sie sollten die Welt verändern. Schlagen wir also ein neues Kapitel auf: betrachten wir die neuen Organismen, die Zellen mit Zellkern, die so genannten Eukaryonten. Niemand weiß genau, wie aus einer Vielzahl von Zellen ohne klar umrissenen Kern die Zellen mit einem echten Zellkern hervorgegangen sind. Wie wurden aus Prokaryonten Eukaryonten?  Zweifellos gab es in dieser Entwicklung ... jede Menge Zwischenschritte. Letztlich war der Sprung in der Zellentwicklung jedoch gewaltig, denn in den Eukaryonten zeigt sich der höchste Grad an Kompliziertheit, zu dem sich Zellen auf der Erde entwickelt haben.“ (Harald Lesch, Big Bang, zweiter Akt, 2003, S. 57-60, 145-148). So brauchte das Leben auf der Erde (von ihrer Geburt an) ungefähr drei Milliarden Jahre, um eine Zelle mit Zellkern („den entscheidenden Baustein“, Harald Lesch, ebd., S. 148) zu realisieren, obwohl (oder weil?) auf der Erde die Zellen ohne Zellkern bereits weitgehend für die entsprechenden Bedingungen gesorgt hatten. „Die Eukaryonten legten sich sozusagen in das von den Prokaryonten gemachte Bett“, so Harald Lesch (ebd., S. 148). Noch länger, nämlich fast genau vier Milliarden Jahre brauchte das Leben auf der Erde (von ihrer Geburt an) für die Vielzeller.

Prokaryonten sind Lebewesen mit einfacher Zellorganisation - im Gegensatz zu den Eukaryonten, deren Zellen durch einen Zellkern charakterisiert ist. Das genetische Material der Prokayonten ist nicht von einer Hüllmembran umschlossen, sondern liegt frei im Zellplasma. Zu ihnen gehören Bakterien, Blaualgen und Blaugrünalgen. (Vgl. Mikroorganismen). Allgemein wird von ihnen auch im Zusammenhang mit „primitiven Leben“ gesprochen, doch das ist nur dann zutreffend, wenn man das Wort „primitiv“ auch richtig versteht, denn in dem Wort ist „der Erste“ und sind „die Ersten“ enthalten: Prokaryonten waren nicht nur die ersten erfolgreichen Lebewesen, sie sind es heute noch. Als Vertreter des Urerdlebens dürfte ihnen wohl so leicht keiner etwas vormachen. „Vor dem Kern“ heißen die Prokaryonten, denn sie haben keinen Kern, diese ersten Zellen (Einzeller). Mit den Prokaryonten setzt quasi „ein biologischer Abnabelungsprozeß“ ein, denn es gelingt ihnen, „sich von den allgemeinen physikalischen Umständen unabhängig zu machen“, und „im Gegensatz zu den Viren sind sie wirklich lebendige Wesen mit etwa 10 000 mal mehr DNS-Molekülen. .... Prokaryonten sind Lebewesen, die sich vermehren und Proteine aufbauen können, ohne auf einen Wirt angewiesen zu sein.“(Harald Lesch, Big Bang, zweiter Akt, 2003, S. 143-144). Dagegen sind also Viren keine Lebewesen. „In den Viren, die man früher für die einfachsten Lebewesen hielt, sind diese Bedingungen nicht gegeben. Da Viren nur aus Nukleinsäuure und einer Proteinhülle bestehen, können sie sich nicht außerhalb lebender Zellen vermehren. Wenn sie dazu fähig wären, würden uns viele Krankheiten erspart bleiben.“ (Harald Lesch, ebd., S. 141-142). Zurück zu den Prokaryonten: Prokaryonten beherrschten zuerst das Leben im Kryptozoikum. Ganz genau weiß keiner, wie aus den Prokaryonten Eukaryonten geworden sind, aber da die Prokaryonten Einzeller ohne Zellkern sind, muß es beim Übergang von den Einzellern zu den Vielzellern zu einer „Symbiose“ (Wirt und Parasit; Einzeller + Einzeller = Zweizeller) gekommen sein und so auch zu den ersten Eukaryonten - vielleicht durch den Vorteil für diejenigen zwei Prokaryonten, die sich erstmals als „Wirt“ und „Parasit“ zu einer Zelle mit Zellkern vereinigt haben, also zu Eukaryonten geworden sind, und wenig später einige ihrer Nachfolger auch zu Vielzellern. Neben dem Vorteil, einen Zellkern zu haben, gibt es noch viele andere eukaryontische Vorteile. „In den Eukaryonten steckt die Information über den Aufbau der Zelle und die Funktionsweise ihrer Bestandteile in den ... Chromosomen, die ihrerseits geschützt im Zellkern untergebracht sind. Die Chromosomen enthalten die DNS-Moleküle, in denen der Bauplan des betreffenden Lebewesens verschlüsselt ist. Ein typisches Chromosom einer eukaryontischen Zelle enthält Tausende von Genen, das sind genau definierte DNS-Abschnitte, die den Code zum Aufbau eines bestimmten Proteins enthalten. Die Menge an DNS in einer Eukaryonten-Zelle ist zehn- bis tausendmal größer als in einer Prokaryonten-Zelle. Folglich können Eukaryonten in ihrer Erbmasse sehr viel mehr Informationen unterbringen als Prokaryonten, was sich in der immensen Vielfalt der Strukturen und Funktionen dieser Zellen widerspiegelt. Eine Welt aus Prokaryonten ist langweilig und ohne große Entwicklungsmöglichkeit - die Einzeller bleiben Einzeller. Der Sprung des Lebens zu vielzelligen Organismen gelingt nur mit eukaryontischen Zellen. Ohne diesen entscheidenden Entwicklungsschritt hätte es auf diesem Planeten kein höher entwickeltes Leben gegeben. Zellen mit Kern sind die entscheidende Weggabelung in der biologischen Entwicklung.“ (Harald Lesch, ebd., S. 148-150). Und noch ein ganz entscheidender Vorteil geht zurück auf den Übergang von den Prokaryonten zu den Eukaryonten. „Die entwicklungsgeschichtlich älteste und somit einfachste, aber auch schnellste Art für einen Organismus, sich zu vermehren, ist die Zellteilung. Dabei entstehen zwei genetisch identische Tochterzellen. Viele einzellige Organismen, darunter die meisten Bakterien, aber auch eukaryontische Einzeller wie die Amöben und viele Grünalgen, vermehren sich auf diese Weise. Sogar verschiedene Tiere haben die Fähigkeit, sich ungeschlechtlich zu vermehren, zum Beispiel die Blattläuse. Doch erst die geschlechtliche Fortpflanzung, der Sex, brachte den entscheidenden Fortschritt bei der Vermehrung der Organismen. Offenbar bietet die sexuelle Fortpflanzung so große Vorteile, daß die am höchsten organisierten eukaryontischen Organismen sich ganz darauf verlassen. Da bei der geschlechtlichen Fortpflanzung beide Eltern ihren Teil zur Erbmasse beitragen, erhält der Nachkomme von jedem Elternteil einen kompletten Satz Chromosomen. In der neuen Kombination der beiden Elternchromosomen werden die Eigenschaften der beiden Ausgangszellen willkürlich ausgewählt und neu zusammengesetzt. Diese Revolution in der Fortpflanzung hatte eine unbegrenzte Erweiterung der Entwicklungsmöglichkeiten biologischer Systeme zur Folge. Wahrscheinlich ermöglicht dieser Vorgang gegenüber der ungeschlechtlichen Vermehrung auch eine drastische Beschleunigung der natürlichen Auslese. Durch die ständige Weitergabe der Eigenschaften beider Eltern entstehen für die nachfolgenden Generationen erheblich mehr Kombinationsmöglichkeiten, die sich, je nach äußeren Bedingungen, erfolgreich durchsetzen oder als erfolgloser Versuch wieder aussterben. Sex ist die unabdingbare Voraussetzung für die offenbar unbegrenzte Flexibilität der Organismen bei der Anpassung an sich verändernde äußere Umstände. Ohne diesen entscheidenden Schritt in der Entwicklungsgeschichte wäre unser Planet nur von Einzellern bewohnt.“ (Harald Lesch, ebd., S. 152).

Tiere lassen sich von den Pflanzen durch ganz bestimmte Merkmale unterscheiden. Der bedeutendste Unterschied liegt in der Art der Energiebeschaffung: Tiere gewinnen ihre Energie indirekt durch Verwertung organischer Substanz, die sie als Nahrung aufnehmen, aber Pflanzen gewinnen ihre Energie, die sie dem Sonnenlicht entnehmen, direkt durch Verwertung anorganischer Substanz (mit Hilfe von Chlorophyll; vgl. Photosynthese). Ein ebenfalls sehr bedeutendes typisches Merkmal der Tiere ist die aktive und zielgerichtete Beweglichkeit des Körpers und seiner Organe. „Eine Pflanze ... bildet einen Teil der Landschaft, in der ein Zufall sie Wurzel zu fassen zwang. ... Ein Tier aber kann wählen. Es ist aus der Verbundenheit der ganzen übrigen Welt gelöst. .... Verbundenheit und Freiheit: das ist der tiefste und letzte Grundzug in allem, was wir als pflanzenhaftes und tierhaftes Dasein unterscheiden. Doch nur die Pflanze ist ganz, was sie ist. Im Wesen eines Tieres liegt etwas Zwiespältiges. Eine Pflanze ist nur Pflanze, ein Tier ist Pflanze und noch etwas außerdem.“  (Oswald Spengler, a.a.O., S. 557-558). Im Unterschied zu den Pflanzen mit großer äußerer Oberfläche haben die Tiere eine eher kompakte Form mit reich gegliederten inneren Oberflächen (z.B. den Körperhohlräumen), an denen der Stoffaustausch mit der Umgebung überwiegend stattfindet („geschlossenes System“ der Tiere). Die Zellen der Tiere haben nur eine sehr dünne Zellmembran, während die pflanzlichen Zellen eine Zellulosezellwand haben. Tierische Zellen haben meist keinen ausgeprägten hohen Turgor (Zelldruck) wie die pflanzlichen Zellen, weshalb viele Tiere besondere Stützorgane nötig haben (vgl. Außen-, Innen-, Hydroskelett). Weitere typische Merkmale der Tiere sind: Mannigfaltigkeit der Reaktionsformen auf Reize; begrenztes Wachstum; Hohlkörper mit Oberflächenfaltung nach innen; besondere Organe zum Einverleiben und Verarbeiten der Nahrung; Skelettbildungen; Muskeln, Sinnesorgane, Nerven, Gehirn (mit seinen Leistungen). Von den heutigen rund 3 Mio. Tierarten (rund 500 Mio. Tierarten sind bereits ausgestorben) sind 1,5% Einzeller und alle übrigen 98,5% Vielzeller, davon ca. 78% Gliederfüßer, ca. 73% Insekten und nur ca. 4% Wirbeltiere. Tiere sind heterotrophe Lebewesen, also sind sie - ökologisch-ökonomisch gesprochen - in der „Nahrungskette“, und zwar als Pflanzenfresser (Herbivoren, Primärkonsumenten) und als Fleischfresser (Karnivoren, Räuber, Sekundärkonsumenten), immer „Konsumenten“ - immer!

Zur „Nahrungskette“: Im Gegensatz zu den Pflanzen sind die Tiere nicht fähig, aus anorganischen Stoffen unter unmittelbarer Ausnutzung des Sonnenlichts organische Substanzen aufzubauen; umgekehrt: Tiere müssen ihren Energie- und Baustoffbedarf aus den von den grünen Pflanzen synthetisierten organischen Verbindungen decken. Das tierische (also auch das menschliche) Leben ist also letztlich von der Lebenstätigkeit der grünen Pflanzen abhängig. Die grünen Pflanzen bilden somit das erste Glied der Nahrungskette; im Wasser wird die pflanzliche Grundlage vorwiegend (aber nicht nur) von einzelligen Algen gebildet, während auf dem Land die höheren Pflanzen vorherrschen. Die folgenden Glieder der Nahrungskette bilden die verschiedenen tierischen Verzehrer („Konsumenten“): zuerst die Pflanzenfresser (Herbivoren, Primärkonsumenten), dann die Fleischfresser (Karnivoren, Räuber, Sekundärkonsumenten), zwischen den beiden die an verschieden Stellen der Nahrungskette einstufbaren Allesfresser (Omnivoren), die sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich nehmen. Organismen mit einem solchen allesfresserischen Nahrungsspektrum werden auch als polyphag (z.B. Menschen) bezeichnet, dagegen die auf eine bestimmte Nahrung spezialisierten Organismen als monophag (z.B. Parasiten) und die auf eine geringe Auswahl spezialisierten bzw. innerhalb dieser begrenzten Auswahl variierenden Organismen als oligophag (z.B. Insekten). Jedenfalls stehen am Schluß der Nahrungskette die abbauenden Organismen (Destruenten, Reduzenten); diese Gruppe besteht aus Bakterien, Pilzen und vielen bodenbewohnenden Tieren, die sich - als Saprophyten (Fäulnis-, Moder-, Humuspflanzen) bzw. Saprozoen (Fäulnis-, Moder-, Humustiere) - von toter organischer Substanz (Exkrementen, Aas u.s.w.) ernähren, d.h. von dem, was von den vorherigen Gliedern der Nahrungskette ausgeschieden wird bzw. übrig bleibt. Sie leben im Humus und produzieren letztlich anorganische Substanz, wie sie die Pflanzen wiederum zu ihrem Leben benötigen. Die Nahrungskette ist ein Kreislauf!

 

1.1) Natur-Ursymbol, 1.2) Natursymbol; 2.1) Bio-Natur-Ursymbol, 2.2) Bio-Natursymbol
1.1) Elementarteilchen, 1.2) Elemente; 2.Archaikum, Proterozoikum, Algonkium, 2.Paläozoikum, Mesozoikum, Neozoikum

Bio-Natursymbol ist „sichtbares Leben“: Ergebnis aus der Entwicklung des Bio-Natur-Urymbols „Kohlenstoff-Verbindungen“. Was Elementarteilchen (Elementarteilchen) als Natur-Ursymbol darstellen, das stellen Kohlenstoff-Verbindungen für den biologischen Bereich dar. Wenn z.B durch ein Natur-Ursymbol in der Hadronen-Ära (Universum (Hadronen-Ära)) Materie überhaupt erst möglich wurde, in der Strahlungs-Ära (Universum (Plasma-Ära)) Wasserstoff, Helium, Lithium und Beryllium entstehen konnten, dann kam dadurch das Universum zu seinen ersten „Elementen“ (H, He, Li, Be), die seit der (auch Rekombinationsepoche oder Materie-Ära genannten) Stern-Ära (Universum (Materie-Ära)) in den Sonnen durch Kernverschmelzung zu weiteren, neuen Elementen umgewandelt werden können, wobei die Bindungsenergie (Massendefekt) freigesetzt und als Strahlungsenergie ausgesandt wird. Aus dem seit der Stern-Ära in den Sternen produzierten Kohlenstoff ging deshalb das Bio-Natur-Ursymbol (Kohlenstoff-Verbindungen) hervor, weil Kohlenstoff das einzig geeignete Element ist, das wegen seiner Eigenschaft der Mehrfachbindung Leben hervorbringen kann. Wer z.B. das phanerozoische Bio-Natursymbol vom Weltraum aus finden will, der sollte zunächst nach „Bio-Indizien“ suchen, z.B. nach einem Sonnensystem mit Jupiter (Garant des Lebens, weil Schützer der anderen, besonders der inneren Planeten) und dann nach einem kleineren Planeten mit einer blau-weißen Erdatmosphäre (Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre) oder - etwas näher - nach Wasser. Sucht man dagegen deren Bio-Natur-Ursymbol, muß man schon in die „Tiefe“ gehen. In der Natur geht man dazu in die „makrokosmische Tiefe“, in einer Kultur in die „geistig-seelische Tiefe“ und in einer Natur-Kultur in die „mikrokosmische Tiefe“, denn gerade durch die Fähigkeit, die eigene Lage in Bezug auf den Kosmos teilweise selbst bestimmen zu können, sind Mikrokosmen entstanden. Letzten Endes geht man jedoch zurück auf Urenergie und Urmaterie, d.h. auf die kosmischen Naturkräfte (4 Naturkräfte) und die durch sie erst entstandenen strukturierten Elementarteilchen. (Universum (Hadronen-Ära)). Eine Natur schafft durch ihre Urenergie („Natur-Seelenbild“) ein strukturelles und materielles Werk, also auch energetische Symbolkomplexe, die eine Urstruktur und ein Urmaterium, also auch ein Ursymbol zur Grundlage haben. Was eine Kultur in ihrer Frühzeit an symbolischen Werken schafft, z.B. das Abendland mit seinen gotischen Kathedralen, das schafft die biologische Natur z.B. durch gigantische „Lebenssäulen“, namentlich Wirbelsäulen (wie z.B. die der Dinosaurier!), denn hauptsächlich waren es die Wirbeltiere, die das Phanerozoikum so merkmalhaltig machten, nämlich zu dem, was es ist: „sichtbar“. (phaneros = „sichtbar“). Sichtbares bzw. höheres Leben - der Mikrokosmos - ist also das Bio-Natursymbol, das ein Bio-Natur-Ursymbol (Kohlenstoff-Verbindungen) zur Graundlage hat. Die Natur macht vor, die Kultur baut nach. Was z.B. die Gotik verwirklichte, war ein schon vorher durch die „Kulturgenetik“ festgelegtes Programm, das mit dem „Kultursymbol-Erwerb“ („Kulturspracherwerb“) zum ersten Mal deutlich zum Ausdruck kommt. Das Ursymbol des „unendlichen Raumes“ und das“ faustische“ Seelenbild des Abendlandes wurden schon viele Jahrhunderte vor ihrer Sichtbarwerdung festgelegt und sind dann später in den gotischen Kathedralen (noch später auch z.B. in den barocken Bauten) deutlich geworden - wie die Muttersprache und die Seelenbindung in den Kinderhirnen. Und das Leben auf unserem Planeten hat dies auch getan: das Leben auf der Erde, schon früh (als „Programm“) festgelegt, entwickelte sein Bio-Natur-Ursymbol zunächst im Kryptozoikum, um im Phanerozoikum erkennbar („sichtbar“) zu werden. Noch relativ „lebensunsicher“ im Paläozoikum, aber schon „säulenhaft“ im Mesozoikum, ist es im Känozoikum, d.h. heute noch (!), dabei, seinem eigenen Ausdruck weiterhin Kontinuität zu geben. Auch wir Lebewesen sind ja bekanntlich nicht nur potentiell fähig, sondern auch potentiell dazu verdammt, zu leben. War noch die Ur-Bio-Natur eher ein Leben in der biochemischen „Ursuppe“ bzw. im Kryptozoikum, so wurde und ist die Bio-Natur auf der Erde nicht nur fähig, sondern sogar genötigt, z.B. Säuegetiere (Mammalia) und in der Folge Herrentiere (Primaten) sowie Menschen (Hominide) hervorzubringen. Es läuft also vieles auf uns Menschen hinaus, aber dennoch ist die Evolution hier noch nicht zu Ende. Die Sonne hat mit ihren Planeten die 2. Hälfte ihres „Aktiv-Alters“ (Kernfusionsalters) bereits begonnen. (Alter des Sonnensystems). In abendländischer Kultursprache: ihre Reformation hat begonnen (Renaissance, Humanismus, Beginn der Kolonialisierung der „Neuen Welt“ u.s.w.; vgl. „Kulturschrifterwerb“). Die „päpstlichen“ Saurier sind größtenteils entmachtet, auch wenn sie in Kleinformat noch heute beste Überlebenschancen haben. Doch in unserem Sonnensystem werden die Tage kürzer. Der Sommer hat begonnen, und die Sonne bläht sich immer mehr auf, will zum „Roten Riesen“ werden. Auch in Sonnensystemen bedeutet Sommer mehr Licht, mehr Wärme, mehr Hitze - bis zum Sterbeprozeß. (unsere Sonne z.B. als „Weißer Zwerg“ (Weiße Zwerge). Für ein Sonnensystem bedeutet Sommer, daß die Zeit dafür, daß es früher dunkel wird, langsam näher rückt, allerdings auf bedrohliche Weise mit immer mehr Hitze und Licht. „Unsere Jahreszeiten“ sind nicht die der Sonne. Die Neigung der Erdachse ist nur unsere „Ekliptik-Schiefe“. (Vgl. Jahreszeiten). Wir sind primär „Wasserstoffwesen“ (73% Anteil im Kosmos, 70% Anteil in der Sonne) und erst in zweiter bzw. weiterer Instanz „Kohlenstoffwesen“. (Vgl. Aminosäuren). Kohlenstoff macht uns aber paradoxerweise dennoch zu den „Ersten“, weil derartige Lebewesen nicht quantitativ, wohl aber qualitativ übergeordnet sein können. Was die chemischen Verbindungen angeht, so sind (dank der 4-Bindigkeit und Vielfältigkeit der Kohlenstoffatome !) die organischen Verbindungen (4 Mio. - 6 Mio.) den anorganischen Verbindungen (40 000 -120 000) auch quantitativ überlegen. Intelligente „Kohlenstoffel“ sind also den „primitiven“ Lebewesen und der „anorganischen“ Materie in gewisser Hinsicht überlegen - aber nur in gewisser Hinsicht! (Vgl. Internbedingungen und Öko-Kultur-Ursymbol).

 

3.1) Öko-Kultur-Ursymbol, 3.2) Öko-Kultursymbol

Öko-Kultur-Ursymbol steht für sichtlich lebendes Öko- bzw. Sozialverhalten, es ist also eine „natürlich-kulturelle Sprache“ und bedeutet, daß die Welt, in der man lebt („Umwelt“), ein „Zuhause“ darstellt. (griech. oikos = Haus, Haushalt). In diesem „Haus“ muß gewirtschaftet werden. Klima („Neigung“), Angebot und Nachfrage spielen dabei die atmosphärisch entscheidende Rolle. Nicht umsonst gehen Ökonomie und Ökologie sprachlich auf dieselbe Wurzel zurück. Zum bereits erwähnten Bio-Natursymbol gesellt sich spätestens dann ein neuartiges Öko-Kultur-Ursymbol, wenn Angebot und Nachfrage sich so sehr verschoben haben, daß vor allem von Lebewesen abhängige Lebewesen ihre Verhaltensweisen innerhalb der Evolutionspirale möglichst ökonomisch verändern oder austerben müssen. (Gründe für tierisches Massensterben). Die Welt der Lebewesen, insbesondere die des sichtbaren Lebens, mußte aus Konkurrenzgründen, die Charles Darwin (1809-1882) eigentlich nur zur Hälfte beschrieben hat, eine eigenspezifische Art der Angebot-und-Nachfrage-Strategie oder sogar eine „Distanz-Anpassungs-Ökonomie“ entwickeln. Wenn also die Öko- bzw. Sozialverhaltensweisen der Lebewesen das Öko-Kultur-Ursymbol darstellen, dann repräsentiert das Öko-Kultursymbol deren jeweiliges Resultat. Davor liegt nichts anderes als ein „Projekt“ (lat. Nach-vorn-Geworfenes). Während also das Öko-Kultur-Ursymbol ein Risiko-Unternehmen darstellt, das von dem Willen beseelt ist, eine gefährliche Schnittstelle zu überschreiten, wird dies mit dem Öko-Kultursymbol schrittweise erreicht. Es ist das Öko-Kulturseelenbild, das ein Öko-Kultur-Ursymbol antreibt, sich zu konkretisieren - Kultursymbol zu werden. Um z.B. das „Werfen“ zu erlernen, muß man nicht nur Greifhände und einen „Oppositionsdaumen“ entwickelt haben, sondern zunächst einmal von den Bäumen herunter! Das Öko-Kultursymbol wiederum wird über ein Beharren auf das Erreichte bzw. über eine „konservative Weitergabe oder Verfeinerung zu einem Kultur-Ursymbol (z.B. Ast, Stein u.s.w.). Dieses Wechselspiel zwischen abenteuerlichem Unternehmen und konservativem Weitergeben (Tradieren) funktioniert also nicht durch den Körper allein, wie Darwin sagen würde, sondern durch den „Raum“ der Trinität „Körper-Seele-Geist“ und die „Zeit“, also durch Quadratur ! (Vgl. „Quadratur des Machtkreises“) Anpassung und Distanz

 

4.1) Kultur-Ursymbol, 4.2) Kultursymbol

Kultur-Ursymbol ist der Ausdruck für den sensationellen Vollzug des Schrittes von der „natürlich-kulturellen Sprache“ zur „rein kulturellen Sprache“. Der erste, primitive Kulturausdruck einer spezialisierten Gruppe revolutioniert, wenn er glückt, das zuvor eingeübte und tradierte Öko-Kultursymbol so stark, daß die Möglichkeit und Gefahr besteht, die Distanz zur Natur enorm zu vergrößern. Das Kultur-Ursymbol betrifft immer nur ganz bestimmte und intelligente Strategien einer Überfamilie, Familie, Gattung oder Art. Aus einem solchen Kultur-Ursymbol werden dann die verschiedensten Kultursymbole entwickelt, so daß über gefährlich abgeleitete Verhaltensstrategien eventuell neue Arten, Gattungen und Familien entstehen. Das steinzeitliche Urseelenbild widerspiegelte z.B. zuerst nur Kultur-Ursymbole wie „Stock“ und „Stein“ als öko-kultursymbolische Waffe (Ent-/Wurfprojektil) oder als öko-kultursymbolisches Werkzeug, das auf primitive Weise aber auch schon Menschenaffen (Pongidae) gebrauchen. Mit Stock und Stein verbundene Techniken sind also typisch für die menschenartige Überfamilie „Hominoidea“. (Menschenaffen, Gibbons, Menschen). Und dieses hominoide Kultur-Ursymbol war von Beginn an verbunden mit einem entsprechenden hominoiden Urseelenbild der Distanz-Anpassungs-Ökonomie. Anpassung und Distanz Homo erectus war die erste Menschenart, die beides - das hominoide Kultur-Ursymbol und das hominoide Urseelenbild - zum ersten Mal aus dem Urzustand heraus auf eine rein hominide „Familienebene“ hob, indem er durch den Feuergebrauch den Sprachgebrauch förderte. Wenn also der Stein das erste Kultur-Ursymbol der Menschenaffen und Menschen darstellt, dann ist das Feuer (und dadurch die Sprache) die erste rein menschliche Eigentümlichkeit, also erstes menschliches Kultursymbol. (Vgl. hierzu auch Sloterdijk Sloterdijk). Durch des Menschen erstes Kultursymbol kam die Menschwerdung (Hominisierung) zum Abschluß, d.h. die Sapientisierung konnte allmählich beginnen, und sie führte am Ende in die Historisierung. (Prähominisierung, Hominisierung, Sapientisierung, Historisierung). Für historisierte Kulturen gilt jedoch, daß sie sich fast nur noch unbewußt auf Urkulturen stützen und mit der Zeit Kultursymbole entwickeln, die zunächst geschichtlich-unterbewußt verinnerlicht, bald aber auch ganz bewußt angenommen, ja sogar übermäßig religiös verehrt und verherrlicht werden. Das gilt auch für diejenigen, die diese historisisch geprägten „Ursymbole“ bekämpfen, obwohl eine „Metahistorisierung“ auch in die Pseudomorphose führen kann. Laut Spengler ist das Ursymbol der Antike der „Einzelkörper“, das Ursymbol des Abendlandes der „Unendliche Raum“. (Vgl. Spengler, 1917, S. 155, 227ff., 234, 390 und 1922, S. 847f.; vgl. auch das Germanentum).

Sloterdijk nennt z.B. 7 „weltpolitische Aprioris“ (in: Zur Welt kommen - Zur Sprache kommen, 1988):

1) „Entbindung“ (ungerade Zahl = „welterschließend“, abenteuerlich)
2) „Dringlichkeit“ (gerade Zahl = „welterhaltend“, konservativ)
3) „Initiative“ (ungerade Zahl = „welterschließend“, abenteuerlich)
4) „Aufschub“ (gerade Zahl = „welterhaltend“, konservativ)
5) „Bühne“ (ungerade Zahl = „welterschließend“, abenteuerlich)
6) „(Sprach-)Weitergabe“ (gerade Zahl = „welterhaltend“, konservativ)
7) „Versprechen“ / „Freispruch“ (ungerade Zahl = „welterschließend“, abenteuerlich)

- von der „Poetik der Entbindung“ (S. 99ff.) ausgehend, in das „Weltversprechen und die Weltliteratur“ (S. 144ff.) mündend -
stellen sie ein Äquivalenzverhältnis dar zu meiner von Goethe bzw. Spengler z.T. entlehnten Ursymbolik-Symbolik-Theorie:

1) Natur:
1.1) Natur-Ursymbol (wie „1“)
1.2) Natursymbol (wie „2“)
2) Bio- Natur:
2.1) Bio-Natur-Ursymbol (wie „3“)
2.2) Bio-Natursymbol (wie „4“)
3) Öko-Kultur:
3.1) Öko-Kultur-Ursymbol (wie „5“)
3.2) Öko-Kultursymbol (wie „6“)
4) Kultur:
4.1) Kultur-Ursymbol (wie „7“)
4.2) Kultursymbol (wie „8“)

Symbole stehen für ihre „Träger“ und sind Teil der Sprache(n), nämlich
(I) natürlich, (II) natürlich-kulturell, (III) kulturell, IV) kulturell-natürlich.

Bezüglich der 7 „weltpolitischen Aprioris“ stellt also das Kultursymbol (wie „8“ =?) keine weltpolitisch relevante Größe mehr dar. Auch deshalb ist die Idee bzw. Neu-Idee richtig, die Goethe bzw. Spengler hatten, als sie vom Ursymbol ausgingen bzw. neu-ausgingen. Dem Kultur-Ursymbol kommt also eine viel bedeutendere Rolle zu als dem Kultursymbol.
Ursymboliken entsehen chaotisch, Symboliken geordnet (kosmisch geschmückt). (Kosmos).

„Die physische Geburt des Menschen ist das Gegenteil eines Zurweltkommens (vgl. Heidegger), es ist das
Herausfallen aus allem 'Bekannten'. ein Sturz ins Unheimliche, ein Sichausgesetztfinden in einer nicht geheuren Lage“
(Peter Sloterdijk, Eurotaoismus, 1989, S. 174ff.).

„Die Lichtung ist ein Werk der Steine ... - die Lichtung ist die Ausspannung des Umsicht-Raumes. In diesem Sinne darf man sagen, daß das Ergebnis der Steinzeit in der Eroberung jener Naturdistanz bestand, mit der die Sprengung des Umwelt-Rings in Richtung auf Weltoffenheit geschieht.“ (Peter Sloterdijk, Nicht gerettet, Versuche nach Heidegger, 2001, S. 183 und 184). Man erinnere sich an die Urwahrheit (archaische Wahrheit, Erzwahrheit, Hauptwahrheit): „daß es eine Wahrheitsfunktion gibt, ... - die Wahrheit der Jäger und Schützen, für die richtig ist, was trifft. Das Geschoß, das sein Ziel findet, erfüllt den Richtigkeitstypus Treffen, der zum Schicksalhaftesten gehört, was in der Geschichte der Rationalität auftrat - ....“
(Peter Sloterdijk, Eurotaoismus, 1989, S. 244 und 245).

Feuer: „Es ist in seiner Mächtigkeit als Nischen- und Sphärenbildner und damit
als Emanzipationsmittel für Menschengruppen ... nie zu überschätzen.“
(Peter Sloterdijk, Nicht gerettet, Versuche nach Heidegger, 2001, S. 182)

 

(I) Natürliche Sprache ist die Sprache, die der Kosmos (oder das Universum) spricht: „Feuer“ (z.B. Energie, Strahlung, Licht, Wärme, Sonne, „Leben und Tod“ u.s.w.). Feuer birgt jede Art von Symbolik in sich. Jedes Symbol ist ein Teil des Feuers - auch der Feuergebrauch (= Feuer als 1. Kultursymbol Erstes Kultursymbol).

(II) Natürlich-kulturelle Sprache ist die Sprache aller Lebewesen (allgemein auch „Sprachverhalten“ genannt). Sie beruht auf der Genetik (Biologie und Sprache), ist also bereits intrauterin festgelegt. Ihre Funktion besteht v.a. darin, die Voraussetzungen, den Anteil des „Angeborenen“ (vgl. Nativismus Nativismus (Sprache)) an der rein kulturellen Sprache (Kulturelle Sprache) zu schaffen.

(III) Kulturelle Sprache ist die natale und zugleich nationale Sprache, also: eine nat(ion)ale Sprache. Als nationalelektrische oder nationalneurologische Bibliothek im Menschen ist sie die Grundlage menschlichen Denkens. Nationen sind sozusagen politische Mutterinstanzen (daher auch der Zusammenhang zwischen Natalität und Nationalität). Weil im Uterus ein Sprachtraining nur im Rahmen der natürlich-kulturellen Sprache (Natürlich-kulturelle Sprache) möglich ist, kann ein Kind es erst in der geeigneten „Atmosphäre“ praktizieren und erst nach dem Verlassen des Uterus eine kulturelle Sprache erlernen bzw. erwerben. Spracherwerb

IV) Kulturell-natürliche Sprache ist die Sprache, die den Menschen am meisten charakterisiert, aber selbst dem Menschen noch die größten Rätsel aufgibt, weil sie eine „Metasprache“ und rein theoretisch ist. Sie ist kulturell insofern, als daß sie nur durch kulturelle Konventionen darstellbar ist; sie strebt ins Natürliche insofern, als daß sie den Versuch darstellt, Kultur und Natur komplett zu verstehen (z.B. durch eine „Weltformel“ oder eine „Universalsprache“). Große Vereinheitlichte TheorieWeltformel

 

I) Naturseelenbild, II) Bio-Naturseelenbild, III) Öko-Kulturseelenbild, IV) Kulturseelenbild

Naturseelenbild zeigt den Antrieb der Natur (des Ganzen, des Alls) an: die anfangs noch in einer einzigen „Einheitskraft“ vereinigten 4 Naturkräfte (Elektromagnetismus, Gravitation, starke und schwache Wechselwirkung). Diese Wechselwirkungen ermöglichen erst Phänomene wie LICHTGESCHWINDIGKEIT, ANZIEHUNG, KERN-BINDUNG, KERN-ZERFALL. (Vgl. Tabelle (Abspaltung)). Die Antike kannte dafür die 4 Elemente (Feuer, Erde, Luft, Wasser): mit einem antiken Seelenbild (oder auch indischen!) kann man die 4 Naturkräfte so auch besser verstehen. (Vgl. Tabelle (Abspaltung)). Dagegen ist ein Bio-Naturseelenbild aus der Biochemie oder Genetik differenzierter zu betrachten, z.B. die unterschiedliche Reihenfolge der 4 (Haupt-) Basen Guanin Cytosin, Adenin, Thymin, somit auch die Bio-Katalysatoren: Proteine, speziell die Enzyme (Eiweißstoffe), also Kräfte der biochemischen Bindungen wie Peptide oder Polypeptide, die in den Aminosäuren wirksam werden und zum Stoffwechsel, zur Ernährung führen. Ernährung bedeutet Bau- und Betriebsstoffwechsel, Nährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße [Proteine], Fette und deren Energiegehalt: Brennwert), Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und natürlich Wasser. Über Proteine erfolgt die Übersetzung der Information eines DNS-Abschnitts in ein Merkmal (z.B. rote Blütenfarbe), wobei die unterschiedlich Reihenfolge der 4 Basen (Guanin Cytosin, Adenin, Thymin) bestimmt, welches Merkmal ausgebildet wird. (Vgl. Gen-Code). Ein Bio-Naturseelenbild ist also eine Proteinbiosynthese (Eiweißsynthese), d.h. der Vorgang, bei dem die Reihenfolge der Basen der DNS (DNA) in eine bestimmte Aminosäuresequenz (Reihenfolge der Aminosäuren im Proteinmolekül) übersetzt wird, und zwar am Proteine-Bildungsort (Ribosomen). Die genetische Information für den Proteinaufbau befindet sich in der DNS des Zellkerns. Folglich muß ein Vermittler die genetische Information aufnehmen und sie zu den Ribosomen im Zellplasma bringen. Diese Aufgabe hat die m-RNS (Boten-RNS / Messenger-RNA), die eine Art Arbeitskopie der DNS ist, an der sie durch Transkription gebildet wird. Jeweils 3 aufeinander folgende Basen der einen RNS, die ein Codon bilden, kodieren für eine Aminosäure. Die im Plasma gebildeten Aminosäuren müssen mit einer weiteren RNS, der t-RNS zu den Ribosomen gebracht werden. Die Synthese beginnt mit einem Startcodon der m-RNS (Initiator) und läuft weiter (Elongation), bis auf der m-RNS ein Stopcodon erscheint (Termination). Die Proteinbiosynthese ist also ein Energie verbrauchender Prozeß. Er bezieht seine Energie aus Guanosyinintriphosphat. (vgl. Guanin). Diese und andere für den Prozeß wichtige Energien sind das eigentliche Bio-Naturseelenbild, allerdings sind an der Proteinbiosynthese eine ganze Reihe von Enzymen (Eiweiße als Biokatalysatoren) und Faktoren (spezielle Proteinkomponenten) beteiligt; auch findet eine zyklische Ortsveränderung der wachsenden Aminosäurekette innerhalb des Ribosoms bei jeder Anknüpfung einer weiteren Aminosäure statt. Nach Beendigung der Aminosäurekette, d.h. nach Fertigstellung des Proteins, zerfällt das Ribosom in seine beiden Untereinheiten; es kann anschließend mit einer anderen m-RNS zu einer neuen Synthese zusammentreten. An einer m-RNS können mehrere Ribosomen gleichzeitig „arbeiten“. Ein solcher Komplex aus einer m-RNS und mehreren Ribosomen wird als Polysom bezeichnet. Zusammenfassend kann man sagen, daß ein Bio-Naturseelenbild am besten mit dem Begriff „Kontrollgenetik“ umschrieben wird. Jedenfalls zeigt ein Bio-Naturseelenbild dem Organismus an, wie er in Form, wie er ins Leben kommt. (Vgl. Genetik und Aminosäuren). Im Unterschied dazu bringt ein Öko-Kulturseelenbild die Art der verwandtschaftlich-familiären und gesellschaftlich-sphärologischen Beziehungen (z.B. Bindung-Lösung u.s.w.) zum Vorschein, denn hierbei handelt es sich um öko-soziale Kategorien wie Identität versus Unterschied (Nicht-Identität) und Beharrung (Statik) versus Veränderung ( Dynamik). Kurzum: die gesamte Distanz-Anpassungs-Ökonomie. Anpassung und Distanz Dagegen ist ein Kultur-Seelenbild wesentlich differenzierter zu betrachten. Da sich hier die Quadratur des Machtkreises auf komplizierte Weise offenbart, soll das Kultur-Seelenbild allgemeiner erklärt werden an den Beispielen, die Spengler deutlich gemacht hat: Seelenbild der Antike und Seelenbild des Abendlandes sind gegensätzlich: apollinisch und faustisch; ihre Ursymbole ebenfalls: Einzelkörper und Unendlicher Raum. Wie ein Dogma gegenüber aller Erfahrung, gelten auch Seelenbild und Ursymbol allgemein als unbeweisbar, deshalb sei hier darauf hingewiesen, daß der Unterschied zwischen Antike und Abendland sogar am Beispiel „Parallelenaxiom“ deutlich werden kann: Euklid hat in seinen „Elementen“ (um 312 v. Chr.) die mathematische Entsprechung für das antike Beispiel gegeben und Gauß ca. 2112 Jahre später (um 1800) die für das abendländische. Sie stehen - wie unzählige andere Beispiele auch - für einen metaphysischen Mittelpunkt, um den eine Kultur kreist, während sie von Seelenbild und Ursymbol angetrieben und angezogen wird. (Vgl. Oswald Spengler, 1917, S. 155, 227ff., 234, 390). Vgl. dazu auch das Germanentum.

 

„Historische Pseudomorphosen nenne ich Fälle, in welchen eine fremde Kultur so mächtig über dem Lande liegt, daß eine junge, die hier zu Hause ist, nicht zu Atem kommt und nicht nur zu keiner Bildung reiner, eigener Ausdrucksformen, sondern nicht einmal zur vollen Entfaltung ihres Selbstbewußtseins gelangt.“ (Oswald Spengler, 1917, S.784ff.). Auch eine junge Kultur kann so mächtig sein, daß sie eine alte dort, wo sie zu Hause ist, überlagert. Das Beispiel zwischen der (alten) apollinischen Kultur, auch kurz „Antike“ genannt, und der (jungen) magischen Kultur, auch „Persien/Arabien“ genannt, macht es deutlich: „Solange die Antike sich seelisch aufrecht hielt, bestand die Pseudomorphose darin, daß alle östlichen Kirchen zu Kulten westlichen Stils wurden. Dies ist eine wesentliche Seite des Synkretismus. .... Mit dem Hinschwinden der apollinischen und dem Aufblühen der magischen Seele seit dem zweiten Jahrhundert kehrt sich das Verhältnis um. Das Verhängnis der Pseudomorphose bleibt, aber es sind jetzt Kulte des Westens, die zu einer neuen Kirche des Ostens werden. Aus der Summe von Einzelkulten entwickelt sich eine Gemeinschaft derer, welche an diese Gottheiten und Übungen glauben, und nach dem Vorgange des Persertums und Judentums entsteht ein neues Griechentum als magische Nation.“ (Ebd., S. 800-801).

 

Massenaussterben hat es für die Tierwelt mindestens schon 6 an der Zahl gegeben Jupiter, Schützer des Lebens):
- vor etwa 500 bis 490 Mio. Jahren (Spät-Kambrium / Früh-Ordovizium) -
- vor etwa 450 bis 430 Mio. Jahren (Spät-Ordovizium / Früh-Silur) -
- vor etwa 365 bis 350 Mio. Jahren (Spät-Devon / Früh-Karbon) -
- vor etwa 260 bis 240 Mio. Jahren (Spät-Perm / Früh-Trias) -
- vor etwa 210 bis 190 Mio. Jahren (Spät-Trias / Früh-Jura) -
- vor 65 Mio. Jahren (Spät-Kreide / Früh-Tertiär) -
Davon ist allerdings nur der Massentod am Ende der Kreidezeit allgemein bekannt. Damals traten jene Tiere von der Bühne des Lebens ab, die auch heute noch die Phantasie zahlreicher Menschen beschäftigen: die Dinosaurier. Ende des Mesozoikums

Den markanten „Faunenschnitt an der Zeitwende
zwischen Kreide und Tertiär, zwischen MESOZOIKUM und KÄNOZOIKUM

überlebten außer den Dinosauriern auch die ehedem massenhaft vorkommenden Ammoniten (Kopffüßer-Gruppe) und Belemniten (Kopffüßer-Ordnung), riffbildende Muscheln sowie mehrere charakteristische Gruppen der Meeresschnecken, die Meeresreptilien (Fischsaurier, Plesiosaurier, Pliosaurier, Mososaurier), die Flugsaurier und die zahntragenden Vögel nicht. Andererseits wurden bei dem großen Sauriersterben nicht alle Reptilien ausgelöscht. Von den geologisch älteren oder gleichaltrigen Reptilien behaupteten sich weiterhin die Brückenechsen, wie z.B. Sphenodon auf Neuseeland, die Schldkröten, die Krokodile, die Echsen (Warane, Geckos, Eidechsen u.s.w.) und Schlangen. Es sind dies allesamt vorwiegend landlebende Formen, was bei der Beurteilung des Aussterbens möglicherweise berücksichtigt werden muß.

Gegenwärtig ist immer noch unklar, inwieweit geologische, geographische, klimatische und/oder floristische Veränderungen gegen Ende der Kreidezeit zum Tod der Dinosaurier beigetragen haben. Damals waren schon die beiden großen Landmassen der Erde, im Norden Laurasia und im Süden Gondwanaland, in kleinere Kontinente auseinandergebrochen. (Kontinentalverschiebung). Dadurch bildeten sich neue Landschaften, Gebirge wurde aufgetürmt, Sümpfe und Niederungsgebiete, in denen sich die Dinosaurier besonders wohl fühlten, schrumpften zusammen. In geologischen Schichten aus jener Zeit ließen sich Klimaveränderungen nachweisen, die sowohl im Wasser als auch an Land Folgen hatten. Die Ammoniten z.B., die in ungeheuren Schwärmen die Ozeane bevölkerten, wurden dadurch dezimiert und dementsprechend auch die großen Meeresreptilien, von denen sich viele von Ammoniten ernährten. Außerdem tauchten in der Kreidezeit neue Pflanzenformen auf: Blütenpflanzen sowie Bäume und Sträucher, die unseren heutigen sehr ähnlich waren. (Heutige Vegetation). Auf diese neue Vegetation konnten sich möglicherweise die pflanzenfressenden Dinosaurier nicht umstellen. Das Verschwinden der vergetarisch lebenden Dinosaurier hätte (hatte?) so wiederum Folgen für die fleischfressenden Dinosaurier: Beutemangel!

Die Unterornung „Landraubtiere“ (Fissipedia) umfaßt 8 Raubtier-Familien:

1) Hundeartige
2) Bären
3) Kleinbären
4) Bambusbären
5) Marder
6) Schleichkatzen
7) Hyänen
8) Katzen

 

Genau zu dem Zeitpunkt, an dem die Phase der Befruchtung in die Phase der Einnistung (Nidation) übergeht, vollzieht sich eine erste Geburt: die Schlüpfung aus der ursprünglichen Eizelle. Erst danach erfolgt die Einnistung.

Homo sapiens hat bisher etwa 230 000 (maximal 300 000) Jahre hinter sich. Er kann den von Homo erctus aufgestellten Rekord von 1,86 Mio. Jahren nur brechen, wenn er (d.h seine Nachfolger-Unterart Homo sapiens sapiens) sich auf den Weg ins Weltall begibt. Homo erectus hatte schon die „Alte Welt“ besiedelt, Homo sapiens besiedelte auch die „Neue Welt“ (Amerika und Australien) und schließlich die ganze Erde, also auch Nord- und Südpol. Jetzt bleibt ihm nur noch die Besiedlung der Orte im Weltraum. (Weltraum-Besiedlung).

 

 

 

An meine Sonne.

Herbst - Suche nach Vollendung.

Intrauteriner Winter ist mein Herbst,
kleinkindlicher Frühling mein Winter,
jugendlicher Sommer mein Frühling,
erwachsener Herbst mein Sommer,
greiser Winter ist mein Herbst.
Ob ich ihn erlebe?

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© Hubert Brune, 2001 ff. (zuletzt aktualisiert: 2014).